{"id":6251,"date":"2022-03-29T22:35:19","date_gmt":"2022-03-29T20:35:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=6251"},"modified":"2022-03-29T23:06:51","modified_gmt":"2022-03-29T21:06:51","slug":"test-stanton-ds-4-vs-taruya-01-m-red","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2022\/03\/29\/test-stanton-ds-4-vs-taruya-01-m-red\/","title":{"rendered":"[test] stanton ds-4 vs. taruya 01-m red"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">ausgangslage \/ motivation<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(wer an meinen beweggr\u00fcnden, der lieferung und dem ganzen hin und her nicht interessiert ist, kann direkt zur <a href=\"#empirie\">empirie<\/a> weiterspringen. dort gibt es wav-dateien zum nachh\u00f6ren und mein fazit direkt darunter.)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">es war ende 2003, als bei mir der symbolische schritt vom dj-anf\u00e4nger zum fortgeschrittenen stattfand. da ersetzte ich meinen seinerzeit schon gebraucht gekauften und von beginn an unter launischen kontakten zum audiosignal leidenden numark dm-2000x mit einem ecler concept 3 und meine ortofon pro-s durch das shure m44\/7-system. ein auch dem scratchen nicht abgeneigter freund hatte mich sehr schnell von deren geringeren plattenverschlei\u00df bei gleichzeitiger spurtreue \u00fcberzeugt. und auch der klangliche unterschied zu ortofon war merklich: das m44\/7 war lauter, klarer und machte seinem ruf mit einem ausgepr\u00e4gten hang zum bassbereich alle ehre. kurzum: es klang warm und gleichzeitig pr\u00e4zise. daher musste ich mir sowohl um neu- als auch gebrauchtk\u00e4ufe keine sorgen machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ich war also fan und entsprechend geknickt, als shure anno 2018 den ausstieg aus der herstellung von tonabnehmersystemen sowie -nadeln bekanntgab. jico trat recht zeitnah auf den plan, musste aber aus japan importiert werden. da ich zu der zeit eh bereits weniger in den eigenen vier w\u00e4nden auflegte und die technics\/shure\/ecler-kombination zumeist nur zum digitalisieren verwendete, reichten die restbest\u00e4nde noch aus.<br>dennoch wagte ich es im ersten quartal 2021: im hardwax holte ich mir ein paar tonar 267 ds, die ger\u00fcchteweise aus der gleichen fabrik wie die jico-nadeln stammen und nur das branding vermissen lassen. die von shure bekannte schutzkappe fehlt, aber das war f\u00fcr mich sekund\u00e4r. klanglich sind sie \u00e4hnlich feinaufl\u00f6send und beim normalen, weniger von scratching gepr\u00e4gten auflegen konnte ich auch keinen unterschied zu den original-nadeln feststellen.<br>ein guter kompromiss &#8211; so dachte ich jedenfalls, bis mir beim digitalisieren auffiel, dass der linke kanal im schnitt um gut einen dezibel leiser ist als der rechte. ich schob das auf einen alternden mixer und vielleicht falsches setup des technics und glich dies bei der nachbearbeitung in wavelab elements aus. dann las ich, dass auch andere von diesem problem betroffen waren und machte mir meine gedanken um die haltbarkeit: wenn das bereits bei mir im ziemlich sporadischen gebrauch beim digitalisieren passiert, wie sieht das bei denjenigen aus, die mehrere stunden pro wochen \u00fcben oder einfach nur spa\u00df am heimischen auflegen haben?<br>also rolle r\u00fcckw\u00e4rts, da ich noch zwei gebrauchte, aber gut erhaltene originale n44\/7 habe. mit einer davon best\u00fcckte ich das system, um es zum digitalisieren zu nehmen. mit deutlichem unterschied beim ausgangssignal &#8211; das war wieder balancierter und gleich mal um einen guten dezibel lauter. es dient hier daher auch als referenzsystem, so dass stanton und taruya sich dem vergleich zu einem gebrauchten system mit ca. vier jahre alter nadel im zuletzt sehr seltenen gebrauch stellen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">vorspulen auf ende 2021. ich begann also zu recherchieren. ortofon hatte sein portfolio bereits f\u00fcr ein &#8222;mk2&#8220;-update \u00fcberarbeitet. dabei schufen sie auch endlich die m\u00f6glichkeit, die bruchstelle numero eins (gebrochene griffe) austauschbar zu gestalten. nach meiner erfahrung mit den pro-s wollte ich jedoch nicht dahin zur\u00fcck. da las ich, dass stanton im september ein neues system ver\u00f6ffentlicht hat: das ds-4. bauform zu ortofon sehr \u00e4hnlich, nicht ganz so schlank, diskretes schwarz-grau. <a href=\"https:\/\/www.bonedo.de\/artikel\/stanton-ds4-tonabnehmersystem-dj-cartridge-test\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">mijk van dijk pries das system hier als sehr pr\u00e4zise bei gleichzeitig lautem signal.<\/a> das fasste ich ins auge &#8211; und wartete, wie \u00fcblich.<br>dazwischen kam jedoch ein tipp in den restrealen weiten f\u00fcr shure-anh\u00e4nger*innen, die ersatz f\u00fcr die whitelabel-nadeln brauchten: <a href=\"https:\/\/taruya.ocnk.com\/product\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">das taruya 01-m red<\/a>. gleiche bauweise wie stanton, aber eben in einem knalligen rot, was sich an technics 1210ern eh ganz gut macht. von diesem oberfl\u00e4chlichen merkmal abgesehen war mein gedanke, dass mensch mit der japanischen versessenheit auf qualit\u00e4t und details, die sich gerade im hifi-bereich zeigt, nichts verkehrt macht. also bestellte ich erstmal eines der systeme zum testen &#8211; in der festen \u00fcberzeugung, dass die zweite order f\u00fcr das zweite system inklusive zweier ersatznadeln nicht lange auf sich warten lassen wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">vorfreude und ern\u00fcchterung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">der bestell- und versandprozess verlief denkbar unkompliziert. es brauchte nicht mal eine woche aus japan, bis dhl sich meldete, dass zollgeb\u00fchren f\u00e4llig werden. die lie\u00dfen sich aber ganz bequem \u00fcber dhl direkt bezahlen &#8211; genau 27,59 euro. einen tag sp\u00e4ter konnte das (die vorfreude durchaus steigernde) erlebnis des auspackens starten. ich habe das bildlich festgehalten, um das metaslider-plugin nach jahren mal wieder zu benutzen. schlie\u00dflich macht heutzutage gef\u00fchlt jede*r was mit &#8222;unboxing&#8220;, da m\u00f6chte ich nicht hinten anstehen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignnormal\"><div id=\"metaslider-id-6274\" style=\"max-width: 1280px; margin: 0 auto;\" class=\"ml-slider-3-109-0 metaslider metaslider-flex metaslider-6274 ml-slider has-dots-nav ms-theme-default\" role=\"region\" aria-label=\"taruya 01-m red - unboxing_20220315\" data-height=\"960\" data-width=\"1280\">\n    <div id=\"metaslider_container_6274\">\n        <div id=\"metaslider_6274\" class=\"flexslider\">\n            <ul class='slides'>\n                <li style=\"display: block; width: 100%;\" class=\"slide-6305 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-03-29 22:19:16\" data-filename=\"IMG_7369.jpeg\" data-slide-type=\"image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2022\/03\/IMG_7369.jpeg\" height=\"960\" width=\"1280\" alt=\"\" class=\"slider-6274 slide-6305 msDefaultImage\" title=\"IMG_7369\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; 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dachte ich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">mit vorfreude am maximum: shure abmontiert, taruya draufgeschraubt, tonarm kalibriert, platte aufgelegt. die wahl fiel auf &#8222;trax on da rocks&#8220; von thomas bangalter, auf der ich mich dann vortastete.<br>der lautere ausgangspegel fiel sofort auf. wo die shure noch zaghaft im gelben bereich beim mixer waren, ging taruya bei unver\u00e4ndertem gain der farbe des systems entsprechend stabil in die ersten striche beim roten. es machte sich schon ohne offenen kanal bemerkbar, dass das system das ausgangssignal von sich aus wesentlich lauter emittiert als ich das von meinen beiden vorg\u00e4ngersystemen kenne. mit offenem kanal jedoch fragte ich mich, ob die pressung bereits immer so mittenlastig klang oder der zahn der zeit (bzw. ich durch das h\u00e4ufige spielen) an ihr genagt h\u00e4tte.<br>also: tausch zur\u00fcck auf shure. und tats\u00e4chlich: da waren die feinheiten wieder. zwar auf kosten der lautst\u00e4rke, aber das ist nichts, was sich nicht durch gain-anpassungen wieder hinbekommen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">da die bangalter eh etwas leiser gemastert ist (mit bis zu drei tracks auf einer seite), probierte ich es mit etwas mehr wucht bei gleichzeitiger h\u00f6henpr\u00e4senz: &#8222;solitude straight&#8220; von shed, mit gewohnt guter vorabbehandlung aus dem hause dubplates &amp; mastering. hier fiel mir beim taruya erst auf, dass die bassline von einem ziemlichen knarzen begleitet wird, was ich (zugegeben: vom ersteindruck ern\u00fcchtert) auf den umgang der nadel mit der platte schob. besagtes knarzen war aber mitsamt klareren h\u00f6hen und insgesamt w\u00e4rmerem klangbild beim wechsel auf das shure wieder da.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">weiterer test: &#8222;world in my eyes&#8220; von depeche mode. erster song auf &#8222;violator&#8220;, die ich vor mehr als zehn jahren gebraucht gekauft habe und die in der eingangsrille auch entsprechend der haarfeinen kratzer etwas knarzt. \u00e4ndert aber nichts daran, dass es eine verdammt gute pressung ist, auf der das taruya-system besagte kratzer ziemlich hervorhebt und sehr auf die mittenbetonung setzt. so fragte ich mich beim hin und herwechseln zwischen dem 01-m red und dem m44\/7, ob ich mir wirklich nur einbilde, dass die sechzehntel-hihats in der ersten strophe beim taruya in den hintergrund gedr\u00fcckt werden, wohingegen shure alles sanft an seinen platz im spektrum schiebt. gleiches klangbild bei &#8222;personal jesus&#8220; (dritter song, gleiche seite).<br><br>n\u00e4chster test: &#8222;feel my mf bass&#8220; von paul johnson. nicht in der originalversion, sondern die neuauflage, die anno 2014 gl\u00fccklicherweise wieder von dance mania unter&#8217;s volk gebracht worden ist. klingt so, wie mensch es sich von einer chicago-pressung erwartet: verzerrt in den h\u00f6hen, insgesamt sehr rauh, w\u00fcrde mich nicht wundern, wenn das vom urspr\u00fcnglichen vinyl gemastert worden ist.<br>auch hier: \u00fcberbetonung der mitten beim taruya, was auf der r\u00fcckseite bei den s-lauten von &#8222;u so silly&#8220; schon beinahe in den ohren schmerzt. shure lindert das ganze ab.<br><br>kurzum: ich war einerseits entt\u00e4uscht. es mag sein, dass die spurtreue des taruya beim scratchen das qualit\u00e4tsmerkmal ist, an dem die systeme in der kontrolle gemessen werden. aber erstens wird aus mir in diesem leben kein scratch-dj und zweitens sind die shure in diesem segment quasi heilig, weil sie neben der spur- auch eine gewisse wiedergabetreue gew\u00e4hrleisten konnten. mir will noch jetzt (gut zwei wochen sp\u00e4ter) nicht in den kopf, wie wenig augenmerk beim taruya auf das klangbild gelegt worden ist. andererseits war ich damit auch erleichtert, mir erstmal nur eines der systeme zum testen bestellt zu haben.<br>ich dachte mir auch, dass das vielleicht die art und weise ist, wie systeme heute so klingen und setzte nach wie vor neugierig mein eigentliches vorhaben um: ich bestellte mir beim musicstore k\u00f6ln das stanton ds-4, das es als retourware gleich mal g\u00fcnstiger gab.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">skepsis, h\u00fcrde und erleichterung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">im besagten test des stanton ds-4 von mijk van dijk zog dieser auch den vergleich zum taruya 01-m red. sogar die nadeln sollten sich tauschen lassen, was bei mir zu einer art tiefflug der erwartungen f\u00fchrte: wenn all diese nadeln in der gleichen fabrik in japan produziert werden, sind da \u00fcberhaupt qualitative unterschiede m\u00f6glich oder ist das mehr oder weniger nur ein brei? zumal das stanton auch in der uvp schon g\u00fcnstiger als das taruya ist. aber wie auch immer: jedes system hat seine gerechte chance verdient und so konnte ich es am wochenende nach der bestellung aus der packstation holen. hier das unboxing zum zweiten:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"alignnormal\"><div id=\"metaslider-id-6316\" style=\"max-width: 1280px; 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width: 100%;\" class=\"slide-6323 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-03-29 22:30:24\" data-filename=\"IMG_7382.jpeg\" data-slide-type=\"image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2022\/03\/IMG_7382.jpeg\" height=\"960\" width=\"1280\" alt=\"\" class=\"slider-6316 slide-6323 msDefaultImage\" title=\"IMG_7382\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-6322 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-03-29 22:30:24\" data-filename=\"IMG_7383.jpeg\" data-slide-type=\"image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2022\/03\/IMG_7383.jpeg\" height=\"960\" width=\"1280\" alt=\"\" class=\"slider-6316 slide-6322 msDefaultImage\" title=\"IMG_7383\" \/><\/li>\n            <\/ul>\n        <\/div>\n        \n    <\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">dank meiner geschicklichkeit w\u00e4hrte die gegen die skepsis ank\u00e4mpfende spannung nur kurz: beim abnehmen des plastikdeckels der verpackung kam ich an die nadelkappe, die sich bei der r\u00fcckw\u00e4rtsbewegung mit der nadel verkeilte und sie damit verbog. ich probierte es zwar mit depeche modes &#8222;world in my eyes&#8220;, aber da war nichts zu machen. es kam sehr viel unfreiwillige distortion aus meinen jbl control one pro, bei der ich mir sehr schnell sicher war, dass das keine klangeigenschaft der nadel sein kann. daher z\u00e4hneknirschend ob meiner grobmotorik eine ersatznadel bestellt, die auch drei tage sp\u00e4ter (in einem wohlgemerkt gleich gro\u00dfen paket wie das system) eintraf.<br><br>dieses mal mit \u00e4u\u00dferster vorsicht vorgehend: nadel mit kappe auf das system gesetzt, system an den technics schrauben, platte drauf (wieder &#8222;world in my eyes&#8220;), kappe ab, nadel drauf &#8211; und wenige augenblicke sp\u00e4ter l\u00e4cheln. all die feinheiten, die ich beim taruya-system gef\u00fchlt mit der lupe suchen musste, waren bei zugleich \u00e4hnlich hohem ausgangspegel wieder da. q.e.d.: lautst\u00e4rke muss nicht zu lasten der feinaufl\u00f6sung gehen.<br>der eindruck best\u00e4tigte sich mit den anderen &#8222;referenzplatten&#8220; ebenfalls, wobei ich es bis dato nicht nochmal mit der &#8222;tracks on da rocks&#8220; probiert habe. zwei neuerwerbungen habe ich bereits mit dem stanton ds-4 digitalisiert und es vor wenigen tagen mit dem auflegen probiert. hier merke ich mit 3g auflagekraft keine probleme, solange ich nicht mit dem exzessiven scratchen anfange &#8211; aber siehe oben: das ist und wird nicht mein augenmerk, wobei ich nach ein paar versuchen definitiv festhalten muss, dass die turntablism-fraktion mit einem anderen system besser beraten ist.<br>jedoch: tolle haptik beim ds-4 durch den halbrunden, sich an den finger anpassenden griff, der sich auch austauschen l\u00e4sst. auch der einzige punkt, bei dem mich das taruya-system \u00fcberzeugt hat, bei dem es am griff noch einen kleinen knick gibt, der das alles stabilisiert. und es stimmt tats\u00e4chlich: die nadeln lassen sich untereinander tauschen, wodurch die klangeigenschaften des taruya auch direkt mitwandern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"empirie\">empirie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">schreiben kann ich viel. ich denke jedoch vielmehr, dass der unterschied geh\u00f6rt werden muss. vielleicht bin ich mit meinem urteil \u00fcber das taruya 01-m red zu harsch und andere m\u00f6gen genau diese frequenzbetonung. vielleicht habe ich hier auch eine montagsnadel erwischt und ganz bestimmt bin ich in dem, was ich mir unter klangtreue so vorstelle h\u00f6chst subjektiv. an dieser stelle mache ich es mal wie die youtuber: schreibt es mir gerne in die kommentare. insbesondere, wenn ihr klanglich andere erfahrungen mit dem 01-m red gemacht habt. ein teil in mir denkt (nein: hofft) tats\u00e4chlich immer noch, dass das nicht der \u00fcbliche taruya-standard ist und die nadel sonst eine bessere figur abgibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">es gibt also ein paket, das ich wie folgt geschn\u00fcrt habe:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"text-decoration: underline;\">technische ausstattung<\/span><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>technics 1210 mk2 mit mogami-kabel, das mir die herren von <a href=\"https:\/\/www.1210berlin.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">1210berlin<\/a> vor drei jahren bei der general\u00fcberholung eingebaut haben.<\/li><li>ecler nuo 3, schon in die jahre gekommen, kratzt aber bei der wiedergabe nicht.<\/li><li>native instruments komplete audio 6<\/li><li>wavelab elements 10.0.70, installiert auf einem macbook pro von mitte 2014 mit intel i7 und 16 gb ram.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"text-decoration: underline;\">tracks<\/span><br>vorab: sollte sich irgendwer von den rechteinhaber*innen von den beispielen gest\u00f6rt f\u00fchlen: meine e-mail-adresse steht im impressum und ich nehme das bei beanstandung sofort herunter.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>jake slazenger &#8211; nautilus<br><em>entnommen der x-mix von ken ishii, die ich vor jahren gebraucht gekauft und nie einer reinigung oder dergleichen unterzogen habe. habe wegen der beiger\u00e4usche die einlaufrille mitgenommen, <em>um zu zeigen, wie sehr das taruya die haarfeinen kratzer oder ablagerungen durch fingerabdr\u00fccke betont.<\/em> das w\u00e4re bei meiner &#8222;violator&#8220;-kopie zwar noch offenkundiger, aber mir ist nicht so nach \u00e4rger mit der rechtsabteilung von depeche mode.<\/em><\/li><li>paul johnson &#8211; u so silly<br><em>erstens um den unterschied bei den s-lauten zu zeigen und zweitens, wie wichtig nadeln mit feingesp\u00fcr bei nicht ganz optimal gemasterten ver\u00f6ffentlichungen oder bei gebrauchtplatten sind.<\/em><\/li><li>shed &#8211; solitude straight<br><em>weil die platte von allen am wenigsten gebraucht, am besten gemastert und der track zeitlos fett ist. bei shed passiert sowohl im subbereich als auch in den h\u00f6hen mehr als genug, so dass das f\u00fcr den klangeindruck reicht.<\/em><\/li><li>mathew jonson &#8211; typerope<br><em>weniger wucht als bei shed, aber lenkt die aufmerksamkeit mehr auf den h\u00f6hen- und mittenbereich. auch der sanfte attack bei der kickdrum hat ein w\u00f6rtchen mitzureden.<\/em><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"text-decoration: underline;\">vorgehensweise<\/span><br><br>ich habe den gain auf das lauteste system eingestellt und nach dem wechsel zwischen den systemen so belassen. start: bei jake slazenger wie erw\u00e4hnt bei der einlaufrille, bei paul johnson einfach vom anfang, bei shed mit dem einsatz der synth-sequenz, bei mathew jonson einfach nach dem ersten viertel. letztere platte muss ich mal reinigen &#8211; die aufnahme setzt nach dem h\u00f6rbaren knacksen ein, das von festsitzenden schmutzpartikeln verursacht wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">das alles aufgenommen mit 48 khz \/ 24-bit, zurechtgeschnitten, ausgeblendet, normalisiert. mehr fand an nachbearbeitung meinerseits nicht statt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">es sind also jeweils drei dateien mal vier (tracks) f\u00fcr den a\/b\/c-vergleich herausgekommen, die an (fast, nagelt mich bitte nicht auf die millisekunde fest) der gleichen stelle starten. so k\u00f6nnt ihr die dateien entweder in wavelab (falls ihr es habt) oder im kostenlosen audacity als verschiedene tracks einer audiomontage laden und immer im jeweiligen wechsel zwischen den einzelnen spuren abspielen, ohne dabei signifikant aus dem takt zu geraten.<br>die jeweiligen systeme befinden sich im dateinamen, ebenfalls der headroom zu 0db vor der normalisierung, der verdeutlicht, dass gerne mal 4db unterschied zwischen den systemen liegen k\u00f6nnen.<br>aber lange genug geredet, hier ist&#8230;<br><br><strong>das paket<\/strong><br><br><a href=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/mixes\/test-stantonds4_vs_taruya01mred.zip\">klick<\/a><br>(zip-datei, 564 mb, mit den 12 wav-dateien in originaler aufl\u00f6sung von 48khz\/24-bit, so dass sich nichts auf irgendeine kompression zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst.)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">ergebnis \/ fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">wo ich vor dem a\/b\/c-vergleich noch etwas der endlichkeit der shure-nadeln nachtrauerte, habe ich meine meinung danach revidiert: das shure ist aufgrund seiner w\u00e4rme \u00fcberaus charmant und es tut gut zu wissen, dass es die platte zugleich pfleglich behandelt. dies ist etwas, das sich bei stanton im langzeittest noch zeigen muss. aber da ich die platte vor der ersten kick eh nicht sonderlich h\u00e4ufig vor und zur\u00fcck bewege und das system prim\u00e4r zum digitalisieren nutzen werde, ist mir das erstmal ziemlich egal.<br>jedoch: beim umschalten zwischen dem stanton und dem shure wird deutlich, dass stanton nicht nur einen hauch mehr aus dem vinyl kitzelt. mir war das ds-4 erst sehr chirurgisch pr\u00e4zise. aber unter der hoffnung, dass dies eine hoffentlich l\u00e4ngerlebige alternative zum m44\/7 bleibt, war ich auch zu dem kompromiss bereit, die liebgewonnene w\u00e4rme des m44\/7 gegen die erst steril geglaubte pr\u00e4zision des ds-4 einzutauschen.<br>im direkten vergleich jedoch klang das ds-4 nicht so k\u00fchl wie eigentlich vermutet. ich gehe sogar so weit, es insgesamt etwas mehr als eine nasenl\u00e4nge vor dem m44\/7 zu sehen, bei &#8222;solitude straight&#8220; von shed quasi gleichauf. das wird aber auch mit der tatsache zu tun haben, dass die n44\/7 schon ein paar jahre alt und damit nicht mehr die frischste ist.<br>das taruya 01-m red gewinnt in einer kategorie: bei der lautst\u00e4rke \u00fcbertrumpft es das shure bei weitem, stanton kommt hier gerade mal so hinterher. klanglich jedoch ist es f\u00fcr mein empfinden sowohl der nicht taufrischen n44\/7 und der frischen ds-4 bei allen tracks haushoch unterlegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">durch den direkten vergleich bin ich sicher: meine beiden shure m44\/7 werde ich in ihre transportverpackung stecken und aus nostalgiegr\u00fcnden hin und wieder mal auf die technics montieren. wenn ich das n\u00e4chste mal nach japan komme, werde ich mir aus neugierde einen satz jico-nadeln mitbringen.<br>so sehr es mir unter den n\u00e4geln brennt, das taruya zu reklamieren: ich buche dessen kauf als gutes marketing ab, das sein versprechen f\u00fcr mich nicht gehalten hat. manche k\u00f6nnten genau diese klangf\u00e4rbung m\u00f6gen &#8211; mein fall ist es nicht. daher werde ich es weiterverkaufen.<br>beim stanton werde ich ziemlich zeitnah das zweite system und zwei ersatznadeln bestellen. trotz nicht wirklich tauglichem scratch-einsatz liegt die nadel bei der wiedergabe super in der rille und l\u00f6st die feinheiten der tracks in einer mir echt gut schmeckenden art und weise auf. mehr m\u00f6chte ich beim digitalisieren nicht, zu meiner art des auflegens passt es auch &#8211; ich h\u00e4tte also auf meinen eigentlichen instinkt h\u00f6ren sollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ausgangslage \/ motivation (wer an meinen beweggr\u00fcnden, der lieferung und dem ganzen hin und her nicht interessiert ist, kann direkt zur empirie weiterspringen. dort gibt es wav-dateien zum nachh\u00f6ren und mein fazit direkt darunter.) es war ende 2003, als bei mir der symbolische schritt vom dj-anf\u00e4nger zum fortgeschrittenen stattfand. da ersetzte ich meinen seinerzeit schon&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[2,10],"tags":[616,615,617],"class_list":["post-6251","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musik","category-wissenswertes","tag-shure-m44-7","tag-stanton-ds-4","tag-taruya-01-m-red"],"modified_by":"stype","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6251","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6251"}],"version-history":[{"count":27,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6251\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6330,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6251\/revisions\/6330"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6251"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6251"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}