{"id":4760,"date":"2018-03-07T15:33:31","date_gmt":"2018-03-07T14:33:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=4760"},"modified":"2018-03-22T14:22:58","modified_gmt":"2018-03-22T13:22:58","slug":"berlin-11-03-2018-watergate-bewegungsfreiheit-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2018\/03\/07\/berlin-11-03-2018-watergate-bewegungsfreiheit-11\/","title":{"rendered":"[berlin \/ 11.03.2018] watergate: bewegungsfreiheit #11"},"content":{"rendered":"<p>auch wenn die gro\u00dfe koalition in den letzten monaten die schlagzeilen bestimmte: gefl\u00fcchtete sind immer noch da, immer noch marginalisiert, immer noch repressalien ausgesetzt. kein grund also, mit der bewegungsfreiheit aufzuh\u00f6ren, diesmal mit indirekter beteiligung meinerseits (mithilfe beim booking).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?attachment_id=4761\" rel=\"attachment wp-att-4761\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4761\" src=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2018\/03\/bewegungsfreiheit20180311.jpg\" alt=\"\" width=\"1188\" height=\"560\" srcset=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2018\/03\/bewegungsfreiheit20180311.jpg 1188w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2018\/03\/bewegungsfreiheit20180311-300x141.jpg 300w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2018\/03\/bewegungsfreiheit20180311-768x362.jpg 768w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2018\/03\/bewegungsfreiheit20180311-1024x483.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1188px) 100vw, 1188px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>mainfloor<\/strong><br \/>\n21h00 dj disko<br \/>\n23h00 erik j\u00e4\u00e4halli <em>live<\/em><br \/>\n00h00 don williams<br \/>\n02h00 anja zaube<\/p>\n<p><strong>waterfloor<\/strong><br \/>\n15h00 staub<br \/>\n<a class=\"spoiler_link_show\" href=\"javascript:void(0)\" onclick=\"wpSpoilerToggle(document.getElementById('id1866148955'), this, 'zeigen', 'verstecken')\">zeigen<\/a>\n<div class=\"spoiler_div\" id=\"id1866148955\" style=\"display:none\">15h00 princess i.nez<br \/>\n17h00 verboten<br \/>\n19h00 richard bredicz<br \/>\n21h00 i\/y<\/div>\n<br \/>\n23h00 yulika<br \/>\n01h00 giraffi dog <em>live<\/em><br \/>\n02h00 credit 00<br \/>\n04h00 gigsta<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">eintritt<\/span><br \/>\n15-18 uhr: 5 euro (+ freiwillige spende)<br \/>\nab 18 uhr: 10 euro (+ freiwillige spende)<\/p>\n<p>f\u00fcr den fall, dass jemand reinkommliste haben m\u00f6chte: bitte kommentieren.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">nachbetrachtung<\/span><br \/>\nzugegeben, ich habe hier die sehr subjektive brille auf, daher ist das res\u00fcmee wohl auch tendenzi\u00f6s positiv gef\u00e4rbt. objektiv sind jedenfalls gut 7.500 euro an spenden zusammengekommen.<\/p>\n<p>organisatorisch gab es ebenfalls keine klippe, die nicht umschifft werden konnte. der beamer unten bei den toiletten am waterfloor lie\u00df sich im zweiten anlauf zur mitarbeit \u00fcberreden und die angeschr\u00e4gte perspektive der bilder hatte sogar ihre vorteile. als das tageslicht verschwunden war und die materialien auf dem infotisch am ausgang zur terrasse dadurch nicht mehr wirklich sichtbar waren, hat das watergate sofort reagiert und kerzen hingestellt. die kommunikation mit dem club lief w\u00e4hrend des abends ohnehin reibungslos und das entscheidende: meinem eindruck nach schienen sich alle wohlzuf\u00fchlen.<\/p>\n<p>das war aus mehreren gr\u00fcnden nicht selbstverst\u00e4ndlich. zun\u00e4chst hat das watergate seit jahren schon den ruf, durch ein eher ibiza-orientiertes booking ein entsprechendes publikum anzuziehen. die getr\u00e4nkepreise liegen \u00fcber dem berliner durchschnitt, der eintritt ist mit dem vom berghain und tresor vergleichbar und mittlerweile auch notwendig, wenn man sich <a href=\"http:\/\/dasfilter.com\/kultur\/klarheit-im-club-ist-eine-gute-sache-15-jahre-watergate-interview-mit-steffen-stoffel-hack\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die berichte vom letzten jahr vergegenw\u00e4rtigt<\/a>, wonach der neue besitzer der \u00f6rtlichkeiten mal eben die miete verdoppelt hat.<br \/>\ndie zusammenarbeit mit einem benefiz-kollektiv, das sonst eigentlich in den eher einschl\u00e4gig bekannten linksautonomen institutionen veranstaltet, liegt also erstmal nicht auf der hand. vergegenw\u00e4rtigt man sich aber, dass der begr\u00fcnder des watergates eine vergangenheit in der berliner hausbesetzer-szene der 1990er-jahre und damit ein entsprechendes interesse an politischen themen hat, wundert es wiederum nicht, dass die bewegungsfreiheit nach 2014 und 2016 bereits zum dritten mal im watergate stattfinden konnte. die letzten beiden male fanden an einem donnerstag statt, nun stand also der sprung auf den sonntag an.<\/p>\n<p>hier kommt grund numero zwei ins spiel: das konkurrenzangebot ist das gesamte wochenende \u00fcber in berlin mittlerweile nicht gerade klein. geht es nach den zusagen bei residentadvisor, hatten die veranstaltungen im suicide sowie birgit und bier (beide jeweils einen kilometer luftlinie entfernt) bessere karten, ganz zu schweigen von der herrensauna im tresor und dem berghain, das zur gleichen zeit ein richtig gutes detroit-line-up in der panorama bar hatte. unter den voraussetzungen war das experiment, a) am sonntag gegen all dies bestehen und b) auch noch tags\u00fcber anzufangen und bis zum montagmorgen machen zu wollen, ganz sch\u00f6n gewagt und trug zu meinem unruhigen schlaf und vor allem einer gewissen rastlosigkeit zu beginn der party bei zugleich irgendwie vorhandenem brett vor dem kopf beim nachdenken bei (die parallelen zu dj-sets vor publikum sind definitiv gegeben). klar baut man vorher gemeinsam gerne luftschl\u00f6sser von schlangen bis zum burgermeister am schlesischen tor, aber latent vorhanden ist die sorge immer, dass das pure gegenteil eintritt.<\/p>\n<p>um auf dem boden der tatsachen zu bleiben: eine wirkliche schlange gab es die gesamte zeit \u00fcber nicht &#8211; nur mal kurz abends vor mitternacht. was es aber gab: fr\u00fchlingshaftes wetter und damit eine offene terrasse, aufgrund des staub-bonus einen bereits fr\u00fch versammelten harten kern an stammg\u00e4sten, die man sonst aus dem about blank kennt, was weiterhin dazu beitrug, dass sich ein durchweg angenehmer menschenschlag versammelte. dabei spielte i.nez alles, was ihr zwischen melodischem house und techno so gefiel &#8211; hierbei machte es aber die auswahl, eine gro\u00dfe technikerin ist an ihr nicht verloren gegangen. verboten treibend, melodisch, hin und wieder mit ebm-einschlag, richard bredicz eher funktional. i\/y habe ich aufgrund von dj disko oben nicht gro\u00dfartig mitbekommen.<\/p>\n<p>vor dj disko wiederum eine weitere runde im gedankenkarussell: w\u00fcrde der weitere, gr\u00f6\u00dfere floor dazu beitragen, dass es auf beiden floors auf einmal leer wirkt und das nun wiederum einige zum anlass nehmen, nach hause aufzubrechen? was machen wir dann? don williams sowie anja zaube k\u00fcrzer spielen lassen? tats\u00e4chlich war die idee erstmal, ihren slot ggf. auf 3:30 uhr zu verk\u00fcrzen, damit die party auf dem waterfloor ausklingen konnte. davor allerdings stand die neugierde so einiger besucher, die sich kurz vor 21 uhr erstmal vor der t\u00fcr zum mainfloor positionierten, damit aufmerksamkeit generierten und somit daf\u00fcr sorgten, dass disko sich nicht lange mit warm-up-platten aufhalten musste. er spielte housig (&#8222;shades of jae&#8220; gleich als zweite platte, &#8222;french kiss&#8220; zum schluss) und technisch so sicher, wie man ihn kennt. zwischenzeitlich immer mal wieder der kontrollgang nach unten, ob es auch nicht zu leer sei und erleichtert festgestellt, dass i\/y einen \u00e4hnlich vollen floor bespielen konnten wie eine stunde zuvor auch.<\/p>\n<p>yulika war mit ihrem eher an breakbeats orientierten set nach der techno-vorlage wohl ein paar leuten zu viel, die dann entweder nach oben oder aus dem club str\u00f6mten. \u00fcber giraffi dog habe ich nur gutes geh\u00f6rt, sie selbst aber nur beim soundcheck. credit 00 legte danach beim tempo sogar noch eine schippe drauf (&#8222;let it ride&#8220; von aux 88 beispielsweise). das war musikalische vielfalt, wie ich sie (gerade bei der bewegungsfreiheit) sch\u00e4tze, aber es war klar, dass der staub-slot beim publikum mehr anh\u00e4nger fand.<br \/>\nerik j\u00e4\u00e4halli band derweil oben mit seinen an chicago der 1980er-jahre orientierten acid-tracks eine menge leute an sich. don williams zog danach auch das tempo ordentlich an, sortierte dabei mit electro-einstieg auch erstmal wieder leute aus, um sie in den n\u00e4chsten gut anderthalb stunden mit einem waschechten techno-set mit tresor-hintergrund (also all dem, was man dort so kennengelernt hat: surgeon, jeff mills, robert armani) an sich zu binden &#8211; inklusive doubling.<\/p>\n<p>als die headliner gespielt hatten, stand die entscheidung an, welcher floor ge\u00f6ffnet bleiben sollte. das fiel nach einer stunde anja zaube auch nicht schwer, was zwar hie\u00df, dass gigsta nur eine stunde spielen konnte. aber das war immer noch die wesentlich bessere l\u00f6sung als ihren slot v\u00f6llig zu streichen.<br \/>\nbei anja kam eigentlich nur eines dazwischen: die arbeitende bev\u00f6lkerung direkt \u00fcber dem watergate, weshalb um 6:30 uhr die letzte platte laufen musste. es h\u00e4tte von der anzahl der leute und ihrer spiellaune durchaus noch bis 8 uhr gereicht, aber das z\u00e4hlt nun wirklich zu den luxusproblemen.<\/p>\n<p>es l\u00e4sst sich daher wohl mit auch objektiv gutem gewissen sagen, dass das experiment mit gut 15 stunden party bei durchaus vorhandenem konkurrenzangebot doch sehr gegl\u00fcckt ist. sowohl von seiten der teilnehmenden djs (an dieser stelle nochmal: danke!) als auch des publikums gab es zuspruch. und auch wenn 100 leute mehr durchaus noch reingepasst h\u00e4tten und sowieso wegen der spendensumme gern gesehen gewesen w\u00e4ren: es war gl\u00fccklicherweise keine party, bei der die stimmung aufgrund \u00fcberf\u00fcllung ins unangenehme zu kippen drohte, nur damit sichergestellt ist, dass die summe f\u00fcr den guten zweck auch ja hoch genug ausf\u00e4llt. vielmehr hatte ich den eindruck, dass es eine f\u00fcr alle beteiligten ganz sch\u00f6n runde sache war. zumindest war ich ab 1:00 uhr auch endlich mal in der lage, das ganze als &#8222;durchaus gelungen&#8220; betrachten, damit einen weiten teil der sorgen hinter mir lassen und das ganze endlich mal genie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>auch wenn die gro\u00dfe koalition in den letzten monaten die schlagzeilen bestimmte: gefl\u00fcchtete sind immer noch da, immer noch marginalisiert, immer noch repressalien ausgesetzt. kein grund also, mit der bewegungsfreiheit 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