Nov 142018
 

es ist ja allgemein bekannt, dass sich detroit erst mit dem „movement“ als jährlichen termin seiner vorreiterrolle bewusst wurde. nicht, dass die belleville three und eine ganze reihe anderer ab ende der 1980er-jahre keine anerkennung dafür bekommen hätten. jedoch geschah dies nicht in ihrer heimatstadt, die zugegebenerweise andere sorgen hat(te) als den bahnbrechenden musikalischen leistungen zu huldigen. wie so häufig passiert dies über umwege – im falle der usa über edm, also dem mainstream mit djs, deren gagen bereits nach wenigen jahren in den ligen spielen, von denen selbst ein derrick may heutzutage nur träumen kann.
es ist also an der zeit, die wurzeln der bewegung auch mal filmisch zu dokumentieren und dabei diejenigen zu wort kommen zu lassen, die als miterfinder bzw. urväter des ganzen nicht wirklich etwas davon hatten – außer der anerkennung des europäischen publikums, das (und da kommt mir die berliner sozialisation besonders entgegen) detroit nach wie vor als mekka begreift. (in meinen augen zurecht – sollte man wirklich wenigstens einmal gesehen haben.)

für die post-produktion sowie dem klären von musikrechten benötigen jennifer washington und kristian hill noch 30.000 dollar. am ende soll „god said give ‚em drum machines“ stehen, der nach den detroiter stadtvätern (die sich der rolle von techno in den letzten jahren endlich mal bewusster geworden sind) auch einem mainstream-publikum eine für uns westeuropäer, die in den letzten 20, 30 jahren mit der musik aufgewachsen sind, selbstverständliche tatsache vor augen führen soll: es dreht sich bei den anfängen um afroamerikanische musik, die aus einem bedingungslosen glauben an eine bessere zukunft entstanden ist. damit trug sie gerade vor dem sozialpolitischen hintergrund der stadt ab den ausgehenden 1960er-jahren eine deutlich politische botschaft, ohne dabei zwingend texte zu benutzen. ich hoffe einfach mal, dass der niedergang detroits im film thematisiert wird und nicht ausschließlich die musikindustrie als buhmann ins zentrum der aufmerksamkeit rückt. schließlich haben die letzten 30 jahre gezeigt, dass man die majors nun wirklich nicht dafür braucht, um eine musikalische revolution anzuzetteln. man erreicht die leute viel besser, wenn man dinge selber in die hand nimmt und sich nichts gefallen lässt (man denke nur an ur vs. sony im zuge des „jaguar“-plagiats).
aber das kann ich ja in einer rezension verpacken, sobald ich den film gesehen habe.

kampagne läuft bis: 21. november 2018
aktueller stand: 13.070 us-dollar
ziel: 30.000 us-dollar
link: kickstarter

Nov 052018
 

der beitrag ist dafür gedacht, anderen etwas lebenszeit für die fehlersuche zu sparen. letztlich hat die dazugehörige apple-support-seite den hinweis geliefert, wenn aber auch nur äußerst indirekt.

szenario:

  • macbook pro (2014) sowie mac mini (2011), beide mit mac os 10.13.6. war nicht das damit ausgelieferte system, updates erfolgten stets über den app store, darunter auch itunes.
  • itunes-version nach diversen updates: 12.8.0.150, iphone (se) wurde bereits vor monaten erfolgreich damit in betrieb genommen und die synchronisierung über wlan aktiviert. sprich: es erschien prompt beim start. wird später wichtig.
  • frisches generalüberholtes ipad der 5. generation. wiederherstellung des backups eines ipad mini über icloud klappte blendend, apps waren heruntergeladen und der verbliebene speicherplatz wollte mit musik befüllt werden. es führte also kein weg daran vorbei, das gerät itunes vorzustellen.
  • für kurze zeit lief alles vertraut: kabel ans macbook angeschlossen, das ipad meldet sich und fragt nach der vertrauenswürdigkeit des computers, anschließend der pin. itunes erkennt, dass ein neues gerät angeschlossen werden soll und wartet darauf, dass die eingabe dort bestätigt wird. problem nur: trotz richtiger pin passiert danach nichts. der ladebalken, dass die verbindung zum ipad hergestellt wird, bleibt stehen und das gerätesymbol erscheint nicht.

es begann also die fehlerbehebung, inklusive zurücksetzen der netzwerkeinstellungen und des standortes auf dem ipad. um die werkseinstellungen machte ich einen bogen, weil das nochmal zwei stunden wartezeit bedeutet hätte, bis alles wieder halbwegs nutzbar war. die netzwerkeinstellungen löschen „nur“ die bisherigen wlan-netzwerke, der standort nur die berechtigung für die apps, denen man bisher die erlaubnis erteilt hat und beide wiederum setzen die erlaubnis an itunes zurück.
diverse eingaben des wlan-passwortes, hard resets sowie der pin nach der vertrauensfrage später, aber dem gleichen verhalten seitens itunes: wechsel auf den mac mini, mit dem gleichen resultat. iphone erschien, ipad nicht. damit war schon mal sicher, dass es nicht am ipad liegen konnte.

ein blick in die konsole. es fällt diese fehlermeldung auf: itunes[x]: tid:(y) – unable to query device capabilities (wobei x eine vierstellige zahl ist und y eine weitere). die suchresultate brachten im vergleich zu vorher auch nur den vorschlag, mal im sicheren modus zu starten. gemacht – gleiches ergebnis. sicherheitssoftware von drittanbietern kann ich ausschließen, nicht mal filevault ist aktiviert.
vorletzter test: iphone vom wlan getrennt und per usb angeschlossen bzw. es versucht. auch hier festgestellt: das klappt nicht (mehr), was nur noch das synchronisieren über wlan ermöglicht hätte. damit war klar, dass mich die exklusive wlan-verbindung auf die falsche fährte gelockt hatte und es evtl. mit den kumulierenden software-updates der letzten monate zu tun hatte.

damit genug spannung aufgebaut, die lösung:
ladet itunes erneut herunter und installiert es drüber. natürlich der sicherheitshinweis: bringt vorher alle playlisten und eure mediathek ins trockene (habe ich schon erwähnt, dass eine der ersten amtshandlungen bei der inbetriebnahme von itunes darin bestehen sollte, den haken bei „itunes-medienordner automatisch verwalten“ zu deaktivieren, wenn man eine bereits schön gepflegte und getaggte sammlung hat?). war meine größte sorge, ob alle einstellungen, dateien und playlisten endgültig verschwunden sind, aber nichts dergleichen ist passiert. unter mac os x schien das also wie unter windows zu laufen, dass eine defekte installation repariert wird.
damit schon mal die erste erleichterung. die zweite: ipad angeschlossen, vertrauensfrage, itunes reagierte, aber dieses mal anders. es musste zusätzliche software heruntergeladen werden, damit die verbindung zum gerät hergestellt werden konnte. das habe ich akzeptiert und anschließend ungeduldig beim ungefähr nach zwei dritteln festgefahrenen ladebalken gewartet. der macht nach gefühlt fünf, aber wahrscheinlich tatsächlich ein bis zwei minuten weiter. danach braucht es nicht mal einen neustart von os x oder itunes und sowohl ipad als auch iphone erscheinen in der liste.

Nov 042018
 

nachtrag, 14. november 2018, 22:30 uhr: link zum crack-magazine hinzugefügt, da das interview wenigstens gleich gut ist.

das wird mein einziger beitrag zur euphorie / aufregung rund um sein gastspiel vergangene woche hier. um der frage vorzubeugen: ja, ich war einmal konsequent und habe den weg richtung funkhaus nicht angetreten. nach dem, was man im blau-weißen vermeintlichen meinungsmonopol so liest, war das wohl auch ok so – nicht wegen der schlechten musikalischen darbietungen (da konnte nur wenig schiefgehen), wohl aber wegen der organisation.

der musikexpress hat den auftritt jedenfalls zum anlass für ein interview genommen. das verdeutlicht erstens, dass mr james trotz seines status ganz schön bodenständig ist und zweitens eine gesunde auffassung zu perfektion hat, die jede*n kunstschaffende*n gerne mal in den wahnsinn treibt oder zumindest dinge gerne bis zur letzten minute aufschieben lässt.

hier geht’s lang zum musikexpress.
hier geht’s lang zum crack magazine.

Aug 162018
 

ich glaube, egal wo man in westeuropa musikalisch sozialisiert worden ist: „respect“ hat man bestimmt gehört, bevor man nominell zum teenager wurde. und ganz sicher trifft das attribut der wegbereiterin auch auf sie zu.

unter bauchspeicheldrüsenkrebs litt sie bereits länger, den kampf dagegen hat sie mit 76 leider nun verloren. das riesen-vermächtnis und eine unsterblichkeit im kollektivgedächtnis bleibt aber.

r.i.p.

 Posted by on 16.08.2018 at 21:35
Mrz 192018
 

klar, ein weiterer puzzlestein in der promo zu seinem unlängst erschienenen berghain-mix. aber interviews können neben der konzeptidee hinter dem mix auch noch in die tiefe gehen. wenn dabei aspekte aus dem privaten und der (musik)sozialisation beleuchtet sowie aktuelle entwicklungen rund um die szene kommentiert werden, die ich allesamt so unterschreiben würde, packe ich mir das als lesezeichen gerne hierher.

„das bin ich, das mache ich nachts.“

Jan 072018
 

erste begegnung in den 1980ern im radio: „ella, elle l’a“. ihre hits aus den 1960ern lernte ich danach kennen. ehrlicherweise aber auch nicht mehr als dies.

sie ist leider nun mit nur 70 jahren an krebs verstorben.

r.i.p.

 Posted by on 07.01.2018 at 14:59
Dez 072017
 

es sollte sich herumgesprochen haben, dass ich mittlerweile erklärter fan bin. zwei beachtliche whitelabels auf ilian tape, dann mal eben mit „shred“ eines der alben 2016 veröffentlicht und nun mit quasi eigenem sublabel bei den zenkers. noch dazu diese „alles geht, was mir gefällt“-attitüde in seinen sets.

jedenfalls hat sich residentadvisor seiner angenommen und mit ihm geplaudert. die info, dass er an einem neuen album arbeitet, sieht (wie seine sets auch) fast schon nach planübererfüllung aus. ich fände es erstaunlich, wenn er die qualität beibehält.

herbal jams

Okt 262017
 

den einen kennt man weitläufig, den anderen aus dem spiral-tribe-kontext als „expressilon“ und den dritten mit seiner band „the heartbreakers“ oder den travelling wilburys.

mr domino wäre nächstes jahr 90 geworden, hat also eine ähnliche strecke absolviert wie der dieses jahr ebenfalls verstorbene chuck berry.

bei reno gay bin ich mir recht sicher, dass er die 80 noch nicht mal ansatzweise in sichtweite hatte, auch wenn ich mit seinen veröffentlichungen wie mit denen von spiral tribe im allgemeinen in den letzten jahren nicht mehr viel zu tun hatte.

mir ist bewusst, dass tom petty bereits vor gut drei wochen viel zu früh mit 66 jahren verstorben ist und es ist eher meiner bequemlichkeit sowie anderen organisatorischen dingen geschuldet, dass er noch nicht erwähnt worden ist. das soll hiermit nachgeholt werden, wenn bereits die beiden erstgenannten kurz hintereinander von uns gehen.

r.i.p.

 Posted by on 26.10.2017 at 04:43
Okt 232017
 

„superlative fatigue“ ist seit kurzem veröffentlicht, was nicht nur sein erstes album seit 13 jahren, sondern darüber hinaus auch noch im vergleich zum früheren material ziemlich leichtfüßig, ja: geradezu beschwingt ist. das bedeutet auch, dass die promo-maschine läuft, daher sind die üblichen verdächtigen mit interviews dabei – einmal fact, einmal (wie immer) residentadvisor. beide mit der gleichen stoßrichtung: eklektischer ansatz, produktionsmittel, hintergrund für’s programmieren von synthesizern für native instruments.