Mai 102019
 

aufmerksame leser*innen haben sicher bemerkt, dass der april-eintrag fehlt und können damit annehmen, dass ich den gesamten monat über nicht da war. stimmt auch nur fast – anfang april gab es eine gemeinsame hörprobe für das (sehr gute) neue sunn o)))-album in der säule, aber das war mir keinen eigenen eintrag wert.
nun also wieder richtig nach gut zwei monaten. plan: anfang bis wenigstens shackleton. herrn kerridge werde ich leider sehr wahrscheinlich verpassen und mich abends in der panorama bar von mir bisher unbekannten namen (ausgenommen roi perez, aber zu der zeit wäre ich schon gerne zuhause) überraschen lassen.

berghain
00h00 don williams
04h00 shackleton live
05h15 blawan
09h00 samuel kerridge
13h00 rrose
17h00 len faki
21h00 etapp kyle
01h00 oliver deutschmann

panorama bar
00h00 sybil jason
04h00 zombies in miami live
05h00 omer
09h00 or:la
13h00 radio slave
16h00 kevin saunderson
19h00 urulu
22h00 chida
02h00 roi perez

eintritt
18 euro

Mrz 072019
 

zwar hat mich „who else?“ noch nicht gänzlich überzeugt, was aber vielleicht an meinem überzogenen anspruch liegt. von der spiellänge sind manche eps genauso lang. „who“ ist jedoch richtig gut, und alleine aus gründen der kompletten discographie und unterstützung für die beiden mit dem herz am richtigen fleck wird das noch in meiner sammlung landen.
das konzert ist eigentlich ausverkauft, es gab aber montag nochmal ein restkontingent. man kann sein glück auch noch über ticketswap probieren, aber zahlt dann bitte nicht mehr als 35 euro.

support
catnapp
pfadfinderei visuals

start
18 uhr

nachbetrachtung
war gegen 18h30 da, der eingang war an der seite des bierhofs, wie auch bei den ausstellungen in der halle. die bar, die man von neujahr kennt, ist geblieben, aber zwei treppen nach oben, was das ganze gut entzerrt. die garderobe rechts vom eingang ist ok, wenn die leute immer schubweise ankommen. nach konzertende staut es sich da etwas. da ich mir etwas zeit ließ, ging das aber noch.
interessant auch: die berghain-toiletten waren geöffnet, nicht die vom lab. so gab es mal eine andere perspektive auf den club: der weg zur tanzfläche abgesperrt, man musste über die von den scannern im hellen weiß angestrahlte brücke. und leise war’s.

es hat sich ansonsten positiv bemerkbar gemacht, dass das konzert alles andere als überfüllt war. keine ahnung, ob viele ihr ticket haben verfallen lassen, restkontingent gab es jedenfalls schon später am montag nicht mehr. was ich für eher wahrscheinlich halte: lieber weniger tickets in den vorverkauf geben und den leuten somit eine angenehme erfahrung bereiten. das führte zu einem sehr gut besuchten konzert, bei dem es sich beim haupt-act aber immer noch vorzüglich tanzen ließ.

aber erstmal catnapp, die sich mit ihrem warm-up für weitere besuche empfohlen hat und (auch wenn der vergleich vorne und hinten hinkt) eine wesentlich bessere figur als og keemo bei dendemann eine woche zuvor. mag aber auch an den gehaltvolleren texten gelegen haben.

als zwischenprogramm lief die „tri repetae“ von autechre, was einmal mehr unterstrich, dass die beiden herren aus dem berliner umland in den vergangenen fast 30 jahren eine mehr als ordentliche grundausbildung in elektronischer musik genossen haben.
sie ließen auch sonst nichts anbrennen, spielten (sofern ich mich nicht irre) das gesamte neue album, hits wie „evil twin“ nur an oder gar nicht („kill bill“), dafür andere („the black block“) oder unerwartetes („blue clouds“) komplett. ungewöhnlich wenig interaktion mit dem publikum, und wenn, dann war es szary, der das publikum mit minimalgesten animierte.
berührender moment das „no good“-intermezzo mit „thank you keith flint“-projektion, wobei auch erneut die pfadfinderei für die gesamtleistung gelobt werden muss.

zwei zugaben gab es, mit „hasir“ zum schluss nach brutto gut 100 minuten, netto waren’s um die 90. zwar wollte das publikum mehr, aber als billie holiday über die (übrigens überraschend gut auf die räumlichen verhältnisse eingestellte) anlage erklang, war klar, dass hier nichts weiter passiert.
ein definitiv mehr als nur solides heimspiel. und das neue album machte live um einiges mehr spaß als beim fragmentarischen hören über kopfhörer

Mrz 012019
 

der letzte akt bis april. von den bisherigen war aber tatsächlich jeder auf seine weise anders und gut. bei diesem ist der primäre grund leon vynehall, der mit „nothing is still“ eines der besten alben des letzten jahres und gleich nebenbei auch eine stilübergreifende, zugleich nicht zerfasernde dj-kicks veröffentlicht hat. auch eine sternstunde der reihe. ist schon jahre her, dass ich ihn an ort und stelle gehört habe, da passt das mit dem restlichen angebot sehr gut.

klubnacht

berghain
00h00 marcel dettmann
04h00 mathew jonson live
05h00 anetha
09h00 juho kusti
13h00 joel mull
17h00 kangding ray
21h00 blawan
01h00 dasha rush

panorama bar
00h00 richard zepezauer
04h00 davis
07h00 dinky
11h00 l.b. dub corp
14h00 leon vynehall
18h00 gonno
22h00 oracy
02h00 nick höppner

eintritt
18 euro

nachbetrachtung und nachruf
diese klubnacht stand ab samstagabend unter ganz schlechten vorzeichen und dies wird sich erst im laufe der zeit umkehren. unter objektiven gesichtspunkten war der sonntag eine woche zuvor aber einen tick besser, glaube ich. aber der reihe nach.

m. lernte ich aus restrealen zusammenhängen vor ein paar jahren in der panorama bar kennen, nachdem man sich im forumzusammenhang gegenseitig bereits gelesen hatte. er war glühender anhänger von house sowie disco und bei klubnächten nur im berghain zu sehen, um eine etage höher zu gelangen – so seine eigenaussage. ein mann mit scharfsinn, praktisch veranlagt obendrein und stets seine einladung zum gemeinsamen essen oder grillen erneuernd, was aber nie geklappt hat. im gegenzug war er ein paar male zu besuch, als wir wg-technisch zum stelldichein geladen hatten.
konsequent in seiner wahl der t-shirts mit wolfgang petry, baywatch oder alf als motiv. meistens in der panorama bar vorne auf der tanzfläche beim dj-pult durchgeschwitzt mit einer flasche wasser in der hand zu sehen, die er bereitwilligst teilte. kein nerd in puncto trackanalysen (das prädikat behielt er leuten wie meiner wenigkeit vor), aber geschmackssicher. immer auf der matte, wenn gerd janson spielte, auf ihn gehen die tipps mit rahaan und josh cheon zurück.
privates deutete er lediglich an, ließ aber keine zweifel daran, dass party und wochenende für ihn mit abstand vom alltags- und sonstigen stress nun priorität haben. ich beneidete ihn ein wenig für seine unkomplizierte art, mit leuten ins gespräch zu kommen.

am samstagabend erfuhr ich nun in diesen restrealen zusammenhängen, dass er nicht mehr unter uns weilt. bevor ich am sonntag losging, bestätigte sich das, was ich bereits bei den letzten malen vermutete, wo wir uns gesehen hatten.
er hinterlässt eine tochter. und bei mir den vorsatz, bei dem es mir umso mehr ein bedürfnis ist, ihn weiterzugeben: wenn euch anzeichen von depressionen bei leuten in eurem umfeld auffallen (egal, wie nahe man sich steht), fragt lieber ein-, besser zweimal zuviel nach. bietet an, gegebenenfalls da zu sein. definiert zugleich auch grenzen. zeigt möglichkeiten auf und übt sanften druck auf die betroffenen aus, dass diesen auch nachgegangen wird.
all das habe ich in seinem fall nicht getan. zu stark war der eindruck desjenigen, der alles im griff hat. dabei hätte ich wahrscheinlich nur einmal so scharfsinnig nachhaken sollen wie er es beim auseinandernehmen politischer argumentationen tat. es ist umso trauriger (aber zugegeben auch für mich beruhigender) zu wissen, dass selbst leute, die ihm näher standen als ich, in diesem fall auch nichts verhindern konnten.
was eine eventuelle lücke in den vorderen reihen beim dj-pult in der panorama bar angeht: um die wird man sich wegen des standard-füllgrades am sonntag keine sorgen machen müssen. aber das wissen, dass die discofaust aus einer dieser lücken von nun an nicht nur mal nicht da ist, sondern permanent fehlen wird, hat mir zum zweiten mal in meinem clubleben die tränen in die augen getrieben (zum ersten mal bei der tresor-schließung anno 2005). es war bei oracy, der letztes jahr mit das für ihn beste set in der panorama bar gespielt hatte und dieses mal mit romanthonys „wanderer“ als erstem track für mich intuitiv goldrichtig lag. habe mich in dem augenblick einfach für’s loslassen entschieden und war auch erleichtert, dass ich es zulassen konnte. die discofaust reckte ich später stellvertretend in die luft. werde ich auch zukünftig, ist für mich ein schönes gedenken.

r.i.p. m.

und sonst so?
leon vynehall war nicht so wagemutig wie auf seiner dj-kicks, dennoch stilübergreifend aktiv, gerne auf breakbeats zurückgreifend und für die spielzeit sehr angemessen.
trackauswahl:
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gleiches (also was das angemessene betrifft) gilt auch für joel mull eine etage tiefer. nur so richtig die letzte halbe stunde mitbekommen, zuvor blieb „the myth“ von jay denham positiv in erinnerung.
sonst trieb ich mich im berghain kaum herum. kangding ray war zwar aus einem guss wie immer, aber mir war irgendwie nicht danach. und bei blawan stellte sich die für das berghain übliche sonntagabendfülle ein. hab’s zwar kurz versucht, dann aber aufgegeben. oben war das weniger ein problem.

gonnos letzter track eines ziemlich discohouse-lastigen sets war „believing“ von portable. oracy begann nach ihm ganz schön fordernd, schloss mit pianolastigem vocalhouse. die kombination aus „controversy“ von prince mit „da funk“ von daft punk muss ich mir mal merken.
restliche trackauswahl:
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Feb 222019
 

teil 3 von 4.

berghain
00h00 scuba
04h00 mark live
05h00 prequel tapes
08h00 barker
12h00 stenny
15h00 alex.do
18h00 zenker brothers
22h00 fiedel
02h00 dr. rubinstein

panorama bar
00h00 margaret dygas
04h00 ryan elliott
08h00 r.o.s.h.
12h00 âme
16h00 kittin
20h00 laurent garnier
00h00 jennifer cardini

eintritt
18 euro

Feb 152019
 

da jetzt auch das line-up für den märz draußen ist, kann ich es ja sagen: es werden vier aufeinanderfolgende wochen. allerdings jeweils nur ein tag. überkompensation ist noch nicht nötig.

berghain: mannequin records nacht x
00h00 techno bert
01h30 tobias bernstrup live
02h30 an-i live
03h00 black merlin live
04h00 jasss b2b cem
06h30 alessandro adriani

panorama bar: whities
00h00 tasker
04h00 overmono live
05h00 bambounou
08h00 upsammy

eintritt
14 euro

Feb 082019
 

normalerweise gehe ich ja nur in ausnahmen hin, wenn nur die panorama bar offen ist. aber woody hat erstens seine premiere und zweitens doch einen gewissen einfluss auf mich gehabt (was genreübergreifende sets angeht, die vom rhythmus und funk zusammengehalten werden), das möchte ich mir gerne anhören.

hinter loyoto verbergen sich eva be und clé, womit das in eine halbe e-werk-versammlung ausarten könnte. die werde ich aber aller voraussicht nach verpassen.

finest friday

00h00 loyoto

03h00 kiki

06h00 steve bug

09h00 woody

eintritt

12 euro

Dez 302018
 

das zitat ist zwar leicht zeitverzögert aus dem zusammenhang gerissen, aber passt so schön: alle jahre wieder…
der orientierung halber ergänze ich die wochentage. wer sich wundert, dass ein paar namen in den schlagworten fehlen: der lohnerwerb ruft am 2. januar. dadurch werde ich ein paar favoriten verpassen (nd, mark ernestus und rabih beaini beispielsweise).

silvester klubnacht

berghain
dienstag, 01.01.2019:
01h00 answer code request
05h00 dr. rubinstein
08h00 rødhåd
11h00 terence fixmer
13h00 norman nodge
16h00 steffi
19h00 volvox
22h00 phase fatale
mittwoch, 02.01.2019:
01h00 fiedel
04h00 somewhen
07h00 kobosil
10h00 efdemin
13h00 function
16h00 luke slater
19h00 marcel dettmann
22h00 boris

panorama bar
dienstag, 01.01.2019:
01h00 massimiliano pagliara
05h00 cormac
09h00 nemo b2b castro
13h00 virginia
17h00 ryan elliott
21h00 nick höppner
mittwoch, 02.01.2019:
01h00 tama sumo
05h00 dominic carter
09h00 nd_baumecker
13h00 honey dijon
17h00 tornado wallace
21h00 gerd janson
donnerstag, 03.01.2019:
01h00 roi perez

lab.oratory
dienstag, 01.01.2019:
05h00 luigi di venere
09h00 chris cruse
13h00 soundstream
17h00 heidi lawden b2b lovefingers
21h00 i-f
mittwoch, 02.01.2019:
00h00 dan beaumont
04h00 paramida
08h00 prins thomas
12h00 discodromo

halle
dienstag, 01.01.2019:
12h00 pom pom
15h00 lotus eater live
16h30 rachel lyn
20h30 tricky
22h30 vladimir ivkovic
mittwoch, 02.01.2019:
02h30 etapp kyle
06h30 mxwhd
09h30 rabih beaini
12h30 mark ernestus
15h00 barker
19h00 felix k
22h30 pom pom

eintritt
ist noch nicht kommuniziert. aber von wenigstens 20 euro ist auszugehen.
38 euro

Dez 142018
 

um den ewigen vergleich zu bemühen: mein erklärter favoritenclub nimmt damit anlauf, die in investorenträumen nicht vorgesehene berliner keimzelle des ganzen in der leipziger straße nominell zu überholen. nochmal vereinfacht: wenn nichts weiteres dazwischenkommt, müsste es ende januar / anfang februar soweit sein, dass das berghain sogar in tagen länger als der tresor in der leipziger 126a existiert.
für mich wird es das einläuten einer weihnachtspause (da urlaub), die bis kurz vor silvester anhält.

klubnacht – 14 jahre berghain

berghain
00h00 nastya muravyova
04h00 byetone live
05h00 dj nobu
08h30 pete
12h00 ben ufo
15h00 aurora halal
18h00 len faki
22h00 dvs1
02h00 kyle geiger

panorama bar
00h00 nitam
05h00 the emperor machine live
06h00 powder
10h00 âme
15h00 matthew herbert
19h20 margaret dygas
22h00 renaat
02h00 jennifer cardini

elektroakustischer salon
10h00 boris
14h00 tobias. live
15h00 moritz von oswald
17h00 cosmin trg
21h00 massimiliano pagliara

eintritt
20 euro

nachbetrachtung
kann als qualitätsmerkmal gelten, dass es seit langem mal wieder 20 stunden am stück wurden, auch wenn ich mir das nicht gezielt vorgenommen hatte. das ende war bis zur veröffentlichung des ablaufs eine option, die ich mir offen hielt. aber rückblickend hätte es da keinen unterschied gemacht, ob das kyle geiger oder dvs1 bespielt hätten – ich fand beide nicht sonderlich mitreißend. gerade bei kyle geiger reihte sich ein recht hartes bretter-tool an ein anderes, was das set damit sehr austauschbar machte. von dvs1 habe ich aber „eat more house“ von dj hell gehört, als ich in der panorama bar an der tür zum berghain vorbeiging. also leichter vorteil für ihn.

pete war aber wie immer in seinem element und baute glücklicherweise den dubstep-anteil im set aus, wenn auch permanent mit 4/4-kick unterlegt: „s.a.t.u.r.n.“ von goth-trad, „venus“ von vex’d und „forgive“ von mala ganz zum schluss. dazwischen aber auch gestandene stammplatten wie „tenfour“ von joey beltram oder „lyot“.
ben ufo fing mit electro an, ging dann aber erstmal in standard berghain-reverb-techno über, was wiederum die halle interessant werden ließ. da lautete das motto in puncto licht „weniger ist mehr“, aber ein imposantes dj-pult wurde hingebaut, was für meinen geschmack ein wenig zu hoch geraten war. von dort aus ragten weiße lichter von der decke an die wände und richtung menge, und den rest der beleuchtung übernahmen auf den boden unter die sitzpodeste gelegte scanner. ziemlich simple idee also, aber komplett ausreichend. etwas kühl war es, aber das ist zum geburtstag auch nicht neu.
in der halle (soviel sei vorweggenommen) kein einziger musikalischer ausfall. tobias. mit drones, moritz von oswald ließ sich von laurens von oswald helfen, der mit modular-setup improvisierte, während moritz tracks dazumischte. darunter „q-loop“ oder „tushumdo“ von der lp auf honest jon’s.

bei ben ufo noch das finale mitgenommen, mit dem er zeigte, weshalb er aufgrund seiner stilübergreifenden sets so geschätzt wird. da gab es „daisy chain“ von overmono, „lost and found (found mix)“ von der neuen objekt-lp (die mich beim ersten hören zugegebenermaßen nicht so mitgerissen hat wie seine dj-sets – aber die wächst vielleicht) sowie „mercurial“ von chevel. alles tracks, mit denen sich eine tanzfläche durchaus leeren lässt, aber umso schöner, dass jemand mutig genug ist, sie zu spielen.
szenenwechsel zur panorama bar. wenn matthew herbert schon mal als dj zu hören ist, sollte man die gelegenheit nutzen, allerdings fand ich ihn unten im berghain vor einigen jahren besser. dieses mal verließ er sich sehr auf seine eigenen produktionen (auswahl: kinda kickin‘, the audience, seine remixe wie „sing it back“ oder „moving like a train“) oder hits wie „deep inside“ von hardrive bzw. „can you feel it“ von mr fingers. abgeschaut nur „this is sick“ von solid groove, was ich bis dato nicht kannte. da renaat seinen flieger verpasst hatte, kam das publikum eine stunde länger in den genuss und sein slot wurde mit dem von margaret dygas getauscht. dies aber nicht ohne einen der zugegeben besten überraschungen als schlussplatte im herbert-set: „try again“ von aaliyah.

zwischendrin gab es kurze abstecher zu aurora halal (mit zwei joey beltram-tracks auf trax: „life force“ und „the start it up“) sowie zu cosmin trg, bei dem „galileo“ von oelki positiv auffiel. noch positiver allerdings (und damit ist meine jahrelange kritik an ihm vorerst verstummt) überraschte mich len faki. klar sparte er nicht an tracks zur abfahrt, aber das ist an einem sonntagabend überaus gewollt und findet mittlerweile mit einer auswahl statt, bei der man ihm die jahrzehntelange erfahrung als dj auch anmerkt. also kein setzen auf schrille signale mehr. kommt mir vielleicht auch nur so vor, aber evtl. haben sowohl er als auch ich sich aufeinander zubewegt – es muss ja nicht immer die möglichst nerdig-verkopfte nische bedient werden. wer mit „nous sommes mmm“ von erik & fiedel, dem gestandenen rave-klassiker „gatex“ von umek sowie „camargue“ von cj bolland kein problem hat, sollte ihm wirklich eine chance geben. „u can’t see me“ von dj assault war dann noch so ein track, mit dem ich von ihm nicht gerechnet hätte. kurzum: in kombination mit seinem set aus der halle zur ostgut ton nacht vor ein paar jahren reichen beide eindrücke, dass er sich durchaus zu einem grund entwickelt, mal gezielt bei ihm im berghain zu bleiben.

bleiben noch renaat und massimiliano pagliara. renaat fuhr die anlage oben jedenfalls ordentlich am limit(er) und trotz traktor auch nicht immer taktsicher – allerdings geschmackssicher. nichts erkannt, shazam versagte auch regelmäßig, aber da klang vieles nach dem, was heutzutage auf r&s passen könnte. munter zwischen geraden und gebrochenen tracks wechselnd.
massmiliano pagliara spielte in der halle das dort tanzbarste set um die 100 bpm und dabei mit teilweise schön verträumten melodien. passte für die tänzer und meine wenigkeit sehr gut, jedoch nicht so wirklich zum konzept, einen kontrast zu beiden anderen floors zu bieten. hab’s dennoch genossen, „synkro“ von luomo zu hören und „cascades“ von mark barrott sowie „harmonize“ aus der feder des djs selbst auf die nachhilfe-liste setzen zu können.

Nov 232018
 

das dritte mal für diesen monat. im dezember/januar das übliche. aber erstmal genießen, dass die leisure system wieder auf größerer bühne stattfindet.

berghain: leisure system
00h00 golden medusa
03h00 kyoka live
04h00 neon chambers live
05h00 barker live
06h00 samuel kerridge

panorama bar: dark entries
00h00 doc sleep
03h00 david carretta live
04h00 photonz
06h00 cardopusher
08h00 josh cheon

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
geschafft habe ich es erst zu 2 uhr, aber damit immerhin noch zur letzten stunde von golden medusa.

trotz nervosität klappte das mit ihrer premiere auf dem berghain-floor (die säule zu beginn des jahres war clubpremiere) ziemlich gut. überzeugte durch couragierte sowie stilsichere auswahl und auseinanderlaufende tracks hat sie rechtzeitig durch filter kaschiert.
beispiele:
shxcxchcxsh – shulululu
ténèbre – jungle frontier
aphex twin – polynomial-c (schlusstrack)

kyoka war für mich der einzige schwachpunkt unten, was durch herrn carretta eine etage oben aber mehr als nur gut aufgefangen wurde (wie man ihn bereits von gigolo her kannte: geradlinig mit anleihen bei electro, wave und ebm gleichermaßen). ich mag ihr unrecht tun, wenn ich den roten faden in ihrem set vergeblich gesucht habe und das mein eindruck von ihr ist, den ich bereits bei diversen raster-noton-nächten zuvor von ihr hatte. falls mir irgendwelche produktionstechnischen finessen entgangen sind, lasse ich mich gerne eines besseren belehren. allerdings sprach eine nur noch halbvolle tanzfläche irgendwie für sich. bei allem verständnis für nervosität auf dieser bühne: warum kein sicherer modus operandi mit möglichst wenig fallstricken, bei dem über ableton live einfach nur szenen abgespielt werden?

neon chambers landen für mich auf einem knappen zweiten platz dicht hinter barker. hätte nicht gedacht, dass sigha so ein feingespür für melodien hat. wirkte (wie barker danach) jedenfalls wie aus einem guss und damit so, als ob sie schon jahrelang gemeinsam auftreten.
bei barker hörte ich von der „debiasing“ nur „look how hard i’ve tried“ heraus. das war auch der einzige track ohne kickdrum, die lag dafür (gebrochen) unter dem rest, der (soweit ich das weiß) bislang unveröffentlicht ist, was meiner meinung nach aber schon marktreif wäre.

die krone für das dj-set des abends bzw. morgens geht an samuel kerridge. erstmal techno zu beginn, um die leute anzufüttern („exit stance“ von jk flesh, „expect nothing“ von exium im regis-remix, „hype (funk)“ von bleaker), machte aber auch vor uk-hardcore nicht halt (in dem fall „here come the drumz (remix)“ von doc scott, hat er auch an gleicher stelle bereits im laufe des jahres gespielt). mit venetian snares („ichidh“) hatte er für mich endgültig gewonnen, fand den schluss dann über techno-umwege mit einem hiphop-track, der auch im dubstep-kontext gut funktioniert hätte. shazam hat hierbei versagt. also falls jemand da war und mein bestenfalls vorhandenes basiswissen in puncto hiphop ergänzen kann – immer her damit.

josh cheon will ich noch hervorheben, der schon im sommer im garten als kenner anstatt als hitlieferant auffiel und mühelos zwischen acid house und italo wechseln konnte, ohne dass das nach brechstange klang. habe ich mir aber aus konditionsgründen nicht bis zum schluss angehört und warte da auf einen sonntag.
und wenn ich schon beim wunschkonzert bin: samuel kerridge könnte man den klubnacht-gängern auch durchaus zum sonntagmorgen oder -nachmittag kredenzen. alleine wegen der zu erwartenden fragenden gesichter.

ein typischer freitag also: musikalisch herausfordernd und durchgängig auf hohem niveau. dazu von der fülle her entspannt mit offenem publikum, so dass das genießen auch nicht schwer fiel.