{"id":565,"date":"2008-04-29T22:16:34","date_gmt":"2008-04-29T20:16:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=565"},"modified":"2018-03-19T22:31:07","modified_gmt":"2018-03-19T21:31:07","slug":"berlin-02052008-tape-club-die-allianz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2008\/04\/29\/berlin-02052008-tape-club-die-allianz\/","title":{"rendered":"[berlin \/ 02.05.2008] tape club: die allianz"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;die allianz&#8220;: ein neues projekt &#8211; ins leben gerufen von modeselektor, labland, grimetime, revolution no 5 und scape, womit neben dem musikalischen auch der visuelle anspruch bedient wird. dahinter steckt das hehre ziel, der vielfach nur vordergr\u00fcndig spannenden clublandschaft, in der man zumeist das gleiche serviert bekommt, etwas alternativen atem einzuhauchen. da st\u00f6rt es nur geringf\u00fcgig, dass mit beatport ein mir unsympathischer monopolist als co-sponsor dient.<\/p>\n<p>zugleich lassen sich dadurch neue spielpl\u00e4tze und -arten erkunden. an dem entschluss, wegen der eben erw\u00e4hnten verkostung von der stange in hiesigen lokalit\u00e4ten eine partypause einzulegen, \u00e4ndert das nichts (wobei man hier gut mitverfolgen konnte, dass ich zu weiten teilen aufgrund meiner auf wenige clubs beschr\u00e4nkten abendgestaltung auch selbst schuld daran habe). bin gespannt, wie schwer die party den abschied in die selbst auferlegte hedonistische enthaltsamkeit machen wird. in drei wochen geht es dann weiter, dann auch an gewohnten orten. bis dahin komme ich hoffentlich dazu, ein paar platten schriftlich abzuarbeiten.<\/p>\n<p><a title=\"dieallianz_rz_rgb.jpg\" href=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2008\/04\/dieallianz_rz_rgb.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2008\/04\/dieallianz_rz_rgb.jpg\" alt=\"dieallianz_rz_rgb.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>p.s.: an die clash-of-the-titans-macher: kommt in die g\u00e4nge!<\/p>\n<p><u>review<\/u><br \/>\n<a class=\"spoiler_link_show\" href=\"javascript:void(0)\" onclick=\"wpSpoilerToggle(document.getElementById('id20447393'), this, 'zeigen', 'verstecken')\">zeigen<\/a>\n<div class=\"spoiler_div\" id=\"id20447393\" style=\"display:none\">eigentlich hatte ich mir vorgenommen, vor mitternacht loszugehen. nun ja, war dann erst um 0h45 vor ort (randnotiz: wer am hauptbahnhof einen ec-automaten der cash group sucht, sollte sich lieber vorab am bahnhof friedrichstra\u00dfe versorgen, aber das wird sich mit dem mammut-bauprojekt, fertigstellung irgendwann 201x, ge\u00e4ndert haben), und fand als quittung eine schlange mittelschweren berghain-ausma\u00dfes vor. die t\u00fcr arbeitete aber recht fix, m\u00fcsste kaum eine dreiviertelstunde gestanden haben, was aber schon nervenraubend sein kann, wenn man von drinnen fette dubstep-basslines h\u00f6rt.<br \/>\n15 euro gezahlt, was angesichts der zahlungskr\u00e4ftigen sponsoren zwar erstmal recht happig erscheint, aber schlussendlich irgendwie gerechtfertigt war. drinnen ging dann f\u00fcr mich die erkundungstour los, bzw. eher das schieben und durchschl\u00e4ngeln. erstmal in den kleineren floor, der den dubstep-protagonisten vorbehalten war und der auch sonst der &#8222;eigentliche&#8220; tape club ist. positiv: holzfu\u00dfboden, gute platzierung der bar, zahlreiche sitzgelegenheiten, und vor allem: eine (erst kurz zuvor eingebaute) funktion-one-anlage inkl. -mixer, was zu einem eigentlich schon perfekt zu nennenden klang f\u00fchrte. negativ: das licht, womit sich viel mehr dinge anstellen lie\u00dfen, wie ich ab dem fr\u00fchen morgen mitbekommen habe. raffiniert: der durchgang nach oben, wo sonst ein sehr kleiner chillout-floor beheimatet ist, der vielleicht f\u00fcr 30 leute platz bietet und wo man irgendwie besser durchkam als unten.<br \/>\ndie halle hingegen riesig, die kapazit\u00e4t w\u00fcrde ich mit der columbiahalle vergleichen. wirkte wesentlich steriler und zu hell. mir ist zwar schon klar, dass die barleute auch irgendwie arbeiten m\u00fcssen, aber warum man die im vorderen drittel des raumes ausgerechnet in der mitte platzieren und dann mit wei\u00dfen lampen beleuchten muss, begreife ich einfach nicht. an der wand w\u00fcrde vollkommen gen\u00fcgen. die pfadfinderei-visuals gab&#8217;s dann auf f\u00fcnf leinw\u00e4nden (eine links und rechts, drei auf der b\u00fchne), daf\u00fcr h\u00e4tte man sich das opulente licht an der decke sparen k\u00f6nnen, aber wenigstens gab&#8217;s da auch strobos.<br \/>\ngarderobe: unten im keller, bei normalem andrang gibt&#8217;s da sicher auch keine probleme. aber wenn 100 leute auf einmal ihre jacken holen wollen, wird es problematisch, weil eine recht schmale kellertreppe hinunter f\u00fchrt und man somit am besten einen bekannten vorschickt, der die sachen holt und sich damit durchk\u00e4mpft. ach so, ehe ich es vergesse: das freundliche personal (t\u00fcr, garderobe) verdient wirklich ein lob. zum publikum: eher szenig-mittig, was man so im 103 oder watergate erwartet, aber gr\u00f6\u00dftenteils freundlich (ausnahme: siehe schluss).<\/p>\n<p>soweit erstmal zur ortsbegehung, nun zum inhaltlichen:<br \/>\nkode9 &amp; spaceape gab es in der gro\u00dfen halle als live-act. klang f\u00fcr mich zwar besser als die ver\u00f6ffentlichungen, aber auch nach klassischem anheizer-programm. scheinbar endlose spaceape-monologe zu kode9-soundscapes sind zwischendrin ja ganz nett, hatte aber den eindruck, dass mindestens die h\u00e4lfte des sets daraus bestand. habe es diverse male bei den beiden versucht, aber sie schienen lieber auf dieser art spannungsaufbau zu beharren als das endlich mal aufzul\u00f6sen. es gab sp\u00e4ter noch kode9 als dj mit spaceape als mc, und wenn ich ehrlich sein soll: ein mixmeister ist mit dem hyperdub-betreiber echt nicht vom himmel gefallen. stellenweise disharmonisch, und legte er tats\u00e4chlich mal einen track auf, der mit einem tollen, mitrei\u00dfenden beat schwung in die glieder bringen k\u00f6nnte, kam vielleicht zwanzig sekunden sp\u00e4ter ein &#8222;rewind!&#8220;, und schon war der aufbau wieder zunichte.<br \/>\nauf gut deutsch: ich bin recht h\u00e4ufig hin und her gewandert und dann doch auf dem kleinen floor geblieben, auf dem 2562 und pinch im 2-platten-rotations-modus demonstrierten, wie man es richtig macht. die anlage trug wahrscheinlich mindestens die halbe miete dazu bei, aber selbst die ruhigeren tracks hatten dadurch eine echt sch\u00f6ne tiefe. da pole und modeselektor sich zeitlich weitestgehend \u00fcberschnitten, kann ich h\u00f6chstens nur zu seinem anfang etwas sagen: der klang ziemlich melancholisch und auch noch eher nach 4\/4-takt. ein anderes mal dann.<br \/>\nmodeselektor also mit heimspiel, dazu noch szarys geburtstag, haben sich ihre fans \u00fcber die jahre hinweg verdient, entsprechend voll und warm wurde es, begannen mit ihren hiphop-sachen und steigerten sich zu den rave-eskapaden, f\u00fcr die sie ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigt sind. h\u00f6hepunkt mal wieder &#8222;the first rebirth&#8220;, die sequenz zun\u00e4chst von einem gitarristen im affen-kost\u00fcm gespielt. klasse gimmick, wobei an das erste mal damals in der maria, als sie noch eine 4\/4-takt-version abfeuerten, nichts herankommt. schade nur, dass ihre mac-laptops entweder mit der hitze oder der ersch\u00fctterung durch den bassdruck nicht klar kamen und insgesamt vier mal abgest\u00fcrzt sind. lie\u00df sich anfangs noch auffangen, als nur einer dran glauben musste, aber zum schluss (als die fettes-brot-zugabe kommen sollte) wollten sowohl rechner als auch gernot und szary nicht mehr. ist ihnen nicht anzulasten, gegeben hatten sie alles, verlernt haben sie nichts, und grundsympathisch sind sie immer noch.<br \/>\ndanach die sick girls: arbeitsteilung laptop \/ dj-ing. dachte immer, die beiden w\u00e4ren grime-verfechterinnen, aber entweder klingt das jetzt so oder ich bin hoffnungslos unterinformiert. war f\u00fcr meine begriffe recht dick aufgetragener bassline-techhouse mit ebensolchen hiphop-vocals. nicht mein ding.<br \/>\nalso wieder r\u00fcber, weiterhin 2562 mit pinch im gewohnten modus, 2562 mit den eher melodischeren sachen, technisch der sicherere von beiden, pinch daf\u00fcr darker, aber beileibe nicht katastrophal. bis auf kurzzeit-exkursionen nach dr\u00fcben, um zu schauen, ob sich bei den sick girls was zum (f\u00fcr mich) positiven wendet, blieb ich nur auf dem floor, und versuchte mich auch tanzenderweise an den dubstep-tracks, was erstaunlich gut von den leuten angenommen wurde. nat\u00fcrlich hatte es sich nach mdslktr merklich geleert, aber es waren immer noch gen\u00fcgend leute, um eine gute stimmung erzeugen zu k\u00f6nnen. musikalisch interessant war es f\u00fcr mich eh, da vollkommen neues terrain, keine sekunde langweilig, weil sich der klang der anlage einfach genie\u00dfen lie\u00df, weshalb ich schon beinahe so ein setup f\u00fcr jede dubstep-party fordern w\u00fcrde. interessant auch, dass sich die dubplate-tradition in dem bereich fortsetzt, auch wenn ich das im cd-r- oder serato-zeitalter nur noch schwer nachvollziehen kann. pinch griff fast ausnahmslos darauf zur\u00fcck, wohingegen 2562 die pioneer-cd-player bevorzugte.<br \/>\n\u00e4h, ja, wer keine lust hat, das alles zu lesen: tolle erste dubstep-erfahrung, zwei unverbrauchte jungs, die sich freuten, ihren sound hierzulande auch mal vern\u00fcnftig zu pr\u00e4sentieren. gerne wieder, auch gerne dort!<br \/>\nals \u00fcberraschungsgast gab es zum finale ab 6 uhr auf dem kleinen floor noch barbara preisinger, die ganz sch\u00f6n zackigen house spielte, aber sie ist ja daf\u00fcr bekannt, als dj den dancefloor bestens zu bedienen. zeigte sich auch dieses mal wieder.<br \/>\nbin zwischendrin noch r\u00fcber zu housemeister, der den anfang mit oldschool bestritt, dann aber auch den ich-will-kein-minimal-sein-techhouse spielte. als ich kurz nach 7 uhr ging, war in der gro\u00dfen halle schon das putzlicht an und im kleinen floor hatte madame preisinger immer noch ihren spa\u00df.<\/p>\n<p>hinausgez\u00f6gert wurde mein aufbruch, deshalb die ausnahme vom freundlichen publikum, durch eine pr\u00fcgelei am ausgang, bei der eine frau und zwei herren involviert waren. einer der herren gl\u00e4nzte mit galanten rhetorischen wendungen \u00e0 la &#8222;komm her, du schl***e!&#8220; und h\u00e4tte auch mit weiteren streicheleinheiten nicht gegeizt, wenn die &#8211; sehr souver\u00e4ne &#8211; security nicht eingegriffen h\u00e4tte. ende vom lied: die dame ging unbeschadet wieder rein und die herren werden die party wohl vorzeitig beendet haben. keine ahnung, was die hintergr\u00fcnde waren, ich konnte nur froh sein, den typen den gesamten abend \u00fcber sonst nicht begegnet zu sein.<\/p>\n<p>fazit: hat sich durchaus gelohnt, kann man so an ort und stelle wiederholen. dann bitte burial und scuba buchen und weniger licht in der gro\u00dfen halle auffahren.<\/div>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;die allianz&#8220;: ein neues projekt &#8211; ins leben gerufen von modeselektor, labland, grimetime, revolution no 5 und scape, womit neben dem musikalischen auch der visuelle anspruch bedient wird. dahinter steckt das hehre ziel, der vielfach nur vordergr\u00fcndig spannenden clublandschaft, in der man zumeist das gleiche serviert bekommt, etwas alternativen atem einzuhauchen. da st\u00f6rt es 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