einkäufe vom 3. juli 2020

und ein weiterer platzhalter, da bandcamp heute erneut auf seinen anteil verzichtet und diesen erneut an künstler*innen bzw. labels weitergibt. eine auswahl an specials gibt es hier. sonst aus dem feed an nachrichten:

  • deadbeat bietet nachlass auf titel aus seinem gesamten katalog. 25%, wenn ihr „happyfridayjuly“ eingebt.
  • brokntoys machen das gleiche. 30% für „summer20“.
  • die veröffentlichungen von sam kdc sind (bis auf das neueste album) für einen preis eurer wahl zu haben.
  • 30% für die veröffentlichungen auf 6dimensions (dem label von steve bicknell). code: „july30“.
  • wer noch bei deep medi musik etwas aufzuholen hat: 15% nachlass für „thanksforsupporting“.
  • 50% bei freund der familie für „alwaysthereforyou“ (gültig bis 5. juli).
  • hush / mistress: „july_25off“ spart 25%.
  • bei metalheadz gibt es 20% für „julyheadz“.

einkäufe vom 5. juni 2020

das wird ein teurer monat. bandcamp gibt seinen anteil am freitag wieder einmal 1:1 an künstler*innen und labels weiter. das ganze wird aus leider tagesaktuellen gründen am 19. juni wiederholt – dann wird dieser dem naacp legal defense fund zugute kommen. die liste mit den geplanten aktionen lässt sich hier nachlesen. ich lege noch die diskographie von lower parts ans herz, die bis ende der woche für weniger als 11 euro zu haben ist.

p.s.: mir ist sehr bewusst, dass ich die einkäufe vom mai noch abarbeiten muss. es sind aktuell nur einige baustellen offen, bei denen sich die motivation zum schreiben hinten anstellt. und ehe ich etwas halbgares abliefere, bleibe ich lieber still.

einkauf vom 23. märz 2020

leafar legov
mirror
[giegling lp 09]

ist nur ein kauf und selbiger schon eine weile her, aber aus zweierlei gründen erwähnenswert:
erstens gibt’s das album aufgrund der aktuellen situation nicht physisch. der versand startet erst am 27. april, damit die versanddienstleister nicht auch noch mit der sammelleidenschaft von vinylabhängigen zu tun haben. bis dahin kann mensch sich es aber über deren website digital sichern – auf spendenbasis, als mp3 oder gleich als wav. sobald die mail mit dem link da ist, sollte mensch sich beeilen, da der nur drei stunden gilt.
zweitens ist das nicht nur musikalisch so ausgereift wie seine vorherigen veröffentlichungen – nein, sogar eine deutliche weiterentwicklung. in den discogs-kommentaren ist ein vergleich zu boards of canada zu lesen, die auch ich beim hören im sinn hatte. burial ist die andere referenz. für meine ohren die perfekte untermalung für die aufkommenden wärmeren tage, die aller voraussicht nach noch auf balkonen oder terrassen verbracht werden müssen und tatsächlich einer meiner kandidaten für die alben des jahres.

einkäufe vom 20. märz 2020

update, 23.03.2020, 19:43 uhr
residentadvisor hat zahlen (und bei bandcamp abgeschrieben). es wurden 800.000 artikel verkauft, damit 15 mal so viel wie an einem normalen freitag. insgesamt haben käufer*innen 4,3 mio. us-dollar ausgegeben. und natürlich macht mich das stolz.


bandcamp verzichtet heute auf den eigenanteil und gibt damit alles an produzenten bzw. labels weiter, die von der aktuellen situation ohne gigs in variierendem ausmaß betroffen sind. war für mich anlass genug, die wunschliste abzuarbeiten, die ohnehin täglich wächst.
wer noch seinen teil beitragen möchte: das ganze geht bis mitternacht pazifischer standardzeit. bitte geduld mitbringen, die seite ist zuweilen überlastet (was nun wiederum ein positives zeichen ist).

container
scramblers
[alter alt 52]

nach informationen von residentadvisor hat er das album an einem tag aufgenommen / produziert. an der rezeptur, die mensch von morphine oder den vorherigen lps auf spectrum spools kennt, hat er nichts verändert. immer noch viel distortion auf den kickdrums, hier auch gerne mal ins kindliche gehende experimente („queaser“). aber selten war er so anschlussfähig an electro, wie er gerne mal aus den haager bunkern an die oberfläche kommt („ventilator“, „duster“, „nozzle“).

galcher lustwerk
information
[ghostly international gi-351]

auf ghostly habe ich ewig nichts mehr gekauft, aber die haben sehr gut daran getan, diesem talent aus nyc eine plattform zu geben. nutzt das albumformat, um bei den tempi in die breite zu gehen, bleibt dabei aber selbst bei den downtempo-tracks stilistisch astreiner house. seine stimme ist dabei in so gut wie allen fällen zu hören (ausnahme ist der wunderbare ambient-opener „left in the dark“).
empfiehlt sich damit anhänger*innen von moodymann, actress, sogar dem frühen flying lotus.

galcher lustwerk
tape 22
[white material wm003]

seine erste ep, von welcher der titeltrack sehr gut zwischen techno und house vermittelt und damit ein für mich glasklarer kandidat für marcel-dettmann-sets ist. „leisure“ sowie „soul control“ sind dann wiederum für die house-puristen, den breakbeat von „capabilities survey“ würde ich wiederum als ausgangspunkt zu allem, was im uk-bass-fahrwasser schwimmt oder eben zur auflockerung nehmen. stark sind für mich alle vier tracks.

sleeparchive
one track and four loops
[sleeparchive.bandcamp.com]

name ist programm und der einfluss von jeff mills überdeutlich. die loops sind allesamt ordentlich perkussiv und damit ideal für diejenigen, die trockenere tracks im set gerne mal hier und mal da anreichern wollen.

dbridge
ember
[dbridge.bandcamp.com]

der track ist schon ca. zwei jahre alt und laut seiner aussage im fahrwasser des hervorragenden „fashion dread“ auf sentry entstanden. auch hier schon reduziertes arrangement, aber die schön düstere bassline lässt er sich nicht nehmen. wie so vieles von ihm oder auf autonomic sehr gut geeignet, wenn mensch von halftime zu richtigem drum&bass oder in die andere richtung möchte.

the advent
kombination research arch 002
[theadvent.bandcamp.com]

cisco ferreira hat bereits vor gut drei jahren im archiv gewühlt und dabei unveröffentlichte oder nicht mehr erhältliche tracks zugänglich gemacht. kaufgrund war hier für mich „stronghold“, das er damals mit robert leiner produzierte und auf der x-mix von dave angel zu ehren gekommen ist. der stand sehr lange auf meiner discogs-wunschliste, kam nun nochmal auf midnight drive mit einem unveröffentlichten mix heraus. das original bleibt aber einfach eine perle, die dub-chords, electro sowie techno vereint.
„c on“ sowie „tip off“ sind noch empfehlenswerte techno-tracks mit der advent-typischen handschrift (soll heißen: hihats, davon viele).

k-lone
in the dust ep
[soundman chronicles smnchr008]

hier muss mensch sich etwas beeilen, da es die bislang vinyl-exklusiven sachen von soundman chronicles nur bis zum 1. april geben soll.
auch wenn sich etch im katalog befindet: mir gefiel tatsächlich nur diese hier. davon so richtig „old fashioned“ gleich als erster track, der sich mit seinem gemächlichen tempo und den dub-räumen zwar sehr für die ersten stunden im club empfiehlt, aber eigentlich viel zu schade dafür ist, weil ziemlich viele diese perle damit verpassen.

v/a
the acid years (1994-1996)
[reference analogue audio hm-12115]

wo ich oben schon den haag erwähnt habe: „dealer“ von beverly hills 808303 stand ebenfalls ewigkeiten auf meiner liste. das bekommt man bei diesem rundumschlag-paket (bis auf „hot rod“ und „big wheel keep on turning“, aber damit kann ich leben) neben weiten teilen des restlichen label-katalogs, den es stellenweise auch im „golden mountains vip“-abo gibt. lücken gibt es hier und da, was den sammlern etwas aufstoßen könnte, die gerne die kompletten veröffentlichungen gehabt hätten. allerdings: es gibt eine ganze menge für’s geld. die einzelveröffentlichungen schlagen bei discogs um einiges mehr zu buche.
musikalisch gibt’s keine gefangenen, sondern im großen und ganzen schön erbarmungslose acid-tracks, die auch aktuell wieder gut in die zeit passen.

tricky
20, 20
[false idols]

mit ihm ist’s bei mir einfach: entweder finde ich’s richtig toll oder richtig schwach. das intro ist für meine begriffe vernachlässigbar, aber seine zusammenarbeit mit anika mitnichten. sie fiel mir wegen shackleton auf, mit dem sie vor drei jahren ein album herausbrachte. deren zerbrechlichkeit wird hier von einem klaren, reduzierten arrangement sehr gut flankiert bzw. inszeniert. „m“ setzt dann noch einen schönen melodischen schlusspunkt. vielleicht etwas skizzenhaft, aber das lässt sich dank technischer mittel ja ggf. verlängern.

v/a
external affairs
[777 recordings 777_20]

vor wochen bei den hardwax-neuigkeiten angehört, musste ich wegen des xdb-remix von orson welles haben. schön fordernder house mit einem melodisch-hintergründigem teppich, der sich ab der zweiten hälfte noch entwickelt. christopher rau zieht bei seiner arbeit für roger 23 das tempo an, was ihm aber auch nicht schlecht steht. so sehr ich für drum&bass, jungle und dergleichen zu haben bin: mir ist das bei luz1e für xan zum schluss zuviel des guten.

juic-e
second era ep
[sub code records scr 008]

apropos jungle: da kam in den vergangenen monaten so einiges, was dem stil mit heutigen produktionsstandards gehuldigt hat – in diesem fall richtig gut. des amen-breaks sollte mensch zwar noch nicht müde sein (insbesondere bei „golly gosh“), aber wenn das kein problem ist, wird man neben den genretypischen zutaten wie verträumten melodien beim intro auch mit schön rauhen subbässen verwöhnt. da ist es alleine toll anzuhören, wie „all massive“ in den letzten zwei minuten nochmal aufdreht.

gamba
hessian
[ana ana002]

das label fiel mir auch vor wochen mit der „diktat“-compilation in den hardwax-neuigkeiten auf, so dass ich mir den gesamten labelkatalog zu gemüte geführt habe. die compilation ist jedoch immer noch in der wunschliste, weil ich der ep hier den vorzug geben wollte.
erneut das uk-bass-fahrwasser, bleibt stets an techno anschlussfähig, dabei trotz spärlich gesetzten melodieakzenten wegen augenmerk auf dem subbass-bereich schön warm.
definitiv was für stammkäufer von livity sound, version, ilian tape.

sp:mc
vintage / slugfest
[sentry records sen011]

sp:mc ist mir als erstes auf tempa mit sehr reduziertem, klarem dubstep begegnet. hier bei „vintage“ eher 2-steppig und mit „slugfest“ deutlich in richtung grime schielend. und bei beidem ganz schön gut.

mary yalex
river ep
[kann records kann 34]

auch so ein label, das in meiner sammlung bislang einfach nicht stattfand, was bei eps wie dieser schon ziemlicher frevel ist. klar gibt es hier auch melodischen techhouse, wie er bei kompakt oder innervisions seit mehreren jahren bekannt ist. aber das ist auch die absolute minderheit. es überwiegt electronica, so dass auch gestandene warp-fans mit affinität zu mira calix hinhören sollten. „metallic elements“ ist dabei mein absoluter liebling: da ist nur das rhythmusfundament metallisch, aber der melodische überbau sorgt frei von allem kitsch für sehr menschliche augenblicke, wenn mensch seine sets bis dahin anders aufgebaut hat.

don williams
detroit black ep
[a.r.t.less a.r.t.less 2201]

dons hommage an „domina“, auch luke slaters remix von kenny larkins „loop 2“ klingt durch. sind aber auch beides tracks, die er in seine dna überführt haben dürfte. flankiert von einem loop und „3821“, das mit viel detroit-melodien und ohne kickdrum daherkommt. da gibt’s absolut nichts zu meckern, alle drei einsetzbar.

nkc
posh buzz
[even the strong ets005]

er kam mir in letzter zeit in club-sets unter. hier mit perkussiven tools, die entweder zwischen techno und uk-bass vermitteln, monoton stampfende techno-tracks ergänzen oder einfach auch nur ein set auflockern.
gefundenes fressen für käufer*innen von night slugs.

loefah
ruffage

twisup vip
[loefahproductions.bandcamp.com]

(achtung: es sind zwei links, weil zwei veröffentlichungen.)
loefah bringt gerade seine alten dmz-sachen wieder unter die leute. wer sie damals verpasst hat und keine unsummen für die platten ausgeben möchte bzw. eh digital spielt, hat jetzt die gelegenheit, das nachzuholen. es gibt auch ein paar exklusiv-tracks.
„ruffage“ ist typischer blaupausen-dubstep mit seinem markenzeichen: rauhe sounds treffen auf ein aufgeräumtes arrangement bei gleichzeitiger forderung der subwoofer.
„twisup vip“ ebenfalls rauh, aber rhythmisch betonter, perkussiver, synkopiert, sich damit schon an den eher geradlinigeren tracks von mala orientierend.

music for sleep
infinite tape loops: tampura and organ meditations
[rohs! records]

kategorie „drone für schlaflose nächte oder zum entschleunigen auf arbeit oder wenn der kopf irgendwie anderweitig zentriert werden soll“.

j:kenzo
taygeta code
[artikal music uk artklp003]

tatsächlich die erste veröffentlichung, die ich mir von ihm kaufe. bis dato liefen seine produktionen für mich stets unter solide produziertem dubstep, dessen ideen aber nicht ausgereicht haben, als dass ich mir das in den warenkorb hätte legen wollen. entsprechend skeptisch war ich, als das album auf dem markt war. entsprechend eines besseren belehrt war ich nach dem durchskippen.
scheint tatsächlich sein format zu sein. sicher gibt es hier auch längen („broken dreams“, „deadbull“), aber dafür auch einen der ersten acid-dubstep-tracks, die mir untergekommen sind („hoodwinked“), einen flowdan in wie immer guter form („like a hawk“) und zum schluss mit „starseed 47“ einen unerwarteten halftime-abschluss.

einkäufe vom 11. februar 2020

reanimation einer kategorie, die seit sechseinhalb jahren brach liegt. wird längst nicht so ausführlich wie seinerzeit, mir ist aber irgendwie danach. beide aus dem hardwax, wo ich mittlerweile eher bei ausschließlich auf vinyl erhältlichen oder bei limitierten auflagen (so wie bei den beiden) vorbeischaue.

di’jital
efx creed ep
[tro tro-2]

so ganz weg war er seit direct beat / aux 88 zwar nicht, aber wie es bei mir nun mal gerne so ist, verlagert sich die aufmerksamkeit. electro ist mir als genre auch dann am liebsten, wenn es weniger die science-fiction-visionen bedienen möchte (da ist convextion / e.r.p. für mich jemand unter wenigen, der die unendlichen weiten zuverlässig greifbar erscheinen lässt. bei anderen driftet es gerne mal ins beliebige.). stattdessen lieber schnörkellos, gerne auch mit distortion.
diese ep fällt in die erste kategorie. variationen des gleichen themas in den ersten drei tracks, wobei die a1 gleich das beste tool abgibt und die b2 ihr dicht folgt. wer seine alten sachen kennt oder die weniger düsteren, eher funkigen ectomorph-sachen zu schätzen weiß, sollte hiermit glücklich werden.
(hardwax-soundbeispiele)

515 connection
call & response
[tdsr 515-001]

schippert im fahrwasser von grime, post-dubstep, uk-bass oder wie auch immer das gerade genannt wird.
die a-seite mit dem titeltrack trocken, passt in über den tellerrand hinausschauenden techno-sets wunderbar als lockerungsübung zwischen zwei geradlinige tracks und in dubstep-sets mit gleichem ansatz sowieso.
auf der b-seite sind so ein paar rave-signale versammelt, ohne dass der track komplett abhebt. muss aber auch nicht sein – ist eine schöne brücke in richtung abfahrt oder von ihr zurück.
(hardwax-soundbeispiele)

einkäufe vom 27. september 2013

ein besuch im hardwax, um eine arbeitswoche aus- und das wochenende einzuläuten.

mix mup
after the job
[hinge finger hinf8675]
der titel passend zu den umständen des besuchs…
davon abgesehen hat hinge finger es mit zwei katalognummern geschafft, dass ich die neuveröffentlichungen stärker beachte. die joy orbison hat schon akzente gesetzt (spätestens mit dem shed-remix) und blawan mit seinen fugees-reminiszenzen ohnehin eines der bretter 2012 durch die pas der republik gejagt.
nun also mix mup, sonst im umkreis von kassem mosse zu finden. zwei funktionale tracks, die zwischen techno und house platz nehmen, dabei schön rauh und nicht zu kalkuliert wirken. und dreckige basslines nimmt man ja immer gerne mit.
die anderen beiden sind mehr oder minder ambient, wobei „bungalow“ für mich eher heraussticht. mir kamen assoziationen zur „selected ambient works 2“ von afx in den sinn, was per se nichts schlechtes heißt.
ergo: zum dritten mal überzeugt. mal sehen, was joy orbison und will bankhead sich als nächstes haben einfallen lassen. anhören werde ich’s mir sicher.
(hardwax-soundbeispiele)

//no
hhd sub 004
[sub hhd sub 004]
sublabel von hidden hawaii, das sonst drum&bass mit starkem ambient/drone-einschlag von felix k und co. veröffentlicht. limitiert auf 199.
felix k ist hier zur hälfte beteiligt. ambient dient hier lediglich als intro für zwei weitere tracks, die sich in dem bereich zwischen techno und dubstep ansiedeln, der erst von scuba (nun leider nicht mehr) und peverelist erarbeitet worden ist und nun stetig verfeinert wird. keine aufdringlichen oder gar zwingenden tracks (letzteres rein auf die funktionalität im set bezogen), aber dafür schon ausgefüllte soundscapes, die den tracks die tiefe verleihen, für die das label auch sonst ein garant ist.
der bassbereich klingt daheim außerdem vielversprechend, aber ich werde das gefühl nicht los, dass ich die tracks im club nicht wiedererkenne, da sie so massiv wirken. bis dahin auch in den eigenen vier wänden hervorragend.
(hardwax-soundbeispiele)

ricardo villalobos & max loderbauer
turbo semantic ep
[perlon perl 97]
ja, ich gebe es zu: ich habe alle vier teile der „dependent and happy“-reihe letztes / dieses jahr gekauft. das hat nichts damit zu tun, dass ich perlon lückenlos haben möchte – von dem vorhaben bin ich in den 30er-katalognummern abgekommen, zumal ich „thé au harem d’archimède“ beispielsweise immer noch unspannend finde. die alben-tetralogie (bzw. eher zwei alben und zwei eps) hat hingegen etwas.
nun also zusammen mit max loderbauer, mit dem er schon den ecm-katalog geremixt hat. auch etwas, das ich mir noch mit etwas mehr zeit zu gemüte führen muss. noch dazu mit sprechgesang – auf der a-seite von tea-time (spanisch), die b-seite mit aseez (englisch). vordergründig natürlich unspektakulär und nicht wenige werden sich fragen, wozu man das nach minimal überhaupt noch braucht. aber trotz der immer noch perfektionierten reduktion und der abwesenheit einer richtig dicken kickdrum haben beide tracks (die vocal-spur außen vor gelassen) etwas organisches an sich, das die tracks jeweils über 10 minuten trägt und mir das urteil abringt, dass auch das genre durchaus noch seine reize haben kann. wird aber – wie so vieles von ricardo – polarisieren, was ja auch nicht verkehrt ist.
netter tippfehler auf dem cover übrigens.
(hardwax-soundbeispiele)

einkäufe vom 23. april 2013

ich war wieder mal bei bleep. grund? „exai“ gibt es nur dort als 24-bit-version und das koze-album zum vernünftigsten straßenpreis, da boomkat pampa (noch?) nicht im digitalen repertoire hat und djshop.de mich von der nutzbarkeit her immer noch so abschreckt, dass ich mir da kein konto einrichte. andere (whatpeopleplay / juno) rufen für die verlustfreie version preise auf, dass die ersparnis gegenüber der cd oder dem vinyl (auch wenn digital ein bonus-track fehlt) gegen null tendiert.

autechre
exai
[warp warpcdd234]
mir kam es fast wie gestern vor, dass „oversteps“ und „move of ten“ veröffentlicht worden sind, dabei ist das auch schon fast drei jahre her. dann noch gleich mit einem doppelalbum mit gut zwei stunden spieldauer – das weckt schon befürchtungen von einer menge füllmaterial, wie es meinem eindruck nach bei „move of ten“ versammelt war.
ich hab mir bei ihnen angewöhnt, den bauch entscheiden zu lassen. technisch spielen die beiden sowieso in ihrer eigenen liga, so dass ich am liebsten danach entscheide, ob bei allen technischen raffinessen auch noch etwas dabei ist, um sich nachhaltig im gehirn einzunisten. „confield“ und „amber“ als klassiker sind da sehr gute beispiele, „exai“ hat bei mir mit seinem starken beginn gepunktet. frei von längen ist das album zwar nicht, aber dafür wiegen die starken momente (vekos, deco loc, cloudline und überhaupt die ersten drei tracks) umso mehr. die genannten tracks kann man auch unter funktionalen aspekten, ergo in dj-sets, sehen. wie immer ist bei autechre jedoch konzentriertes hören gefragt, somit wird es noch einiger ruhiger momente bedürfen, dieses erste bauchgefühl zu manifestieren.
bleep-link

autechre
tri repetae
[warp warpcdd38]
fehlte mir einfach noch, musste alleine wegen „clipper“ nachgeholt werden. zeigt die beiden von ihrer melodischen, zugänglicheren seite, was in direkter nachfolge zu „amber“ allerdings auch nicht verwundert. eher erstaunt mich die tatsache, dass die tracks auch 18 jahre nach veröffentlichung so beneidenswert futuristisch-zeitlos sind – trotz der mittlerweile weiterentwickelten technischen mittel. aber wie schon erwähnt: handwerklich suchen die beiden ihresgleichen.
ist in jeder warp-sammlung gut aufgehoben, für einsteiger ist „amber“ zwar geeigneter, aber wer dies mochte, wird mit „tri repetae“ keine schwierigkeiten haben.
bleep-link

dj koze
amygdala
[pampa pampa cd007]
um zunächst mal dem bildungsauftrag nachzukommen: mit der amygdala wird ein paarweise auftretendes kerngebiet im gehirn bezeichnet, das wesentlich an der entstehung von angstgefühlen und der emotionalen bewertung von situationen beteiligt ist. da dies jedoch nur abgeschriebenes wikipedia-wissen ist, sei der entsprechende artikel hiermit verlinkt.
stefan kozalla sitzt der schalk schon seit jahren im nacken. unumstritten ist er nicht, dazu tragen seine sets und vor allem die interviews bei. kann aber auch an teilweise gründlichen missverständnissen des hanseatischen humors liegen, weswegen ich fischmob ihrerzeit schon geschätzt habe. deren eigenschaft, sich und stilschubladen (sowie sich selbst) nicht allzu ernst zu nehmen, hat bei ihm scheinbar nachhaltige spuren hinterlassen. als grenzgänger zwischen den einzelnen genres mischt er seit jahren mal hier und mal dort mit – und das stellenweise mit einer ironie, die auch noch mit gutem timing daherkommt, man siehe „monaco schranze“.
so ist auch „amygdala“ genrespezifisch nicht zu fassen, aber warum sollte es auch? stilistische flexibilität sollte zumindest bei den hörern anno 2013 selbstverständlich sein. und auch wenn herr kozalla immer den anschein erweckt, dass ihn gewisse über jahre hinweg entwickelte formeln nicht interessieren, weiß er sowohl beim downbeat- wie dem house-track ganz genau, diese zum wecken von emotionen einzusetzen, womit sich der kreis zum titel wieder schließt. auch wenn er es nicht zugeben wird: das album ist harte, aber dabei so richtig gute arbeit, bei der die anstrengung hörbar ist – dies allerdings im sinne von leidenschaft, die einem in der regel etwas herzblut kostet. und das ist von anfang bis ende des albums spürbar. kitsch hin oder her: wer bei der knef-reminiszenz „ich schreib dir ein buch“ kurz vor schluss kein zufriedenes lächeln oder ein kleines tränchen im gesicht trägt, kann sich schon fragen, ob das eine oder andere dogma nicht doch über bord geworfen werden sollte.
heißer kandidat für den sommer-soundtrack 2013 und darüber hinaus.
bleep-link

einkäufe vom 22. februar 2013

ich fange zwar jeden artikel in dieser kategorie mit der gleichen floskel an, aber auch hier: lange vernachlässigt, daher ein kurzes update, da die menge an neuerwerbungen sich an dem tag in so überschaubaren grenzen hielt, dass dies auch für den aufwand zum verfassen des postings gilt.
zur vorgeschichte sei gesagt, dass ich beiden platten ziemlich entgegengefiebert habe, sie nur nicht bei den gängigen größen (hardwax, space hall, rotation) in den neuheitenlisten auftauchten. im zuge der recherchen wurde ich wieder einmal mit den tatsachen konfrontiert, die der physische tonträgerkauf so mit sich bringen kann: kaum werfen große veröffentlichungen ihre schatten voraus, geht das rennen um die limitierten exemplare los. ja, ich gebe es zu: dank der digitalen vielfalt hat die bequemlichkeit bei mir einzug gehalten, so dass ich nicht mehr wie früher durch drei plattenläden pro tag eile, um dort nachzufragen, ob das objekt der begierde noch vorrätig ist. das vorfühlen geschah diesmal im virtuellen rraum, dem ich den tipp mit oye records in der oderberger straße in p-berg verdanke. dort wurde ich tatsächlich fündig.

levon vincent
rainstorm 2
[novel sound ns-08]
anfang februar gab es einen kurzen artikel auf residentadvisor, dass der herr vincent in wenigen tagen gedenkt, eine neue platte zu veröffentlichen. er hat sich mit den vorläufer-vinyls den beneidenswerten status erarbeitet, dass die gemeinde bei solchen ankündigungen von spontanen kaufimpulsen getrieben wird, ohne die tracks vorher überhaupt gehört zu haben. als die vorhörbeispiele online waren, ging es mir jedoch auf einmal ähnlich. ich nahm jedoch an, dass die festen berliner größen sich mit genügend beständen ausstatten, so dass ich nicht mit anderen um die verbliebenen exemplare buhlen muss. dem war leider nicht so, weshalb ich mich gedanklich fast darauf eingestellt hatte, +15 euro via discogs ausgeben zu dürfen. umso erleichterter war ich, im oye mitgeteilt zu bekommen, dass sie noch zwei exemplare hätten, insofern hatte sich der weg gelohnt.
musikalischer höhepunkt für mich das titelstück mit seiner tollen synth-hookline, das sich in der kommenden open-air-saison bestimmt toll macht. „double jointed sex freak 2“ wurde dankenswerterweise hier nochmal neu aufgelegt, und da ich die erste pressung nicht besitze, freut es mich sehr, den angedubbten house-track ebenfalls in der sammlung zu haben, der sich neben den guten alten main-street-sachen schön einfügt.
(zum vorhören einfach dem discogs-link oben folgen, da sind die youtube-clips verlinkt.)

trade
sheworks005
[works the long nights sheworks005]
blawan und surgeon machen gemeinsame sache auf pariahs und blawans label. die ankündigung alleine verleitete mich schon mal zu einer menge vorfreude, da beide für sich genommen meistens produktionen abliefern, die beinahe blind gekauft werden können (ausnahmen bestätigen allerdings die regel).
mit den vorhörbeispielen kam die ernüchterung, die – muss ich zugeben – auch nach dem kauf und somit dem gesamteindruck der tracks nicht gewichen ist. es klingt auf der a-seite wie blawan, dessen rohe, analoge soundästhetik zugunsten von surgeons sauberem design abgeschliffen worden ist. „touch this skin“ auf der rückseite ist zu gewollt brachial, gab es auf neue heimat vor einem jahrzehnt schon ähnlich. eventuell tue ich den tracks auch nur unrecht und sie hauen mich im club um.
allerdings gibt es auch einen gewaltigen lichtblick: „i notice you all“ liefert das, was ich mir von einer zusammenarbeit zwischen den beiden erhofft hatte. da wird man als hörer (und dj) auf falsche fährten bezüglich der kickdrum geführt und es klingt einfach zügellos, ungeschliffen, roh, so dass ich jetzt schon weiß, dass ich vor und hinter dem pult gewaltigen spaß damit haben werde.
(vorhören bei bleep)