{"id":7425,"date":"2024-11-29T19:25:40","date_gmt":"2024-11-29T18:25:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=7425"},"modified":"2024-12-02T13:42:14","modified_gmt":"2024-12-02T12:42:14","slug":"berlin-30-11-2024-ohm-objekts-miraculous-kaleidoscopic-technicolor-wormhole-from-the-club-to-infinity","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2024\/11\/29\/berlin-30-11-2024-ohm-objekts-miraculous-kaleidoscopic-technicolor-wormhole-from-the-club-to-infinity\/","title":{"rendered":"[berlin \/ 30.11.2024] ohm: objekt&#8217;s miraculous kaleidoscopic technicolor wormhole from the club to infinity"},"content":{"rendered":"\n<p>damit d\u00fcrfte er den ersten platz f\u00fcr den l\u00e4ngsten hier bislang erfassten partytitel einheimsen. es ist deren zweite ausgabe in diesem jahr. konzept ist, dass er sich g\u00e4ste einl\u00e4dt oder den abend gleich komplett alleine bestreitet. dieses mal mit lena willikens, was auf dem papier nach einem wettstreit um die au\u00dfergew\u00f6hnlichste auswahl aussieht. beinahe schon zuviel der vorfreude.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/ohmberlin.com\/\">objekt&#8217;s miraculous kaleidoscopic technicolor wormhole from the club to infinity<\/a><br>lena willikens<br>objekt<br><br>ab 23:59 uhr<br>15 euro<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" style=\"text-decoration: underline; transition: none;\">nachbetrachtung<\/span><br><br>mein hang zum meckern ist ja allgemein bekannt, also lebe ich das weiterhin aus. jedoch nicht, ohne das fazit voranzustellen: m\u00fcsste ich&#8217;s quantifizieren, kommt die party m\u00fchelos auf eine sehr stabile 8 von 10, die sogar an der 9 kratzt. damit locker in der bestenliste f\u00fcr 2024.<br><br>die einzigen kritikpunkte sind die bereits bekannten, wenn mensch sich f\u00fcr einen besuch im ohm entscheidet: wenn es voll wird, gibt es eigentlich nur zwei m\u00f6glichkeiten: an der bar sitzen, von dort aus das geschehen beobachten und sonst zuh\u00f6ren, oder sich in n\u00e4he des dj-pults stellen. letzteres bedeutet kalten luftzug (es ist mal wieder die beste jahreszeit zum ausgehen &#8211; nicht) oder auch durchgangsverkehr von eingang und bar zur tanzfl\u00e4che.<br><br>konkret: ab 2:30 uhr war&#8217;s mir auf der tanzfl\u00e4che zu eng. die wand am eingang zu den toiletten war bestenfalls okaye notl\u00f6sung, aber auch da schieben sich eher die leute vorbei. an der raumarchitektur l\u00e4sst sich in der hinsicht nichts \u00e4ndern, zudem wusste ich, worauf ich mich einlasse.<br>die bank neben der bar mit wechselnden sitzorten war also zu gr\u00f6\u00dferen teilen der aufenthaltsort meiner wahl. das war zwar etwas fernab vom akustischen sweet spot (daf\u00fcr ist das besagte hintere ende der tanzfl\u00e4che ziemlich gut) und das holz der b\u00e4nke schneidet irgendwann gut in die blutzufuhr zu den unterschenkeln. aber: dort ist mensch wenigstens weitestgehend ungest\u00f6rt. meine hoffnung darauf, dass es ab 5:00 uhr etwas leerer wird, hat sich nicht erf\u00fcllt. dann kam auch noch meine kondition dazwischen, die durchgemachte n\u00e4chte nicht mehr so wirklich kennt.<br>um 7:30 uhr bin ich daher heimw\u00e4rts. und selbst da war die tanzfl\u00e4che noch wenigstens dreiviertelvoll, was an sich gen\u00fcgend \u00fcber die qualit\u00e4t der party aussagen d\u00fcrfte.<br><br>bemerkenswert war&#8217;s in zweierlei hinsicht:<br><br>erstens, wie viele leute sich ohne gro\u00dfe werbung gezielt auf den weg machen. es gibt gewollt keinen eintrag bei residentadvisor, damit auch keinen ticketvorverkauf &#8211; ich bekomme lediglich \u00fcber instagram und den zur reihe geh\u00f6renden telegram-kanal davon mit, x verwende ich aus prinzip nicht mehr.<br>trotzdem war die schlange kurz nach mitternacht bereits l\u00e4nger als die vom tresor direkt nebenan. und ich hatte nicht den eindruck, dass die leute &#8222;einfach nur mal gucken&#8220; wollten oder den eingang mit dem des tresor verwechselt haben. daf\u00fcr war die f\u00fclle auf der tanzfl\u00e4che sp\u00e4testens ab 2 uhr zu aussagekr\u00e4ftig. w\u00e4ren die leute von der musik irritiert gewesen, h\u00e4tte sich das sp\u00e4testens ab 2\/3 uhr deutlich ausged\u00fcnnt.<br>stattdessen ging die durch das line-up gesetzte saat vollkommen auf &#8211; die geduld des ohm-publikums (bzw. dessen neugierde an anderen sounds) ist immer wieder erfrischend und der bedarf an guter kuration mit understatement offenbar vorhanden. klar kann ich dann im v\u00f6lligen eigeninteresse sagen, dass objekt sich doch einfach eine doppelt so gro\u00dfe location suchen soll. aber warum? das ohm als dezidiertes experimentierfeld mit richtig guter anlage ist doch der richtige raum daf\u00fcr &#8211; erst recht, wenn ungewiss ist, wie das angenommen wird. w\u00e4ren nur 50 leute dort gewesen, w\u00e4re das f\u00fcr die stimmung auch ok.<br><br>zweitens, dass die durch die einladung lenas als partnerin bei mir ausgel\u00f6ste hoffnung, musikalisch h\u00f6chstes niveau serviert zu bekommen, nicht nur eingel\u00f6st, sondern auch \u00fcbertroffen worden ist. hei\u00dft nicht, dass ich mit allem konform gehe, was sie gespielt haben (psytrance wird in diesem leben nicht mein fall, war aber nur eine kurze phase). aber endlich mal einen abend zu erleben, an dem lediglich das line-up feststeht und offen gelassen wird, wer wann zu h\u00f6ren sein wird, ist in zeiten der fixierung auf timetables mit entsprechenden schlangen vor und anschlie\u00dfend innerhalb von clubs einfach befreiend.<br>mal abgesehen davon war es ein back-to-back im klassischen sinne. klar kam es mal vor, dass eine*r von beiden mal zwei, drei tracks am st\u00fcck spielte. aber erstens habe ich so genau nicht hingeschaut und wichtiger: es fiel nicht auf, wer wann mit was dran war. stattdessen war&#8217;s ein am xone:92 ausgehandelter konsens, der eine gemeinsame dramaturgie ergab. in der ersten stunde lief bspw. ambient bzw. musik zum zuh\u00f6ren, sowas wie kickdrums waren eine seltenheit. von ca. 1:00 uhr bis 2:30 uhr blieben sie konsequent unter 110 bpm. ab dort allerdings ein sprung auf (gef\u00fchlte, nicht getappte) 130 bpm, was als ausgangspunkt diente, die temposchraube immer weiter anzuziehen. dabei blieben sie bei der auswahl stets zwischen den st\u00fchlen: wenn techno, dann abseits etablierter klassiker (meistens jedenfalls &#8211; &#8222;digeridoo&#8220; sollten diejenigen kennen, die sich etwas tiefergehend mit elektronischer tanzmusik der letzten 40 jahre besch\u00e4ftigen). wenn electro, dann eher rauh. ein st\u00e4ndiges schreiten abseits ausgetretener pfade, ohne dabei die tanzbarkeit aus dem blick zu verlieren und dennoch experimentiell genug zu bleiben, dass vergn\u00fcgen und entdeckungsneugier zugleich zum zuge kamen.<br>es war ja schon vorher klar, dass beide ein enzyklop\u00e4disches musikwissen bei gleichzeitiger verweigerung gegen\u00fcber stilgrenzen mitbringen. f\u00fcr mich war&#8217;s eine lektion darin, wie das in set-form gegossen werden kann und vor allem, dass ich das wissen in dieser breite nicht werde erreichen k\u00f6nnen. daf\u00fcr m\u00fcsste ich das vollzeit machen. klar, koketterie &#8211; ist aber f\u00fcr mich in ordnung so. es reicht mir v\u00f6llig, die qualit\u00e4ten der beiden als solche zu erkennen und dem im ansatz nachzueifern.<br><br>der abend verdient jedenfalls das pr\u00e4dikat &#8222;besonders wertvoll&#8220;. das ist nach der m\u00e4rz-ausgabe mit objekt solo bereits das zweite mal und damit ausgangspunkt f\u00fcr die hoffnung, dass exzellent kuratierte reihen wie diese als gelegenheit zur nachhilfe m\u00f6glichst lange fortbestehen und ich das neben der reef zu einem weiteren dauerkartenabonnement machen kann.<br><br><span class=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" data-darkmysite_alpha_bg=\"rgba(0, 0, 0, 0)\" data-darkmysite_preserved_classes=\"darkmysite_style_txt_border darkmysite_processed\" style=\"text-decoration: underline; transition: none;\">notierte tracks<\/span><br><br>anton friigaard &#8211; cemille<br>download &#8211; attalal (remix)<br>aphex twin &#8211; isopropanol (heruntergepitcht auf 100 bpm)<br>chants &amp; dave schoepke &#8211; ritmo puro<br>die form &#8211; damaged corpse<br>mordant music &#8211; hummdrumm<br>abadir &amp; nahash &#8211; marchadair<br>nasty j &#8211; la boucle<br>ivan iacobucci &amp; stella fiore &#8211; waiting for my love<br>transparent sound &#8211; punk motherfucker<br>solid groove &#8211; show me su&#8217;mn<br>kode9 &#8211; swarm<br>prettybwoy &#8211; overflow<br>endmodell &#8211; die taktung der maschinen (teil 1)<br>georg-i &#8211; strobe fodder<br>braille &#8211; cloud monger (bodhi remix)<br>kinzua &#8211; purest state confusion<br>aphex twin &#8211; digeridoo<br>shxcxchcxsh &#8211; do 1<br>yogg &#8211; keep the sheep<br>bell curve &#8211; just a lil bit of sweat<br>oyubi, fetus &#8211; earnin it<br>yas reven &#8211; little breake<br>gaister &#8211; conscious concentration<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>damit d\u00fcrfte er den ersten platz f\u00fcr den l\u00e4ngsten hier bislang erfassten partytitel einheimsen. es ist deren zweite ausgabe in diesem jahr. konzept ist, dass er sich g\u00e4ste einl\u00e4dt oder den abend gleich komplett alleine bestreitet. dieses mal mit lena willikens, was auf dem papier nach einem wettstreit um die au\u00dfergew\u00f6hnlichste auswahl aussieht. beinahe schon&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[5,6],"tags":[206,42,251],"class_list":["post-7425","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-stadtleben","category-terminkalender","tag-lena-willikens","tag-objekt","tag-ohm"],"modified_by":"stype","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7425","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7425"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7425\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7430,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7425\/revisions\/7430"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7425"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7425"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7425"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}