{"id":4497,"date":"2017-08-01T14:46:20","date_gmt":"2017-08-01T12:46:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=4497"},"modified":"2017-10-15T20:18:43","modified_gmt":"2017-10-15T18:18:43","slug":"olganitz-04-06-08-2017-nachtdigital","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2017\/08\/01\/olganitz-04-06-08-2017-nachtdigital\/","title":{"rendered":"[olganitz \/ 04.-06.08.2017] nachtdigital"},"content":{"rendered":"<p>ein weiteres jubil\u00e4um. nachdem die fusion letztes jahr ihr 20-j\u00e4hriges hatte, ist dieses jahr die nachtdigital dran &#8211; und das mit einem line-up, bei dem ich erstmal wieder die kinnlade aufsammeln musste, als ich das las. ich verlinke erstmal nur ihre website und schreibe nur die namen in die schlagw\u00f6rter, die ich mir im festivalplaner als pflichtbesuch anstreichen werde. die abfolge auf den einzelnen floors gibt es dann wie gewohnt im nachhinein hier.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachtdigital.de\/\">nachtdigital no. 20<\/a><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">ablauf (f\u00fcr diejenigen, die ihn nochmal in klar lesbarer form brauchen, inklusive verz\u00f6gerung und umstellung des line-ups auf der hauptb\u00fchne am samstag)<\/span><\/p>\n<p><strong>open air<\/strong><br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">freitag, 04.08.2017<\/span><br \/>\n20h00 giegling<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">samstag, 05.08.2017<\/span><br \/>\n01h00 klm<br \/>\n02h00 shackleton<br \/>\n03h00 hieroglyphic being<br \/>\n04h00 c&amp;d<br \/>\n07h00 ben ufo &amp; blawan<br \/>\n10h00 marko miloslavljevic<br \/>\n&#8212;<br \/>\n18h30 cologne tape<br \/>\n19h30 scott monteith<br \/>\n20h30 matias aguyao &amp; the desdemonas<br \/>\n21h30 kara-lis coverdale<br \/>\n22h30 aurora halal &amp; ital<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">sonntag, 06.08.2017<\/span><br \/>\n23h30 credit 00 &amp; leibniz<br \/>\n00h00 mon<br \/>\n02h00 jeff mills<br \/>\n04h00 f#x<br \/>\n06h00 morskie oto<br \/>\n09h00 wighnomy brothers<\/p>\n<p><strong>tent<\/strong><br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">freitag, 04.08.2017<\/span><br \/>\n20h00 olaf boswijk<br \/>\n22h00 johanna knutsson<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">samstag, 05.08.2017<\/span><br \/>\n00h00 m\u00f8reti<br \/>\n02h00 neele<br \/>\n04h00 resom<br \/>\n&#8212;<br \/>\n22h00 leif<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">sonntag, 06.08.2017<\/span><br \/>\n00h00 job jobse &amp; wilhelm<br \/>\n03h00 night moves<\/p>\n<p><strong>lake<\/strong><br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">samstag, 05.08.2017<\/span><br \/>\n12h00 tiny places<br \/>\n15h00 lux<br \/>\n17h00 moritz kaiser<br \/>\n&#8212;<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">sonntag, 06.08.2017<\/span><br \/>\n12h00 hw rhapsody<br \/>\n15h00 manamana<\/p>\n<p><strong>ambient stage<\/strong><br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">freitag, 04.08.2017<\/span><br \/>\n20h00 even tuell<br \/>\n22h00 magazine<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">samstag, 05.08.2017<\/span><br \/>\n02h00 birds &amp; tapes<br \/>\n03h00 ital &amp; melrose<br \/>\n07h00 asyl cahir<br \/>\n09h00 onetake<br \/>\n11h00 steffen bennemann &amp; vai<br \/>\n14h00 chris ssg<br \/>\n16h00 jane fizz<br \/>\n18h00 ralf k\u00f6ster<br \/>\n22h00 adel akram<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">sonntag, 06.08.2017<\/span><br \/>\n00h00 michelson<br \/>\n02h00 dj desert niggu<br \/>\n04h00 m\u00f8reti<br \/>\n06h00 deadbeat<br \/>\n08h00 job jobse<br \/>\n10h00 nina &amp; good news<br \/>\n13h00 nikae<br \/>\n15h00 felde<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">nachbetrachtung<\/span><\/p>\n<p>erstmal einsteigen mit zwei residentadvisor-links: einmal den <a href=\"https:\/\/www.residentadvisor.net\/features\/3081\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;wir haben uns alle lieb&#8220;-artikel<\/a>, der die geschichte und die protagonisten des festivals beleuchtet, und die <a href=\"https:\/\/www.residentadvisor.net\/reviews\/21366\">&#8222;five key performances&#8220;<\/a>. auch wenn beide das festival (zurecht) nach wie vor in den h\u00f6chsten t\u00f6nen loben, teile ich die kritischen zwischent\u00f6ne: das \u00fcberambitionierte der jubil\u00e4umsausgabe aus dem ersten artikel, zu dem die bewertung des mills-sets aus dem zweiten artikel passt.<\/p>\n<p>mein fazit daher: insgesamt kriegt die nd20 wie schon die 19er eine 7\/10. vorwegschicken m\u00f6chte ich, dass das alles jammern auf ziemlich bis verdammt hohem niveau ist und ich zu guten teilen auch selbst daran schuld bin, wenn ich blawan vs. ben ufo oder aurora halal verschlafe.<\/p>\n<p>also zum positiven und negativen, gekennzeichnet durch + und -. erstmal mit den kritikpunkten angefangen:<\/p>\n<p>&#8211; ich hatte \u00fcber wirklich weite teile des festivals das gef\u00fchl, dass es musikalisch unter seinen m\u00f6glichkeiten bleibt. ein gro\u00dfer stimmungsd\u00e4mpfer wie letztes jahr mit aisha devi auf der hauptb\u00fchne in der nacht auf freitag zu samstag blieb gottseidank aus. dort war giegling zum reinkommen sch\u00f6n anzuh\u00f6ren. und wenn ich das in meinen ohren zu trocken-zur\u00fcckhaltende set von klm im anschluss mit einbeziehe, war es auch dramaturgisch sinnvoll, kettenkarussell direkt davor zu platzieren und nicht vril. unter normalen umst\u00e4nden w\u00e4re es mir umgekehrt jedoch lieber gewesen.<br \/>\njohanna knutsson war mir im zelt jedoch auch ein bisschen zu verhalten. wenn ich ganz strenge ma\u00dfst\u00e4be anlege, gilt das auch f\u00fcr shackleton, der seine psychedelischen sequenzen zuweilen auch mit wesentlich satteren kicks unterlegt. aber als stachel im line-up (wie samuel kerridge vor drei jahren ca. um die gleiche uhrzeit) fand ich&#8217;s super.<\/p>\n<p>&#8211; das gef\u00fchl des nicht genutzten potentials setzte sich samstag mittag \/ nachmittag irgendwie fort. gegen marko milosavljevic ist nichts zu sagen. der erledigte seine aufgabe mit melodisch-funktionalen tracks als schluss auf der hauptb\u00fchne sehr gut. aber tiny places an der seeb\u00fchne war f\u00fcr mich eine ziemliche durststrecke an belanglosigkeit, bis auf zehn, f\u00fcnfzehn minuten zwischendurch mit etwas acid. da hat lux f\u00fcr meine begriffe die kohlen aus dem feuer geholt und sich damit zu einem meiner favoriten des wochenendes gek\u00fcrt.<br \/>\ndie samstagnacht fiel dann wieder zur\u00fcck in das &#8222;gleich hebt alles kollektiv ab&#8220;-muster, ohne dass die hoffnung wirklich eintrat. tats\u00e4chlich muss ich irgendwie anerkennend sagen, dass die mon mit ihrem hitfeuerwerk auf der hauptb\u00fchne mehr den nerv des publikums trafen als jeff mills im anschluss, der zwar solide arbeit ablieferte (alleine seine arbeit an der 909 kann einem nichts anderes als respekt einfl\u00f6\u00dfen), aber eben auch nicht mehr. alte tracks wie die alte version von &#8222;life cycle&#8220; verpufften und einzig die ersten t\u00f6ne von &#8222;the bells&#8220; holten das publikum aus der reserve. es ist zwar sch\u00f6n zu sehen, dass er unbeirrbar seine entwicklung geht, aber man merkt auch, dass das nicht mehr der brachiale techno wie vor 25 jahren ist, den er damals mit definierte.<\/p>\n<p>&#8211; auch wenn es organisationstechnisch wenig herumzum\u00e4keln gibt, aber das mit den umbaupausen auf der hauptb\u00fchne h\u00e4tte man mit 20 jahren erfahrung schon besser hinkriegen k\u00f6nnen. das waren alleine zwischen giegling und klm mehr als f\u00fcnf minuten. die zweist\u00fcndige verz\u00f6gerung samstag abend auf der hauptb\u00fchne w\u00fcrde ich auch ankreiden, h\u00e4ngt aber wohl mit der umbesetzung des zeitplanes zusammen, wonach cologne tape als erstes dran waren und bands etwas mehr aufwand ben\u00f6tigen als laptop-acts. keine ahnung, wann sich das entschieden hatte, aber vielleicht sehe ich das mit der routine nach 20 jahren auch ein bisschen zu idealistisch.<\/p>\n<p>&#8211; so toll ich die ver\u00e4nderte position der hauptb\u00fchne fand (abstand zum schullandheim, nicht so hoch wie in den jahren zuvor): die empore mit den stufen dahinter war gut gemeint, aber mehr eben auch nicht (mehr h\u00f6henunterschied zwischen den stufen w\u00e4re sch\u00f6n gewesen). so gab es jedoch einen sehr guten durchgang zum ein\/ausgang. mir stie\u00df vielmehr die sehr auf die b\u00fchne gerichtete belichtung auf. ein bis zwei sonnensegel und beamer am rande der tanzfl\u00e4che k\u00f6nnten vielleicht der eher einseitigen ausrichtung des publikums in richtung b\u00fchne entgegenwirken. oder man macht mit dem wald am anderen ufer ein bisschen mehr. trug f\u00fcr mich zum eindruck eines konzertes bei, und f\u00fcr den damit einhergehenden starkult, gegen den techno sich eigentlich mal gerichtet hatte, bin ich wohl zu sehr alte schule.<\/p>\n<p>&#8211; gemessen an der kahlen deko im zelt letztes jahr war die riesige visual-leinwand sowie das auf das publikum zielende licht schon mal ein schritt nach vorne. ungeschlagen bleibt trotzdem der graben von vor zwei jahren, der von den zwei emporen an der seite flankiert worden ist. der hatte auch gleich positivere effekte auf die stimmung und nutzte den platz auch f\u00fcr die kleinw\u00fcchsigeren viel besser aus.<\/p>\n<p>&#8211; ja, wir haben den festivalplaner gelesen, nicht sonderlich viel m\u00fcll produziert und waren mit sonntag 20:30 uhr zu sp\u00e4t. es ist zwar sportlich, auch das noch unterzubringen, wenn der campingplatz bis 20 uhr ger\u00e4umt werden muss. aber wenn man sogar noch die m\u00f6glichkeit schafft, dieses jahr l\u00e4nger bleiben zu k\u00f6nnen, will es mir nicht ganz in den kopf, weshalb man die r\u00fcckgabe nicht einfach mal bis 22 uhr verl\u00e4ngert hat. h\u00e4tte nervige nachfragen und genervte mitarbeiter erspart, die den sonntagabend mit s\u00e4tzen wie &#8222;lies den festivalplaner, mein freund&#8220; genau passend einl\u00e4uten konnten.<\/p>\n<p>genug gemeckert. ab zum positiven:<\/p>\n<p>+ der ableton-workshop war grandios. habe in 15 minuten mehr \u00fcber den umgang mit samples gelernt als jemals erwartet.<\/p>\n<p>+ das drone-set von scott monteith samstag abend auf der hauptb\u00fchne. mich \u00e4rgert&#8217;s sehr, sein dub\/reggae-set als deadbeat auf der ambient-b\u00fchne (ja, tats\u00e4chlich mal wieder) verschlafen zu haben, aber das findet man <a href=\"https:\/\/soundcloud.com\/deadbeat\/reggae-dub-set-nachtdigital-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bei soundcloud, solange es das noch gibt<\/a>.<\/p>\n<p>+ das layout der seeb\u00fchne. da haben io sehr gute arbeit geleistet, indem sie einen holzfu\u00dfboden verlegt und die b\u00fchne an den see versetzt haben. hatte den eindruck, dass so mehr platz f\u00fcr alle blieb und das barfu\u00dftanzen hat&#8217;s auch beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p>+ die \u00f6kotoiletten. zwar leider nur auf dem festivalgel\u00e4nde (oder gab&#8217;s welche beim camping?), aber da werde ich wohl zum fan.<\/p>\n<p>+ das kleinste gr\u00f6\u00dfte kino im wohnwagen war sonntagnachmittag genau richtig.<\/p>\n<p>+ auch wenn manchen die burger zu kalt oder die wraps zu hei\u00df waren: ich kann gegen das catering nichts sagen.<\/p>\n<p>+ gemessen an dem durchgangsverkehr zum festivalgel\u00e4nde, bei dem die security bestimmt tausende male das gleiche mantra mit den flaschen wiederholen musste, fand ich sie \u00fcberraschend geduldig.<\/p>\n<p>+ das closing der wighnomy brothers passte mit ihren faxen wirklich sehr sch\u00f6n zum sonntagmittag.<\/p>\n<p>+ ich konnte das anf\u00e4ngliche kopfsch\u00fctteln \u00fcber die\u00a0nachti-zeit verstehen und klar l\u00e4sst sich hier mehr hineininterpretieren als es organisationstechnisch vielleicht gemeint war. aber wenn sie damit erreichen wollten, dass einige besucher die dechiffrierarbeit entnervt aufgeben und sich ein st\u00fcck unabh\u00e4ngiger von selbst festgelegten stundenpl\u00e4nen machen, indem sie sich einfach auf dem festival treiben sowie sich dabei wom\u00f6glich noch von unbekannte(re)n namen \u00fcberraschen lassen wollten, haben sie in mir schon mal einen f\u00fcrsprecher.<br \/>\nzwar war ich freitag abend einer derjenigen, die erstmal froh waren, es hingeschafft zu haben und um die transkribierende vorarbeit im camp dankbar, aber mit einmal dr\u00fcber schlafen und sowas wie &#8222;mengenlehre&#8220; im hinterkopf (obwohl nie in der schule gehabt) war das entziffern auch nicht mehr sonderlich schwierig und samstag abend eh klar, dass s\u00e4mtliche schlachtpl\u00e4ne f\u00fcr die katz sind.<\/p>\n<p>+ das musikbingo mit zugabe von dj lothar im zelt am samstagnachmittag. dahinter steckten die gleichen wie beim club animadiso letztes jahr und irgendwie sollte es einem schon zu denken geben, dass die stimmung dort am gesamten wochenende zu clips von den beastie boys, ac\/dc, clowns &amp; helden, outkast und einigem anderen, was man so in den letzten 30 jahren in den charts h\u00f6ren konnte, mit zum ausgelassensten geh\u00f6rte. wird hoffentlich nicht so weit kommen, dass das irgendwann der hauptteil der nachtdigital wird und der elektronisch anspruchsvolle zur\u00fcck ins nischendasein muss. aber irgendwie bringt&#8217;s das wochenende f\u00fcr mich auf den punkt: die leute haben nur nach den offensichtlichen stimmungsgranaten gelechzt, und abgesehen von mon und den wighnomys hat das niemand in meinen wachphasen so wirklich gebracht. vielleicht h\u00e4tte ich das alles eher antizyklisch betreiben sollen.<\/p>\n<p>unter&#8217;m strich: ich werde im n\u00e4chsten januar nicht am stichtag abends gebannt vor dem browser sitzen, um mir ein ticket zu sichern. es wird eher eine spontanentscheidung, die auch unabh\u00e4ngig vom line-up gef\u00e4llt wird, nachdem sich dieses jahr erwiesen hat, dass die headliner auch nur menschen sind, die es vielleicht auch leid sind, dem publikum nur vollgas geben zu wollen. allerdings hatte ich\u00a0mir ein verl\u00e4ngertes wochenende abseits anderer luxusprobleme gew\u00fcnscht und das auch bekommen. damit hat auch die 2017er-ausgabe der nachtdigital ihr soll locker erf\u00fcllt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ein weiteres jubil\u00e4um. nachdem die fusion letztes jahr ihr 20-j\u00e4hriges hatte, ist dieses jahr die nachtdigital dran &#8211; 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