{"id":3589,"date":"2015-02-18T21:54:53","date_gmt":"2015-02-18T20:54:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=3589"},"modified":"2018-04-13T20:50:56","modified_gmt":"2018-04-13T18:50:56","slug":"projekt-apparere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2015\/02\/18\/projekt-apparere\/","title":{"rendered":"projekt &#8222;apparere&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>und nun etwas komplett anderes als club-termine mit anschlie\u00dfenden res\u00fcm\u00e9es &#8211; es wird sogar richtiggehend pers\u00f6nlich.<\/p>\n<p>auch wenn der gemeine berliner als karnevalsmuffel bekannt ist, sind ihm begriffe wie &#8222;fastnacht&#8220; doch nicht fremd. f\u00fcr mich hat sich das mit einer zurkenntnisnahme erledigt, auch wenn mir der religi\u00f6se hintergrund des fastens gel\u00e4ufig ist. im hinterkopf hatte ich irgendwann schon den gedanken, das fasten f\u00fcr mich selbst einmal auszuprobieren, dies aber bislang aus bequemlichkeit nie in die praxis umgesetzt.<br \/>\nangeregt durch meinen mitbewohner, der diese zeit bewusst zur reflektion des konsumverhaltens gebraucht und sich dabei von allen offensichtlichen lastern fernh\u00e4lt (nikotin, alkohol, schokolade) sowie ein bei mir in letzter zeit vorhandenes gef\u00fchl der unzufriedenheit, das sich im alltag zwischen arbeit und techno so einschleicht, fragte ich mich also, wie ich diese zeit bis ostern f\u00fcr mich nutzen k\u00f6nnte.<br \/>\nwas das ablegen von lastern auf dem weg zu einem bewussteren selbst anbelangt, komme ich jedoch nach wie vor nicht allzu weit &#8211; den f\u00fcr die szene offensichtlichsten (also legalen und illegalen rauschmitteln &#8211; wenn man von koffein mal absieht) spreche ich immer noch nicht zu. was jedoch weiterbringt, ist die frage nach den verhaltensmustern, die dem konsumverhalten oder in meinem fall der empfundenen unzufriedenheit zugrundeliegen. auf gut deutsch: ich fragte mich also nicht nach meinen substantivierten lastern, sondern nach dem dazugeh\u00f6rigen adjektiv: was ich an meinen verhaltensweisen als l\u00e4stig empfinde.<\/p>\n<p>da kam mir recht schnell eine empfundene unf\u00e4higkeit in den sinn, \u00fcberhaupt sozial anschlussf\u00e4hig zu sein, was neue bekanntschaften angeht. das l\u00e4sst sich hinter dem allgemein gehaltenen etikett &#8222;sch\u00fcchternheit&#8220; verstecken und wirkt beim lesen ohnehin so, als ob ich um anteilnahme bzw. die versicherung des gegenteils bettle. jedoch keine sorge: an sich wei\u00df ich schon ganz gut, dass dies eigentlich hirngespinste sind. aber wenn sich das leben zwischen den beiden extremen polen &#8222;arbeit&#8220; und &#8222;club&#8220; abspielt und zwischendrin wenig raum f\u00fcr allt\u00e4gliches bleibt, macht sich bei mir schnell der eindruck breit, nur noch die nerdigen themen bedienen zu k\u00f6nnen anstatt sich auch mal nur allgemein zu unterhalten (&#8222;smalltalk&#8220; nennt man das wohl &#8211; auch so eine disziplin, in der ich nie warmgeworden bin).<\/p>\n<p>in den kommenden gut 40 tagen steht also folgendes an: an jedem tag werde ich eine mir vollkommen fremde person unterwegs einfach ansprechen und dabei versuchen, sie in ein kurzes gespr\u00e4ch zu verwickeln. der ausgang der gespr\u00e4che muss nicht zielf\u00fchrend oder die themen nicht zwingend tiefgr\u00fcndig sein. es geht mir vielmehr darum, aus dem kokon auszubrechen, den ich mir mithilfe von inear-kopfh\u00f6rern und smartphone gerne baue und etwas f\u00fcr mich bislang eher ungewohntes mache: kontakt suchen, dabei versuchen, auf befindlichkeiten einzugehen und f\u00fcr einen kurzen zeitpunkt ein gemeinsames thema zu finden &#8211; nicht mehr, nicht weniger. sinn des ganzen ist, mir selbst zu best\u00e4tigen, dass die oben erw\u00e4hnten hirngespinste einfach nur absurd und die ausfl\u00fcge aus dem kokon so lohnenswert sind, dass sie &#8211; wie der gang in welchen club auch immer &#8211; zur routine geh\u00f6ren.<br \/>\ndieser eintrag dient als tagebuch, denn irgendwie muss die entwicklung ja protokolliert werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>mittwoch, 18. februar 2015<\/em><br \/>\nerster zaghafter versuch auf dem weg zur arbeit in der gut gef\u00fcllten u5. leute steigen frankfurter tor aus, noch mehr steigen zu und das menschliche tetris kommt in gang. in meiner n\u00e4he ein j\u00fcngerer herr, wahrscheinlich student, mit buch. ich meine nur kurz &#8222;na, dann m\u00fcssen wir uns wohl umsortieren.&#8220;, darauf nur ein bel\u00e4chelndes &#8222;ja&#8220; seinerseits, um sich wieder ins buch zu vertiefen. z\u00e4hlt also nicht.<br \/>\ndie situation in der u5 war jedoch ein guter ankn\u00fcpfungspunkt am feierabend. u-bhf friedrichstra\u00dfe, auffallend gef\u00fcllter bahnsteig, u-bahn f\u00e4hrt ein, einen mitt-\/endvierziger in der jacke eines bekannten bekleidungsherstellers mit einer b\u00e4rentatze als logo m\u00f6chte ich mit den worten &#8222;sie waren zuerst hier, gehen sie ruhig.&#8220; den vortritt lassen. er entgegnete nur (zurecht), dass es ihm in der bahn zu &#8222;kuschelig&#8220; w\u00e4re und lieber die n\u00e4chste abwartet. es entstand ein sehr kurzes gespr\u00e4ch, in dem ich ihm entlocken konnte, dass eine bahn ausgefallen war und er es eigentlich eilig h\u00e4tte. als wir jedoch sahen, dass die n\u00e4chste bahn nicht mal zwei minuten sp\u00e4ter kam und nicht mal ann\u00e4hernd so voll war wie die vorherige, waren wir uns doch sowas wie einig, es richtig gemacht zu haben.<br \/>\ndennoch: mein gespr\u00e4chsanteil \u00fcberwog, er war eher reserviert. f\u00fcr die kurze dauer bzw. zum aufw\u00e4rmen war das jedoch vollkommen in ordnung. ich habe jedoch schon jetzt den eindruck, dass das nicht nur eine selbsterfahrung, sondern ein soziales experiment werden k\u00f6nnte. der muss aber erst noch gut eine woche gefestigt werden, insofern schreibe ich jetzt noch nichts dazu.<\/p>\n<p><em>donnerstag, 19. februar 2015<\/em><br \/>\nmuss unter die \u00fcberschrift &#8222;steilvorlage&#8220; gestellt werden, im wahrsten sinne des wortes. h\u00e4tte mir schon fragen gefallen lassen m\u00fcssen, die nicht verwandelt zu haben.<br \/>\nlag aber am entsprechenden kontext: halbzeitpause sevilla gegen gladbach (was leider nach echt guter leistung der gladbacher 1:0 f\u00fcr die gastgeber ausging) im fc magnet am weinbergspark. dort stehen zwei kickertische, einen ball, ergo: einen tisch hatte ich reserviert. junge dame, noch j\u00fcngerer herr kommen und ich teile ihnen mit, dass ich nur auf meinen spielgegner warte. der kam auch bald, aber auch die gruppe erweiterte sich um einen dritten herrn. was macht man daraus? richtig: zwei gegen zwei. beim ersten match mit meinem eigentlichen gegner zusammen gegen die beiden herren verloren, daf\u00fcr die zweite partie gegen die dame sowie den j\u00fcngeren der beiden herren in zusammenarbeit mit demjenigen, der sich als letztes hinzugesellt hatte, deutlich gewonnen (und dabei technisch ein bisschen was lernen k\u00f6nnen).<\/p>\n<p><em>freitag, 20. februar 2015<\/em><br \/>\nauch heute wieder die situation ausgenutzt. ankunft in der firma, power-knopf am laptop gedr\u00fcckt, feueralarm geht los. mantel noch gar nicht ausgezogen, daher nur die tasche geschnappt, ab richtung notausgang. fahrst\u00fchle sind in der situation tabu, eh klar.<br \/>\nvor uns ein kollege, der mit kr\u00fccken die treppen runter muss und dabei gest\u00fctzt wird. auch wenn es leicht fies ist, meinte ich zu einer mir noch nicht bekannten kollegin auf der treppe links neben mir, dass eine rutsche (im kopf war so eine, wie sie bei notwasserungen im flugzeug eingesetzt wird, im nachhinein w\u00e4re auch eine aus einem vergn\u00fcgungspark nicht verkehrt) in solchen f\u00e4llen doch einiges erleichtern k\u00f6nnte.<br \/>\ndas kam tats\u00e4chlich als witz an. es ergab sich ein kurzer dialog, der vom schrillen ton des alarms bis zum noch schrilleren ton der notausgangst\u00fcren bis zu vergangenen feueralarmen mit auswirkungen auf andere firmenstandorte reichte. hat also zur linderung einer vermeintlich ernsten situation (es war keine \u00fcbung, aber auch l\u00e4ngst nicht so dramatisch wie man es anhand der zwei feuerwehrwagen h\u00e4tte vermuten k\u00f6nnen) oder auch nur um sich das herabsteigen im treppenhaus kurzweiliger zu gestalten bestens getaugt. ich z\u00e4hl das jetzt einfach mal.<\/p>\n<p><em>samstag, 21. februar 2015<\/em><br \/>\nendlich wochenende! f\u00fcr manche die zeit der woche, an der unverbindliche konversation fast schon als marathon trainiert werden kann &#8211; flohmarkt, supermarkt beim wocheneinkauf, shopping, oder eben im club. ich hatte nichts von allem vor, und dann wird das schon etwas schwierig.<br \/>\njedoch wollten noch gestern abend bei der filmkunst in der g\u00e4rtnerstra\u00dfe ausgeliehene dvds zur\u00fcckgegeben werden und ich hatte mich eigentlich schon damit arrangiert, das gespr\u00e4ch mit demjenigen, der sie entgegennahm, f\u00fcr diesen tag z\u00e4hneknirschend gelten zu lassen. beinhaltete n\u00e4mlich eine reklamation des ausleihpreises, \u00fcber den er sich auf nachfrage auch etwas wunderte (dazu muss man wissen, dass man bei ausleihen in der filmkunst nur einen tag zahlt, wenn man mehr als eine dvd am vorabend ab 23 uhr ausleiht) und den preis beim nachrechnen um gut die h\u00e4lfte reduzierte. war wohl ein fehler desjenigen, der die ausleihe gestern abend einbuchte. egal, ist auch nicht weiter wichtig.<br \/>\nwieder drau\u00dfen standen zwei damen vor dem laden, die eigentlich schon hinter mir reingekommen waren (zumindest hatte ich einer von ihnen die t\u00fcre aufgehalten) und zu beratschlagen schienen, welchen film sie sich anschauen sollten. kleiner exkurs: der videothek ist auch ein ladenkino angeschlossen, das selbsternannte cineasten als kulisse zur vorstellung der schlechtesten filme aller zeiten auf tele 5 kennen k\u00f6nnten. dort werden dann ausgew\u00e4hlte filme gezeigt &#8211; unter anderem <a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt2562232\/\">birdman<\/a>, den ich den beiden im vorbeigehen empfohlen habe. sie hatten wohl in richtung <a href=\"www.imdb.com\/title\/tt3259474\/\">stratos<\/a> \u00fcberlegt, aber der h\u00e4tte wohl eine l\u00e4nge von zweieinhalb stunden. da ich den nicht kannte, aber birdman erst vor kurzem gesehen hatte (der die messlatte f\u00fcr andere filme anno 2015 meiner meinung nach aus dem stand ganz weit nach oben legt), konnte ich da auch mit der k\u00fcrzeren dauer argumentieren. wirklich konkret wurde das gespr\u00e4ch nicht, was den inhalt des films angeht und es ist auch nicht \u00fcberliefert, welchen sich die beiden nun ausgesucht haben, aber beide gelegenheiten in kombination genutzt zu haben, reichte mir f\u00fcr heute aus.<\/p>\n<p><em>sonntag, 22. februar 2015<\/em><br \/>\nf\u00fcchse berlin vs. hc vojvodina in der max-schmeling-halle stand an, somit eine menge an gelegenheiten, mag man meinen. ich hatte jedoch im vornherein schon das gef\u00fchl, dass es gerade bei gr\u00f6\u00dferen ereignissen in ungewohnter umgebung schon etwas schwieriger werden k\u00f6nnte. mag man es selbsterf\u00fcllende prophezeihung nennen, ging es auch \u00fcber zaghafte versuche meinerseits nicht hinaus: durchsuchen der tasche am einlass mit den \u00fcblichen phrasen, um den gesamten vorgang etwas kurzweiliger zu gestalten, dann die etwas grimmig dreinschauende familienmutter in der reihe hinter uns, die bei meinem angebot, nur bescheid sagen zu m\u00fcssen, wenn es mit der sicht f\u00fcr ihre kinder kritisch wird, auch recht einsilbig reagierte. am angenehmsten empfand ich zumindest den sitznachbarn in der zweiten halbzeit, der in der ersten noch zwei pl\u00e4tze entfernt sa\u00df und zu dem wir einfach aufschlossen &#8211; nicht ohne, dass ich uns w\u00e4hrenddessen ank\u00fcndigte. das schien immerhin so das eis gebrochen zu haben, dass wir am ende des spiels (die f\u00fcchse haben hochverdient mit 37:22 gewonnen, tolle kulisse auch) den gemeinsamen nenner hatten, uns \u00fcber einen besucher zu wundern, der den ausgang von links nach rechts durch unsere reihe nahm, auch wenn er einfach nur die treppe links h\u00e4tte hochgehen m\u00fcssen.<br \/>\nbeschwerden aus der hinteren reihe gab es \u00fcbrigens keine, aber das gef\u00e4lle bei den sitzreihen l\u00e4sst auch eine allgemein gute sicht bei unterschiedlichen k\u00f6rpergr\u00f6\u00dfen zu. dennoch blieben die er\u00f6ffnungen f\u00fcr mich heute irgendwie auf halber strecke stecken. war f\u00fcr mich irgendwie vergleichbar mit dem mittwoch im u-bhf friedrichstra\u00dfe. aber wenigstens der versuch bleibt.<\/p>\n<p><em>montag, 23. februar 2015<\/em><br \/>\nheute blieb es auch nur bei versuchen, mag aber auch ein beweis f\u00fcr die wahrscheinlich vielen nur zu bekannte regel sein, dass es nichts werden kann, wenn man sich in eine sache verbei\u00dft und diese dann in eine art krampf ausarten kann. aber das geh\u00f6rt ja irgendwie auch mit zur \u00fcbung: einfach z\u00fcgig das &#8222;wenn nicht, dann eben nicht&#8220; zu akzeptieren.<br \/>\nwar mit den gelegenheiten aber auch etwas schwierig: desensibilisierung beim allergologen, im wartezimmer? nicht wirklich. u-bahn, weg zur arbeit, auf arbeit selber, r\u00fcckweg &#8211; wie bereits geschrieben, habe ich bereits am ersten tag einen gewissen eindruck bekommen, der sich langsam best\u00e4tigt.<br \/>\nin purer verzweiflung blieb also der supermarkt f\u00fcr den feierabendlichen einkauf. meine offensichtliche freude \u00fcber den anst\u00e4ndigen zucchini-vorrat im rewe (und der war in manchen wintermonaten wahrlich keine selbstverst\u00e4ndlichkeit, zu meiner ziemlichen verwunderung) wurde von einem mitkunden mit einem blick quittiert, der eine mischung aus \u00fcberraschung, verwirrung (bzw. gro\u00dfen fragezeichen, was der typ damit eigentlich sagen will) und eine doch vorhandene tendenz zeigte, lieber in ruhe gelassen werden zu wollen. letzter versuch also an der kasse, nachdem ich meine sachen auf&#8217;s band sowie den warentrenner auf seinen platz gelegt hatte, dass ich dem leicht z\u00f6gerlichen herrn hinter mir mit leicht berlinerisch angehauchtem &#8222;k\u00f6nn&#8216; se ruhig loslegen, wenn se woll&#8217;n&#8220; und wom\u00f6glich schiefem grinsen zu verstehen gab, dass er seine chance ergreifen konnte. machte er dann auch, ein ebenso z\u00f6gerliches l\u00e4cheln gab&#8217;s zur\u00fcck.<br \/>\nf\u00fcr&#8217;s phrasenschwein: versuch macht kluch. in dem fall, f\u00fcr die verbliebenen tage einfach weniger erwarten zu wollen.<\/p>\n<p><i>dienstag, 24. februar 2015<\/i><br \/>\ndeutliches zeichen, kleinere br\u00f6tchen backen zu wollen: ich gehe nicht mehr durch das st\u00e4dtische geschehen, um passende augenblicke abzuwarten oder gar kreieren zu wollen &#8211; es tun auch kleinigkeiten. so heute beispielsweise nur, indem ich in der mittagspause in einer situation klarheit schuf, an der zwei kolleginnen und ich in einem kleineren restaurant zu fu\u00dfe des fernsehturms in kassenn\u00e4he standen, was schnell als warteschlange interpretiert werden konnte.das traf zumindest auf einen jungen herrn zu, der die lokalit\u00e4t betrat, also fasste ich mir ein herz und gab ihm kurz zu verstehen, dass wir alle versorgt seien und er ruhig zur tat schreiten k\u00f6nnte.<br \/>\ndas dankesch\u00f6n als reaktion war gesichert und das ganze an sich sch\u00f6n unspektakul\u00e4r.<\/p>\n<p><em>mittwoch, 25. februar 2015<\/em><br \/>\nan sich hatte ich mich schon mit dem gedanken angefreundet, es bei einem &#8222;nichts passiert heute, morgen ist auch noch ein tag.&#8220; zu belassen, da mir f\u00fcr das eigentlich angek\u00fcndigte zwischenfazit nach einer woche, die das projekt jetzt l\u00e4uft, heute die mu\u00dfe fehlt. ich verschieb das erstmal auf n\u00e4chste woche. wer aber zwischen den zeilen lesen kann, wird wenig \u00fcberrascht sein, was dabei herauskommt.<br \/>\nauf dem weg zur und auf arbeit selber nichts nennenswertes. danach ein von der firma bezahltes essen in einem restaurant mit hohem ger\u00e4uschpegel, englisch als amtssprache am tisch und von sieben kollegen kannten sich vier bereits zuvor l\u00e4nger (hatten insofern eine basis), drei davon (meine gruppe) kannten eigentlich alle, aber davon nur die so wirklich, mit denen man t\u00e4glich direkt zusammenarbeitet. mag es an meinen zuweilen l\u00fcckenhaften englischkenntnissen oder am allgemeinen ger\u00e4uschpegel liegen, aber ich konnte nur partiell folgen. es gab hin und wieder gelegenheiten, sich kurz einzubringen (wer h\u00e4tte gedacht, dass &#8222;waldmeister&#8220; auf englisch &#8222;wild baby&#8217;s breath&#8220; oder auch &#8222;woodruff&#8220; hei\u00dfen kann &#8211; das verriet mir jedenfalls meine dict.cc-app), aber auch diese f\u00fcr alle beteiligten unangenehmen gespr\u00e4chspausen. keine ahnung, ob ich mich an sowas gew\u00f6hnen kann oder werde, ich merkte selber, wie ich zeitweise etwas angespannt da sa\u00df.<br \/>\nzum gl\u00fcck gab es noch den heimweg. vom ostkreuz \u00fcber die sonntagstra\u00dfe nach hause. hauseingang vor der kreuzung lenbachstra\u00dfe, zwei junge damen und ein herr schleppen ein regal mit billy-ausma\u00dfen durch die haust\u00fcr, wobei der arme sich abm\u00fcht, die t\u00fcr offen zu halten. situation erkannt, hilfe beim aufhalten angeboten, schlie\u00dflich geleistet und der bitte der einen dame nachgekommen, die t\u00fcr noch festzustellen.<br \/>\nergo: sprichw\u00f6rtlich auf den letzten metern noch etwas berichtenswertes mitgenommen, so banal das auch sein mag.<\/p>\n<p><em>donnerstag, 26. februar 2015<\/em><br \/>\nlangsam entwickelt sich etwas wie ein schema. erst so etwas wie warmquatschen mit banalit\u00e4ten am geldautomaten, dass ich nun fertig bin und die schr\u00e4g hinter mir wartende dame das wissen lasse. ist als information jetzt alles andere als weltbewegend, aber bringt so dennoch eine prise zwischenmenschliches in den alltag.<br \/>\ngladbach hatte heute das r\u00fcckspiel gegen sevilla (leider 2:3 verloren und nach einem unn\u00f6tigen foul von xhaka gut 30 minuten nur noch zu zehnt auf dem platz, aber spielerisch wenigstens ebenb\u00fcrtig &#8211; hilft nichts, der weitere verlauf des europapokals findet ohne sie statt), also wieder fc magnet. waren kurz nach anpfiff da, es stand bereits 0:1. keine offensichtlich freien sitzpl\u00e4tze, aber abgelegte jacken. fragte ich also, ob die sowie der besitzer platz f\u00fcr zwei machen kann. war leider nicht drin &#8211; es waren tats\u00e4chlich platzhalter.<br \/>\nalso nach hinten richtung kickertisch. wie es sich f\u00fcr den anstand geh\u00f6rt, erst einen gefragt, ob es ihn st\u00f6rt, wenn wir kickern (absolut nicht), dem nachbarn auch noch kurz mitgeteilt, dass wir gleich anfangen und einfach nur bescheid gegeben werden muss, wenn&#8217;s zu laut ist. beschwert hat sich niemand, alle waren auf das spiel konzentriert und au\u00dferdem blieben wir nicht die einzigen &#8211; den nachbartisch nahmen auch zwei herren in beschlag. meine kicker-f\u00e4higkeiten sind \u00fcbrigens nach wie vor stark verbesserungsw\u00fcrdig. f\u00fcr ein paar kuriose eigentore auf beiden seiten hat&#8217;s aber auch gereicht, und nach der gelb-roten f\u00fcr xhaka war es als ablenkung eh super.<\/p>\n<p><em>freitag, 27. februar 2015<\/em><br \/>\nhab das heute angesichts des bevorstehenden berghain-wochenendes (und damit einer \u00fcberzahl an potentiellen gelegenheiten) wohl sehr locker genommen, daher gibt&#8217;s nichts wirklich berichtenswertes.<br \/>\nin der zwischen hackeschem markt und alexanderplatz notorisch gut gef\u00fcllten s-bahn auf dem heimweg habe ich zwei touristen kurz (auf englisch) gefragt, ob sie jetzt aussteigen wollen, da ich etwas vor der t\u00fcr im weg herumstand. wollten sie tats\u00e4chlich, ich daher etwas zur seite, platz f\u00fcr alle &#8211; fertig.<br \/>\ndas telefonat mit dem drive-now-mitarbeiter z\u00e4hlt irgendwie nicht, weil sich ein auto partout nicht \u00f6ffnen lassen wollte: serverausfall. selbst aus dem kundenservice kommend konnte ich seine lage aber gut verstehen &#8211; mein mitgef\u00fchl hatte er jedenfalls. ist aber nun mal kein pers\u00f6nlich-direkter kontakt.<br \/>\ndaher nun auf richtung berghain.<\/p>\n<p><em>samstag, 28. februar 2015<\/em><br \/>\ntrotz 11 stunden berghain, in denen sich ein paar gespr\u00e4che mit unbekannten ergaben, z\u00e4hlt f\u00fcr mich so wirklich nur die erste gelegenheit, die mit gutem willen sogar noch als gute tat zu verbuchen ist: berghain-tanzfl\u00e4che, ein gast mit gewissem alkoholpegel und mutma\u00dflich noch anderen dreingaben f\u00e4llt dadurch auf, dass er sich sowohl anderen weiblichen als auch m\u00e4nnlichen g\u00e4sten n\u00e4hert. war vielleicht als komische art gedacht, n\u00e4he herstellen zu wollen, kam aber eher so an, als ob er \u00e4rger provozieren m\u00f6chte. in einer dieser situationen habe ich (w\u00e4hrend sich jemand anderes mit dem typen besch\u00e4ftigte) eines seiner m\u00e4nnlichen &#8222;ziele&#8220; etwas beruhigen k\u00f6nnen, dass der das schon die ganze zeit so macht und er sich einfach eine andere ecke suchen solle, sofern der wieder ankommt. wir einigten uns noch darauf, dass wir es ganz sch\u00f6n toll finden, dass so ein sound im berghain l\u00e4uft und spielten mit dem gedanken, der t\u00fcr bescheid zu geben, haben es aber letztendlich dabei belassen, es einfach wegzul\u00e4cheln. passiert ist weiter nichts &#8211; der typ ist nicht herausgeflogen, blieb sogar bis zum schluss oben und war (um einiges ausgen\u00fcchtert) sogar ganz sozialvertr\u00e4glich. f\u00fcr mich grenzwertig war sp\u00e4ter ein anderer typ, der eine dame auf der tanzfl\u00e4che an nacken und schulter streichelte, so dass man annehmen konnte, dass die beiden irgendwie verbandelt w\u00e4ren. dem war jedoch nicht so, jedenfalls nahm sie seine hand weg und wechselte die position. fand ich seinerseits schon mehr als dreist, aber wie das mit den beschleunigern zum fallenlassen der hemmschwellen nun mal so ist, sollte er sich die frage gefallen lassen, ob er den \u00fcbergriffigen ansatz wirklich weiterverfolgen sollte, wo sich andere (und ja, ich gucke da in den spiegel) fragen, wie man das mit dem ersten schritt \u00fcberhaupt richtig anstellt.<br \/>\nda ich gerade die panorama bar erw\u00e4hne: weitere nonverbale gespr\u00e4chser\u00f6ffnung, als ein doch sehr exaltiert tanzendes paar seine balz-choreographie auff\u00fchrte und dabei unweigerlich mit manchen zusammenstie\u00df. das war aber so charmant, dass man den beiden nicht b\u00f6se sein konnte. einen der g\u00e4ste, den es &#8222;erwischte&#8220;, blickte ich mit leicht rollenden augen und einem leichten grinsen an, aber er entsch\u00e4rfte das gleich dadurch, dass es einfach nur pure leidenschaft ist, dem ich entgegnete, dass man der sich besser nicht in den weg stellt. machte auch im weiteren verlauf spa\u00df, der dame mit ihren zwei begleitern zuzusehen.<br \/>\nach ja, dann noch der r\u00fcckweg: warschauer stra\u00dfe, rote ampel, auch wieder eine nonverbale gespr\u00e4chser\u00f6ffnung meinerseits. frau mit hund bei rot auf dem weg zur mitte, \u00fcberlegt es sich bei herannahenden autos jedoch anders, kehrt zur\u00fcck, ich schau anerkennend mit einem l\u00e4cheln hin. aufh\u00e4nger war dann, dass die verk\u00fcrzung der wartezeit das risiko einfach nicht wert w\u00e4re. f\u00fcr die dauer der \u00fcberquerung bei gr\u00fcn unterhielten wir uns \u00fcber ein feature, das sie letztens zu einer forschung geh\u00f6rt hat, das sich mit der auswirkung roter ampeln auf die dauer von fu\u00dfwegen besch\u00e4ftigte. ehe wir dabei in die tiefe gehen konnten, traf sie ecke kopernikusstra\u00dfe auf ihren bekannten und da trennten sich unsere wege.<br \/>\ndann mal auf zu runde zwei.<\/p>\n<p><em>sonntag, 01. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nein bis zwei beispiele aus dem berghain g\u00e4be es zwar, aber am nennenswertesten ist f\u00fcr mich eigentlich der weg zur zweiten runde am sonntagmittag. kann man auch unter das motto &#8222;be.berlin&#8220; (teil 1) stellen.<br \/>\nwismarplatz ecke seumestra\u00dfe, ein paar schaut sich eine berlin-karte an und wirkt dabei etwas ratlos. frage daher, ob ich helfen kann. sie wollten nur wissen, wie man zur n\u00e4chsten bahnstation kommt. entweder ostkreuz oder warschauer stra\u00dfe, kann man sich an dieser stelle ja aussuchen. war aber auch ganz gut, nochmal nach deren ziel zu fragen &#8211; das war der potsdamer platz, was die dinge wiederum einfacher machte. zur u5 samariterstra\u00dfe geschickt und mit auf den weg gegeben, bis zum alexanderplatz zu fahren und dort umzusteigen.<br \/>\nfast schon ein musterbeispiel dessen, was ich mir vorgestellt hatte.<\/p>\n<p><em>montag, 02. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\n&#8222;be.berlin&#8220; (teil 2), aber nicht mal ann\u00e4hernd in n\u00e4he eines dialoges kommend.<br \/>\ns-bahn, alexanderplatz, ich an meinem stammplatz (an der fensterscheibe neben der t\u00fcr in fahrtrichtung lehnend), rucksacktourist mit longboard kommt des weges, sucht nach einem platz. ich geh zur seite, so dass er sich anlehnen kann, sage wenig geistesgegenw\u00e4rtig auf deutsch, dass das so besser ist. er bedankt sich artig auf englisch &#8211; fertig.<\/p>\n<p><em>dienstag, 03. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nkleines d\u00e8j\u00e0-vu gef\u00e4llig? na dann&#8230;<br \/>\nkasse beim aldi zum feierabend, meine waren liegen auf dem band. anderer kunde n\u00e4hert sich, ich packe den warentrenner hin, geste richtung band, m\u00fcsste so etwas wie &#8222;ist alles startklar&#8220; gesagt haben. er wollte sich noch etwas zeit lassen &#8211; zurecht, meine vorg\u00e4ngerin hatte genug. dennoch immerhin insgesamt sowas wie drei s\u00e4tze gewechselt und beim rausgehen durch gegenseitiges l\u00e4cheln signalisiert, dass das als ablenkung aus dem kassen-, wenn nicht gar alltagstrott doch ganz nett war.<br \/>\nzuvor noch mit einem so halb-bekannten kollegen kurz vor dem aussteigen am ostkreuz in der s-bahn geplaudert. da hat es tats\u00e4chlich mal geklappt, das smartphone kurz in den hintergrund geraten zu lassen. allerdings hatte er den blick vom display von alleine aus in meine richtung schweifen lassen &#8211; ich hab dann nur die gelegenheit genutzt, neben ihm zu stehen.<\/p>\n<p><i>mittwoch, 04. m\u00e4rz 2015<\/i><br \/>\nh\u00e4tte so schnell nicht gedacht, dass man im \u00f6ffentlichen personennahverkehr zu chancen kommt und so wirklich spektakul\u00e4r ist es auch nicht. andererseits kann es schon als beleg daf\u00fcr herhalten, dass es etwas anders l\u00e4uft als zuvor.<br \/>\n240er bus, vom ostbahnhof kommend, eine station, vor der ich raus muss. ich am fensterplatz, neben mir eine dame um die 50. kennt man ja: normalerweise geht das durchschl\u00e4ngeln los, wenn der bus an der gew\u00fcnschten station raus muss. wirklich prickelnd finde ich das als derjenige, der sich schl\u00e4ngelt, eher selten. l\u00f6sung: das ganze vorhaben eine station vorher in angriff nehmen, dann bleibt immer noch gen\u00fcgend zeit und die kurze strecke kann man vor dem ausgang warten.<br \/>\nich hab die dame daher eine station vorher gefragt, dass die n\u00e4chste meine w\u00e4re und ob wir das procedere nicht schon jetzt absolvieren m\u00f6chten &#8211; und sie war vollkommen daf\u00fcr. zwar keine richtige unterhaltung, aber ich find&#8217;s schon besser als das \u00fcbliche kurz angebundene &#8222;danke&#8220;, das man im g\u00fcnstigsten fall sonst bekommt.<\/p>\n<p><i>donnerstag, 5. m\u00e4rz 2015<\/i><br \/>\nwo ich gerade bei d\u00e9j\u00e0-vus war &#8211; es ist sogar fast die gleiche stelle wie letzte woche, nur die tageszeit eine andere. gegen 10 auf dem weg zur arbeit sonntagstra\u00dfe zwischen lenbachstra\u00dfe und ostkreuz. hauseingang, junge mutter mit fahrrad, kind darauf auf dem sitz und einer einkaufstasche und eine schwere haust\u00fcr. bin also hin, nicht mal gefragt, ob ich helfen kann, sondern gleich gesagt, dass wir das gemeinsam machen. danach erstmal angeboten, dass ich in den hausflur gehe, weil&#8217;s das ganze unkomplizierter macht, sie konnte so in aller ruhe das fahrrad reinschieben und abstellen. ihrer bitte, noch die einkaufstasche reinzustellen, kam ich gerne nach, das &#8222;danke&#8220; mit einem l\u00e4cheln war mir sicher. also wieder was f\u00fcr&#8217;s karmakonto.<br \/>\ndanach in der wieder mal proper gef\u00fcllten s-bahn vor dem hackeschen markt: ich steh links vor der t\u00fcr zum ausgang, eine \u00e4ltere dame neben mir versucht schon vorab, einen weg nach drau\u00dfen auszuloten. da meine position ganz gut war, gab ich ihr zu verstehen, dass ich auf dem weg nach drau\u00dfen kein hindernis w\u00e4re, da ich auch raus m\u00fcsste. es lief am ende auch unkomplizierter als erwartet.<\/p>\n<p><em>freitag, 6. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\ndas gesamte wochenende verlief unspektakul\u00e4r, daher f\u00fcr jeden tag kurz: u5, irgendwo zwischen strausberger platz und frankfurter tor, nicht sonderlich leer, mann mit hund, denen ich meinen platz r\u00e4ume, ich geb dem besitzer nur zu verstehen, dass das f\u00fcr den vierbeiner besser passen m\u00fcsste. abwiegelnde handbewegung gab&#8217;s retour, sonst weiter keine versuche.<\/p>\n<p><em>samstag, 7. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nwar mal wieder eine nonverbale gespr\u00e4chser\u00f6ffnung beim rewe hinter der kasse. bin besch\u00e4ftigt, den einkaufswagen auszur\u00e4umen, \u00e4ltere dame (typ &#8222;liebe omi&#8220;) n\u00e4hert sich und m\u00f6chte sich richtung ausgang durchschl\u00e4ngeln. ich schieb den wagen kurz beiseite, l\u00e4chle, und ein kurzer profaner plausch \u00fcber die samst\u00e4gliche supermarktf\u00fclle ergab sich.<br \/>\nvorher noch als einziger an der kasse f\u00fcr kurze zeit in aller ruhe die waren auf das band gelegt und das alles mit der kassiererin noch so angenehm wie m\u00f6glich gestaltet: &#8222;lassen sie sich ruhig 35 minuten zeit, dann habe ich feierabend.&#8220; &#8211; &#8222;na, dann gebe ich mir mal m\u00fche in zeitlupe.&#8220; hielt ich aber nicht lange durch &#8211; bis die n\u00e4chste kundin kam, sozusagen.<\/p>\n<p><em>sonntag, 8. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nmein erstes mal im \/ auf \/ am \/ beim klunkerkranich, und man kann nicht behaupten, dass es wirklich leer gewesen w\u00e4re. ein gespr\u00e4ch mit fremden hat sich dort auch nicht ergeben. nur das normale erkundigen, ob da noch ein platz frei w\u00e4re (war er) und dann die chance ergriffen, als direkt gegen\u00fcber was frei wurde. lustigerweise sa\u00dfen die freundinnen der dame, die gerade aufgestanden war, noch da, die das auch lachend kommentierten &#8211; weggenommen hatten wir ihn ihr schlie\u00dflich nicht.<br \/>\nentgegen meiner ank\u00fcndigung eines baldigen zwischenstandes werde ich den doch erst zur halbzeit zum besten geben, wenn diese vermeintlichen erlebnisberichte aus dem alltag sich auch f\u00fcr mich zu sehr wiederholen und mir der sinn nach mehr substanz steht.<\/p>\n<p><em>montag, 9. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nnichts berichtenswertes, da keinen richtigen versuch unternommen. irgendwie paradox bei dem fr\u00fchlingshaften wetter und der somit drau\u00dfen verbrachten mittagspause.<br \/>\nein l\u00e4cheln ging mir gegen\u00fcber einer jungen dame \u00fcber die lippen, als wir beide merkten, dass die am s-bhf hackescher markt eingefahrene s-bahn nur bis ostbahnhof fuhr. wurde nicht wirklich erwidert, die dame kam mir auch etwas im stress vor und besch\u00e4ftigte sich direkt wieder mit ihrem smartphone.<\/p>\n<p><em>dienstag, 10. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nmag es die magere ausbeute vom vortag oder nur die tagesform gewesen sein &#8211; sei es drum. mich erstaunt mehr, dass sich alle gelegenheiten im personennahverkehr ergaben.<br \/>\nnumero eins wieder auf dem bahnsteig des hackeschen markts, auf dem richtung osten zwei pylonen (alias &#8222;verkehrsh\u00fctchen&#8220;) standen. eine roma kam mir entgegen und muss wohl meinen etwas erstaunten blick mitbekommen haben. die er\u00f6ffnung ging von ihr aus: &#8222;was ist das?&#8220;, worauf ich nur ein &#8222;da kann man nur staunen.&#8220; entgegnete. dabei belie\u00df ich es dann auch.<br \/>\nnumero zwei zwischen ostbahnhof und warschauer stra\u00dfe. herr mit campingstuhl stellt sich neben mich vor die t\u00fcr, die an der warschauer stra\u00dfe aufgehen wird. ich biete ihm meinen stammplatz an der seite der t\u00fcr mit der glasscheibe an, da man sowohl sich als auch gep\u00e4ck dort gut unterbringen kann. lehnte er aber ab, da das auch so ginge und vertiefte sich wieder in sein smartphone. auch sonst machte er keine anstalten, gro\u00df interagieren zu wollen, aber das mit dem ein- und aussteigen funktionierte tats\u00e4chlich.<br \/>\nnumero drei kurz vor dem aussteigen am ostkreuz mit einem touristen aus spanien. in der gruppe unterwegs und bei voller s-bahn mit koffer schon nach einem weg nach drau\u00dfen suchend. war nicht weiter spektakul\u00e4r: ich sagte ihm nur auf englisch, dass ich auch raus m\u00fcsste und deutete damit quasi an, dass er die gasse hinter mir nutzen k\u00f6nne. auch das ging alles letztendlich unkomplizierter ab als es anfangs den anschein hatte.<\/p>\n<p><em>mittwoch, 11. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nf\u00e4llt unter die kategorie &#8222;soll f\u00fcr heute erf\u00fcllt&#8220;: aldi, einkaufswagen steht im gang etwas im weg und dessen tempor\u00e4re besitzerin daneben. hab dann nur angek\u00fcndigt, dass sie sich nicht wundern soll und ich ihren wagen etwas beiseite schiebe &#8211; mehr nicht.<br \/>\nquasi als schocktherapie habe ich mich jedoch heute bereiterkl\u00e4rt, bei einer betrieblichen vollversammlung am freitag kurz den arbeitsablauf meines bereiches zu skizzieren &#8211; das sind jeweils zwei sitzungen mit jeweils ca. 100 besuchern. das letzte mal reden vor nicht ann\u00e4hernd so viel publikum war im master-studium, allerdings auch mit wesentlich l\u00e4ngerer zeit zum f\u00fcllen.<\/p>\n<p><em>donnerstag, 12. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nwieder mal die &#8222;be berlin&#8220;-charmeoffensive. mittagspause, ehepaar mittleren alters steht mit stadtplan auf der spandauer stra\u00dfe mit stadtplan. auf englisch gefragt, ob ich helfen k\u00f6nne, und in der tat suchten sie die haltestelle f\u00fcr den sightseeing-bus, der praktischerweise direkt vor dem geb\u00e4ude h\u00e4lt, in dem ich arbeite. hat zwar etwas gebraucht, ehe ich mich daran erinnerte, aber nun ja. bis das soweit war, fragte ich nach der richtung, in die sie fahren wollten (brandenburger tor), damit ich sie nicht auf die falsche stra\u00dfenseite schicke.<br \/>\nbedenken, dass dies weit weg sein k\u00f6nne, lie\u00dfen sich schnell beseitigen, da der bus nicht mal 30 meter von der ampel entfernt h\u00e4lt. scheint auch funktioniert zu haben &#8211; jedenfalls habe ich die beiden auf dem r\u00fcckweg von meiner mittagspause nicht mehr gesehen.<\/p>\n<p><em>freitag, 13.m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nder tag der vollversammlung unseres standortes und somit eine art lackmustest, was die letzten wochen so bewirkt haben. nat\u00fcrlich ist zwei, drei minuten lang reden vor publikum nicht viel, andererseits bin ich ganz gut darin, mich in details zu verzetteln, wenn ich \u00fcber etwas rede, das weite teile meines alltags einnimmt. vermeiden lie\u00df es sich nicht, dass ich mir vorab eine ganze menge gedanken dar\u00fcber machte, was ich in die kurze zeit packen m\u00f6chte und vor allem wie. so entschied ich mich dazu, eines der erkenntnisse aus dem studium zu beherzigen: lieber l\u00fccken im vortrag lassen und trotzdem versuchen, ihn so interessant zu gestalten, dass raum f\u00fcr nachfragen bleibt. weiterhin ungew\u00f6hnlich: ohne notizen reden und wenigstens die h\u00e4lfte zu improvisieren.<br \/>\nes lief echt passabel. klar hatte ich bei beiden sitzungen an der einen oder anderen stelle einen kleinen h\u00e4nger. aber was fr\u00fcher (also viel fr\u00fcher, weit vor dem start des projekts) nach vortr\u00e4gen noch zu innerlichem kopfsch\u00fctteln gef\u00fchrt h\u00e4tte, warum das nicht besser ging, nehme ich sowas nun von vornherein in kauf, zumal das bei anderen durchaus genauso ist. einen vorteil bringt es, keine zettel zu benutzen und sich nicht permanent auf die pr\u00e4sentation konzentrieren zu wollen: man h\u00e4lt augenkontakt mit dem publikum. zu leise genuschelt scheine ich auch nicht zu haben, einzig etwas bewegung anstatt mehr oder minder auf der stelle zu verharren w\u00e4re noch hilfreich. so ist das mit der neugewonnenen freiheit ohne podium.<br \/>\ngab jedenfalls lob von mehreren seiten, neben manchen kollegen auch vom standortleiter. also durchaus streicheln des egos &#8211; ergo: ja, kann ich durchaus wiederholen.<br \/>\nsonst noch abends in der u9, wobei der anlass auch wirklich eine steilvorlage in form eines alkoholisierten jungen herrn war, dessen stimmung so im halbminutentakt zwischen &#8222;br\u00fcderschaft besiegeln&#8220; und &#8222;bastard zusammentreten&#8220; wechselte. seine (intakte) glasflasche als drohgeb\u00e4rde in der hand half nicht wirklich dabei, die situation einfach ausblenden zu k\u00f6nnen. so entzogen sich manche fahrg\u00e4ste &#8211; unter anderem auch ich &#8211; der situation durch weitergehen in den hinteren teil des waggons. da stand ein paar neben mir, mit denen ich kurz die situation analysierte. zugegebenerma\u00dfen aus dem beweggrund heraus, die durchaus vorhandene anspannung f\u00fcr eine station zu \u00fcberbr\u00fccken, bis ich an der leopoldstra\u00dfe ausstieg. der herr hatte noch andere substanzen au\u00dfer alkohol in verdacht, was ich durchaus plausibel fand. ich war nur froh, dass der stresser mit seinem begleiter am bahnhof leopoldstra\u00dfe nicht ausstieg und bis zum stattbad nichts weiter passierte.<\/p>\n<p><em>samstag, 14. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nstaub, tanzfl\u00e4che, savas pascalidis spielt, ein junger herr in sichtweite mit shazam auf dem smartphone. hingegangen, ihm gesagt, dass das planetary assault systems ist. er fragt w\u00e4hrend des eintippens nach dem track, &#8222;surface noise&#8220;, ich sag ihm noch das label (peacefrog), er freut sich, weil das so eine sch\u00f6ne nummer ist, die sich ins hirn schraubt. kann er ja jetzt auf die jagd gehen, der bildungsauftrag war f\u00fcr den abend jedenfalls erledigt.<\/p>\n<p><em>sonntag, 15. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nan sich nichts zu berichten, da ich bei dem grau in grau keinen fu\u00df vor die t\u00fcr setzen wollte. mit einer menge guten willen kann man es als smalltalk-versuch gelten lassen, dass wir nach der staub eine kleine gem\u00fctliche afterhour hatten, auf der ich f\u00fcr ein kleines publikum im raume auflegte (ja, tats\u00e4chlich platten). im publikum dabei eine mir nur im blank fl\u00fcchtig bekannte dame, mit der ich zwischen der einen und der n\u00e4chsten platte kurz \u00fcber umfang und systematik meiner sammlung redete. und ja, die ist tats\u00e4chlich f\u00fcr neue g\u00e4ste hier tats\u00e4chlich regelm\u00e4\u00dfig ein aufh\u00e4nger.<\/p>\n<p><em>montag, 16. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nwieder mal &#8222;be berlin&#8220;, nur dass die dame mit koffer, der ich am alexanderplatz weiterhelfen wollte, den weg zu ihrem hotel bereits gefunden hatte, als ich fragte. hab dabei aber gemerkt, dass an der theorie, sich nicht l\u00e4nger als zwei sekunden zum ansprechen zeit zu lassen, \u00fcberaus etwas dran ist. glaube, ich lag bei der bedenkzeit sogar etwas &#8211; wenn auch unwesentlich &#8211; dr\u00fcber.<\/p>\n<p><em>dienstag, 17. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nmittlerweile gleichen sich die szenarien und als gespr\u00e4ch(e) kann man&#8217;s eigentlich auch nicht z\u00e4hlen. mittagspause, begleitung f\u00fcr kolleginnen zum snack-holen und dabei vermeintlich den eindruck erweckend, in einer schlange zu stehen. die bedenken habe ich in aller k\u00fcrze zu zwei verschiedenen gelegenheiten in zwei verschiedenen shops ausger\u00e4umt, mehr nicht.<\/p>\n<p><em>mittwoch, 18. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nd\u00e9j\u00e0-vu zum x-ten: supermarktkasse, warentrenner noch nicht bis zur dame vor mir und meiner wenigkeit durch. als einer in reichweite war, habe ich mir den geschnappt und nur kurz gemeint, dass das dann auch erledigt w\u00e4re. sie holte sich einen weiteren und legte den zwischen die lebensmittel ihrer vorg\u00e4ngerin und ihrer eigenen und meinte dann nur in meine richtung &#8222;ich jetzt auch.&#8220;<br \/>\nl\u00e4cheln beiderseits, das war&#8217;s.<\/p>\n<p><em>donnerstag, 19. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nda blieb es am hackeschen markt beim versuch, zwei ratlosen touristinnen helfen zu wollen. die waren beide so in ihre karte vertieft, so dass ich deren aufmerksamkeit, w\u00e4hrend ich in ihrem r\u00fccken stand, auch nicht bekam &#8211; es sei denn, ich h\u00e4tte noch etwas lauter gefragt. da der erste versuch aber schon moderat laut war, dachte ich mir, es auch dabei belassen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>freitag, 20. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nkann man strenggenommen noch zum donnerstag z\u00e4hlen. about blank, w\u00e4hrend des sets von fr. jpla. ich kann das label einer platte im dunkeln nicht so erkennen, schalte die led auf dem smartphone an, das ging dann so besser.<br \/>\neine neben mir tanzende meinte, dass man das so aber nicht macht, um den dj nicht aus dem konzept zu bringen. klar h\u00e4tte ich auch fragen k\u00f6nnen, aber da fr. jpla mit beiden seiten des kopfh\u00f6rers besch\u00e4ftigt war, den n\u00e4chsten track einzupitchen, dachte ich mir, dass es auch so ginge (und nat\u00fcrlich war&#8217;s so). da die dame das sowieso alles andere als ernst meinte, konnte ich auch kurzzeitig den egoistischen deckshark mimen, der nur an die information wollte. bei dem kurzen augenblick blieb es dann.<br \/>\nach ja, es war die w.i.r.e. &#8211; encounter auf mord.<\/p>\n<p><em>samstag, 21. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nwie f\u00fcr den freitag kann man das wiederum zum freitag z\u00e4hlen, und dann auch noch im gewohnten territorium, wobei ich beide male angesprochen wurde. beide male in der panorama bar, lustigerweise an der gleichen stelle sitzend, dann auch noch nacheinander und (um dem ganzen noch die krone aufzusetzen) ging es mehr oder minder sogar fast um die gleichen themen: beides waren raucher, der eine geht nur noch selten weg (der job), der andere raucht unter der woche nur eine zigarette pro tag, daf\u00fcr am wochenende beim ausgehen umso mehr. bei letzterem war ein neben uns sitzender typ, der eigentlich ins bett geh\u00f6rt h\u00e4tte, der aufh\u00e4nger und eine kurze fragende geste seinerseits, ob der zu mir geh\u00f6rt (tat er nicht). daraufhin wechselte ich den sitzplatz und blieb dann auch wenigstens 15-20 minuten sitzen, um \u00fcber das rauchen und nat\u00fcrlich das berghain als gesamtkonzept zu philosophieren &#8211; was man dort eben als einstieg so macht.<\/p>\n<p><em>sonntag, 22. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nschon wieder die panorama bar, fast die gleiche stelle wie am tag zuvor. werde wieder angesprochen, diesmal war aber weniger rauchen das thema, sondern tats\u00e4chlich musik. der junge herr war eher durch hiphop sozialisiert, empfand techno zum feiern jedoch als angenehmer. er begegnete mir auch noch sp\u00e4ter w\u00e4hrend pev &amp; kowton und wollte mich noch auf der tanzfl\u00e4che in ein gespr\u00e4ch verwickeln. da war ich eher kurz angebunden, weil mich das auch als gast nervt, wenn zwei oder mehr sich damit zum block auf der tanzfl\u00e4che entwickeln.<br \/>\nsp\u00e4ter (und ja, da bin ich ein wenig stolz drauf) verhalf ich einem italiener noch zur identifikation eines tracks. nachdem es verbal aufgrund der lautst\u00e4rke nicht klappte und er auch nicht so recht zu wissen schien, was ich eigentlich von ihm wollte, nachdem ich ihn mit shazam sah, hielt ich ihm das smartphone-display mit dem discogs-eintrag vor die nase. den wollte er abfotografieren, pulte extra seinen aufkleber von der kamera (man erinnert sich: berghain, fotoverbot&#8230;). es brauchte drei, vier anl\u00e4ufe, ihm zu verklickern, dass ich ihm das auch eintippen kann, weil er rausfliegen w\u00fcrde, wenn jemand ihn erwischt (und wom\u00f6glich auch mich als quasi-beihelfer). das sah er dann irgendwie ein und ich konnte es eintippen.<br \/>\nwar \u00fcbrigens &#8222;technic&#8220; von parallel 9 auf a.r.t.less.<\/p>\n<p><em>montag, 23. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nnichts zu berichten, war nach dem wochenende wohl etwas mundfaul. mit etwas gutem willen kann ich ja einen der beiden herren vom sonntag zum montag z\u00e4hlen.<\/p>\n<p><em>dienstag, 24. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\ntram-haltestelle hackescher markt, h\u00f6he der filiale der berliner bank. ein p\u00e4rchen studiert das fahrplan-netz ziemlich lange, so dass ich nach einer halben minute doch mal interveniere.<br \/>\ndie beiden wollten zum alexanderplatz. klar h\u00e4tten sie da auch die s-bahn nehmen k\u00f6nnen, aber es gibt auch genauso gut die zweite tram-station um die ecke grob in richtung dgb-geb\u00e4ude. da hab ich die beiden hingeschickt, sind ja auch nur zwei stationen.<\/p>\n<p><em>mittwoch, 25. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nschon wieder nichts zu berichten, es hat sich einfach nicht die gelegenheit ergeben &#8211; kann aber auch sein, dass der arbeitstrott der woche meine sinne etwas vernebelte.<\/p>\n<p><em>donnerstag, 26. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\nerneut wurde ich angesprochen: am s-bhf friedrichstra\u00dfe, wieder touristen, die auch zum alexanderplatz wollten (was wollen die eigentlich alle da? so wahnsinnig attraktiv ist dieser platz nicht.) und mich fragten, ob die richtung richtig sei, die sie sich ausgesucht hatten. war sie, die info, dass sie nur zwei stationen zu fahren h\u00e4tten, gab&#8217;s gratis obendrauf.<\/p>\n<p><em>freitag, 27. m\u00e4rz 2015<\/em><br \/>\ns-bahnhof hackescher markt, nach feierabend. schon an der rolltreppe f\u00e4llt mir eine j\u00fcngere dame auf, die l\u00e4ngere zeit in den plan mit dem vbb-netz schaut. an sich h\u00e4tte ich da schon fragen k\u00f6nnen, aber so kurz vor der rolltreppe l\u00e4uft man gefahr, andere zu blockieren.<br \/>\nalso hoch, sie hinter mir auf der rolltreppe, kommt ein paar sekunden nach mir auf den bahnsteig. dort wieder der ge\u00f6ffnete plan. und an der stelle dachte ich mir so, dass das mit dem k\u00fcrzeren z\u00f6gern beim ansprechen in den letzten wochen schon besser geklappt h\u00e4tte. ehe ich den augenblick v\u00f6llig verpasse, frage ich aus sicherer distanz auf englisch, ob ich helfen kann. an sich brauchte sie nur eine best\u00e4tigung, ob sie in der richtung zum (wer h\u00e4tte das gedacht?) alexanderplatz k\u00e4me. nat\u00fcrlich lag sie da richtig, die n\u00e4chste station war ihre, somit wieder ein kapitel aus &#8222;be berlin&#8220; abgeschlossen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">projektevaluation<\/span><\/p>\n<p>es wird nach gut drei jahren mal zeit, sich der frage zu stellen, ob das alles etwas gebracht hat. wer sich fragt und es genau haben m\u00f6chte, warum in der woche vor ostern keine aktualisierungen mehr kamen: typisches problem seit teenager-tagen &#8211; frau nach vorheriger unterhaltung (die nicht auf dem projekt basierte, sondern sich im berghain einfach so ergeben hat) nicht nach der nummer gefragt und damit nat\u00fcrlich gleich angenommen, dass der vorlauf nichts gebracht h\u00e4tte.<\/p>\n<p>es war beides: selbsterfahrung und soziologische beobachtung. wie bereits erw\u00e4hnt: bereits vor drei jahren war der smartphone-wahn pr\u00e4sent, der vielen im \u00f6pnv oder auch auf der stra\u00dfe ihren sicherheitskokon verschafft (wahlweise auch zeitung oder buch). w\u00fcrde ich von mir selbst ausgehen, w\u00e4re mir in dem augenblick auch nicht unbedingt danach, gest\u00f6rt zu werden, wobei ich es abh\u00e4ngig machen w\u00fcrde, von wem, wie und wof\u00fcr.<\/p>\n<p>da sind wir genau bei dem bereits eingangs beschriebenen punkt mit dem smalltalk: da ich das nie gelernt und daf\u00fcr auch nicht so recht etwas \u00fcbrig habe, liefere ich bei einer aus dem nichts gestarteten unterhaltung einen etwas gezwungenen subtext mit. keine frage, das geht bei entsprechend guter tagesform auch mal, aber in der regel ben\u00f6tige ich einen aufh\u00e4nger und am besten noch ein gemeinsames thema. das sollte nicht etwas profanes wie das wetter oder eine \u00fcberf\u00fcllte, zu sp\u00e4t gekommene bahn sein &#8211; zumindest ich w\u00fcrde das thema nicht darauf lenken wollen.<\/p>\n<p>es ist jedoch anders, wenn ich angesprochen werde: da spiele ich ganz gerne mal mit, bzw. meistens sind das eh fragen nach dem weg, womit sich der helferkomplex auch sehr gut bedienen l\u00e4sst. zweckgebundene, gar zielf\u00fchrende unterhaltungen sind also eher meine sache, anstatt sie nur um ihrer selbst willen zu f\u00fchren. das kann faktenorientiert sein (als detailverliebter besonders wichtig), kann aber auch dazu dienen, mehr \u00fcber sein gegen\u00fcber zu erfahren, wobei\u00a0ich noch am feinschliff f\u00fcr offene fragen arbeite.<\/p>\n<p>was ich aus den f\u00fcnf wochen mitgenommen habe:<\/p>\n<p>ich bin nicht der einzige, der sich unterwegs einigelt. das ist aber kein grund, dies zu perfektionieren. vielmehr sehe ich zu, dass ich meinen blick lieber vom smartphone abwende und durch die gegend schweifen lasse. dies war allerdings auch vorher schon so. das projekt hat nur den blick daf\u00fcr gesch\u00e4rft, dass viele es nicht darauf anlegen.<\/p>\n<p>sich trauen ist durchaus ok, aber es hilft nichts, einen nicht zu mir geh\u00f6renden wesenszug aus dem nichts zu erschaffen. klar, das smalltalken wird wie viele dinge zu dem geh\u00f6ren, was man lernen kann. aber das geht nicht von jetzt auf gleich und ich mag mir auch keine allerweltsfloskeln antrainieren. es w\u00e4re einfach nicht authentisch. stattdessen bin ich eher der reaktive typ: das m\u00f6gen situationen sein, wenn man sie zuf\u00e4llig gleichzeitig erlebt oder eben gemeinsame themen, wenn man sich schon ein paar takte lang kennt oder sich an orten mit klarem thematischen bezug begegnet (club, plattenladen, ausstellung usw.). dann klappt das auch mit dem setzen von themen &#8211; deren findung geht (gerade in alltagssituationen) nicht von jetzt auf gleich. diesem aber zeit zu geben und (gerade von mir selbst) in der hinsicht nicht zu viel auf einmal erwarten zu wollen, ist etwas, das ich gerne aus dem projekt mitnehme.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>und nun etwas komplett anderes als club-termine mit anschlie\u00dfenden res\u00fcm\u00e9es &#8211; es wird sogar richtiggehend pers\u00f6nlich. auch wenn der gemeine berliner als karnevalsmuffel bekannt ist, sind ihm begriffe wie &#8222;fastnacht&#8220; doch nicht fremd. f\u00fcr mich hat sich das mit einer zurkenntnisnahme erledigt, auch wenn mir der religi\u00f6se hintergrund des fastens gel\u00e4ufig ist. im hinterkopf hatte&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[1,11,5],"tags":[],"class_list":["post-3589","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interna","category-notizen","category-stadtleben"],"modified_by":"stype","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3589","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3589"}],"version-history":[{"count":27,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3589\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4809,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3589\/revisions\/4809"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3589"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3589"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3589"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}