Feb 182015
 

und nun etwas komplett anderes als club-termine mit anschließenden resümées – es wird sogar richtiggehend persönlich.

auch wenn der gemeine berliner als karnevalsmuffel bekannt ist, sind ihm begriffe wie „fastnacht“ doch nicht fremd. für mich hat sich das mit einer zurkenntnisnahme erledigt, auch wenn mir der religiöse hintergrund des fastens geläufig ist. im hinterkopf hatte ich irgendwann schon den gedanken, das fasten für mich selbst einmal auszuprobieren, dies aber bislang aus bequemlichkeit nie in die praxis umgesetzt.
angeregt durch meinen mitbewohner, der diese zeit bewusst zur reflektion des konsumverhaltens gebraucht und sich dabei von allen offensichtlichen lastern fernhält (nikotin, alkohol, schokolade) sowie ein bei mir in letzter zeit vorhandenes gefühl der unzufriedenheit, das sich im alltag zwischen arbeit und techno so einschleicht, fragte ich mich also, wie ich diese zeit bis ostern für mich nutzen könnte.
was das ablegen von lastern auf dem weg zu einem bewussteren selbst anbelangt, komme ich jedoch nach wie vor nicht allzu weit – den für die szene offensichtlichsten (also legalen und illegalen rauschmitteln – wenn man von koffein mal absieht) spreche ich immer noch nicht zu. was jedoch weiterbringt, ist die frage nach den verhaltensmustern, die dem konsumverhalten oder in meinem fall der empfundenen unzufriedenheit zugrundeliegen. auf gut deutsch: ich fragte mich also nicht nach meinen substantivierten lastern, sondern nach dem dazugehörigen adjektiv: was ich an meinen verhaltensweisen als lästig empfinde.

da kam mir recht schnell eine empfundene unfähigkeit in den sinn, überhaupt sozial anschlussfähig zu sein, was neue bekanntschaften angeht. das lässt sich hinter dem allgemein gehaltenen etikett „schüchternheit“ verstecken und wirkt beim lesen ohnehin so, als ob ich um anteilnahme bzw. die versicherung des gegenteils bettle. jedoch keine sorge: an sich weiß ich schon ganz gut, dass dies eigentlich hirngespinste sind. aber wenn sich das leben zwischen den beiden extremen polen „arbeit“ und „club“ abspielt und zwischendrin wenig raum für alltägliches bleibt, macht sich bei mir schnell der eindruck breit, nur noch die nerdigen themen bedienen zu können anstatt sich auch mal nur allgemein zu unterhalten („smalltalk“ nennt man das wohl – auch so eine disziplin, in der ich nie warmgeworden bin).

in den kommenden gut 40 tagen steht also folgendes an: an jedem tag werde ich eine mir vollkommen fremde person unterwegs einfach ansprechen und dabei versuchen, sie in ein kurzes gespräch zu verwickeln. der ausgang der gespräche muss nicht zielführend oder die themen nicht zwingend tiefgründig sein. es geht mir vielmehr darum, aus dem kokon auszubrechen, den ich mir mithilfe von inear-kopfhörern und smartphone gerne baue und etwas für mich bislang eher ungewohntes mache: kontakt suchen, dabei versuchen, auf befindlichkeiten einzugehen und für einen kurzen zeitpunkt ein gemeinsames thema zu finden – nicht mehr, nicht weniger. sinn des ganzen ist, mir selbst zu bestätigen, dass die oben erwähnten hirngespinste einfach nur absurd und die ausflüge aus dem kokon so lohnenswert sind, dass sie – wie der gang in welchen club auch immer – zur routine gehören.
dieser eintrag dient als tagebuch, denn irgendwie muss die entwicklung ja protokolliert werden.


mittwoch, 18. februar 2015
erster zaghafter versuch auf dem weg zur arbeit in der gut gefüllten u5. leute steigen frankfurter tor aus, noch mehr steigen zu und das menschliche tetris kommt in gang. in meiner nähe ein jüngerer herr, wahrscheinlich student, mit buch. ich meine nur kurz „na, dann müssen wir uns wohl umsortieren.“, darauf nur ein belächelndes „ja“ seinerseits, um sich wieder ins buch zu vertiefen. zählt also nicht.
die situation in der u5 war jedoch ein guter anknüpfungspunkt am feierabend. u-bhf friedrichstraße, auffallend gefüllter bahnsteig, u-bahn fährt ein, einen mitt-/endvierziger in der jacke eines bekannten bekleidungsherstellers mit einer bärentatze als logo möchte ich mit den worten „sie waren zuerst hier, gehen sie ruhig.“ den vortritt lassen. er entgegnete nur (zurecht), dass es ihm in der bahn zu „kuschelig“ wäre und lieber die nächste abwartet. es entstand ein sehr kurzes gespräch, in dem ich ihm entlocken konnte, dass eine bahn ausgefallen war und er es eigentlich eilig hätte. als wir jedoch sahen, dass die nächste bahn nicht mal zwei minuten später kam und nicht mal annähernd so voll war wie die vorherige, waren wir uns doch sowas wie einig, es richtig gemacht zu haben.
dennoch: mein gesprächsanteil überwog, er war eher reserviert. für die kurze dauer bzw. zum aufwärmen war das jedoch vollkommen in ordnung. ich habe jedoch schon jetzt den eindruck, dass das nicht nur eine selbsterfahrung, sondern ein soziales experiment werden könnte. der muss aber erst noch gut eine woche gefestigt werden, insofern schreibe ich jetzt noch nichts dazu.

donnerstag, 19. februar 2015
muss unter die überschrift „steilvorlage“ gestellt werden, im wahrsten sinne des wortes. hätte mir schon fragen gefallen lassen müssen, die nicht verwandelt zu haben.
lag aber am entsprechenden kontext: halbzeitpause sevilla gegen gladbach (was leider nach echt guter leistung der gladbacher 1:0 für die gastgeber ausging) im fc magnet am weinbergspark. dort stehen zwei kickertische, einen ball, ergo: einen tisch hatte ich reserviert. junge dame, noch jüngerer herr kommen und ich teile ihnen mit, dass ich nur auf meinen spielgegner warte. der kam auch bald, aber auch die gruppe erweiterte sich um einen dritten herrn. was macht man daraus? richtig: zwei gegen zwei. beim ersten match mit meinem eigentlichen gegner zusammen gegen die beiden herren verloren, dafür die zweite partie gegen die dame sowie den jüngeren der beiden herren in zusammenarbeit mit demjenigen, der sich als letztes hinzugesellt hatte, deutlich gewonnen (und dabei technisch ein bisschen was lernen können).

freitag, 20. februar 2015
auch heute wieder die situation ausgenutzt. ankunft in der firma, power-knopf am laptop gedrückt, feueralarm geht los. mantel noch gar nicht ausgezogen, daher nur die tasche geschnappt, ab richtung notausgang. fahrstühle sind in der situation tabu, eh klar.
vor uns ein kollege, der mit krücken die treppen runter muss und dabei gestützt wird. auch wenn es leicht fies ist, meinte ich zu einer mir noch nicht bekannten kollegin auf der treppe links neben mir, dass eine rutsche (im kopf war so eine, wie sie bei notwasserungen im flugzeug eingesetzt wird, im nachhinein wäre auch eine aus einem vergnügungspark nicht verkehrt) in solchen fällen doch einiges erleichtern könnte.
das kam tatsächlich als witz an. es ergab sich ein kurzer dialog, der vom schrillen ton des alarms bis zum noch schrilleren ton der notausgangstüren bis zu vergangenen feueralarmen mit auswirkungen auf andere firmenstandorte reichte. hat also zur linderung einer vermeintlich ernsten situation (es war keine übung, aber auch längst nicht so dramatisch wie man es anhand der zwei feuerwehrwagen hätte vermuten können) oder auch nur um sich das herabsteigen im treppenhaus kurzweiliger zu gestalten bestens getaugt. ich zähl das jetzt einfach mal.

samstag, 21. februar 2015
endlich wochenende! für manche die zeit der woche, an der unverbindliche konversation fast schon als marathon trainiert werden kann – flohmarkt, supermarkt beim wocheneinkauf, shopping, oder eben im club. ich hatte nichts von allem vor, und dann wird das schon etwas schwierig.
jedoch wollten noch gestern abend bei der filmkunst in der gärtnerstraße ausgeliehene dvds zurückgegeben werden und ich hatte mich eigentlich schon damit arrangiert, das gespräch mit demjenigen, der sie entgegennahm, für diesen tag zähneknirschend gelten zu lassen. beinhaltete nämlich eine reklamation des ausleihpreises, über den er sich auf nachfrage auch etwas wunderte (dazu muss man wissen, dass man bei ausleihen in der filmkunst nur einen tag zahlt, wenn man mehr als eine dvd am vorabend ab 23 uhr ausleiht) und den preis beim nachrechnen um gut die hälfte reduzierte. war wohl ein fehler desjenigen, der die ausleihe gestern abend einbuchte. egal, ist auch nicht weiter wichtig.
wieder draußen standen zwei damen vor dem laden, die eigentlich schon hinter mir reingekommen waren (zumindest hatte ich einer von ihnen die türe aufgehalten) und zu beratschlagen schienen, welchen film sie sich anschauen sollten. kleiner exkurs: der videothek ist auch ein ladenkino angeschlossen, das selbsternannte cineasten als kulisse zur vorstellung der schlechtesten filme aller zeiten auf tele 5 kennen könnten. dort werden dann ausgewählte filme gezeigt – unter anderem birdman, den ich den beiden im vorbeigehen empfohlen habe. sie hatten wohl in richtung stratos überlegt, aber der hätte wohl eine länge von zweieinhalb stunden. da ich den nicht kannte, aber birdman erst vor kurzem gesehen hatte (der die messlatte für andere filme anno 2015 meiner meinung nach aus dem stand ganz weit nach oben legt), konnte ich da auch mit der kürzeren dauer argumentieren. wirklich konkret wurde das gespräch nicht, was den inhalt des films angeht und es ist auch nicht überliefert, welchen sich die beiden nun ausgesucht haben, aber beide gelegenheiten in kombination genutzt zu haben, reichte mir für heute aus.

sonntag, 22. februar 2015
füchse berlin vs. hc vojvodina in der max-schmeling-halle stand an, somit eine menge an gelegenheiten, mag man meinen. ich hatte jedoch im vornherein schon das gefühl, dass es gerade bei größeren ereignissen in ungewohnter umgebung schon etwas schwieriger werden könnte. mag man es selbsterfüllende prophezeihung nennen, ging es auch über zaghafte versuche meinerseits nicht hinaus: durchsuchen der tasche am einlass mit den üblichen phrasen, um den gesamten vorgang etwas kurzweiliger zu gestalten, dann die etwas grimmig dreinschauende familienmutter in der reihe hinter uns, die bei meinem angebot, nur bescheid sagen zu müssen, wenn es mit der sicht für ihre kinder kritisch wird, auch recht einsilbig reagierte. am angenehmsten empfand ich zumindest den sitznachbarn in der zweiten halbzeit, der in der ersten noch zwei plätze entfernt saß und zu dem wir einfach aufschlossen – nicht ohne, dass ich uns währenddessen ankündigte. das schien immerhin so das eis gebrochen zu haben, dass wir am ende des spiels (die füchse haben hochverdient mit 37:22 gewonnen, tolle kulisse auch) den gemeinsamen nenner hatten, uns über einen besucher zu wundern, der den ausgang von links nach rechts durch unsere reihe nahm, auch wenn er einfach nur die treppe links hätte hochgehen müssen.
beschwerden aus der hinteren reihe gab es übrigens keine, aber das gefälle bei den sitzreihen lässt auch eine allgemein gute sicht bei unterschiedlichen körpergrößen zu. dennoch blieben die eröffnungen für mich heute irgendwie auf halber strecke stecken. war für mich irgendwie vergleichbar mit dem mittwoch im u-bhf friedrichstraße. aber wenigstens der versuch bleibt.

montag, 23. februar 2015
heute blieb es auch nur bei versuchen, mag aber auch ein beweis für die wahrscheinlich vielen nur zu bekannte regel sein, dass es nichts werden kann, wenn man sich in eine sache verbeißt und diese dann in eine art krampf ausarten kann. aber das gehört ja irgendwie auch mit zur übung: einfach zügig das „wenn nicht, dann eben nicht“ zu akzeptieren.
war mit den gelegenheiten aber auch etwas schwierig: desensibilisierung beim allergologen, im wartezimmer? nicht wirklich. u-bahn, weg zur arbeit, auf arbeit selber, rückweg – wie bereits geschrieben, habe ich bereits am ersten tag einen gewissen eindruck bekommen, der sich langsam bestätigt.
in purer verzweiflung blieb also der supermarkt für den feierabendlichen einkauf. meine offensichtliche freude über den anständigen zucchini-vorrat im rewe (und der war in manchen wintermonaten wahrlich keine selbstverständlichkeit, zu meiner ziemlichen verwunderung) wurde von einem mitkunden mit einem blick quittiert, der eine mischung aus überraschung, verwirrung (bzw. großen fragezeichen, was der typ damit eigentlich sagen will) und eine doch vorhandene tendenz zeigte, lieber in ruhe gelassen werden zu wollen. letzter versuch also an der kasse, nachdem ich meine sachen auf’s band sowie den warentrenner auf seinen platz gelegt hatte, dass ich dem leicht zögerlichen herrn hinter mir mit leicht berlinerisch angehauchtem „könn‘ se ruhig loslegen, wenn se woll’n“ und womöglich schiefem grinsen zu verstehen gab, dass er seine chance ergreifen konnte. machte er dann auch, ein ebenso zögerliches lächeln gab’s zurück.
für’s phrasenschwein: versuch macht kluch. in dem fall, für die verbliebenen tage einfach weniger erwarten zu wollen.

dienstag, 24. februar 2015
deutliches zeichen, kleinere brötchen backen zu wollen: ich gehe nicht mehr durch das städtische geschehen, um passende augenblicke abzuwarten oder gar kreieren zu wollen – es tun auch kleinigkeiten. so heute beispielsweise nur, indem ich in der mittagspause in einer situation klarheit schuf, an der zwei kolleginnen und ich in einem kleineren restaurant zu fuße des fernsehturms in kassennähe standen, was schnell als warteschlange interpretiert werden konnte.das traf zumindest auf einen jungen herrn zu, der die lokalität betrat, also fasste ich mir ein herz und gab ihm kurz zu verstehen, dass wir alle versorgt seien und er ruhig zur tat schreiten könnte.
das dankeschön als reaktion war gesichert und das ganze an sich schön unspektakulär.

mittwoch, 25. februar 2015
an sich hatte ich mich schon mit dem gedanken angefreundet, es bei einem „nichts passiert heute, morgen ist auch noch ein tag.“ zu belassen, da mir für das eigentlich angekündigte zwischenfazit nach einer woche, die das projekt jetzt läuft, heute die muße fehlt. ich verschieb das erstmal auf nächste woche. wer aber zwischen den zeilen lesen kann, wird wenig überrascht sein, was dabei herauskommt.
auf dem weg zur und auf arbeit selber nichts nennenswertes. danach ein von der firma bezahltes essen in einem restaurant mit hohem geräuschpegel, englisch als amtssprache am tisch und von sieben kollegen kannten sich vier bereits zuvor länger (hatten insofern eine basis), drei davon (meine gruppe) kannten eigentlich alle, aber davon nur die so wirklich, mit denen man täglich direkt zusammenarbeitet. mag es an meinen zuweilen lückenhaften englischkenntnissen oder am allgemeinen geräuschpegel liegen, aber ich konnte nur partiell folgen. es gab hin und wieder gelegenheiten, sich kurz einzubringen (wer hätte gedacht, dass „waldmeister“ auf englisch „wild baby’s breath“ oder auch „woodruff“ heißen kann – das verriet mir jedenfalls meine dict.cc-app), aber auch diese für alle beteiligten unangenehmen gesprächspausen. keine ahnung, ob ich mich an sowas gewöhnen kann oder werde, ich merkte selber, wie ich zeitweise etwas angespannt da saß.
zum glück gab es noch den heimweg. vom ostkreuz über die sonntagstraße nach hause. hauseingang vor der kreuzung lenbachstraße, zwei junge damen und ein herr schleppen ein regal mit billy-ausmaßen durch die haustür, wobei der arme sich abmüht, die tür offen zu halten. situation erkannt, hilfe beim aufhalten angeboten, schließlich geleistet und der bitte der einen dame nachgekommen, die tür noch festzustellen.
ergo: sprichwörtlich auf den letzten metern noch etwas berichtenswertes mitgenommen, so banal das auch sein mag.

donnerstag, 26. februar 2015
langsam entwickelt sich etwas wie ein schema. erst so etwas wie warmquatschen mit banalitäten am geldautomaten, dass ich nun fertig bin und die schräg hinter mir wartende dame das wissen lasse. ist als information jetzt alles andere als weltbewegend, aber bringt so dennoch eine prise zwischenmenschliches in den alltag.
gladbach hatte heute das rückspiel gegen sevilla (leider 2:3 verloren und nach einem unnötigen foul von xhaka gut 30 minuten nur noch zu zehnt auf dem platz, aber spielerisch wenigstens ebenbürtig – hilft nichts, der weitere verlauf des europapokals findet ohne sie statt), also wieder fc magnet. waren kurz nach anpfiff da, es stand bereits 0:1. keine offensichtlich freien sitzplätze, aber abgelegte jacken. fragte ich also, ob die sowie der besitzer platz für zwei machen kann. war leider nicht drin – es waren tatsächlich platzhalter.
also nach hinten richtung kickertisch. wie es sich für den anstand gehört, erst einen gefragt, ob es ihn stört, wenn wir kickern (absolut nicht), dem nachbarn auch noch kurz mitgeteilt, dass wir gleich anfangen und einfach nur bescheid gegeben werden muss, wenn’s zu laut ist. beschwert hat sich niemand, alle waren auf das spiel konzentriert und außerdem blieben wir nicht die einzigen – den nachbartisch nahmen auch zwei herren in beschlag. meine kicker-fähigkeiten sind übrigens nach wie vor stark verbesserungswürdig. für ein paar kuriose eigentore auf beiden seiten hat’s aber auch gereicht, und nach der gelb-roten für xhaka war es als ablenkung eh super.

freitag, 27. februar 2015
hab das heute angesichts des bevorstehenden berghain-wochenendes (und damit einer überzahl an potentiellen gelegenheiten) wohl sehr locker genommen, daher gibt’s nichts wirklich berichtenswertes.
in der zwischen hackeschem markt und alexanderplatz notorisch gut gefüllten s-bahn auf dem heimweg habe ich zwei touristen kurz (auf englisch) gefragt, ob sie jetzt aussteigen wollen, da ich etwas vor der tür im weg herumstand. wollten sie tatsächlich, ich daher etwas zur seite, platz für alle – fertig.
das telefonat mit dem drive-now-mitarbeiter zählt irgendwie nicht, weil sich ein auto partout nicht öffnen lassen wollte: serverausfall. selbst aus dem kundenservice kommend konnte ich seine lage aber gut verstehen – mein mitgefühl hatte er jedenfalls. ist aber nun mal kein persönlich-direkter kontakt.
daher nun auf richtung berghain.

samstag, 28. februar 2015
trotz 11 stunden berghain, in denen sich ein paar gespräche mit unbekannten ergaben, zählt für mich so wirklich nur die erste gelegenheit, die mit gutem willen sogar noch als gute tat zu verbuchen ist: berghain-tanzfläche, ein gast mit gewissem alkoholpegel und mutmaßlich noch anderen dreingaben fällt dadurch auf, dass er sich sowohl anderen weiblichen als auch männlichen gästen nähert. war vielleicht als komische art gedacht, nähe herstellen zu wollen, kam aber eher so an, als ob er ärger provozieren möchte. in einer dieser situationen habe ich (während sich jemand anderes mit dem typen beschäftigte) eines seiner männlichen „ziele“ etwas beruhigen können, dass der das schon die ganze zeit so macht und er sich einfach eine andere ecke suchen solle, sofern der wieder ankommt. wir einigten uns noch darauf, dass wir es ganz schön toll finden, dass so ein sound im berghain läuft und spielten mit dem gedanken, der tür bescheid zu geben, haben es aber letztendlich dabei belassen, es einfach wegzulächeln. passiert ist weiter nichts – der typ ist nicht herausgeflogen, blieb sogar bis zum schluss oben und war (um einiges ausgenüchtert) sogar ganz sozialverträglich. für mich grenzwertig war später ein anderer typ, der eine dame auf der tanzfläche an nacken und schulter streichelte, so dass man annehmen konnte, dass die beiden irgendwie verbandelt wären. dem war jedoch nicht so, jedenfalls nahm sie seine hand weg und wechselte die position. fand ich seinerseits schon mehr als dreist, aber wie das mit den beschleunigern zum fallenlassen der hemmschwellen nun mal so ist, sollte er sich die frage gefallen lassen, ob er den übergriffigen ansatz wirklich weiterverfolgen sollte, wo sich andere (und ja, ich gucke da in den spiegel) fragen, wie man das mit dem ersten schritt überhaupt richtig anstellt.
da ich gerade die panorama bar erwähne: weitere nonverbale gesprächseröffnung, als ein doch sehr exaltiert tanzendes paar seine balz-choreographie aufführte und dabei unweigerlich mit manchen zusammenstieß. das war aber so charmant, dass man den beiden nicht böse sein konnte. einen der gäste, den es „erwischte“, blickte ich mit leicht rollenden augen und einem leichten grinsen an, aber er entschärfte das gleich dadurch, dass es einfach nur pure leidenschaft ist, dem ich entgegnete, dass man der sich besser nicht in den weg stellt. machte auch im weiteren verlauf spaß, der dame mit ihren zwei begleitern zuzusehen.
ach ja, dann noch der rückweg: warschauer straße, rote ampel, auch wieder eine nonverbale gesprächseröffnung meinerseits. frau mit hund bei rot auf dem weg zur mitte, überlegt es sich bei herannahenden autos jedoch anders, kehrt zurück, ich schau anerkennend mit einem lächeln hin. aufhänger war dann, dass die verkürzung der wartezeit das risiko einfach nicht wert wäre. für die dauer der überquerung bei grün unterhielten wir uns über ein feature, das sie letztens zu einer forschung gehört hat, das sich mit der auswirkung roter ampeln auf die dauer von fußwegen beschäftigte. ehe wir dabei in die tiefe gehen konnten, traf sie ecke kopernikusstraße auf ihren bekannten und da trennten sich unsere wege.
dann mal auf zu runde zwei.

sonntag, 01. märz 2015
ein bis zwei beispiele aus dem berghain gäbe es zwar, aber am nennenswertesten ist für mich eigentlich der weg zur zweiten runde am sonntagmittag. kann man auch unter das motto „be.berlin“ (teil 1) stellen.
wismarplatz ecke seumestraße, ein paar schaut sich eine berlin-karte an und wirkt dabei etwas ratlos. frage daher, ob ich helfen kann. sie wollten nur wissen, wie man zur nächsten bahnstation kommt. entweder ostkreuz oder warschauer straße, kann man sich an dieser stelle ja aussuchen. war aber auch ganz gut, nochmal nach deren ziel zu fragen – das war der potsdamer platz, was die dinge wiederum einfacher machte. zur u5 samariterstraße geschickt und mit auf den weg gegeben, bis zum alexanderplatz zu fahren und dort umzusteigen.
fast schon ein musterbeispiel dessen, was ich mir vorgestellt hatte.

montag, 02. märz 2015
„be.berlin“ (teil 2), aber nicht mal annähernd in nähe eines dialoges kommend.
s-bahn, alexanderplatz, ich an meinem stammplatz (an der fensterscheibe neben der tür in fahrtrichtung lehnend), rucksacktourist mit longboard kommt des weges, sucht nach einem platz. ich geh zur seite, so dass er sich anlehnen kann, sage wenig geistesgegenwärtig auf deutsch, dass das so besser ist. er bedankt sich artig auf englisch – fertig.

dienstag, 03. märz 2015
kleines dèjà-vu gefällig? na dann…
kasse beim aldi zum feierabend, meine waren liegen auf dem band. anderer kunde nähert sich, ich packe den warentrenner hin, geste richtung band, müsste so etwas wie „ist alles startklar“ gesagt haben. er wollte sich noch etwas zeit lassen – zurecht, meine vorgängerin hatte genug. dennoch immerhin insgesamt sowas wie drei sätze gewechselt und beim rausgehen durch gegenseitiges lächeln signalisiert, dass das als ablenkung aus dem kassen-, wenn nicht gar alltagstrott doch ganz nett war.
zuvor noch mit einem so halb-bekannten kollegen kurz vor dem aussteigen am ostkreuz in der s-bahn geplaudert. da hat es tatsächlich mal geklappt, das smartphone kurz in den hintergrund geraten zu lassen. allerdings hatte er den blick vom display von alleine aus in meine richtung schweifen lassen – ich hab dann nur die gelegenheit genutzt, neben ihm zu stehen.

mittwoch, 04. märz 2015
hätte so schnell nicht gedacht, dass man im öffentlichen personennahverkehr zu chancen kommt und so wirklich spektakulär ist es auch nicht. andererseits kann es schon als beleg dafür herhalten, dass es etwas anders läuft als zuvor.
240er bus, vom ostbahnhof kommend, eine station, vor der ich raus muss. ich am fensterplatz, neben mir eine dame um die 50. kennt man ja: normalerweise geht das durchschlängeln los, wenn der bus an der gewünschten station raus muss. wirklich prickelnd finde ich das als derjenige, der sich schlängelt, eher selten. lösung: das ganze vorhaben eine station vorher in angriff nehmen, dann bleibt immer noch genügend zeit und die kurze strecke kann man vor dem ausgang warten.
ich hab die dame daher eine station vorher gefragt, dass die nächste meine wäre und ob wir das procedere nicht schon jetzt absolvieren möchten – und sie war vollkommen dafür. zwar keine richtige unterhaltung, aber ich find’s schon besser als das übliche kurz angebundene „danke“, das man im günstigsten fall sonst bekommt.

donnerstag, 5. märz 2015
wo ich gerade bei déjà-vus war – es ist sogar fast die gleiche stelle wie letzte woche, nur die tageszeit eine andere. gegen 10 auf dem weg zur arbeit sonntagstraße zwischen lenbachstraße und ostkreuz. hauseingang, junge mutter mit fahrrad, kind darauf auf dem sitz und einer einkaufstasche und eine schwere haustür. bin also hin, nicht mal gefragt, ob ich helfen kann, sondern gleich gesagt, dass wir das gemeinsam machen. danach erstmal angeboten, dass ich in den hausflur gehe, weil’s das ganze unkomplizierter macht, sie konnte so in aller ruhe das fahrrad reinschieben und abstellen. ihrer bitte, noch die einkaufstasche reinzustellen, kam ich gerne nach, das „danke“ mit einem lächeln war mir sicher. also wieder was für’s karmakonto.
danach in der wieder mal proper gefüllten s-bahn vor dem hackeschen markt: ich steh links vor der tür zum ausgang, eine ältere dame neben mir versucht schon vorab, einen weg nach draußen auszuloten. da meine position ganz gut war, gab ich ihr zu verstehen, dass ich auf dem weg nach draußen kein hindernis wäre, da ich auch raus müsste. es lief am ende auch unkomplizierter als erwartet.

freitag, 6. märz 2015
das gesamte wochenende verlief unspektakulär, daher für jeden tag kurz: u5, irgendwo zwischen strausberger platz und frankfurter tor, nicht sonderlich leer, mann mit hund, denen ich meinen platz räume, ich geb dem besitzer nur zu verstehen, dass das für den vierbeiner besser passen müsste. abwiegelnde handbewegung gab’s retour, sonst weiter keine versuche.

samstag, 7. märz 2015
war mal wieder eine nonverbale gesprächseröffnung beim rewe hinter der kasse. bin beschäftigt, den einkaufswagen auszuräumen, ältere dame (typ „liebe omi“) nähert sich und möchte sich richtung ausgang durchschlängeln. ich schieb den wagen kurz beiseite, lächle, und ein kurzer profaner plausch über die samstägliche supermarktfülle ergab sich.
vorher noch als einziger an der kasse für kurze zeit in aller ruhe die waren auf das band gelegt und das alles mit der kassiererin noch so angenehm wie möglich gestaltet: „lassen sie sich ruhig 35 minuten zeit, dann habe ich feierabend.“ – „na, dann gebe ich mir mal mühe in zeitlupe.“ hielt ich aber nicht lange durch – bis die nächste kundin kam, sozusagen.

sonntag, 8. märz 2015
mein erstes mal im / auf / am / beim klunkerkranich, und man kann nicht behaupten, dass es wirklich leer gewesen wäre. ein gespräch mit fremden hat sich dort auch nicht ergeben. nur das normale erkundigen, ob da noch ein platz frei wäre (war er) und dann die chance ergriffen, als direkt gegenüber was frei wurde. lustigerweise saßen die freundinnen der dame, die gerade aufgestanden war, noch da, die das auch lachend kommentierten – weggenommen hatten wir ihn ihr schließlich nicht.
entgegen meiner ankündigung eines baldigen zwischenstandes werde ich den doch erst zur halbzeit zum besten geben, wenn diese vermeintlichen erlebnisberichte aus dem alltag sich auch für mich zu sehr wiederholen und mir der sinn nach mehr substanz steht.

montag, 9. märz 2015
nichts berichtenswertes, da keinen richtigen versuch unternommen. irgendwie paradox bei dem frühlingshaften wetter und der somit draußen verbrachten mittagspause.
ein lächeln ging mir gegenüber einer jungen dame über die lippen, als wir beide merkten, dass die am s-bhf hackescher markt eingefahrene s-bahn nur bis ostbahnhof fuhr. wurde nicht wirklich erwidert, die dame kam mir auch etwas im stress vor und beschäftigte sich direkt wieder mit ihrem smartphone.

dienstag, 10. märz 2015
mag es die magere ausbeute vom vortag oder nur die tagesform gewesen sein – sei es drum. mich erstaunt mehr, dass sich alle gelegenheiten im personennahverkehr ergaben.
numero eins wieder auf dem bahnsteig des hackeschen markts, auf dem richtung osten zwei pylonen (alias „verkehrshütchen“) standen. eine roma kam mir entgegen und muss wohl meinen etwas erstaunten blick mitbekommen haben. die eröffnung ging von ihr aus: „was ist das?“, worauf ich nur ein „da kann man nur staunen.“ entgegnete. dabei beließ ich es dann auch.
numero zwei zwischen ostbahnhof und warschauer straße. herr mit campingstuhl stellt sich neben mich vor die tür, die an der warschauer straße aufgehen wird. ich biete ihm meinen stammplatz an der seite der tür mit der glasscheibe an, da man sowohl sich als auch gepäck dort gut unterbringen kann. lehnte er aber ab, da das auch so ginge und vertiefte sich wieder in sein smartphone. auch sonst machte er keine anstalten, groß interagieren zu wollen, aber das mit dem ein- und aussteigen funktionierte tatsächlich.
numero drei kurz vor dem aussteigen am ostkreuz mit einem touristen aus spanien. in der gruppe unterwegs und bei voller s-bahn mit koffer schon nach einem weg nach draußen suchend. war nicht weiter spektakulär: ich sagte ihm nur auf englisch, dass ich auch raus müsste und deutete damit quasi an, dass er die gasse hinter mir nutzen könne. auch das ging alles letztendlich unkomplizierter ab als es anfangs den anschein hatte.

mittwoch, 11. märz 2015
fällt unter die kategorie „soll für heute erfüllt“: aldi, einkaufswagen steht im gang etwas im weg und dessen temporäre besitzerin daneben. hab dann nur angekündigt, dass sie sich nicht wundern soll und ich ihren wagen etwas beiseite schiebe – mehr nicht.
quasi als schocktherapie habe ich mich jedoch heute bereiterklärt, bei einer betrieblichen vollversammlung am freitag kurz den arbeitsablauf meines bereiches zu skizzieren – das sind jeweils zwei sitzungen mit jeweils ca. 100 besuchern. das letzte mal reden vor nicht annähernd so viel publikum war im master-studium, allerdings auch mit wesentlich längerer zeit zum füllen.

donnerstag, 12. märz 2015
wieder mal die „be berlin“-charmeoffensive. mittagspause, ehepaar mittleren alters steht mit stadtplan auf der spandauer straße mit stadtplan. auf englisch gefragt, ob ich helfen könne, und in der tat suchten sie die haltestelle für den sightseeing-bus, der praktischerweise direkt vor dem gebäude hält, in dem ich arbeite. hat zwar etwas gebraucht, ehe ich mich daran erinnerte, aber nun ja. bis das soweit war, fragte ich nach der richtung, in die sie fahren wollten (brandenburger tor), damit ich sie nicht auf die falsche straßenseite schicke.
bedenken, dass dies weit weg sein könne, ließen sich schnell beseitigen, da der bus nicht mal 30 meter von der ampel entfernt hält. scheint auch funktioniert zu haben – jedenfalls habe ich die beiden auf dem rückweg von meiner mittagspause nicht mehr gesehen.

freitag, 13.märz 2015
der tag der vollversammlung unseres standortes und somit eine art lackmustest, was die letzten wochen so bewirkt haben. natürlich ist zwei, drei minuten lang reden vor publikum nicht viel, andererseits bin ich ganz gut darin, mich in details zu verzetteln, wenn ich über etwas rede, das weite teile meines alltags einnimmt. vermeiden ließ es sich nicht, dass ich mir vorab eine ganze menge gedanken darüber machte, was ich in die kurze zeit packen möchte und vor allem wie. so entschied ich mich dazu, eines der erkenntnisse aus dem studium zu beherzigen: lieber lücken im vortrag lassen und trotzdem versuchen, ihn so interessant zu gestalten, dass raum für nachfragen bleibt. weiterhin ungewöhnlich: ohne notizen reden und wenigstens die hälfte zu improvisieren.
es lief echt passabel. klar hatte ich bei beiden sitzungen an der einen oder anderen stelle einen kleinen hänger. aber was früher (also viel früher, weit vor dem start des projekts) nach vorträgen noch zu innerlichem kopfschütteln geführt hätte, warum das nicht besser ging, nehme ich sowas nun von vornherein in kauf, zumal das bei anderen durchaus genauso ist. einen vorteil bringt es, keine zettel zu benutzen und sich nicht permanent auf die präsentation konzentrieren zu wollen: man hält augenkontakt mit dem publikum. zu leise genuschelt scheine ich auch nicht zu haben, einzig etwas bewegung anstatt mehr oder minder auf der stelle zu verharren wäre noch hilfreich. so ist das mit der neugewonnenen freiheit ohne podium.
gab jedenfalls lob von mehreren seiten, neben manchen kollegen auch vom standortleiter. also durchaus streicheln des egos – ergo: ja, kann ich durchaus wiederholen.
sonst noch abends in der u9, wobei der anlass auch wirklich eine steilvorlage in form eines alkoholisierten jungen herrn war, dessen stimmung so im halbminutentakt zwischen „brüderschaft besiegeln“ und „bastard zusammentreten“ wechselte. seine (intakte) glasflasche als drohgebärde in der hand half nicht wirklich dabei, die situation einfach ausblenden zu können. so entzogen sich manche fahrgäste – unter anderem auch ich – der situation durch weitergehen in den hinteren teil des waggons. da stand ein paar neben mir, mit denen ich kurz die situation analysierte. zugegebenermaßen aus dem beweggrund heraus, die durchaus vorhandene anspannung für eine station zu überbrücken, bis ich an der leopoldstraße ausstieg. der herr hatte noch andere substanzen außer alkohol in verdacht, was ich durchaus plausibel fand. ich war nur froh, dass der stresser mit seinem begleiter am bahnhof leopoldstraße nicht ausstieg und bis zum stattbad nichts weiter passierte.

samstag, 14. märz 2015
staub, tanzfläche, savas pascalidis spielt, ein junger herr in sichtweite mit shazam auf dem smartphone. hingegangen, ihm gesagt, dass das planetary assault systems ist. er fragt während des eintippens nach dem track, „surface noise“, ich sag ihm noch das label (peacefrog), er freut sich, weil das so eine schöne nummer ist, die sich ins hirn schraubt. kann er ja jetzt auf die jagd gehen, der bildungsauftrag war für den abend jedenfalls erledigt.

sonntag, 15. märz 2015
an sich nichts zu berichten, da ich bei dem grau in grau keinen fuß vor die tür setzen wollte. mit einer menge guten willen kann man es als smalltalk-versuch gelten lassen, dass wir nach der staub eine kleine gemütliche afterhour hatten, auf der ich für ein kleines publikum im raume auflegte (ja, tatsächlich platten). im publikum dabei eine mir nur im blank flüchtig bekannte dame, mit der ich zwischen der einen und der nächsten platte kurz über umfang und systematik meiner sammlung redete. und ja, die ist tatsächlich für neue gäste hier tatsächlich regelmäßig ein aufhänger.

montag, 16. märz 2015
wieder mal „be berlin“, nur dass die dame mit koffer, der ich am alexanderplatz weiterhelfen wollte, den weg zu ihrem hotel bereits gefunden hatte, als ich fragte. hab dabei aber gemerkt, dass an der theorie, sich nicht länger als zwei sekunden zum ansprechen zeit zu lassen, überaus etwas dran ist. glaube, ich lag bei der bedenkzeit sogar etwas – wenn auch unwesentlich – drüber.

dienstag, 17. märz 2015
mittlerweile gleichen sich die szenarien und als gespräch(e) kann man’s eigentlich auch nicht zählen. mittagspause, begleitung für kolleginnen zum snack-holen und dabei vermeintlich den eindruck erweckend, in einer schlange zu stehen. die bedenken habe ich in aller kürze zu zwei verschiedenen gelegenheiten in zwei verschiedenen shops ausgeräumt, mehr nicht.

mittwoch, 18. märz 2015
déjà-vu zum x-ten: supermarktkasse, warentrenner noch nicht bis zur dame vor mir und meiner wenigkeit durch. als einer in reichweite war, habe ich mir den geschnappt und nur kurz gemeint, dass das dann auch erledigt wäre. sie holte sich einen weiteren und legte den zwischen die lebensmittel ihrer vorgängerin und ihrer eigenen und meinte dann nur in meine richtung „ich jetzt auch.“
lächeln beiderseits, das war’s.

donnerstag, 19. märz 2015
da blieb es am hackeschen markt beim versuch, zwei ratlosen touristinnen helfen zu wollen. die waren beide so in ihre karte vertieft, so dass ich deren aufmerksamkeit, während ich in ihrem rücken stand, auch nicht bekam – es sei denn, ich hätte noch etwas lauter gefragt. da der erste versuch aber schon moderat laut war, dachte ich mir, es auch dabei belassen zu können.

freitag, 20. märz 2015
kann man strenggenommen noch zum donnerstag zählen. about blank, während des sets von fr. jpla. ich kann das label einer platte im dunkeln nicht so erkennen, schalte die led auf dem smartphone an, das ging dann so besser.
eine neben mir tanzende meinte, dass man das so aber nicht macht, um den dj nicht aus dem konzept zu bringen. klar hätte ich auch fragen können, aber da fr. jpla mit beiden seiten des kopfhörers beschäftigt war, den nächsten track einzupitchen, dachte ich mir, dass es auch so ginge (und natürlich war’s so). da die dame das sowieso alles andere als ernst meinte, konnte ich auch kurzzeitig den egoistischen deckshark mimen, der nur an die information wollte. bei dem kurzen augenblick blieb es dann.
ach ja, es war die w.i.r.e. – encounter auf mord.

samstag, 21. märz 2015
wie für den freitag kann man das wiederum zum freitag zählen, und dann auch noch im gewohnten territorium, wobei ich beide male angesprochen wurde. beide male in der panorama bar, lustigerweise an der gleichen stelle sitzend, dann auch noch nacheinander und (um dem ganzen noch die krone aufzusetzen) ging es mehr oder minder sogar fast um die gleichen themen: beides waren raucher, der eine geht nur noch selten weg (der job), der andere raucht unter der woche nur eine zigarette pro tag, dafür am wochenende beim ausgehen umso mehr. bei letzterem war ein neben uns sitzender typ, der eigentlich ins bett gehört hätte, der aufhänger und eine kurze fragende geste seinerseits, ob der zu mir gehört (tat er nicht). daraufhin wechselte ich den sitzplatz und blieb dann auch wenigstens 15-20 minuten sitzen, um über das rauchen und natürlich das berghain als gesamtkonzept zu philosophieren – was man dort eben als einstieg so macht.

sonntag, 22. märz 2015
schon wieder die panorama bar, fast die gleiche stelle wie am tag zuvor. werde wieder angesprochen, diesmal war aber weniger rauchen das thema, sondern tatsächlich musik. der junge herr war eher durch hiphop sozialisiert, empfand techno zum feiern jedoch als angenehmer. er begegnete mir auch noch später während pev & kowton und wollte mich noch auf der tanzfläche in ein gespräch verwickeln. da war ich eher kurz angebunden, weil mich das auch als gast nervt, wenn zwei oder mehr sich damit zum block auf der tanzfläche entwickeln.
später (und ja, da bin ich ein wenig stolz drauf) verhalf ich einem italiener noch zur identifikation eines tracks. nachdem es verbal aufgrund der lautstärke nicht klappte und er auch nicht so recht zu wissen schien, was ich eigentlich von ihm wollte, nachdem ich ihn mit shazam sah, hielt ich ihm das smartphone-display mit dem discogs-eintrag vor die nase. den wollte er abfotografieren, pulte extra seinen aufkleber von der kamera (man erinnert sich: berghain, fotoverbot…). es brauchte drei, vier anläufe, ihm zu verklickern, dass ich ihm das auch eintippen kann, weil er rausfliegen würde, wenn jemand ihn erwischt (und womöglich auch mich als quasi-beihelfer). das sah er dann irgendwie ein und ich konnte es eintippen.
war übrigens „technic“ von parallel 9 auf a.r.t.less.

montag, 23. märz 2015
nichts zu berichten, war nach dem wochenende wohl etwas mundfaul. mit etwas gutem willen kann ich ja einen der beiden herren vom sonntag zum montag zählen.

dienstag, 24. märz 2015
tram-haltestelle hackescher markt, höhe der filiale der berliner bank. ein pärchen studiert das fahrplan-netz ziemlich lange, so dass ich nach einer halben minute doch mal interveniere.
die beiden wollten zum alexanderplatz. klar hätten sie da auch die s-bahn nehmen können, aber es gibt auch genauso gut die zweite tram-station um die ecke grob in richtung dgb-gebäude. da hab ich die beiden hingeschickt, sind ja auch nur zwei stationen.

mittwoch, 25. märz 2015
schon wieder nichts zu berichten, es hat sich einfach nicht die gelegenheit ergeben – kann aber auch sein, dass der arbeitstrott der woche meine sinne etwas vernebelte.

donnerstag, 26. märz 2015
erneut wurde ich angesprochen: am s-bhf friedrichstraße, wieder touristen, die auch zum alexanderplatz wollten (was wollen die eigentlich alle da? so wahnsinnig attraktiv ist dieser platz nicht.) und mich fragten, ob die richtung richtig sei, die sie sich ausgesucht hatten. war sie, die info, dass sie nur zwei stationen zu fahren hätten, gab’s gratis obendrauf.

freitag, 27. märz 2015
s-bahnhof hackescher markt, nach feierabend. schon an der rolltreppe fällt mir eine jüngere dame auf, die längere zeit in den plan mit dem vbb-netz schaut. an sich hätte ich da schon fragen können, aber so kurz vor der rolltreppe läuft man gefahr, andere zu blockieren.
also hoch, sie hinter mir auf der rolltreppe, kommt ein paar sekunden nach mir auf den bahnsteig. dort wieder der geöffnete plan. und an der stelle dachte ich mir so, dass das mit dem kürzeren zögern beim ansprechen in den letzten wochen schon besser geklappt hätte. ehe ich den augenblick völlig verpasse, frage ich aus sicherer distanz auf englisch, ob ich helfen kann. an sich brauchte sie nur eine bestätigung, ob sie in der richtung zum (wer hätte das gedacht?) alexanderplatz käme. natürlich lag sie da richtig, die nächste station war ihre, somit wieder ein kapitel aus „be berlin“ abgeschlossen.

 Posted by on 18.02.2015 at 21:54

  One Response to “projekt „apparere“”

  1. Oh, coole Sache! Mal abgesehen von der Frage, die sich mir dabei stellt, ob die Methode die richtige Lösung für das geschilderte Problem ist, finde ich das echt ein sehr schönes Projekt. Kann jedenfalls kein Fehler sein, das mal auszuprobieren. Bin gespannt auf Dein Fazit am Ende!

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