Feb 092019
 

ein für mich neuer ort sowie mein erster besuch bei dieser reihe. noch dazu eine der neuentdeckungen des letzten jahres unterstützen (die das ende im k hole bestreitet) und john osborn nach seinem wunderbaren set bei der staub im november zuhören.

futuristic porn by pornceptual

techno bunker
23h00 projekt gestalten
02h00 rachel lyn
05h00 esther duijn
08h00 oliver deutschmann

k hole
00h00 rydim
03h00 sandrien
06h00 the lady machine

xxx floor
22h30 laura de vasconcelos
02h30 curses

house floor / lightroom
23h00 samuel geben
02h00 budino
05h00 john osborn

eintritt
12-16 euro (variiert, je nachdem, wie man sich an den dresscode hält)

adresse
alte münze
molkenmarkt 2
u-bhf klosterstraße

nachbetrachtung
die schlange stand der vom berghain gegen 2 uhr in nichts nach. die organisation allerdings auch nicht: war man durchgewunken, fand die taschen- und personenkontrolle im tordurchgang statt. es gibt bei der münze angekommen eine riesen-umkleide. und da es zum konzept gehört, den eintrittspreis danach zu bemessen, wie viel (bzw. wenig) mensch angezogen hat, wird danach bezahlt. garderobe kostet (im gegensatz zum kit kat) extra.

danach bestand die party für mich zugegeben aus herumlaufen und schauen. die location ist für die zwecke wie gemacht: lange gänge, von denen sich viele räume abzweigen, wovon ich den xxx-floor zunächst für den house-floor hielt. den entdeckte ich wiederum später zufällig, als ich das andere treppenhaus nahm. nur verweilte ich dort kaum und bekam so auch nicht john osborn mit.

was die schlange vermuten ließ, bewahrheitete sich drinnen. anders als beim kit kat verteilte sich die menge jedoch besser. mag auch daran gelegen haben, dass es nicht nur den kellerbereich, sondern auch noch den über dem erdgeschoss gab (wo ein hentai lief, als ich dort kurz pausierte). so musste ich mich aber nicht wie bei der gegen durch leute manövrieren – das ging so erstaunlich gut.

vom k hole sind mir drei, nein: vier dinge in erinnerung. erstmal die positiven: „no good“ als abschluss-track von rydim (keith flint lebte zu dem zeitpunkt noch, sollte dazu gesagt werden) und „the storm“ von dave clarke später bei the lady machine. negativ: es passierte nichts beim licht. keine ahnung, ob das organisatorisch so gewollt war oder eine laune der technik. bei letzterem will ich nichts gesagt haben. es war auf dem floor auch in der frühe, als the lady machine noch vor ca. 20-30 leuten spielte, ganz schön kühl.

das mit den kalten temperaturen fiel an einigen stellen auf. gerade bei dem raum hinter dem k hole, der neben dem einen darkroom lag und eine performance zeigte, war es wirklich frisch. ist den veranstaltern nicht anzulasten: es standen wirklich eine menge an mobilen heizkörpern herum, so dass es an den meisten stellen auch schön warm war. sind alles unwägbarkeiten, die man bei so einer jahreszeit in kauf nehmen muss, und da hat die pornceptual einiges in die wege geleitet, das zu mildern.

es lief sonst vom konzept her aber einiges richtig. der verhaltenscodex war vorab schon auf facebook nachzulesen und hing auch nochmal aus. kondome gab es bei der kasse und auch ein awareness-team, das ich in der früh jedoch kurz suchen musste, als ich wegen eines herrn bescheid geben wollte, der etwas weggetreten auf einem der stühle am ende des ganges saß. als ich jemanden gefunden hatte und zurückging, war aber schon jemand aus dem team bei ihm – also lieber doppelt eskaliert als gar nicht.
der unterschied zur gegen: im kit kat kommt ein schwules publikum in einen club, den hetero-pärchen gerne aufsuchen. das publikum mischt sich, dazu kommt eine härtere musik als gewöhnlich. bei zumindest dieser pornceptual herrschte aber ein klarer männerüberschuss. das ist weniger besorgniserregend, wenn intimität im dunkeln ausgelebt wird (berghain). bei so einer offenheit wie in der alten münze werden hetero-pärchen jedoch häufig angegafft, und dies von herrengruppen, die gerne mal den nötigen abstand vermissen lassen.
klar ist es verhandlungssache, wie dies zwischen pärchen und zuschauern in dem moment gehandhabt werden soll. aber es ist auch klar, dass frauen diese reduzierung auf das objekt von einem männlich dominierten publikum (sexuelle orientierung außen vor) als überaus unangenehm bzw. angsteinflößend empfinden könnten bzw. befürchten, dass ein einfaches „nein“ nicht akzeptiert wird und deshalb von vornherein nicht zu solchen parties gehen wollen. eventuell könnte es dabei helfen, die teilweise abstrakten regeln im codex zu konkretisieren – so eine art darkroom-etikette.

bin mir aber recht sicher, dass das bei den leuten vom fach (also der pornceptual an sich) bereits thema ist. alleine aufgrund der tatsache, dass auf den beiden techno-floors genügend abwechslung herrschte, so dass zu keinem zeitpunkt auf beiden mehr oder weniger der gleiche stil lief, sollte ich wiederkommen. und auch, um zu schauen, wie sich das ganze in den wärmeren monaten anfühlt. habe mir sagen lassen, dass es eher das gegenteil von „frisch“ ist.