Sep 272013
 

ein besuch im hardwax, um eine arbeitswoche aus- und das wochenende einzuläuten.

mix mup
after the job
[hinge finger hinf8675]
der titel passend zu den umständen des besuchs…
davon abgesehen hat hinge finger es mit zwei katalognummern geschafft, dass ich die neuveröffentlichungen stärker beachte. die joy orbison hat schon akzente gesetzt (spätestens mit dem shed-remix) und blawan mit seinen fugees-reminiszenzen ohnehin eines der bretter 2012 durch die pas der republik gejagt.
nun also mix mup, sonst im umkreis von kassem mosse zu finden. zwei funktionale tracks, die zwischen techno und house platz nehmen, dabei schön rauh und nicht zu kalkuliert wirken. und dreckige basslines nimmt man ja immer gerne mit.
die anderen beiden sind mehr oder minder ambient, wobei „bungalow“ für mich eher heraussticht. mir kamen assoziationen zur „selected ambient works 2“ von afx in den sinn, was per se nichts schlechtes heißt.
ergo: zum dritten mal überzeugt. mal sehen, was joy orbison und will bankhead sich als nächstes haben einfallen lassen. anhören werde ich’s mir sicher.
(hardwax-soundbeispiele)

//no
hhd sub 004
[sub hhd sub 004]
sublabel von hidden hawaii, das sonst drum&bass mit starkem ambient/drone-einschlag von felix k und co. veröffentlicht. limitiert auf 199.
felix k ist hier zur hälfte beteiligt. ambient dient hier lediglich als intro für zwei weitere tracks, die sich in dem bereich zwischen techno und dubstep ansiedeln, der erst von scuba (nun leider nicht mehr) und peverelist erarbeitet worden ist und nun stetig verfeinert wird. keine aufdringlichen oder gar zwingenden tracks (letzteres rein auf die funktionalität im set bezogen), aber dafür schon ausgefüllte soundscapes, die den tracks die tiefe verleihen, für die das label auch sonst ein garant ist.
der bassbereich klingt daheim außerdem vielversprechend, aber ich werde das gefühl nicht los, dass ich die tracks im club nicht wiedererkenne, da sie so massiv wirken. bis dahin auch in den eigenen vier wänden hervorragend.
(hardwax-soundbeispiele)

ricardo villalobos & max loderbauer
turbo semantic ep
[perlon perl 97]
ja, ich gebe es zu: ich habe alle vier teile der „dependent and happy“-reihe letztes / dieses jahr gekauft. das hat nichts damit zu tun, dass ich perlon lückenlos haben möchte – von dem vorhaben bin ich in den 30er-katalognummern abgekommen, zumal ich „thé au harem d’archimède“ beispielsweise immer noch unspannend finde. die alben-tetralogie (bzw. eher zwei alben und zwei eps) hat hingegen etwas.
nun also zusammen mit max loderbauer, mit dem er schon den ecm-katalog geremixt hat. auch etwas, das ich mir noch mit etwas mehr zeit zu gemüte führen muss. noch dazu mit sprechgesang – auf der a-seite von tea-time (spanisch), die b-seite mit aseez (englisch). vordergründig natürlich unspektakulär und nicht wenige werden sich fragen, wozu man das nach minimal überhaupt noch braucht. aber trotz der immer noch perfektionierten reduktion und der abwesenheit einer richtig dicken kickdrum haben beide tracks (die vocal-spur außen vor gelassen) etwas organisches an sich, das die tracks jeweils über 10 minuten trägt und mir das urteil abringt, dass auch das genre durchaus noch seine reize haben kann. wird aber – wie so vieles von ricardo – polarisieren, was ja auch nicht verkehrt ist.
netter tippfehler auf dem cover übrigens.
(hardwax-soundbeispiele)

 Posted by on 27.09.2013 at 23:57
Apr 232013
 

ich war wieder mal bei bleep. grund? „exai“ gibt es nur dort als 24-bit-version und das koze-album zum vernünftigsten straßenpreis, da boomkat pampa (noch?) nicht im digitalen repertoire hat und djshop.de mich von der nutzbarkeit her immer noch so abschreckt, dass ich mir da kein konto einrichte. andere (whatpeopleplay / juno) rufen für die verlustfreie version preise auf, dass die ersparnis gegenüber der cd oder dem vinyl (auch wenn digital ein bonus-track fehlt) gegen null tendiert.

autechre
exai
[warp warpcdd234]
mir kam es fast wie gestern vor, dass „oversteps“ und „move of ten“ veröffentlicht worden sind, dabei ist das auch schon fast drei jahre her. dann noch gleich mit einem doppelalbum mit gut zwei stunden spieldauer – das weckt schon befürchtungen von einer menge füllmaterial, wie es meinem eindruck nach bei „move of ten“ versammelt war.
ich hab mir bei ihnen angewöhnt, den bauch entscheiden zu lassen. technisch spielen die beiden sowieso in ihrer eigenen liga, so dass ich am liebsten danach entscheide, ob bei allen technischen raffinessen auch noch etwas dabei ist, um sich nachhaltig im gehirn einzunisten. „confield“ und „amber“ als klassiker sind da sehr gute beispiele, „exai“ hat bei mir mit seinem starken beginn gepunktet. frei von längen ist das album zwar nicht, aber dafür wiegen die starken momente (vekos, deco loc, cloudline und überhaupt die ersten drei tracks) umso mehr. die genannten tracks kann man auch unter funktionalen aspekten, ergo in dj-sets, sehen. wie immer ist bei autechre jedoch konzentriertes hören gefragt, somit wird es noch einiger ruhiger momente bedürfen, dieses erste bauchgefühl zu manifestieren.
bleep-link

autechre
tri repetae
[warp warpcdd38]
fehlte mir einfach noch, musste alleine wegen „clipper“ nachgeholt werden. zeigt die beiden von ihrer melodischen, zugänglicheren seite, was in direkter nachfolge zu „amber“ allerdings auch nicht verwundert. eher erstaunt mich die tatsache, dass die tracks auch 18 jahre nach veröffentlichung so beneidenswert futuristisch-zeitlos sind – trotz der mittlerweile weiterentwickelten technischen mittel. aber wie schon erwähnt: handwerklich suchen die beiden ihresgleichen.
ist in jeder warp-sammlung gut aufgehoben, für einsteiger ist „amber“ zwar geeigneter, aber wer dies mochte, wird mit „tri repetae“ keine schwierigkeiten haben.
bleep-link

dj koze
amygdala
[pampa pampa cd007]
um zunächst mal dem bildungsauftrag nachzukommen: mit der amygdala wird ein paarweise auftretendes kerngebiet im gehirn bezeichnet, das wesentlich an der entstehung von angstgefühlen und der emotionalen bewertung von situationen beteiligt ist. da dies jedoch nur abgeschriebenes wikipedia-wissen ist, sei der entsprechende artikel hiermit verlinkt.
stefan kozalla sitzt der schalk schon seit jahren im nacken. unumstritten ist er nicht, dazu tragen seine sets und vor allem die interviews bei. kann aber auch an teilweise gründlichen missverständnissen des hanseatischen humors liegen, weswegen ich fischmob ihrerzeit schon geschätzt habe. deren eigenschaft, sich und stilschubladen (sowie sich selbst) nicht allzu ernst zu nehmen, hat bei ihm scheinbar nachhaltige spuren hinterlassen. als grenzgänger zwischen den einzelnen genres mischt er seit jahren mal hier und mal dort mit – und das stellenweise mit einer ironie, die auch noch mit gutem timing daherkommt, man siehe „monaco schranze“.
so ist auch „amygdala“ genrespezifisch nicht zu fassen, aber warum sollte es auch? stilistische flexibilität sollte zumindest bei den hörern anno 2013 selbstverständlich sein. und auch wenn herr kozalla immer den anschein erweckt, dass ihn gewisse über jahre hinweg entwickelte formeln nicht interessieren, weiß er sowohl beim downbeat- wie dem house-track ganz genau, diese zum wecken von emotionen einzusetzen, womit sich der kreis zum titel wieder schließt. auch wenn er es nicht zugeben wird: das album ist harte, aber dabei so richtig gute arbeit, bei der die anstrengung hörbar ist – dies allerdings im sinne von leidenschaft, die einem in der regel etwas herzblut kostet. und das ist von anfang bis ende des albums spürbar. kitsch hin oder her: wer bei der knef-reminiszenz „ich schreib dir ein buch“ kurz vor schluss kein zufriedenes lächeln oder ein kleines tränchen im gesicht trägt, kann sich schon fragen, ob das eine oder andere dogma nicht doch über bord geworfen werden sollte.
heißer kandidat für den sommer-soundtrack 2013 und darüber hinaus.
bleep-link

 Posted by on 23.04.2013 at 18:59
Feb 272013
 

ich fange zwar jeden artikel in dieser kategorie mit der gleichen floskel an, aber auch hier: lange vernachlässigt, daher ein kurzes update, da die menge an neuerwerbungen sich an dem tag in so überschaubaren grenzen hielt, dass dies auch für den aufwand zum verfassen des postings gilt.
zur vorgeschichte sei gesagt, dass ich beiden platten ziemlich entgegengefiebert habe, sie nur nicht bei den gängigen größen (hardwax, space hall, rotation) in den neuheitenlisten auftauchten. im zuge der recherchen wurde ich wieder einmal mit den tatsachen konfrontiert, die der physische tonträgerkauf so mit sich bringen kann: kaum werfen große veröffentlichungen ihre schatten voraus, geht das rennen um die limitierten exemplare los. ja, ich gebe es zu: dank der digitalen vielfalt hat die bequemlichkeit bei mir einzug gehalten, so dass ich nicht mehr wie früher durch drei plattenläden pro tag eile, um dort nachzufragen, ob das objekt der begierde noch vorrätig ist. das vorfühlen geschah diesmal im virtuellen rraum, dem ich den tipp mit oye records in der oderberger straße in p-berg verdanke. dort wurde ich tatsächlich fündig.

levon vincent
rainstorm 2
[novel sound ns-08]
anfang februar gab es einen kurzen artikel auf residentadvisor, dass der herr vincent in wenigen tagen gedenkt, eine neue platte zu veröffentlichen. er hat sich mit den vorläufer-vinyls den beneidenswerten status erarbeitet, dass die gemeinde bei solchen ankündigungen von spontanen kaufimpulsen getrieben wird, ohne die tracks vorher überhaupt gehört zu haben. als die vorhörbeispiele online waren, ging es mir jedoch auf einmal ähnlich. ich nahm jedoch an, dass die festen berliner größen sich mit genügend beständen ausstatten, so dass ich nicht mit anderen um die verbliebenen exemplare buhlen muss. dem war leider nicht so, weshalb ich mich gedanklich fast darauf eingestellt hatte, +15 euro via discogs ausgeben zu dürfen. umso erleichterter war ich, im oye mitgeteilt zu bekommen, dass sie noch zwei exemplare hätten, insofern hatte sich der weg gelohnt.
musikalischer höhepunkt für mich das titelstück mit seiner tollen synth-hookline, das sich in der kommenden open-air-saison bestimmt toll macht. „double jointed sex freak 2“ wurde dankenswerterweise hier nochmal neu aufgelegt, und da ich die erste pressung nicht besitze, freut es mich sehr, den angedubbten house-track ebenfalls in der sammlung zu haben, der sich neben den guten alten main-street-sachen schön einfügt.
(zum vorhören einfach dem discogs-link oben folgen, da sind die youtube-clips verlinkt.)

trade
sheworks005
[works the long nights sheworks005]
blawan und surgeon machen gemeinsame sache auf pariahs und blawans label. die ankündigung alleine verleitete mich schon mal zu einer menge vorfreude, da beide für sich genommen meistens produktionen abliefern, die beinahe blind gekauft werden können (ausnahmen bestätigen allerdings die regel).
mit den vorhörbeispielen kam die ernüchterung, die – muss ich zugeben – auch nach dem kauf und somit dem gesamteindruck der tracks nicht gewichen ist. es klingt auf der a-seite wie blawan, dessen rohe, analoge soundästhetik zugunsten von surgeons sauberem design abgeschliffen worden ist. „touch this skin“ auf der rückseite ist zu gewollt brachial, gab es auf neue heimat vor einem jahrzehnt schon ähnlich. eventuell tue ich den tracks auch nur unrecht und sie hauen mich im club um.
allerdings gibt es auch einen gewaltigen lichtblick: „i notice you all“ liefert das, was ich mir von einer zusammenarbeit zwischen den beiden erhofft hatte. da wird man als hörer (und dj) auf falsche fährten bezüglich der kickdrum geführt und es klingt einfach zügellos, ungeschliffen, roh, so dass ich jetzt schon weiß, dass ich vor und hinter dem pult gewaltigen spaß damit haben werde.
(vorhören bei bleep)

 Posted by on 27.02.2013 at 23:46
Jun 032012
 

am besten in listenform mit kleinem kommentar. erspart mir, nach synonymen für die gleichen trackbeschreibungen zu suchen und euch damit redundanzen. fand bei juno statt.

perc
wicker & steel: you saw me (sigha & truss remix)
[perc trax tptdigi 056promo]

war der anreiz, noch etwas mehr mitzunehmen. den remix gibt es in allen erdenklichen formaten kostenlos, dabei handelt es sich um die für meine begriffe am besten gelungene nachbearbeitung. metallische breaks, ideal für’s warm-up, um ein paar kohlen mehr draufzulegen.
juno

the mole people
break night / ocean
[strictly rhtyhm sr12357d]

befand sich lange auf meiner wunschliste, als platte nur gegen entsprechenden aufpreis zu bekommen, hat aber auch seinen grund: mit die besten tracks, die mr van helden unter die leute gebracht hat. einmal sommerlich, einmal für verschwitzte tanzflächen. zeitlos gut.
juno

go hiyama
geometrical

ein sehr gelungener hybrid aus industrial-infizierten beats und electronica-elementen, die man spätestens seit autechres „amber“ liebgewinnen konnte. letztere rückt surgeon in seinem tadellosen remix noch etwas mehr nach vorne.
juno

 Posted by on 03.06.2012 at 14:38
Jul 062011
 

dank des zeitgewinns komme ich endlich wieder dazu, lange vernachlässigte kategorien zu reanimieren. bleep und boomkat waren die anlaufstellen (trennung durch bindestrich).

pinch
swish
[deep medi musik medi-43]

der titeltrack geisterte (wie üblich) schon länger als dubplate durch mala-sets, entsprechend herbeigesehnt wurde dessen veröffentlichung. typisch düstere pinch-tonart nach klassischer dubstep-rezeptur für die subtile abfahrt. „tunnel“ fällt mit seinem stakkato-beat bei 155 bpm etwas aus dem gewohnten rahmen, könnte sich aber für den übergang zwischen dubstep / schnellerem techno und drum & bass als hilfreich erweisen.
insgesamt gewohnt hohes pinch-niveau.
bleep-link

morphosis
what have we learned remixes part 1
[delsin mmd-r1]

einmal newworldaquarium, der dem düsteren original eine wohltuende schwerelosigkeit hinzufügt und sich damit für den einsatz am sonntag mittag in der panorama bar (bei geöffneten jalousien) empfiehlt. zum anderen just for one day (das ist niemand anderes als t++), der aus der reichlich trippigen vorlage eines seiner breakbeat-monstren mit gänzlich eigener note zimmert.
hervorragende arbeit, von beiden.
bleep-link

surgeon
breaking the frame
[dynamic tension records dtrcd2]

das erste album seit „body request“ aus dem jahr 2000. verwebt verschiedene einflüsse auf virtuose art und weise miteinander: so klingt „transparent radiation“ bspw. wie ein hybrid aus techno und dubstep mit abstrakter instrumentalmusik (frei entnommen seiner eigenen beschreibung des albums), drones gibt es ebenfalls („we are all already here“), natürlich auch seine industrial-beeinflussten techno-stücke.
natürlich keine kost, die sich so nebenbei konsumieren ließe, aber genau darin liegt die stärke des albums. gehört definitiv zum besten, was im techno-bereich in den letzten jahren passiert ist, so dass zu hoffen ist, dass bis zum nächsten album hoffentlich nicht nochmal 11 jahre vergehen. besser als cd oder download kaufen, die tracks sind auf dem vinyl verkürzt (mit bestem dank an marcel für den tipp).
boomkat-link

sleeparchive
ronan point
[tresor 243]

er hat nun auch (abgesehen von ein paar remixen) schon längere zeit nichts mehr von sich hören lassen und eine veröffentlichung auf tresor hätte ich auch nicht erwartet. aber umso erfreulicher, dass er seiner rezeptur treu bleibt, einzig der distortion-anteil bei der 808 ist deutlich erhöht.
solide arbeit, die das rad keineswegs neu erfindet, aber tresor in jedem fall sehr gut zu gesicht steht.
boomkat-link

 Posted by on 06.07.2011 at 14:57
Dez 162010
 

mir ist einfach gerade wieder danach, die neuerwerbungen wenigstens kurz vorzustellen. allerdings auch nur, damit sich die charts bei der noch nachzuliefernden november-bilanz quasi selbst erklären.

17. november bei dense, 1. dezember hardwax, 8. dezember bleep. getrennt durch waagerechte striche, und da sich so einiges an einkäufen in den letzten (man kann schon sagen) jahren angesammelt hat, werden die restlichen art-kill-art-, dmz-, equalized-, perlon- und klockworks-eps einfach mit abgehandelt. sieht dann auch gleich nach mehr aus.

pantytec
into the duster
[perlon perl 07]

kaum zu glauben, aber von 1998. wäre sie dieser tage erschienen, hätte sie es nach dem minimal-overkill schwer gehabt. so nahm sie ihrerzeit die verschrobenheit vorweg, die einige ruhig hätten kopieren können, um das genre in den letzten jahren ansatzweise interessant machen zu können. alleine vor der idee, bei „muffler“ geräusche aus formel-1-rennen zu verhackstücken, muss ich den hut ziehen.
war toll, bleibt toll.
clips: nuloop.

shackleton
three eps
[perlon perl 76cd]

nach dem einvernehmlichen ende von skull disco konnte man sich schon fragen, wo es denn für den exil-berliner weitergehen könnte, und umso erstaunter war ich, als mir perlon als neues label genannt wurde. skepsis, ob er bei deren form, nach der ich bei weitem nicht mehr alle eps blind kaufte, überhaupt zum label passen würde, noch dazu mit einem dreierpack, womit ich als debüt nicht gerechnet hätte.
betrat mit den tracks im vergleich zu den düster-meditativen veröffentlichungen auf skull disco definitiv neues terrain, woran ich mich ehrlich gesagt erst einmal gewöhnen musste. stilistisch ist und bleibt es schwer zu klassifizieren, das ist sicher. allerdings auch, dass beiden parteien nichts besseres hätte passieren können. ein album, was einem im jahresrhythmus wohl immer wieder neue facetten präsentieren wird.
clips: decks.
(bereits im herbst letzten jahres im hardwax gekauft.)

radio free robots
silicon carne
[art kill art aka 01]

französisch-deutsches label, widmet sich konzeptionellen arbeiten, und das so überzeugend, dass die geschichte um eine platte genauso interessant ist wie sie selbst. überzeugungstäter sagt man wohl weitläufig dazu.
hier mit einer fiktiven radioshow, moderiert von robotern, ergo synthetischen stimmen, jingles, aber keinen musikalischen beiträgen. als sammlerobjekt wegen des mitgelieferten büropapiers alter schule (dieses noch durch einen nadeldrucker veredelt) interessant. dj-futter ist das nur bedingt – lässt sich, wenn überhaupt, nur zu beginn eines abends oder ganz zum schluss spielen, wenn das publikum partout nicht gehen möchte. oder eben bei webstreams zur verwirrung der leute.
clips: bei den robotern selber.
(bereits vor zwei jahren im damals noch in der mainzer straße ansässigen praxis-laden gekauft.)

michael sellam
scratch
[art kill art aka 06]

der name ist programm. man nehme einen hochleistungs-industrieroboter, lässt ihn eine schallplatte zerkratzen, nimmt die dabei entstehenden geräusche auf, spielt anschließend die zerkratzte platte auf einem plattenspieler ab und fügt beides zusammen. heraus kommt dabei eine beinahe schon rhythmische noise-collage, nach der man sich fragt, ob die resultate bei anderen platten nicht ähnliches zutage fördern. bis dahin bleibt sellam mit dieser idee alleine.
tolles intro, wenn man mich fragt.
in voller länge bei monsieur sellam direkt anzuhören: click.

v/a
superlongevity 5
[perlon perl 84]

ja, bzgl. der anschaffung kann man lange überlegen. sieben platten auf einmal ist natürlich nicht ohne, zumal man die erwartungen, einen neuaufguss des immer noch unangefochtenen zweiten teils zu bekommen, eh reduzieren sollte.
was bleibt also? 28 tracks, mehr als drei stunden spielzeit. endlich was neues von daniel bell in solider, aber nicht unbedingt überragender form. sonst eine fülle an minimalen tools, die zu schnellem mixing verleiten (sammy dee, tobias., fumiya tanaka, jabberjaw, margaret dygas), leerlauf (pantytec – leider, stefan goldmann, sonja moonear).
um die zweifel aus dem weg zu räumen, ich hätte sie nur als kapitalanlage gekauft: shackleton ist in – zu erwartender – bestform, ricardo villalobos trifft die lücke zwischen minimal und techno ohne gerade bassdrum so dermaßen perfekt, dass es für mich sein bester track 2010 ist, mara trax und portable liefern einfach nur dicke house-tracks ab und wer es etwas verschrobener mag, hat bei morane oder kalabrese seine freude.
somit gibt perlon eigentlich jeder fraktion in der anhängerschaft etwas zum abgewinnen mit auf den weg. die (nummerierte) box erledigt als verpackung ihr übriges, das versprochene gimmick wurde jedoch nicht rechtzeitig fertig, so dass man „nur“ mit den platten auskommen muss.
clips: wordandsound.

loefah
root / the goat stare
[dmz dmz:006]

der minimalist unter den dubstep-produzenten einmal mehr (root), einmal weniger perkussiv (the goat stare), aber beide male schön düster und vor allem mit einer bassline, die nur wenig wünsche nach noch tieferen hertz-frequenzen offen lässt.
clips: boomkat.
(bereits anfang 2009 im hardwax gekauft.)

mala
bury da bwoy / hunter
[dmz dmz:011]

die a-seite ist ja schon fast wie eine hymne. melodisch, gerader beat, somit auch für techno-djs interessant, auch wenn die nach aktuellem tempostand wohl eher zum herunterpitchen neigen würden. „hunter“ widmet sich dann wieder dem halfstep plus ein paar melodischen dub-elementen. „bury da bwoy“ gewinnt dagegen haushoch.
clips: boomkat.
(bereits im mai 2009 im hardwax gekauft.)

digital mystikz
return 2 space
[dmz dmzlp001]

es ist schon beinahe ein naturgesetz, wenn die user auf dubstepforum.com sich auf jede neue dubplate von mala stürzen und die postings, den track möglichst bald veröffentlicht sehen zu wollen, kein ende mehr nehmen.
sechs dieser lang erprobten stücke haben es auf dieses dreier-paket geschafft, verpackt in einem gatefold-cover, dickes mastering obendrauf, und alleine die aussicht darauf ließ die netzgemeinde drei monate vor veröffentlichung wild spekulieren. was da nicht alles zu lesen war: von einer locke von malas haaren als limitierte zugabe oder einer weiteren dmz-lp von loefah, die es nur als kassette geben sollte, nicht zu vergessen die fragen, welche tracks denn drauf sein sollen, auch wenn es schon lange feststand.
half alles nichts: am ende war sie dann endlich da und die gemeinde konnte sich an den lang ersehnten tracks erfreuen. im übrigen: für mich die dubstep-veröffentlichung des jahres, ohne wenn und aber.
clips: chemical.
(bereits anfang juli 2010 im hardwax gekauft.)

digital mystikz
education / horrid henry
[dmz dmz:021]

a-seite von mala, b-seite von coki, und wie so häufig das altbekannte dubplate-spiel. „horrid henry“ hat – ohne dass ich damals wusste, dass der track so heißt, nur war ich mir sicher, dass er von coki stammen musste – auf der fusion drei rewinds bekommen. am wobble-exzess mögen sich auch die geister scheiden, bei mir ist da auch echt schnell die schmerzgrenze erreicht, aber wenn die nötige portion wahnsinn hinzukommt, wird’s schon wieder sympathisch. auf entsprechenden anlagen mörderisch.
„education“ ist für diejenigen, die von malas melodisch-meditativer seite nicht genug bekommen können, ein gefundenes fressen. wie „bury da bwoy“ ein track mit gerader bassdrum, prägnanter synthline und mit subtilem schub produziert.
clips: chemical.

eqd
equalized #002
[equalized eqd 002]

eqd ist shed, das weiß inzwischen auch ich.
ein track ohne gerade linie eröffnet die zweite ep, und wenn man’s unbedingt kategorisieren wollte, könnte die schublade „dubstep trifft detroit“ ansatzweise passen. schwierig, den irgendwo unfallfrei unterzubringen, gerade im set.
die b-seite ist eine klare verbeugung in richtung basic channel, genauer: phylyps trak, zweite ausgabe. funktioniert im techno- und house-kontext gleichermaßen gut.
clips: hardwax.
(bereits anfang 2009 im hardwax gekauft.)

eqd
equalized #003
[equalized eqd 003]

die a-seite beginnt trocken, und traut sich erst nach fast zweieinhalb minuten, die melodie zum zuge kommen zu lassen. anschließend ausblenden der oder hall auf die einzelnen elemente – simpel und effektiv.
die b-seite mit ähnlichem rezept, nur mit rauherer ästhetik, daher für mich gewinner.
clips: hardwax.
(bereits im juli 2010 im hardwax gekauft.)

eqd
equalized #004
[equalized eqd 004]

die a-seite ist ein düsteres tool, wie für dettmann-sets geschaffen. mir alleinstehend irgendwie zu wenig, aber vielleicht ist das einer der tracks, deren faszination erst gegen sonntag mittag im berghain zum zuge kommt.
die b-seite mit zwei-ton-sequenz, hintergrundfläche und einer sehr satten bassdrum. neuneinhalbminütige massage mit genügend abwechslungsreichtum, so dass man als dj nicht genötigt wird, etwaig aufkommende monotonie übertünchen zu müssen.
clips: hardwax.

klockworks
kw 04
[klockworks kw 04]

heimlich hat ben klock sein eigenes label in stellung gebracht, was das understatement bzgl. promo pflegt und stattdessen lieber die tracks sprechen lässt. „pulse“ und „grobe“ auf der a-seite sind dj-tools, wie sie im buche stehen. gerade „pulse“ passt in eigentlich jedes techno-set, hat auch das zeug, alleine bestehen zu können. bewundernswert auch, wie solch vordergründig trockene tracks mit so einer wucht daherkommen können.
auf der b-seite blitzen auf einmal melodien hervor. bei „grab me“ eher hintergründig, bei „grasp“ sind sie tragendes element der tracks.
vier tracks für viele gelegenheiten, kein lückenbüßer.
clips: decks.
(bereits anfang 2009 im hardwax gekauft.)

dvs1
kw 05
[klockworks kw 05]

die legende, wie es zur veröffentlichung kam, kann man bei ra nachlesen. im gegensatz zum labelinhaber verlässt dvs1 sich voll und ganz auf die sequenzen und basslines, anstatt den beat so in den vordergrund zu rücken, dass der rest nur dahinter zurückbleiben kann. da kann man sich schon an robert hood erinnert fühlen, was ja nicht der schlechteste vergleich ist.
nimmt den erfolg der ep hoffentlich zum anlass, öfters an den maschinen zu schrauben. auch wenn herr hood dieses jahr wieder zu guter form aufgelaufen ist, wäre es doch schön, ein wenig konkurrenz im rennen zu haben.
clips: decks.
(bereits im september 2009 in der space hall gekauft.)

klockworks
kw 06
[klockworks kw 06]

ben klock nimmt chicago zum vorbild, bei „under pressure“ mit tiefgepitchten stimmen. die kommen eh nicht so schnell aus der mode, noch eine kleine zweiton-melodie dazu, und fertig ist der schnörkellose eisbrecher, wenn die tanzfläche gefüllt werden will.
„voyage one“ ist schon schriller, aber ich kann’s nur begrüßen, wenn die zeit wieder für sowas reif ist. „you“ ist für die ep dann auch der perfekte ausklang.
clips: decks.

romanthony
the wanderer
[decks classix dclx004]

die stand schon seit jahren auf meiner liste, und manche mögen lizensierten nachpressungen ja skeptisch gegenüberstehen. dabei darf nur nicht vergessen werden, dass auch prescription das seinerzeit so gehandhabt hat. da decks den tracks ein neues, sauberes, dickes mastering bei schnittstelle verpasst hat, war es auch keine frage, gegenüber der hoch gehandelten us-pressung einiges an geld zu sparen.
ach so, die musik: immer noch über jeden zweifel erhaben, auch wenn sich bei mir alles zwischen den beiden polen „fusion dubb“ und „temple vox mix“ abspielt.
clips: decks.

autechre
amber
[warp warpcd25]

veritabler klassiker, der in der sammlung einfach noch fehlte. eines der zugänglichsten ae-werke und dabei dennoch so futuristisch, dass sich wahrscheinlich noch weitere generationen an nachwuchs-produzenten das album als messlatte nehmen werden.
clips: bleep.

shackleton
man on a string part 1 and 2
[woe to the septic heart! septic1]

mit eigenem label, fährt weiter auf der schiene, die er mit dem letztjährigen perlon-album eingeschlagen hat. da er quasi sein eigenes genre bedient, wird es auf dem feld so schnell sicher nicht langweilig.
clips: bleep.

raime
if anywhere was here he would know where we are
[blackest ever black blackest002]

neues label, neuer act, richtung ambient mit gewaltigem industrial-einschlag und techno-erziehung. der titeltrack hat auch etwas sakrales, wohingegen regis mit seinem remix von der ersten ep angenehm zurückhaltend in sandwell-manier agiert.
sollte man als newcomer definitiv im auge behalten.
clips: bleep.

 Posted by on 16.12.2010 at 02:46
Feb 042010
 

auch wenn es sich wie ein weiteres zusammenschrumpfen des im oktober 2008 formulierten ziels liest, sich in den kritiken nur noch auf wesentliche dinge zu beschränken, so ist das angesichts der menge an aufgelaufenem material eine schiere notwendigkeit. die tatsache ist (und das können sich die damen und herren bei den major-labels bitte hinter die ohren schreiben, obwohl mir klar ist, dass es hier eine andere baustelle ist): durch den umstieg auf digitale hilfsmittel bei der musikalischen darbietung („dj-set“ kann man dazu nicht mehr wirklich sagen) sind die einkäufe nicht weniger geworden – eher ist das gegenteil der fall.
schön, nun ist der prozess des einkaufens das eine, und da hat sich in den letzten 12 jahren eine gewisse routine entwickelt, dank der entscheidungen über kauf oder nichtkauf innerhalb von sekunden getroffen werden können. aufwändig wird’s danach: zunächst müssen die dateien (bzw. deren tags) sich meiner anpassungs-prozedur unterziehen, damit sie sich im rest der sammlung heimisch fühlen (oder damit ich den überblick behalte). läuft dankenswerterweise mittlerweile auch halbautomatisiert ab.
anschließend die auslese: was lässt sich denn im hinblick auf die stilistischen vorlieben so verwenden? sicher ist der track im gesamtbild nach wie vor entscheidend für den kauf, aber es gibt auch in vermeintlich uninteressanten stücken manche elemente, die für sich allein genommen wiederum andere schön ergänzen können. dank der loop-funktion in ableton sind einzelne takte oder sogar nur bassdrums in wenigen augenblicken isoliert. daher lohnt es sich schon, oberflächlich mittelprächtig erscheinende tracks nicht gleich unter den tisch fallen zu lassen.
nun bin ich mir also darüber im klaren, was potentiell als kandidat für künftige sets gedacht ist, das muss nur noch ableton mittels warpen und das setzen von markern an loopbaren stellen beigebracht werden. der so gut wie immer auftretende idealfall eines ohne takt- und tempowechsel durchmarschierenden tracks kommt da mindestens genauso gelegen wie das digitale ausgangsmaterial, weil das im gegensatz zum vinyl-rip keine gleichlaufschwankungen kennt.
das also aus dem nähkästchen, was so passiert, nachdem die leitung zum server geglüht hat. für die retrodigitalisierung der platten gilt weitestgehend das gleiche, nur dass die (ja, auch beim technics 1210er auftretenden) gleichlaufschwankungen beim warpen alle 32 takte ausgeglichen werden müssen. ach ja, backups gibt es auch noch.

um es endlich mal auf den punkt zu bringen: nachdem schon ein guter teil des tages so ein verwaltungsaufwand betrieben wird, parallel noch sets vorbereitet werden wollen (es ist immer noch so, dass ich die auswahl am rahmenprogramm ausrichte, anstatt immer und überall aus einer standard-vorlage zu schöpfen), und das privatleben auch andere aktivitäten zu bieten hat, kommt dem bloggen über neuerwerbungen eine ganz schön geringe priorität zu. gleichzeitig soll die leserschaft aber nicht im dunkeln tappen, was mich musikalisch überzeugt hat.

wie also damit umgehen? nun, der wegfall der monatlichen suchbegriff-charts und deren ersetzung durch dj-charts ist der erste (kleinere) schritt. der zweite, und damit bin ich bei der oben angedrohten schrumpfkur, ist die reduzierung der kritiken auf einkaufslisten mit einzeilern, natürlich mit links zu den veröffentlichungen auf jeweiligen portalen, wie bei den letzten besprechungen auch.
als ausgleich (und da kommt wieder mal die digitalisierung, bzw. die ableton-interne aufnahmefunktion entgegen) bemühe ich mich um regelmäßige mitschnitte der club-auftritte. sicher, das ist abhängig von meiner tagesform, weshalb die sets im anschluss nochmal kurz durch die qualitätskontrolle müssen, aber für manche sicher interessant, da man für die killekill-parties in der berghain-kantine unter der woche nicht immer die zeit findet. einen audio-player für wordpress habe ich gestern installiert, und der wird demnächst in der praxis erprobt. er bringt sogar von haus aus die funktion mit, rss-feeds mit links zur audio-datei auszustatten – damit kann man schon fast von „podcast“ reden. so haben die anhänger was zum sammeln, wenn dadurch mehr leute auf den geschmack kommen, ist mir das auch sehr recht.

so, nun zum wesentlichen. am 12. januar 2010 via boomkat eingekauft:

martyn
great lengths
[3024 3024-005cd]

2009 richtig durchgestartet, album mit maßgeblichem anteil daran, bedient eine weite palette von interessen, so dass sowohl house- als auch garage- oder dubstep-freunde auf ihre kosten kommen. schön melodisch gerade ist „elden st.“, „vancouver“ in einer hervorragenden version ohne die vocal-loops.
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f
epilogue
[7even recordings 7even09]

das original ist eigentlich lupenreiner dubtechno und mit das beste, was mir in dem genre in den letzten jahren begegnet ist – traumhafter track. ramadanman nutzt die mittlerweile bekannten zutaten, setzt die beats aber so sparsam ein, dass die stimmung des originals nicht zerstört wird.
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f
the untitled dub / phantom
[7even recordings 7even06]

die a-seite treibt mehr als gründlich, während die rückseite sich dem hall widmet.
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planetary assault systems
temporary suspension
[ostgut ton ostgutcd09]

herr slater kann, wenn er nur will. techno, der einsatz und schweiß fordert. klingt manchmal wie die tool-schule anfang des jahrtausends, tracks wie „sticker men“ oder „hold it“ wiederum taufrisch.
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planetary assault systems
remixes
[ostgut ton o-ton31]

al tourettes und appleblim als klare gewinner, hätte genauso gut von surgeon stammen können. deuce sind mir als als alleinstehender track betrachtet zu statisch.
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wax
dub shed sessions 1
[subsolo records sub005]

shed remixt sich selber, auf der a-seite mit großzügigen chords und massivem schub, die rückseite ist das pure gegenteil davon, ist in ihrer reduktion fast schon meditativ. gewohnte klasse.
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monolake
silence
[monolake / imbalance computer music ml 025]

davon ist „avalanche“ am ehesten im set-kontext denkbar. aus der perspektive des hörers handwerklich natürlich wieder perfekt produzierte electronica für daheim, auch wenn manchen tracks der zündende funke fehlt. dafür bieten die wiederum material zum jonglieren mit rhythmen.
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gez varley
shon
[keys of life life12in-15]

„purge“ hätte genauso gut auf sähkö mitte der 1990er platz gefunden, alleine die dreckige kickdrum flößt ehrfurcht ein. auch mit dem rest macht der g-man vor, wie das mit minimal eigentlich geht.
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james ruskin
the outsider
[blueprint bp027]

mr ruskin hält sich mit percussion mittlerweile zurück und empfiehlt sich mit den ravesignalen des originals für len-faki-sets. luke slater betont in seinem remix die düstere note, während ruskin selbst mit „solution“ und seinem auf der vier stolpernden beat alles klarmacht.
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 Posted by on 04.02.2010 at 23:18
Sep 172009
 

wenn ich schon unentwegt von seinen live-auftritten schwärme, sollte das auch endlich akustisch-visuell untermauert werden. hintergrund ist eine von ihm mitgestaltete software für native instruments (eben „the finger„), welche die grundlage für die vier live arrangierten tracks lieferte. das alles noch mit videos garniert, so dass der laptop-nachwuchs sich schon mal anschauen kann, dass man seinen gesamten körper benutzen kann, um gute musik zu machen, nicht nur die maus zum klicken (schreibt jemand, der selber gerade die segnungen eines midi-controllers genießt und somit auch nicht wesentlich mehr show bietet).

Tim Exile – The Finger EP by The Now Wave

 Posted by on 17.09.2009 at 13:33
Aug 262009
 

damit man einen eindruck davon hat, was morgen im breipott zum einsatz kommt. rein digital via boomkat.

scuba
klinik / hundreds and thousands
[hotflush recordings hf022]

klare aufgabenverteilung für jeden track: „klinik“ offenbart seine garage-wurzeln, wenn man den beat isoliert betrachtet, die melodie und die restlichen herumschwirrenden sounds geben ihm eine wendung richtung electronica. einordnen kann man das nicht, sondern vielmehr zur kenntnis nehmen, dass scuba damit seine eigene nische bedient. unverwechselbar ist das ganze obendrein auch noch.
bei „hundreds and thousands“ ist die sachlage klarer: dominanter 4/4-takt, angerauhte klangästhetik. da vergleiche zwar immer hinken, aber dennoch gute anhaltspunkte liefern: als ob marcel dettmann sich gegenüber melodien und hihats etwas mehr geöffnet hätte. damit hat scuba den unzähligen minimal-klonen im vorbeigehen gezeigt, wie man’s besser macht.
hut ab, das gilt für beide tracks.
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rsd
over it / forward youth
[tectonic tec023]

rob smith (ja, genau der von smith & mighty) auf dubstep-pfaden, und dabei mit äußerst guter figur.
„over it“ ist für den stil typisch, überschaubar, aber effektiv arrangiert, damit dürften auch die triphop-anhänger keine schwierigkeiten haben. „forward youth“ betont die dubbige seite mit einem beat, der an die sehr perkussiven tracks von 2562 erinnert, nur wesentlich entspannter.
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rustie / joker
play doe / tempered
[kapsize kap002]

„play doe“ bestreiten beide gemeinsam, p-funk anno 2009. wenn schon snoop dogg seine rhymes mit dubstep-beats unterlegt, wird’s nur noch eine frage der zeit sein, bis joker zum großverdiener aufsteigt, wenn sich die großen um ihn reißen.
bei „tempered“ gibt’s rustie alleine, und er trägt nicht ganz so dick auf. stattdessen eine geschmeidige melodie zum gemütlichen kopfnicken oder für die ruhe vor dem sturm im set.
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zomby
the lie
[ramp recordings ramp015]

der titelgebende track ist zugleich das herzstück, um nicht zu sagen: der hit. toll eingewobener reggae-gesang, der erfreulicherweise nicht mit einer wobble-attacke erdrückt wird. dafür ist der beat mit einer dezenten dicken bassline unterlegt und die angelegenheit somit ordentlich treibend. der remix von lv fügt etwas mehr schnörkel hinzu, was auch nicht zu verachten ist. dennoch: an der a-seite kommt nichts vorbei.
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zomby
mu5h / spliff dub (rustie remix)
[hyperdub hdb009]

8-bit- gepaart mit normaler melodie. im set könnte man mir zwischendrin gerne mit so etwas kommen, auf dauer wäre mir das ehrlich gesagt zuviel des guten.
rustie hingegen wieder mit dem stoff, der sportwagenkarosserien in vibrationen versetzen könnte. die sega-sounds tun dabei ihr übriges. war für mich in erster linie wegen des vocals interessant, was sich hervorragend als loop gebrauchen lässt.
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peverelist
erstwhile rhythm / the grind
[punch drunk drunk2]

jemand, der das kunststück fertig kriegt, einen sechsminütigen track um eine geloopte klaviermelodie zu bauen, ohne das ganze langweilig klingen zu lassen, verdient einfach den kauf und eine menge lob. wobei dies bislang für jede peverelist-ep gilt. ein jammer, dass er sonst recht selten von sich hören lässt.
„the grind“ ist mit seiner achtel-melodie und dem alle vier takte auftauchenden hall eine würdige, geradlinige b-seite.
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ramadanman
revenue
[2nd drop records 2ndrp12007]

gerade kickdrum, snare wechselt zwischen der zwei und drei munter hin und her, dazu eine oszillierende achtel-synthesizer-melodie – fertig ist die (irgendwie funkige) vorlage.
auch wenn das die qualitäten von herrn kennedy nicht schmälern soll, so lässt der untold-remix das original hinter sich. die synthline kommt da lediglich zwischendrin zur geltung, an deren stelle treten quirlige sounds, die auch einem techno-set sehr gut zu gesicht stehen.
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pearson sound
plsn / wad
[hessle audio hes009]

„plsn“ geisterte bereits durch diverse scuba-sets, ist wegen der melodien, dem sechzehntel-klopfen, und dem sonst angenehm zurückhaltenden arrangement allerdings auch prädestiniert dafür. „wad“ klingt wie eine aktuelle variante zwischen 2step und garage, inklusive vocal-sample, was hier in keinster weise überstrapaziert wird.
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skream
loefah remixes
[tempa tempa 017]

loefah muss man einfach dafür mögen, vordergründig unspektakulär erscheinende tracks so dick zu produzieren, dass einem bei entsprechender pa die spucke wegbleibt. sein remix für „i“ ist hierfür wieder ein paradebeispiel, jedoch hat es mir „monsoon“ noch mehr angetan. von den über sechs minuten überlässt er dem ersten drittel mit der markanten indischen melodie das intro, der im anschluss zwischen kick, snare und (gewohnt opulentem) subbass immer noch genügend raum bleibt. eine klasse für sich.
boomkat-link

 Posted by on 26.08.2009 at 17:04
Jul 212009
 

im hardwax, das – wie so vieles in diesem jahr – 20. jubiläum feiert. dazu gibt’s einen schön geschriebenen bericht im tagesspiegel, dessen inhalt den stammkunden schon im voraus bekannt sein müsste, aber den außenstehenden die ideologie des ladens gut näherbringt.

v/a
soundboy punishments
[skull disco skull cd 1]

das waren mehrere faktoren, die mich zum kauf der cd bewegt haben. zum einen gibt es den download in den von mir bevorzugten portalen nur als mp3 (auch wenn es hin und wieder etwas bringt, den support anzuschreiben, ob man das nicht auch unkomprimiert haben könnte). außerdem hat der – tatsächlich echt gute – „blood on my hands“-remix von ricardo villalobos überlänge, so dass er auf zwei seiten einer 12″ aufgeteilt wurde – hier gibt es ihn am stück. um dem ganzen noch die krone aufzusetzen, hat man noch veritable shackleton-kracher à la „massacre“, seinerzeit auf scubas hotflush-label erschienen („stalker“ gab’s vorab nur als 7″ auf mordant music – was das für’s mastering bedeutet, brauche ich sicher niemandem zu erklären), ins paket aufgenommen – das alles für einen preis von 15 euro für eine doppel-cd. im regelfall bezahlt man die gleiche summe für eine einfache.
lange überlegen musste ich da nicht: hätte ich nur „blood on my hands“ und die hotflush-maxi gekauft, wären das mindestens zwei mal 8 euro gewesen. jetzt, nach meinem aufbruch in das digitale zeitalter, und aufgrund der weit verbreiteten cdj-1000-player in den clubs, ist für die ausgegebene summe einfach wesentlich mehr drin. nicht nur quantitativ, auch die musikalische qualität ist über jeden zweifel erhaben. ein jammer, dass das label nicht weitergeführt wird.
clips / kaufen: boomkat.

afrika bambaataa & the soulsonic force
planet rock
[tommy boy tb 823]

eine der nummern, die man nicht mehr vorstellen muss. stand im second-hand-fach für 5 euro herum, und da wäre es töricht gewesen, sie nicht endlich mitzunehmen.
nachhilfe: youtube.

moderat
the unofficial mixes of moderat pt #1
[fifty weapons unofficialmoderatrmxpt#1]

kann mir nicht vorstellen, dass die tatsächlich so „unoffiziell“ sind. wahrscheinlich die furcht vor den konsequenzen, weil sie nicht unter ellens obhut veröffentlicht werden. auch wenn das moderat-album wesentlich ernstere töne anschlägt als man es von den herren bronsert und szary kennt – spaßvögel bleiben sie immer noch.
drei kandidaten, drei volltreffer. headhunter lässt das motiv von „a new error“ nur kurz aufblitzen, sonst lediglich fragmente davon über einem dubstep-skelett, die angenehmerweise nicht von einer subbass-wand niedergewalzt werden. t++ macht einfach das, was er bei den letzten maxis praktiziert hat: der beat dominiert, die veränderungen vollziehen sich subtil im hintergrund – fällt beim oberflächlichen hinhören absolut nicht auf.
shackleton kriegt die gesamte a-seite, die er über fast zehn minuten ausnutzt. „episch“ ist das adjektiv, was in den beschreibungen der gängigen läden dazu zu finden ist – das kann man bedenkenlos so übernehmen. ideal, wenn man ein set zur peaktime einläuten möchte, wenn der live-act vor einem gerade fertig geworden ist.
clips: boomkat.

marcel dettmann
mdr 02
[marcel dettmann records mdr 02]

t++, der bislang unveröffentlichte tracks von herrn dettmann remixt. beide male mit geradem 4/4-takt und nach allen regeln der kunst des dubtechnos. war die einzige, die mir in der mdr-sammlung noch fehlte, nun dankenswerterweise nachgepresst.
clips: hardwax.

 Posted by on 21.07.2009 at 13:52