r.i.p. little richard

eintrag eins von zwei für heute.

auch an ihm wird mensch nicht vorbeigekommen sein, wenn das radio in den letzten sechs bis sieben jahrzehnten lief. „tutti frutti“ oder auch „good golly miss molly“ zählen zum urknall des rock & roll definitiv dazu. geläufig war mir bis heute nicht, dass er offen bisexuell und damit dem prüden amerika auch noch gesellschaftlich einen schritt voraus war.

bis ins hohe alter aufgetreten, nun mit 87 jahren verstorben.

r.i.p.

r.i.p. tony allen

vor gut anderthalb jahren hatte ich durch zufall die chance, ihn gemeinsam im funkhaus mit jeff mills im rahmen des red bull music festivals sehen zu können. ich war zwar kurz im zwiespalt (einerseits wegen red bull und andererseits wegen des funkhauses, wohin ich schon damals nicht mehr wollte), aber andererseits wären die tickets dann verfallen und ich hätte einen durchaus interessanten abend verpasst.
auch wenn mich die sehr verjazzte gute stunde mit dem trio (jean-philippe dary war noch an den keyboards) nicht dazu bewegt hat, das album zu kaufen, muss ich doch sehr anerkennend sagen, dass das verschmelzen zweier rhythmischer welten dank der beiden virtuosen ein ganz schöner genuss war. zum einen der gestandene drummer mit sympathischer verwirrtheit bei den ansagen, zum anderen der ebenfalls gestandene dj, der die 909 wie ein schlagzeug zu spielen vermochte.

tony allen ist bereits am donnerstag mit 79 jahren an einem aneurysma verstorben. ich schreibe mir „afrobeat“ und „fela kuti“ auf die nachhilfeliste (und 2020 als jahr zunehmend ab).

r.i.p. mike huckaby

update, 27.04.2020, 16:39 uhr
pressespiegel wird hinzugefügt. todesursache: schlaganfall im februar und im krankenhaus mit corona infiziert.


auslassungen zu den „qualitäten“ von 2020 spare ich mir fortan. begegnen kann ich dem langsam nur noch mit nüchternem abarbeiten.

einer der viel zu lange viel zu sehr unter dem radar fliegenden detroiter helden, dem erst ab mitte der 2000er-jahre die aufmerksamkeit zuteil wurde, die er auch verdient hatte. sein „final step“ (also der letzte dieser remixe) von deepchords „electromagnetic dowsing“ war der track von ihm, durch den ich damals im hardwax aufmerksam geworden bin. deepchord sowie ein mysteriöses schwarzes label dienten als türöffner – und dieser zwölf minuten auf einseitigem vinyl gepresste inbegriff von mit dub gepaartem groove befand sich daraufhin als stammgast in meiner plattentasche.
das war der startpunkt, wo s y n t h als label und er als produzent sowie dj hierzulande einen schritt aus dem schatten des geheimtipps machte. dennoch erlag er nicht der versuchung, sich dem festivalzirkus und der fraktion mit dreistelliger anzahl an gigs pro jahr anzuschließen. stattdessen lieber in motor city basisarbeit betreiben und den jugendlichen das produzieren mit maschine und ableton live nahebringen, um ihnen eine perspektive zu geben – das ist das maß an bescheidenheit, von dem mensch eine ahnung bekommen konnte, wenn er in clubs spielte.
ich erinnere mich dabei noch an ein von technischen schwierigkeiten begleitetes set im berghain, dafür ein paar jahre darauf in der panorama bar famos. im globus trotz ähnlicher probleme wie am wriezener karree zuvor souverän, aber überall stets mit der richtigen auswahl für den raum. das letzte mal sah ich ihn vor zwei jahren zu „detroit – berlin: one circle“ im hebbel am ufer, als er stücke von sun ra mit vinyl und tonbändern ineinandermischte. auch wenn das weniger mein fall als seine tanzflächenorientierten sets war: bescheidenheit war auch hier das gebot.

es gab vor wochen eine von delano smith initiierte gofundme-aktion, um die kosten für eine gesundheitliche behandlung decken zu können. als freiberufler muss mensch in den vereinigten staaten dafür selbst aufkommen. der erforderliche betrag war längst zusammen, aber das hat nicht verhindern können, dass mit ihm einer der unbesungenen ganz großen gestern mit 54 jahren viel, viel zu früh verstorben ist.

r.i.p.


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taz
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das filter
new york times

einkauf vom 23. märz 2020

leafar legov
mirror
[giegling lp 09]

ist nur ein kauf und selbiger schon eine weile her, aber aus zweierlei gründen erwähnenswert:
erstens gibt’s das album aufgrund der aktuellen situation nicht physisch. der versand startet erst am 27. april, damit die versanddienstleister nicht auch noch mit der sammelleidenschaft von vinylabhängigen zu tun haben. bis dahin kann mensch sich es aber über deren website digital sichern – auf spendenbasis, als mp3 oder gleich als wav. sobald die mail mit dem link da ist, sollte mensch sich beeilen, da der nur drei stunden gilt.
zweitens ist das nicht nur musikalisch so ausgereift wie seine vorherigen veröffentlichungen – nein, sogar eine deutliche weiterentwicklung. in den discogs-kommentaren ist ein vergleich zu boards of canada zu lesen, die auch ich beim hören im sinn hatte. burial ist die andere referenz. für meine ohren die perfekte untermalung für die aufkommenden wärmeren tage, die aller voraussicht nach noch auf balkonen oder terrassen verbracht werden müssen und tatsächlich einer meiner kandidaten für die alben des jahres.

[stream / 08.04.2020] united we talk – tear down borders: #leavenoonebehind / united we stream – live from diskothek melancholie 2

mal etwas weniger kurzfristig und nicht ohne stolz: lesbos / moria findet zwar medial aktuell auch statt, aber ebenso offensichtlich ist der latente nationale selbstbezug bei der vermeintlichen gesundheitskrise, die auch nicht zu unwesentlichen teilen durch die kostenoptimierung des pflegebereichs in den vergangenen jahren hausgemacht ist.
dabei treten geflüchtetencamps als eine der baustellen zurück, obwohl sie seit jahren brachliegen. durch covid-19 treten die konsequenzen daraus mit allen unschönen details einmal mehr zutage. die binsenweisheit also gerne noch einmal: eine geflüchtetenpolitik (oder gar deren ursachenbekämpfung) wurde mindestens genauso lange verschlafen wie die erkenntnis, dass pflegekräften nicht genauso viel zugemutet werden kann wie robotern in der autoproduktion.
geflüchtete sind morgen von 16 bis 19 uhr thema bei united we talk und (damit wäre ich beim stolz) die bewegungsfreiheit kommt auch zu wort. zwar nicht extrem lang (fünf minuten, wie ich erfahren habe), aber ich hoffe, dass die drei stunden dazu beitragen werden, die thematik neben die soziale isolation rücken zu lassen.

danach kann ich direkt mein fanboy-dasein ausleben und objekt neben anderen aus der melancholie 2 auf die finger schauen.

tipps zum sonntag, dem 05.04.2020: united we talk & petition zum grundeinkommen reprise

steige ich erstmal mit dem déjà-vu ein: die von meiner wenigkeit letztens auf change.org verlinkte petition zum bedingungslosen grundeinkommen wurde von aktuell mehr als 400.000 leuten unterzeichnet. nun ist sie im deutschen bundestag angekommen. heißt also: nochmal unterzeichnen (natürlich nur, wer sich mit den dahintersteckenden zielen identifizieren kann oder zumindest verständnis dafür hat). aktuell (sonntag, 5. april 2020, 14:51 uhr) sind’s knapp unter 100.000.

klick

dann beginnt in einer guten stunde ab 16 uhr die nächste stufe des eh schon famosen „united we stream“-formates: united we talk. nachdem gestern bereits 12 stunden lang die internationale erweiterung zelebriert worden ist, gibt es nun konzerte, performances und diskussionen mit tagesordnungspunkten, die auch soziale fragen im bereich der kultur, sozialen initiativen und der mieter*innenbewegung tangieren.

das programm sieht für heute so aus:
16h00 intro
16h10 stadt ohne morgen dokumentation
16h30 pöbel mc
17h00 nate and hila performance
17h30 point zero: future habitat talk

r.i.p. bill withers

„lovely day“, „ain’t no sunshine“ oder „just the two of us“. stücke, die einem bei autofahrten im radio oder beim aufwachsen in den 1980ern begegnet sein könnten und auch heute noch in den playlisten der radiosender mit entsprechendem schwerpunkt zu finden sind.

laut afp bereits am vergangenen montag mit 81 jahren verstorben.

r.i.p.