Feb 062019
 

steht ja alles da, bis auf die adresse:
yorckstraße 0
u-bhf mehringdamm

ablauf
anfang: tijana t.
mitte: richie hawtin
schluss: don williams

nachbetrachtung
vor der tür bzw. klappe stand ich erst kurz nach mitternacht. mit mir zwar nicht sonderlich viele leute, aber dennoch war einlassstopp. während der wartezeit (dürften um die 30 minuten gewesen sein) sammelte aber das personal bei mir pluspunkte: da wurde die reihe abgegangen und mitgeteilt, dass es drinnen richtig voll sei und nur noch leute reinkommen, wenn jemand den laden verlässt. das war transparent genug, dass man immer noch die chance hatte, es sich zu überlegen. auch beim durchsuchen der tasche und abkleben der kameras alles ganz entspannt.

selbst wenn ein kaliber wie herr hawtin nicht gespielt hätte (was den mythos für club und dystopian als reihe sicher soweit nährt, dass die schlange bei künftigen ausgaben nicht kürzer wird), konnte ich die entscheidung bestens nachvollziehen, als ich dann drin war. mit 200 leuten ist der laden hoffnungslos überfüllt, aber auch ebenso überschaubar. die tanzfläche habe ich an sich nur kurz beim vergeblichen versuch gesehen, meine tasche abzugeben. muss man sich als ca. 10 qm großen raum vorstellen, von dem 2 qm von den subwoofern beansprucht werden. der eingang ist in blickrichtung dj rechts, die garderobe jedoch auf der linken seite. heißt: ständiger publikumsverkehr im hinteren bereich.
paradoxerweise ist der barbereich fast schon geräumiger und vor allem auch mit einer kleinversion der anlage ausgestattet. die rekrutiert sich aus alten turbosound-beständen und klingt schön satt, nicht zu schrill, auf die räumlichkeiten abgestimmt.
da habe ich mir jedenfalls gegen 2 uhr einen barhocker geschnappt, als ich mich davon überzeugen konnte, dass wirklich herr hawtin spielt. man kann neben der bar von rechts sehr gut den djs bei der arbeit zuschauen, sofern man den publikumsverkehr nicht als problem empfindet. habe eher hinten gesessen und dort auch die nächsten zwei stunden verbracht. dann ging das auch mit dem recht störungsfreien tanzen wieder. da mir jedoch erstens ein arbeitstag und zweitens recht wenig schlaf in den knochen steckte, bin ich vor 6 mit dem vorsatz gegangen, mir die klappe nochmal anzuschauen. von der größe her ist das eigentlich eine ideale experimentierspielwiese.

um noch zwei, drei worte bzw. absätze zur musik zu verlieren:
tijana t. hatte mich vor ein paar jahren im berghain durch recht funktionalen techno nicht so überzeugt, den eindruck aber revidiert. gut, alte schule von dave clarke mit „wisdom to the wise“ geht immer. aber umso besser, dass die kickdrum beim rest auch gerne mal unterbrochen war.
richie hawtin ebenfalls eine positive überraschung. nach hardwax-maßstäben „highly effective big room tool techno weapons“, aber die hat er so verarbeitet, dass eine schöne dynamik im set entstand. wiedererkannt habe ich nur den unlängst erschienenen „len faki hardspace mix“ von cristian vogels „xpute the whoop whoop“.
don williams wie immer eine bank: mit „head basher“ von dj skull, dem luke slater-remix von ken ishiis „extra“, „eternal sun“ von io, „protective custody“ von dave clarke (womit die red-reihe fast komplett war) und „detached“ von jeff mills. ganz klar also das beste der 90er.

 Veröffentlicht von am 06.02.2019 um 16:31  Tagged with: