{"id":3442,"date":"2014-09-17T22:21:14","date_gmt":"2014-09-17T20:21:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=3442"},"modified":"2014-10-03T17:09:51","modified_gmt":"2014-10-03T15:09:51","slug":"leipzig-20-09-2014-institut-fuer-zukunft-clubnacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2014\/09\/17\/leipzig-20-09-2014-institut-fuer-zukunft-clubnacht\/","title":{"rendered":"[leipzig \/ 20.09.2014] institut f\u00fcr zukunft: clubnacht"},"content":{"rendered":"<p>sommerpause vorbei, alle formalit\u00e4ten f\u00fcr den clubbetrieb sind erledigt, line-up passt &#8211; das schreit doch nach einer exkursion.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ifz.me\/\">clubnacht<\/a><br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">floor 1<\/span><br \/>\norphx <em>live<\/em><br \/>\nmarcel heese<br \/>\nmareena<br \/>\nn.akin<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">floor 2<\/span><br \/>\ncharlie smooth<br \/>\ndj xing<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">start<\/span><br \/>\n24 uhr<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">eintritt<\/span><br \/>\n10 euro<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">nachbetrachtung<\/span><\/p>\n<p>schwierige gratwanderung mal wieder, unter dem gebot der neutralit\u00e4t zu berichten. da ist zum einen der hype, der durchaus auch von kollektivseite mit der <a href=\"https:\/\/www.startnext.de\/\/anothersoundispossible\" target=\"_blank\">startnext-kampagne<\/a> und dem darin nicht gerade niedrig angesetzten anspruch generiert wurde. der hat durch die beh\u00f6rdlichen warnsch\u00fcsse, weshalb es statt einer mal eben drei er\u00f6ffnungsfeiern gab, schon einen d\u00e4mpfer erhalten, daher kam auch etwas allgemeine skepsis zur neugierde hinzu.<br \/>\nzum anderen gibt es die pers\u00f6nliche bindung: erstmal durch unclean, eine h\u00e4lfte des leipziger duos dead baby in a plastic bag, die gerne mal mittwochs im tresor zu gast waren und dadurch neben der online-kommunikation auch mit marcel bekannt sind. wie das nun mal so ist, kommen dar\u00fcber auch kontakte zustande, so dass die bekanntschaft im umfeld von 100 dezibel lautst\u00e4rke aufgebaut werden kann. \u00e4hnlich bei franziskus, der die startnext-kampagne gestartet hatte &#8211; er wiederum hatte vor gut vier, f\u00fcnf jahren im killekill-b\u00fcro ein praktikum gemacht, daher lief man sich in berlin (meistens im berghain) sporadisch \u00fcber den weg. er war es auch, der mich zum start der kampagne direkt anschrieb, die in meiner biographie seitdem als erste crowdfunding-kampagne steht, bei der ich etwas gespendet habe. steht hier alles bereits, es sei nur nochmal rekapituliert.<br \/>\ndurch diese pers\u00f6nliche bindung kamen wir auch vor dem offiziellen start in den genuss einer ausgiebigen f\u00fchrung durch den club, die einen nicht ganz unerheblichen anteil daran hat, dass die neutralit\u00e4t vielleicht etwas auf der strecke bleibt.<\/p>\n<p>zun\u00e4chst mal die kritikpunkte, damit steige ich ja eh gerne ein:<\/p>\n<ul>\n<ul>\n<li>der &#8222;darkroom&#8220; hinter dem eigentlichen floor in der ersten etage ist momentan eher eine grotte zum rumh\u00e4ngen. das gew\u00f6lbe ist schon mal charmant und sch\u00f6n verwinkelt. aber damit dort etwas passiert, sollten vielleicht noch die accessoires wie vaseline und handschuhe hingestellt werden, wie das im berghain auch gehandhabt wird. zudem w\u00e4ren parties, die sich (unter anderem) an die lgbt-community leipzigs richten, nicht verkehrt.<\/li>\n<li>der housefloor wirkt etwas stiefm\u00fctterlich behandelt. keine frage: die bar darin passt, aber die tanzfl\u00e4che wirkt eher wie daran angeschlossen, obwohl es eigentlich andersherum sein sollte. jedes mal, wenn ich dort vorbeischaute, taten mir die beiden get-deep-protagonisten etwas leid, weil manchmal niemand tanzte, sondern nur ein paar vereinzelte an der bar versammelt waren. eventuell (und da kommt die erfahrung aus dem mind camp in utrecht wieder hoch) w\u00e4re es ganz sch\u00f6n, das nicht als housefloor zu deklarieren, sondern als chillout- oder experimentierfeld mit jeder menge sitzgelegenheiten und visuals. bietet sich eh an, wenn die halterung f\u00fcr den beamer schon an der decke montiert ist.<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<p>das sind jedoch beides baustellen, die sie bereits selbst erkannt haben und auch so benennen. gerade bez\u00fcglich des darkrooms bestehen schon andere pl\u00e4ne, die auch schon sehr konkret sind. und da sich das projekt in der ersten richtigen clubsaison befindet, in der alle erstmal sehen m\u00fcssen, was sich wie wohin entwickeln kann und ob \u00fcberhaupt eine l\u00e4ngerfristige akzeptanz gegeben ist, ist es &#8211; gerade bei einem kollektiv organisierten betrieb wie diesem &#8211; auch vielmehr sympathisch, dass nicht alles gleich von anfang an perfekt wirkt.<\/p>\n<p>das w\u00e4re es auch schon mit dem gr\u00f6bsten, denn sie haben bei den selbstdefinierten kompetenzbereichen tats\u00e4chlich eine ganze menge richtig gemacht.<br \/>\nfange ich beim offensichtlichsten an: dem hauptfloor &#8211; ein akustischer alptraum. quadratisch, kacheln, tragende s\u00e4ule in der mitte. aus clubg\u00e4ngersicht klasse, da er mit seinem industriecharme das untermalt, was musikalisch zu weiten teilen auf der agenda steht. die deckenlampen erinnern sehr an die alte panorama bar bzw. die berghain-kantine, mit den treppen muss man im dunkeln bzw. nebligen etwas aufpassen, sitzgelegenheiten gibt es nur auf den treppen zum notausgang, wodurch der raum danach schreit, sich im halbdunkel dem sound hinzugeben. und der ist (kann man nicht anders sagen) mit das beste, was mir in den letzten jahren so untergekommen ist. egal, an welcher stelle man sich befindet (ob vor, hinter oder neben der s\u00e4ule): der bass ist pr\u00e4gnant und das stereobild kriegt man \u00fcberall ab. vielen wird als erstes der massive monolith an bassboxen neben dem dj-pult auffallen, der wenigstens drei meter hoch sein d\u00fcrfte. das pult wirkt zwar noch etwas improvisiert, bietet aber platz f\u00fcr alles, was digi-djs und live-acts zugleich so brauchen.<br \/>\ndann gibt es noch den seitlichen trakt mit dem besagten &#8222;darkroom&#8220; in der ersten etage und der hauptbar direkt gegen\u00fcber. auch da w\u00e4ren noch ein paar sitzgelegenheiten \/ hocker nicht verkehrt. im unteren geschoss trifft man auf die garderobe linkerseits, bei der auch offensichtlich wird, welchen einfluss das about blank auf den club hat, zumindest h\u00e4ngen auch dort die &#8222;respekt&#8220;-schilder aus, die man im gleichen wortlaut auch im blank findet. ist auch nicht schlimm, der austausch zwischen den beiden clubs ist eh sehr rege. ein weiterer dicker pluspunkt ist das drugscouts-angebot: die von festivals bekannten schilder mit pillenwarnungen h\u00e4ngen ebenfalls in der garderobe und im gang weiter hinten (an dessen ende der k\u00fcnftige darkroom entstehen soll) brosch\u00fcren zu den einzelnen substanzen.<br \/>\ndamit noch nicht genug &#8211; schlie\u00dflich hat der ehemalige kohlrabizirkus noch zwei etagen \u00fcber dem club, die mit 20-30 quadratmeter gro\u00dfen zimmern ausgestattet sind. die werden an k\u00fcnstler, produzenten, kreative vermietet und sind so gut wie komplett ausgebucht. in der zweiten etage gibt es neben dem ifz-b\u00fcro noch bald ein gemeinschaftsbad, so dass die rundumversorgung gegeben ist.<\/p>\n<p>liest sich alles so, als ob das als konzept schl\u00fcssig ist, nicht wahr? nun ja, ist es auch. auch wenn es schwierig ist, mehr als sieben leute auf einen gemeinsamen nenner zu bringen, hatte ich den eindruck, dass zwar mehrere gruppen (schlie\u00dflich ist das ifz ja aus vielen einzelnen crews entstanden) ihren gestaltungsraum im club, sie sich aber trotzdem gemeinsam auf eine gro\u00dfe linie geeinigt haben, die trotz vielseitigkeit noch ins gesamtbild passt. warum auch nicht? auch im vorbild about blank finden lesungen, konzerte sowie parties zwischen disco (homopatik), house (get deep), dubstep (impulse) oder eben die hauseigenen formate statt, wo es gerne querbeet gehen kann. das berghain hat seinen ruf als mittlerweile auch kulturell respektierten ort nicht zuletzt durch abende bekommen, die \u00fcber den techno-rand hinausblicken.<br \/>\n\u00e4hnlich ist es auch beim ifz. das trumpft damit auf, dass die kollektiv gelebte idee sich auch im umgang untereinander widerspiegelt. so hatte ich den eindruck, dass niemand beim personal als jemand gesehen wird, der den clubbetrieb bitte nur am laufen halten soll. andererseits ist bei vielen auch jede menge idealismus im spiel, weshalb beispielsweise die booker das alles nebenher betreiben und durch die residency im club etwas gegenwert bekommen. \u00fcberhaupt tr\u00e4gt alles noch die etwas improvisierte handschrift wie die toilette im backstage oder der backstage an sich, in dem ein wirklich tolles veganes kleines buffet aufgebaut war, wodurch einem auch als dort gebuchter gleich das gef\u00fchl vermittelt wird, in das gro\u00dfe gesamtbild eingebunden zu werden anstatt nur f\u00fcr gute laune &#8482; beim publikum zu sorgen. zeigt auch, dass das ifz nicht als gelddruckmaschinerie konzipiert ist und lieber eine der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen st\u00e4rken in die waagschale wirft: authentizit\u00e4t.<br \/>\ndamit haben sie auch langfristig gesehen ein ganz starkes as im \u00e4rmel, sofern sie weiterhin ihrer linie treu bleiben. um zu zeigen, dass es mit meiner neutralit\u00e4t so gut wie vorbei ist: der club hat das zeug dazu, in drei, vier jahren als ernstzunehmende gr\u00f6\u00dfe neben dem berghain (ja, tats\u00e4chlich) gesehen werden zu k\u00f6nnen. es kommt eben nur darauf an (und das ist leichter gesagt als getan), den eigenen anspruch nicht dann doch der rendite unterzuordnen, was nun wiederum erfordert, dass die anf\u00e4ngliche neugierde des publikums in eine treue stammkundschaft umgewandelt wird. wenn ich mir das oktober-booking so anschaue, habe ich da keine bedenken. der club passt mit seinem do-it-yourself-konzept jedenfalls in die stadt, die zuk\u00fcnftige entwicklung bleibt daher spannend. es ist nur zu hoffen, dass das leipziger publikum das auch so sieht. an dem abend war es jedenfalls auf dem hauptfloor stets gut gef\u00fcllt, was auch bis 9 uhr (aufbruchzeit) auch so blieb.<\/p>\n<p>damit habe ich kaum was zur musik des abends geschrieben, sei noch kurz abgehandelt: da gab es nichts zu meckern. auch wenn es auf dem housefloor eher \u00fcbersichtlich blieb, lag das meiner meinung nach nicht an der musik. das wechselte zwischen house und breakbeats, als ich sporadisch dort war.<br \/>\nan orphx, marcel und mareena (in der reihenfolge des abends) gibt es ebenfalls nichts auszusetzen &#8211; das hatte alles hand und fu\u00df sowie einen sch\u00f6nen aufbau. einzig beim licht k\u00f6nnte noch etwas mehr passieren (mehr strobo!), aber da erinnere ich mich an die ersten monate im berghain, wo die lichtanlage auch sukzessive ausgebaut worden ist.<\/p>\n<p>da das einigen zuviel text sein wird, hier noch die kurzform: wahnsinnig guter club, wird dem hype gerecht und daf\u00fcr verantwortlich sein, dass ich die a9 zwischen berlin und leipzig in n\u00e4chster zeit wohl intensiver kennenlernen werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>sommerpause vorbei, alle formalit\u00e4ten f\u00fcr den clubbetrieb sind erledigt, line-up passt &#8211; das schreit doch nach einer exkursion. clubnacht floor 1 orphx live marcel heese mareena n.akin floor 2 charlie smooth dj xing start 24 uhr eintritt 10 euro nachbetrachtung schwierige gratwanderung mal wieder, unter dem gebot der neutralit\u00e4t zu berichten. da ist zum einen&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[5,6],"tags":[],"class_list":["post-3442","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-stadtleben","category-terminkalender"],"modified_by":"stype","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3442","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3442"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3442\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3465,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3442\/revisions\/3465"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3442"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3442"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3442"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}