stype

Jan 062019
 

auch mal wieder als nachlese, weil ich’s mir ziemlich lange offengehalten hatte, hinzugehen. und im club selbst hatte ich dann besseres zu tun als das posting in die wege zu leiten. aber erstmal…

tresor.klubnacht

tresor
00h00 marcel heese
03h00 mark verbos live
04h00 regis
06h30 pacou

globus
00h00 johannes volk
03h30 the analogue cops live
05h00 johanna knutsson

und was eigentlich nur ein kurzbesuch werden sollte, wurde dann geringfügig länger als geplant. also 1 bis gut 5 uhr. dabei war überraschend, dass es bei marcel im keller bei ankunft gerade zu einem drittel gefüllt war, auch wenn die schlange draußen anderes vermuten ließ. im globus habe ich erst nach seinem set nachgesehen, weil das ein warm-up nach maß war. stilübergreifend, schön abstrakt bis kurz vor 2, was (vor den erfahrungen der letzten jahre erneut überraschend) die leute auf der tanzfläche hielt anstatt sie zu vergraulen. erkannt habe ich davon nur recht wenig, aber immerhin den eindruck bekommen, dass aktueller techno doch noch interessant sein kann – da scheine ich also in meinem urteil etwas vorschnell bzw. meinem auswahlverhalten nicht gründlich genug gewesen zu sein. wenigstens befindet sich der cub-remix von „sorrows“ (im original von p.e.a.r.l.) in meiner sammlung, und „illuminated displays“ von arpanet (schlusstrack) schon seit jahren. ansonsten muss ich mir eingestehen, dann doch wohl einiges übersehen bzw. überhört zu haben.

die beiden live-acts waren für mich nicht weiter der rede wert, wohl aber johannes volk, der im globus mit ähnlichem härtegrad wie unten üblich spielte. „blam the target“ von neil landstrumm hätte ich dort jedenfalls nicht so schnell vermutet. und dank shazam ein weiteres label auf die liste gesetzt, das ich ebenfalls nur periphär beachte (gleiches schicksal wie mit l.i.e.s. – viel mittelmaß führt dazu, dass ich mir neue veröffentlichungen seltener anhöre und dann in clubs wieder darauf gestoßen werden muss, dass nicht von einer katalognummer auf die nächste geschlossen werden sollte): unknown to the unknown. in dem fall „angry frogz“ von vin sol, matrixxman & p.o.l. style.

regis bekam ich nur im hintergrund beim plaudern mit, und da kommt bei der tresor-bar mit gehörschutz nur der bass an. identifizieren ließ sich da nichts. war aber auch nebensächlich: der laden war gut voll (es wird sich bemerkbar gemacht haben, dass das berghain sowie das sisyphos nach den neujahrsfeierlichkeiten geschlossen hatten), das publikum gewohnt touristisch, aber nicht unangenehm. damit die notiz an mich: lässt sich öfter zu solchen anlässen machen.

Dez 312018
 

für einige (inkl. mir) haben die herren ernestus und von oswald den status von säulenheiligen. da basic channel als label 25-jähriges feiert, wurde es zum label des monats bei residentadvisor erklärt. es hätte jedoch auch ein eigenes feature außerhalb der reihe verdient.
sei es wie es sei: sie bedienen sich des schon beim „klang der familie“ verfolgten ansatzes der kombination verschiedener o-töne verschiedener protagonisten aus verschiedenen epochen und garnieren das mit den tracks, die neulinge zum einstieg (und dann hoffentlich immer wieder) hören können. die älteren können sich über die anekdoten von robert henke oder hallucinator freuen.

klick

Dez 302018
 

das zitat ist zwar leicht zeitverzögert aus dem zusammenhang gerissen, aber passt so schön: alle jahre wieder…
der orientierung halber ergänze ich die wochentage. wer sich wundert, dass ein paar namen in den schlagworten fehlen: der lohnerwerb ruft am 2. januar. dadurch werde ich ein paar favoriten verpassen (nd, mark ernestus und rabih beaini beispielsweise).

silvester klubnacht

berghain
dienstag, 01.01.2019:
01h00 answer code request
05h00 dr. rubinstein
08h00 rødhåd
11h00 terence fixmer
13h00 norman nodge
16h00 steffi
19h00 volvox
22h00 phase fatale
mittwoch, 02.01.2019:
01h00 fiedel
04h00 somewhen
07h00 kobosil
10h00 efdemin
13h00 function
16h00 luke slater
19h00 marcel dettmann
22h00 boris

panorama bar
dienstag, 01.01.2019:
01h00 massimiliano pagliara
05h00 cormac
09h00 nemo b2b castro
13h00 virginia
17h00 ryan elliott
21h00 nick höppner
mittwoch, 02.01.2019:
01h00 tama sumo
05h00 dominic carter
09h00 nd_baumecker
13h00 honey dijon
17h00 tornado wallace
21h00 gerd janson
donnerstag, 03.01.2019:
01h00 roi perez

lab.oratory
dienstag, 01.01.2019:
05h00 luigi di venere
09h00 chris cruse
13h00 soundstream
17h00 heidi lawden b2b lovefingers
21h00 i-f
mittwoch, 02.01.2019:
00h00 dan beaumont
04h00 paramida
08h00 prins thomas
12h00 discodromo

halle
dienstag, 01.01.2019:
12h00 pom pom
15h00 lotus eater live
16h30 rachel lyn
20h30 tricky
22h30 vladimir ivkovic
mittwoch, 02.01.2019:
02h30 etapp kyle
06h30 mxwhd
09h30 rabih beaini
12h30 mark ernestus
15h00 barker
19h00 felix k
22h30 pom pom

eintritt
ist noch nicht kommuniziert. aber von wenigstens 20 euro ist auszugehen.
38 euro

Dez 142018
 

um den ewigen vergleich zu bemühen: mein erklärter favoritenclub nimmt damit anlauf, die in investorenträumen nicht vorgesehene berliner keimzelle des ganzen in der leipziger straße nominell zu überholen. nochmal vereinfacht: wenn nichts weiteres dazwischenkommt, müsste es ende januar / anfang februar soweit sein, dass das berghain sogar in tagen länger als der tresor in der leipziger 126a existiert.
für mich wird es das einläuten einer weihnachtspause (da urlaub), die bis kurz vor silvester anhält.

klubnacht – 14 jahre berghain

berghain
00h00 nastya muravyova
04h00 byetone live
05h00 dj nobu
08h30 pete
12h00 ben ufo
15h00 aurora halal
18h00 len faki
22h00 dvs1
02h00 kyle geiger

panorama bar
00h00 nitam
05h00 the emperor machine live
06h00 powder
10h00 âme
15h00 matthew herbert
19h20 margaret dygas
22h00 renaat
02h00 jennifer cardini

elektroakustischer salon
10h00 boris
14h00 tobias. live
15h00 moritz von oswald
17h00 cosmin trg
21h00 massimiliano pagliara

eintritt
20 euro

nachbetrachtung
kann als qualitätsmerkmal gelten, dass es seit langem mal wieder 20 stunden am stück wurden, auch wenn ich mir das nicht gezielt vorgenommen hatte. das ende war bis zur veröffentlichung des ablaufs eine option, die ich mir offen hielt. aber rückblickend hätte es da keinen unterschied gemacht, ob das kyle geiger oder dvs1 bespielt hätten – ich fand beide nicht sonderlich mitreißend. gerade bei kyle geiger reihte sich ein recht hartes bretter-tool an ein anderes, was das set damit sehr austauschbar machte. von dvs1 habe ich aber „eat more house“ von dj hell gehört, als ich in der panorama bar an der tür zum berghain vorbeiging. also leichter vorteil für ihn.

pete war aber wie immer in seinem element und baute glücklicherweise den dubstep-anteil im set aus, wenn auch permanent mit 4/4-kick unterlegt: „s.a.t.u.r.n.“ von goth-trad, „venus“ von vex’d und „forgive“ von mala ganz zum schluss. dazwischen aber auch gestandene stammplatten wie „tenfour“ von joey beltram oder „lyot“.
ben ufo fing mit electro an, ging dann aber erstmal in standard berghain-reverb-techno über, was wiederum die halle interessant werden ließ. da lautete das motto in puncto licht „weniger ist mehr“, aber ein imposantes dj-pult wurde hingebaut, was für meinen geschmack ein wenig zu hoch geraten war. von dort aus ragten weiße lichter von der decke an die wände und richtung menge, und den rest der beleuchtung übernahmen auf den boden unter die sitzpodeste gelegte scanner. ziemlich simple idee also, aber komplett ausreichend. etwas kühl war es, aber das ist zum geburtstag auch nicht neu.
in der halle (soviel sei vorweggenommen) kein einziger musikalischer ausfall. tobias. mit drones, moritz von oswald ließ sich von laurens von oswald helfen, der mit modular-setup improvisierte, während moritz tracks dazumischte. darunter „q-loop“ oder „tushumdo“ von der lp auf honest jon’s.

bei ben ufo noch das finale mitgenommen, mit dem er zeigte, weshalb er aufgrund seiner stilübergreifenden sets so geschätzt wird. da gab es „daisy chain“ von overmono, „lost and found (found mix)“ von der neuen objekt-lp (die mich beim ersten hören zugegebenermaßen nicht so mitgerissen hat wie seine dj-sets – aber die wächst vielleicht) sowie „mercurial“ von chevel. alles tracks, mit denen sich eine tanzfläche durchaus leeren lässt, aber umso schöner, dass jemand mutig genug ist, sie zu spielen.
szenenwechsel zur panorama bar. wenn matthew herbert schon mal als dj zu hören ist, sollte man die gelegenheit nutzen, allerdings fand ich ihn  unten im berghain vor einigen jahren besser. dieses mal verließ er sich sehr auf seine eigenen produktionen (auswahl: kinda kickin‘, the audience, seine remixe wie „sing it back“ oder „moving like a train“) oder hits wie „deep inside“ von hardrive bzw. „can you feel it“ von mr fingers. abgeschaut nur „this is sick“ von solid groove, was ich bis dato nicht kannte. da renaat seinen flieger verpasst hatte, kam das publikum eine stunde länger in den genuss und sein slot wurde mit dem von margaret dygas getauscht. dies aber nicht ohne einen der zugegeben besten überraschungen als schlussplatte im herbert-set: „try again“ von aaliyah.

zwischendrin gab es kurze abstecher zu aurora halal (mit zwei joey beltram-tracks auf trax: „life force“ und „the start it up“) sowie zu cosmin trg, bei dem „galileo“ von oelki positiv auffiel. noch positiver allerdings (und damit ist meine jahrelange kritik an ihm vorerst verstummt) überraschte mich len faki. klar sparte er nicht an tracks zur abfahrt, aber das ist an einem sonntagabend überaus gewollt und findet mittlerweile mit einer auswahl statt, bei der man ihm die jahrzehntelange erfahrung als dj auch anmerkt. also kein setzen auf schrille signale mehr. kommt mir vielleicht auch nur so vor, aber evtl. haben sowohl er als auch ich sich aufeinander zubewegt – es muss ja nicht immer die möglichst nerdig-verkopfte nische bedient werden. wer mit „nous sommes mmm“ von erik & fiedel, dem gestandenen rave-klassiker „gatex“ von umek sowie „camargue“ von cj bolland kein problem hat, sollte ihm wirklich eine chance geben. „u can’t see me“ von dj assault war dann noch so ein track, mit dem ich von ihm nicht gerechnet hätte. kurzum: in kombination mit seinem set aus der halle zur ostgut ton nacht vor ein paar jahren reichen beide eindrücke, dass er sich durchaus zu einem grund entwickelt, mal gezielt bei ihm im berghain zu bleiben.

bleiben noch renaat und massimiliano pagliara. renaat fuhr die anlage oben jedenfalls ordentlich am limit(er) und trotz traktor auch nicht immer taktsicher – allerdings geschmackssicher. nichts erkannt, shazam versagte auch regelmäßig, aber da klang vieles nach dem, was heutzutage auf r&s passen könnte. munter zwischen geraden und gebrochenen tracks wechselnd.
massmiliano pagliara spielte in der halle das dort tanzbarste set um die 100 bpm und dabei mit teilweise schön verträumten melodien. passte für die tänzer und meine wenigkeit sehr gut, jedoch nicht so wirklich zum konzept, einen kontrast zu beiden anderen floors zu bieten. hab’s dennoch genossen, „synkro“ von luomo zu hören und „cascades“ von mark barrott sowie „harmonize“ aus der feder des djs selbst auf die nachhilfe-liste setzen zu können.

Dez 062018
 

download

wie versprochen: das set, das auf den fast zwei stunden im polygon am vergangenen freitag basiert, bzw. ihm zu beinahe 100% entspricht. habe etwas feintuning in der tonhöhe beim übergang von vril zu onmutu mechanicks im remix von norman nodge vorgenommen sowie einen track entfernt („slicing“ von randomer, wen es interessiert), dafür aber einen hinzugefügt („mscl“ von felix k).

mal davon abgesehen, dass der abend besuchertechnisch nicht so wirklich in schwung kam und mein perfektionismus mit stellenweise mangelnder konzentration (den prolog zum set rolle ich hier nicht nochmal aus) im clinch lag, war ich trotzdem zufrieden, was die umsetzung des vorher im kopf zurechtgelegten plans anging. musikalisches neuland betritt das set bei weitem nicht, sollte aber auch von vornherein nicht darauf abzielen. mir schwebte ein grundsolides techno-set mit abstrakterem beginn und einem ausgeprägten dubtechno-teil vor. nachzuhören ist das jetzt hier.

tracklist:
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 Veröffentlicht von am 06.12.2018 um 21:37  Tagged with:
Dez 052018
 

na, das ging doch schneller als gedacht mit der rückkehr. sieht bislang nach einer art klassenfahrt aus.

ablauf (nur für trakt 1, welcher aber der staub vorbehalten war)

14h00 i.nez
16h00 irakli
18h00 anja zaube
20h00 caleb esc

nachbetrachtung

das ist schon komfortabel, wenn die bahn mitspielt und durchaus realistisch, es innerhalb von zwei stunden von der haustür bis zum ifz zu schaffen. wir hatten allerdings auch glück – auf der rückfahrt fuhr der ice, der eine stunde vor uns hätte starten sollen, nicht mal zehn minuten vor uns los. das wäre schon ärgerlich gewesen, wenn man die stunde im zug hätte sitzen müssen, obwohl man eigentlich noch hätte weitertanzen wollen bzw. können. war also instinktiv ganz richtig, den um 22:16 uhr zu nehmen.

selbst eine halbe stunde vorher (und damit kurz vor dem anberaumten ende) fiel das abschied nehmen schwer. das war nämlich eindeutig besser als die eher mittelprächtige november-ausgabe im about blank. überraschungen gab es in leipzig wenigstens in zweierlei hinsicht:
erstens hätte ich nie gedacht, dass sich so viele auf den weg machen würden. in berlin ist man das von gewohnter stelle ja fast schon etwas leid. im ifz kündigte sich aber schon kurz nach 14 uhr mit der garderobenschlange an, dass i.nez nicht lange für sich spielt. nachdem alle noch station an der bar mit soli-kuchen gemacht hatten, dauerte es auch keine stunde, bis man von einem mindestens vielversprechenden publikumsandrang sprechen konnte. später noch wurde der bereich zum eigentlichen trakt 2 geöffnet, so dass es noch die zweiten toiletten gab.
zweitens kam das house-opening von i.nez besser an als ich es vermutet hätte. keine ungeduldig herumstehenden leute, die stur techno erwarten, sondern einfach das feiern, was gerade geboten wird. bei i.nez notiert: „pow pow (fango remix)“ von rebolledo sowie „magico disco“ von margot. auch bei anja zaubes breakbeats, die mit ihrem set für mich wieder einmal den höhepunkt setzte, gingen sie mit.

der trakt 2 fand (wie vor einem monat beim kurzbesuch bei cora) wieder in der etage unter dem barbereich statt und war ein waschechter chillout-floor. jede menge sitzgelegenheiten, kein grelles, flackerndes licht, abstrakt-experimentielle klänge (notiert: blndr – untitled (cio d’or trilogy remix), auf dem mir sonst zu trippigen zodiac-sampler auf hypnus) oder dubbig-technoid. sich unterhalten ging nebenher locker.

also wieder einmal von anfang bis ende total wohlgefühlt. und da das offensichtlich allen beteiligten einen riesen-spaß gemacht hat: bitte nicht nochmal anderthalb jahre bis zur wiederholung warten.

Nov 232018
 

der letzte pflichttermin für diesen monat, dann ist es für dieses wochenende aber auch wirklich genug.

ablauf

lobby
10h00 emika
13h00 kavander
16h00 magna pia
19h00 john osborn

mdf
14h00 joaquin ruiz
16h30 jamie behan
18h30 strathy
20h30 haiku

zelt
14h00 sabine hoffmann
17h00 bastus & christian koch

nachbetrachtung

insgesamt solide staub, wobei ich ehrlich zugeben muss, dass es schon wesentlich bessere gab. nicht auf die stimmung bezogen – die passte schon. aber musikalisch kam ich beim mdf nicht wirklich rein. das klappte nur kurzzeitig bei jamie behan, wobei robert armanis „road tour“ im dave clarke remix sowie „acid wiss’l“ von dj skull – und damit 1990er-techno – bei mir bekanntlich immer gehen. aber sonst war mir das auf dauer zu holzig bzw. meine stimmung wahrscheinlich nicht danach. zumindest war der impuls nicht gegeben, tracks identifizieren oder gar notieren zu wollen, wenn man das als gradmesser nehmen möchte.

der umbau des zeltes ist weiter vorangeschritten. die neue deckenhöhe ist geblieben und wird jetzt (als ob die wünsche per telepathie erfasst werden) durch eine riesige discokugel ausgefüllt. der ein/ausgang zum garten liegt jetzt seitlich zur garten-tanzfläche, und das fast schon wichtigste: es gibt ein größeres dj-pult mit schön viel platz dahinter. das macht das zelt auch in den vermeintlich kälteren monaten zu einem größeren und damit beinahe gleichwertigen floor zu drinnen. wie auch bei den letzten malen fand sich hier die groove-bastion, bei der auch hymnen inklusive waren  („seconds“ von human league zum mitsingen bei bastus & christian).

in puncto techno fühlte ich mich dieses mal eher bei der lobby heimisch mit magna pia und insbesondere john osborn, bei dem es sich schon wieder um jemanden handelt, der mich mit seinem talent für ineinanderpassende melodien neidisch macht. für meine begriffe eine idealbesetzung für den schluss. bot zusammen mit dem vorgänger dann auch die abwechslung, die mir auf dem mdf fehlte.

Nov 232018
 

das dritte mal für diesen monat. im dezember/januar das übliche. aber erstmal genießen, dass die leisure system wieder auf größerer bühne stattfindet.

berghain: leisure system
00h00 golden medusa
03h00 kyoka live
04h00 neon chambers live
05h00 barker live
06h00 samuel kerridge

panorama bar: dark entries
00h00 doc sleep
03h00 david carretta live
04h00 photonz
06h00 cardopusher
08h00 josh cheon

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
geschafft habe ich es erst zu 2 uhr, aber damit immerhin noch zur letzten stunde von golden medusa.

trotz nervosität klappte das mit ihrer premiere auf dem berghain-floor (die säule zu beginn des jahres war clubpremiere) ziemlich gut. überzeugte durch couragierte sowie stilsichere auswahl und auseinanderlaufende tracks hat sie rechtzeitig durch filter kaschiert.
beispiele:
shxcxchcxsh – shulululu
ténèbre – jungle frontier
aphex twin – polynomial-c (schlusstrack)

kyoka war für mich der einzige schwachpunkt unten, was durch herrn carretta eine etage oben aber mehr als nur gut aufgefangen wurde (wie man ihn bereits von gigolo her kannte: geradlinig mit anleihen bei electro, wave und ebm gleichermaßen). ich mag ihr unrecht tun, wenn ich den roten faden in ihrem set vergeblich gesucht habe und das mein eindruck von ihr ist, den ich bereits bei diversen raster-noton-nächten zuvor von ihr hatte. falls mir irgendwelche produktionstechnischen finessen entgangen sind, lasse ich mich gerne eines besseren belehren. allerdings sprach eine nur noch halbvolle tanzfläche irgendwie für sich. bei allem verständnis für nervosität auf dieser bühne: warum kein sicherer modus operandi mit möglichst wenig fallstricken, bei dem über ableton live einfach nur szenen abgespielt werden?

neon chambers landen für mich auf einem knappen zweiten platz dicht hinter barker. hätte nicht gedacht, dass sigha so ein feingespür für melodien hat. wirkte (wie barker danach) jedenfalls wie aus einem guss und damit so, als ob sie schon jahrelang gemeinsam auftreten.
bei barker hörte ich von der „debiasing“ nur „look how hard i’ve tried“ heraus. das war auch der einzige track ohne kickdrum, die lag dafür (gebrochen) unter dem rest, der (soweit ich das weiß) bislang unveröffentlicht ist, was meiner meinung nach aber schon marktreif wäre.

die krone für das dj-set des abends bzw. morgens geht an samuel kerridge. erstmal techno zu beginn, um die leute anzufüttern („exit stance“ von jk flesh, „expect nothing“ von exium im regis-remix, „hype (funk)“ von bleaker), machte aber auch vor uk-hardcore nicht halt (in dem fall „here come the drumz (remix)“ von doc scott, hat er auch an gleicher stelle bereits im laufe des jahres gespielt). mit venetian snares („ichidh“) hatte er für mich endgültig gewonnen, fand den schluss dann über techno-umwege mit einem hiphop-track, der auch im dubstep-kontext gut funktioniert hätte. shazam hat hierbei versagt. also falls jemand da war und mein bestenfalls vorhandenes basiswissen in puncto hiphop ergänzen kann – immer her damit.

josh cheon will ich noch hervorheben, der schon im sommer im garten als kenner anstatt als hitlieferant auffiel und mühelos zwischen acid house und italo wechseln konnte, ohne dass das nach brechstange klang. habe ich mir aber aus konditionsgründen nicht bis zum schluss angehört und warte da auf einen sonntag.
und wenn ich schon beim wunschkonzert bin: samuel kerridge könnte man den klubnacht-gängern auch durchaus zum sonntagmorgen oder -nachmittag kredenzen. alleine wegen der zu erwartenden fragenden gesichter.

ein typischer freitag also: musikalisch herausfordernd und durchgängig auf hohem niveau. dazu von der fülle her entspannt mit offenem publikum, so dass das genießen auch nicht schwer fiel.

Nov 222018
 

es ist wieder einmal welt-aids-tag. ich hatte schon seit längerem vor, hier artikel zu posten, die sich mit dem mittlerweile sehr gut möglichen leben mit dem virus ohne ansteckungsgefahr für andere auseinandersetzen. das behalte ich nach wie vor im hinterkopf.
an ungefähr gleicher stelle im kopf befindet sich auch das vorhaben, dem polygon einen besuch abzustatten. zugegeben: besteht schon seit dem kosmonaut, der sich vorher an gleicher stelle befand. nun kommt das angenehme mit dem nützlichen zusammen. ist eine benefiz-party für die lebendige bibliothek und den mercury phoenix trust.

ablauf

mainfloor
00h00 aris
02h00 midge
04h00 daniel boon
06h00 felidae
08h00 jens schwan
10h00 zeitlupen uwe

dunkelkammer
00h00 stype
02h00 zusan
04h00 diana may
06h00 lukas zintel

eintritt
10 euro

nachbetrachtung

wegen des nun folgenden ist beinahe ein disclaimer fällig. erstens wegen der länge und zweitens weil es als verriss bei halber unkenntnis, wie clubs wirtschaften, verstanden werden könnte. es ist aber definitiv als anstoß für verbesserung gemeint und wurde anderweitig auch bereits zu einem großen teil klargestellt. anflüge von selbstbeweihräucherung lassen sich leider nicht ganz vermeiden. sollte jemand dazu etwas konstruktives beizutragen haben, bieten sich die kommentare dazu an.

das an dem abend erlebte fügte sich in die letzte erfahrung mit der bewegungsfreiheit in der fiesen remise ein. beide male war meine wenigkeit mindestens als dj, in der remise auch organisatorisch etwas involviert. bei beidem handelte es sich um soliparties, beide male wurde das technische equipment von görner & schweizer gestellt (wobei die anlage zur remise gehört, im polygon aber mitgemietet ist). das maß an eigenengagement, damit es freitag nacht überhaupt musik geben kann, hatte jedoch auch für mich eine neue qualität.

wir (entourage plus ich) kamen gegen 23:40 uhr im club an und bekamen zu hören, dass es ein problem mit der anlage gäbe, weshalb der mixer (pioneer djm-900) abgebaut worden ist. es standen also nur cdjs dort. grund: ein massebrummen, das sich partout nicht eliminieren ließ und man hatte den mixer in verdacht. problem(e) war(en) nur: der ansprechpartner bei görner & schweizer war nicht zu erreichen und kein ersatzmixer vor ort. per fernwartung ließ sich also nichts machen.
es war (wir kommen zum teil mit der selbstbeweihräucherung) daher praktisch, mehr oder weniger im gleichen kiez zu wohnen. so bekam ich ein auto an die hand, fuhr selbst heim, baute meinen mixer (ein ecler nuo 3 von vor mehr als zehn jahren) ab, fuhr wieder hin. angeschlossen, eingeschaltet, leichtes massebrummen war immer noch vorhanden, ich hoffte nur, dass das über die f1 einigermaßen passabel klingen würde.
der nuo 3 hat zwar xlr-ausgänge, anschluss an die pa war also sicher. für den monitorausgang ist ein großer klinkenausgang bei den „großen“ wie xone:92 oder djm-800/900 standard, beim nuo 3 gibt es nur cinch. da ich wie gewohnt mit ableton live spielte und monitore für genaueres pitchen kein thema war, konnte ich dem ganzen recht gelassen entgegensehen. aber meine nachfolgerinnen setzten auf cdjs (mit der interessanten meldung auf dem display, dass zwei player mit unterschiedlicher firmware verlinkt sind und diese aktualisiert werden solle), womit es sich (von rekordbox analysierte tracks vorausgesetzt) zwar auch fast wie von selbst mixt, aber kleine korrekturen sind hier und da evtl. doch vonnöten. da sind monitorboxen also hilfreich, wenn man den versatz zur hauptanlage nicht kennt – und den gibt es auch im polygon.
über die nächsten zwei stunden war es den anwesenden technikern nicht möglich, einen adapter von große klinke auf cinch zu organisieren, sprich: die monitore blieben stumm, also musste der vorhandene regler zwischen cue und master am nuo 3 einspringen.
ein glück: das massebrummen hörte man nur in leisen passagen und am laptop lag’s auch nicht. zumindest blieb das brummen, als ich das netzteil kurz abzog.

es ergaben sich im nachhinein (auch basierend auf der erfahrung aus der fiesen remise) mehrere fragen. zugegeben mit dem ziel, jemand verantwortlichen dafür ausfindig machen zu wollen, da mich das ausmaß an unglücklichen umständen schon ziemlich ärgerte. aber so einfach ist es in dem fall nicht.
den anfang machte die frage, ob das equipment bei görner & schweizer überhaupt gewartet wird. dann, was deren reaktionszeiten betrifft und warum nicht das personal zu neuralgischen zeiten wie eben freitags ab 23/24 uhr verstärkt wird, so dass auch tatsächlich jemand rangeht, bevor parties drohen, nicht stattzufinden.
es fängt jedoch hier an, komplizierter zu werden: bei relativ frischen clubs, die sich wie das polygon erst noch etablieren müssen, um sich eigene technik zu leisten, habe ich sogar verständnis, dass sie auf die mietoption zurückgreifen. aber dass das ausmaße angenommen hat, bei denen im club nicht mal ein eigentlich ausgedienter, aber technisch immer noch brauchbarer mixer als reserve vorgehalten wird, war für mich schon ein bisschen erschreckend. für einen xone:62, meinetwegen auch einen alten djm-600 oder besser djm-800, müsste man auf dem gebrauchtmarkt mittlerweile weniger als 1000 euro investieren. klar auch, dass man als club inbesondere bei soliparties wie der gestrigen personaltechnisch eng kalkuliert. aber meiner meinung nach beraubt man sich mit einer derartigen abhängigkeit von technik-vermietern einer gewissen agilität.

ich mag zu idealistisch, gar verbohrt sein. aber das durch diese art von outsourcing eingesparte geld führt zu einem bumerang-effekt für alle beteiligten:

  • organisatoren von soliparties haben einen posten mehr, um den sie sich kümmern müssen, ganz zu schweigen vom stresslevel, kurz bevor die party eigentlich startet. von der beschwichtigungsarbeit gegenüber djs oder anderen acts rede ich besser gar nicht erst.
  • es ist eigentlich sache der technik, für djs akzeptable bedingungen zu schaffen. in zeiten wechselnder setups ist das für techniker nicht einfacher geworden, aber es ist umso wichtiger, dass djs dies im besten fall im schlaf aufbauen können, ein clubeigener techniker die weichen für die machbarkeit stellt und noch zusätzlich fit genug für eine fehlerbehebung ist. idealerweise (so dachte ich bisher) wird das bereits stunden vor der party in die wege geleitet, und den eindruck hatte ich hierbei nicht.

das outsourcing kommt dann als dieser bumerang zurück: djs dürfen sich neben ihrem eigenen setup auch gleich darum kümmern, dass die technischen bedingungen im club es zulassen, dass überhaupt etwas aus den boxen kommt. bisher habe ich es so verstanden, dass ihre aufgabe darin besteht, dass das, was da raus kommt, gut klingt (also bitte clipping vermeiden und dgl.) und bestenfalls noch die leute gut bei laune hält. es ist höchst unangenehm, wenn djs anfangen müssen, beim clubpersonal fehlerquellen zu benennen, dabei auf eigentlich überforderte techniker zu treffen und damit zu enden, das beste aus den gegebenheiten machen zu müssen. ein entspannter aufbau gut 20 minuten vor beginn der party wird es nicht wirklich, wenn stattdessen im hinterkopf steht, dass es am eigenen mixer hängt, ob dieser floor öffnen kann oder nicht.

kommen wir endlich mal zu den positiven dingen:

  • der club hat definitiv potential. allen umständen zum trotz war der sound in der dunkelkammer weit mehr als nur passabel. und als sich dann noch jemand um das licht kümmerte, wurde das eine richtig gescheite techno-atmosphäre. mir gefällt die position des dj-pults irgendwie: mit dem rücken zum eingang, damit eigentlich in der mitte des raumes. ein paar mehr sitzgelegenheiten dahinter wären nicht schlecht – und zumindest eine bank mit halber wand, dass (die aussterbende gattung der) vinyl-djs auch mal cases abstellen können, ohne ständig kniebeugen machen zu müssen.
  • es gibt klos in ausreichender zahl und dazu noch gepflegt – das verdient auch ein lob.
  • über personal sowie tür ist nichts negatives zu sagen.
  • publikum war zwar nicht zahlreich da (leider zu wenig, als dass tatsächlich ein nennenswerter spendenbetrag zusammengekommen wäre), aber fiel bei weitem nicht so negativ auf wie manche überalkoholisierte/-mutige beim abstecher zur deep fried mit einem tollen set von monty luke ins about blank danach. damit ließ sich arbeiten.

es überwiegt aber auch eine halbe woche danach immer noch ein ziemlicher unglaube daran, dass outsourcing auf der einen und mangelnde eigene ausstattung auf der anderen seite es haben soweit kommen lassen müssen. und das in dem wissen, dass die namhaften clubs es hier eigentlich vorgelebt haben, dass die technik neben dem booking ein wichtiger faktor für langlebigen erfolg ist. auch wenn das set ganz passabel lief, wurde ich den gedanken nicht los, dies schon irgendwie peinlich zu finden und dass diese entwicklung hoffentlich keine schule macht. das fehlen der monitore machte sich insofern bemerkbar, als dass die feinheiten schon fehlten, da die f1 in die entgegengesetzte richtung ausgerichtet war. habe das set daher nachgemixt, das wird in den nächsten tagen online gestellt.