die türsteherinnen des about blank im interview

das about blank ist als mein zweieinhalbtes wohnzimmer wie manch andere clubs der stadt ebenfalls bekannt dafür, sich eine türpolitik zu leisten. die findet aber nach dem selbstverständnis des ladens inklusiv und definitiv kommunikativ statt. insbesondere für besucherinnen des clubs ist es im sinne von awareness wichtig, ansprechpartnerinnen bei unangenehmen situationen zu haben – alleine wegen des (zuweilen empfundenen, zuweilen tatsächlichen mangel an) verständnisses, wenn eine nicht unerhebliche menge an grundvertrauen aufgebracht werden muss.

zwar ist das blank im sinne des empowerment an der tür noch nicht bei der angestrebten parität zwischen den geschlechtern beim personal angekommen, jedoch ist dies – wie die taz im interview herausarbeitet – auch mit einem missverständnis des berufs als sehr körperliche angelegenheit verbunden. die ist es ohne zweifel auch, aber zu einem geringeren anteil als man gemeinhin annehmen könnte. daher: wichtig, dass es das interview gibt, um weitere damen zu animieren, sich in der hinsicht zu engagieren.

klick

crowdfunding für das mensch meier

punkt für sie: ich habe selten einen schöneren doppeldeutigen titel für ein crowdfunding-projekt gesehen.

die gute nachricht zuerst: das mensch meier hat den mietvertrag verlängert bekommen.

die schlechte: natürlich (muss man in berlin mittlerweile leider sagen) ist die miete jetzt höher. daher sehen sie jetzt zu, die fixkosten zu reduzieren, damit weiterhin solidarische basisarbeit betrieben werden kann.
dazu gehört, die bislang gemietete funktion one auf dem meinfloor zu kaufen. bislang ist ungefähr die hälfte des ziels (60.000 euro) erreicht und es bleiben noch 11 tage.

eine gute anlage

[münchen / 13.04.2019] blitz: blitz w/ nd_baumecker, overmono & more

wo ich schon mal hier bin, kann ich mir auch gleich bekannte schallplattenunterhalter aus der heimat anhören. overmono habe ich letztens als live-act in der panorama bar verpasst, aber dann eben als dj-duo.

blitz

00h00 nd_baumecker
02h30 overmono
04h30 muallem b2b roland appel

eintritt
15 euro

nachbetrachtung
„schon großzügig dimensionierte bars,“ dachte ich beim ersten durchgehen. jedenfalls muss man erstmal durch einen barbereich, ehe die tanzfläche sichtbar wird. der ganze club ist schlicht, beinahe steril gehalten, wobei das holz allem wieder wärme verleiht – und vor allem einen richtig satten sound. dafür sorgt eine void-anlage und eine wandverkleidung, die keine rechten winkel aufweist, womit der raum dem sound angepasst worden ist.
das dj-pult wie im mma: nur leicht erhöht und auch von hinten einsehbar. monitoring wie im berghain von drei tops aus. also auch ideale arbeitsbedingungen.
zu den klos ist es für die herren eine kleine weltreise in einen nebentrakt des deutschen museums. auf dem weg dahin oder zurück kann man es sich aber im vorraum auf den treppenstufen bei ambient gemütlich machen. das geht aber auch am rande der tanzfläche ganz gut, wobei das nun wieder der logenplatz für beinahe-unfälle wegen der stolperfalle aufgrund der leichten erhöhung des randes ist. dafür hat man am rand sprichwörtlich den bass im rücken.

leider auch hier: getränkesponsor ist red bull. wäre zu schön, wenn fritz hier einen fuß in die tür bekäme, aber soweit ich weiß, bindet man sich als club für einen gewissen zeitraum.
auch beim licht könnte / sollte sich noch einiges mehr tun. mal mehr und mal minder helle hellgelbe lampen, das sich drehende ufo in der mitte der tanzfläche sowie der strobo hinter dem dj-pult war mir etwas zu wenig. allerdings war ich auch vom vorabend verwöhnt, und der sound riss es ohnehin locker raus.

besuchertechnisch war es nicht mal ansatzweise zu voll, was wohl daran gelegen haben mag, dass viele dem mma nochmal lebewohl sagen wollten. dafür (dicker pluspunkt) von vorne bis hinten musikalisch richtig gut. nur meine kondition wollte da nicht hinterher, so dass ich relativ zeitig nach beginn des b2b-sets gegangen bin. da fuhren die u-bahnen wieder.

und auch wenn es im vergleich zu manch anderen abenden leerer war: nd hatte bereits um 0h30 einige tänzer*innen vor sich und wurde die auch bis zum schluss seines sets nicht los. von house bis zu acid, breakbeats und ein wenig techno wechselnd – das übliche stylehopping bei ihm, ohne dass es sich wirr anhört. oder auch: ganz schön gewohnt gut.
notiert:
mantra – transmutation
neil landstrumm – lancia delta integrale 16 v (wie bereits von dave aju zur release-party von nds panorama-bar-mix gespielt)
dj normal 4 – cult of alecto

overmono wechselten gekonnt zwischen breakbeats und geradlinigem. der schluss dann nochmal mit drum&bass, bevor sich muallem & roland appel mit bodenständigem techno (u.a. dem dubplate-mix von mark broom zu floorplans „never grow old“) anschickten, den abend zu beenden. beim overmono-set stach jedoch „death rattle“ von lsdxoxo ins auge, was direkt auf die wunschliste wanderte.

beim blitz komme ich definitiv nochmal wieder. muss mir anschauen, wie sich der club im sommer und / oder mit zwei floors so macht. das booking sieht über die nächsten wochen jedenfalls konstant gut aus und ich bräuchte nochmal die perspektive, wie es um die zusammensetzung der leute bestellt ist, wenn ein anderer platzhirsch nicht am gleichen abend seine pforten schließt.

ps: das nd-set gibt es im rahmen des blitz live-podcasts nun auf soundcloud nachzuhören.

[münchen / 12.04.2019] mma: mma closing part 1

auch in münchen ist die existenz von clubs nicht selbstverständlich. mir wurde empfohlen, dass ich mir das mma wegen seiner industriehallenästhetik anschauen soll. da lasse ich mich nicht bitten. werde es wahrscheinlich bedauern, es erst am schließungswochenende hingeschafft zu haben.

mma closing part 1

halle
adam beyer
marcel fengler
thomas werner
human rias

club
raphael dincsoy
dominik marz & david kochs
dobé
martina hiller

start
23 uhr

nachbetrachtung
hatte zwar ein ticket, da ich schon befürchtete, dass sich weit vor mitternacht eine schlange bilden würde. aber selbst war ich erst zur geisterstunde vor ort und überrascht, dass man noch quasi durchgehen konnte.

die ortsbegehung dauerte auch erstmal eine viertelstunde. wenn alles offen hatte (also halle und club), lag die garderobe weit hinten. und das alles in recht luftigen gängen. im sommer kein problem, bei allem unter einstelligen plusgraden wurde das mit dem abgeben/abholen der siebensachen aber zur zitterpartie.

die referenzen an die vorzeigediskothek am wriezener karree waren jedoch in der halle nicht zu übersehen. line-arrays als beschallung, subwoofer nur vorne. gab zwar keinen nachhall oder brei, wenn man hinten stand. aber wirklich druckvoll war der sound nur in der vorderen hälfte.
dicker pluspunkt: relativ ebenerdiges dj-pult, was auch ein wenig abgesetzt von den wänden war, so dass man auch gerne dahinter tanzen konnte. das licht hat raum und publikum eher inszeniert als den dj – auch das ist positiv anzumerken. der eigentliche club lag nochmal ein ende den (kalten) gang hinunter und war eine ganze ecke kleiner – bestenfalls für 300 leute ausgelegt. sonst klassische techno-umgebung: schwarzgestrichene wände, weniger ist mehr beim licht, sitzgelegenheiten in der ecke neben der bar, auch nur leicht erhobenes dj-pult.
minuspunkt: red bull als getränkesponsor, so dass man auch nur deren simply cola bekam. außerdem noch die bar in der halle an der rechten seite, was ein kleines nadelöhr zwischen tanzenden und durstigen war.

gibt ansonsten nur wenig zu meckern. mir war die musik ab 2 uhr auf beiden floors zu melodisch, aber das ist mein problem mit allem, was ich voreilig in die „trance“-schublade packe. das warm-up von martina hiller im club war schon sportlich sowie schnörkellos. thomas werner war da ein wenig voluminöser („the peg loosens“ von paleman bspw.).
bin aber wegen des raumes und der echt guten stimmung aber gerne bis 7:30 uhr geblieben. da machte adam beyer noch keine anstalten, aufhören zu wollen. auch er ziemlich trancig – der edit von „the house of house“ von cherrymoon trax könnte ruhig mal erscheinen.
vom publikum her ein querschnitt durch das, was man in münchen so erwartet: durchaus schickgemachte damen und herren mischen sich mit partyveteranen und denen, die es werden wollen. dann gibt es noch die fraktion, die nur mal gucken möchte, ganz normale techno-anhänger mit tresor-shirt (worauf man als berliner schon ein wenig stolz ist) und (unerwartet, daher umso erfreulicher) offen schwule. das alles hat die zeit jedenfalls nicht lang werden lassen.

wenn der club geräumt ist, kommt die abrissbirne. dann werden an der stelle ausnahmsweise mal keine gewerbebauten, sondern wohnungen entstehen. schön, davon braucht münchen eine menge. es wird aber bei der innenstadtlage nur die üblichen 20% sozialwohnungen geben, die auch nur über einen begrenzten zeitraum gefördert werden. man kann sich also ausmalen, welche preise für eigentum und ergo dann für die miete aufgerufen werden. vor dem hintergrund sind kampagnen wie #savemma wichtig, um zu signalisieren, dass subkultur im innenstadtbereich wichtig ist. aber angesichts des wohnungsmarktes, der im vergleich zu berlin noch einen wesentlich höheren druck zu verzeichnen hat, wird es für clubbetreiber in der münchener innenstadt künftig nicht leichter.
die leute um das mma wollen laut der dame am infostand zur kampagne jedoch weiterhin etwas bewegen und sind auf der suche nach orten. in der kurzen zeitspanne, die der club existierte, hat er jedenfalls eindruck hinterlassen. bei mir jedenfalls den eines ladens, der ein freihafen für liberal denkende, queer liebende oder exzessiv feiernde ist, was gerade für münchen wichtig ist. alleine deswegen bin ich gespannt, ob es einen nachfolger gibt.

projekt „apparere“

und nun etwas komplett anderes als club-termine mit anschließenden resümées – es wird sogar richtiggehend persönlich.

auch wenn der gemeine berliner als karnevalsmuffel bekannt ist, sind ihm begriffe wie „fastnacht“ doch nicht fremd. für mich hat sich das mit einer zurkenntnisnahme erledigt, auch wenn mir der religiöse hintergrund des fastens geläufig ist. im hinterkopf hatte ich irgendwann schon den gedanken, das fasten für mich selbst einmal auszuprobieren, dies aber bislang aus bequemlichkeit nie in die praxis umgesetzt.
angeregt durch meinen mitbewohner, der diese zeit bewusst zur reflektion des konsumverhaltens gebraucht und sich dabei von allen offensichtlichen lastern fernhält (nikotin, alkohol, schokolade) sowie ein bei mir in letzter zeit vorhandenes gefühl der unzufriedenheit, das sich im alltag zwischen arbeit und techno so einschleicht, fragte ich mich also, wie ich diese zeit bis ostern für mich nutzen könnte.
was das ablegen von lastern auf dem weg zu einem bewussteren selbst anbelangt, komme ich jedoch nach wie vor nicht allzu weit – den für die szene offensichtlichsten (also legalen und illegalen rauschmitteln – wenn man von koffein mal absieht) spreche ich immer noch nicht zu. was jedoch weiterbringt, ist die frage nach den verhaltensmustern, die dem konsumverhalten oder in meinem fall der empfundenen unzufriedenheit zugrundeliegen. auf gut deutsch: ich fragte mich also nicht nach meinen substantivierten lastern, sondern nach dem dazugehörigen adjektiv: was ich an meinen verhaltensweisen als lästig empfinde.

da kam mir recht schnell eine empfundene unfähigkeit in den sinn, überhaupt sozial anschlussfähig zu sein, was neue bekanntschaften angeht. das lässt sich hinter dem allgemein gehaltenen etikett „schüchternheit“ verstecken und wirkt beim lesen ohnehin so, als ob ich um anteilnahme bzw. die versicherung des gegenteils bettle. jedoch keine sorge: an sich weiß ich schon ganz gut, dass dies eigentlich hirngespinste sind. aber wenn sich das leben zwischen den beiden extremen polen „arbeit“ und „club“ abspielt und zwischendrin wenig raum für alltägliches bleibt, macht sich bei mir schnell der eindruck breit, nur noch die nerdigen themen bedienen zu können anstatt sich auch mal nur allgemein zu unterhalten („smalltalk“ nennt man das wohl – auch so eine disziplin, in der ich nie warmgeworden bin).

in den kommenden gut 40 tagen steht also folgendes an: an jedem tag werde ich eine mir vollkommen fremde person unterwegs einfach ansprechen und dabei versuchen, sie in ein kurzes gespräch zu verwickeln. der ausgang der gespräche muss nicht zielführend oder die themen nicht zwingend tiefgründig sein. es geht mir vielmehr darum, aus dem kokon auszubrechen, den ich mir mithilfe von inear-kopfhörern und smartphone gerne baue und etwas für mich bislang eher ungewohntes mache: kontakt suchen, dabei versuchen, auf befindlichkeiten einzugehen und für einen kurzen zeitpunkt ein gemeinsames thema zu finden – nicht mehr, nicht weniger. sinn des ganzen ist, mir selbst zu bestätigen, dass die oben erwähnten hirngespinste einfach nur absurd und die ausflüge aus dem kokon so lohnenswert sind, dass sie – wie der gang in welchen club auch immer – zur routine gehören.
dieser eintrag dient als tagebuch, denn irgendwie muss die entwicklung ja protokolliert werden.


mittwoch, 18. februar 2015
erster zaghafter versuch auf dem weg zur arbeit in der gut gefüllten u5. leute steigen frankfurter tor aus, noch mehr steigen zu und das menschliche tetris kommt in gang. in meiner nähe ein jüngerer herr, wahrscheinlich student, mit buch. ich meine nur kurz „na, dann müssen wir uns wohl umsortieren.“, darauf nur ein belächelndes „ja“ seinerseits, um sich wieder ins buch zu vertiefen. zählt also nicht.
die situation in der u5 war jedoch ein guter anknüpfungspunkt am feierabend. u-bhf friedrichstraße, auffallend gefüllter bahnsteig, u-bahn fährt ein, einen mitt-/endvierziger in der jacke eines bekannten bekleidungsherstellers mit einer bärentatze als logo möchte ich mit den worten „sie waren zuerst hier, gehen sie ruhig.“ den vortritt lassen. er entgegnete nur (zurecht), dass es ihm in der bahn zu „kuschelig“ wäre und lieber die nächste abwartet. es entstand ein sehr kurzes gespräch, in dem ich ihm entlocken konnte, dass eine bahn ausgefallen war und er es eigentlich eilig hätte. als wir jedoch sahen, dass die nächste bahn nicht mal zwei minuten später kam und nicht mal annähernd so voll war wie die vorherige, waren wir uns doch sowas wie einig, es richtig gemacht zu haben.
dennoch: mein gesprächsanteil überwog, er war eher reserviert. für die kurze dauer bzw. zum aufwärmen war das jedoch vollkommen in ordnung. ich habe jedoch schon jetzt den eindruck, dass das nicht nur eine selbsterfahrung, sondern ein soziales experiment werden könnte. der muss aber erst noch gut eine woche gefestigt werden, insofern schreibe ich jetzt noch nichts dazu.

donnerstag, 19. februar 2015
muss unter die überschrift „steilvorlage“ gestellt werden, im wahrsten sinne des wortes. hätte mir schon fragen gefallen lassen müssen, die nicht verwandelt zu haben.
lag aber am entsprechenden kontext: halbzeitpause sevilla gegen gladbach (was leider nach echt guter leistung der gladbacher 1:0 für die gastgeber ausging) im fc magnet am weinbergspark. dort stehen zwei kickertische, einen ball, ergo: einen tisch hatte ich reserviert. junge dame, noch jüngerer herr kommen und ich teile ihnen mit, dass ich nur auf meinen spielgegner warte. der kam auch bald, aber auch die gruppe erweiterte sich um einen dritten herrn. was macht man daraus? richtig: zwei gegen zwei. beim ersten match mit meinem eigentlichen gegner zusammen gegen die beiden herren verloren, dafür die zweite partie gegen die dame sowie den jüngeren der beiden herren in zusammenarbeit mit demjenigen, der sich als letztes hinzugesellt hatte, deutlich gewonnen (und dabei technisch ein bisschen was lernen können).

freitag, 20. februar 2015
auch heute wieder die situation ausgenutzt. ankunft in der firma, power-knopf am laptop gedrückt, feueralarm geht los. mantel noch gar nicht ausgezogen, daher nur die tasche geschnappt, ab richtung notausgang. fahrstühle sind in der situation tabu, eh klar.
vor uns ein kollege, der mit krücken die treppen runter muss und dabei gestützt wird. auch wenn es leicht fies ist, meinte ich zu einer mir noch nicht bekannten kollegin auf der treppe links neben mir, dass eine rutsche (im kopf war so eine, wie sie bei notwasserungen im flugzeug eingesetzt wird, im nachhinein wäre auch eine aus einem vergnügungspark nicht verkehrt) in solchen fällen doch einiges erleichtern könnte.
das kam tatsächlich als witz an. es ergab sich ein kurzer dialog, der vom schrillen ton des alarms bis zum noch schrilleren ton der notausgangstüren bis zu vergangenen feueralarmen mit auswirkungen auf andere firmenstandorte reichte. hat also zur linderung einer vermeintlich ernsten situation (es war keine übung, aber auch längst nicht so dramatisch wie man es anhand der zwei feuerwehrwagen hätte vermuten können) oder auch nur um sich das herabsteigen im treppenhaus kurzweiliger zu gestalten bestens getaugt. ich zähl das jetzt einfach mal.

samstag, 21. februar 2015
endlich wochenende! für manche die zeit der woche, an der unverbindliche konversation fast schon als marathon trainiert werden kann – flohmarkt, supermarkt beim wocheneinkauf, shopping, oder eben im club. ich hatte nichts von allem vor, und dann wird das schon etwas schwierig.
jedoch wollten noch gestern abend bei der filmkunst in der gärtnerstraße ausgeliehene dvds zurückgegeben werden und ich hatte mich eigentlich schon damit arrangiert, das gespräch mit demjenigen, der sie entgegennahm, für diesen tag zähneknirschend gelten zu lassen. beinhaltete nämlich eine reklamation des ausleihpreises, über den er sich auf nachfrage auch etwas wunderte (dazu muss man wissen, dass man bei ausleihen in der filmkunst nur einen tag zahlt, wenn man mehr als eine dvd am vorabend ab 23 uhr ausleiht) und den preis beim nachrechnen um gut die hälfte reduzierte. war wohl ein fehler desjenigen, der die ausleihe gestern abend einbuchte. egal, ist auch nicht weiter wichtig.
wieder draußen standen zwei damen vor dem laden, die eigentlich schon hinter mir reingekommen waren (zumindest hatte ich einer von ihnen die türe aufgehalten) und zu beratschlagen schienen, welchen film sie sich anschauen sollten. kleiner exkurs: der videothek ist auch ein ladenkino angeschlossen, das selbsternannte cineasten als kulisse zur vorstellung der schlechtesten filme aller zeiten auf tele 5 kennen könnten. dort werden dann ausgewählte filme gezeigt – unter anderem birdman, den ich den beiden im vorbeigehen empfohlen habe. sie hatten wohl in richtung stratos überlegt, aber der hätte wohl eine länge von zweieinhalb stunden. da ich den nicht kannte, aber birdman erst vor kurzem gesehen hatte (der die messlatte für andere filme anno 2015 meiner meinung nach aus dem stand ganz weit nach oben legt), konnte ich da auch mit der kürzeren dauer argumentieren. wirklich konkret wurde das gespräch nicht, was den inhalt des films angeht und es ist auch nicht überliefert, welchen sich die beiden nun ausgesucht haben, aber beide gelegenheiten in kombination genutzt zu haben, reichte mir für heute aus.

sonntag, 22. februar 2015
füchse berlin vs. hc vojvodina in der max-schmeling-halle stand an, somit eine menge an gelegenheiten, mag man meinen. ich hatte jedoch im vornherein schon das gefühl, dass es gerade bei größeren ereignissen in ungewohnter umgebung schon etwas schwieriger werden könnte. mag man es selbsterfüllende prophezeihung nennen, ging es auch über zaghafte versuche meinerseits nicht hinaus: durchsuchen der tasche am einlass mit den üblichen phrasen, um den gesamten vorgang etwas kurzweiliger zu gestalten, dann die etwas grimmig dreinschauende familienmutter in der reihe hinter uns, die bei meinem angebot, nur bescheid sagen zu müssen, wenn es mit der sicht für ihre kinder kritisch wird, auch recht einsilbig reagierte. am angenehmsten empfand ich zumindest den sitznachbarn in der zweiten halbzeit, der in der ersten noch zwei plätze entfernt saß und zu dem wir einfach aufschlossen – nicht ohne, dass ich uns währenddessen ankündigte. das schien immerhin so das eis gebrochen zu haben, dass wir am ende des spiels (die füchse haben hochverdient mit 37:22 gewonnen, tolle kulisse auch) den gemeinsamen nenner hatten, uns über einen besucher zu wundern, der den ausgang von links nach rechts durch unsere reihe nahm, auch wenn er einfach nur die treppe links hätte hochgehen müssen.
beschwerden aus der hinteren reihe gab es übrigens keine, aber das gefälle bei den sitzreihen lässt auch eine allgemein gute sicht bei unterschiedlichen körpergrößen zu. dennoch blieben die eröffnungen für mich heute irgendwie auf halber strecke stecken. war für mich irgendwie vergleichbar mit dem mittwoch im u-bhf friedrichstraße. aber wenigstens der versuch bleibt.

montag, 23. februar 2015
heute blieb es auch nur bei versuchen, mag aber auch ein beweis für die wahrscheinlich vielen nur zu bekannte regel sein, dass es nichts werden kann, wenn man sich in eine sache verbeißt und diese dann in eine art krampf ausarten kann. aber das gehört ja irgendwie auch mit zur übung: einfach zügig das „wenn nicht, dann eben nicht“ zu akzeptieren.
war mit den gelegenheiten aber auch etwas schwierig: desensibilisierung beim allergologen, im wartezimmer? nicht wirklich. u-bahn, weg zur arbeit, auf arbeit selber, rückweg – wie bereits geschrieben, habe ich bereits am ersten tag einen gewissen eindruck bekommen, der sich langsam bestätigt.
in purer verzweiflung blieb also der supermarkt für den feierabendlichen einkauf. meine offensichtliche freude über den anständigen zucchini-vorrat im rewe (und der war in manchen wintermonaten wahrlich keine selbstverständlichkeit, zu meiner ziemlichen verwunderung) wurde von einem mitkunden mit einem blick quittiert, der eine mischung aus überraschung, verwirrung (bzw. großen fragezeichen, was der typ damit eigentlich sagen will) und eine doch vorhandene tendenz zeigte, lieber in ruhe gelassen werden zu wollen. letzter versuch also an der kasse, nachdem ich meine sachen auf’s band sowie den warentrenner auf seinen platz gelegt hatte, dass ich dem leicht zögerlichen herrn hinter mir mit leicht berlinerisch angehauchtem „könn‘ se ruhig loslegen, wenn se woll’n“ und womöglich schiefem grinsen zu verstehen gab, dass er seine chance ergreifen konnte. machte er dann auch, ein ebenso zögerliches lächeln gab’s zurück.
für’s phrasenschwein: versuch macht kluch. in dem fall, für die verbliebenen tage einfach weniger erwarten zu wollen.

dienstag, 24. februar 2015
deutliches zeichen, kleinere brötchen backen zu wollen: ich gehe nicht mehr durch das städtische geschehen, um passende augenblicke abzuwarten oder gar kreieren zu wollen – es tun auch kleinigkeiten. so heute beispielsweise nur, indem ich in der mittagspause in einer situation klarheit schuf, an der zwei kolleginnen und ich in einem kleineren restaurant zu fuße des fernsehturms in kassennähe standen, was schnell als warteschlange interpretiert werden konnte.das traf zumindest auf einen jungen herrn zu, der die lokalität betrat, also fasste ich mir ein herz und gab ihm kurz zu verstehen, dass wir alle versorgt seien und er ruhig zur tat schreiten könnte.
das dankeschön als reaktion war gesichert und das ganze an sich schön unspektakulär.

mittwoch, 25. februar 2015
an sich hatte ich mich schon mit dem gedanken angefreundet, es bei einem „nichts passiert heute, morgen ist auch noch ein tag.“ zu belassen, da mir für das eigentlich angekündigte zwischenfazit nach einer woche, die das projekt jetzt läuft, heute die muße fehlt. ich verschieb das erstmal auf nächste woche. wer aber zwischen den zeilen lesen kann, wird wenig überrascht sein, was dabei herauskommt.
auf dem weg zur und auf arbeit selber nichts nennenswertes. danach ein von der firma bezahltes essen in einem restaurant mit hohem geräuschpegel, englisch als amtssprache am tisch und von sieben kollegen kannten sich vier bereits zuvor länger (hatten insofern eine basis), drei davon (meine gruppe) kannten eigentlich alle, aber davon nur die so wirklich, mit denen man täglich direkt zusammenarbeitet. mag es an meinen zuweilen lückenhaften englischkenntnissen oder am allgemeinen geräuschpegel liegen, aber ich konnte nur partiell folgen. es gab hin und wieder gelegenheiten, sich kurz einzubringen (wer hätte gedacht, dass „waldmeister“ auf englisch „wild baby’s breath“ oder auch „woodruff“ heißen kann – das verriet mir jedenfalls meine dict.cc-app), aber auch diese für alle beteiligten unangenehmen gesprächspausen. keine ahnung, ob ich mich an sowas gewöhnen kann oder werde, ich merkte selber, wie ich zeitweise etwas angespannt da saß.
zum glück gab es noch den heimweg. vom ostkreuz über die sonntagstraße nach hause. hauseingang vor der kreuzung lenbachstraße, zwei junge damen und ein herr schleppen ein regal mit billy-ausmaßen durch die haustür, wobei der arme sich abmüht, die tür offen zu halten. situation erkannt, hilfe beim aufhalten angeboten, schließlich geleistet und der bitte der einen dame nachgekommen, die tür noch festzustellen.
ergo: sprichwörtlich auf den letzten metern noch etwas berichtenswertes mitgenommen, so banal das auch sein mag.

donnerstag, 26. februar 2015
langsam entwickelt sich etwas wie ein schema. erst so etwas wie warmquatschen mit banalitäten am geldautomaten, dass ich nun fertig bin und die schräg hinter mir wartende dame das wissen lasse. ist als information jetzt alles andere als weltbewegend, aber bringt so dennoch eine prise zwischenmenschliches in den alltag.
gladbach hatte heute das rückspiel gegen sevilla (leider 2:3 verloren und nach einem unnötigen foul von xhaka gut 30 minuten nur noch zu zehnt auf dem platz, aber spielerisch wenigstens ebenbürtig – hilft nichts, der weitere verlauf des europapokals findet ohne sie statt), also wieder fc magnet. waren kurz nach anpfiff da, es stand bereits 0:1. keine offensichtlich freien sitzplätze, aber abgelegte jacken. fragte ich also, ob die sowie der besitzer platz für zwei machen kann. war leider nicht drin – es waren tatsächlich platzhalter.
also nach hinten richtung kickertisch. wie es sich für den anstand gehört, erst einen gefragt, ob es ihn stört, wenn wir kickern (absolut nicht), dem nachbarn auch noch kurz mitgeteilt, dass wir gleich anfangen und einfach nur bescheid gegeben werden muss, wenn’s zu laut ist. beschwert hat sich niemand, alle waren auf das spiel konzentriert und außerdem blieben wir nicht die einzigen – den nachbartisch nahmen auch zwei herren in beschlag. meine kicker-fähigkeiten sind übrigens nach wie vor stark verbesserungswürdig. für ein paar kuriose eigentore auf beiden seiten hat’s aber auch gereicht, und nach der gelb-roten für xhaka war es als ablenkung eh super.

freitag, 27. februar 2015
hab das heute angesichts des bevorstehenden berghain-wochenendes (und damit einer überzahl an potentiellen gelegenheiten) wohl sehr locker genommen, daher gibt’s nichts wirklich berichtenswertes.
in der zwischen hackeschem markt und alexanderplatz notorisch gut gefüllten s-bahn auf dem heimweg habe ich zwei touristen kurz (auf englisch) gefragt, ob sie jetzt aussteigen wollen, da ich etwas vor der tür im weg herumstand. wollten sie tatsächlich, ich daher etwas zur seite, platz für alle – fertig.
das telefonat mit dem drive-now-mitarbeiter zählt irgendwie nicht, weil sich ein auto partout nicht öffnen lassen wollte: serverausfall. selbst aus dem kundenservice kommend konnte ich seine lage aber gut verstehen – mein mitgefühl hatte er jedenfalls. ist aber nun mal kein persönlich-direkter kontakt.
daher nun auf richtung berghain.

samstag, 28. februar 2015
trotz 11 stunden berghain, in denen sich ein paar gespräche mit unbekannten ergaben, zählt für mich so wirklich nur die erste gelegenheit, die mit gutem willen sogar noch als gute tat zu verbuchen ist: berghain-tanzfläche, ein gast mit gewissem alkoholpegel und mutmaßlich noch anderen dreingaben fällt dadurch auf, dass er sich sowohl anderen weiblichen als auch männlichen gästen nähert. war vielleicht als komische art gedacht, nähe herstellen zu wollen, kam aber eher so an, als ob er ärger provozieren möchte. in einer dieser situationen habe ich (während sich jemand anderes mit dem typen beschäftigte) eines seiner männlichen „ziele“ etwas beruhigen können, dass der das schon die ganze zeit so macht und er sich einfach eine andere ecke suchen solle, sofern der wieder ankommt. wir einigten uns noch darauf, dass wir es ganz schön toll finden, dass so ein sound im berghain läuft und spielten mit dem gedanken, der tür bescheid zu geben, haben es aber letztendlich dabei belassen, es einfach wegzulächeln. passiert ist weiter nichts – der typ ist nicht herausgeflogen, blieb sogar bis zum schluss oben und war (um einiges ausgenüchtert) sogar ganz sozialverträglich. für mich grenzwertig war später ein anderer typ, der eine dame auf der tanzfläche an nacken und schulter streichelte, so dass man annehmen konnte, dass die beiden irgendwie verbandelt wären. dem war jedoch nicht so, jedenfalls nahm sie seine hand weg und wechselte die position. fand ich seinerseits schon mehr als dreist, aber wie das mit den beschleunigern zum fallenlassen der hemmschwellen nun mal so ist, sollte er sich die frage gefallen lassen, ob er den übergriffigen ansatz wirklich weiterverfolgen sollte, wo sich andere (und ja, ich gucke da in den spiegel) fragen, wie man das mit dem ersten schritt überhaupt richtig anstellt.
da ich gerade die panorama bar erwähne: weitere nonverbale gesprächseröffnung, als ein doch sehr exaltiert tanzendes paar seine balz-choreographie aufführte und dabei unweigerlich mit manchen zusammenstieß. das war aber so charmant, dass man den beiden nicht böse sein konnte. einen der gäste, den es „erwischte“, blickte ich mit leicht rollenden augen und einem leichten grinsen an, aber er entschärfte das gleich dadurch, dass es einfach nur pure leidenschaft ist, dem ich entgegnete, dass man der sich besser nicht in den weg stellt. machte auch im weiteren verlauf spaß, der dame mit ihren zwei begleitern zuzusehen.
ach ja, dann noch der rückweg: warschauer straße, rote ampel, auch wieder eine nonverbale gesprächseröffnung meinerseits. frau mit hund bei rot auf dem weg zur mitte, überlegt es sich bei herannahenden autos jedoch anders, kehrt zurück, ich schau anerkennend mit einem lächeln hin. aufhänger war dann, dass die verkürzung der wartezeit das risiko einfach nicht wert wäre. für die dauer der überquerung bei grün unterhielten wir uns über ein feature, das sie letztens zu einer forschung gehört hat, das sich mit der auswirkung roter ampeln auf die dauer von fußwegen beschäftigte. ehe wir dabei in die tiefe gehen konnten, traf sie ecke kopernikusstraße auf ihren bekannten und da trennten sich unsere wege.
dann mal auf zu runde zwei.

sonntag, 01. märz 2015
ein bis zwei beispiele aus dem berghain gäbe es zwar, aber am nennenswertesten ist für mich eigentlich der weg zur zweiten runde am sonntagmittag. kann man auch unter das motto „be.berlin“ (teil 1) stellen.
wismarplatz ecke seumestraße, ein paar schaut sich eine berlin-karte an und wirkt dabei etwas ratlos. frage daher, ob ich helfen kann. sie wollten nur wissen, wie man zur nächsten bahnstation kommt. entweder ostkreuz oder warschauer straße, kann man sich an dieser stelle ja aussuchen. war aber auch ganz gut, nochmal nach deren ziel zu fragen – das war der potsdamer platz, was die dinge wiederum einfacher machte. zur u5 samariterstraße geschickt und mit auf den weg gegeben, bis zum alexanderplatz zu fahren und dort umzusteigen.
fast schon ein musterbeispiel dessen, was ich mir vorgestellt hatte.

montag, 02. märz 2015
„be.berlin“ (teil 2), aber nicht mal annähernd in nähe eines dialoges kommend.
s-bahn, alexanderplatz, ich an meinem stammplatz (an der fensterscheibe neben der tür in fahrtrichtung lehnend), rucksacktourist mit longboard kommt des weges, sucht nach einem platz. ich geh zur seite, so dass er sich anlehnen kann, sage wenig geistesgegenwärtig auf deutsch, dass das so besser ist. er bedankt sich artig auf englisch – fertig.

dienstag, 03. märz 2015
kleines dèjà-vu gefällig? na dann…
kasse beim aldi zum feierabend, meine waren liegen auf dem band. anderer kunde nähert sich, ich packe den warentrenner hin, geste richtung band, müsste so etwas wie „ist alles startklar“ gesagt haben. er wollte sich noch etwas zeit lassen – zurecht, meine vorgängerin hatte genug. dennoch immerhin insgesamt sowas wie drei sätze gewechselt und beim rausgehen durch gegenseitiges lächeln signalisiert, dass das als ablenkung aus dem kassen-, wenn nicht gar alltagstrott doch ganz nett war.
zuvor noch mit einem so halb-bekannten kollegen kurz vor dem aussteigen am ostkreuz in der s-bahn geplaudert. da hat es tatsächlich mal geklappt, das smartphone kurz in den hintergrund geraten zu lassen. allerdings hatte er den blick vom display von alleine aus in meine richtung schweifen lassen – ich hab dann nur die gelegenheit genutzt, neben ihm zu stehen.

mittwoch, 04. märz 2015
hätte so schnell nicht gedacht, dass man im öffentlichen personennahverkehr zu chancen kommt und so wirklich spektakulär ist es auch nicht. andererseits kann es schon als beleg dafür herhalten, dass es etwas anders läuft als zuvor.
240er bus, vom ostbahnhof kommend, eine station, vor der ich raus muss. ich am fensterplatz, neben mir eine dame um die 50. kennt man ja: normalerweise geht das durchschlängeln los, wenn der bus an der gewünschten station raus muss. wirklich prickelnd finde ich das als derjenige, der sich schlängelt, eher selten. lösung: das ganze vorhaben eine station vorher in angriff nehmen, dann bleibt immer noch genügend zeit und die kurze strecke kann man vor dem ausgang warten.
ich hab die dame daher eine station vorher gefragt, dass die nächste meine wäre und ob wir das procedere nicht schon jetzt absolvieren möchten – und sie war vollkommen dafür. zwar keine richtige unterhaltung, aber ich find’s schon besser als das übliche kurz angebundene „danke“, das man im günstigsten fall sonst bekommt.

donnerstag, 5. märz 2015
wo ich gerade bei déjà-vus war – es ist sogar fast die gleiche stelle wie letzte woche, nur die tageszeit eine andere. gegen 10 auf dem weg zur arbeit sonntagstraße zwischen lenbachstraße und ostkreuz. hauseingang, junge mutter mit fahrrad, kind darauf auf dem sitz und einer einkaufstasche und eine schwere haustür. bin also hin, nicht mal gefragt, ob ich helfen kann, sondern gleich gesagt, dass wir das gemeinsam machen. danach erstmal angeboten, dass ich in den hausflur gehe, weil’s das ganze unkomplizierter macht, sie konnte so in aller ruhe das fahrrad reinschieben und abstellen. ihrer bitte, noch die einkaufstasche reinzustellen, kam ich gerne nach, das „danke“ mit einem lächeln war mir sicher. also wieder was für’s karmakonto.
danach in der wieder mal proper gefüllten s-bahn vor dem hackeschen markt: ich steh links vor der tür zum ausgang, eine ältere dame neben mir versucht schon vorab, einen weg nach draußen auszuloten. da meine position ganz gut war, gab ich ihr zu verstehen, dass ich auf dem weg nach draußen kein hindernis wäre, da ich auch raus müsste. es lief am ende auch unkomplizierter als erwartet.

freitag, 6. märz 2015
das gesamte wochenende verlief unspektakulär, daher für jeden tag kurz: u5, irgendwo zwischen strausberger platz und frankfurter tor, nicht sonderlich leer, mann mit hund, denen ich meinen platz räume, ich geb dem besitzer nur zu verstehen, dass das für den vierbeiner besser passen müsste. abwiegelnde handbewegung gab’s retour, sonst weiter keine versuche.

samstag, 7. märz 2015
war mal wieder eine nonverbale gesprächseröffnung beim rewe hinter der kasse. bin beschäftigt, den einkaufswagen auszuräumen, ältere dame (typ „liebe omi“) nähert sich und möchte sich richtung ausgang durchschlängeln. ich schieb den wagen kurz beiseite, lächle, und ein kurzer profaner plausch über die samstägliche supermarktfülle ergab sich.
vorher noch als einziger an der kasse für kurze zeit in aller ruhe die waren auf das band gelegt und das alles mit der kassiererin noch so angenehm wie möglich gestaltet: „lassen sie sich ruhig 35 minuten zeit, dann habe ich feierabend.“ – „na, dann gebe ich mir mal mühe in zeitlupe.“ hielt ich aber nicht lange durch – bis die nächste kundin kam, sozusagen.

sonntag, 8. märz 2015
mein erstes mal im / auf / am / beim klunkerkranich, und man kann nicht behaupten, dass es wirklich leer gewesen wäre. ein gespräch mit fremden hat sich dort auch nicht ergeben. nur das normale erkundigen, ob da noch ein platz frei wäre (war er) und dann die chance ergriffen, als direkt gegenüber was frei wurde. lustigerweise saßen die freundinnen der dame, die gerade aufgestanden war, noch da, die das auch lachend kommentierten – weggenommen hatten wir ihn ihr schließlich nicht.
entgegen meiner ankündigung eines baldigen zwischenstandes werde ich den doch erst zur halbzeit zum besten geben, wenn diese vermeintlichen erlebnisberichte aus dem alltag sich auch für mich zu sehr wiederholen und mir der sinn nach mehr substanz steht.

montag, 9. märz 2015
nichts berichtenswertes, da keinen richtigen versuch unternommen. irgendwie paradox bei dem frühlingshaften wetter und der somit draußen verbrachten mittagspause.
ein lächeln ging mir gegenüber einer jungen dame über die lippen, als wir beide merkten, dass die am s-bhf hackescher markt eingefahrene s-bahn nur bis ostbahnhof fuhr. wurde nicht wirklich erwidert, die dame kam mir auch etwas im stress vor und beschäftigte sich direkt wieder mit ihrem smartphone.

dienstag, 10. märz 2015
mag es die magere ausbeute vom vortag oder nur die tagesform gewesen sein – sei es drum. mich erstaunt mehr, dass sich alle gelegenheiten im personennahverkehr ergaben.
numero eins wieder auf dem bahnsteig des hackeschen markts, auf dem richtung osten zwei pylonen (alias „verkehrshütchen“) standen. eine roma kam mir entgegen und muss wohl meinen etwas erstaunten blick mitbekommen haben. die eröffnung ging von ihr aus: „was ist das?“, worauf ich nur ein „da kann man nur staunen.“ entgegnete. dabei beließ ich es dann auch.
numero zwei zwischen ostbahnhof und warschauer straße. herr mit campingstuhl stellt sich neben mich vor die tür, die an der warschauer straße aufgehen wird. ich biete ihm meinen stammplatz an der seite der tür mit der glasscheibe an, da man sowohl sich als auch gepäck dort gut unterbringen kann. lehnte er aber ab, da das auch so ginge und vertiefte sich wieder in sein smartphone. auch sonst machte er keine anstalten, groß interagieren zu wollen, aber das mit dem ein- und aussteigen funktionierte tatsächlich.
numero drei kurz vor dem aussteigen am ostkreuz mit einem touristen aus spanien. in der gruppe unterwegs und bei voller s-bahn mit koffer schon nach einem weg nach draußen suchend. war nicht weiter spektakulär: ich sagte ihm nur auf englisch, dass ich auch raus müsste und deutete damit quasi an, dass er die gasse hinter mir nutzen könne. auch das ging alles letztendlich unkomplizierter ab als es anfangs den anschein hatte.

mittwoch, 11. märz 2015
fällt unter die kategorie „soll für heute erfüllt“: aldi, einkaufswagen steht im gang etwas im weg und dessen temporäre besitzerin daneben. hab dann nur angekündigt, dass sie sich nicht wundern soll und ich ihren wagen etwas beiseite schiebe – mehr nicht.
quasi als schocktherapie habe ich mich jedoch heute bereiterklärt, bei einer betrieblichen vollversammlung am freitag kurz den arbeitsablauf meines bereiches zu skizzieren – das sind jeweils zwei sitzungen mit jeweils ca. 100 besuchern. das letzte mal reden vor nicht annähernd so viel publikum war im master-studium, allerdings auch mit wesentlich längerer zeit zum füllen.

donnerstag, 12. märz 2015
wieder mal die „be berlin“-charmeoffensive. mittagspause, ehepaar mittleren alters steht mit stadtplan auf der spandauer straße mit stadtplan. auf englisch gefragt, ob ich helfen könne, und in der tat suchten sie die haltestelle für den sightseeing-bus, der praktischerweise direkt vor dem gebäude hält, in dem ich arbeite. hat zwar etwas gebraucht, ehe ich mich daran erinnerte, aber nun ja. bis das soweit war, fragte ich nach der richtung, in die sie fahren wollten (brandenburger tor), damit ich sie nicht auf die falsche straßenseite schicke.
bedenken, dass dies weit weg sein könne, ließen sich schnell beseitigen, da der bus nicht mal 30 meter von der ampel entfernt hält. scheint auch funktioniert zu haben – jedenfalls habe ich die beiden auf dem rückweg von meiner mittagspause nicht mehr gesehen.

freitag, 13.märz 2015
der tag der vollversammlung unseres standortes und somit eine art lackmustest, was die letzten wochen so bewirkt haben. natürlich ist zwei, drei minuten lang reden vor publikum nicht viel, andererseits bin ich ganz gut darin, mich in details zu verzetteln, wenn ich über etwas rede, das weite teile meines alltags einnimmt. vermeiden ließ es sich nicht, dass ich mir vorab eine ganze menge gedanken darüber machte, was ich in die kurze zeit packen möchte und vor allem wie. so entschied ich mich dazu, eines der erkenntnisse aus dem studium zu beherzigen: lieber lücken im vortrag lassen und trotzdem versuchen, ihn so interessant zu gestalten, dass raum für nachfragen bleibt. weiterhin ungewöhnlich: ohne notizen reden und wenigstens die hälfte zu improvisieren.
es lief echt passabel. klar hatte ich bei beiden sitzungen an der einen oder anderen stelle einen kleinen hänger. aber was früher (also viel früher, weit vor dem start des projekts) nach vorträgen noch zu innerlichem kopfschütteln geführt hätte, warum das nicht besser ging, nehme ich sowas nun von vornherein in kauf, zumal das bei anderen durchaus genauso ist. einen vorteil bringt es, keine zettel zu benutzen und sich nicht permanent auf die präsentation konzentrieren zu wollen: man hält augenkontakt mit dem publikum. zu leise genuschelt scheine ich auch nicht zu haben, einzig etwas bewegung anstatt mehr oder minder auf der stelle zu verharren wäre noch hilfreich. so ist das mit der neugewonnenen freiheit ohne podium.
gab jedenfalls lob von mehreren seiten, neben manchen kollegen auch vom standortleiter. also durchaus streicheln des egos – ergo: ja, kann ich durchaus wiederholen.
sonst noch abends in der u9, wobei der anlass auch wirklich eine steilvorlage in form eines alkoholisierten jungen herrn war, dessen stimmung so im halbminutentakt zwischen „brüderschaft besiegeln“ und „bastard zusammentreten“ wechselte. seine (intakte) glasflasche als drohgebärde in der hand half nicht wirklich dabei, die situation einfach ausblenden zu können. so entzogen sich manche fahrgäste – unter anderem auch ich – der situation durch weitergehen in den hinteren teil des waggons. da stand ein paar neben mir, mit denen ich kurz die situation analysierte. zugegebenermaßen aus dem beweggrund heraus, die durchaus vorhandene anspannung für eine station zu überbrücken, bis ich an der leopoldstraße ausstieg. der herr hatte noch andere substanzen außer alkohol in verdacht, was ich durchaus plausibel fand. ich war nur froh, dass der stresser mit seinem begleiter am bahnhof leopoldstraße nicht ausstieg und bis zum stattbad nichts weiter passierte.

samstag, 14. märz 2015
staub, tanzfläche, savas pascalidis spielt, ein junger herr in sichtweite mit shazam auf dem smartphone. hingegangen, ihm gesagt, dass das planetary assault systems ist. er fragt während des eintippens nach dem track, „surface noise“, ich sag ihm noch das label (peacefrog), er freut sich, weil das so eine schöne nummer ist, die sich ins hirn schraubt. kann er ja jetzt auf die jagd gehen, der bildungsauftrag war für den abend jedenfalls erledigt.

sonntag, 15. märz 2015
an sich nichts zu berichten, da ich bei dem grau in grau keinen fuß vor die tür setzen wollte. mit einer menge guten willen kann man es als smalltalk-versuch gelten lassen, dass wir nach der staub eine kleine gemütliche afterhour hatten, auf der ich für ein kleines publikum im raume auflegte (ja, tatsächlich platten). im publikum dabei eine mir nur im blank flüchtig bekannte dame, mit der ich zwischen der einen und der nächsten platte kurz über umfang und systematik meiner sammlung redete. und ja, die ist tatsächlich für neue gäste hier tatsächlich regelmäßig ein aufhänger.

montag, 16. märz 2015
wieder mal „be berlin“, nur dass die dame mit koffer, der ich am alexanderplatz weiterhelfen wollte, den weg zu ihrem hotel bereits gefunden hatte, als ich fragte. hab dabei aber gemerkt, dass an der theorie, sich nicht länger als zwei sekunden zum ansprechen zeit zu lassen, überaus etwas dran ist. glaube, ich lag bei der bedenkzeit sogar etwas – wenn auch unwesentlich – drüber.

dienstag, 17. märz 2015
mittlerweile gleichen sich die szenarien und als gespräch(e) kann man’s eigentlich auch nicht zählen. mittagspause, begleitung für kolleginnen zum snack-holen und dabei vermeintlich den eindruck erweckend, in einer schlange zu stehen. die bedenken habe ich in aller kürze zu zwei verschiedenen gelegenheiten in zwei verschiedenen shops ausgeräumt, mehr nicht.

mittwoch, 18. märz 2015
déjà-vu zum x-ten: supermarktkasse, warentrenner noch nicht bis zur dame vor mir und meiner wenigkeit durch. als einer in reichweite war, habe ich mir den geschnappt und nur kurz gemeint, dass das dann auch erledigt wäre. sie holte sich einen weiteren und legte den zwischen die lebensmittel ihrer vorgängerin und ihrer eigenen und meinte dann nur in meine richtung „ich jetzt auch.“
lächeln beiderseits, das war’s.

donnerstag, 19. märz 2015
da blieb es am hackeschen markt beim versuch, zwei ratlosen touristinnen helfen zu wollen. die waren beide so in ihre karte vertieft, so dass ich deren aufmerksamkeit, während ich in ihrem rücken stand, auch nicht bekam – es sei denn, ich hätte noch etwas lauter gefragt. da der erste versuch aber schon moderat laut war, dachte ich mir, es auch dabei belassen zu können.

freitag, 20. märz 2015
kann man strenggenommen noch zum donnerstag zählen. about blank, während des sets von fr. jpla. ich kann das label einer platte im dunkeln nicht so erkennen, schalte die led auf dem smartphone an, das ging dann so besser.
eine neben mir tanzende meinte, dass man das so aber nicht macht, um den dj nicht aus dem konzept zu bringen. klar hätte ich auch fragen können, aber da fr. jpla mit beiden seiten des kopfhörers beschäftigt war, den nächsten track einzupitchen, dachte ich mir, dass es auch so ginge (und natürlich war’s so). da die dame das sowieso alles andere als ernst meinte, konnte ich auch kurzzeitig den egoistischen deckshark mimen, der nur an die information wollte. bei dem kurzen augenblick blieb es dann.
ach ja, es war die w.i.r.e. – encounter auf mord.

samstag, 21. märz 2015
wie für den freitag kann man das wiederum zum freitag zählen, und dann auch noch im gewohnten territorium, wobei ich beide male angesprochen wurde. beide male in der panorama bar, lustigerweise an der gleichen stelle sitzend, dann auch noch nacheinander und (um dem ganzen noch die krone aufzusetzen) ging es mehr oder minder sogar fast um die gleichen themen: beides waren raucher, der eine geht nur noch selten weg (der job), der andere raucht unter der woche nur eine zigarette pro tag, dafür am wochenende beim ausgehen umso mehr. bei letzterem war ein neben uns sitzender typ, der eigentlich ins bett gehört hätte, der aufhänger und eine kurze fragende geste seinerseits, ob der zu mir gehört (tat er nicht). daraufhin wechselte ich den sitzplatz und blieb dann auch wenigstens 15-20 minuten sitzen, um über das rauchen und natürlich das berghain als gesamtkonzept zu philosophieren – was man dort eben als einstieg so macht.

sonntag, 22. märz 2015
schon wieder die panorama bar, fast die gleiche stelle wie am tag zuvor. werde wieder angesprochen, diesmal war aber weniger rauchen das thema, sondern tatsächlich musik. der junge herr war eher durch hiphop sozialisiert, empfand techno zum feiern jedoch als angenehmer. er begegnete mir auch noch später während pev & kowton und wollte mich noch auf der tanzfläche in ein gespräch verwickeln. da war ich eher kurz angebunden, weil mich das auch als gast nervt, wenn zwei oder mehr sich damit zum block auf der tanzfläche entwickeln.
später (und ja, da bin ich ein wenig stolz drauf) verhalf ich einem italiener noch zur identifikation eines tracks. nachdem es verbal aufgrund der lautstärke nicht klappte und er auch nicht so recht zu wissen schien, was ich eigentlich von ihm wollte, nachdem ich ihn mit shazam sah, hielt ich ihm das smartphone-display mit dem discogs-eintrag vor die nase. den wollte er abfotografieren, pulte extra seinen aufkleber von der kamera (man erinnert sich: berghain, fotoverbot…). es brauchte drei, vier anläufe, ihm zu verklickern, dass ich ihm das auch eintippen kann, weil er rausfliegen würde, wenn jemand ihn erwischt (und womöglich auch mich als quasi-beihelfer). das sah er dann irgendwie ein und ich konnte es eintippen.
war übrigens „technic“ von parallel 9 auf a.r.t.less.

montag, 23. märz 2015
nichts zu berichten, war nach dem wochenende wohl etwas mundfaul. mit etwas gutem willen kann ich ja einen der beiden herren vom sonntag zum montag zählen.

dienstag, 24. märz 2015
tram-haltestelle hackescher markt, höhe der filiale der berliner bank. ein pärchen studiert das fahrplan-netz ziemlich lange, so dass ich nach einer halben minute doch mal interveniere.
die beiden wollten zum alexanderplatz. klar hätten sie da auch die s-bahn nehmen können, aber es gibt auch genauso gut die zweite tram-station um die ecke grob in richtung dgb-gebäude. da hab ich die beiden hingeschickt, sind ja auch nur zwei stationen.

mittwoch, 25. märz 2015
schon wieder nichts zu berichten, es hat sich einfach nicht die gelegenheit ergeben – kann aber auch sein, dass der arbeitstrott der woche meine sinne etwas vernebelte.

donnerstag, 26. märz 2015
erneut wurde ich angesprochen: am s-bhf friedrichstraße, wieder touristen, die auch zum alexanderplatz wollten (was wollen die eigentlich alle da? so wahnsinnig attraktiv ist dieser platz nicht.) und mich fragten, ob die richtung richtig sei, die sie sich ausgesucht hatten. war sie, die info, dass sie nur zwei stationen zu fahren hätten, gab’s gratis obendrauf.

freitag, 27. märz 2015
s-bahnhof hackescher markt, nach feierabend. schon an der rolltreppe fällt mir eine jüngere dame auf, die längere zeit in den plan mit dem vbb-netz schaut. an sich hätte ich da schon fragen können, aber so kurz vor der rolltreppe läuft man gefahr, andere zu blockieren.
also hoch, sie hinter mir auf der rolltreppe, kommt ein paar sekunden nach mir auf den bahnsteig. dort wieder der geöffnete plan. und an der stelle dachte ich mir so, dass das mit dem kürzeren zögern beim ansprechen in den letzten wochen schon besser geklappt hätte. ehe ich den augenblick völlig verpasse, frage ich aus sicherer distanz auf englisch, ob ich helfen kann. an sich brauchte sie nur eine bestätigung, ob sie in der richtung zum (wer hätte das gedacht?) alexanderplatz käme. natürlich lag sie da richtig, die nächste station war ihre, somit wieder ein kapitel aus „be berlin“ abgeschlossen.


projektevaluation

es wird nach gut drei jahren mal zeit, sich der frage zu stellen, ob das alles etwas gebracht hat. wer sich fragt und es genau haben möchte, warum in der woche vor ostern keine aktualisierungen mehr kamen: typisches problem seit teenager-tagen – frau nach vorheriger unterhaltung (die nicht auf dem projekt basierte, sondern sich im berghain einfach so ergeben hat) nicht nach der nummer gefragt und damit natürlich gleich angenommen, dass der vorlauf nichts gebracht hätte.

es war beides: selbsterfahrung und soziologische beobachtung. wie bereits erwähnt: bereits vor drei jahren war der smartphone-wahn präsent, der vielen im öpnv oder auch auf der straße ihren sicherheitskokon verschafft (wahlweise auch zeitung oder buch). würde ich von mir selbst ausgehen, wäre mir in dem augenblick auch nicht unbedingt danach, gestört zu werden, wobei ich es abhängig machen würde, von wem, wie und wofür.

da sind wir genau bei dem bereits eingangs beschriebenen punkt mit dem smalltalk: da ich das nie gelernt und dafür auch nicht so recht etwas übrig habe, liefere ich bei einer aus dem nichts gestarteten unterhaltung einen etwas gezwungenen subtext mit. keine frage, das geht bei entsprechend guter tagesform auch mal, aber in der regel benötige ich einen aufhänger und am besten noch ein gemeinsames thema. das sollte nicht etwas profanes wie das wetter oder eine überfüllte, zu spät gekommene bahn sein – zumindest ich würde das thema nicht darauf lenken wollen.

es ist jedoch anders, wenn ich angesprochen werde: da spiele ich ganz gerne mal mit, bzw. meistens sind das eh fragen nach dem weg, womit sich der helferkomplex auch sehr gut bedienen lässt. zweckgebundene, gar zielführende unterhaltungen sind also eher meine sache, anstatt sie nur um ihrer selbst willen zu führen. das kann faktenorientiert sein (als detailverliebter besonders wichtig), kann aber auch dazu dienen, mehr über sein gegenüber zu erfahren, wobei ich noch am feinschliff für offene fragen arbeite.

was ich aus den fünf wochen mitgenommen habe:

ich bin nicht der einzige, der sich unterwegs einigelt. das ist aber kein grund, dies zu perfektionieren. vielmehr sehe ich zu, dass ich meinen blick lieber vom smartphone abwende und durch die gegend schweifen lasse. dies war allerdings auch vorher schon so. das projekt hat nur den blick dafür geschärft, dass viele es nicht darauf anlegen.

sich trauen ist durchaus ok, aber es hilft nichts, einen nicht zu mir gehörenden wesenszug aus dem nichts zu erschaffen. klar, das smalltalken wird wie viele dinge zu dem gehören, was man lernen kann. aber das geht nicht von jetzt auf gleich und ich mag mir auch keine allerweltsfloskeln antrainieren. es wäre einfach nicht authentisch. stattdessen bin ich eher der reaktive typ: das mögen situationen sein, wenn man sie zufällig gleichzeitig erlebt oder eben gemeinsame themen, wenn man sich schon ein paar takte lang kennt oder sich an orten mit klarem thematischen bezug begegnet (club, plattenladen, ausstellung usw.). dann klappt das auch mit dem setzen von themen – deren findung geht (gerade in alltagssituationen) nicht von jetzt auf gleich. diesem aber zeit zu geben und (gerade von mir selbst) in der hinsicht nicht zu viel auf einmal erwarten zu wollen, ist etwas, das ich gerne aus dem projekt mitnehme.

das schwere los der berliner s-bahn

tja, die gute s-bahn hat es schon seit jahren nicht leicht. wenn nicht gerade die vier jahreszeiten als hauptfeinde eines regulären betriebs ihr unwesen treiben, schaffen entweder kabelbrände und / oder baustellen schnell abhilfe, dass die schlagzeilen auch nicht ausgehen.
(kurzer disclaimer: ich hatte schon länger keinen grund mehr, mich über sie oder eine unglückliche verkettung von zufällen aufzuregen. kann aber auch mit meiner luxussituation zusammenhängen, wonach ich mir das öffentliche fortbewegungsmittel aussuchen kann.)

der gewöhnliche berliner kriegt in jedem fall genug futter zum meckern. und dann passiert am neuen prestige-bahnhof ostkreuz auch noch sowas…

sbahnundkeinende

(aufgenommen: heute früh, freitag, 5. september 2014, 7:44 uhr)

zugegeben: das dilemma ist nicht auf den ersten blick erkennbar. daher nur der tipp: erinnert an zeiten von windows xp vor irgendwelchen service packs.

hier läuft seit eben übrigens wordpress 4.0, aber das nur am rande. wem irgendetwas aufstößt: bitte bescheid geben. kann meistens an einem plugin liegen, aber da wird in den nächsten tagen sicherlich einiges nachgeliefert.

anschubhilfe für das institut für zukunft

crowdfunding ist dieser tage ja in aller munde und ich bin vor geraumer zeit vom initiator der kampagne gefragt worden, ob ich nicht ein paar worte zu diesem projekt verlieren und die kampagne verlinken könnte.

nun habe ich wenig erfahrung mit auftragsarbeiten und bin zudem etwas eigen (um nicht zu sagen: reserviert), wenn jemand mich darum bittet, etwas über andere projekte zu schreiben. bringt irgendwie den beigeschmack mit sich, als reklametafel gebraucht zu werden.

gelesen hatte ich davon schon beiläufig, aber jetzt im nachhinein war es gut, direkt mit der nase darauf gestoßen worden zu sein. in leipzig soll mit dem institut für zukunft ein neuer club entstehen. eine hälfte des sehr geschätzten duos dead baby in a plastic bag (unclean) macht das booking und fungiert als resident – neben subkutan, dem man so einiges positives nachsagt. man hat sich entschieden, kirsch audio als berliner hersteller von qualitäts-anlagen auf dem hauptfloor einzusetzen. die anlage möchten sie nicht mieten, sondern kaufen, und dafür benötigen sie 30.000 euro.
sicher hat man die summe nicht gerade mal eben parat, ergo kann man versuchen, auf die solidarität der szene zu setzen. die startnext-kampagne wurde von franziskus gestartet, der vor einiger zeit bei killekill als praktikant eingebunden war. in der zwischenzeit kreuzten sich unsere wege auf einigen parties und somit schließt sich auch ein wenig der kreis.

bislang sind gut 12.000 euro zusammengekommen, die kampagne läuft noch bis zum 23. august 2013. da sie sich selber sehr sympathisch und bodenständig vorstellen, sei einfach direkt auf startnext inklusive video verlinkt: klick.

ergo: eine tatsächlich überaus unterstützenswerte sache, also überlegt’s euch (nicht zu lange).

nachtrag, 21.08.2013, 23:11 uhr
ziel erreicht, zwei tage vor ablauf sind es zu diesem zeitpunkt 30.823 euro. klasse, glückwunsch, und ich komme definitiv vorbei, um mir die anlage anzuhören. wollte mir eh mal leipzig etwas genauer anschauen, da das erste und bisher einzige mal vor vier jahren so kurz war, dass es quasi nicht zählt.

[berlin / 01.05.2012] spatenstich am holzmarkt

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im juni letzten jahres hatte ich noch über die pläne und die damit verbundenen hoffnungen für das gelände der ehemaligen bar 25 geschrieben und es glatt versäumt, im oktober die erfolgsmeldung zu teilen. dank hilfe einer schweizer genossenschaft und einem offenbar erfolgreichen aufruf, selber anteile zu zeichnen, sind die weichen zur verwirklichung eines alternativentwurfs zu den sonstigen vorhaben mit den filetstücken an der spree gestellt.
ich werde mir das morgen nach getaner arbeit mal anschauen. das überaus ambitionierte gesamtkonzept lässt sich direkt von deren webseite herunterladen und obwohl ich zu der vergangenheit an der holzmarktstraße so keinen bezug habe, finde ich das vorhaben alleine aus sicht der stadtentwicklung her sehr spannend und wünsche den kreativen köpfen dahinter, dass es sich von selbst tragen wird.

musik
acid pauli
die trümmertanten
heimlich knüller
casino gitaro
lust & love
annen may kantereit

eintritt
frei

review

wird es nicht geben. das ist eher als nachgeholte nachricht zu verstehen. es sei denn, es entwickelt sich zu so einem happening mit ähnlich vielen eindrücken wie von einem fusion-wochenende.
mein plan ist jedenfalls, dort kurz vorbeizuschauen, um danach den weg in richtung vor:wien anzutreten.