{"id":7219,"date":"2024-06-19T13:38:10","date_gmt":"2024-06-19T11:38:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=7219"},"modified":"2025-06-18T09:31:47","modified_gmt":"2025-06-18T07:31:47","slug":"crato-19-24-06-2024-waking-life","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2024\/06\/19\/crato-19-24-06-2024-waking-life\/","title":{"rendered":"[crato \/ 19.-24.06.2024] waking life"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">wie angek\u00fcndigt: kein fusion festival dieses jahr. stattdessen premiere: erstens das waking life an sich und zweitens ein festival im ausland. mehr dann hinterher.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">nachbetrachtung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">der text ist wieder mal l\u00e4nger und das fazit daher an den anfang gestellt. der rest folgt mit \u00fcberschriften.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">kurzform \/ fazit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">die vorschusslorbeeren genie\u00dft das waking life absolut zurecht. vorbeischauen werde ich dort in jedem fall mal wieder.<br>da ich dinge ganz gerne formell einordne: f\u00fcr mich sind dort die pluspunkte aus fusion, nachtdigital und der nation of gondwana vereint. der hippieske anspruch der fusion, ohne politisch dabei zu dogmatisch zu sein, die musikalische kuration der nachtdigital und die besucher*innenanzahl der nation of gondwana, auch wenn die wege auf dem waking life im vergleich zu gr\u00fcnefeld l\u00e4nger und das gel\u00e4nde an sich wesentlich gr\u00f6\u00dfer sind. die auf 10.000 leute beschr\u00e4nkte kapazit\u00e4t des publikums wird hoffentlich so belassen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">verbesserungsw\u00fcrdig<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">wildpinkeln ist auch international ein problem. nat\u00fcrlich laste ich dies in erster linie den herrschaften an, aber zum teil auch dem waking life. so gut die sanit\u00e4re situation auch sonst war (keine dixis, ausnahmslos \u00f6kotoiletten, an jeder station wenigstens desinfektionsmittel, meistens sogar waschbecken mit seifenspendern), ist die anzahl an pinkelrinnen ausbauf\u00e4hig. deren vorhandensein f\u00e4llt im dunkeln am rande der b\u00fchnen &#8211; denn das ist der einzige ort, an dem es sie gibt &#8211; eher nicht auf, da die \u00f6kotoiletten an sich schon beleuchtet sind. es gibt keine missoirs, ergo bleibt flinta*-personen keine andere m\u00f6glichkeit als die kabinen. jedoch hielt sich die wartezeit dort stets sehr im rahmen, was f\u00fcr eine gute kalkulation beim publikumsaufkommen und damit einhergehender potentieller nutzung spricht.<br><br>das problem des wildpinkelns trat eher auf dem zeltplatz auf. dort gab es nur zwei zentrale punkte, an denen mensch sich in \u00f6kotoiletten erleichtern konnte. wenn mann (bewusst so gegendert) sich noch halbwegs schlaftrunken kurz mal erleichtern und anschlie\u00dfend weiterschlafen m\u00f6chte, kann ich es sogar verstehen (ohne das sonderlich gut zu finden), einfach den busch am wegesrand zu nehmen als die 100 bis 200 meter bis zu den klos zu absolvieren.<br>ideal w\u00e4ren also pinkelrinnen f\u00fcr damen und herren an mehr punkten &#8211; sowohl auf dem festivalgel\u00e4nde als auch auf zelt- sowie campingplatz. dort k\u00f6nnen besucher*innen zwar die campereigenen toiletten benutzen, aber das ist evtl. auch taktisch manchmal nicht gewollt (bspw. wenn ein camper gemietet ist und die mieter*innen das klo nicht reinigen m\u00f6chten).<br><br>so sch\u00f6n es ist, komplett um den see herumgehen zu k\u00f6nnen: nachts ist das abenteuerlich, weil ein viertel des weges vom outro lado aus gesehen hinter dem wald mit den baumh\u00e4usern bis zum labyrinth mit geheimfloor nicht beleuchtet ist. f\u00fcr besucher*innen hei\u00dft das: smartphones oder andere taschenlampen mitnehmen. ich nehme aber an, dass das bereits auf dem schirm ist und in den folgejahren weiter verfeinert wird.<br><br>der einsame essensstand rechts neben der bar beim outro lado war etwas ungl\u00fccklich platziert und dem ansturm der leute bei dessen \u00f6ffnung auch h\u00f6chstens gerade so gewachsen. wenn mensch nicht wusste, dass es auch hinter der bar einen weg zu den installationen und damit um den see herum gibt, wurde das an der warteschlange an hungrigen vorbei ein ziemliches nadel\u00f6hr.<br>auch wenn das gel\u00e4nde hinter der bar f\u00fcr eine kleine essensmeile etwas zu h\u00fcgelig ist und es potentiell probleme mit fluchtwegen oder genehmigungen g\u00e4be, f\u00e4nde ich es ganz sch\u00f6n, wenn sich die organisator*innen f\u00fcr dort etwas einfallen lie\u00dfen. im status quo m\u00fcssen die leute fast einen halben kilometer auf sich nehmen, um zur hauptessensmeile neben dem cochilo zu gelangen. die wiederum ist an einer stelle gelegen, die ideale voraussetzungen bietet (fast ebenerdig, schattig bzw. gen\u00fcgend raum f\u00fcr \u00fcberdachungsm\u00f6glichkeiten) und damit ein sehr guter treffpunkt. aber wenn schon neben der floresta als eine der gro\u00dfen b\u00fchnen eine weitere essensmeile existiert, w\u00e4re das bei der \u00e4hnlich dimensionierten outro lado ebenso sch\u00f6n.<br><br>fahrr\u00e4der werden auch auf dem waking life genutzt. daf\u00fcr muss mensch wegen der steigungen jedoch sportlich sein, wenn mensch vom campingplatz aus kommt. im w\u00e4ldchen macht mensch sich (gerade im nachts unbeleuchteten teil) eher unbeliebt, aber ich hab da auch nur einmal jemanden mit rad gesehen, und derjenige hat es lieber geschoben.<br><br>mit dem h\u00fcgeligen klang es bereits mehrfach an: wirklich barrierefrei ist das gesamte gel\u00e4nde nicht. das betrifft in erster linie den wald und praia als b\u00fchne. begleitpersonen f\u00fcr rollstuhlfahrer werden sehr viel kraft in den armen brauchen, andererseits auch auf ein sehr hilfsbereites publikum treffen.<br><br>der campingplatz f\u00fcr die camper- bzw. autofraktion h\u00e4tte ein bis zwei zus\u00e4tzliche beleuchtungsquellen ganz gut vertragen k\u00f6nnen. auch hier war mensch mit taschenlampe besser beraten, um den eigenen camper nachts wiederfinden zu k\u00f6nnen. wobei das auch kompromisse bedeutet: viele wollen nachts nicht von akustischen oder optischen quellen gest\u00f6rt werden und da ist ein scheinwerfer eher kontraproduktiv. solange das telefon noch gen\u00fcgend akku f\u00fcr die taschenlampe hat, passt das.<br><br>der zugang zum festivalgel\u00e4nde vom campingplatz aus war am mittwochabend ein ziemliches nadel\u00f6hr. dort wird das gep\u00e4ck kontrolliert (keine glasflaschen, keine l\u00e4ngeren messer oder \u00e4hnliche hieb- und stichwerkzeuge). und auch wenn drei, vier leute zugleich dort besch\u00e4ftigt sind, ist das zu wenig, um den ansturm bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen. der regen kam noch erschwerend hinzu.<br>da dieser ansturm nur einmalig stattfindet, w\u00fcrden zwei, drei zus\u00e4tzliche stationen oder security-mitarbeiter*innen schon einen unterschied machen. vom campingplatz aus kommende durchlaufen das procedere jedes mal, wenn sie zum festivalgel\u00e4nde m\u00f6chten. aber das ging an den folgetagen stets sehr z\u00fcgig.<br><br>ein ans festival angebundenes security-team, das in eskalationsf\u00e4llen zur stelle ist, w\u00e4re w\u00fcnschenswert. es geht mir da in erster linie um die fraktion, die meint, auf dem campingplatz zum aufladen der camper-batterie mehrmals am tag den motor eine stunde laufen zu lassen. nicht nur eine umweltbelastung, sondern auch eine akustische. die security selbst sprach nur das n\u00f6tigste an englisch, was zum zwecke der gep\u00e4ckkontrolle auch in ordnung ist. aber sollte das waking life an popularit\u00e4t gewinnen und damit mehr internationale g\u00e4ste anziehen, die bspw. bei der campingplatzetikette oder auch generell bei der awareness nachhilfe gebrauchen k\u00f6nnen, w\u00e4ren drei bis vier leute pro schicht ziemlich gut, um das mit hilfe der security durchzusetzen.<br>damit einhergehend: feste standorte auf dem zelt- sowie campingplatz, damit jede*r wei\u00df, wohin er*sie sich bei kl\u00e4rungsbedarf wenden kann.<br><br>die web-app ist schon mal super, um das guthaben auf dem chip (auf dem waking life bezahlt mensch cashless in der eigenen w\u00e4hrung &#8222;klingeling&#8220;, die 1:1 in euro umgerechnet wird) einsehen zu k\u00f6nnen. es w\u00e4re noch besser, den timetable und ggf. den lageplan dort einzupflegen. in der hinsicht ist mensch von der fusion-app sehr verw\u00f6hnt, daher ist das eher ein nice-to-have.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">pluspunkte<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">so sehr es auch nervt, in autoschlangen zu warten, wo mensch doch nur seine endg\u00fcltige park- oder zeltposition erreichen und die ortsbegehung starten m\u00f6chte: das war angesichts der tatsache, dass sich vor der zufahrt zum waking life drei zufahrtsstra\u00dfen kreuzten, erstaunlich kurz (f\u00fcr uns gut anderthalb stunden). sobald mensch auf der festivalzufahrt in der warteschlange mit den autos stand, ging das alles ziemlich schnell. fu\u00dfg\u00e4nger*innen, die mit dem shuttle anreisten, mussten im schnitt l\u00e4nger warten.<br><br>auch wenn mein zuweilen nicht sonderlich logisch denkendes gehirn erst nicht ganz begriff, was unser parkplatzeinweiser mit uns vor hatte, als es um die position f\u00fcr unseren camper ging: er hatte einen plan. und dieser ging auf = eine reihe an campern mit motorhaube voraus am wegesrand entlang aufstellen lassen, diese reihe wiederum spiegeln, indem sich die camper mit ihrer r\u00fcckseite parallel zur r\u00fcckseite von denen am wegesrand aufstellen. konsequenz: so entstand eine weitere gasse, aus der jede*r bei bedarf das festivalgel\u00e4nde verlassen konnte. so ordentlich habe ich das in mehreren jahren auf der fusion nicht gesehen, wo selbst mittwochs auf der insel exzessiv autotetris gespielt worden ist, bis supporter*innen die mangelnden zufahrtsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die feuerwehr angemahnt haben. auf dem waking life ergab sich dies durch die gute einweisung von selbst.<br>wer mit dem gedanken spielt, das waking life mit dem eigenen oder (was ziemlich viele besucher*innen getan haben) gemieteten camper zu besuchen: achtet darauf, dass auffahrkeile mit an bord sind. gerade zum eingang bzw. zum zaun hin wird das gel\u00e4nde sehr uneben &#8211; wirklich plan ist es nirgends. zudem hat die camper-fraktion von allen besucher*innen den weitesten weg zum festivalgel\u00e4nde. aber der betr\u00e4gt vielleicht einem kilometer und ist in zehn minuten erledigt. auf dem festivalgel\u00e4nde selbst sind die wege auch nicht die k\u00fcrzesten, also sammelt auch die zeltfraktion schritte.<br>wenigstens 80% der camperfl\u00e4che liegen in der sonne. ideale bedingungen f\u00fcr fahrzeuge mit solarpanel auf dem dach, nicht so ideale bedingungen, wenn mensch keine markise am fahrzeug hat. ggf. in ein tarp investieren.<br><br>schatten, bzw. der mangel daran, f\u00fchrt zu einem dicken pluspunkt f\u00fcr die organisator*innen: weite teile des zeltplatzes haben planen \u00fcber der wiese. die sind zwar auch lichtdurchl\u00e4ssig, aber dunkeln soweit ab, dass es f\u00fcr eine halbe stunde mehr im zelt ausreichen k\u00f6nnte. ich habe mir sagen lassen, dass es die seit zwei jahren gibt, wo das waking life noch im (hei\u00dferen) august stattfand. es sind zwar b\u00e4ume gepflanzt, aber bis die gro\u00df genug sind, um schatten spenden zu k\u00f6nnen, bin ich fast im rentenalter.<br>gut zwei drittel des zeltplatzes sind auf diese weise \u00fcberdacht. wer sp\u00e4ter kommt, steht in der sonne. das war in diesem jahr sp\u00e4testens sonntag ein problem, weil es dann mit den moderaten temperaturen vorbei war und es auch nachts nicht besonders abk\u00fchlte.<br><br>in puncto &#8222;schatten&#8220; jedoch \u00fcberraschend: ein w\u00fcstenartiges festivalgel\u00e4nde mit wenig bis gar keinem schatten erwartet, stattdessen erleichtert feststellen, dass jede der b\u00fchnen entweder gut sonnengesch\u00fctzt ist (praia, cochilo) oder gleich unter b\u00e4umen liegt.<br><br>sowohl auf dem zelt- als auch dem campingplatz h\u00f6rt mensch vom festivalgel\u00e4nde ziemlich wenig. und erstaunlicherweise ist das publikum so diszipliniert, dass keine eigenen boomboxen angeschleppt werden, um die party einfach in die zeltplatzumgebung zu verlegen.<br><br>ich habe selten so ein sauberes festival gesehen. h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass supporter*innen regelm\u00e4\u00dfig auch bei hochbetrieb \u00fcber die b\u00fchnen gehen und m\u00fcll einsammeln. sonst greift der via website kommunizierte codex schon sehr gut. dabei hilft es immens, m\u00fclleimer auf einer der tanzfl\u00e4chen stets in sichtweite zu haben &#8211; egal, wo mensch sich befindet. die trennung nach dosen und restm\u00fcll bekommt mensch in egal welchen zust\u00e4nden gut hin. da s\u00e4mtliche der getr\u00e4nke von den bars entweder in pfandbechern oder in dosen ausgegeben werden, kommt an dieser stelle keine komplexit\u00e4tsstufe hinzu.<br>das setzt sich gl\u00fccklicherweise auf dem zelt- sowie campingplatz fort. da die meisten eh aus dem ausland anreisen d\u00fcrften, kommt kein sperrm\u00fcll wie ausgediente sofas und dergleichen auf das gel\u00e4nde. und auch der rest des gep\u00e4cks d\u00fcrfte sich bei den zeltenden ziemlich in grenzen halten. jedoch zur transparenz: wir haben das gel\u00e4nde am fr\u00fchen montagnachmittag (bei 36 grad) verlassen, w\u00e4hrend outro lado noch bespielt worden ist und den zeltplatz damit nicht komplett leer gesehen. es mag sich also sp\u00e4ter ein anderes bild geboten haben.<br><br>apropos bars: am l\u00e4ngsten habe ich drei minuten warten m\u00fcssen, meistens deutlich weniger. auch bei den essensst\u00e4nden hielt sich das zu sto\u00dfzeiten mit maximal 20 minuten im rahmen.<br><br>ausnahmen best\u00e4tigen die regel, aber die kuration zieht ein in weiten teilen fachkundiges publikum an. sicher wird das ausma\u00df an expertise unterschiedlich gewesen sein, aber meinem eindruck nach konnte sich die \u00fcberw\u00e4ltigende mehrzahl (also musik-nerds sowie deren unter umst\u00e4nden weniger nerdige anhang) auf die regeln einigen.<br>will hei\u00dfen: es gab kein st\u00e4ndiges fotografieren oder filmen auf den tanzfl\u00e4chen, nur mal sporadisch bzw. einen f\u00fcr mich etwas penetranten instagram-poser-trupp bei l.b. dub corp sonntagabend bei floresta. aber auch das fand eher am rande statt und war nach 20 minuten vorbei. das bringt mich selbst in die lage, die kamera nur selten mit auf das festivalgel\u00e4nde zu nehmen und dort auch eher nachts bzw. wenn tags\u00fcber, dann bei installationen zu benutzen. das smartphone hatte ich vielmehr wegen des abfotografierten timetables und als taschenlampe dabei. da die mobilfunkinfrastruktur in dieser l\u00e4ndlichen gegend wegen des festivalandrangs chronisch \u00fcberlastet war (ein problem, das mensch hier von der nation of gondwana oder vom nachtdigital her kennt), brachte mich das nicht in die verlegenheit, meiner gier nach informationen durch scrollen nachzugehen. und das war auch gut so. auf die weise blieb mensch viel eher auf die musik bzw. den moment fokussiert anstatt sich in szene setzen zu m\u00fcssen.<br>ich hatte den eindruck, dass das waking life f\u00fcr die leute ab 25 interessant ist, die des tempo-trends der letzten jahre \u00fcberdr\u00fcssig sind bzw. nie etwas damit anfangen konnten. klar z\u00e4hlt mensch ab 40 dort auch bereits zu den \u00e4lteren, aber im median d\u00fcrfte der altersdurchschnitt um die 30 gelegen haben. also bei der generation, in der die interessen zwar vielf\u00e4ltig sind, sich das verzichtbare jedoch bereits herauskristallisiert hat, und die komplette eskalation geschieht bestenfalls punktuell und nicht mehr st\u00e4ndig.<br>ergo ein eher gesetztes publikum, das meinem eindruck nach ziemlich genau auf das programm schaut und gute kuration mehr zu sch\u00e4tzen wei\u00df als sich festivals mit den gro\u00dfen acts auszusuchen, die am dritten festival-gig des gleichen wochenendes einfach nur abliefern.<br><br>nicht nur f\u00fcr ottonormalbesucher*innen scheint das waking life durch dessen kuration eine gute wahl zu sein, sondern auch f\u00fcr diejenigen auf dem line-up. so spielte djrum bspw. zwei mal &#8211; einmal ein ambient-live-set beim cochilo, dann nochmal (leider verpasst) nach ben ufo samstag auf sonntag bei floresta. maayan nidam spielte in der nacht von mittwoch auf donnerstag auf floresta sowie freitagnacht auf dem geheimfloor hinten im labyrinth &#8211; und ich habe sie beide male leider nicht geh\u00f6rt. andere aus dem programm sah mensch \u00fcber das wochenende verteilt im publikum, um den kolleg*innen zuzuh\u00f6ren. ich nehme es also als qualit\u00e4tsmerkmal f\u00fcr das festival, dass manche ihren booking-agenturen bescheid geben, das wochenende f\u00fcr das waking life freizuhalten und damit auf weitere einnahmen durch weitere gigs zu verzichten.<br>die gr\u00fcnde sind nur zu verst\u00e4ndlich. wenn sich selbst als ottonormalbesucher*in ein gef\u00fchl von kurzurlaub einstellt, ist das f\u00fcr manche acts mit anderen m\u00f6glichkeiten zur unterbringung etc. auch eine willkommene abwechslung vom sonstigen wochenendtrubel.<br><br>abgesehen vom praia, wo zwischen dj und publikum eine distanz besteht, sind die b\u00fchnen so gestaltet, dass decksharking m\u00f6glich ist. auf outro lado sowie floresta spielen die acts ebenerdig. sorgt also f\u00fcr eine augenh\u00f6he zwischen acts und publikum, anstatt erstere unn\u00f6tig zu inszenieren. gerade bei floresta erwiesen sich die installationen eher als hingucker als die b\u00fchne an sich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">musikalisches<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">gleich vorab: die absoluten &#8222;wow!&#8220;-momente blieben &#8211; zumindest, was tanzbare musik angeht &#8211; aus. jedoch: wenigstens gute sets, stets \u00fcber mittelma\u00df, durchg\u00e4ngig hohes niveau.<br>was jedoch prim\u00e4r bei mir haftengeblieben und ein beleg daf\u00fcr ist, dass das waking life keine partytouristen anziehen m\u00f6chte: outro lado ist die einzige b\u00fchne, die durchg\u00e4ngig bespielt wird. ansonsten gibt es auf jeder der anderen eine mehrst\u00fcndige pause von wenigstens vier stunden ab sonnenaufgang.<br>wenn mensch sich vom camper oder zelt aus mittags auf den weg macht, erwartet einen jedoch am outro lado erstmal ambient bis in den nachmittag hinein. und da sich die b\u00fchne (wie jede der anderen bis auf cochilo und &#8211; mit abstrichen &#8211; praia) direkt am see befindet, ist das ideal, um ganz gem\u00fctlich herumzuliegen und langsam in den tag zu starten oder um gleich im see zu schwimmen.<br>es mag meinem aktuellen bed\u00fcrfnis nach ruhe oder der affinit\u00e4t zu nicht-tanzbarem geschuldet sein. aber die konsequenz, mit der dort an jedem einzelnen mittag \/ nachmittag andere musik gespielt worden ist, anstatt dem bed\u00fcrfnis nach party rund um die uhr nachkommen oder es erst erschaffen zu wollen, bildet f\u00fcr mich mit einen der dicksten pluspunkte und damit einen der gr\u00fcnde, wiederkommen zu wollen. in meine erinnerung eingebrannt hat sich dort &#8222;allez!&#8220; von salamanda, das strobocop in voller l\u00e4nge samstagmittag spielte.<br><br>bleibe ich mal bei den floors und beim outro lado, wo ich woody am donnerstagnachmittag\/-abend auf outro lado hervorheben m\u00f6chte &#8211; gestandene house-klassiker neben gut gealtertem dubtechno und chicago sowie detroit. hat die stimmung sowie uhrzeit perfekt aufgenommen und in ein echt sehr gutes set gegossen. gleiches gilt f\u00fcr konstantin am samstagabend &#8211; im besten sinne minimal mit ausfl\u00fcgen richtung house. landet f\u00fcr mich vor g-man, der direkt danach dran war. ihn hatte ich noch nie geh\u00f6rt, kann jetzt einen haken dahinter machen. hei\u00dft nicht, dass er schlecht war, aber nach einer stunde fand ich das set etwas statisch.<br>ulf eriksson &#8211; ein bis dato f\u00fcr mich unbeschriebenes blatt, jedoch stammgast auf dem waking life. hat am samstagnachmittag ab 14 uhr einen hervorragenden \u00fcbergang vom strobocop-ambient zur schnittmenge zwischen house und techno geschaffen. drama (eine h\u00e4lfte map.ache, die andere dj dustin) spielten freitagnachmittag zwischen ambient und indie.<br>shed war dort sonntagfr\u00fch solide, richtiggehend funktional. montagmorgen\/-mittag muss mensch wollen &#8211; da ist outro lado neben dem cochilo der noch einzig ge\u00f6ffnete floor, bespielt von barbara preisinger, xdb sowie zip. in den stunden unserer anwesenheit habe ich dort nur zip gesehen, der das gewohnt minimal-housig machte. aber dort sammeln sich nun mal alle, die sich noch etwas bewegen oder zumindest am rande kopfnicken wollen. betrifft auch das ufer &#8211; die entspannte atmosph\u00e4re der vortage weicht also einer sehr gesch\u00e4ftigen.<br><br>floresta vereinte f\u00fcr mich das beste aus dekoration und musikalischer finesse. die er\u00f6ffnung von amulador am donnerstagnachmittag fand ich mit minimalem dubtechno sehr gelungen. huerco s vor arpanet ebenfalls, der \u00fcberraschend housig spielte. arpanet selbst nicht ohne technische probleme, zog es aber durch. luke slater \/ l.b. dub corp danach in richtig guter form mit detroit und dubbigem house zum sonnenuntergang. r\u00fcckblickend habe ich gerade auf floresta viel zu viel verpasst, was aber auch daran liegt, dass ich meinen schlafrhythmus auf festivals nicht mehr unterbreche. ich hab&#8217;s als tatsache akzeptiert, dass bei einem auf festivals herrschenden \u00fcberangebot auch mal dinge auf der strecke bleiben.<br><br>praia ist f\u00fcr diejenigen, die es abseits der geraden kickdrum m\u00f6gen. dank verz\u00f6gerung im zeitplan am donnerstagnachmittag noch etwas von richard akingbehin sowie tikiman mitbekommen und entschieden, dass ich das mal gezielt wiederholen muss. nosedrip wurde mir vorab empfohlen und war mit mimi zusammen im anschluss ebenfalls ordentlich dubbig. mala r\u00e4umte am gleichen abend mit erprobter formel einfach nur ab. \u03bc-ziq war im anschluss f\u00fcr die nostalgiefraktion.<br>sonst war&#8217;s f\u00fcr mich der durchgangsfloor zum labyrinth dahinter. ausnahme: upsammy, die gewohnt klasse in der nacht von freitag auf samstag experimentieller, aber zu drum&amp;bass kompatibel spielte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">notierte tracks<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">woody<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">joe smooth &#8211; promised land<br>dj sneak &#8211; spirit taker (original mix)<br>quadrant &#8211; q1.1\/1 (direkt danach)<br>mood 2 swing &#8211; the slippery track (direkt danach)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">mala<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">digital mystikz &#8211; ancient memories<br>coki &#8211; goblin<br>sir spyro &#8211; topper top<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">upsammy<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">mike parker &#8211; radioactive fire<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">strobocop<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">salamanda &#8211; allez!<br>janet jackson &#8211; got \u00b4til it&#8217;s gone<br>tocotronic &#8211; jackpot (k.o. kompakt mix)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">ulf eriksson<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">kenny larkin &#8211; plankton<br>the jak &#8211; from old days past<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">konstantin<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">the other people place &#8211; let me be me<br>losoul &#8211; 00000000<br>cheek &#8211; venus (sunshine people) (dj gregory remix)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">g-man<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">g-man &#8211; sparticus<br>plastikman &#8211; spastik<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>wie angek\u00fcndigt: kein fusion festival dieses jahr. stattdessen premiere: erstens das waking life an sich und zweitens ein festival im ausland. mehr dann hinterher. nachbetrachtung der text ist wieder mal l\u00e4nger und das fazit daher an den anfang gestellt. der rest folgt mit \u00fcberschriften. kurzform \/ fazit die vorschusslorbeeren genie\u00dft das waking life absolut 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