Mrz 042019
 

the prodigy gehörten bei der ersten welle dessen, was ich unter dance-music mitbekam, zu dem, was ich angenehm unpoppig fand. natürlich war mtv damals mit „out of space“ in der heavy rotation daran beteiligt, nur die differenzierung zwischen dem und 2 unlimited sowie culture beat bekam ich noch nicht hin. mit den jahren und der akzeptanz von techno (als metal-hörer zu zeiten segregierter stilghettos damals ein großer schritt) sowie steigenden kenntnissen bekam ich erst mit, dass sie im underground fest verankert waren und auch spätere charterfolge dem nicht schadeten.

„music for the jilted generation“ ist für mich immer noch ihr bestes werk. „no good“ war die erste single-auskoppelung daraus, die erneut in der heavy rotation bei mtv landete und mir einen kleinen vorgeschmack auf die clubumgebung gab, die ich wenige jahre später kennen- und liebenlernen sollte. keith flint tanzte dort wie ein derwisch, obwohl er als sänger bei den tracks noch nicht sonderlich in erscheinung getreten war.

das änderte sich aber prompt mit „the fat of the land“ als nachfolger. für mich das letzte album von ihnen, mit dem ich wirklich was anfangen konnte. danach verlor ich zugegeben das interesse an ihnen und besuchte auch keines ihrer konzerte, obwohl man ihnen sehr viel gutes nachsagte.

wie man instagram entnehmen kann, hat keith flint am wochenende selbstmord begangen. das zeigt einmal mehr, dass die exponiertesten im rampenlicht von zeit zu zeit gefragt werden sollten, wie es wirklich um sie bestellt ist. das ist überhaupt die lehre, die ich aus dem wochenende ziehe.

r.i.p.

 Veröffentlicht von am 04.03.2019 um 22:08

  Eine Antwort zu “r.i.p. keith flint”

  1. Ich habe gestern und heute viele Nachrufe auf Keith Flint gelesen und deiner rührt mich ehrlich gesagt am meisten. Das ist sehr gut und ehrlich geschrieben. Und jetzt etwas hinzuzufügen fühlt sich an, wie heiligen Boden zu entweihen aber ich tue es trotzdem….
    The Prodigy war eine der 3 Musikgruppen die mich dazu brachten, mich mit Trackaufbau und -Strukturen auseinander zu setzen und die für mich die Ketten des Mainstreams sprengten. Das Musikvideo zu No Good wird für mich immer das sein, welches in meiner damals jugendlichen Vorstellungskraft das Bild von „Club“ erzeugte, dem ich bis heute „hinterherlaufe“. Und wenn im Berghain Abends die Hämmer an die Wand projiziert werden, denke ich tatsächlich daran, wie Liam Howlett der Hammer in die Hände gegeben wird.

    Keith Flint trat mit Firestarter endgültig aus dem Hintergrund. Die Band fing mit dem Album sukzessiv an, mehr Musik zu machen, die live funktioniert. Und Keith war das Symbol für die Energie, die The Prodigy auf der Bühne entfesseln wollten und konnten.

    Ich will nicht zu viel spekulieren, aber Keith Flint war wahrscheinlich ein Mensch mit einem Idealismus, der ihm die Kraft gab, einen Zug zu ziehen. Und auch manchmal eben auch den ganzen Bahnhof. Aber wenn du eines Tages aufwachst und siehst, dass sich die Welt in die entgegengesetzte Richtung dreht und Anpassung unmöglich ist, weil das Betrug der eigenen Ideale bedeutet, ist das was passiert ist am Ende das Ergebnis.

    R.i.p. Keith Flint

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