{"id":5032,"date":"2018-11-22T23:12:06","date_gmt":"2018-11-22T22:12:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=5032"},"modified":"2018-12-26T14:05:40","modified_gmt":"2018-12-26T13:05:40","slug":"berlin-30-11-2018-polygon-club-tanzen-fuer-mehr-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2018\/11\/22\/berlin-30-11-2018-polygon-club-tanzen-fuer-mehr-wissen\/","title":{"rendered":"[berlin \/ 30.11.2018] polygon club: tanzen f\u00fcr mehr wissen"},"content":{"rendered":"<p>es ist wieder einmal welt-aids-tag. ich hatte schon seit l\u00e4ngerem vor, hier artikel zu posten, die sich mit dem mittlerweile sehr gut m\u00f6glichen leben mit dem virus ohne ansteckungsgefahr f\u00fcr andere auseinandersetzen. das behalte ich nach wie vor im hinterkopf.<br \/>\nan ungef\u00e4hr gleicher stelle im kopf befindet sich auch das vorhaben, dem polygon einen besuch abzustatten. zugegeben: besteht schon seit dem kosmonaut, der sich vorher an gleicher stelle befand. nun kommt das angenehme mit dem n\u00fctzlichen zusammen. ist eine benefiz-party f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/lebendige-bibliothek.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">lebendige bibliothek<\/a> und den <a href=\"http:\/\/www.mercuryphoenixtrust.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mercury phoenix trust<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?attachment_id=5033\" rel=\"attachment wp-att-5033\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5033\" src=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2018\/11\/polygon20181130.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1080\" srcset=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2018\/11\/polygon20181130.jpg 1920w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2018\/11\/polygon20181130-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2018\/11\/polygon20181130-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2018\/11\/polygon20181130-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>ablauf<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">mainfloor<\/span><br \/>\n00h00 aris<br \/>\n02h00 midge<br \/>\n04h00 daniel boon<br \/>\n06h00 felidae<br \/>\n08h00 jens schwan<br \/>\n10h00 zeitlupen uwe<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">dunkelkammer<\/span><br \/>\n00h00 stype<br \/>\n02h00 zusan<br \/>\n04h00 diana may<br \/>\n06h00 lukas zintel<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">eintritt<\/span><br \/>\n10 euro<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">nachbetrachtung<\/span><\/p>\n<p>wegen des nun folgenden ist beinahe ein disclaimer f\u00e4llig. erstens wegen der l\u00e4nge und zweitens weil es als verriss bei halber unkenntnis, wie clubs wirtschaften, verstanden werden k\u00f6nnte. es ist aber definitiv als ansto\u00df f\u00fcr verbesserung gemeint und wurde anderweitig auch bereits zu einem gro\u00dfen teil klargestellt. anfl\u00fcge von selbstbeweihr\u00e4ucherung lassen sich leider nicht ganz vermeiden. sollte jemand dazu etwas konstruktives beizutragen haben, bieten sich die kommentare dazu an.<\/p>\n<p>das an dem abend erlebte f\u00fcgte sich in die letzte erfahrung mit der bewegungsfreiheit in der fiesen remise ein. beide male war meine wenigkeit mindestens als dj, in der remise auch organisatorisch etwas involviert. bei beidem handelte es sich um soliparties, beide male wurde das technische equipment von g\u00f6rner &amp; schweizer gestellt (wobei die anlage zur remise geh\u00f6rt, im polygon aber mitgemietet ist). das ma\u00df an eigenengagement, damit es freitag nacht \u00fcberhaupt musik geben kann, hatte jedoch auch f\u00fcr mich eine neue qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>wir (entourage plus ich) kamen gegen 23:40 uhr im club an und bekamen zu h\u00f6ren, dass es ein problem mit der anlage g\u00e4be, weshalb der mixer (pioneer djm-900) abgebaut worden ist. es standen also nur cdjs dort. grund: ein massebrummen, das sich partout nicht eliminieren lie\u00df und man hatte den mixer in verdacht. problem(e) war(en) nur: der ansprechpartner bei g\u00f6rner &amp; schweizer war nicht zu erreichen und kein ersatzmixer vor ort. per fernwartung lie\u00df sich also nichts machen.<br \/>\nes war (wir kommen zum teil mit der selbstbeweihr\u00e4ucherung) daher praktisch, mehr oder weniger im gleichen kiez zu wohnen. so bekam ich ein auto an die hand, fuhr selbst heim, baute meinen mixer (ein ecler nuo 3 von vor mehr als zehn jahren) ab, fuhr wieder hin. angeschlossen, eingeschaltet, leichtes massebrummen war immer noch vorhanden, ich\u00a0hoffte nur, dass das \u00fcber die f1 einigerma\u00dfen passabel klingen w\u00fcrde.<br \/>\nder nuo 3 hat zwar xlr-ausg\u00e4nge, anschluss an die pa war also sicher. f\u00fcr den monitorausgang ist ein gro\u00dfer klinkenausgang bei den &#8222;gro\u00dfen&#8220; wie xone:92 oder djm-800\/900 standard, beim nuo 3 gibt es nur cinch. da ich wie gewohnt mit ableton live spielte und monitore f\u00fcr genaueres pitchen kein thema war, konnte ich dem ganzen recht gelassen entgegensehen. aber meine nachfolgerinnen setzten auf cdjs (mit der interessanten meldung auf dem display, dass zwei player mit unterschiedlicher firmware verlinkt sind und diese aktualisiert werden solle), womit es sich (von rekordbox analysierte tracks vorausgesetzt) zwar auch fast wie von selbst mixt, aber kleine korrekturen sind hier und da evtl. doch vonn\u00f6ten. da sind monitorboxen also hilfreich, wenn man den versatz zur hauptanlage nicht kennt &#8211; und den gibt es auch im polygon.<br \/>\n\u00fcber die n\u00e4chsten zwei stunden war es den anwesenden technikern nicht m\u00f6glich, einen adapter von gro\u00dfe klinke auf cinch zu organisieren, sprich: die monitore blieben stumm, also musste der vorhandene regler zwischen cue und master am nuo 3 einspringen.<br \/>\nein gl\u00fcck: das massebrummen h\u00f6rte man nur in leisen passagen und am laptop lag&#8217;s auch nicht. zumindest blieb das brummen, als ich das netzteil kurz abzog.<\/p>\n<p>es ergaben sich im nachhinein (auch basierend auf der erfahrung aus der fiesen remise) mehrere fragen. zugegeben mit dem ziel, jemand verantwortlichen daf\u00fcr ausfindig machen zu wollen, da mich das ausma\u00df an ungl\u00fccklichen umst\u00e4nden schon ziemlich \u00e4rgerte. aber so einfach ist es in dem fall nicht.<br \/>\nden anfang machte die frage, ob das equipment bei g\u00f6rner &amp; schweizer \u00fcberhaupt gewartet wird. dann, was deren reaktionszeiten betrifft und warum nicht\u00a0das personal zu neuralgischen zeiten wie eben freitags ab 23\/24 uhr verst\u00e4rkt wird, so dass auch tats\u00e4chlich jemand rangeht, bevor parties drohen, nicht stattzufinden.<br \/>\nes f\u00e4ngt jedoch hier an, komplizierter zu werden: bei relativ frischen clubs, die sich wie das polygon erst noch etablieren m\u00fcssen, um sich eigene technik zu leisten, habe ich sogar verst\u00e4ndnis, dass sie auf die mietoption zur\u00fcckgreifen. aber dass das ausma\u00dfe angenommen hat, bei denen im club nicht mal ein eigentlich ausgedienter, aber technisch immer noch brauchbarer mixer als reserve vorgehalten wird, war f\u00fcr mich schon ein bisschen erschreckend. f\u00fcr einen xone:62, meinetwegen auch einen alten djm-600 oder besser djm-800, m\u00fcsste man auf dem gebrauchtmarkt mittlerweile weniger als 1000 euro investieren. klar auch, dass man als club inbesondere bei soliparties wie der gestrigen personaltechnisch eng kalkuliert. aber meiner meinung nach beraubt man sich mit einer derartigen abh\u00e4ngigkeit von technik-vermietern einer gewissen agilit\u00e4t.<\/p>\n<p>ich mag zu idealistisch, gar verbohrt sein. aber das durch diese art von outsourcing eingesparte geld f\u00fchrt zu einem bumerang-effekt f\u00fcr alle beteiligten:<\/p>\n<ul>\n<li>organisatoren von soliparties haben einen posten mehr, um den sie sich k\u00fcmmern m\u00fcssen, ganz zu schweigen vom stresslevel, kurz bevor die party eigentlich startet. von der beschwichtigungsarbeit gegen\u00fcber djs oder anderen acts rede ich besser gar nicht erst.<\/li>\n<li>es ist eigentlich sache der technik, f\u00fcr djs akzeptable bedingungen zu schaffen. in zeiten wechselnder setups ist das f\u00fcr techniker nicht einfacher geworden, aber es ist umso wichtiger, dass djs dies im besten fall im schlaf aufbauen k\u00f6nnen, ein clubeigener techniker die weichen f\u00fcr die machbarkeit stellt und noch zus\u00e4tzlich fit genug f\u00fcr eine fehlerbehebung ist. idealerweise (so dachte ich bisher) wird das bereits stunden vor der party in die wege geleitet, und den eindruck hatte ich hierbei nicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>das outsourcing kommt dann als dieser bumerang zur\u00fcck: djs d\u00fcrfen sich neben ihrem eigenen setup auch gleich darum k\u00fcmmern, dass die technischen bedingungen im club es zulassen, dass \u00fcberhaupt etwas aus den boxen kommt. bisher habe ich es so verstanden, dass ihre aufgabe darin besteht, dass das, was da raus kommt, gut klingt (also bitte clipping vermeiden und dgl.) und bestenfalls noch die leute gut bei laune h\u00e4lt. es ist h\u00f6chst unangenehm, wenn djs anfangen m\u00fcssen, beim clubpersonal fehlerquellen zu benennen, dabei auf eigentlich \u00fcberforderte techniker zu treffen und damit zu enden, das beste aus den gegebenheiten machen zu m\u00fcssen. ein entspannter aufbau gut 20 minuten vor beginn der party wird es nicht wirklich, wenn stattdessen im hinterkopf steht, dass es am eigenen mixer h\u00e4ngt, ob dieser floor \u00f6ffnen kann oder nicht.<\/p>\n<p>kommen wir endlich mal zu den positiven dingen:<\/p>\n<ul>\n<li>der club hat definitiv potential. allen umst\u00e4nden zum trotz war der sound in der dunkelkammer weit mehr als nur passabel. und als sich dann noch jemand um das licht k\u00fcmmerte, wurde das eine richtig gescheite techno-atmosph\u00e4re. mir gef\u00e4llt die position des dj-pults irgendwie: mit dem r\u00fccken zum eingang, damit eigentlich in der mitte des raumes. ein paar mehr sitzgelegenheiten dahinter w\u00e4ren nicht schlecht &#8211; und zumindest eine bank mit halber wand, dass (die aussterbende gattung der) vinyl-djs auch mal cases abstellen k\u00f6nnen, ohne st\u00e4ndig kniebeugen machen zu m\u00fcssen.<\/li>\n<li>es gibt klos in ausreichender zahl und dazu noch gepflegt &#8211; das verdient auch ein lob.<\/li>\n<li>\u00fcber personal sowie t\u00fcr ist nichts negatives zu sagen.<\/li>\n<li>publikum war zwar nicht zahlreich da (leider zu wenig, als dass tats\u00e4chlich ein nennenswerter spendenbetrag zusammengekommen w\u00e4re), aber fiel bei weitem nicht so negativ auf wie manche \u00fcberalkoholisierte\/-mutige beim abstecher zur deep fried mit einem tollen set von monty luke ins about blank danach. damit lie\u00df sich arbeiten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>es \u00fcberwiegt aber auch eine halbe woche danach immer noch ein ziemlicher unglaube daran, dass outsourcing auf der einen und mangelnde eigene ausstattung auf der anderen seite es haben soweit kommen lassen m\u00fcssen. und das in dem wissen, dass die namhaften clubs es hier eigentlich vorgelebt haben, dass die technik neben dem booking ein wichtiger faktor f\u00fcr langlebigen erfolg ist. auch wenn das set ganz passabel lief, wurde ich den gedanken nicht los, dies schon irgendwie peinlich zu finden und dass diese entwicklung hoffentlich keine schule macht. das fehlen der monitore machte sich insofern bemerkbar, als dass die feinheiten schon fehlten, da die f1 in die entgegengesetzte richtung ausgerichtet war. habe das set daher nachgemixt, das wird in den n\u00e4chsten tagen online gestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>es ist wieder einmal welt-aids-tag. ich hatte schon seit l\u00e4ngerem vor, hier artikel zu posten, die sich mit dem mittlerweile sehr gut m\u00f6glichen leben mit dem virus ohne ansteckungsgefahr f\u00fcr andere auseinandersetzen. das behalte ich nach wie vor im hinterkopf. an ungef\u00e4hr gleicher stelle im kopf befindet sich auch das vorhaben, dem polygon einen besuch&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[5,6,7],"tags":[378,377,376],"class_list":["post-5032","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-stadtleben","category-terminkalender","category-werbung","tag-aids","tag-hiv","tag-polygon"],"modified_by":"stype","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5032","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5032"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5032\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5185,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5032\/revisions\/5185"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5032"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5032"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5032"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}