Feb 042010
 

auch wenn es sich wie ein weiteres zusammenschrumpfen des im oktober 2008 formulierten ziels liest, sich in den kritiken nur noch auf wesentliche dinge zu beschränken, so ist das angesichts der menge an aufgelaufenem material eine schiere notwendigkeit. die tatsache ist (und das können sich die damen und herren bei den major-labels bitte hinter die ohren schreiben, obwohl mir klar ist, dass es hier eine andere baustelle ist): durch den umstieg auf digitale hilfsmittel bei der musikalischen darbietung (“dj-set” kann man dazu nicht mehr wirklich sagen) sind die einkäufe nicht weniger geworden – eher ist das gegenteil der fall.
schön, nun ist der prozess des einkaufens das eine, und da hat sich in den letzten 12 jahren eine gewisse routine entwickelt, dank der entscheidungen über kauf oder nichtkauf innerhalb von sekunden getroffen werden können. aufwändig wird’s danach: zunächst müssen die dateien (bzw. deren tags) sich meiner anpassungs-prozedur unterziehen, damit sie sich im rest der sammlung heimisch fühlen (oder damit ich den überblick behalte). läuft dankenswerterweise mittlerweile auch halbautomatisiert ab.
anschließend die auslese: was lässt sich denn im hinblick auf die stilistischen vorlieben so verwenden? sicher ist der track im gesamtbild nach wie vor entscheidend für den kauf, aber es gibt auch in vermeintlich uninteressanten stücken manche elemente, die für sich allein genommen wiederum andere schön ergänzen können. dank der loop-funktion in ableton sind einzelne takte oder sogar nur bassdrums in wenigen augenblicken isoliert. daher lohnt es sich schon, oberflächlich mittelprächtig erscheinende tracks nicht gleich unter den tisch fallen zu lassen.
nun bin ich mir also darüber im klaren, was potentiell als kandidat für künftige sets gedacht ist, das muss nur noch ableton mittels warpen und das setzen von markern an loopbaren stellen beigebracht werden. der so gut wie immer auftretende idealfall eines ohne takt- und tempowechsel durchmarschierenden tracks kommt da mindestens genauso gelegen wie das digitale ausgangsmaterial, weil das im gegensatz zum vinyl-rip keine gleichlaufschwankungen kennt.
das also aus dem nähkästchen, was so passiert, nachdem die leitung zum server geglüht hat. für die retrodigitalisierung der platten gilt weitestgehend das gleiche, nur dass die (ja, auch beim technics 1210er auftretenden) gleichlaufschwankungen beim warpen alle 32 takte ausgeglichen werden müssen. ach ja, backups gibt es auch noch.

um es endlich mal auf den punkt zu bringen: nachdem schon ein guter teil des tages so ein verwaltungsaufwand betrieben wird, parallel noch sets vorbereitet werden wollen (es ist immer noch so, dass ich die auswahl am rahmenprogramm ausrichte, anstatt immer und überall aus einer standard-vorlage zu schöpfen), und das privatleben auch andere aktivitäten zu bieten hat, kommt dem bloggen über neuerwerbungen eine ganz schön geringe priorität zu. gleichzeitig soll die leserschaft aber nicht im dunkeln tappen, was mich musikalisch überzeugt hat.

wie also damit umgehen? nun, der wegfall der monatlichen suchbegriff-charts und deren ersetzung durch dj-charts ist der erste (kleinere) schritt. der zweite, und damit bin ich bei der oben angedrohten schrumpfkur, ist die reduzierung der kritiken auf einkaufslisten mit einzeilern, natürlich mit links zu den veröffentlichungen auf jeweiligen portalen, wie bei den letzten besprechungen auch.
als ausgleich (und da kommt wieder mal die digitalisierung, bzw. die ableton-interne aufnahmefunktion entgegen) bemühe ich mich um regelmäßige mitschnitte der club-auftritte. sicher, das ist abhängig von meiner tagesform, weshalb die sets im anschluss nochmal kurz durch die qualitätskontrolle müssen, aber für manche sicher interessant, da man für die killekill-parties in der berghain-kantine unter der woche nicht immer die zeit findet. einen audio-player für wordpress habe ich gestern installiert, und der wird demnächst in der praxis erprobt. er bringt sogar von haus aus die funktion mit, rss-feeds mit links zur audio-datei auszustatten – damit kann man schon fast von “podcast” reden. so haben die anhänger was zum sammeln, wenn dadurch mehr leute auf den geschmack kommen, ist mir das auch sehr recht.

so, nun zum wesentlichen. am 12. januar 2010 via boomkat eingekauft:

martyn
great lengths
[3024 3024-005cd]

2009 richtig durchgestartet, album mit maßgeblichem anteil daran, bedient eine weite palette von interessen, so dass sowohl house- als auch garage- oder dubstep-freunde auf ihre kosten kommen. schön melodisch gerade ist “elden st.”, “vancouver” in einer hervorragenden version ohne die vocal-loops.
boomkat-link

f
epilogue
[7even recordings 7even09]

das original ist eigentlich lupenreiner dubtechno und mit das beste, was mir in dem genre in den letzten jahren begegnet ist – traumhafter track. ramadanman nutzt die mittlerweile bekannten zutaten, setzt die beats aber so sparsam ein, dass die stimmung des originals nicht zerstört wird.
boomkat-link

f
the untitled dub / phantom
[7even recordings 7even06]

die a-seite treibt mehr als gründlich, während die rückseite sich dem hall widmet.
boomkat-link

planetary assault systems
temporary suspension
[ostgut ton ostgutcd09]

herr slater kann, wenn er nur will. techno, der einsatz und schweiß fordert. klingt manchmal wie die tool-schule anfang des jahrtausends, tracks wie “sticker men” oder “hold it” wiederum taufrisch.
boomkat-link

planetary assault systems
remixes
[ostgut ton o-ton31]

al tourettes und appleblim als klare gewinner, hätte genauso gut von surgeon stammen können. deuce sind mir als als alleinstehender track betrachtet zu statisch.
boomkat-link

wax
dub shed sessions 1
[subsolo records sub005]

shed remixt sich selber, auf der a-seite mit großzügigen chords und massivem schub, die rückseite ist das pure gegenteil davon, ist in ihrer reduktion fast schon meditativ. gewohnte klasse.
boomkat-link

monolake
silence
[monolake / imbalance computer music ml 025]

davon ist “avalanche” am ehesten im set-kontext denkbar. aus der perspektive des hörers handwerklich natürlich wieder perfekt produzierte electronica für daheim, auch wenn manchen tracks der zündende funke fehlt. dafür bieten die wiederum material zum jonglieren mit rhythmen.
boomkat-link

gez varley
shon
[keys of life life12in-15]

“purge” hätte genauso gut auf sähkö mitte der 1990er platz gefunden, alleine die dreckige kickdrum flößt ehrfurcht ein. auch mit dem rest macht der g-man vor, wie das mit minimal eigentlich geht.
boomkat-link

james ruskin
the outsider
[blueprint bp027]

mr ruskin hält sich mit percussion mittlerweile zurück und empfiehlt sich mit den ravesignalen des originals für len-faki-sets. luke slater betont in seinem remix die düstere note, während ruskin selbst mit “solution” und seinem auf der vier stolpernden beat alles klarmacht.
boomkat-link

 Posted by on 04.02.2010 at 23:18

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