[berlin / 01.-03.02.2020] griessmühle: cocktail d‘amore xxl

bin seit einer stunde da. der wintergarten ist am vollsten, keine musik im silo, platz zur entfaltung in der halle. muss nur noch damit klarkommen, dass kein line-up aushängt.

update, 02.02.2020, 00:52 uhr:
chida hat das line-up bei instagram gepostet. damit kann ich auch die tracks später den djs zuordnen und der autist in mir gibt ruhe.

main room / halle
01.02.2020
00h00 cosmo vitelli
04h00 bell towers
08h00 chris cruse
12h00 jackie house
16h00 doc sleep
20h00 dj city
02.02.2020
00h00 abajour
08h00 vani-t
12h00 rroxymore
16h00 liad
20h00 omer
03.02.2020
00h00 chida

cosmic hole / silo
01.02.2020
02h00 massimiliano pagliara
06h00 pasiphae
10h00 pause
22h00 dama b2b trent
02.02.2020
10h00 pause
22h00 budino
03.02.2020
02h00 juan ramos

wintergarten
01.02.2020
10h00 daniel wang
14h00 jeffrey sfire & jacob meehan
22h00 pause
02.02.2020
10h00 stella zekri
14h00 luigi di venere
18h00 alex from tokyo

eintritt
15 euro

[berlin / 26.01.2020] griessmühle: is this the end?

das line-up ist raus, praktischerweise als bild, das ich damit bequem hier reinkopiere. lässt sich organisatorisch bei mir nicht anders bewerkstelligen als sonntagabend und montagabend.

nachbetrachtung

das ging an der tür (dank vorarbeit durch die / bei der mother’s finest) sehr entspannt, und selbst drinnen war das platzangebot sonntagnacht noch gut auszuhalten. wobei das auch eindeutig der kürzere ausflug von beidem war.

mir fällt es auch nicht schwer, die favoriten zu benennen, auch wenn das sehr in schwarz-weiß-malerei ausartet. sonntagnacht war es die halle mit serge, der wunderbar zwischen hardwax, köln, brighton, neuerer schule, detroit und warp vermittelte.
montagabend waren mareena & stojche im silo die rettung. der wintergarten war bei daniel wang zumindest so proppevoll, dass rempeln an der tagesordnung gewesen wäre (und ja, mich spannt sowas mittlerweile eher an). sam buca (dj-alias des griessmühlen-chefs) spielte dort zum schluss noch drei italo-sachen und hat mich damit fast auf die probe gestellt. einen vierten track hätte ich nur mit etwas glück noch erkannt. da sich alle mittlerweile in meiner sammlung befinden und es auch noch ziemliche hits sind, ging das jedoch (es waren: kano – another life, mr flagio – take a chance, charlie – spacer woman).

die halle war für meinen geschmack in der zweiten schicht musikalisch nicht auszuhalten. kann zwar verstehen, dass die damen und herren anfang 20 noch sehr auf brachiale abfahrt stehen (ich war ja selber nicht besser), aber die aneinanderreihung billiger rave-signale wie bei i hate models hatte ich irgendwie ziemlich schnell satt.
ist wohl die neue härte, durch die alle, die mit der musik in den 1990ern aufgewachsen sind, um sie um die jahrtausendwende in den clubs zu erleben (und damit ihre musikalische dna für die einzig wahre halten), durch müssen. es gibt da parallelen zu hardtechno (unter der „schr…“-bezeichnung, der ich mich immer noch verweigere) so ab 2001/2, bis das ein jahr später auch nicht mehr tragbar war, aber in seiner nische bis heute existiert.
im silo hingegen: erstaunlich viel platz, zwei djs, die sich wunderbar die bälle zuspielten und eigentlich auch mehr resonanz verdient gehabt hätten. aber so ließ sich das dort bis in die nacht hinein genießen.

trackauswahl (°: shazam)

serge
equalized – 001 (b1)
truncate – modify
neil landstrumm – takks
dax j – the future°
aril brikha – groove la chord (lief auch später bei mareena & stojche)
f.u.s.e. – f.u.
fred gianelli – fox hunt°
jeroen search – the future is ours°
endlec – force of future°
blawan – peaches (coronation) (direkt danach)
mescalinum united – we have arrived (aphex twin qqt mix) (direkt danach)
randomer – stupid things i do (direkt danach)
mike ink – diagram
dj godfather – bang the box°
vladimir dubyshkin – grasshopper’s opinion°
dj slugo – freaky ride°
air liquide – this is not a mind trip
dj assault – u can’t see me
aphex twin – on

subjected
dj rush – freaks on hubbard (dave clarke remix)

mareena & stojche
dave clarke – before i was so rudely interrupted part 1
ian pooley – celtic cross (bangin‘ bass mix) (direkt danach)
dave clarke – way of life°
james ruskin – subject
stojche – magnitude (direkt danach)
jeff mills – the bells
dj hmc – cum on
woody mcbride – dr. j
steve poindexter – work that mutha fucker (direkt danach)
barcode population – untitled
fjaak – turn it up
addison groove – allaby
devilfish – manalive°
joey beltram – the next

die griessmühle am haken der investoren

update, 29. januar 2020:
ganz kurzes update: es gibt eine pressemitteilung auf der griessmühlen-seite, die ich hier im wortlaut hineinkopiere. kurzform: exilveranstaltungen finden am wochenende in der alten münze sowie unter der woche im polygon statt.
zeigen


(quelle, aufgerufen am 29. januar 2020 um 22:27 uhr)


update, 22. januar 2020:
ganz leiser optimismus mischt sich unter meine vorhandene grundskepsis. die clubcommission hat eine pressemitteilung herausgegeben, wonach das abschlusswochenende nun doch auf anfang februar fallen kann und der club bis mitte februar geräumt sein muss. die griessmühle an sich kann ihr programm für die nächsten monate im exil fortsetzen. das wird entweder in lichtenberg oder mitte liegen.
die s immo zeigt sich weiterhin offen, mit der clubcommission eine zwischen- sowie nachnutzung „zu prüfen“. das ist der punkt, an dem wieder die skepsis ins spiel kommt: wenn das gelände erst noch weiterverkauft werden soll, wer garantiert dann, dass künftige eigentümer eine vergleichbare gesprächsbereitschaft an den tag legen oder dass die s immo weiterhin als verwalter für das gelände fungiert?
wie auch immer: ich hatte am ersten februar-wochenende zwar etwas anderes vor (tatsächlich dj rush im berghain besuchen. soll letztes jahr toll gewesen sein.), aber das wird jetzt durchkreuzt.
der übersicht halber hänge ich unten einen pressespiegel an, der wie dieses posting fortlaufend ergänzt wird, dabei jedoch keinen anspruch auf vollständigkeit erhebt.


update, 21. januar 2020:
es gab heute ein treffen zwischen der bezirksvertretung (georg kössler von den grünen), dem wirtschaftsstaatssekretär, der clubcommission (vertreten von sascha disselkamp) und vertretern des eigentümers. näheres ist bei rbb24 oder auch beim tagesspiegel (in kürzerer form) nachzulesen.
das sieht nach zugeständnis aus, aber mit weiteren kampagnen in richtung des eigentümers / investors sollte man vorsichtig bleiben. die absichtserklärungen, den clubstandort neben gewerbegebäuden in der planung zu berücksichtigen, gibt es bislang nicht schriftlich und können daher schnell wieder nichtig sein.
es bleibt immer noch der eindruck: kommunikation auf augenhöhe ist das nicht, sondern ein weiteres kapitel im machtspiel zwischen einem profitabel arbeitenden club und einer gegenseite mit einem wesentlich größeren betrag in der portokasse.
von dem aufruf für morgen vor dem neuköllner rathaus wisst ihr alle sicherlich.


dazu wollte ich schon seit ein paar tagen was schreiben, aber mit der heutigen eskalationsstufe wird es akut (und wahrscheinlich auch etwas polemisch).

es ist das übliche: das gelände der griessmühle hat sich nominal in den letzten jahren zu einem filetstück entwickelt. die siag property ii gmbh hat als aktueller eigentümer durch den verwalter (die s immo gmbh) den mietvertrag bis zum 31, januar 2020 auslaufen lassen. eine baugenehmigung gibt es seit november 2019 für das gründstück, jedoch möchte der aktuelle eigentümer dies lieber weiterverkaufen. da also aktuell unklarheit über den künftigen eigentümer / investor herrscht, gibt es auch niemanden, mit dem die griessmühle über einen weiteren verbleib verhandeln könnte. die baugenehmigung ist das eine, die pläne des neuen eigentümers etwas anderes. es wird aber überraschenderweise auf gewerbeflächen (also mehr büros für die stadt) hinauslaufen.

die petition auf change.org (klickt auf das bild) ist seit fünf tagen online, hat jetzt (20. januar 2020, 20:57 uhr) bereits 37.967 unterzeichner*innen und hätte gerne 50.000 insgesamt. die forderungen sind dort allesamt nachzulesen und leider aus anderen zusammenhängen wohlbekannt.

anscheinend sind dem aktuellen eigentümer die kampagnen, solidaritätsbekundungen der politik und die solidarität unter den clubs (worauf man sich dankenswerterweise verlassen kann, wenn es um die szene als solches geht) ein dorn im auge. dieser maßt sich nun an, die abmachung für eine abschlussparty in der griessmühle am ersten februar-wochenende (was die letzte cocktail d’amore an ort und stelle gewesen wäre) zurückzuziehen. und dies in einer situation, in der in den nächsten monaten sicherlich nicht mit einem spatenstich zu rechnen ist.

vor dem hintergrund erscheine ich als clubgänger und musikliebhaber einmal mehr machtlos. zugegeben: mir fielen ein paar kritikpunkte für die griessmühle als club ein, aber erstens lässt sie partyreihen mit mut zum risiko zu (mother’s finest, wax treatment) und sticht damit in der berliner clublandschaft zumindest inhaltlich positiv hervor, zweitens finden sich selbst im populärsten club immer irgendwo haare in der suppe.
es gibt also gute gründe für die petition und den rückhalt in der lokal- und sogar stadtpolitik. da ist man tatsächlich einsichtig, dass die szene ein standort- und damit wirtschaftsfaktor ist. alleine: es hilft nichts. appelle der bevölkerung sowie renommierten politischen entscheidungsträger*innen verhallen scheinbar ungehört. das vetorecht scheint einzig und allein beim eigentümer zu liegen, der einem kulturstandort nicht mal mehr drei zusätzliche tage zubilligen möchte, um sich wenigstens gebührend aus der clublandschaft zu verabschieden.
es ist das typische, leider nur zu bekannte machtspiel, bei dem es lediglich bei der hoffnung bleibt, dass sich das in eine david-gegen-goliath-situation umkehrt. stattdessen wird auf eigentümerseite erfolgreich gemauert und sämtliche versuche, einen dialog herzustellen, laufen ins leere. es geht schlicht und ergreifend um die durchsetzung des eigenen interesses, ohne dabei rücksicht auf in den vergangenen jahren entwickelte kulturelle strukturen zu nehmen. diese könnten ja der weiteren kursentwicklung für das grundstück schaden. investorenseitig lässt man also das kapital die muskeln spielen und schaltet auf durchzug.

klar könnte ich jetzt das lied vom ausverkauf berlins und dem politischen versagen, das (weit vor rot-rot-grün) dazu geführt hat, anstimmen. und ja, es wird sicher irgendwo, irgendwie weitergehen. es ist noch nicht mal die dem ewig gleichen muster folgende dramaturgie (club findet standort in innenstadtnähe, umgebung wird attraktiv, investoren werden hellhörig, gentrifizierung startet, und nach und nach verschwinden die institutionen, die diese standorte einst so attraktiv gemacht haben). um ehrlich zu sein, langweilt mich das sogar ziemlich: petitionen, bvvs sowie treffen der clubbetreiber mit politikern, behandlung des themas auf großer bühne im senat, gesprächs- und verhandlungsbereitschaft sind ja ganz gut gemeint, am ende gewinnt aber doch immer die seite, die „standorte entwickeln“ möchte. die subkultur kann hier lediglich etappensiege in form von monatlicher weiterduldung bis zum baustart erringen, ist aber letztlich immer abhängig vom wohlwollen einzelner eigentümer oder firmenkonglomerate.
sowohl subkultur, clubgänger und leider auch politiker werden in die rolle des bittstellers gedrängt. und an der unverfrorenheit der siag ist nun zu sehen, dass man sich selbst mit einem sachlichen engagement bitte nicht aus der deckung wagen soll – sonst kann der daumen schnell wieder gesenkt werden. das durchbricht meine langeweile ein wenig. immerhin wurden clubbetreiber bislang meistens wenigstens angehört, wenn eine „entwicklung des standortes“ mit ihnen nicht möglich war.

kombiniert man das mit der allgemein in berlin herrschenden verdrängung aufgrund von auf immobilien fußenden investorenträumen, ist das der stoff, bei dem man sich nicht wundern muss, wenn ziviler ungehorsam an dessen ende steht.

es wäre trotzdem nett, wenn der*die eine oder andere die petition unterschreibt. alleine wegen einer schön hohen symbolischen zahl zum schluss.


pressespiegel

rbb24.de (13.01.2020): neuköllner club griessmühle vor dem aus
rbb24.de (21.01.2020): neue hoffnung für techno-club griessmühle
rbb24.de (21.01.2020 / video): berliner club kann womöglich bleiben
rbb24.de (23.01.2020): alternative für techno-club griessmühle gefunden
rbb24.de (30.01.2020): techno-club griessmühle zieht in die alte münze

groove (15.01.2020): griessmühle: die fakten zum hilferuf des berliner clubs
groove (16.01.2020): griessmühle: der bedrohte berliner club startet eine online-petition
groove (16.01.2020 / für abonnenten): konkrit: stadtleben und clubsterben – über die londonisierung berlins
groove (21.01.2020): griessmühle: berliner abgeordnetenhaus spricht sich für erhalt des clubs aus
groove (22.01.2020): griessmühle: die s immo geht in den dialog
groove (23.01.2020): griessmühle: exil in mitte oder lichtenberg
groove (23.01.2020): griessmühlen-demo: ein eindringliches zeichen
groove (30.01.2020): griessmühle: standort für die zwischenlösung steht fest

tagesspiegel (06.01.2020 / checkpoint, also für abonnenten): club-betreiber wehren sich mit youtube-video gegen verdrängung
tagesspiegel (08.01.2020 / aus dem neukölln-newsletter): save griessmühle: club wehrt sich gegen verdrängung
tagesspiegel (13.01.2020): griessmühle muss vermutlich schließen
tagesspiegel (15.01.2020): techno-club hofft auf gespräch mit eigentümern
tagesspiegel (20.01.2020): griessmühle plant kundgebung vor neuköllner rathaus
tagesspiegel (21.01.2020): areal der griessmühle soll clubstandort bleiben
tagesspiegel (22.01.2020): griessmühle zieht nach lichtenberg oder mitte
tagesspiegel (29.01.2020): der techno-club „griessmühle“ zieht in die alte münze

taz (22.01.2020): es wird weiter getanzt

clubcommission (22.01.2020): pressemeldung

berliner zeitung (16.01.2020): berliner club griessmühle muss schließen: politik will das aus verhindern
berliner zeitung (21.01.2020): griessmühle vor dem aus: so wollen die betreiber kämpfen
berliner zeitung (22.01.2020): griessmühle wird an neuen standort verlegt
berliner zeitung (31.01.2020): letzte technonacht steht in der griessmühle an

residentadvisor (16.01.2020): berlin club griessmuehle could close at the end of january
residentadvisor (20.01.2020): landlords cancel cocktail d’amore’s griessmuehle closing party
residentadvisor (21.01.2020): griessmuehle team to stage protest in berlin tomorrow
residentadvisor (23.01.2020): „clubkultur ist kultur“: hundreds gather in berlin to protest griessmuehle closing
residentadvisor (29.01.2020): closing berlin club griessmuehle announces temporary venues for upcoming events
residentadvisor (29.01.2020): review: griessmuehle – is this the end?

new york times (24.01.2020): protestors and politicians rally to protect berlin’s clubs

dazed (31.01.2020): griessmuehle: berlins mourns the loss of yet another club

[berlin / 11.01.2020] about blank: staub

drei wochenenden staub in folge. hintergrund ist deren wechsel in der heimstätte auf den zweiten samstag im monat, damit termine wie der clubgeburtstag, fusion oder auch silvester keine logistischen hürden mehr darstellen und das stammpublikum auch die uhr nach dem termin stellen kann.

ablauf

lobby
10h00 mike fly
14h00 kim leclerc
18h00 alienata

mdf
14h00 irakli
18h00 oliver rosemann live
19h30 irakli

zelt
14h00 raum dj team
17h00 dan laig
18h00 bastus & sören miehe
20h00 tonschub

nachbetrachtung

war als gast und artist care in personalunion dort, um bei letzterem auszuhelfen. begann um 15 uhr, blieb bis zum schluss und hatte dabei insgesamt recht wenig zu tun. eigentlich nur getränke zu den gerade spielenden acts bringen, also das übliche. technische probleme gab es keine, dennoch war ich munter am drehen meiner runden.

irakli hatte mir schon bei der dezember-staub davon erzählt, beim nächsten mal quasi alleine auf dem mdf zu spielen. ich finde sowas auch klasse – zumal es sich auch hier um ein datum handelte, das nicht wesentlich mehr gäste als bei der dezember-ausgabe erwarten ließ. alleine deshalb gut, weniger djs zu buchen und denen gleich wenigstens vier stunden zeit zur entfaltung zu geben (ausnahme: das zelt, was aber ein quasi-geburtstagsfloor war). davon abgesehen: etwas stärkerer andrang als noch zwei wochen zuvor.

kim leclerc in der lobby mit vinyl sowie stil- und tempobrüchen. kam dabei u.a. mit hardcore aber gut beim publikum durch. alienata war danach mit electro und acid wieder mal in ihrem element und da verflogen die stunden auch sichtlich.
interessantes setup beim raum dj team: erst zwei, später drei herren. zwei davon mit laptop, auf dem youtube sowie spotify die tracks abspielten. der dritte im bunde mit cds.
dan laig hat in der stunde danach schön wild durcheinander (ungemixt) gespielt und damit dem publikum einiges an flexibilität abverlangt. fand ich gerade deswegen gut. tonschub danach im weitesten sinne mit house.

der mdf also bis auf die anderthalb stunden live-act fest in der hand von irakli, der sich gerade beim zweiten set in einen rausch mixte und richtig gut mit mal mehr und mal weniger perkussiven tools arbeitete. auch wenn’s nicht nach mir gehen sollte: das konzept, einem der residents pro quartal einen floor quasi komplett zu überlassen, wäre echt eine überlegung wert. waren manche sets auf dem mdf bei der staub in letzter zeit hart-funktional und / oder zu statisch, war dieses mal eine dynamik drin, die der staub eher gerecht geworden ist. auch oliver rosemanns set mit sounds aus der no-future-ecke fügte sich da gut ein.

unter’m strich: überdurchschnittlich guter staub-einstieg ins neue jahr (also an der heimstätte).

notierte tracks (°: shazam / °°: decksharking)

irakli:
conrad van orton – sentinel°
voodoo child – horses
shngl – catalyst°°
the chemical brothers – hey boy hey girl (kink remix)° (lief auch bei alienata)

kim leclerc:
afx – cilonen
aphex twin – 4 (letzter track)

raum dj team:
robert hood – omega
dj zinc – super sharp shooter

dan laig:
sightings – odds on°
scorn – worried°°
denzel curry feat. sam sneak – shake 88°
joe jackson – stepping out
yazoo – goodbye 70’s°
like a tim – legs° (wusste gar nicht, dass es ein cover des zz-top-gassenhauers gibt. aber wenn nicht like a tim, wer dann…)

alienata:
marcello napoletano – everyday madness°
hermeth – black gojira (weith remix)°°
jark prongo – movin‘ thru your system (dave clarke remix) (direkt danach)

tonschub:
joy overmono – bromley
stardust – music sounds better with you (direkt danach)

[leipzig / 05.01.2020] institut für zukunft: staub x rillendisco

der ausflug fand 2019 leider nicht statt, aber dafür immerhin zeitnah zu beginn des neuen jahres. damit endet die marathon-woche.

eintritt
10 euro

ablauf
trakt 1
14h00 irakli
16h00 nadine talakovics
18h00 ron albrecht
20h00 caleb esc

trakt 3
14h00 motram
16h00 fr. jpla
18h00 qiu

(nadine und ron eher im b2b und trakt 2 war nicht geöffnet.)

nachbetrachtung
es bot sich eigentlich das gleiche bild wie beim letzten ifz-gastspiel, nur ohne housiges von i.nez zum anfang, stattdessen konnte irakli mit techno recht direkt in die wenigstens halbvollen gehen. konstant ansteigender füllgrad von der ersten minute an, wobei die bar einmal mehr als „filter“ diente, bis die leute auf der tanzfläche landeten. aber da musste man sich ab 15 uhr auch keine gedanken mehr machen, dass es gut wird. die weißen tarnnetze an der decke sind geschmackssache, mein fall sind sie nicht. auch die instagram-fraktion (in einer verschwindend geringen minderheit), die ihre kamera-aufkleber entfernt und in nebel und schummrigem licht alle paar minuten richtung dj-pult filmt, hat punktuell genervt. klar hätte ich da auch intervenieren können bzw. sollen, aber mir ist das mit dem pädagogischen auftrag in clubs momentan zu lästig bzw. das könnte meinerseits kommunikativ zu offensiv werden, so dass schnell etwas im falschen hals landen könnte. und mit denunziantentum habe ich meine probleme. gut zu wissen jedoch, dass das ifz in dem fall konsequent handeln und besucher*innen im falle des erwischt-werdens den vorgezogenen heimweg antreten lässt. können sich die kandidat*innen ja mal zu herzen nehmen.

ansonsten passte wieder alles: logische trennung zwischen der großen techno-bühne im ersten und ambient/experimentiellem im dritten trakt. ausnahmslos alle mit vinyl (was das konzept hinter der rillendisco ist), im direkten vergleich war ron technisch etwas sicherer als nadine, hatte aber auch gerne mal das problem mit dem sich unter der nadel sammelnden (nomen est omen) staub. alles in allem fand ich caleb esc am schlüssigsten, ohne dass ich einen track dringlich wissen wollte. aber das lief alles so harmonisch und dramaturgisch flüssig ineinander, dass es echt schade war, dass er zehn vor zehn einen harten cut machen musste, damit das mit der rückfahrt noch rechtzeitig klappt (an dieser stelle muss die bahn lobend erwähnt werden, nach der man sowohl bei der hin- als auch der rückfahrt die uhr stellen konnte). die zugabe gab es dann von qiu.

trackbeispiele (°: mit shazam identifiziert)

nadine talakovics / ron albrecht:
error etica – octano°
setaoc mass – torque°
steve bicknell – over identified°
laurent garnier & chambray – feelin‘ good (radio slave revenge remix)°
ambivalent – chronos (truncate remix)°
luke slater – love (loved) (letzter track)

fr. jpla:
einiges vom chevel-album auf different circles, dem ich damit noch eine chance geben sollte.
dual action – maraschino cherry

qiu:
wie schon beim letzten gastspiel der staub x rillendisco an ort und stelle: blndr – untitled 1 (cio d’or trilogy remix) von der „zodiac“-compilation auf hypnus

[berlin / 01.-03.01.2020] berghain: silvester klubnacht

und hier ist der übliche pflichttermin. aufgrund der vorherigen verpflichtungen werde ich erst am 2. januar im laufe des tages hinkommen, aber dann ist immer noch genügend rest von allen räumen übrig. verpassen werde ich aber dennoch eine menge.

das berghain hat sich zum jahresausklang übrigens eine neue website gegönnt. sie ist responsiv, was schon mal gut ist, nur das flyerarchiv muss man suchen. dazu das programm aufrufen, alle monate, den jeweiligen monat (mit dem dazugehörigen jahr) auswählen, da lässt sich der flyer finden. etwas weniger intuitiv als zuvor, aber für eine schlankere navigation besser.
neue anziehsachen (plus neuem fanschal) gibt’s seit dem geburtstag. lässt sich jetzt auch alles online bestaunen.

silvester klubnacht

berghain
01.01.2020
01h00 marcel dettmann
04h30 answer code request
08h00 terence fixmer
11h00 phase fatale
14h00 barker
17h00 fiedel
20h00 boris
23h00 dr. rubinstein
02.01.2020
02h00 freddy k
05h00 volvox
08h00 somewhen
11h00 norman nodge
14h00 efdemin
17h00 kobosil
20h00 len faki
23h00 luke slater
03.01.2020
02h00 etapp kyle

panorama bar
01.01.2020
01h00 tama sumo b2b lakuti
04h00 nitam
08h00 francois x
11h00 steffi
15h00 muallem
19h00 nd_baumecker
23h00 roi perez
02.01.2020
03h00 jennifer cardini
07h00 ryan elliott
11h00 nick höppner
15h00 virginia
19h00 gerd janson
23h00 avalon emerson
03.01.2020
03h00 massimiliano pagliara

elektroakustischer salon
01.01.2020
12h00 jenus
16h00 alessandro adriani live
20h00 chris ssg
02.01.2020
00h00 i:cube live
01h00 deadbeat
05h00 rødhåd
09h00 valentino mora
13h00 rabih beaini
17h00 mxwhd
21h00 pom pom

lab.oratory
01.01.2020
05h00 cormac
09h00 skatebård
13h00 chris cruse
17h00 soundstream
21h00 oracy
02.01.2020
01h00 i-f
05h00 midland
09h00 paramida
13h00 nemo b2b castro

eintritt
38 euro

[berlin / 31.12.2019-02.01.2020] griessmühle: zweitausendzwanzig

wer sich gerade die augen reibt, weil nicht der übliche termin hier steht: kommt noch. ich wurde aber als künstlerbetreuer hierfür gefragt, daher wird der termin dazwischengeschoben. werde nicht die ganze zeit dort sein, aber zu neujahr tagsüber bis abends.

r_1
01.01.2020
01h00 xiorro
04h00 subjected
07h00 tham
10h00 under black helmet
13h00 uvb
16h00 acierate
19h00 and
22h00 anetha
02.01.2020
01h00 vii circle
04h00 inhalt der nacht

r_2
31.12.2019
22h00 kaletta
01.01.2020
01h00 franklin de costa
04h00 anastasia kristensen
07h00 hodge
10h00 lokier
13h00 vivian koch
16h00 prantel
19h00 huerco s
22h00 acemo
02.01.2020
01h00 djrum
04h00 violet
07h00 esposito & michael nadje

garten
01.01.2020
10h00 franz scala
13h00 beppe loda
16h00 daniel wang
19h00 ivan smagghe

eintritt
40 euro

nachbetrachtung / schichtbericht
alles in allem instinktiv die richtige schicht herausgesucht, was dankenswerterweise möglich war. wollte neujahr einigermaßen fit sein, und hab daher tagsüber bis abends übernommen. dank schönem neujahrswetter entspannte sich die gesamtsituation im club ab dem vormittag, so dass es kein problem war, durch die menge zu gehen (an meiner technik, fünf shots gleichzeitig zu tragen, ohne dabei etwas zu verschütten, muss ich dennoch arbeiten). das änderte sich abends ab 20 uhr merklich, als leute entweder wieder oder frisch kamen und vor allem, nachdem der hauptraum von der halle auf den eigentlichen hauptfloor verlagert wurde. hinter dem sonstigen r_1 befindet sich noch eine fläche, auf die das prädikat „warehouse rave“ definitiv zutrifft – die ist gut und gerne sechs mal so groß und war auch dem andrang vom 31. auf den 1. besser gewachsen. schade nur, dass sich quasi alles an lichteffekten auf die bühne konzentrierte.
mein zuständigkeitsbereich fiel auf silo und garten, womit ich auch nicht so unglücklich war. jedes mal, wenn ich durch die halle ging, war mir das musikalisch einfach zu stumpf. erst mit anetha bekam das einen schönen groove, aber ihr set war das erste auf dem eigentlichen hauptfloor und es zu dem zeitpunkt schon zu voll, als dass ich nach meiner schicht noch spaß hätte haben können. bin daher auch vor mitternacht wieder los, weil ich für das vergnügen am nächsten tag noch ausgeschlafen sein wollte.

ansonsten gibt’s musikalisch und menschlich nichts zu bemängeln:
meine schwierigkeiten mit ebm sind bekannt, dafür kann lokier also nichts. sie kam eine gute halbe stunde vor ende ihres sets aus dem konzept, als sich jemand beim pult rüberbeugte, um nach einem track zu fragen und dabei wohl die kabel vom cdj herausriss. das bedeutete ein, zwei minuten ruhe und ich kam erst von meiner runde herein, als schon eine weile stille herrschte. die leute gingen also, wahrscheinlich in der annahme, dass der floor schließt. es kam wieder musik, bevor ich am pult war, aber da war am xone bspw. schon ein kanal auf phono geschaltet, obwohl er auf line hätte stehen sollen, und auf ihre verzweiflung hin, dass sie auf dem einen (nicht selekierten) kanal nicht vorhören kann, konnte ich nur ein „well, press the correct cue-button“ entgegnen. den rest brachte sie dann aber wie das vorherige set gut über die bühne. sowas passiert halt, und der routinierte umgang damit kommt auch erst, wenn man sowas durchgestanden hat.
franz scala musste etwas länger spielen, da der flug von beppe loda verspätung hatte. aber da er ihn eh gebucht hatte und daher mit ihm in kontakt stand, gab es da auch keine probleme. schöne italo-einstimmung, musste lediglich den nachschub an rum-cola sicherstellen. und beppe fing nur mit einer halben stunde verspätung an, was auch noch im rahmen war. er benötigte nur hilfe, weil ein übereuphorisierter gast ihn wohl einige male während seines sets belagert hatte, was aus meiner sicht verständlich ist, wenn man nur seinen job machen möchte. besagter gast bekam von mir eine ansage, nachdem er eine junge dame ohne konsens recht offensiv berührte (und sie dies durch körpersprache und signale klar ablehnte). intervention seitens der tür war nicht notwendig. ich denke, dass italo-kenner (der ich nie sein werde) beppe durchaus als koryphäe sehen. jedenfalls kannte ich absolut nichts aus dem set, es funktionierte jedoch sehr gut.
vivian koch ist für mich die entdeckung des nachmittags. wenig gerade kickdrums, eher uk- und electro-lastig. das silo leerte sich in der zeit, was aber auch damit zusammenhing, dass die leute eh im wintergarten verweilten oder sich doch mal ausschlafen oder das gute wetter genießen wollten. zugegeben: ich hab da sehr gerne herumgesessen und ihr zugehört.
prantel mit drei technics, grundsolider techno-ausbildung (muss ungefähr ende der 1990er angefangen haben, platten zu kaufen) mit booty und jungle/drum&bass zum schluss. da gab’s meinerseits außer den fünf shots nichts zu tun, da er die antidote in der griessmühle mitveranstaltet und daher alles insbesondere vor und nach seinem set selbst geregelt hat.
daniel wang ist tatsächlich so wie in seinem jetzt schon legendären b-sides-video (woraus laut einem kommentar von denen, die es wissen sollten, eine reihe entsteht, auf die ich mich jetzt schon freue). da musste nur für einen zweiten technics gesorgt werden, der eine halbe stunde vor beginn seines sets noch nicht montiert war. der techniker wusste aber bescheid, so dass das schnell geregelt war. gelernt: auch (vermeintlich) routinierte connaisseure sind vor ihren sets hibbelig. abgesehen davon eine schöne klare ansage: „ich hab zwei wasser und brauche sonst nichts.“ hat mich trotzdem nicht davon abgehalten, sporadisch kurz während des sets zu checken, aber eher durch körpersprache. der mann war so in seinem element und spielte dermaßen mit dem publikum, dass jede störung komplett ungeschickt gewesen wäre. rhythmische ergänzungen mit kuhglocken, umstöpseln der kopfhörer auf den mikrofon-eingang, um entweder mitzusingen oder ein votum zu starten, ob er etwas von madonna („die alte hexe“) spielen soll (es wurde „lucky star“). passte harmonisch nicht immer ineinander, aber sowas wird für mich sekundär, wenn jemand so einen spaß daran hat, musik zu präsentieren, die überdies auch nicht so leicht wie techhouse ineinanderzumixen ist.
weiterer pluspunkt: spaß haben an der musik anderer, in dem fall sich bei ivan smagghe unter das publikum mischen. auch er sehr proaktiv, wir trafen uns auf halber strecke zwischen estrel und club weit vor beginn seines sets. so konnte er daniel zuhören und sich schon etwas an den ort gewöhnen. stilistisch sehr melodischer (tech)house, bei dem zwar keine kandidaten für meine sammlung dabei waren, aber macht nichts: es war sehr stimmig und für meine begriffe genau das richtige für den letzten slot an diesem abend.
huerco s: lebt seit mitte 2019 in berlin und nicht in nyc, wie ich annahm. er kam also auch einfach herübergelaufen, war überpünktlich und darüber hinaus stilistisch so eklektisch wie vivian ein paar stunden zuvor. sogar noch mit größeren variationen im tempo. auch damit alles andere als auf der sicheren seite, was die publikumsresonanz angeht, aber für meine begriffe sehr geschmackssicher.
acemo war die größte „herausforderung“, wonach ich huerco schon fragte, ob er ggf. eine viertelstunde länger spielen könne. da war nicht eindeutig geklärt, wie er vom zwischenstopp nach dem flughafen zum club kommt. ein, zwei telefonate mit den booking-verantwortlichen später die einfache entscheidung, dass er sich ein taxi ruft und die quittung aufhebt. eine viertelstunde vor set-beginn begegneten wir uns an fast der gleichen stelle wie mit ivan zuvor und er konnte rechtzeitig mit einem feinen abriss dank new yorker house und techno („forklift“ von joey beltram bspw.) starten. zu der zeit war es im club sowie davor voll genug, dass geradliniges beim publikum auch am besten funktionierte und ich wie erwähnt froh, dass meine ablösung bereits dort war, so dass ich die schicht langsam ausklingen lassen konnte.

notierte tracks (°: shazam)
franz scala:
the flirts – miss you°

vivian koch:
vort – rainfall°
stenny – curve k°
zeta reticula – z.e.t.a.°
dj tennis – angry (wenn ich das richtig verstanden habe. soll noch auf life and death veröffentlicht werden.)
lmajor – the future (von „we are family vol. 4“ auf wncl, die man eh auf dem schirm haben sollte)
sbtrkt – wildfire (objekt dub mix)
ozone layer – planetary deterioriation (anthony rother 1999 remix)

prantel:
steve poindexter – work that mutha fucker
joey beltram – the start it up & arena
dave clarke – southside
ben sims – manipulated (adam beyer remix)
andrew mclauchlan – love story
drexciya – digital tsunami
dillinja – the angels fell (letzter track)

daniel wang:
alexander robotnick – dance boy dance (2003 remix)°
madonna – lucky star
alisha – baby talk°
ronnie jones – video games°

huerco s:
peverelist — gather (in einem eigenen edit, bei dem es eher unwahrscheinlich ist, dass der veröffentlicht wird)
konduku – gegek
mmm – mmm meets tshetsha boys
anthony shakir – my computer is an optimist

[berlin / 28.12.2019] about blank: staub

auftakt einer marathon-woche, die (so viel sei verraten) mit der letzten staub des jahres in der heimstätte beginnt und mit dem ersten staub-auswärtsspiel des neuen jahrzehnts endet.

ablauf
lobby
10h00 głós live
12h00 nostitz
15h30 mu“he
19h00 stype

mdf
13h00 sitsope
15h00 caleb esc
18h30 adrestia
20h30 polanski

zelt
14h00 carsten jost
16h00 i.nez
19h00 stolz & trauzettel

nachbetrachtung
war in mehrerer hinsicht schwierig. erstens wegen meiner beteiligung und der damit fehlenden objektivität, und zweitens auch wegen des verlaufs. im vergleich zu den monaten zuvor gab’s (zumindest in der zeit von 15:30 uhr bis zum schluss) weniger besucher*innen, was trotzdem einen meistens angenehmen füllgrad bedeutete.
über die gründe ist es müßig zu spekulieren: entweder schonten sich die leute für silvester oder berliner kamen erst noch von den weihnachtsfeiertagen zurück, waren weihnachten bereits ausgegangen oder sind vor silvester geflüchtet. touristen waren noch nicht in der stadt und haben die staub nicht so auf dem schirm. wie auch immer: es gab eine schön hohe quote an stammgästen.

bis gegen 18 uhr kamen auch noch ein paar leute mehr, was sich auch im zelt bemerkbar machte. der mdf funktionierte zuverlässig wie eh und je, wobei ich dort vielleicht insgesamt fünf minuten war. die lobby hatte es hingegen den ganzen tag / abend über schwer. da hat mich die erste hälfte von mu“he wesentlich mehr überzeugt als die zweite, weil die aus schönen uk-lastigen dingen wie „kobra“ von facta oder „how do u turn this on“ von simo cell bestand. zuweilen komplexe rhythmen also, damit dem publikum schwierig zu vermitteln. in den 30-40 minuten vor schluss war sie bei acid und trance mit ordentlich distortion auf den kickdrums und 144 bpm angekommen, was auch auf dem mdf funktioniert hätte. bin vielleicht zu altmodisch, dass ich mit dieser neueren schule weniger anfangen kann, aber das fand publikumsseitig wiederum mehr resonanz.
machte die entscheidung für meinen einstieg nicht einfacher, aber da ich das mit den ecken und kanten auch gerne mal mit der brechstange probiere, wurde es der lackmustest mit dem von planet mu bekannten „u can’t touch this“-bootleg von mike paradinas.

die drei stunden danach waren dann von mehreren erkenntnissen und vor allem stimmungswechseln geprägt:
1. ich kann mir sonstwie viele gedanken um setabfolge machen: das alles ist am ende hinfällig, wenn es darum geht, auf das publikum reagieren zu müssen. in warm-ups fällt mir sowas leichter, weil das publikum idealerweise selbst unaufgeregt in den abend starten will, daher sets und der eigenen stimmung gerne mehr zeit zur entwicklung lässt und selbst bei verhaltenen tracks auf dem floor vorbeischaut. bei schluss-sets ist es nach wie vor umgekehrt: leute möchten gehen und brauchen zuweilen einen absprung, wohingegen djs das ende der party möglichst herauszögern möchten. und ja, das ist eine tatsache, mit der ich mich mangels routine bei schluss-sets noch nicht arrangiert habe. damit zu…
2. es lief wegen punkt 1 eher auf ein improvisieren mit vorhandenem material hinaus. aber kaum hatte ich mich nach dem doch recht zufriedenstellenden ersten drittel im laufe der zweiten stunde aus der komfortzone herausgewagt, war die lobby zwischendrin leer und ich damit in der verzweifelten lage, das ganze irgendwie retten zu wollen, ohne auf dem schirm zu haben, dass der gesamtverlauf die bedingungen für jede*n hinter den decks erschwert hat. es überwog zu dem zeitpunkt also leider der gedanke, es vermasselt zu haben und die letzten anderthalb stunden noch irgendwie anständig über die bühne kriegen zu wollen. zwar hat sich das vertrauen in die eigenen fähigkeiten am ende wieder ausgezahlt, aber bis ich an dem punkt war, kam erstmal #3 dazwischen.
3. jeder abend ist unberechenbar, und das gilt für die staub erst recht. klar konnte ich mich auf chicago-sachen verlassen, aber dass eine nummer wie „love inna basement“ von dj bogdan dazu beiträgt, den floor zu füllen und recht trockene electro-tracks danach die leute nicht verschrecken, hat mich positiv überrascht und schlussendlich auch mit dem setverlauf versöhnt. es kam auch zupass, dass das zelt geschlossen hatte und das publikum nochmal auf der lobby vorbeischaute. zu der zeit war das musikalisch wohl einladend genug, dass auch viele blieben. es gab auch ausgiebigen applaus am ende, den ich schon vor ort sowas wie zufrieden annehmen konnte, nach der qualitätskontrolle beim set aber auch sogar gerechtfertigt fand. findet sich daher hier zum nachhören, und ich glaube, dass meine stimmungskurve ganz gut nachzuvollziehen ist. nichtsdestotrotz ist es eine bearbeitete version. manche tracks wurden geloopt oder der einsatz verschoben, damit es besser passt. ein track war im mix so weit hinten, dass er nicht weiter auffiel und ist daher raus.

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tracklist
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[berlin / 14.12.2019] berghain: klubnacht – fünfzehn jahre berghain

nach der bewegungsfreiheit noch zum gratulieren vorbeigehen. damit hat der laden nun auch nominell den tresor in der leipziger straße überholt, dem ein 15-jähriges nicht mehr vergönnt war.

klubnacht – fünfzehn jahre berghain

berghain
00h00 aurora halal
04h00 neon chambers live
05h00 pete b2b surgeon
09h00 marcel dettmann
13h00 vincent neumann
16h00 efdemin
20h00 cj bolland
23h00 speedy j
03h00 norman nodge

panorama bar
00h00 nick höppner
04h00 soundstream live
05h00 fort romeau
09h00 boris
13h00 dinky b2b matthew styles
17h00 tama sumo
21h00 steffi
01h00 nd_baumecker

halle
11h00 debbie chia
14h00 tobias. live
15h30 low jack
17h30 grand river live
18h30 caterina barbieri live
19h30 alekzandra
21h30 fiedel

eintritt
20 euro
5 euro wiedereintritt

[berlin / 14.12.2019] about blank: bewegungsfreiheit #17

die vierte und damit letzte ausgabe im jubiläumsjahr. gelohnt hat sich jede davon, wobei die schlagzahl gerade beim kurzen abstand zwischen den letzten beiden schon sportlich war. bei dem zweiten heimspiel haben wir tatkräftige unterstützung von mother’s finest, die das booking für die lobby komplett übernommen haben. sieht dann so aus:

mdf
01h00 decka
03h00 alexander kowalski
05h30 juho kusti
08h00 lily ackerman

lobby
23h00 don’t dj b2b ossia
02h00 dresvn
04h00 miriam schulte b2b franklin de costa
06h00 karima f

zelt
20h00 podiumsdiskussion: wir tschader – darum sind wir hier. zwischen heimweh und kampf ums bleiberecht!
23h00 eli pavel
02h00 dj nomad
05h00 frotteedämmerung
08h00 whø?
10h00 sylvie marks

eintritt
bis 23 uhr: spende
23 bis 7 uhr: 14 euro
ab 7 uhr: 10 euro