Aug 152017
 

das wird so laufen wie im letzten jahr: früh kommen und dann schauen, wie lange der kopf mitmachen möchte. das duett zwischen shed und pinch ist zwar schon verheißungsvoll, aber ich möchte nicht meine hand dafür ins feuer legen, dass ich bis dahin noch am start bin. in erster linie interessiert mich roly porter, der zwar seit jahren fester bestandteil des atonals ist und obendrein noch anno 2016 das für mich beste album veröffentlicht hat. nur hat es dummerweise nie geklappt, ihn live zu sehen. das muss also endlich mal geändert werden.

berlin atonal

main stage
20h00 yair elazar glotman presents blessed initiative live
20h50 belief direct live
21h50 puce mary presents a feast before the drought live
22h30 main / regis live
23h30 roly porter + paul jebanasam present altar live a/v

stage null
(18h30 screening programme)
01h00 lemna presents sediment live
02h00 shlømo live
03h00 marco shuttle
06h00 crossing avenue live

tresor
00h00 anastasia kristensen
03h00 shed & pinch
06h00 richard fearless

globus
00h00 gerry read
03h00 inga mauer live
05h00 intergalactic gary

ohm
20h00 daniel löwenbrück
21h30 scald rougish live
22h15 civil defence programme live
23h00 skratch
00h00 the lefty live
01h00 sissel wincent
02h00 pépé bradock
04h00 dj deep

Aug 262016
 

ohne mich vorab um ein ticket gekümmert zu haben, bin ich jetzt doch da. sämtliche sorgen vorab wegen der abendkasse waren unbegründet, das lief alles ganz entspannt. den rest inklusive line-up gibt’s dann in der nachbetrachtung. hab mir das ende der schicht auf low jack gelegt.

berlin atonal

main stage
20h00 ∑ live
21h00 jonas kopp + rainer kohlberger present telluric lines live a/v
22h00 drew mcdowall + florence present unnatural channel live a/v
23h00 orphx + jk flesh live a/v
00h00 uf (kerridge + oake) live a/v

stage null
18h00 steina & woody vasulka: retrospective of early film works
jealous god present optimistic decay
01h00 kerri le bon
01h15 51717 live
02h00 december live
02h50 champagne mirrors live
03h40 dva damas live
04h25 kerri le bon
05h00 silent servant live
05h45 silent servant + phase fatale live
06h15 phase fatale live
07h00 alexey volkov live

tresor
00h00 positive centre
03h00 headless horseman live
04h00 karl meier
06h00 jonas kopp
07h00 mischa

globus
00h00 richard fearless
02h30 dresvn live
03h30 marcellus pittman
05h30 front de cadeaux

ohm
20h00 mike hentz
01h00 imaginary forces live
02h00 headhunter
04h00 pinch
06h00 low jack

nachbetrachtung

es hat zwar bis zu low jack geklappt, aber nicht einschließlich. zwar ist es ein besserer rhythmus, direkt nach der arbeit hinzugehen, weil zumindest ich beim kurzen vorschlafen eigentlich immer das gefühl habe, wieder ins bett zurückzuwollen. da ist es bei der organisation seitens des atonal gar nicht mal schlecht gedacht, schon ab 18 uhr das kraftwerk für die interessierten zu öffnen.
war an dem freitag auch aus der sicht derjenigen entspannter, die sich noch ein ticket organisieren mussten: an der kasse nichts los, die essensstände haben noch auf, man kann das wochenende gemütlich auch dort starten. einen relativ gravierenden haken hat es trotzdem für mich: die müdigkeit kommt ab 2 uhr dann doch unweigerlich hochgekrochen. das hieß in dem konkreten fall, dass ich im gut vollen und noch wärmeren tresor bei headless horseman saß und das set eher unterbewusst mitnahm. erstaunlicherweise mobilisierte pinch im ebenso vollen ohm mich dann doch nochmal so richtig, indem er ziemlich viel grime-tracks (u.a. „topper top“), aber auch alte dmz spielte. mag aber auch daran liegen, dass das publikum so gut darauf einstieg.

davor ging einiges für laufarbeit drauf. das bereits vom 25-jährigen tresor-jubiläum bekannte dilemma, dass im kraftwerk keine glasflaschen erlaubt sind und man daher immer außen vorbeilaufen musste, galt auch für das atonal. andererseits wurde auch im kraftwerk selbst der entdeckergeist gefördert. erstaunlicherweise fand die stage null für mich kaum statt (höchstens mal vorbeigeschaut), dafür saß ich eine geraume zeitlang oben und genoss die eher ambient- oder drone-artigen sounds, was bei ∑ eher soundforschung war und mich bei jonas kopp + rainer kohlberger positiv überraschte, da doch gerade ersterer für funktionale techno-tracks steht. für mich jedoch beides echt gelungen.
ganz, ganz dicker pluspunkt hierbei für mich die podeste am rand, auf denen man sitzen oder sogar liegen konnte. im gegensatz zu den vorherigen jahren war das nicht mehr so improvisiert, dass die leute inmitten des kraftwerks herumliegen mussten (was ja auch seinen charme hat) und zum hereinkommen ins festival für mich ideal.
toll auch das laboratorium im abteil von schneidersladen, in dem man sich mit modularsynthesizern beschäftigen konnte, und im separée mit der visuals-wand habe ich auch einiges an zeit verbracht. ist nicht ganz abwegig, wenn ich vermute, dass es wohl ein unterbewusstes bedürfnis nach meditation war, bei ambient-klängen der bewegung der weißen strukturen auf schwarzem grund zuzuschauen.

bei der kombination aus orphx + jk flesh hatte ich mir mehr erhofft. mag die einsetzende müdigkeit gewesen sein, aber mich riss ihr set nicht so ganz mit. anders bei kerridge und oake als uf, wobei oake normalerweise nicht mein fall ist. aber da hatten sich zwei acts mit deutlicher bühnenpräsenz gesucht und gefunden, ohne zu versuchen, sich gegenseitig zu neutralisieren. die doch sehr rhythmusbetonte ästhetik von kerridge hat den zuweilen fast schon metal-industrial von oake das element hinzugefügt, womit dann auch ich etwas anfangen konnte.

ergo: rundum gelungen, wobei für mich die strategie immer noch am besten ist, sich einen tag herauszupicken – was (ich schreibe diese zeilen am 30. juli 2017) in diesem jahr auch wieder der freitag sein wird.