[berlin / 12.07.2013] berghain: sub:stance

da ist es, das plakat / line-up zum finale.
wer sich fragt: berghain und panorama bar werden bespielt. vom ablauf weiß ich noch nichts, ist aber auch nicht so wirklich wichtig. wenn dillinja nur halb so gut wird wie vor zwei jahren, lohnt sich der ausflug.

substance20120712

berghain
00:00: paul spymania
01:30: peverelist b2b appleblim
04:00: shackleton
05:00: dillinja b2b marcus intalex
07:00: headhunter b2b scuba

panorama bar
00:00: scuba b2b will saul
03:30: wookie
05:00: george fitzgerald b2b roska
07:00: trevino b2b martyn
10:00: nd_baumecker b2b john osborn

eintritt
14 euro

nachbetrachtung
das fazit zuerst: würdiger abschluss, mit einem paradoxon. aber dazu dann doch später.

einen kleinen wermutstropfen gibt es: paul spymania habe ich verpasst. seine von umfassendem geschmack geprägten sets werden mir schon sehr fehlen, so dass ich nur hoffen kann, dass er in einer der anderen freitagsreihen unterkommt.
nach oben habe ich es übrigens erst zum duo baumecker/osborn geschafft, bis dahin war es unten einfach zu kurzweilig.
appleblim und peverelist spielten stilistisch für mich das, was den flirt zwischen techno und dubstep ausmacht: livity sound, swamp 81 oder diverse hessle-sachen, die breakbeats mit dem besten aus der ästhetik beider stile durchdeklinieren, dass es zumindest mir immer noch nicht langweilig werden will.
shackleton war ein einstündiger trip, bei dem mir leider der moment fehlte, in dem die mörderische bassline die magengrube massiert. war zwar schade, aber dafür kam das kopfkino nicht zu kurz. er spielt in seiner eigenen schublade und steht für meine begriffe durchaus dafür, was am ende der sub:stance-mission stehen könnte, wenn man sie denn so nennen will.
von der kombination dillinja/intalex hatte ich ehrlich gesagt mehr erwartet. richtig back-to-back war das nicht, vielmehr eine aufteilung in halbstündige intervalle für jeden. dillinja klar der brachialere von beiden, aber ehe das so richtig fahrt aufnehmen konnte, war entweder wieder marcus dran oder eben scuba mit headhunter.
die beiden sind übrigens für das paradoxon der party mitverantwortlich. sie spielten strikt dubstep vor 2010, also dmz, deep medi musik, tempa, alte hotflush-sachen, auch distance – kurzum: all das, was man gemeinhin als blaupause versteht. sie schafften es dabei jedoch, so zeitlose tracks auszuwählen, dass das set futuristischer klang als manche gesamte sub:stance-ausgaben zuvor. schade jedoch, dass um 10 uhr so abrupt schluss war. vom füllgrad und gerade der stimmung her wäre da noch einiges mehr gegangen.
also ab nach oben: herr baumecker mit melodien und vocals, herr osborn eher trocken – das war die aufgabenteilung zwischen den beiden, die vier stunden sehr gut harmonierte und funktionierte. nun weiß ich auch endlich, wie die leute samstag mittag auf das ende vorbereitet werden: die jalousien gehen nach oben, das tageslicht erledigt den rest.
kurz vor schluss noch schnell das souvenir gesichert. die wahl bestand aus der sub:stance-vinyl-box inklusive hochglanzdruck von allen flyerentwürfen oder zwei shirt-motiven. shirts bleichen irgendwann mal aus oder riechen komisch, von daher brauchte ich nicht lange zu überlegen. leider steht der sampler musikalisch für die sub:stance-ausgaben, die sehr nah an normalen klubnächten im berghain dran waren (heraus stechen für mich nur die tracks von john osborn und appleblim), aber die aufmachung ist dafür toll. ich hätte mir dennoch mehr mut bei der auswahl an tracks gewünscht. der bereits erwähnte spross aus techno und dubstep, wie er bei appleblim und peverelist zu hören war, wäre repräsentativer für das gewesen, was die sub:stance bewegt hat. aber als konsument argumentiert es sich immer bequem.

die fünf jahre haben meinen musikalischen horizont jedenfalls nicht nur erweitert, sondern auch sehr bereichert. selten habe ich mich ärgern müssen und auch der verlust der sub:stance ist nur ein vermeintlicher. eine woche später fand die „correlation“ unter der ägide von michail stangl (not equal / leisure system / boiler room berlin) und einem couragierten line-up statt. da war ich zwar leider im kater, hätte aber zu gerne einen blick riskiert, ob beispielsweise das set von dj randall ähnlich aufgenommen wird wie die drum&bass-sets zur sub:stance. deren großes verdienst ist es, die tür für musikalisch interessante(re) freitage im berghain weit aufgestoßen und auch mittlerweile beim samstag spuren hinterlassen zu haben. wenn da mittlerweile jemand wie pangaea spielt, zeigt das schon, dass eine gegenseitige beeinflussung stattgefunden hat. insofern: ziel erfüllt. danke für alles!

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