[berlin / 16.04.2017] about blank: bewegungsfreiheit #10

auch wenn es besser wäre, wenn es den anlass für die party nicht gäbe, kann ich mir in puncto publikum, stilvielfalt und gelebter teilhabe aller beteiligten keinen besseren abschluss des osterwochenendes vorstellen.

line-up

lobby
00h00 nitam
02h30 rvds
05h30 kate miller

zelt
20h30 podiumsdiskussion
21h30 musik-performance
22h00 soli-tombola
22h30 plattenversteigerung
23h00 past forward
08h00 elliver
10h00 girl
13h00 grizzly
15h00 schleppgeist
18h00 lake people
19h00 steffen bennemann

mdf
01h00 stephan hill
04h00 pete
07h00 stype

hütte
01h00 dj caro & dj waleed
05h00 bewegungsfreiheit dj-team

eintritt
20-23 uhr: spende
23-1 uhr: 10 euro (+ spende)
ab 1 uhr: 12 euro (+spende)

nachbetrachtung
ich war erst kurz nach 6 uhr da, erfuhr an der kasse, dass herr bennemann nicht aufgetaucht war, und war erst verwundert, weil er doch wesentlich später hätte dran sein sollen. er hatte um verschiebung seines slots in richtung finale in der lobby gebeten und dann verschlafen. also machte rvds entsprechend länger und kate miller spielte später vor grizzly im zelt (und das richtig gut, also alle drei).

wegen einsatzes in vier wänden und arbeitsleben bis inklusive karfreitag blieb für mich nicht wirklich zeit für eine gründliche vorbereitung. am liebsten wäre mir mehr kante wie beim letzten jahr gewesen, andererseits ist techno auf dem mdf mittlerweile die sichere bank. da traf sich die staub drei wochen zuvor ganz gut, und davor war noch genügend zeit, sich mehr alternativen zurechtzulegen, weshalb ich manches nicht im dortigen set spielte.
kurz gesagt: resteverwertung mit ein paar dopplungen (an der „consume iv“ von stenny auf ilian tape habe ich nun mal einen narren gefressen) und aufgrund des unerwarteten todesfalls von mika vainio auch mit ein paar tracks mehr von ihm, um die (irgendwie alberne) regel, nicht mehr als zwei tracks von einem produzenten im set zu haben, bewusst als tribut zu verletzen.

aufbau während des herzlich fordernden, aber nicht zu sehr bretternden pete-sets ohne probleme. nach kurzem ausflug an die bar dessen süffisanter kommentar, dass mein controller „einen abgang gemacht“ hätte, weil die vibration ihn vom tisch befördert hatte. den controller hatte er dankenswerterweise sicher geparkt und der funktionierte bei erneuter verbindung ohne probleme. ist deshalb erwähnenswert, weil ich einmal während des laufenden sets dachte, dass er doch etwas abbekommen hätte, weil keiner der regler mehr funktionieren wollte und ich einen übergang daher nur mit den richtungstasten bestritten habe. in dem augenblick habe ich nicht wirklich geschaltet, dass touchable auf dem ipad den job auch ganz ordentlich hätte erledigen können, aber das ist eine eventualität, die ich daheim auch mal proben sollte.
es war letztendlich übrigens natürlich eine unbeabsichtigte bedienung meinerseits: der evolution uc33e verfügt über mehrfachbelegung, die man durch tastendruck wechseln kann. da bin ich wohl im eifer des gefechts draufgekommen. hab dann instinktiv (nach mehr als einer minute) auf die 1er-taste gedrückt und ab da funktionierte auch alles wieder wie gewohnt. das war aber auch der einzige gröbere fehler, der zu keinem nennenswerten publikumsschwund führte. der geschah wie zum schluss gewohnt eher (aus-)schleichend, so dass ich nach gut drei stunden mit „clipper“ von autechre feierabend machen konnte.

der rest des vormittags / mittags fand im zelt statt, in dem kate miller housig und zuweilen breakig (unter anderem die objekt #4) und grizzly nach langsamem anfang gegen 14h30 ziemlich technoid spielte. besuchertechnisch wie immer zu den bewegungsfreiheiten eine runde sache mit ansehnlichem spendenbetrag, daher keinen grund zur klage, sondern nach wie vor die wärmste empfehlung, den ostersonntag/-montag zu verbringen.

hier noch das set:

[berlin / 25.03.2017] about blank: staub

ich nehme zwar nicht an, dass der zumindest kalendarische frühlingsanfang zur vorzeitigen eröffnung des gartens führen wird. aber wenigstens mit dem zelt und den üblichen variationen in puncto techno auf beiden innenfloors sollte man rechnen können.

ablauf

lobby
10h00 jamaica suk
13h00 michael wells
16h00 pineal navigation
19h00 stype

mdf
15h00 cem
18h00 diwa & caleb esc

zelt
14h00 kevin paschold
16h00 tom ass
18h00 vinilette
20h00 dj smut

nachbetrachtung

jetzt mit fast zwei jahren abstand ist es schon an der zeit, auch diese staub-ausgabe revue passieren zu lassen.

es war die ausgabe, zu der ich mit ziemlich weichen knien gegangen bin. da ist man jahrelang stammgast, äußert sich hier und da kritisch über einzelne leute auf dem line-up. und auf einmal darf man selbst an die regler. die persönliche bindung zur organisation machte es nicht gerade leichter, den perfektionismus in seine schranken zu weisen.
die anonymität half aus meiner sicht nur bedingt – zu groß die identifikation mit der reihe, (noch) zu gering das bewusstsein, dass ich nicht nur aufgrund persönlicher sympathie, sondern auch wegen vorhandener expertise gefragt worden bin. und dann auch noch gleich zu einer so prominenten zeit auf der lobby.

von den anderen bekam ich daher nicht viel mit. es war ein überaus warmer, sonniger frühlingstag, daher trieben sich draußen erstaunlich viele leute herum. auf dem mdf habe ich nur ganz kurz vorbeigeschaut und während des sehr funktionalen tribal-techno-sets von pineal navigation meinen kreislauf beobachtet. der aufbau war relativ problemlos – einzig das entwirren des spiralkabels beim hd25 ein bis zwei minuten vor beginn zog sich ewig hin (sonst mag ich das nicht mehr missen, aber wenn’s beim auseinanderwickeln schnell gehen soll, kommt hier gerne mal murphys gesetz zur anwendung).

nun ja, ich war rechtzeitig fertig. da pineal navigation noch eine breakbeatige platte um die 150 bpm zum schluss spielte, wollte ich daran nicht anknüpfen. es wurde stattdessen ein loop von perth drug legend („south inch posso“ auf resin), der aber trotz ordentlich gesetzter eqs merkwürdig dumpf klang. es gehört seitdem zu meiner routine, am xone:92 zu schauen, ob die filter eingeschaltet sind.
der rest des sets wurde für viele im publikum (im vergleich zu dem, was davor lief) zu einer belastungsprobe und bei mir stand permanent die stimme des perfektionisten im hintergrund. mein plan war, die leute erstmal kurz mit techno anzufüttern, um dann mit tracks fortzufahren, wie sie eva cazal bereits anno 2001 im tresor gespielt hat (so bspw. der cylob-remix von cristian vogels „whipaspank“ – ein track, der selbst bei leuten aus meinem bekanntenkreis im publikum fragende gesichter hinterließ). der schluss (die letzte halbe stunde) war sogar soweit durchgeplant, dass die tracks harmonisch super ineinander passten.
technisch lief alles. keine groben schnitzer, nirgends verklickt, aber ständig der eindruck, die bei pineal navigation noch gut gefüllte tanzfläche doch ordentlich halbiert zu haben. das nagte schon am bewusstsein, inhaltlich das richtige zu tun. es gab jedoch eine junge dame, die sich noch während des eher experimentellen teils aus dem publikum richtung pult beugte, um mir ein „you’re doing great.“ zuzurufen. auf meine antwort hin („but i’ve emptied half of the floor.“) erwiderte sie das einzig richtige, was mit ein, zwei tagen abstand auch bei mir ankam und bis heute meine meinung zum set in eine andere richtung drehte: „they’re all boring.“ an sie (und den jungen herrn, der sich nach dem ende auch nochmal bedankte, dass ich so unerwartet gespielt hätte) also ein dankeschön für die haltung, die ich als clubgänger eigentlich schon länger pflege. in dem augenblick hatte ich sie wegen des seitenwechsels aber zugunsten der hoffnung vernachlässigt, es allen rechtzumachen, was jedoch nicht nötig gewesen wäre.

die kurve zu techno bekam ich ab der zweiten hälfte. da kamen dinge gut an, von denen ich es nicht erwartet hätte: bspw. die zweite hälfte von „remnants of what once was“ von surgeon oder „birds on e“ von mike dearborn, wo ich es einfach mal darauf ankommen lassen wollte. bei „trance atlantic excess (part 3)“ von love inc. ging ich zum ersten mal über die tanzfläche und bekam auf diese weise mit, dass es sich über die anlage ziemlich breiig anhörte. hätte ich auch früher machen können.
war aber wohl nur für mich dramatisch. am ende durfte ich (nach „no good“ von the prodigy) noch für 15 bis 20 minuten weitermachen. da waren zwar nicht mehr sonderlich viele leute auf der tanzfläche , aber es war ein guter ausklang für ein set, das bei all dem kopfzerbrechen im vorfeld und währenddessen doch ziemlich gut über die bühne ging.

nachzuhören ist das für die allgemeinheit hier:

download

[berlin / 11.03.2017] about blank: bodies

da das about blank mit der buttons und der sporadisch stattfindenden poly|motion bereits zwei körperbetonte reihen im repertoire und dj flush nach dem ende von killekill im suicide ein weiteres standbein hier hat, ist der umzug vom urban spree hierher nur folgerichtig.

musik

mdf
00h00 spooky alien
02h30 suka off performance
03h00 spooky alien
03h30 fallbeil live
04h30 kuno & spaceinvasion
07h00 ekman live
08h00 irakli

lobby
02h00 a/ona
04h00 stefano taiuti & danilo lvm performance
04h30 alec empire
06h30 frank & david

body performances
04h00-07h00 lan hungh

eintritt
12 euro

start
23 uhr

nachbetrachtung
vor ort war ich erst gegen 2 uhr, aber glücklicherweise rechtzeitig zur performance von „die puppe“ auf dem mdf, die so radikal und im positiven sinne verstörend war, dass es ärgerlich gewesen wäre, sie verpasst zu haben. auch zugleich eine gute gelegenheit, den mdf mal anders mit bühne inmitten der tanzfläche kennenzulernen. hinter „spooky alien“ verbargen sich übrigens niemand geringeres als alienata und dj flush, die electro (kraftwerk, the other people place) als einbettung für die performance nahmen.

allgemein: keinerlei schwachpunkte. einzig ekman fand ich in der frühe mit seinem acid etwas statisch, aber das kann auch meiner schwindenden kondition geschuldet gewesen sein. alec empire hatte zuvor in der lobby wie angekündigt ein set querbeet zwischen punk (iggy pop – african man, da hat westbam also gesamplet), ndw (palais schaumburg – gute luft), triphop und prototypischem drone (ja, tatsächlich „heroin“ von velvet underground zum schluss) gespielt, und dies unbeirrt der tatsache, dass die meisten dies nicht verstanden. das ging aber auch einigen mit der performance zuvor schon ähnlich, so dass a/ona wohl für einige mit der mischung aus industrial und ebm am eingängigsten gewesen sein müsste.

der mdf bot aber nach der „puppe“ jederzeit eine gute alternative für die partyfraktion. auch wenn fallbeil musikalisch nicht mein fall waren, glichen das kuno & spaceinvasion mit ihrem teilweise sehr an tube jerk erinnernden stil mehr als gut aus.

passte für mich also auch in der praxis sehr zu den anderen eingangs erwähnten partyreihen im about blank und wird als experiment hoffentlich keine einmalige sache gewesen sein.

[berlin / 25.02.2017] about blank: 4 years of staub

vier jahre schon – und dabei bin ich erst seit etwas mehr als der hälfte. aber besser spät als nie, gratulieren ist ehrensache.

ablauf
lobby
00h00 larsson
03h00 daso live
04h00 talla
07h00 verboten
10h00 modschi b2b ahu
13h00 stojche
16h00 esther dujin
19h00 erwan
mdf
02h00 richard bredicz
06h00 knigi live
07h00 savas pascalidis
10h00 edoardo
13h00 caleb esc
17h00 i/y
zelt
02h00 heimlich
08h00 banu
10h00 ceo of novafuture
12h00 manfred tiek
15h00 princess i.nez
18h00 hornberg b2b frank heise

nachbetrachtung
muss mir den schuh anziehen, dass ich früher als um 18 uhr hätte auftauchen können / sollen. war ein anderer vibe als sonst, an den ich mich erstmal gewöhnen musste. normalerweise gibt’s ja zum schluss nochmal ordentlich aufwind, aber da ist die party ja auch (für die meisten jedenfalls) „erst“ zehn stunden am laufen anstatt 20. daher fällt das mit der mobilisierung der kräfte dann auch leichter.
konnte man auch, wenn man bei i/y auf dem mdf blieb. sonst war es ein allgemeines gemütliches ausklingen lassen bei erwan (u.a. mit der „frank sinatra“-version vom ersten miss kittin-album auf gigolo sowie northern lite – „my pain“ im remix von the hacker) und im zelt anstelle das kollektive gasgeben. fand erwans mischung aus electro und acid auch mit am besten, aber hornberg / frank heise verdienen auch eine extra-erwähnung für „new horizon“ vom letzten convextion-album sowie „sense of doubt“ von david bowie wenig später. bei letzterem kann ich zwar nicht verhindern, dass die junkies der frühen 1980er im u-bhf kurfürstendamm vor meinem inneren auge erscheinen, aber das ist uli edel geschuldet.

wieder mal eine staub, die nicht so war wie die zuvor und für mich angenehm wurde, als in der lobby eine menge platz war. ab abends also entspannter als sonst, was auch ein guter kontrast zum üblichen drehbuch war.

[berlin / 11.02.2017] about blank: klangbiotop x uvb-76

auch hier stand ein besuch schon länger auf meiner liste. nicht nur wegen ihrer immer gelungenen flyer, sondern auch aufgrund des offenen musikalischen konzepts. bin vor allem neugierig, wie sich drum & bass auf dem mdf macht.

lobby: uvb-76 label special
00h00 plasma & hns
03h00 pessimist
04h00 ruffhouse (vega)
05h00 overlook
06h00 b2b2b

mdf: techno
00h00 unknown user
02h00 devika
05h00 vsk
08h00 thnts

zelt: electronica
02h00-08h00 whø b2b ddm

toilet to heaven: punk / 80s / pop
02h00 mutti cool
04h30 dancing fists

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
gleich vorab: meinem empfinden nach blieb der drum&bass-floor unter seinen möglichkeiten. mag aber auch an der bereits ganz schön fordernden vorlage von plasma & hns gelegen haben, wonach der eher zurückhaltende sound von pessimist wie eine vollbremsung wirkte. hatte mir mit ruffhouse eine rückkehr zu mehr punch erwartet, aber auch da blieben die wirklich zündenden momente mangelware. versöhnlich war die „jeder gegen jeden“-runde, als die klassiker wie „ni ten ichi ryu“ von photek oder ed rush & nico ausgepackt wurden.

den größten teil der zeit verbrachte ich aber (nachvollziehbar) im zelt, wo whø und ddm das konzept verfolgten, sich von 1980 sukzessive bis 2017 vorzuarbeiten. das hatte eher salonatmosphäre, während sich beide die prägenden tracks vorspielten. war definitiv eine weiterbildung, bei der „zen-gun“ von ryuichi sakamoto sehr hängengeblieben ist. kurz vor schluss (da ja streng chronologisch) gab es noch „violence“ von andy stott, der mehr lautstärke verdient gehabt hätte. aber das ist draußen im blank-garten ja stets eine sache, bei der nicht aus dem vollen geschöpft werden kann.
der techno-floor bot gute unterhaltung, als ich dort war. das traf jedoch nur so richtig auf den schluss bei thnts zu. hatte mich aber schon vorab dazu entschieden, mich eher auf lobby und zelt zu konzentrieren, wobei noch der vorraum zu den toiletten neben der lobby mit dem besten der 1980er und 1990er gut ablenkte.

auch wenn ich mir in puncto drum&bass mehr erhofft hatte: die musikalische fortbildung im zelt war gold wert. definitiv nicht meine letzte klangbiotop.

[berlin / 26.11.2016] about blank: staub

keine atempause und so. jedenfalls geht’s da gleich hin.

staub20161126

eintritt
10 euro

nachbetrachtung und ablauf

lobby
10 joakim cosmo
14 nur jaber
16 thnts
18 arthur kimskii
20 olin

mdf
15 zesknel live
16 elad magdasi
18 lado
19 alex tomb

zelt
14 irakli
16 anal virginity
19 arcangelo

wie im blank so üblich, war die musik eingangs nebensache, bzw. boten mir die sets auch keinen anlass, die prioritäten zu verschieben. ich hatte allerdings auch erst spät erkannt, dass das zelt ebenfalls geöffnet war. andererseits muss man als kälteempfindlicher selbst mit übergestreiftem pullover kurz die zähne zusammenbeißen, um den kurzen weg von der lobby ins zelt zu absolvieren.
dabei war arcangelo dort für mich einer der drei höhepunkte des abends. dies wegen etwas wave, vor allem aber wegen drones, u.a. sunn o))) und tracks vom mika vainio-album auf editions mego („life (…it eats you up)“). das war zum zuhören gerade in dem rahmen in dem moment für mich das richtige.

auf der techno-seite ist olin hervorzuheben, der zum schluss in der lobby u.a. mit dj boss und auch „pump up the jam“ zum schluss sowohl härte als auch spielerisches mit einer ordentlichen prise spielfreude vereinte. schöne dynamik im set und nur so ernst, wie es gerade erforderlich war. bei alex tomb drüben auf dem mdf fehlte mir wieder das treibende. ich komme mit diesem trippigen sound einfach nur mit ganz wenigen ausnahmen klar. an dem trockenen, aber direkten live-act von lado zuvor hatte ich mehr freude, aber da spielt auch das mit herein, das in meiner techno-wiege lag.

[berlin / 03.09.2016] about blank: staub

das wird dann wohl mein semi-offizieller abschied vom sommerlichen garten des about blank für 2016.

staub20160903

eintritt
10 euro

nachbetrachtung

einer meiner kürzesten besuche bei der staub, was aber nicht an der musik, sondern an einer außerhalb des immer noch sommerlichen ambientes des blank-gartens stattfindender verabredung lag. den spätsommer wollten einige andere auch noch ausnutzen, daher war erstmal eine dreiviertelstunde anstehen angesagt, was noch zusätzlich von meiner zeit abging.

zunächst mal die chronistenpflicht:

garten
10h00 emily
12h00 ahu
15h00 leiras
17h00 vsk
19h30 savas pascalidis

mdf
15h00 baz reznik
17h00 drowned live
18h00 anja zaube b2b caleb esc

im mdf war ich kaum, und auch weniger auf der tanzfläche im garten. stattdessen an der tischtennisplatte, und selbst da auch nur sitzend und plaudernd. gehört: leiras und vsk, beide eher nach neuerer schule und nur als hintergrundbeschallung eigentlich zu schade. aber so hat es sich eben ergeben. mehr gibt es dazu nicht zu sagen, da ich nach fast zwei stunden gegen 18:30 uhr wieder raus bin. zu dem zeitpunkt hatte sich die schlange auch schon wieder abgebaut.

[berlin / 27.03.2016] about blank: bewegungsfreiheit #7

und wie letztes jahr am ostersonntag im about blank geht es um und für diejenigen, die das politische tagesgeschehen im letzten jahr gründlich aufgemischt haben. vor einem jahr war es die lobby, nun ist es der mdf, auf dem es meinerseits von 2014 noch was gutzumachen gibt.

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bewegungsfreiheit #7

lobby
23:30 palms trax
03:00 johanna knutsson
06:00 dynamo dreesen

mdf
02:00 stype
04:00 pete
06:00 anja zaube

zelt
20:00 einlass
21:00 theater/ live-performance
22:00 info-veranstaltung
23.30 pause
01:00 jochen diskomeyer b2b menqui
05:00 bewegungsfreiheit dj-team
07:00 yobovski & valent
11:00 sportbrigade sparwasser
14:00 spule bywerk b2b hks 97

hütte
01:00 lisaweta & ashley khole
04:00 akmê
07:00 matthias
09:00 benedict stolz

eintritt
20-23 uhr: spende
23-01 uhr: 10 euro (+ spende)
ab 01 uhr: 12 euro

nachbetrachtung
bereits im voraus hatte ich das gefühl / die hoffnung, dass es ähnlich gut werden könnte wie im vorjahr. und alleine deshalb war ich aufgrund der vorgeschichte auf dem mdf anno 2014 schon ein kleines bisschen angespannter als üblich. so wie es nun mal ist, wenn man eine steilvorlage bekommt, die mit wenig mühe umgewandelt werden kann – ein kleines restrisiko bleibt immer.

um’s mal vorwegzunehmen: alles unbegründet. ich hatte richtig spaß währenddessen, und das publikum überraschenderweise auch. es fing schon mal gut an, dass ich so gegen 1:15 uhr im club war, alles in ruhe aufbauen konnte, vom techniker noch eine kurzeinweisung beim soundcheck bekam, wie das mit den monitoren auf dem mdf funktioniert (da gibt es drei modi) und schlussendlich so gegen 1:30 uhr von ihm gefragt wurde, ob es für mich ok wäre, früher anzufangen, da der club bereits voll wäre. mit fast einer halben stunde extra im rücken konnte ich dazu nicht nein sagen und ließ einfach erstmal feldaufnahmen laufen (carlos casas – vucca, erschienen auf canti magnetici), um dann einen loop von rabits „advent“ durch die hintertür reinschleichen zu lassen. was mich bereits von anfang an verblüffte: die leute machten bei dem rauschen zu beginn nicht gleich kehrt, sondern blieben direkt. und auch bei den restlichen fast zweieinhalb stunden konnte ich irgendwie machen, was ich wollte: es funktionierte, aus welchen gründen auch immer. da ließ sich den leuten eine ziemlich düstere industrial-nummer wie „no horizon“ von wsr, der zweite track der „fatal light attraction“ von kerridge oder später auch ein fieser breakbeat à la „up the box“ von andy stott unterjubeln – solange sichergestellt war, dass ein irgendwie tanzbarer rhythmus untergelegt war, ging das klar. hat mich (gerade nach dem sehr durchmarschierenden set aus der renate im dezember) darin bestärkt, dass experimente gewagt werden sollten. das set gibt’s daher auch zum nachhören weiter unten.
pete war pünktlich, ließ mich sogar noch bis kurz nach 4 spielen, sein set für seine verhältnisse solide, klang nicht so brachial oder hart wie im berghain, stattdessen eher mit fokus auf melodischeren sachen – die q1.1 auf / von basic channel ist mir da noch in erinnerung. anja zaube hätte beinahe verschlafen, war aber auch pünktlich um kurz vor 6 da und fing auch mit ein klein wenig verspätung an. hatte dann aber den mdf bis gut nach 9 fest im griff.

als gast habe ich mich jedoch gut treiben lassen. bei den herren diskomeyer und menqui ist mir noch „eye in the sky“ vom alan parsons project in erinnerung, das set war also stilistisch noch offener. in der lobby war ich echt kaum, aber dort war auch als erstes schluss. auch dynamo dreesen hatte verschlafen, fing eine stunde später an und spielte demnach auch nicht mehr allzu lange. lag aber auch am guten wetter, was das about blank dazu bewog, bei voll aufgegangener sonne die seitenplanen vom zelt nach oben zu rollen, so dass viel tageslicht hereinkam. zwar war’s etwas frisch, aber das ließ sich beim heißluftgebläse neben dem dj-pult (wo ich insbesondere beim set der sportbrigade wurzeln schlug) gut aushalten.

in der hütte ging es zum vormittag auch schon drunter und drüber: „self control“ von laura branigan, „transmission“ von joy division, „insomnia“ von faithless usw. aber dafür ist die auch prädestiniert. sonst war es ein überaus geschickter schachzug, die sportbrigade am vormittag spielen zu lassen, da die als publikumsmagnet einige leute halten bzw. noch ein paar frische gesichter mobilisieren konnten. das artete zwar nicht in eine totale fülle wie bei der grizzlynation oder dem club-geburtstag aus, reichte aber für eine schöne mischung an leuten aus.

doch, nicht nur (aber auch) aufgrund meiner zufriedenheit mit dem set war das eine echt rundum gelungene sache – auch und gerade organisatorisch.

set

download

[berlin / 10.10.2015] about blank: staub

zwei ausgaben verpasst, wird wieder mal zeit.

staub20151010

eintritt
7 euro

nachbetrachtung

erstmal das nachgereichte line-up:

lobby
12h00 jandrik rothstein
14h00 gandalf
16h00 acierate
18h00 sthlm murder girls

mdf
15h00 david gomez
18h00 mad alba

war erst gegen 16h00 da, von daher habe ich ein gutes drittel verpasst. acierate aus dem gravure-umfeld (sonst in der griessmühle umtriebig) vollzog den spagat zwischen alt und neu, hin und wieder haperte es beim mixing, worüber er sich jedoch sichtbar selbst am meisten ärgerte. „elektrostatik“ von plastikman lief jedenfalls und 47 als label vom gleichnamigen tommy muss ich nochmal unter die hörmuschel nehmen. war jedenfalls eine der abgeschauten platten.
die sthlm murder girls im anschluss mit dem ping-pong-modus, jede mit zwei tracks. fand den wechsel zwischen perkussiv-treibend zu reduzierteren tracks manchmal etwas hart, aber für „argon“ von surgeon gibt es alleine deswegen einen pluspunkt, weil es mein heimlicher favorit der platte ist, von der alle welt entweder „atol“ oder „magneze“ spielt.

mad alba (sonst bei der homopatik zu finden) auf dem mdf war für mich die krönung. auch hier manch harscher spannungsabbau, der aber jeweils schnell wieder auf dem ausgangsniveau war. schaute auch gerne über den techno-tellerrand hinaus, bspw. mit tesselas „horizon“ auf r&s, und die meute ging mit. auch sonst erstaunlich viele platten, die ich mir abgeschaut habe – u.a. „in pure form“ von developer, die „last edges of realism“ auf arkita (wahrscheinlich hat sie ihren track gespielt, muss ich noch nachhören), die erste veröffentlichung auf viktoria records und vor allem die erste parassela – ein nebenprojekt der analogue cops und blawan, das mir vor drei jahren total entgangen ist. dank discogs ging es schnell, dass die in meinen besitz wanderte. zum recht pünktlichen schluss kurz nach 22h00 gab es von ihr noch „scientist“ von dopplereffekt.

sonst die gewohnt schöne mischung an leuten, technoclub-würdige hitze auf dem mdf und das dortige licht ist auch mal ausdrücklich zu loben. hatte also staub-typisch einigen spaß, je später es wurde.

[berlin / 30.09.2015] about blank: refuge

das wird meinerseits eine richtig kurze visite, aber der grund für diese party ist eben frappierend aktuell und mir beim spenden sowieso wohler, wenn ich genau weiß, wo es hinfließt.

refuge20150930

nachbetrachtung

am start war ich gegen 23:30 uhr, womit ich zwar leider barker & baumecker verpasst hatte (spielten von 21-23 uhr auf dem mdf), aber neben dem guten zweck war eh objekt das ziel, und der war von 23-1 uhr in der lobby zugange.

was mich im positiven sinne überraschte, war der füllgrad zu der uhrzeit, bei der man sich üblicherweise auf der tanzfläche beobachtet fühlen könnte, weil man der einzige ist. aber stattdessen reges treiben und ausgelassen gefeiert wurde auch noch.
objekt kriegte mich auch recht zeitnah, als ich ca. zehn minuten im club war. geht mit „do da doo“ im plastikman-remix auch sehr leicht, zugegeben. bis ca. 0:30 blieb es auch techno mit ausflügen zu electro, und mit hilfe eines ambient-tracks drosselte er das tempo um geschätzte 10 bpm, um mit house der eher rauheren sorte weiterzumachen. auch wieder schön hierbei, dass die leute das mitmachten.

bin ganz diszipliniert nach seinem set gegangen. hätte zwar gerne noch sachspenden dabei gehabt, aber zur inventur des kleiderschranks blieb einfach keine zeit. so eben nur finanziell, aber auch das müsste sich gelohnt haben – dem füllgrad und der ganz kleinen schlange vor dem eingang nach zu urteilen. zeigt, dass mit solidarität doch einige erreicht werden können – auch bei den beteiligten musikunterhaltern, die wahrscheinlich selbst großzügig verzichtet haben, um ein line-up zu ermöglichen, das mancher club gerne an einem wochenende hätte. angesichts der politischen lage nehme ich sehr stark an, dass dies nicht das letzte mal gewesen ist und man in absehbarer zeit mit trittbrettfahrern rechnen muss, die den solidaritätsgedanken eher dazu nutzen, sich selbst eine goldene nase zu verdienen. beim blank mache ich mir jedoch keine sorgen, dass sie sich schon die richtigen organisationen heraussuchen.