{"id":7307,"date":"2024-09-11T18:43:39","date_gmt":"2024-09-11T16:43:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=7307"},"modified":"2024-10-24T17:53:50","modified_gmt":"2024-10-24T15:53:50","slug":"berlin-14-09-2024-about-blank-staub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2024\/09\/11\/berlin-14-09-2024-about-blank-staub\/","title":{"rendered":"[berlin \/ 14.09.2024] about blank: staub xxl"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">der monatliche stammtermin.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2024\/09\/staub20240914-1024x1024.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-7308\" srcset=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2024\/09\/staub20240914-1024x1024.webp 1024w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2024\/09\/staub20240914-300x300.webp 300w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2024\/09\/staub20240914-150x150.webp 150w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2024\/09\/staub20240914-768x768.webp 768w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2024\/09\/staub20240914.webp 1442w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" style=\"text-decoration: underline; transition: none;\">ablauf<\/span><br><br><strong style=\"transition: none;\" class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\">garten<\/strong><br>11:00 i.nez<br>13:00 fr. jpla<br>15:00 kovvalsky<br>17:00 breza<br>19:00 irakli<br><br><strong style=\"transition: none;\" class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\">mdf<\/strong><br>14:00 projekt gestalten<br>17:00 stype<br>20:00 stanislav tolkachev<br>22:00 chloe lula<br>01:00 s.ra<br>04:00 motram<br>07:00 alex pi<br><br><strong style=\"transition: none;\" class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\">lobby<\/strong><br>22:00 katya milch<br>00:00 killa<br>02:00 shawescape<br>04:00 felde<br>06:00 modschi<br><br><strong style=\"transition: none;\" class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\">h\u00fctte<\/strong><br>00:00 dj andi<br>01:00 rlms<br>04:00 dj tussie<br><br><span class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" style=\"text-decoration: underline; transition: none;\">nachbetrachtung und selbstverortung<\/span><br><br>ehe ich mit meiner \u00fcbung in selbstreflexion beginne, erstmal das res\u00fcmee f\u00fcr die anderen.<br><br>war gegen 15:30 uhr da und erstaunt, dass es f\u00fcr die uhrzeit noch so \u00fcbersichtlich war. milde herbstliche temperaturen plus sonnenschein lockten die meisten in den garten, wo kovvalsky housig mit acid-einschlag spielte (wenn ich mich richtig erinnere &#8211; war zugegebenerweise eher mit der sorge besch\u00e4ftigt, wie es sp\u00e4ter drinnen laufen w\u00fcrde). projekt gestalten hat den mdf fordernd und stellenweise ravig er\u00f6ffnet, aber mehr als 20 leute zugleich fanden sich im zeitraum seines sets dort auch nicht ein.<br><br>auch ich machte mir zwischendurch gedanken, weil die leute im laufe meiner ersten stunde in richtung garten aufbrachen. nachvollziehbar, weil die erste halbe stunde auch durchweg breakig war. nahm das aber nach einer stunde nicht mehr pers\u00f6nlich, fuhr konsequent die techno-schiene (ebenso konsequent mit dem einen oder anderen gebrochenen takt dazwischen) und konnte am ende eine gut halbvolle tanzfl\u00e4che an stanislav tolkachev \u00fcbergeben. im garten bei irakli wurde mir um kurz nach acht dann klar, wo die leute sich die ganze zeit herumgetrieben haben. als letzte &#8222;richtige&#8220; garten-staub f\u00fcr dieses jahr (die staub xs zwei wochen sp\u00e4ter f\u00fcr den nachwuchs mal au\u00dfen vor gelassen) war es in kombination mit dem wetter auch nur zu verst\u00e4ndlich. irakli lieferte auch eine sch\u00f6ne vorlage dazu &#8211; gut techhousig, treibend dazu, hielt die spannung bis zum schluss. da kann mensch fast schon von routine sprechen.<br><br>chloe lula war mir auf dem mdf zu monoton, die lobby hingegen f\u00fcr den rest des abends bzw. die nacht \u00fcber ein stilistisch bunter gemischtwarenladen. katya milch war noch am ehesten technoid (und auch meine favoritin), killa zwischen breakbeats, house und sogar breakcore, auch technisch ein parforceritt. klar stie\u00df das manche vor den kopf, aber wagemut bewerte ich immer h\u00f6her als das spielen nach den regeln. shawescape rannte mit electro aus motor city bei mir in seinen ersten 20 minuten offene t\u00fcren ein. und das, was ich von s.ra sowie motram als motivationshilfe an der kasse sitzend mitbekam, war dubbig-treibend, ohne dass ich etwas erkannt h\u00e4tte.<br><br>gegangen bin ich kurz nach kassenschluss um kurz nach 6. und damit zu mir.<br><br>die ersten zwei september-wochen brachten stress und somit auch einiges an klarheit. stress, da dies bedeutete, zwei v\u00f6llig verschiedene sets vorzubereiten &#8211; schlie\u00dflich konnte und wollte ich die bewegungsfreiheit nicht bretternderweise verabschieden. bei der staub wollte ich abliefern, jedoch nach meinen regeln. zugleich bin ich trotz tendenz zur \u00fcberorganisation nicht derjenige, der die abfolge der tracks wochen zuvor minuti\u00f6s plant. also, zumindest nicht mehr. mal abgesehen von ein paar must-have-tracks \u00fcberlasse ich den rest mittlerweile der intuition. hei\u00dft aber auch, dass ich nicht monate zuvor die playlists in rekordbox zusammenstelle, sondern wenige wochen vorher. da stehen die chancen h\u00f6her, dass ich nach wie vor lust auf die tracks habe. die stetige sorge, den eigenen anspr\u00fcchen gerecht zu werden und idealerweise ein bis zwei leute damit abholen zu k\u00f6nnen, bleibt stetiger begleiter. das habe ich als teil des spiels akzeptiert bzw. sogar als ganz okaye richtschnur, es nicht zu locker anzugehen.<br>um eventuellem fischen nach komplimenten vorzubeugen: ich hab mich bereits nach dem set mit einer 8 von 10 selbst evaluiert und werfe mir nur sehr wenig vor. wer es konkret haben m\u00f6chte: sheds &#8222;break up 3 tk 4&#8220; auf der zwei, statt auf der eins gestartet zu haben. war aber eh nur bei der intro-kick und fiel damit h\u00f6chstwahrscheinlich nur mir auf. zum anderen h\u00e4tte ich den vorletzten track besser ausw\u00e4hlen k\u00f6nnen &#8211; &#8222;leg host&#8220; von omen&#8217;s jot war&#8217;s, und da war auf meiner speicherkarte sicher etwas in petto, das besser mit &#8222;heliosphan&#8220; von aphex twin harmoniert h\u00e4tte. der wiederum l\u00e4uft bpm-technisch so unrund, dass beim vorherigen st\u00fcck st\u00e4ndiges angleichen notwendig ist. hab also auf die harte tour gelernt, dass der dynamische analysemodus bei rekordbox eigentlich nur informativen wert hat, wenn mensch den sync manuell \u00fcbernimmt (so viel vom urspr\u00fcnglichen auflegen behalte ich mir dann doch noch bei und lasse den sync-button ausgeschaltet). beim melodieintro des aphex-tracks lief omen&#8217;s jot als rhythmischer unterbau also h\u00e4ufig aus der spur. hausaufgabe bleibt, &#8222;heliosphan&#8220; in ableton live so glattzuziehen, dass ich mir um schwankende bpm-zahlen keine gedanken mehr machen muss.<br><br>allerdings: weniger gedanken im voraus machen &#8211; das nehme ich angesichts des ergebnisses wie bei der bewegungsfreiheit in der woche zuvor auch von der staub mit.<br>und was bei der staub nicht alles zusammen kam&#8230; gewissensbisse, weil meine 32 gb f\u00fcllende speicherkarte vielleicht dreiviertelvoll war und ich mir nat\u00fcrlich einbildete, dass ich das fehlende viertel mit den tracks h\u00e4tte best\u00fccken sollen, die bei einem fehlgeschlagenen set am ende den ausschlag gegeben h\u00e4tten. vier, f\u00fcnf kombinationen im voraus, die ich unbedingt bringen wollte &#8211; stattdessen wurden es nur drei, darunter die zum anfang. der war wiederum auch von zweifeln begleitet, ob ich es wirklich bringen soll, &#8222;count me out&#8220; von kendrick lamar als erstes zu spielen.<br>also erstmal sind drei viertel auf der speicherkarte genug f\u00fcr wenigstens 300 tracks in aiff. und damit k\u00f6nnte ich wenigstens sechs stunden bestreiten, da ich in diesem leben nicht die technische finesse eines jeff mills oder dj godfather mit wenigstens 25 tracks pro stunde erreichen werde. &#8222;count me out&#8220; ist mir als st\u00fcck so wichtig, dass ich mir einfach gesagt habe, den leuten diese vier minuten eben zuzumuten. wer sich da \u00fcber zuviel textlichen inhalt beschwert, verpasst eine menge in atemberaubender weise in versma\u00df gebrachte selbstreflexion. wenn ich also weiter oben schon \u00fcber wagemut schreibe, den ich anderen hoch anrechne, warum dann nicht auch selbst? und welch eine \u00fcberraschung: beschwert hat sich keine*r deswegen.<br>zum warmwerden und auch filtern wie bereits erw\u00e4hnt: breakbeats in der ersten halben stunde. aufgrund des eh noch \u00fcberschaubaren f\u00fcllgrades gab es da eh nicht so viel zu verlieren. aufkommende gewissensbisse wegen der sich kurzzeitig lichtenden reihen habe ich soweit reguliert, dass das gute wetter alleine schon konkurrenz genug ist und die leute beizeiten nochmal reinschauen, wenn ich schon bei techno gelandet bin. einfach mal machen und auf die intuition vertrauen &#8211; das hat sich auch dieses mal ausgezahlt. nat\u00fcrlich w\u00e4re ein proppevoller mdf zu der zeit toller gewesen, aber das war bei dem allgemeinen f\u00fcllgrad und bei der konkurrenz schon ganz in ordnung so wie es war.<br>im vergleich zu vor f\u00fcnf, sechs jahren ist also neu, dass ich mir fehler wesentlich schneller verzeihe und ansonsten darauf zu vertrauen beginne, dass es irgendwann wieder einen ankn\u00fcpfungspunkt beim publikum gibt, wenn ich irgendwo mal falsch abgebogen bin. was nicht hei\u00dft, st\u00e4ndig die gleichen tracks zu spielen, aber dann doch zu wissen, welche sorte techno mich aktuell am meisten mitrei\u00dft und die auswahl darauf basierend zu stricken. w\u00e4re verrat an mir selbst, f\u00fcr mich bestenfalls mittelm\u00e4\u00dfige tracks aneinanderzureihen. dann doch lieber etwas kantiges oder meinetwegen auch bew\u00e4hrtes.<br>aller vorhandenen aufregung im vornherein zum trotz ist eine gewisse gelassenheit und ein vertrauen in meine f\u00e4higkeiten an die stelle des perfektionismus getreten. und das ist echt ein fortschritt.<br><br>soviel zum positiven. es gibt auch die stressige kehrseite: ich habe in den zwei wochen einmal mehr zu sp\u00fcren bekommen, dass das mit dem auflegen (und dabei habe ich nicht mal mehr ernsthafte karriereambitionen) ein job ist, der trotz teilzeit beim broterwerb nicht mal so nebenher zu machen geht wie noch w\u00e4hrend des studiums. zumal es damals &#8482; mitte der 2000er-jahre noch \u00fcbersichtlicher war. digitales auflegen war noch nicht so etabliert, vinyl limitierte die m\u00f6glichkeiten beim kauf durch das budget und beim gig das zu bewegende gewicht.<br>als berufst\u00e4tiger ist mein budget heute etwas besser, die digitalisierung erm\u00f6glicht den kauf von mehr musik denn je zuvor. parallel dazu wachsen die technischen m\u00f6glichkeiten. es gibt also vor und von allem eine \u00fcberw\u00e4ltigende auswahl. gerade die vorbereitung auf die staub hat mir in der hinsicht grenzen aufgezeigt bzw. verdeutlicht, dass ich mich auch abseits von anl\u00e4ssen um meine sammlung k\u00fcmmern m\u00fcsste. stetige eink\u00e4ufe bei bandcamp oder boomkat sowie digitalisierung von vinyl ist sch\u00f6n und gut. jedoch hie\u00df das in den letzten monaten in den meisten f\u00e4llen, dass dateien in einem tempor\u00e4ren ordner verblieben sind und ich rekordbox nicht kontinuierlich mit neuzug\u00e4ngen gef\u00fcttert habe. die sind zunehmend weniger techno im eigentlichen sinne und mittlerweile h\u00e4ufiger breaks oder ambient. bei den meisten der neuerwerbungen brauche ich mehrere durchg\u00e4nge, um mich daran zu erinnern, wie sie klingen. und da gebe ich mir schon m\u00fche, nach dingen zu filtern, deren musikalische halbwertszeit mehr als zwei wochen betragen.<br>die flut an mittelma\u00df ist in den jahren nach der pandemie nicht kleiner geworden &#8211; eher im gegenteil. der \u00fcberfluss auf allen kan\u00e4len war bereits vor der pandemie \u00fcberw\u00e4ltigend, und es ist seitdem nicht besser geworden. gef\u00fchlt f\u00fcr mich eher im gegenteil: es herrscht bei mir \u00fcberforderung auf der einen sowie (trotzreaktion) wachsendes unverst\u00e4ndnis bez\u00fcglich redundanz auf der anderen seite. als abwehrmechanismus f\u00e4llt es mir zunehmend leichter, bei neueren techno-ver\u00f6ffentlichungen rigoros auszusortieren. da stellt sich auch mein schlechtes gewissen hinten an, das mir vorwirft, nicht aktuell genug zu sein. insbesondere wenn aktualit\u00e4t hei\u00dft, sets zu spielen, die von tracks mit mittelm\u00e4\u00dfiger inhaltlicher qualit\u00e4t gepr\u00e4gt und damit stereotyp sind.<br>auf die gefahr hin, wie ein clubveteran zu klingen, der immer die gleiche platte(n) auflegt, wenngleich ich die explosion anfang\/mitte der 1990er nicht mitbekam: das staub-set hat gezeigt, dass es auch heute noch sehr wohl m\u00f6glich ist, mit einer auswahl an tracks zu bestehen, von denen zwei drittel vor 2010 erschienen sind. gerade die tracks aus den 1990ern bringen mehr brachialit\u00e4t und naivit\u00e4t mit als das meiste, das heute als ergebnis eines rei\u00dfbrettentwurfs auf den markt geworfen wird. zugleich bin ich mir des widerspruchs bewusst, einen guten teil an tracks beim neueinkauf, aber auch beim durchforsten der sammlung nach ihrer verwertbarkeit zu welchem set an welchem ort zu welchem zeitpunkt auszuw\u00e4hlen und damit \u00e4hnlich rei\u00dfbrettartig zu verfahren. anscheinend hat&#8217;s auch bei mir gedauert, die tatsache endg\u00fcltig zu akzeptieren, dass die entwicklung im techno mittlerweile eher in nischen stattfindet, techno an sich l\u00e4ngst aus dieser nische herausgetreten und gerade in berlin in den mainstream gesickert ist. mit allen begleiterscheinungen, die das musikgesch\u00e4ft so mit sich bringt.<br><br>zum stand der szene habe ich mich passenderweise <a style=\"transition: none;\" class=\"darkmysite_style_link darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_link darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" href=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2022\/12\/09\/berlin-10-12-2022-about-blank-staub\/\">nach der dezember-staub von 2022 ge\u00e4u\u00dfert<\/a>. und deren entwicklung sehe ich mit ausnahmen (awareness als wachsende selbstverst\u00e4ndlichkeit in clubs, die auch in andere stile einzusickern beginnt und mir als cis-typ diverse male den spiegel vorh\u00e4lt) nicht in die positive richtung gehen. inflation sowie gentrifizierung haben und werden in berlin narben hinterlassen. und als ob das alleine nicht schon genug nervt, kommt noch durch eine konsumhaltung dazu, bei der social media die erwartungen an eine reproduktion des bekannten befeuert. nicht zuletzt eine generationenfrage. die generation z ist mit techno als ein stil unter vielen aufgewachsen, ohne dass das subversive, schockierende element vorhanden war, das manche in den 1990ern mitgerissen hat. codes sind wie in jeder vorangegangenen, einst bahnbrechenden musikrichtung etabliert &#8211; mensch kann sich da bedienen.<br>musikalisch-inhaltlich herrscht auf den tanzfl\u00e4chen bei techno jedoch zumeist stagnation. die tatsache wird durch social-media-wirksame inszenierungen fast schon w\u00f6rtlich ausgeblendet &#8211; und es fruchtet, nach wie vor. das macht vieles jedoch berechenbar (wehe, es wird am sonntagabend einer klubnacht nicht gas gegeben), booker*innen sowie clubs inszenieren partys nach von konzerten oder festivals bekannten bzw. zu erwartenden schemata, das djs in den vordergrund hebt, auch wenn das publikum die eigentliche party ist.<br>meine resignation all dem gegen\u00fcber ist bekannt und w\u00e4chst vielmehr, weil ich kein bestandteil dieser verwertungsmaschine, f\u00fcr social media bzw. generell zu wenig rampensau und zu sehr auf inhaltliche herausforderungen abonniert bin. ich seh das alles in absehbarer zeit nicht besser werden, wenn mensch sich den neu hinzugekommenen schweren stand vergegenw\u00e4rtigt, den clubs auch hier mittlerweile haben. waren dies fr\u00fcher &#8482; horte von avantgardistischen n\u00e4chten sowie experimenten, m\u00fcssen diese selbst mittlerweile marketingfreundlich verpackt werden. etablierte l\u00e4den k\u00f6nnen das durch normal gut laufende wochenenden gut querfinanzieren, andere m\u00fcssen schauen, ob sie sich den luxus \u00fcberhaupt leisten k\u00f6nnen. gl\u00fccklicherweise hat die staub (um den bogen zur\u00fcck zu schlagen) sich den etabliertenstatus erarbeitet, dass sowohl macher*innen als auch publikum eine gewisse offenheit mitbringen, wobei auch ausnahmen die regel best\u00e4tigen (electro auf dem mdf im januar).<br><br>f\u00fcr mich ist es momentan eine situation zwischen den st\u00fchlen. der szene f\u00fchlte ich mich zwar noch verbunden, ziehe aber aus konzerten momentan eher f\u00fcr mich nutzen. in den kanon des abfeierns von redundanz m\u00f6chte ich nicht einstimmen, andererseits auch nicht unter der beschw\u00f6rung des geistes der 1990er mit den dazugeh\u00f6rigen tracks zum abziehbild eines mittelalten wei\u00dfen cis-typen werden, der die kritiklose konsumhaltung der jungen leute nicht versteht. einerseits fehlt mir musikalisch und auch clubtechnisch was neues, andererseits habe ich definitiv nicht die kreativit\u00e4t und energie, einen wie auch immer gearteten wandel selbst zu gestalten.<br><br>all dieser vermeintlichen negativit\u00e4t zum trotz: in der rolle des neutral beobachtenden au\u00dfenseiters, dessen meinung bei manchen leuten z\u00e4hlt, f\u00fchle ich mich zunehmend wohler. erst recht viel mehr als derjenige, der im hintergrund daf\u00fcr sorgt, dass manche f\u00e4den zusammenlaufen. und (konkret auf die zwei september-sets bezogen) gl\u00fccklicherweise immer mehr hinter cdjs und mixer, wenn ich merke, dass ich es mit einer mehr oder weniger altbackenen, daf\u00fcr authentischen auswahl doch irgendwie den ton zu treffen, der nicht unbedingt die massen, daf\u00fcr aber loyale leute anzieht. und das ist ein standort, der mir an sich erstmal reicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"text-decoration: underline;\">notierte tracks<\/span><br><br><strong>irakli<\/strong><br>mathew jonson &#8211; magic through music<br><br><strong>chloe lula<\/strong><br>planetary assault systems &#8211; rip the cut (the lady machine remix)<br><br><strong>katya milch<\/strong><br>scuba &#8211; ruptured (surgeon remix)<br>chevel &#8211; alicia<br><br><strong>shawescape<\/strong><br>aux 88 &#8211; my a.u.x. mind<br>alden tyrell &#8211; digger btz<br>aux 88 &#8211; direct drive<br><br><strong>rlms<\/strong><br>atomic moog &#8211; unlocked groove<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>der monatliche stammtermin. ablauf garten11:00 i.nez13:00 fr. jpla15:00 kovvalsky17:00 breza19:00 irakli mdf14:00 projekt gestalten17:00 stype20:00 stanislav tolkachev22:00 chloe lula01:00 s.ra04:00 motram07:00 alex pi lobby22:00 katya milch00:00 killa02:00 shawescape04:00 felde06:00 modschi h\u00fctte00:00 dj andi01:00 rlms04:00 dj tussie nachbetrachtung und selbstverortung ehe ich mit meiner \u00fcbung in selbstreflexion beginne, erstmal das res\u00fcmee f\u00fcr die anderen. war gegen&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[5,6,7],"tags":[37,53],"class_list":["post-7307","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-stadtleben","category-terminkalender","category-werbung","tag-about-blank","tag-staub"],"modified_by":"stype","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7307","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7307"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7307\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7365,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7307\/revisions\/7365"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}