{"id":3415,"date":"2014-08-15T17:58:38","date_gmt":"2014-08-15T15:58:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=3415"},"modified":"2014-09-01T01:20:02","modified_gmt":"2014-08-31T23:20:02","slug":"berlin-16-08-2014-berghain-ostgut-ton-nacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2014\/08\/15\/berlin-16-08-2014-berghain-ostgut-ton-nacht\/","title":{"rendered":"[berlin \/ 16.08.2014] berghain: ostgut ton nacht"},"content":{"rendered":"<p>nicht vom titel irritieren lassen, eigentlich ist es eine klubnacht, eben nur mit protagonisten des hauseigenen labels &#8211; sprich: alle residents in vollversammlung. und ja,\u00a0ich wei\u00df, dass das voll wird. sollte mir das als kritikpunkt im nachhinein einfallen, m\u00fcsste ich mir wohl zurecht fragen gefallen lassen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.berghain.de\/\">ostgut ton nacht<\/a><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">berghain<\/span><br \/>\n00h00 norman nodge<br \/>\n03h30 atom tm &amp; tobias <em>live<\/em><br \/>\n05h00 ben klock<br \/>\n08h00 planetary assault systems <em>live<\/em><br \/>\n09h15 kobosil<br \/>\n12h30 marcel fengler<br \/>\n15h30 len faki<br \/>\n19h00 marcel dettmann<br \/>\n23h00 boris<br \/>\n03h00 fiedel<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">panorama bar<\/span><br \/>\n00h00 answer code request<br \/>\n04h00 soundstream <em>live<\/em><br \/>\n05h00 nd_baumecker<br \/>\n09h00 ryan elliott<br \/>\n13h00 function<br \/>\n17h00 nick h\u00f6ppner<br \/>\n21h00 anthony parasole<br \/>\n01h00 tama sumo<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">garten<\/span><br \/>\n12h00 steffi<br \/>\n15h00 head high<br \/>\n17h30 virginia<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">eintritt<\/span><br \/>\n15 euro<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">nachbetrachtung<\/span><br \/>\nzwei schichten, 3:30-13:30 uhr &amp; 18:30-0:30, in denen ich diverse male mit dem kopf sch\u00fcttelte. nicht, weil der abend unfassbar voll und deswegen mies war, sondern weil ich nicht erwartet h\u00e4tte, dass die sonst nur zu silvester herrschenden verh\u00e4ltnisse noch \u00fcbertroffen werden k\u00f6nnen.<br \/>\ndie schlange war jedenfalls zu beginn der ersten schicht schon bis weit hinter dem h\u00e4uschen angewachsen, so dass bis zur ecke richtung metro \/ hellweg auch nicht mehr so viel fehlte und nennenswert k\u00fcrzer wurde sie nicht, wenn ich aus dem fenster blickte oder zur schlafpause aufbrach \/ von ihr zur\u00fcckkehrte. zwei ausnahmen: sonntag fr\u00fch um 9 und sonntag auf montag nacht, als ich ging: da stand niemand. sonntag abend war es der verh\u00e4ngte einlassstopp, vielleicht war das sonntag fr\u00fch \u00e4hnlich.<br \/>\ntrotz oder wegen des f\u00fcllgrades: es lie\u00df sich auf der tanzfl\u00e4che im berghain meistens aushalten und auch bei der barsituation hatte ich nicht den eindruck, dass sie au\u00dfer kontrolle geraten w\u00fcrde und einige aufgrund von dehydrierung kollabieren m\u00fcssten. als unangenehm empfand ich jedoch die toilettensituation. nicht aus meiner sicht als y-chromosomentr\u00e4ger, aber stellvertretend f\u00fcr die damen. obwohl es sich bei den klubn\u00e4chten zum standard entwickelt hat, dass die \u00f6rtlichkeiten auch sonntag abend wieder in einem vorzeigbaren zustand besucht werden k\u00f6nnen (sprich: zwischendurch wird durchgewischt), ist es clubseitig schwer in den griff zu bekommen, dass mehrere leute aus welchen gr\u00fcnden auch immer die kabinen so lange blockieren, dass die damen mal eben 20 minuten wartezeit einkalkulieren m\u00fcssen &#8211; und das galt f\u00fcr die \u00f6rtlichkeiten auf allen drei etagen. als nicht wirklich w\u00fcnschenswerte begleiterscheinung m\u00fcssen eben die dunklen ecken herhalten, derer es im berghain ja doch gen\u00fcgend gibt.<br \/>\ndaher wurden mir an dem wochenende die negativen seiten des (f\u00fcr mich nach wie vor berechtigten) hypes um den laden bewusst. wenn allzu menschliche bed\u00fcrfnisse auf mangelnde r\u00fccksichtnahme bei anderen treffen, kommt eben eines zum anderen. mit einer art &#8222;klopolizei&#8220; w\u00e4re es nicht getan, da man mit ihr eine art kontrollinstanz in den club br\u00e4chte, der das z\u00fcgellose ganz schon d\u00e4mpfen w\u00fcrde &#8211; w\u00e4re n\u00e4mlich l\u00e4ngst nicht so diskret wie die aktuellen streifz\u00fcge mancher t\u00fcrsteher auf der suche nach unerlaubten fotografen oder beim aufwecken von schlafenden auf der couch, was angesichts der m\u00f6glichkeit, einen ungewollten ghb-nutzer vor schlimmerem zu bewahren, auch immer noch goldrichtig ist.<br \/>\ndie l\u00f6sung w\u00e4re an dem wochenende wahrscheinlich recht einfach gewesen: das lab zu \u00f6ffnen. w\u00e4re dem anlass ohnehin w\u00fcrdig gewesen, h\u00e4tte den einlassstopp etwas hinausgez\u00f6gert, einen vierten floor und somit noch mehr vielfalt (sowie mehr m\u00f6glichkeiten zum intimen beisammensein ohne die romantik einer klokabine) hinzugef\u00fcgt &#8211; und das beinahe be\u00e4ngstigende daran ist, dass der club dann immer noch voll genug gewesen w\u00e4re. warum man nicht zur feier des anlasses auch gleich noch die t\u00fcren vom berghain in die dahinterliegende halle \u00f6ffnete, in der auch am sonntag die (zugegebenerma\u00dfen bestenfalls ganz okaye) &#8222;10&#8220;-ausstellung lief, um eine art riesigen chillout zu schaffen, kann ich mir nur damit erkl\u00e4ren, dass man die t\u00fcrcrew nicht \u00fcberstrapazieren wollte, weil das wieder eine kontrolle der besucher erfordert h\u00e4tte, die von der halle zur\u00fcck ins berghain m\u00f6chten. oder man h\u00e4tte es sich einfach gemacht und die ausstellung an dem tag einfach f\u00fcr die allgemeinheit geschlossen halten und nur f\u00fcr die besucher der party \u00f6ffnen k\u00f6nnen, die ja eh schon eintritt gezahlt haben.<br \/>\nvielleicht haben sie mit der art von andrang auch nicht gerechnet und die situation dann unter dem sicherheitsaspekt f\u00fcr alle behandelt &#8211; am ende auch das einzig richtige.<\/p>\n<p>soviel erstmal zum wieder-mal-ausnahmezustand. was bleibt denn musikalisch?<br \/>\nknochentrockener, minimalistischer, kristalliner funk von atom tm &amp; tobias. und ganz sch\u00f6n fordernde 15 minuten von answer code request oben. dann war da noch soundstream mit seinen greatest hits, aber trotz ableton irgendwie ohne harmonische \u00fcberg\u00e4nge, nd mal wieder als einer der h\u00f6hepunkte, der mit langsamem analogen house erstmal das publikum filterte, um drei stunden sp\u00e4ter dann doch wieder alle zu kriegen. planetary assault systems \/ luke slater zwar mit zwei laptops, aber diesmal ohne aussetzer, so dass der zweite gar nicht gebraucht wurde. sch\u00f6nes techno-set, aber keine apokalypse, zu der manche das set herbeischreiben wollen. h\u00e4tte im nachhinein lieber noch die letzte stunde von nd mitgenommen, aber sowas wei\u00df man ja vorher nicht.<br \/>\nkobosil: zweiter h\u00f6hepunkt. mixtechnisch und dramaturgisch nicht immer auf den punkt, aber daf\u00fcr traditionsbewusst und mit einigen unerwarteten krachern im set wie gesloten cirkels &#8222;stakan&#8220;, &#8222;rubycon&#8220; von emmanuel top oder &#8222;over the shoulder&#8220; von ministry. war auch der zeitpunkt, an dem auf der tanzfl\u00e4che auch gen\u00fcgend platz herrschte. marcel fengler spielte als intro einen track, den ich (ungelogen) in der woche zuvor gerade der guten alten zeiten mal wieder angeh\u00f6rt hatte und so bei mir dachte, dass der doch wie geschaffen f\u00fcr seine sets und das berghain w\u00e4re: &#8222;sacred cycles&#8220; von lazonby. war tats\u00e4chlich gro\u00dfartig \u00fcber die anlage. function spielte oben in der zeit, die ich so mitbekam, sehr technoid und mit der anlage am anschlag.<br \/>\ndann pause, zu virginia im garten zur\u00fcck. chicago als gro\u00dfe konstante, dabei noch mit flottem tempo und live-gesangseinlagen. gefiel mir sehr. auch marcel dettmann pr\u00e4sentierte sich in guter form, auch wenn es mir w\u00e4hrend seines sets so ging wie bei den letzten malen: die h\u00e4rte, die ich mir f\u00fcr die uhrzeit (oder generell) gew\u00fcnscht h\u00e4tte, gab es h\u00f6chstens punktuell, aber nicht mit der ihm eigenen basswalze gepaart mit sch\u00f6n dreckigen sounds, in die man sich fallenlassen kann. daf\u00fcr die gewohnten dettmann-konstanten: tiefe, subtiler aufbau, abwechslungsreichtum, und das ist auch schon eine menge wert. anthony parasole oben in der zeit, in der ich einen abstecher machte, ziemlich hittig, boris gab der meute unten, wie sie es wollte, aber da hatte ich schon genug gesehen, geh\u00f6rt und am n\u00e4chsten tag ohnehin die liebe arbeit vor mir, so dass es an der zeit war, den heimweg anzutreten.<\/p>\n<p>was kann ich von dem abend mitnehmen?<br \/>\ngute frage. ich find&#8217;s ja einerseits schon klasse, dass ein abend ausschlie\u00dflich mit residents so eine anziehungskraft hat, andererseits ist es mit dem vern\u00fcnftigen menschenverstand nicht mehr zu erkl\u00e4ren, warum man sich die negativen begleiterscheinungen wie zwei stunden anstehen oder die klosituation antun m\u00f6chte, wenn es andere abende gibt, an denen das geschehen f\u00fcr alle beteiligten entspannter abl\u00e4uft.<br \/>\nwie sich das l\u00f6sen k\u00f6nnte, ist schwierig: vielleicht mehrere o-ton-n\u00e4chte im jahr, im quartalsmodus vielleicht. der bedarf daf\u00fcr scheint (gelinde gesagt) ja vorhanden zu sein. wenn es sie dann gibt, bitte das lab dazunehmen und das personal auf silvester-verh\u00e4ltnisse vorbereiten. sieht dann zwar so aus, als ob mehrere male pro jahr silvester gefeiert w\u00fcrde, aber das kam mir dieses jahr bei der erfolgswelle, auf der das berghain gerade zum zehnj\u00e4hrigen immer noch (oder gerade deswegen?) schwimmt, ohnehin diverse male so vor. oder eben ein fr\u00fcherer einlassstopp, um den leuten in der schlange und drinnen gleicherma\u00dfen angenehmere perspektiven zu bieten. f\u00fcr mich gibt&#8217;s demn\u00e4chst lieber die abende f\u00fcr die musikliebhaber, die auch an dem wochenende auf ihre kosten kommen konnten. aber ich meine damit eher die stile in den nischen, sprich: so manche freitage oder auch gezielte samstage mit hardwax-bezug. so wie ich mich kenne, wird meine lust auf die massenhysterie jedoch p\u00fcnktlich im dezember zur\u00fcck sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>nicht vom titel irritieren lassen, eigentlich ist es eine klubnacht, eben nur mit protagonisten des hauseigenen labels &#8211; 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