Jun 082018
 

die herren von ilian tape machen wieder einmal station, und da wird gleich aus naheliegenden gründen der anfang mitgenommen.

berghain
00h00 skee mask
04h00 andrea live
05h00 stenny
09h00 zenker brothers
13h00 oliver deutschmann
17h00 answer code request
21h00 dax j
01h00 ron albrecht

panorama bar
00h00 lawrence
04h00 efdemin
08h00 nick höppner
12h30 pause
20h00 virginia
00h00 hannah holland

garten
12h00 eris drew
16h00 justin cudmore b2b mike servito

eintritt
16 euro

nachbetrachtung
es waren zwei schichten, von denen die erste (erwartungsgemäß) meine neugierde auf unbekanntes oder zumindest genreübergreifendes mehr als erfüllen konnte. die zweite konnte aber mit einem endlich mal wieder überzeugenden set von answer code request auch punkte sammeln.

für die zeit zwischen 0:30 und 9:00 gibt es absolut nichts zu meckern. stenny (mein zweitliebster ilian-act) knüpfte an die eklektische vorlage an, wurde zwischendurch sehr geradlinig und streute hin und wieder ein paar gebrochene stücke sowie den einen oder anderen hit ein. andrea nicht so melodisch, wie man ihn von den platten her kennt. das war unerwartet perkussiv, soundorientiert, weniger auf flächen setzend. hätte dort zwar auch gepasst, verfehlte aber sein ziel absolut nicht. einzig und allein meine kondition ließ von 5 uhr an sehr zu wünschen übrig. hätte beide sehr gerne betanzt, aber bei einem immer schwerer werdenden kopf ließ ich das auch stellenweise im hintergrund revue passieren.
dafür konnte ich bei der eröffnung des abends durch skee mask nicht still stehen. hat ohnehin etwas, sich vor 1 uhr in die tanzflächenmitte auf den sweet spot stellen und einfach nur zuhören zu können. erst recht bei so einer auswahl, die zwar bei seinem funktionaleren teil ganz schön von night slugs geprägt war, aber das ist ja per se nichts schlechtes.

trackauswahl von…
skee mask:
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stenny:
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bei answer code request hat es mich im nachhinein etwas geärgert, erst um 19:30 uhr wieder da gewesen zu sein, weil er von allen bis 3 uhr (dann musste ich gehen) am meisten zu überzeugen wusste. war zwar gut funktional, aber zugleich auch melodisch, so dass man rückschlüsse auf seine breit gestreuten produktionen ziehen konnte. freut mich sehr, dass er das dieses mal so versiert in den clubkontext überführen konnte.
auswahl: zeigen

virginia hatte oben ihre momente, wobei man mich mit meiner lieblings-hypnotist-nummer immer kriegt („this is my house“), wenig später darauf „living for the night“ von ur. zwischendurch mit liebhabertracks wie vom stets unterschätzten anthony shakir („trackin“), dann wieder hittig mit „moving like a train“ von smith & hack im herbert-mix, direkt gefolgt von mr oizos „flat beat“.
mir hat in der letzten stunde bei ihr aber etwas der drive gefehlt, aber dafür hat hannah holland einen richtig guten eindruck bei mir hinterlassen. shazam hat zwar bei fast allen tracks versagt, so dass ich nur mit „theme from q“ von objekt sowie „u can tell“ von privacy dienen kann. war aber auch sonst gut und gerne in breakigen gefilden unterwegs, was für ein schlussset oben schon couragiert ist.

Dez 072017
 

es sollte sich herumgesprochen haben, dass ich mittlerweile erklärter fan bin. zwei beachtliche whitelabels auf ilian tape, dann mal eben mit „shred“ eines der alben 2016 veröffentlicht und nun mit quasi eigenem sublabel bei den zenkers. noch dazu diese „alles geht, was mir gefällt“-attitüde in seinen sets.

jedenfalls hat sich residentadvisor seiner angenommen und mit ihm geplaudert. die info, dass er an einem neuen album arbeitet, sieht (wie seine sets auch) fast schon nach planübererfüllung aus. ich fände es erstaunlich, wenn er die qualität beibehält.

herbal jams

Nov 232017
 

die angekündigte nummer drei innerhalb von zwei wochenenden. barker live gab es zum letzten mal vor acht jahren, lanark artefax hörte sich auf den veröffentlichungen zumindest interessant an und von skee mask ist eh bekannt, dass er mein musikliebhaberherz im sturm erobert hat. zudem möchte ich endlich mal die säule als club kennenlernen.

ablauf
00h00 beckett
02h00 lanark artefax live
03h00 peder mannerfelt
05h00 barker live
06h00 skee mask

eintritt
12 euro

nachbetrachtung

schade, wieder einmal beckett verpasst. gab gegen 2 uhr eine kleine schlange mit der üblichen türpsychologie und dazu einer hohen quote an leuten, die weggeschickt worden sind. der „haupteingang“ ist es übrigens nicht, sondern die tür links daneben, die auch vor jahren bei anderen klubnächten schon als entlastung diente (könnte man die nicht dauerhaft als tür für stempel- und/oder listenplatzinhaber öffnen?).

drinnen habe ich dann auch den sinn hinter den glastüren zur eigentlichen garderobe endlich begriffen: die sind geschlossen, wenn nur die säule geöffnet hat. der floor selbst wirkt mit richtig inszeniertem licht und tanzenden leuten sehr schlauch- bzw. höhlenartig. wenn nebel und blitze im einsatz sind (ja, es hängt ein richtiger strobo an der decke), ist das definitiv eine schön komprimierte angelegenheit, in der sich die energie sammeln oder ggf. entladen kann. die alte anlage aus der panorama bar wird hier wiederverwendet und sorgt für ein sattes ergebnis, wobei sich das ausschließlich auf die tanzfläche beschränkt. außerhalb und auch oben auf der galerie ist das zwar auch noch in ordnung, aber gerade auf ebener erde kommt einiges an beton dazwischen.
da es sich schon gut gefüllt hatte, war auch der vorraum mit der treppe zum berghain geöffnet. dort steht eine improvisierte bar und es scheinen ein paar spots aus dem berghain herunter. damit hat man einen ort zum plaudern, wenn man nicht gegen die anlage ankämpfen möchte.

lanark artefax hat zumindest dafür gesorgt, dass ich mir weightless (womit ich auch nach dem set noch meine liebe mühe habe, aber das war schon bei dubstep nicht anders) bzw. seine diskographie im besonderen nochmal unter dem aspekt anhören werde, wenn es um das einbauen von tracks in sets geht, bei denen das publikum nicht merken soll, dass mehr als fünf bpm überbrückt werden.

peder mannerfelt habe ich sonst eher als modulartüftler auf dem schirm, schlug sich aber auch als dj nicht schlecht. war allerdings auch eine mischung aus dubstep und techno, mit der man mich leicht kriegt. darunter gut bewährte hits wie „water bomb“ von pinch, „the knowledge“ von toasty oder „993“ von blawan.

vermeintlich verkehrte welt dann mit barker: er spielte nämlich mit einem modular-setup und sein erstes live-set seit ewigkeiten. zählte zu den sets, womit mir melodien schmackhaft gemacht werden können. für die strikt am 4/4-takt orientierten gab es auch denksportaufgaben, indem er durchaus auch mal auf das 5/4- oder 6/4-schema wechselte. auch wenn es als noch recht frischer berghain-resident wohl zu naheliegt, wird man hoffentlich auch auf ostgut ton von ihm hören.

bei skee mask war ich mir in der ersten halben stunde absolut nicht sicher, was er vor hatte. beginn mit techno, wechsel zu downbeats, dann zu ambient und wieder zurück. die auswahl war ohne frage über jeden zweifel erhaben, aber mir fehlte dabei als tänzer das, was ein set zusammenhält: der rhythmus, bzw. dazugehörige elemente, welche die spannung aufrecht erhalten. der wohlwollende teil in mir dachte allerdings: „so spielt er also, wenn er absolut keine kompromisse eingeht.“
nach der halben stunde gesellte sich jedoch wieder der fluss zum tollen geschmack und er wandelte gewohnt sicher zwischen tempi und stilen umher, so dass ich shazam beinahe im fünf-minuten-takt bemühen musste.

auswahl an tracks:
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unter’m strich sehe ich das alles mit einem lachenden und einem weinenden auge. weinend, weil ich der leisure system ein großes publikum wie zu ihren zeiten im berghain gönne. andererseits waren auch hierbei wohl zugeständnisse beim line-up wichtig, ehe man gefahr lief, den club nicht richtig gefüllt zu bekommen. das risiko war ungleich größer, wenn beide floors bespielt worden sind. mit der säule verhält es sich für mich in etwa so wie mit dem ohm zum tresor: es ist ein experimentierlabor. selbst wenn dort etwas schiefgeht, muss man sich nicht nachsagen lassen, einen club mit einer kapazität von 1.500 leuten fast vergeblich geöffnet zu haben. stattdessen reicht ein viertel an leuten, um die säule voll wirken zu lassen. damit kann man sowohl im line-up als auch bei den leuten auf der tanzfläche auf diejenigen zählen, die musikalische wagnisse eingehen wollen. das ist das lachende auge von beiden, was auch die oberhand behält.

wem das als resümee zu lang war: die leisure system ist in der säule richtig gut aufgehoben. ich wünschte nur, dass sie wieder häufiger stattfände (so alle zwei monate oder quartalsweise wie zu beginn).

Feb 032017
 

fünf wochen selbstverordnete pause sollen auch mal ihr ende haben. ein glück kommt der ablaufplan mir aber so sehr entgegen, dass ich beim modus des tagsüber ausgehens bleiben kann.

klubnacht

berghain
00h00 len faki
04h00 norman nodge
08h00 stenny live
09h00 skee mask
13h00 andrea
17h00 zenker brothers
21h00 johanna knutsson
01h00 etapp kyle

panorama bar
00h00 paramida
04h00 cleveland live
05h00 jacques renault
09h00 borrowed identity
13h00 konstantin sibold b2b leif müller
17h00 lauer
21h00 roman flügel
01h00 ryan elliott

eintritt
16 euro

nachbetrachtung
die steht ja seit über einem jahr aus, dabei war das alleine wegen des stilistischen parforceritts von skee mask sowie dem hitgewitter von konstantin sibold und leif müller lohnenswert und damit musikalisch eine der besten klubnächte des jahres.

chronologisch:

– norman nodge: ravig, etwas trancig wie immer, schöne maschinengewehrsalven-kickdrum zum schluss.

– stenny: keine einzige gerade kickdrum, aufbau von eher hörbarem hin zu tanzbarem material. anfangs also eher melodiefixiert (frühe autechre, plaid), später rhythmischer. wäre auch etwas für das albumformat, wobei ich zugeben muss, dass hier der wunsch der vater des gedanken ist.

– skee mask: ich hatte ja gehofft, dass die radikalität des sets vom mai letzten jahres keine einmalige sache war und wurde in der hinsicht absolut nicht enttäuscht. natürlich kommt für meinen geschmack an dem set nichts vorbei, aber ich kann jeden verstehen, der damit seine müh und not hatte. für mich war’s ein permanent mit einem breiten grinsen ausgestreckter mittelfinger in richtung der berghain-geschmackspolizei, die zwar auch mit dem einen oder anderen bekannten track bedient worden ist. aber das eben nur als ausnahme, um die leute kurz anzufüttern und dann gleich wieder mit einem stilwechsel vor den kopf zu stoßen.
um ganz ehrlich zu sein: das klappte flowtechnisch im mai besser, weil er das mixing da weniger über das eq’ing und filtern, sondern über den rhythmus betrieb. andererseits war die zeit von 9 bis 13 uhr auch gut dafür gedacht, die leute zum zuhören zu zwingen.
genregrenzen: quasi nicht existent und damit wasser auf meine mühlen der aktuellen techno-sinnkrise. obwohl: techno gab’s, klar. house: check. electro: wenn man schon mal dabei ist… electronica: na logo. footwork, drum&bass und etwas hardcore zum schluss, dabei immer stilsicher, aber auch mit schalk im nacken.
es war zwar anhand der leereren tanzfläche offensichtlich, dass er polarisiert, aber bei so einem breiten spektrum wundert das nicht. meiner auffassung eines musikalisch interessanten clubabends kommt das momentan sowas von entgegen, dass ich auf dem besten weg zum nicht-objektiven fanboy bin.
trackauswahl:
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– andrea: wäre der slot mit skee mask getauscht worden, wäre ich schon mit dem set zufrieden gewesen. hier gab’s auch raum für experimente, aber dabei wurde das publikum mit rhythmischem unterbau immer ganz gut bei laune gehalten.
kleine trackauswahl:
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– konstantin sibold b2b leif müller: spielten das beste der 80er, 90er und … danach. das war weniger etwas für house- oder disco-feingeister, sondern vielmehr mit einem derben augenzwinkern zu verstehen, und vor allem: es schlug ein. warum auch nicht, wenn man sich mal ein bisschen von allem purismus befreit und sich daran erinnert, was man im radio seinerzeit schon gut fand (und ja, ich habe anno 1997 zur motte/westbam-nummer an der siegessäule getanzt – jetzt ist es raus).
war ungefähr so:
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– lauer: nach stenny mein vizevize-favorit. beim virtuellen decksharking hat shazam regelmäßig versagt, was für viele eigene edits oder gutes digging spricht. disco mit und mit ohne italo, acid-house. würde zwar fast nichts davon nachkaufen, aber es fing die stimmung sehr gut auf und hat die wahrscheinlich durch das sibold/müller-set vor den kopf gestoßene fraktion wieder mit dem sonntag versöhnt.

– zenker brothers: waren mir bislang immer zu funktional, wenn ich sie hörte, aber gerade die electro- oder breakbeat-ausflüge der letzten stunde fand ich sehr gelungen.

– johanna knutsson: anfangs zu trocken und auch gefühlte 20 db leiser als die zenkers. hörte sich aber vielversprechender an, als ich auf dem sprung richtung garderobe nochmal durchging (mit „stupid things i do (new school mix)“ von randomer auf clone basement series).

– roman flügel: habe ich bislang erschreckend selten als dj gehört, mag aber seine tiefenentspannte art, die er am pult ausstrahlt und wie er in aller ruhe ohne hast mit weitsicht sets aufbaut. es war mir aber nach der bereits absolvierten strecke mit der fülle etwas zuviel, so dass ich es beim zuhören beließ.
kleine auswahl:
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