exberliner im interview mit nd_baumecker zum clubbing während und nach der pandemie (plus eigenem essay dazu)

da der text ein plädoyer und damit ziemlich lang geworden ist, kommt der link zum ausschlaggebenden und höchst relevanten interview zuerst. dessen kernpunkte käue ich verlauf eh wieder:
„club culture is being reborn“

es ist kein sonderlich großes geheimnis, dass ich nd gegenüber aus gründen voreingenommen bin. vor wochen hatte er bei instagram einen ausschnitt des interviews hochgeladen und ich mir daher die print-ausgabe gekauft, die auch neben seiner weitere relevante perspektiven zu bieten hat. außerdem kann es für meine begriffe nicht schaden, den verlegern zu signalisieren, dass sich print-ausgaben lohnen sollen.

ja sicher (und gerne nochmal): mir fehlt das ausgehen als ausgleich zum alltag oder zum (re)kalibrieren diverser befindlichkeiten immer noch massiv. zwar war die erfahrung am vorletzten sonntag im berghain-garten eine überaus positive (schön euphorisches publikum, was einen vorgeschmack auf das liefert, was uns blühen könnte, sobald ein impfstoff bereit steht) und auch der oxi garten (ex-polygon) tritt als neuzugang in der clubszene mit fast schon zu ambitionierten line-ups in den letzten wochenenden mit tanz unter freiem himmel auf den plan. das alles sind für mich aber eher notrationen, bis es wieder richtig weitergehen kann.
andererseits ist auch mir als clubgänger und erst recht als dj mit sinkender anzahl an bookings in den letzten fünf bis acht jahren schon aufgefallen, dass das clubgeschehen in der berliner filterblase und auch anderswo (gerade auf festivals) sehr vom rennen um die vordersten plätze geprägt war. als clubgänger habe ich gerne daran partizipiert: tolle line-ups, bei denen nicht nur ein, sondern gar zwei bis drei namen pro abend die kinnlade runterfallen ließen. dazu noch gelegentliche privilegien für gästeliste und schon fällt das mit der konsumhaltung leicht. die kehrseite der medaille war hier jedoch schon häufiger nachzulesen: gerade der sonntagabend im berghain geriet in den vergangenen drei, vier jahren zur engtanzparty, bei der ich aus kundensicht gerne nur die beobachterposition einnahm, weil ich nicht bei der verteilung um die quadratzentimeter dabei sein wollte. das hat sich mit einführung des wiedereintritts letzten september nur minimal gebessert, wobei ich mir seit geraumer zeit auch die termine ausgesucht hatte, die zu weniger überfüllung führten (oder der andrang ging im letzten halben jahr vor covid-19 allgemein zurück). mein letzter besuch im februar diesen jahres war dafür jedenfalls ein positives beispiel, mag aber auch schon den vorboten der pandemie geschuldet sein.

als nur periphär im booking involvierter (den teil übernehmen bei der bewegungsfreiheit andere mit weniger sorge vor zurückweisungen) kann ich nur zu gut nachvollziehen, weshalb nd bereits vor jahren auf die bremse (bzw. als booker der panorama bar vom amt zurück) getreten ist. als ob das rennen um die besten plätze auf line-ups auf clubs und festivals nicht genug wäre (stichwort „selbstmarketing“ oder „ellenbogenmentalität“ – das muss mensch wollen), bekommen booker*innen es mit agenturen und/oder djs/live-acts zu tun, die zum gelingen eines line-ups mittlerweile tragend sind, sich dieser rolle nur zu bewusst sind und dies für eine grassierende inflation (also genau das ausleben dieser mentalität) nutzen. der markt hat also auch vor covid-19 in der szene bereits einiges geregelt.
wer noch keinen namen hat, macht sich am besten einen, indem ein eigenes label gegründet wird (um im idealfall selbst produzierte und auch noch gute tracks an die damen und herren djs zu bringen) sowie soziale medien an allen ecken und enden bespielt und schlüsselpersonen so lange behelligt werden, dass sich zumindest die theoretischen chancen erhöhen, einen platz an der sonne (also auf line-ups in namhafteren clubs) zu sichern.
wer einen namen und einen platz in einer booking-agentur hat, kann sich eigentlich glücklich schätzen: drei, vier anfragen oder gar gigs pro wochenende. unterkünfte, tolles essen und gratismeilen bei fluglinien (business-class? ja bitte!) inklusive. die kehrseite der medaille (die nd im interview glücklicherweise auch benennt): als headliner*in bleibt da nicht mehr viel zeit für das inhaltliche. stattdessen: verwendung der eingespielten rezeptur. manche im publikum nehmen das unkritisch hin (oder erwarten dies sogar) und die musik-nerds stehen am rand und bedauern, weshalb nicht mehr drin ist.

das mache ich den am zirkus beteiligten djs/live-acts nur bedingt zum vorwurf: wer die möglichkeit hat, sich dadurch den ruhestand abzusichern, soll das tun. die spirale fand ich jedoch in den letzten jahren in mehrfacher hinsicht ungesund:
erstens lässt sich der marathon aus jetlag, hotelzimmern, drei, vier sets pro wochenenden an jeweils verschiedenen orten mit entsprechenden hilfsmitteln zwar ganz gut aufrecht erhalten. auf dauer geht das jedoch an die körperliche substanz. unter der woche muss entweder die kondition wiederhergestellt, weitere tracks produziert, promos angehört, plattenläden (virtuelle oder physische) durchforstet werden. auch wenn das anfangs nach einem wahrgewordenen traum aussieht: alleine die flut an veröffentlichungen (häufig promos) und damit das djing ist ein vollzeitjob. will mensch das gründlich und mit der ambition erledigen, nicht stets das gleiche set spielen zu wollen, lässt sich das (mit den erwähnten stellschrauben zum erlangen von gigs) eigentlich nur bewerkstelligen, wenn schlaf und privatleben weitestgehend gestrichen werden. es wäre an der stelle (und vor allem zu diesem zeitpunkt, bei dem die szene zwangsläufig innehält) überaus interessant, namhaften djs die frage zu stellen, inwieweit sie in den letzten jahren anzeichen eines burn-outs bei sich bemerkt haben.
zweitens wurde damit eine ungesunde erwartungshaltung beim publikum gefördert, wodurch das clubgeschehen zu einer kleineren kopie von festivals geworden ist. ich habe die erste welle mitte der 1990er-jahre zwar nur als schüler mit der durch low spirit und frontpage getriebenen vermarktung mitbekommen und diese auch weitaus unkritischer als heute als einstieg genommen, sehe aber durchaus parallelen zu damals – mit dem unterschied, dass diese bewegung noch globaler geworden ist. dabei finde ich es einerseits toll, dass techno nicht mehr das nischendasein wie damals führt, für das mensch sich rechtfertigen muss. gerade im bereich der relevanz der clubkultur für attraktive(re) städte und damit auch deren planung sowie der präventiven drogenaufklärungsarbeit ist seither einiges passiert. zumindest haben die aus der bewegung stammenden stimmen sich gehör verschafft – was damit geschieht, steht auf einem anderen blatt. problematisch wird es jedoch, die clubkultur vorrangig als wirtschaftsfaktor zu begreifen: auf der einen seite begrüßenswert als hebel zur erhaltung der orte für clubs (am beispiel berlins: gerade mit nähe zum s-bahn-ring), keine frage. auf der anderen seite sind genau diese clubs am zuge, ebenso wirtschaftlich zu arbeiten. line-ups sind hierbei mittel und zweck, entweder weiterhin als etablierter name im zirkus mitzumischen oder erst recht, wenn sich ein club oder eine partyreihe diesen erst verdienen muss.
beides führt zum auf-nummer-sicher-gehen und damit zur verwässerung. als booker*in möchten line-ups einerseits gut kuratiert, der club andererseits auch gut gefüllt sein. als dj/live-act möchte mensch gerne aus dem vollen schöpfen, bekommt dies jedoch aufgrund von zeit- und erwartungsdruck nicht so hin. das erklärt, warum der kreis der großen namen, die sich in berliner clubs wirklich was getraut hätten, ein ziemlich kleiner ist.

paradoxerweise sägen clubs oder veranstalter*innen damit am ast, der zu ihrem ruf oder erfolg beigetragen hat. es ist vielleicht etwas viel verlangt, das wilde, archaische, experimentielle aufbruchsgefühl der anfangsjahre wiederherstellen zu wollen. dafür ist der stil zu etabliert und die musikalischen revolutionen oder erweckungsmomente auf der tanzfläche mittlerweile zu rar. das ist aber auch normal und irgendwie in ordnung so, wenn mensch das mehr als 20 jahre lang aktiv mitverfolgt und -erlebt. mich stört halt (und da kommt auch das gekränkte dj-ego mit bewusstsein des eigenen geschmacks durch) massiv, dass diese spirale den ursprünglichen gedanken, anders als die etablierten stile sein und neue musikalische horizonte erschließen zu wollen, ordentlich verwässert hat. anstelle neue musik oder ungeahnte mischungen vermeintlich unvereinbarer stile willkommen zu heißen, ähnelt das leider ziemlich dem, was sich bei rock-konzerten oder etablierten festivals beobachten lässt. ausnahmen bestätigen hier zwar gerne die regel (die freitage im berghain, den verzicht der staub auf line-up-ankündigungen mit offenem musikalischen konzept oder reihen wie mother’s finest, version, warning, reef kann ich nicht häufig genug loben), aber die pandemie hat sehr deutlich gemacht, dass der weg des geringsten widerstandes mit einem hohen preis versehen ist.
insofern teile ich die hoffnung von nd voll und ganz, dass sich clubs ihrer rolle als geschmacksinstitutionen wieder bewusster werden. das berghain hat sich dabei von anfang an sehr gut positioniert, indem auf die residents als rückgrat gesetzt worden ist. es wäre schön, wenn clubs sich fortan weniger auf große namen konzentrieren und das dafür gewonnene geld in die taschen der residents oder lokalen musikanten fließt, die als regelmäßig in ihrem stammclub (oder außerhalb) feiern gehende und auch auflegende / produzierende musiker große mühe und zeit investieren, den club sowie dessen publikum aus dem effeff kennenzulernen und damit das wissen erlangen, wie die persönliche note durch hier und da eingestreute gimmicks im set gesetzt werden kann. dabei helfen weniger und dafür ausgesuchtere gigs, damit mehr zeit zum wühlen in mehr als 30 jahren elektronischer tanzmusikgeschichte bleibt.
alles in allem wünsche ich mir: bitte weniger festgefahrene erwartungshaltungen und ergebnisse. bitte weniger schielen auf das maximum an gage oder reichweite. kondition bzw. körperliche ressourcen sind endlich und auch wenn es den persönlichen narzissmus schmerzt: es gibt auch andere mit ähnlich gutem geschmack, von denen sich lernen lässt und die das mit dem erzählen von geschichten im set vielleicht sogar besser können als mensch selbst. schlussendlich sollte musik der gemeinsame nenner sein, der kein wettstreit, sondern vielmehr inspiration sein sollte (zugegeben: bei dieser lektion bin auch noch lange nicht am ende).
ich befürchte zwar, dass wir nach dem ende der pandemie schneller wieder dort landen als es den musikliebhaber*innen passt, aber die letzten ein bis zwei jahre wiesen wieder in die richtung, dass auch an normalen sonntagen im berghain mehr vielfalt geht als trockene kicks mit reverb. wenngleich clubs rentabel sein müssen: auf absehbare zeit wird das vorgängerniveau mit der hälfte des publikums aus dem easyjet-flieger nicht erreicht werden können. es wird also keine andere wahl bleiben, als dass bei den line-ups auf das budget geachtet werden muss, wenn das publikum sich (gerade in der anfangszeit) eher aus berliner*innen rekrutiert. die wiederum könnten noch am ehesten die kenntnisse über fähige resident- oder lokale djs besitzen und werden sich hoffentlich längere zeit der tatsache bewusst sein, dass die clubkultur nicht als selbstverständlich hingenommen werden sollte.
in kombination dazu wünsche ich mir mehr geschichtsbewusstsein. da mache ich mir bei den älteren (40+) keine sorgen, weil die es sind, die hier die perfekten rahmenbedingungen vorfinden, um weiterhin leidenschaftlich in clubs gehen zu können, ohne dass wegen des alters schräg geschaut wird. im gegenteil habe ich sogar den eindruck, dass die jüngeren mittlerweile sehr gerne von diesem erfahrungsschatz profitieren. auch da herrscht ohne zweifel offenheit.
daher als anregung (an alle alterskohorten oder die szeneaffinen): bitte nehmt diesen neustart als gelegenheit, eure erwartungshaltungen zu hinterfragen oder sie bei anderen zu benennen. zieht die unkritischeren oder engstirnigen unter euch mit. zeigt ihnen auf, auf welchem fundament sich die clubwelt gründet und dass das konsumieren des erwartbaren nur eine option unter vielen ist. vertraut den clubs und djs/residents als geschmacksträger*innen. erwartet lieber überraschungen. lasst djs/live-acts die zeit, sets zu entwickeln und dabei auch mal daneben zu liegen.

kurzum: verlasst auch mal ausgetretene pfade und gesteht jeder*m (und damit auch euch selbst) zu, menschlich und damit fehlbar zu sein. das ist zur kalibrierung gar nicht mal schlecht, damit die tollen abende / tage auch als solche hervorstechen und nicht immer wieder auf’s neue reproduziert werden müssen.

[berlin / 15.02.2020] berghain: klubnacht

endlich wieder ein ilian tape-showcase, wo ich die trackerkennung als fanboy als hintergrundtask laufen lassen kann. möchte die gelegenheit aber auch nutzen, auf das label-portrait in der taz hinzuweisen, das bereits anfang januar erschienen ist und hier am besten passt.

berghain
00h00 stenny
04h00 andrea live
05h00 zenker brothers
09h00 skee mask
12h00 overmono
15h00 martyn
19h00 pariah
22h00 steffi
02h00 barker

panorama bar
00h00 virginia
04h00 titia
08h00 oracy
12h00 margaret dygas
16h00 l.b. dub corp
19h00 gonno
22h00 nick höppner
02h00 the carry nation

säule
20h00 tobias. live

eintritt
18 euro
5 euro bei wiedereintritt

nachbetrachtung

schichtdauer: mal wieder überstunden. 9 uhr bis 2 uhr.

das lag vorrangig an meiner freude darüber, dass es diese unaufgeregten sonntage noch gibt, an denen sich musikbegeisterte versammeln und über genregrenzen hinweg einfach nur spaß haben wollen. parallel fand in der alten münze / griessmühle im exil die synoid statt, die weite teile der techno-fraktion mit präferenzen für deutliche 4/4-kickdrums gebunden haben dürfte. ergebnis war, dass das platzangebot selbst zu mittlerweile berüchtigten stoßzeiten wie sonntagabend erstaunlich gut war.

es kamen also zwei für mich mittlerweile essentielle dinge zusammen: musik auf mindestens gutem (overmono, nick höppner, letzteren aber zu kurz gehört), meistens aber überdurchschnittlichem bis hervorragendem niveau. ich ärgere mich nur etwas, oracy aufgrund von sonntagsträgheit nach dem aufstehen verpasst zu haben.
insgesamt: skee mask sowie martyn sind für mich gleichauf bei den sonntagsfavoriten. ersterer hat eher ein techno-set mit grime/dubstep/bass-sprenkseln abgeliefert, wobei für mich bemerkenswert war, dass die leute gerade bei sowas gejubelt haben. martyn hat tief im archiv gewühlt und neben uk-hardcore (bei dem shazam in einer tour weg kapituliert hat) auch dubsteppiges gespielt – und damit nicht unbedingt den floor geleert.
margaret dygas für mich locker im oberen drittel als schöner ausgleich zu overmono, die sich erst in den letzten 30-40 minuten so richtig getraut haben, auch mal herumzuexperimentieren.

tobias. gab‘s gut zwei stunden lang. trippiger techno, mit dem er zwar das rad nicht neu erfand. aber erstens wäre dies heutzutage der erwartungen eh etwas zuviel, damit zweitens nicht notwendig und drittens vernachlässigbar, da wahnsinnig ausgefeilter sound, bei dem jede frequenz genau dort saß, wo sie sollte. habe dadurch pariah verpasst, aber dafür bot steffi wie immer sichere qualität.

notierte tracks (°: shazam)

skee mask
reeko – selección natural parte 1°
jeff mills – alarms / ufo (nicht hintereinander. „alarms“ in der ersten, „ufo“ in der zweiten stunde.)
grandmixxer – slsa (pk version)°
helix – pulse techs°
the pump panel – ego acid
takaaki itoh – insistence°
trends – red stripe riddim°
jon e cash – invasion°
borderlandstate_the best kisser in l.a – interlinked
grandmixxer & jeb1 – lambeth yardies°
boylan – start up (feat. flowdan)°
dj shufflemaster – geylang°
karl o‘ connor & peter sutton – guiltless
tc4 – chopper°
dizzee rascal – stand up tall (direkt danach)
lj – prototype (direkt danach)°
hudson mohawke – furnace loop°

margaret dygas
mike dehnert – leerlauf°

overmono
im laufe der ersten stunde:
joey beltram – game form (mike dearborn remix)
joy overmono – bromley
und in den letzten 30-40 minuten:
toasty – the knowledge
overmono – le tigre°
errorsmith – stiff neck
emptyset x danny brown – income tax swag (dis fig bootie)° (gibt’s leider nur auf soundcloud und wahrscheinlich nie offiziell. eigentlich ein jammer – das ist so böse gut.)

martyn
female – surrounded by enemies°
jeff mills – masterplan
stratton – coming°
h&m – real life (und damit insgesamt ganz schön viel alte mills-sachen an diesem tag)
skee mask – juug (direkt danach)
karenn – kumquat (direkt danach)
joey beltram – caliber (direkt danach)
hornsey hardcore – the wiz° (wohinter jerome hill steckt)
steve poindexter – return to ghetto°
champion & melé – get down°
walton – rolla
killawatt & ipman – sur place°
aquarian – hydropulse°
robert armani – circus bells (hardfloor remix)
martyn – one eye° (direkt danach)
sterac – astronotes° (letzter track)

steffi
boddika – steam
random noise generation – echelon

[berlin / 01.-03.01.2020] berghain: silvester klubnacht

und hier ist der übliche pflichttermin. aufgrund der vorherigen verpflichtungen werde ich erst am 2. januar im laufe des tages hinkommen, aber dann ist immer noch genügend rest von allen räumen übrig. verpassen werde ich aber dennoch eine menge.

das berghain hat sich zum jahresausklang übrigens eine neue website gegönnt. sie ist responsiv, was schon mal gut ist, nur das flyerarchiv muss man suchen. dazu das programm aufrufen, alle monate, den jeweiligen monat (mit dem dazugehörigen jahr) auswählen, da lässt sich der flyer finden. etwas weniger intuitiv als zuvor, aber für eine schlankere navigation besser.
neue anziehsachen (plus neuem fanschal) gibt’s seit dem geburtstag. lässt sich jetzt auch alles online bestaunen.

silvester klubnacht

berghain
01.01.2020
01h00 marcel dettmann
04h30 answer code request
08h00 terence fixmer
11h00 phase fatale
14h00 barker
17h00 fiedel
20h00 boris
23h00 dr. rubinstein
02.01.2020
02h00 freddy k
05h00 volvox
08h00 somewhen
11h00 norman nodge
14h00 efdemin
17h00 kobosil
20h00 len faki
23h00 luke slater
03.01.2020
02h00 etapp kyle

panorama bar
01.01.2020
01h00 tama sumo b2b lakuti
04h00 nitam
08h00 francois x
11h00 steffi
15h00 muallem
19h00 nd_baumecker
23h00 roi perez
02.01.2020
03h00 jennifer cardini
07h00 ryan elliott
11h00 nick höppner
15h00 virginia
19h00 gerd janson
23h00 avalon emerson
03.01.2020
03h00 massimiliano pagliara

elektroakustischer salon
01.01.2020
12h00 jenus
16h00 alessandro adriani live
20h00 chris ssg
02.01.2020
00h00 i:cube live
01h00 deadbeat
05h00 rødhåd
09h00 valentino mora
13h00 rabih beaini
17h00 mxwhd
21h00 pom pom

lab.oratory
01.01.2020
05h00 cormac
09h00 skatebård
13h00 chris cruse
17h00 soundstream
21h00 oracy
02.01.2020
01h00 i-f
05h00 midland
09h00 paramida
13h00 nemo b2b castro

eintritt
38 euro

[berlin / 14.12.2019] berghain: klubnacht – fünfzehn jahre berghain

nach der bewegungsfreiheit noch zum gratulieren vorbeigehen. damit hat der laden nun auch nominell den tresor in der leipziger straße überholt, dem ein 15-jähriges nicht mehr vergönnt war.

klubnacht – fünfzehn jahre berghain

berghain
00h00 aurora halal
04h00 neon chambers live
05h00 pete b2b surgeon
09h00 marcel dettmann
13h00 vincent neumann
16h00 efdemin
20h00 cj bolland
23h00 speedy j
03h00 norman nodge

panorama bar
00h00 nick höppner
04h00 soundstream live
05h00 fort romeau
09h00 boris
13h00 dinky b2b matthew styles
17h00 tama sumo
21h00 steffi
01h00 nd_baumecker

halle
11h00 debbie chia
14h00 tobias. live
15h30 low jack
17h30 grand river live
18h30 caterina barbieri live
19h30 alekzandra
21h30 fiedel

eintritt
20 euro
5 euro wiedereintritt

[berlin / 16.11.2019] berghain: klubnacht

da wollte ich meinen lieblings-resident seit einer gefühlten mal wieder vor ort besuchen, und dann kommt der ablauf dazwischen. mal schauen, wie das zum 15-jährigen aussieht, weil da (spoiler) die letzte bewegungsfreiheit für dieses jahr ansteht.

klubnacht

berghain
00h00 so
04h00 pete
08h00 dustin zahn
12h00 cashu
16h00 nazira
20h00 kirilik live
21h00 dr. rubinstein
01h00 nur jaber

panorama bar
00h00 oren marzam
04h00 magda bytnerowicz
07h00 borusiade
10h00 nick höppner
14h00 turtle bugg
18h00 gerd janson
22h00 call super
02h00 tijana t

säule
19h00 the golden filter live

eintritt
18 euro
5 euro wiedereintritt

nachbetrachtung
alles in allem okayer durchschnitt. das vermeintlich harte verdikt liegt der tatsache zugrunde, dass der abend für mich erst mit kink / kirilik unten so richtig in schwung kam, dann aber glücklicherweise auch blieb. andererseits lohnte sich der gesamte besuch alleine wegen des tristen novemberwetters, was mich in den eigenen vier wänden wahrscheinlich nicht mal so recht zum aufstehen motiviert und damit dem herbstblues (noch weiter) in die arme getrieben hätte. stattdessen lieber gezielt unter leute gehen und mich einmal mehr vergewissern, dass der unterhaltungsfaktor im berghain immer gegeben ist – auch wenn die musik nicht dem bedürfnis nach exzess oder wenigstens kontinuierlichem mitstampfen entgegenkommt. oder einfach: war definitiv die bessere wahl als in den eigenen vier wänden zu verweilen.

die panorama bar erwies sich (erneut) als joker, wobei man sich auch stets darauf verlassen kann, dass nick höppner tief in der kiste wühlt und dabei einiges an unbekannteren tracks zutage fördert.
turtle bugg danach zwar mit toller auswahl und konsequent mit vinyl, aber technisch eher darauf bedacht, die tracks nacheinander abzuspielen, auch wenn sie ineinandergepasst hätten. cashu fehlte eine etage tiefer auch etwas der rote faden, was bei nazira schon besser klappte.
the golden filter habe ich 20 minuten lang eine chance gegeben, um festzustellen, dass deren mischung aus industrial und synth-pop nichts für mich ist. liegt aber an meinem geschmack, nicht an deren performance.

kirilik / kink werkelte wie ein derwisch hinter seinem roland tr-fuhrpark sowie den cdjs und vor allem dem nötigen quentchen druck im sub-bereich, der weite teile des nachmittags / frühen abends fehlte. keinen schimmer, woran seine geringere lautstärke in der mitte des sets lag.
dr. rubinstein dann mit einer wieder mal sehr erfrischenden mischung an acid und trance. gerd janson hatte oben auf discohouse gesetzt und damit getroffen. call super habe ich zwar vor jahren schon mal am rande gehört, aber das war vor seinem ersten album, was ihm die aufmerksamkeit der fachpresse sicherte und zu seinem ruf als sammler und stilübergreifenden dj führte. wollte ihm also nochmal bewusst zuhören und wurde sogar soweit überzeugt, dass ich ihn neben kink zu meinem favoriten des abends erkläre. alleine weil er „enfants“ von herrn villalobos wenigstens fünf minuten alleine laufen ließ und damit mit der stimmung des publikums spielte, gab das einen dicken pluspunkt (ich mag die nummer allerdings auch sehr).

notierte tracks (°: shazam oder amtshilfe aus dem publikum)

nick höppner:
klon dump – do the dump°
escape artist – supernature°

cashu:
bjarki – hatann satann°

turtle bugg:
steril – amour electronique
bobby konders – nervous acid°
master c&j – face it (club mix)°
i-f – space invaders are smoking grass

nazira:
kitkatone – send my love (morphology remix)°
karenn – rek

call super:
argy – love dose°
afefe iku – mirror dance°
ricardo villalobos – enfants
floorplan – song like this° (direkt danach)

dr. rubinstein:
christian morgenstern – hawaii blue
slam – stepback (christian smith & john selway remix)°
point blank – meng’s theme (jeroen verheij remix)

[berlin / 02.11.2019] berghain: klubnacht

voraussichtlich der erste von zwei november-terminen. mir fehlt in meiner 22-jährigen club-karriere aber tatsächlich noch chris liebing auf der liste derjenigen, die ich gesehen haben wollte. mit steve bicknell solo hat es bislang auch nicht geklappt, da kommen rolando und herr vynehall obendrauf noch sehr gelegen.

klubnacht

berghain
00h00 barker
04h00 karenn live
05h30 ben sims
08h30 steve bicknell
12h30 stefan goldmann
16h30 azf
19h30 rolando
22h30 chris liebing
02h30 ben klock

panorama bar
00h00 jonny rock
04h00 oceanic
08h00 orpheu the wizard
12h00 leon vynehall
15h00 david elimelech
19h00 virginia
23h00 heidi lawden
02h00 avalon emerson

eintritt
18 euro
5 euro bei wiedereintritt

nachbetrachtung
rein / raus: 11 uhr / 1 uhr und alles in allem grundsolider durchschnitt.

steve bicknell wirkte auf mich irgendwie unmotiviert. meistens sicherheitsübergänge über acht takte. hat aber die leute mit hits wie „mixtion“ von uvb oder „french kiss“ gut bei laune gehalten. sonst fielen „re-20 (bas mooy rework)“ (original von marla singer) oder „drome“ von kusp positiv auf.

leon vynehall hatte harte konkurrenz mit stefan goldmann gleichzeitig unten. er bleibt mit seiner mutigen und vielfältigen auswahl dennoch mein favorit des sonntags.
letztgenannter kam einer etage tiefer meiner vorstellung eines musikalisch entspannten, dennoch anspruchsvollen sonntagnachmittags ziemlich entgegen. brach zwar kaum aus dem kontext der 4/4-kick aus (und bei den für mich interessanten tracks bemühte ich shazam zumeist vergebens), aber spielte nicht zu fordernd für den nachmittag und setzte einzelne akzente mit härteren tracks. darunter „whip it good“, was für meine begriffe einer der besten tracks von planetary assault systems seit langer zeit ist (der im weiteren verlauf des abends noch bei rolando und herrn liebing lief – nicht, dass sich hier ein hit herauskristallisiert). sonst noch erkannt: „dystopian lotus“ von sp-x. kann gerne wiederkommen, wenn es nach mir ginge.

david elimelech: letztes jahr mal im block in tel aviv mit bereits guter auswahl, aber im set etwas zerfahren. war dieses mal schlüssiger, eher auf oldschool-ästhetik bedacht. darunter „r-theme“ von derrick may oder „give me the“ von paranoid london.

azf ist meine heimliche favoritin unten, hat den beiden herren nach ihr für meine begriffe etwas die show gestohlen. musikalisch absolut keine neuerfindung des rades, vielmehr schnurstracks geradeaus bzw. kompromisslos bretternd. klar muss mensch für sowas in der laune sein, aber sie lag mit ihrer linie goldrichtig, an der resonanz des publikums gemessen. wäre für mich durchaus ein grund, gezielt wegen ihr hinzugehen.
rolando zuverlässig funky wie eh und je. war nach der breitseite von azf auch ok, die stimmung erstmal wieder etwas abzukühlen, hätte sich aber auch trauen können, in der zweiten hälfte einen gang zuzulegen. mag aber auch meine laune gewesen sein.
virginia bekam ich oben nur punktuell mit – solide. „panciuss“ von allen & filix aufgeschnappt.

chris liebing: nun ja, immerhin kann ich jetzt einen haken dahinter machen, ihn mal gesehen zu haben. vom hocker gerissen hat es mich aber absolut nicht. ich gönne ihm ja die seit jahrzehnten konstante beliebtheit, aber inhaltlich war das für mich so statisch, dass mein interesse an den einzelnen tracks ziemlich schnell erloschen ist, weil alles so austauschbar war.

füllgrad ab 17/18 uhr schon auf klassischem sonntagsniveau, es spielte also auch noch mit herein, dass eher die ränder der tanzfläche für mich angenehm waren anstatt die mitte.

positiv aufgefallen:

  • keine*r der djs unten wollte die beleuchtung durch die roten lichter oberhalb des pultes eingeschaltet haben. so waren die nur beim ende von rolandos set aktiv, als der technik-fuhrpark von herrn liebing verkabelt werden musste.
  • die kleine abstellfläche auf schulterhöhe an der fensterfront bei der berghain-bar hat nun eine begrenzung am vorderen ende. keine ahnung, ob mir das erst zu dem zeitpunkt aufgefallen ist oder es da relativ frisch war. wie auch immer: als es die noch nicht gab, fielen gerne mal flaschen herunter, aber das ist damit passé.


trackauswahl:
zeigen

[berlin / 18.10.2019] berghain: pan x mannequin

scheint sich in den letzten jahren auch zu einer art pflichttermin zu entwickeln. dieses mal zwar mit weniger live-acts, aber dennoch ist der anteil an für mich unbekannten protagonisten (unten) grund genug, dass ich zeitig hingehen sollte.

berghain: pan
00h00 crystalmess b2b toxe
01h30 slikback
03h00 pelada live
04h00 tzusing
05h30 amnesia scanner b2b bill kouligas
07h00 objekt

panorama bar: mannequin
00h00 jasss
03h00 legowelt presents gladio live
04h00 identified patient
06h00 alessandro adriana b2b phase fatale

eintritt
16 euro

nachbetrachtung
es begann als odyssee, einen cash-group-geldautomaten in berghain-nähe ausfindig zu machen. den der commerzbank am ostbahnhof gibt es noch (mittlerweile sogar mit straßenzugang), aber dessen tür war verschlossen und ließ sich mit meiner karte nicht zur mitarbeit überreden. musste da also kapitulieren und bin mit restgeld die altbekannte route am bahnhof und hellweg sowie der bis zum imbiss reichenden schlange vorbei, so dass ich erst um 2:30 uhr im club stand.

dem leicht holprigen start zum trotz: musikalisch landete der abend locker in meiner top 3 der berghain-saison 2019. keinerlei ausreißer nach unten, wenigstens gut (pelada), meistens außergewöhnlich. für legowelts verspielt-verträumtere tracks muss ich in der stimmung sein, er hat es bei mir leichter, wenn er – wie dieses mal – rauher spielt.
identified patient mit viel electro sowie kleinem drum&bass-ausflug, tzusing mit viel uk-einschlag und etwas techno zwischendrin. amnesia scanner und herr kouligas spielten zunächst samstags-kompatibel, wurden dann aber merklich ravig (im positiven sinne).

bei objekt bemühe ich mich gar nicht erst um neutralität: wieder mal heißer kandidat für das set des jahres. begann mit techno, war aber nach einer dreiviertelstunde bei hardcore angekommen, wo shazam regelmäßig versagt hat. sollte jemand vor ort gewesen sein, der*die tracks aus dem stegreif weiß, bitte kommentieren oder eine mail schicken (tippe u.a. auf drop bass network, aber hab deren diskographie nicht mal ansatzweise durchgearbeitet). dann über halftime und polyrhythmie zurück zu electro, womit er das kunststück vollbracht hat, den floor ab kurz vor 9 uhr bei hellem, das ende andeutendem licht nochmal zu füllen, so dass erst um 9:30 uhr schluss war. einfach ein wahn-sinns-set, mal wieder.

notierte, zum absoluten großteil durch shazam herausgefundene tracks:
zeigen

[berlin / 02.10.2019] lab.oratory: revolting

es ist wieder soweit: nach dem abend vor himmelfahrt ist der vor dem jahrestag der nationalen einheit der weitere, an dem jegliche geschlechter und dazugehörige orientierungen in die räumlichkeiten dürfen. aktueller plan: früh den wecker stellen, evtl. schon zu rex the dog hin, dann nachmittags besorgte bürger mit hang zu faschistoiden parolen blockieren.

revolting
00h00 juan maclean
03h00 rex the dog live
04h00 justin strauss
07h00 nd_baumecker

eintritt
12 euro

nachbetrachtung
(am 14. januar 2020)

war erst ab 3 uhr da und hab gegen 12:30 uhr die segel gestrichen. da war auf der tanzfläche noch einiges los und nd in seinem element (tracks mit vocals oder hits mit einem hang zum kitsch zu spielen, was sich vermeintlich despektierlich liest, aber erstens für ihn nichts neues ist und zweitens super zu ihm und dem ort passt). das mit dem besuch der gegendemo hat jedoch nicht geklappt. ich hatte meine kondition überschätzt und das grau-regnerische wetter tat sein übriges, leider.

rex the dog war mit einem imposanten fuhrpark angereist, der auch ein ordentliches modularsystem beinhaltete. verlor sich aber glücklicherweise nicht in soundtüfteleien, sondern brachte ein sehr tanzbares live-set zustande, das seinen alten kompakt-sachen in nichts nachstand.
justin strauss genauso wie nd mit einem schön diversen set, spielten beide querbeet zwischen acid, house, pop und vocals – und das ist eine mischung wie für die katakomben gemacht.

notierte tracks (°: shazam)

justin strauss:
random xs – give your body (das delsin dankenswerterweise wiederveröffentlicht hat)
hercules & love affair – controller (mike simonetti remix)°
off sides – ayahuasca (rodrigo vega remix)°
josh caffé – darkroom lover°

nd_baumecker:
de sluwe vos – alphaeus°
klf – what time is love
jaco – show some love (rhythm invention remix) (direkt danach)°
cevin fisher – the way we used to (the hard mix)°
kerri chandler – atmosphere°
lykke li – i follow rivers
the shamen – phorever people
outlander – vamp
everything but the girl – missing (todd terry lite mix)°
meat beat manifesto – helter skelter°
snap – rhythm is a dancer (direkt danach)
cher – believe (direkt danach – eine version ohne beats, aber mit dem rest der instrumente und ihren vocals)

[berlin / 07.09.2018] berghain: klubnacht

das wird der september-termin, an dem von sonntagmorgen bis spätabends ziemlich viel stimmt. rok habe ich vor mehr als zehn jahren das letzte mal gesehen und wenn er die damalige form zeigt, sollte das an ort und stelle ganz gut passen.

berghain
00h00 marcel dettmann
04h00 anthony rother live
05h00 erika
08h00 batu
11h00 dj stingray
14h00 damon wild
17h00 rok
20h00 veronica vasicka
00h00 somewhen

panorama bar
00h00 woody
04h00 beroshima
07h00 blake baxter
09h00 adiel
13h00 marcel dettmann
17h00 josh cheon
21h00 lil’ louis
01h00 ryan elliott

eintritt
18 euro