{"id":3784,"date":"2015-08-15T11:05:52","date_gmt":"2015-08-15T09:05:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=3784"},"modified":"2015-09-29T22:49:58","modified_gmt":"2015-09-29T20:49:58","slug":"london-15-08-2015-fabric","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2015\/08\/15\/london-15-08-2015-fabric\/","title":{"rendered":"[london \/ 15.08.2015] fabric"},"content":{"rendered":"<p>wenn ich schon in berlin in die l\u00e4den gehe, die bei den touristen hoch im kurs stehen, kann ich das als tourist selber auch. interessant nur, dass mit marcel dettmann und scuba dann gleich zwei namen auf dem programm stehen, die gleich ein gewisses gef\u00fchl von heimat (lesen als: &#8222;in der heimat schon x male geh\u00f6rt&#8220;) vermitteln.<br \/>\nmal schauen, was der club aus seinen vorschusslorbeeren so macht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?attachment_id=3785\" rel=\"attachment wp-att-3785\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3785\" src=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2015\/08\/fabric20150815.jpg\" alt=\"fabric20150815\" width=\"1042\" height=\"1459\" data-id=\"3785\" srcset=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2015\/08\/fabric20150815.jpg 1042w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2015\/08\/fabric20150815-214x300.jpg 214w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2015\/08\/fabric20150815-731x1024.jpg 731w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2015\/08\/fabric20150815-900x1260.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 1042px) 100vw, 1042px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">nachbetrachtung<\/span><\/p>\n<p>da es mit dem vorab-ticket \u00fcber residentadvisor nicht geklappt hat, war ich recht fr\u00fch vor mitternacht da. man kennt ja die szenen, die sich vor den clubs abspielen, die bei eben genanntem informationsportal in der jeweiligen region auf den ersten pl\u00e4tzen stehen. und keine sorge, der vergleich mit dem berghain kommt noch fr\u00fch genug, ich nehme das trouw allerdings noch mit dazu.<\/p>\n<p>anstehen musste ich daf\u00fcr quasi gar nicht, h\u00f6chstens einen herrn vor mir bei der security abwarten. notwendig \u00fcberall in london beim ausgehen: der ausweis. es gibt direkt danach auch eine schleuse, bei der man fotografiert wird. taschen zur kontrolle abgeben, sich abtasten lassen, kennt man mittlerweile auch aus berlin, ist auch ok. \u00fcberm\u00e4\u00dfige freundlichkeit erwarte ich da nicht, geht im fabric auch noch klar, im trouw wurde mehr im dialog gearbeitet.<br \/>\ntaschen m\u00fcssen abgegeben werden, insofern ist man kurz nach dem eintritt mal eben 24 britische pfund los (22 f\u00fcr das ticket, es gibt keinen stempel, also sollte man besser drin bleiben, wenn man nicht nochmal bezahlen m\u00f6chte, sowie 2 f\u00fcr die garderobe).<\/p>\n<p>vorteil der fr\u00fchen ankunft: es war &#8211; wie allerorten \u00fcblich &#8211; noch nicht so viel los. insofern lie\u00df sich der club in ruhe erkunden. toll daran ist die anzahl der verschachtelten g\u00e4nge und ebenen, welche das fabric zu einem kleinen labyrinth machen. raum 3 war ja leider nicht offen, das w\u00e4re noch interessant gewesen, wo der sich genau befindet.<br \/>\ntolles design auch bei den toiletten, bzw. dem raum mit den waschbecken. und der dj-arbeitsplatz ist sowohl in raum 1 als auch 2 beispielhaft. shure-nadeln an den technics (m44\/7 oder whitelabel), wenigstens drei cdjs, keine penetrante, aber ausreichende beleuchtung und auf kopfh\u00f6he h\u00e4ngende monitore. in raum 1 sogar zwei setups mit insgesamt vier technics, von denen zwei an einem normalen xone:92, die anderen beiden an einem rotary-mixer von allen&amp;heath hingen (craig richards spielte sp\u00e4ter damit). in beiden r\u00e4umen gibt es separate b\u00fchnen f\u00fcr die live-acts, die aber auch vom publikum in beschlag genommen werden k\u00f6nnen, wenn die sonst nicht gebraucht werden.<br \/>\nau\u00dferdem gut: die sitzgelegenheiten am rande von raum 2 beim \u00fcbergang zu den toiletten \/ der bar \/ raum 1, die auch dezent mitbeschallt werden. ach ja, die beschallung: vielgelobt wurde die anlage im voraus ja, zu beginn des abends fand ich das jedoch (zumindest in raum 2) nicht so berauschend. \u00e4nderte sich aber bei steigendem f\u00fcllgrad sehr zum positiven &#8211; sch\u00f6n ausdefinierter, satter, warmer bass, der den rest auch etwas dominiert. finde ich pers\u00f6nlich jedoch nicht schlimm.<\/p>\n<p>ansonsten wirkt der club etwas steril und mit den backsteinen wie das matrix anno 2001 (was damals noch ein technoclub war, sollte noch dazugesagt werden). die st\u00e4ndig pr\u00e4senten runner haben daran ihren anteil, und irgendwie kann man sich daran gew\u00f6hnen, dass glasscherben nicht existent sind. daf\u00fcr muss man eben damit leben, dass man sein kaltgetr\u00e4nk in einem plastikbecher bekommt. <del>einzige nicht-alkoholische getr\u00e4nke neben wasser (es gibt \u00fcbrigens auch gratis-wasser, bei dem chlorgehalt allerdings offensichtlich aus der leitung) scheinen drei red-bull-varianten zu sein, andererseits habe ich es auch nicht probiert, mir eine cola zu bestellen.<\/del> (nachtrag vom 29. september 2015: nicht-alkoholische kaltgetr\u00e4nke gibt es in l\u00e4den wie dem xoyo aus schl\u00e4uchen, das wird im fabric auch nicht anders sein, daher ist der vorherige satz hinf\u00e4llig.) weiterer pluspunkt: das konsequente rauchverbot. den raucherraum hab ich nicht finden k\u00f6nnen, war f\u00fcr mich als nichtraucher aber auch unerheblich.<br \/>\nwesentlich gr\u00f6\u00dferen anteil an der sterilit\u00e4t haben jedoch die securities, davon mindestens zwei pro floor, die in ihren westen auch nicht zu \u00fcbersehen sind. daf\u00fcr gibt es gleich mehrere gute gr\u00fcnde: erstmal scheint es in londoner clubs ein grundlegendes problem mit dem diebstahl von telefonen und ein noch gr\u00f6\u00dferes mit \u00fcbergriffigem verhalten zu geben. au\u00dferdem lassen sie keine unautorisierten fotos oder videos zu, daher greifen sie zu beginn des abends auch schon mal bei leuten durch, die mit ihrem telefon die leute fotografieren oder filmen. mit zunehmender dauer des abends scheint das aber unm\u00f6glich zu werden &#8211; w\u00e4hrend neil landstrumms set fielen mir alleine sechs leute (gleichzeitig) auf, die munter filmten. in den meisten f\u00e4llen d\u00fcrfte dabei \u00fcbersteuerter, verwackelter schrott herausgekommen sein, aber jeder wie er mag. warum sollen sich die meisten darum scheren, wenn schon eine hausfotografin selbst fotos macht? ist also nicht wirklich konsequent zu ende gedacht, zumindest an diesem ende.<br \/>\nleider auch nicht an anderen. ich hab mich st\u00e4ndig beim gang durch den club gefragt, wie es sein kann, so ein geschmackssicheres musikalisches (und auch \u00e4sthetisches) konzept wie mit der fabric-mix-cd-reihe, aber auch mit houndstooth als haus-und-hof-label, mit einer quasi nicht existenten t\u00fcrpolitik zu verw\u00e4ssern, die leute in den club sp\u00fclt, bei denen ich vermute, dass sie ihren teil zu den oben genannten problemen beitragen. h\u00e4tte ich etwas zu entscheiden gehabt, w\u00e4re ein drittel der leute nicht reingekommen, wobei man sich an hemd- oder anzugtr\u00e4ger in london wohl gew\u00f6hnen muss. aber es ist offensichtlich, dass einige dabei waren, die das ausgehen eher als sport zum abschleppen begreifen und sich nicht im klaren dar\u00fcber sind, dass das in der szene nie das vorherrschende thema war. gut, man kann nun argumentieren, dass das eben der lauf der dinge und techno kein nischenprodukt wie vor 15 jahren mehr ist. andererseits kann es auch nicht zuviel verlangt sein, sich bei der clubauswahl schon mal vorab zu informieren, worauf die szene eigentlich so basiert.<br \/>\ninsofern sieht man im fabric auch einige gestylte herren mit sonnenbrille und gel im haar, \u00fcberhaupt (vielleicht kam es mir auch nur so vor) herrscht ein ziemlicher \u00fcberschuss an typen. frauen sieht man aus guten gr\u00fcnden entweder mit ihrem m\u00e4nnlichen oder weiblichen anhang. meinem eindruck nach schon etwas stylish, aber noch nicht \u00fcberkandidelt. das testosteron ist im club jedoch schon fast greifbar und die lgbt-vertreter meinem eindruck nach quasi nicht pr\u00e4sent. dementsprechend wirkte es sich jedenfalls auf meinen eindruck der atmosph\u00e4re aus: aufgrund der st\u00e4ndigen pr\u00e4senz des personals mit den &#8222;is your phone safe?&#8220;-shirts und anderen alphatieren auf der tanzfl\u00e4che kam so etwas wie ein wohlf\u00fchlfaktor &#8211; der komischerweise im trouw gleich nach zwei, drei minuten vorhanden war &#8211; nicht auf. zwar gehen die leute an den passenden stellen toll mit (arme in der luft, johlen bei einsatz der bassdrum, da m\u00fcssen die berliner erst wieder hinkommen), aber von fremden mal ein l\u00e4cheln zu bekommen (ja, das geht im berghain und im trouw sehr gut), ist auch eher gl\u00fcckssache. kann aber auch an mir gelegen haben. mit der umgeh\u00e4ngten g\u00fcrteltasche unter dem arm auf meine wertsachen achtend konnte ich mich auch nicht so lockermachen.<\/p>\n<p>komme ich mal wieder zu den positiven aspekten: musikalisch fand ich&#8217;s ansprechend bis super. &#8222;ansprechend&#8220; trifft eher auf raum 1 zu, in dem mr top hat &amp; alfie sowie scuba techhouse ohne nennenswerte erkennungsmerkmale spielten. craig richards fand ich in der kurzen zeit, die ich ihn dort h\u00f6rte, noch am besten. neils set fand ich zwar auch besser als die meisten seiner ver\u00f6ffentlichungen in der letzten zeit, hatte aber auch einige treffsichere uk-rave-zitate dabei und eher weniger seiner verzerrten chicago-reminiszenzen aus seinen fr\u00fchen sativae- bzw. tresor-zeiten. dennoch \u00e4ndert sich nach wie vor alle vier takte was im set, es bleibt somit immer vital, jedoch fehlt irgendwie der biss aus fr\u00fcheren tagen.<br \/>\nwesentlich mehr zeit verbrachte ich in raum 2, was nicht nur an marcel dettmann (auch ausw\u00e4rts in gro\u00dfer form), sondern auch am duo gamble \/ morelli lag, die in den ersten vier stunden back2back spielten und sich dabei auf einen herrlichen rauhen sound einigen konnten (beispiele: &#8222;skippah&#8220; von substance\/pete, &#8222;faces drums 2&#8220;\u00a0 auf muzique oder &#8222;buck!&#8220; von james t. cotton). wenn jemand der mitlesenden hier fabricfirst-mitglied ist und die beiden sets verf\u00fcgbar gemacht werden, w\u00e4re ich sehr gl\u00fccklich dar\u00fcber, dann kurz informiert zu werden.<\/p>\n<p>nachtrag, 29. september 2015: zwei stunden vom dettmann-set sind dankenswerterweise vom fabric selbst hochgeladen, l\u00e4sst sich hier nachh\u00f6ren:<br \/>\n[soundcloud url=&#8220;https:\/\/api.soundcloud.com\/tracks\/225349801&#8243; params=&#8220;color=ff5500&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&#8220; width=&#8220;100%&#8220; height=&#8220;166&#8243; iframe=&#8220;true&#8220; \/]<\/p>\n<p>gegangen bin ich gegen 7h30, nachdem herr dettmann in raum 2 etwas \u00fcberstunden machen durfte. besonderes bed\u00fcrfnis, mir noch den rest von scuba anzuh\u00f6ren oder generell noch l\u00e4nger bleiben zu wollen, hatte ich nicht.<\/p>\n<p>w\u00fcrde ich wiederkommen?<br \/>\nso schnell erstmal nicht. zwar war es gut, sich das fabric mal angeschaut zu haben, aber umgerechnete gut 30 euro eintritt sind mir das nicht alle tage wert. sicher war der auch im trouw nicht niedrig, aber da stimmte der vibe. die leute waren offener, die security eher feiernder- als beobachtenderweise ein teil des clubs und vip-bereiche durch anmietbare tische nicht vorhanden &#8211; trotz angeschlossenem restaurant. das trouw hatte jedoch eine einlasspolitik mit klar vorher definierten regeln und wirkte auf mich irgendwie bodenst\u00e4ndiger als das fabric, wo ich irgendwie das ungute gef\u00fchl hatte, dass profit generiert werden muss &#8211; was schade ist. inhaltlich k\u00f6nnten sie es sich leisten, mehr kante gegen\u00fcber denjenigen zu zeigen, die man nicht mal als zaung\u00e4ste dabei haben m\u00f6chte. aber vielleicht ist das auch nur zu elit\u00e4r von mir gedacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>wenn ich schon in berlin in die l\u00e4den gehe, die bei den touristen hoch im kurs stehen, kann ich das als tourist selber auch. interessant nur, dass mit marcel dettmann und scuba dann gleich zwei namen auf dem programm stehen, die gleich ein gewisses gef\u00fchl von heimat (lesen als: &#8222;in der heimat schon x male&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[5,6],"tags":[],"class_list":["post-3784","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-stadtleben","category-terminkalender"],"modified_by":"stype","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3784","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3784"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3784\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3825,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3784\/revisions\/3825"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3784"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3784"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3784"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}