{"id":6535,"date":"2023-04-12T11:00:00","date_gmt":"2023-04-12T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=6535"},"modified":"2023-04-28T01:15:29","modified_gmt":"2023-04-27T23:15:29","slug":"berlin-15-04-2023-about-blank-golosa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2023\/04\/12\/berlin-15-04-2023-about-blank-golosa\/","title":{"rendered":"[berlin \/ 15.04.2023] about blank: golosa"},"content":{"rendered":"\n<p>zweiter (zun\u00e4chst ungeplanter) besuch im about blank f\u00fcr das wochenende. war gar nicht auf meinem radar, bis die aus ostgut- und clash-of-the-titans-tagen bekannte protagonistin mich darauf hinwies. die entscheidung, nach der staub nochmal hinzugehen, war daraufhin nicht mal mehr formsache.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"725\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2023\/04\/golosa20230415-725x1024.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-6536\" srcset=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2023\/04\/golosa20230415-725x1024.webp 725w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2023\/04\/golosa20230415-212x300.webp 212w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2023\/04\/golosa20230415-768x1084.webp 768w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2023\/04\/golosa20230415.webp 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 725px) 100vw, 725px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><span class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" style=\"text-decoration: underline;\">eintritt<\/span><br>bis 1 uhr: 18 euro<br>ab 1 uhr: 20 euro<br>trans, blpoc, menschen mit fluchtgeschichte: spendenbasis<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">ablauf<br><\/span><br><strong>lobby: unicorn rave &amp; housy floor<\/strong><br>00:00 mashyno<br>02:00 sky deep<br>05:00 cora s.<br>08:00 2faro<br><br><strong>mdf: comet techno floor<br><\/strong>01:00 amperia b2b dirty daddy don<br>04:00 deepneue<br>07:00 kikimike<br>10:00 kh38<br><br><strong>tent: peakcock garden floor<br><\/strong>02:00 performance 1 &#8211; rtalin<br>02:25 performance 2 &#8211; shanabazi-verse<br>02:35 performance 3 &#8211; lana del rabies<br><em>03:00 background music from the lobby<br><\/em>10:00 mvhy<br>13:00 kirill shapovalov<br>16:00 s\u00e9xstasy<br>19:00 a\u00e9rea negrot<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" style=\"text-decoration: underline;\">nachbetrachtung<\/span><br><br>bevor ich in die nachlese einsteige, erstmal ein paar autobiographische zeilen zur transparenz, weil&#8217;s &#8211; soviel schon mal vorweg &#8211; f\u00fcr mich ein ziemlicher spagat wird.<br><br>cora hat bei mir in zweierlei hinsicht einen riesen-fu\u00dfabdruck hinterlassen.<br>musikalisch geh\u00f6rt sie zur top 5 der djs, die mich am meisten beeinflusst haben. fing bei den ersten sets an, die ich von ihr im tresor (ab 1999) sowie ostgut (ab 2000) mitbekam, die noch stark von den usa (detroit und chicago) gepr\u00e4gt waren. dieser einfluss wuchs ab 2001, als die jungs aus der no-future-ecke &#8211; cristian vogel, neil landstrumm, tobias schmidt &#8211; nur ihr ausgangspunkt f\u00fcr mehr radikalit\u00e4t waren. im vergleich zur inhaltlich direkt nebenan liegenden und gleichsam beim publikum aneckenden eva cazal, die technisch versiert beats sezierte, abstrahierte und damit am rande der tanzbarkeit entlangnavigierte, blieb cora in der rhythmussektion meist konkreter und verst\u00f6rte auch bei ihren endgegnerinnen-sets im ostgut durch tracks mit fies verzerrten kl\u00e4ngen*. ich hab&#8217;s geliebt, zumal das ende am sonntagmittag stets vers\u00f6hnlich war. ein jahr nach der ostgut-schlie\u00dfung trat sie im februar 2004 zum stelldichein des no-future-boards im tresor mit einem breakcore-set auf den plan und blieb in den folgejahren auch dabei.<br><br>zu der zeit hatte sich neben dem musikalischen auch der menschliche fu\u00dfabdruck gesellt. war ich zuvor noch zu sch\u00fcchtern, das gespr\u00e4ch zu suchen, \u00e4nderte sich das ab 2003 durch ihren &#8222;angry plastic&#8220;-plattenladen, welcher das schaufenster zu ihrem &#8222;possible music&#8220;-vertrieb war. je mehr ich sie kennenlernte, desto klarer wurde mir auch eine deckungsgleichheit beim anspruch an musik, wonach neben dem unterhaltungswert auch die stetige herausforderung stehen sollte. bis heute zeigt sich ziemlich h\u00e4ufig: wenn mich leute wiederholt mit ihren sets abholen k\u00f6nnen und sich die gelegenheit bietet, sie kennenzulernen, zeigen sich auch \u00fcberlappungen bei den charakterlichen merkmalen.<br>ob es coras fiese techno- oder die ohne umwege auf die 12 gehenden breakcore-sets waren: sie setzte f\u00fcr mich in puncto kompromisslosigkeit bis heute g\u00fcltige ma\u00dfst\u00e4be, lieferte den passenden soundtrack f\u00fcr meine damalige lebensphase und war damit gewisserma\u00dfen therapeutisch.<br><br>kurzum: ich verdanke ihr einiges. mir ist&#8217;s also nicht m\u00f6glich, die als chronist vielleicht gebotene neutralit\u00e4t zu wahren. das wiederum f\u00fchrt zum besagten spagat: wichtigtuerei in grenzen halten, indiskretion bestenfalls vermeiden, die stellvertretende verteidigung jedoch auch und bei alldem ehrlich, realistisch und dennoch fair bleiben.<br><br>ende des prologs, nun zum sonntagmorgen.<br><br>&#8222;ich bin <em class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\">so<\/em> sauer auf mich selbst.&#8220; lie\u00df cora mich vom lobby-pult nach ca. anderthalb stunden wissen. ziel ihres \u00e4rgers war ihr mixing. und in der tat: ginge es nach schulnoten, w\u00e4re es die ber\u00fchmte &#8222;gnaden-4&#8220;. wenn es gesessen hat, dann richtig. jedoch traf das auf ca. ein drittel der \u00fcberg\u00e4nge zu.<br>ihr konzept war ein querschnitt von 30 jahren auflegen, was sie nach wie vor mit vinyl macht. dabei chronologisch von 1987 an vorgehen. tat sie auch &#8211; und zwar mit einer nummer zu beginn, bei der ich grinsen musste, weil ich sie angesichts ihrer vergangenen sets niemals in ihrer sammlung vermutet h\u00e4tte: &#8222;your love&#8220; von frankie knuckles.<br>aber wie es mit der vorfreude bei solch mit biographischer note vorbereiteten sets und entsprechend aufgeladenen erwartungen daran manchmal halt ist (und da musste ich auch selbst schon diverse male durch): mensch kann sich zuhause noch so vorbereiten und an zuversicht gewinnen &#8211; alles hinf\u00e4llig, wenn es im club bei mehreren \u00fcberg\u00e4ngen nicht so l\u00e4uft, wie mensch es eigentlich von sich oder den daheim geprobten \u00fcberg\u00e4ngen kennt. und dann kommt eines zum anderen: die eh schon vorhandene aufregung liefert sich ein gedankliches wettrennen mit dem inneren kritiker. beides schaukelt sich gegenseitig hoch und legt sich \u00fcber alles &#8211; vorrangig selbstvertrauen und konzentration. wenn dann wie sonntagmorgen noch tracks unerwartet an ihr ende kommen oder sich dann noch die technik mit (berechtigten) hinweisen wegen zu lautem gain meldet, bricht gef\u00fchlt alles \u00fcber einen herein. in solch einer situation zur\u00fcck zum rationalen, klaren denken zu finden ist hierbei viel leichter gesagt als getan und die suche nach ursachen im nachhinein m\u00fc\u00dfig. wenig clubroutine in den vergangenen jahren? vielleicht. nervosit\u00e4t ganz bestimmt.<br><br>ich h\u00e4tt&#8217;s cora von herzen geg\u00f6nnt, wenn alles &#8211; oder wenigstens das meiste &#8211; wie selbstverst\u00e4ndlich ineinandergelaufen w\u00e4re und hoffe, dass sie dahinter schnell einen haken machen kann. zwar liegt das technische auch f\u00fcr mich als schatten \u00fcber dem set &#8211; jedoch (und damit endlich mal was positives) bei weitem nicht komplett.<br>erstens ist ihre geschmackssicherheit nach wie vor eine bank. f\u00fcr mich war kein einziger schwacher track dabei. zweitens war auch die reihenfolge so schl\u00fcssig, dass sich ihre oben skizzierte entwicklung (zumindest bis 2002, dann waren die drei stunden vorbei) ablesen lie\u00df. drittens war es das erste techno-set, das ich von ihr seit fast 20 jahren geh\u00f6rt habe. erstaunlich viel detroit, davon sehr viel underground resistance, ein paar hits (&#8222;something for your mind&#8220;), viel acid (wovon ich wenig kannte), no future und artverwandtes in der letzten halben stunde. und gerade letztgenannter sound polarisiert immer noch. jedenfalls gab&#8217;s zum schluss das bereits aus ostgut-zeiten bekannte bild der vielleicht drittelvollen tanzfl\u00e4che, die sich bei 2faro auf stilistisch ganz anderer baustelle (melodischem house) wieder f\u00fcllte.<br>es spricht jedoch f\u00fcr das meinem eindruck nach sehr offene und umsichtige golosa-publikum, die ersten zwei stunden gut mitgemacht zu haben.<br><br>zu den anderen kann ich nicht vieles sagen. sky deep gefiel mir mit ihrer mischung aus breakigen acid-st\u00fccken, auch mvhy waren im zelt gem\u00fctlich-housig unterwegs. kh38 bot mittags auf dem mdf den aktuellen ravigen techno-trend, der (richtig geraten, weil springende platte) nicht mein fall wird.<br><br>trackauswahl von cora**:<br>frankie knuckles &#8211; your love<br>suburban knight &#8211; the art of stalking<br>underground resistance w\/ yolanda &#8211; living for the night (brainstorm live mix)<br>like a tim &#8211; bagpipe<br>speedy j &#8211; something for your mind<br>x-103 &#8211; 10,000 chariots<br>h&amp;m &#8211; suspense<br>suburban knight &#8211; infra red spectrum<br>drexciya &#8211; black sea<br>woody mcbride &#8211; rattlesnake<br>vainqueur &#8211; lyot (maurizio mix)<br>underground resistance &#8211; cyberwolf<br>andre holland &#8211; inversions<br>traktor &#8211; traktor v12<br>robert hood &#8211; museum<br>phoenecia &#8211; odd job (rhythm box)<br>tobias schmidt &#8211; easier<br>justin berkovi &#8211; razor blade \/ bucket of water<br>marcin czubala &#8211; driving you mad<br>neil landstrumm &#8211; scandinavia sessions (adam x remix)<br>cristian vogel &#8211; sarcastically tempered powers<br>tobias schmidt &#8211; wronged (wobei tresor bei der betitelung verwirrung stiftet, weil der track auf der vinyl-version anders hei\u00dft. gemeint ist jedenfalls <a rel=\"noreferrer noopener\" style=\"transition: none 0s ease 0s;\" class=\"darkmysite_style_link darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_link darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bEAgsGejVP4\" target=\"_blank\">der hier<\/a>.)<br>fugo &#8211; diseased (letzter track)<br><br>*: beispielhaft hierf\u00fcr <a rel=\"noreferrer noopener\" style=\"\" class=\"darkmysite_style_link darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_link darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" href=\"https:\/\/www.mixcloud.com\/denjell\/cora-s-ostgut-closing_04012003\/\" target=\"_blank\">ihr set zur ostgut-schlie\u00dfung im januar 2003<\/a>, welches zeigte, woher sie kam, wo sie sich zu dem zeitpunkt befand und auch andeutete, wo es hingehen sollte (spielzeit war damals 2-4 uhr, wenn ich mich richtig erinnere).<br>**: ged\u00e4chtnisprotokoll, daher ohne anspruch auf richtige reihenfolge. die ersten drei tracks sowie die letzten vier kamen hintereinander.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>zweiter (zun\u00e4chst ungeplanter) besuch im about blank f\u00fcr das wochenende. war gar nicht auf meinem radar, bis die aus ostgut- und clash-of-the-titans-tagen bekannte protagonistin mich darauf hinwies. die entscheidung, nach der staub nochmal hinzugehen, war daraufhin nicht mal mehr formsache. eintrittbis 1 uhr: 18 euroab 1 uhr: 20 eurotrans, blpoc, menschen mit fluchtgeschichte: spendenbasis ablauflobby:&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[5,6],"tags":[37,375,660],"class_list":["post-6535","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-stadtleben","category-terminkalender","tag-about-blank","tag-cora-s","tag-golosa"],"modified_by":"stype","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6535","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6535"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6535\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6566,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6535\/revisions\/6566"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6535"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6535"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6535"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}