startnext – crowdfunding-digest 2020/01

es muss auch mal gute nachrichten geben. heute hat das about blank die spendengrenze überschritten. aktuell (stand 30. märz 2020, 21:11 uhr) steht der zähler bei 101.111 euro.

dafür gibt es noch andere orte, die um unterstützung bitten. united we stream wird nochmal gesonderte erwähnung finden (da kommt am wochenende ein sehr schöner ausgleich). hier hat die anzahl an kampagnen so zugenommen, dass ich mit den einzelbeiträgen nicht hinterherkomme. also sammle ich sie hier.

rettet die pyonen – die solidarische kugel rollt – damit die nation of gondwana sowie einige kneipen in berlin fortbestehen können.
a future sound is possible – das ifz sammelt ebenfalls.
watergate needs you! – selbsterklärend.
rettet das gate – auch selbsterklärend.
save cassiopeia – ihr wisst schon.
we still believe – auch die rote sonne aus münchen bittet um hilfe.
save our spaces. save griessmühle – die können aktuell auch keine abende in der alten münze veranstalten, um anderweitige investitionen querzufinanzieren.
help save urban spree – neben club eher eine galerie und biergarten. aber eben auch auf dem raw-gelände als filetstück sitzend.

serdar somuncu initiiert kulturfonds

wer ihm auf instagram folgt, weiß es bereits. wer nicht, dann eben jetzt. zwar wurde heute das hilfspaket von der großen koalition vorgestellt, das neben mittel- und kleinunternehmen auch solo-selbständige berücksichtigt, die nun einfacher hartz iv beziehen können als zuvor. heißt: keine vermögensprüfung und auch die wohnung gilt als angemessen – und das bis ende juni.

dennoch: vom grundeinkommen ist das noch weiter entfernt als ich es mir in meinem idealismus erhoffe. um die konsequenzen für die kreativen weiter abzufedern, gibt es nun den corona kulturfonds (der nach drei tagen bereits 9.314,26 euro gesammelt hat – stand 23.03.2020, 19:34 uhr), in den man via paypal einzahlen kann. wer noch was übrig hat, sei hiermit ermuntert.

taz: ende einer theorie – corona-dämmerung für neoliberalismus

auch wenn wir gemessen an anderen ländern gerade mal den anfang der pandemie hinter uns gelassen haben: es ist offensichtlich, wie hysterisch der markt auf drohende produktionsausfälle und damit nachlassendem konsum reagiert. so als ob dies die große aufrechtzuerhaltende illusion ist, die nun wegzubrechen droht.

ich habe mich zwar sowohl in der oberschule am leistungskurs wirtschaft sowie im studium vergeblich am absolvieren von betriebswirtschaft als nebenfach versucht und bin daher leichte beute für diejenigen, welche die hier vorgenommene dekonstruktion der neoliberalen theorie umkehren möchten. aber das thema schwelt aus gründen der persönlichen erfahrung seit einiger zeit bei mir im hinterkopf herum.
allem menschlichen leid und tragödien, die an covid-19 dranhängen, zum trotz: gut, wichtig, höchste zeit, dass auch solche standpunkte in die debatte kommen. wird auch hoffentlich nicht vergessen, wenn zumindest der pandemische aspekt überstanden ist.

klick

groove: corona und die folgen

ein virtueller runder tisch mit denjenigen, die entweder vor zwei jahrzehnten noch existentielle angst gehabt hätten (ellen allien, robag wruhme) und auch denjenigen, die es direkter betrifft (meggy, marlon hoffstadt und auch markus ossevorth). stößt in ein ähnliches horn wie die forderung nach dem grundeinkommen zur abfederung der existentiellen krisen und hat darüber hinaus ein zitat von marlon hoffstadt, das meine aktuelle gemütslage sehr genau trifft:

„So schlimm das natürlich alles generell ist: Für mich persönlich ist es die ultimative Entschleunigung, die ich gerade dringend brauche – und die Szene auch.” Das ewige „Höher-Schneller-Weiter” mit all den internationalen Flügen sei sowieso kein Dauerzustand.

das und alles weitere ist hier zu lesen.

crowdfunding für das about blank

weiter geht’s mit covid-19 und dessen auswirkungen auf kreativwirtschaft und clubs – ihr kennt das seit letzter woche. auch die mir sehr ans herz gewachsene autonomendisko möchte ihre miete sowie die gehälter der angestellten weiter zahlen. dann im zweiten schritt auch gerne noch einige härtere konsequenzen abfedern. dafür gibt es seit heute das crowdfunding bei startnext mit vielen schönen gimmicks.

whatever you take – rettet das ://about blank!

petition zum bedingungslosen grundeinkommen

covid-19 macht auch hier nicht halt. vorab muss ich einfach zugeben, dass ich dank festanstellung bei einem multinational operierenden unternehmen ziemlich fein raus bin. klar kann ich mir nicht alles an musik oder luxusgütern kaufen, was ich gerne würde. dennoch ist es wesentlich einfacher als noch zu studentenzeiten.
das hilft aktuell jedoch, die perspektive derjenigen einzunehmen, die im kreativbereich oder anderweitig selbständig sind und nicht wissen, wie sie in den nächsten wochen oder monaten über die runden kommen sollen. damit sich der kreis zum studium wieder schließt: von der idee des bedingungslosen grundeinkommens habe ich genau dort in einem proseminar gehört und war seitdem davon angetan. der einführung stand bisher stets ein menschenbild des müßiggangs im weg, daher waren tests nur auf wenige erdteile beschränkt. einige haben zwangsläufig erstmal nun keine andere wahl als das leben in den tag hinein, weil aufträge, gigs, engagements wegbrechen und auch tatsächlich kein anderes standbein vorhanden ist.

insofern haben sich für mich dogmen wie „wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ vor der aktuellen lage überholt. es gibt momentan nicht die gelegenheit für einige dazu (außer mensch mag sich gerne im supermarkt als helfer*in bewerben, was momentan mit der respektabelste job ist, der mir neben pfleger*innen und ärzt*innen einfällt), weil firmen momentan als letztes daran denken, leute einzustellen.
die situation ist für jede*n ungewiss. und bevor es für einige noch prekärer wird als ohnehin schon, könnte man es für drei bis sechs monate tatsächlich auf einen versuch ankommen lassen. dafür gibt’s jetzt bei change.org eine petition, die noch gestern mittag um die 36.000 unterschriften hatte, aber gut einen tag später bei über 100.000 angekommen ist.

wenn ihr meint, dass es den versuch oder wenigstens eine erneute debatte unter veränderten vorzeichen wert wäre: klick.