{"id":7115,"date":"2024-02-21T18:14:56","date_gmt":"2024-02-21T17:14:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=7115"},"modified":"2024-11-02T13:54:07","modified_gmt":"2024-11-02T12:54:07","slug":"wuppertal-24-02-2024-open-ground-clubnight","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2024\/02\/21\/wuppertal-24-02-2024-open-ground-clubnight\/","title":{"rendered":"[wuppertal \/ 23.02.2024] open ground: clubnight"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">wuppertal war bislang \u00fcberhaupt nicht auf meiner club-landkarte. dort hat ende 2023 unweit des hauptbahnhofes das open ground unter regie eines ehemals beim hardwax involvierten mitarbeiters er\u00f6ffnet, was auch das bisherige booking gut erkl\u00e4rt.<br>nach dem, was mensch so h\u00f6rt, wurde eine menge m\u00fche in die optimierung der akustik gesteckt. es liegt also nahe, sich das bei den protagonisten zu gem\u00fcte zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.openground.club\/de\/schedule\/2024-02-23-clubnight\">clubnight<\/a><br>don williams<br>stojche<br>deniro<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">start<\/span><br>23 uhr<br><br><span style=\"text-decoration: underline;\">eintritt<\/span><br>bis 0 uhr 15 euro<br>ab 0 uhr 20 euro<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" style=\"text-decoration: underline;\">nachbetrachtung<\/span><br><br>die zentrale lage ist wirklich nicht \u00fcbertrieben. w\u00e4re ich als ortsunkundiger auf dem hinweg nicht etwas umst\u00e4ndlich gelaufen (\u00fcber die obere ebene des bahnhofs anstatt nach unten durch die bahnhofshalle), w\u00e4ren es tats\u00e4chlich nur zwei minuten bis zum club. so war&#8217;s doppelt so lang. auf dem r\u00fcckweg hatte ich es dann begriffen, ist f\u00fcr zuk\u00fcnftige besuche also gemerkt.<br><br>damit sei ein teil des fazits schon mal vorweggenommen: sobald zeit und booking stimmen, schaue ich da wieder vorbei. es gibt jedoch eine menge &#8222;aber&#8220;. allem voran wird das open ground einen sehr langen atem brauchen. mensch merkt bereits beim gang zur treppe hinab zum eingang, dass einiges in den ausbau investiert worden ist, was sich drinnen erst recht best\u00e4tigt. als ottonormalberlinraver erwartet mensch bei einem ehemaligen tiefbunker unverputzte betonw\u00e4nde, freiliegende rohre und im besten falle robuste sitzgelegenheiten, die nicht aus wohnungsaufl\u00f6sungen zusammengesucht worden sind.<br>stattdessen wird \u00fcber einen blo\u00dfen techno-club hinausgedacht. spiegelt sich im booking erst ansatzweise wider, aber das interieur vermittelt ganz klar, dass es eine kulturst\u00e4tte mit entsprechendem prestige sein soll. ged\u00e4mpftes orangenes licht allerorten, holzb\u00e4nke mit sitzkissen im gro\u00dfz\u00fcgigen foyer, das am ende von einer zu 360 grad offenen bar flankiert wird. daran schlie\u00dft sich der lange gang zum freifeld an &#8211; von nischen ges\u00e4umt, die auch gro\u00dfz\u00fcgig genug sind, um sich dort mit mehreren leuten niederzulassen. noch einmal links abbiegen, rechterseits die zweiten toiletten (wohlgemerkt: mit automatiksp\u00fclung!) und am ende des ganges die tanzfl\u00e4che finden.<br><br>die raumaufteilung beim freifeld ist potentiell ungl\u00fccklich. direkt gegen\u00fcber des eingangs befindet sich die bar. dazwischen die tanzfl\u00e4che, links eine b\u00fchne f\u00fcr zuk\u00fcnftige konzerte, die im clubbetrieb jedoch ziemlich verwaist ist und von zwei funktion one stacks ges\u00e4umt ist. zwar kann mensch sich dort hinsetzen, aber da dieser bereich zumindest an dem abend sp\u00e4rlich beleuchtet war, wurde mir nicht klar, was sie bei clubn\u00e4chten f\u00fcr einen zweck erf\u00fcllen soll. rechts das gro\u00dfz\u00fcgige dj-pult mit lj am ganz rechten ende &#8211; ideale arbeitsbedingungen. da sowohl der zugang zur tanzfl\u00e4che als auch zur bar relativ breit sind, ist jedoch die gleiche gefahr wie in der lobby des about blank als durchgangsstation zur toilette gegeben. es gibt noch eine kleinere bar direkt vor dem eingang zum freifeld, aber die war an dem abend nicht besetzt.<br>bereits weithin gelobt, kann ich auch best\u00e4tigen: der klang. dem wird im open ground alles untergeordnet, also auch die raumarchitektur. im gesamten club (ausnahme: die toiletten) sind absorber an den w\u00e4nden verbaut. f\u00fchrt dazu, dass mensch sich im foyer bei ged\u00e4mpfter musik vom freifeld sehr gut unterhalten kann. auch auf den g\u00e4ngen geht das super. auf dem freifeld an sich ist der klang (mit 15-db-filtern) sehr r\u00e4umlich und transparent. verbaut sind neue evo-komponenten von funktion one, vierpunktbeschallung, die subs stehen auf der vom dj gegen\u00fcberliegenden seite vor der b\u00fchne. mensch kann sich seinen sweet spot suchen, wo es mal mehr, mal weniger bass sein soll, aber das r\u00e4umliche bleibt. ohne geh\u00f6rschutz (getestet bei deniro, kurz bevor ich gegen 6:45 uhr ging) w\u00e4re mir es jedoch zu schrill gewesen.<br>das licht besteht aus ein paar scannern und sonst aus einem led-lichthimmel, womit die grellen strobo-effekte als bestandteil der techno-dna wegfallen. nicht weiter schlimm, kann ggf. nachger\u00fcstet werden.<br><br>sehr positiv hervorzuheben ist das personal. f\u00e4ngt schon (und das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich) bei der t\u00fcr an, die einen gleich mit einem &#8222;sch\u00f6nen abend&#8220; begr\u00fc\u00dft und hineinbittet. die garderobe ist kostenlos und interessanterweise vor der kasse positioniert, an der mensch den eintritt zahlt. ist auch der einzige ort, an dem bargeld eine rolle spielt. an bars wird kontaktlos gezahlt &#8211; entweder mit clubkarte, die mensch direkt am eingang kaufen und aufladen kann oder gleich per nfc auf dem smartphone. auch awareness wird nicht nur auf der website ernstgenommen, sondern aufdringliche herren freundlich, aber bestimmt hinausgebeten (so geschehen bei einem exemplar dieser gattung, das frauen von hinten antanzte und dabei auch beide arme um sie legte). beim publikum \u00fcberwogen m\u00e4nner, von anfang 20 bis ende 50 alles dabei, wenn auch nicht gleichm\u00e4\u00dfig verteilt. f\u00fcllgrad war bei ca. 300 leuten, was f\u00fcr einen freitag okay ist, aber auch die notwendigkeit f\u00fcr den besagten langen atem verdeutlicht. hatte ich kurz nach dem wechsel auf deniro (gegen 5 uhr) noch die sorge, ob die party bis 6 uhr \u00fcberhaupt noch tragf\u00e4hig ist, blieb ein harter kern auf der tanzfl\u00e4che, so dass es noch stabil bis 7 uhr weitergehen konnte.<br><br>anteil daran wird das techno-gepr\u00e4gte booking getragen haben. alle drei passten nicht nur auf dem papier gut zueinander. war irgendwie schon vorher klar, hat sich vor ort nur best\u00e4tigt. don williams zum anfang dubbig, sp\u00e4ter fordernder. damit auf stojche hinarbeitend, der sehr sicher mit vinyl mixte und dabei tempo machte. fan von deniro werde ich auf absehbare zeit nicht, aber nach der ersten basic channel bekam er mich f\u00fcr einige minuten dennoch.<br><br>damit ist die st\u00e4rke des clubs benannt, die hoffentlich nicht zu dessen fluch wird: das programm ist so fein ausgesucht, dass das open ground zu einer der ersten adressen geh\u00f6ren w\u00fcrde, bei denen ich das programm f\u00fcr den n\u00e4chsten monat checke &#8211; wenn der club denn in berlin w\u00e4re. und selbst hier w\u00e4re klar, dass die hardwax-pr\u00e4gung durchkommt, was auch in hiesigen breitengraden durchaus was f\u00fcr liebhaber*innen ist &#8211; gerade bei bass-music.<br>stark polemisierend k\u00f6nnte ich sagen, dass exil-berliner mit dem open ground in einer westdeutschen mittelgro\u00dfen stadt zeigen wollen, wie eine clubhochkultur mit booking nach ihrem geschmack bei glasklar austariertem sound in einem durch und durch designten laden aussehen soll. und damit bin ich genau bei dem punkt, an dem ich den betreiber*innen den langen atem w\u00fcnsche: wo in diesen tagen musik und sets auf social-media-momente optimiert werden, ist es sehr couragiert, einen club zu er\u00f6ffnen, der sich bewusst dagegen stellt und djs mit hohem qualit\u00e4tsanspruch bucht. und dabei auch \u00fcber techno hinausgeht, indem drum &amp; bass, dubstep und uk-breakbeats die t\u00fcr ge\u00f6ffnet wird. das ist alles wirklich sehr gut gemeint, birgt aber die gefahr, dass das im ruhrgebiet untergeht. im idealfall k\u00f6nnten sich die leute aus dem einzugsgebiet auch sagen, dass sie daf\u00fcr nicht mehr nach berlin fahren m\u00fcssen &#8211; die w\u00fcrden jedenfalls gute voraussetzungen vorfinden, um die musik genie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<br><br>&#8222;gut&#8220;, weil: atmosph\u00e4risch fehlt dem open ground f\u00fcr mich der anziehungsfaktor. es wirkt f\u00fcr mich eine spur zu glatt bzw. mit den absorbern, die den betoncharme verdecken, sehr auf den sound dressiert. das h\u00e4tte bei 500+ g\u00e4sten an dem abend wohl anders ausgesehen, weshalb ich darauf hoffe, dass die lobeshymnen auf sound, booking und personal in den n\u00e4chsten monaten soweit die runde gemacht haben werden, dass sich sowas wie ein stammpublikum herauskristallisiert. daf\u00fcr hilfreich w\u00e4ren residents aus dem ruhrgebiet, wo sich die fixierung auf die ballungsr\u00e4ume der letzten jahre zeigt, wonach djs aus frankfurt oder k\u00f6ln durchaus bekannt sind, aber bei dortmund oder essen \u00fcberlege ich vergeblich.<br>ich bin vorsichtig optimistisch, dass es auch in dem einzugsgebiet leute gibt, die den anspr\u00fcchen gen\u00fcgen. bislang sehe ich als regelm\u00e4\u00dfige vertreter*innen im line-up jedoch eher die aus dem hardwax-umfeld bekannten gesichter, die aus berlin her\u00fcberfahren. und wenn bass-music hier schon entsprechend eingebettet werden muss, damit es funktioniert, wird sie im ruhrgebiet erst recht einen schweren stand haben. es w\u00e4re daher gut, ein stabiles techno-booking zu fahren, dabei residents aufzubauen und einen samstag im monat dann leute von der insel einzufliegen. ich w\u00e4re sehr gespannt darauf, wie die anlage das transportiert.<br>au\u00dferdem: wenn neben ohrenst\u00f6pseln auch kondome kostenlos an der garderobe zu bekommen sind, m\u00fcssten auch in richtung sexpositivit\u00e4t schritte unternommen werden, damit p\u00e4rchen abseits der nischen im gang zum hauptfloor gelegenheiten bekommen. da lie\u00dfe sich mit verschiebbaren w\u00e4nden auf der b\u00fchne des freifelds was machen.<br>zudem, und wahrscheinlich einfacher gesagt als getan: macht die vorausplanung bitte einfacher. termine werden zuweilen erst ein paar wochen im voraus bekannt gegeben, wohingegen mensch bei den bekannten clubs der republik bereits anfang des vormonats wei\u00df, was im n\u00e4chsten zu erwarten ist. stand 13. m\u00e4rz 2024 wei\u00df mensch nur, wie es bis zum 20. april 2024 aussieht. darunter ist bspw. mit dem 29. m\u00e4rz ein ambient-listening angesetzt, was ein weiteres zeichen daf\u00fcr ist, dass musikalisch weiter als nur pure unterhaltung gedacht wird. aber wenn leute aus berlin, hamburg oder k\u00f6ln gelockt werden wollen, m\u00fcssen die idealerweise zeitnah nach ver\u00f6ffentlichung der line-ups ihrer lokalen lieblingsclubs (oder kurz danach) wissen, auf was sie sich im kommenden monat im open ground freuen k\u00f6nnen.<br><br><span class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" style=\"text-decoration: underline;\">notierte tracks (*: shazam)<\/span><br><br><strong class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\">don williams<\/strong><br>vladislav delay &#8211; recovery idea (the mike huckaby synth remix)<br>g-man &#8211; sparticus<br>surgeon &#8211; balance<br>aphrohead &#8211; in the dark we live (dave clarke&#8217;s 313 mix)<br>four lovers &#8211; #2 (a1)<br><br><strong class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\">stojche<\/strong><br>dj deeon &#8211; extac (909 rzi session)<br>ignacio &#8211; chios*<br><br><strong class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\">deniro<\/strong><br>cyrus &#8211; enforcement<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>wuppertal war bislang \u00fcberhaupt nicht auf meiner club-landkarte. dort hat ende 2023 unweit des hauptbahnhofes das open ground unter regie eines ehemals beim hardwax involvierten mitarbeiters er\u00f6ffnet, was auch das bisherige booking gut erkl\u00e4rt.nach dem, was mensch so h\u00f6rt, wurde eine menge m\u00fche in die optimierung der akustik gesteckt. es liegt also nahe, sich das&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[5,6],"tags":[268,758,546],"class_list":["post-7115","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-stadtleben","category-terminkalender","tag-don-williams","tag-open-ground","tag-stojche"],"modified_by":"stype","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7115","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7115"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7115\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7394,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7115\/revisions\/7394"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7115"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7115"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7115"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}