{"id":7995,"date":"2025-11-20T13:47:36","date_gmt":"2025-11-20T12:47:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=7995"},"modified":"2025-11-24T14:10:53","modified_gmt":"2025-11-24T13:10:53","slug":"berlin-22-11-2025-berghain-klubnacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2025\/11\/20\/berlin-22-11-2025-berghain-klubnacht\/","title":{"rendered":"[berlin \/ 22.11.2025] berghain: klubnacht"},"content":{"rendered":"\n<p>im april war ich das letzte mal sonntags da. zu dieser jahreszeit ist das nicht die schlechteste freizeitbesch\u00e4ftigung, und ich kann mir endlich mal ein bild von jane fitz machen, auch wenn sich ihre spielzeit mit der von nd \u00fcberschneidet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/www.berghain.berlin\/de\/event\/79242\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.berghain.berlin\/de\/event\/79242\/\">klubnacht<\/a><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">berghain<\/h3>\n\n\n\n<p>00:00 efdemin<br>04:00 newa<br>08:00 dj red<br>12:00 damon wild<br>16:00 jane fitz<br>20:00 ruman <em>live<\/em><br>21:00 dvs1<br>01:00 sandrien<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">panorama bar<\/h3>\n\n\n\n<p>00:00 ryan elliott<br>04:30 natalie robinson<br>08:30 sound metaphors djs<br>12:30 jorkes<br>16:30 nd_baumecker<br>20:30 isol\u00e9e <em>live<\/em><br>21:30 paquita gordon<br>01:30 steffi<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">nachbetrachtung<\/h2>\n\n\n\n<p>rein: 10:20 uhr<br>raus: 0:20 uhr<br><br>f\u00fcr mich eine ganz sch\u00f6n antagonistische klubnacht. neujahr mitgez\u00e4hlt war das anno 2025 meinerseits erst die vierte und musikalisch ist sie weit vorne. allerdings wurde mir auch einmal mehr deutlich, warum ich mich eher zu den nischen-abenden hingezogen f\u00fchle. lieber der reihe nach, mit der musik angefangen, dann mit der kehrseite der medaille fortgesetzt.<br><br>dj red war die einzige, zu deren set ich keine wirkliche verbindung aufbauen konnte. lag aber auch am andrang, der mich allgemein ganz sch\u00f6n auf dem linken fu\u00df erwischt hat. hatte irrigerweise darauf spekuliert, dass die jungen leute &#8482; mit damon wild nicht vertraut sind und erst zu dvs1 ankommen. somit auch angenommen, dass ihr set auf den schichtwechsel f\u00e4llt, aber der fiel diesen sonntag beinahe v\u00f6llig aus. stattdessen: schon bei ankunft eine schlange bis zum kiosk, das berghain immer noch mehr als ordentlich gef\u00fcllt. und das hat sie einfach genutzt, beherzt-funktional nach vorne zu spielen &#8211; v\u00f6llig legitim. etwas unnahbar wirkte sie auf mich, aber gut m\u00f6glich, dass das meine ausrede ist, um den sonst von mir so gesch\u00e4tzten, aber gef\u00fchlt ausgefallenen augenblick des entspannten ankommens zu kompensieren.<br>der lie\u00df sich jedoch nach oben verlagern: die sound metaphors djs bestachen vor halbvoller panorama bar mit der mischung aus (italo-)disco und abseitigen remixen tief aus den kramkisten. sie machten somit das gleiche wie im lab zu neujahr und zum jubil\u00e4um neulich im berghain: sorgsam ausgesuchte musik super kuratieren und mit einer positiven art von sturheit nicht von ihrer linie abweichen. etwas hang zum kitsch sollte mensch mitbringen, aber das hat seine wirkung in der panorama bar mit dem sonnenschein von drau\u00dfen nicht verfehlt. jorkes danach fordernder, wenn ich mal oben war.<br><br>allerdings hatte mich das berghain ab 12 uhr mehr oder minder fest im griff. damon wild positiv \u00fcberraschend mit um die 130 bpm zu beginn, was nach dj red deutlich gedrosseltes tempo war. nahmen manche aus dem publikum als anlass zur pause, weil dvs1 acht, neun stunden sp\u00e4ter anstand. f\u00fcr mich war&#8217;s unten die nachgeholte entspannte begr\u00fc\u00dfung, dar\u00fcber hinaus ein set, das sich bis zum schluss verdichtete und bis wenigstens 135 bpm beschleunigte. hier mal trippig wie auf synewave \u00fcblich, da mal minimal, da mal etwas melodischer, etwas acid auch noch. vollkommen der uhrzeit angemessen.<br>und auch sehr gut den boden f\u00fcr jane fitz vorbereitend, die f\u00fcr mich einfach mal das klubnacht-set des jahres gespielt hat. mir v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich, warum ich sie bislang nicht auf dem radar hatte &#8211; vorschusslorbeeren als eine der besten selekteurinnen hat sie reichlich und das eindrucksvoll zur schau gestellt. auch wenn ich nicht die gesamte zeit getanzt und teilweise w\u00e4hrend ihres sets geplaudert habe: sie hat konsequent mit vinyl eine tolle mischung aus d\u00fcsterem trance, minimal-trippigen tracks und acid gespielt und mir damit als bekennendem muffel gegen\u00fcber melodi\u00f6sem techno gezeigt, wie das richtig gut geht und keinen anlass gegeben, davon irgendwas verpassen zu wollen. shazam hat h\u00e4ufig versagt und ich es im lauf der zeit (auch aus r\u00fccksicht auf den akku, der seit geraumer zeit &#8222;service&#8220; bei einer maximalen ladekapazit\u00e4t von 73% anzeigt) seltener probiert. genuss war wichtiger. wahnsinniger trip! ich hoffe sehr, dass die verantwortlichen im booking teile des sets oder wenigstens den tosenden applaus danach geh\u00f6rt haben und sie das zeitnah wiederholen kann.<br><br>nd hatte also leider das nachsehen, die panorama bar in seiner letzten halben stunde jedoch gewohnt souver\u00e4n im griff. fordernd genug, nicht zu forsch und &#8211; zumindest in der zeit, in der ich ihn an der bar sitzend mitbekam &#8211; etwas trockener als sonst.<br>isol\u00e9e habe ich str\u00e4flicherweise seit playhouse nicht mehr verfolgt, sollte das aber nachholen. das war alles andere als microhousig, vielmehr durchaus richtung dub schielend, stellenweise satte basslines und auch vocodergesang. v\u00f6llig primetime-tauglich. paquita gordon lie\u00df sich mit einem dreckigen, nach chicago klingenden drum-track auch ziemlich gut an und der rest bestand aus forderndem, stellenweise melodi\u00f6sem house, wenn ich mal oben war.<br>zum dvs1-fanclub z\u00e4hle ich bekannterma\u00dfen nicht. ergo hatte ich nicht viel erwartet, war aber positiv \u00fcberrascht, weil er gegen 23:30 uhr eine strecke mit minimalerem techno hatte &#8211; nicht von der sorte der ach so trippigen und doch so ziellosen sequenzen, sondern eher federnd wie in der tradition robert hoods, nur mit satterem bass unterlegt. sonst kreide ich ihm mangelnde set-dynamik an &#8211; entweder ist das ignoranz auf meiner seite oder es hat dieses mal einfach geklickt. da er nach wie vor permanent mixt, shazam eh gerne mal krude ergebnisse zutage gef\u00f6rdert hatte (tomcraft &#8211; silence, beim set von damon wild) und ich zu dem zeitpunkt schon gut \u00fcbers\u00e4ttigt war, muss die beschreibung reichen.<br><br>womit ich beim kern des antagonistischen w\u00e4re: so sehr die musik das insgesamt f\u00fcr mich hochgerissen hat, es mich freut, dass es musikalisch auf beiden floors sonntags diverser werden kann, das publikum auch darauf einsteigt und dessen gute seiten nach wie vor \u00fcberwiegen, scheint es mittlerweile einer lotterie gleichzukommen, einen entspannteren sonntag zu erwischen. keine ahnung, ob dvs1 als faktor immer noch so zieht &#8211; de facto war der andrang tags\u00fcber so ungebrochen, dass bei reddit abends von wartezeiten bis zu mehr als vier stunden zu lesen war. erst gegen 21 uhr hatte sich die lage vor der t\u00fcr entspannt. entsprechend kurz fiel die atempause im berghain bei damon wilds erster h\u00e4lfte aus, in der die tanzfl\u00e4che h\u00f6chstens zeitweise &#8222;nur&#8220; dreiviertelvoll war. den gr\u00f6\u00dften teil der zeit \u00fcber jedoch weitaus mehr. oben war&#8217;s (gewohntes bild seit geraumer zeit) entspannter.<br>in der letzten halben stunde von jane fitz habe ich es darauf ankommen lassen, es tanzend vor dem dj-pult zu probieren und dabei alles mitbekommen, was mich an dem club begeistert und nervt. zwar hat ihr set das insgesamt mehr als wettgemacht, jedoch \u00fcberwog in der kurzen zeit eindeutig letzteres. sicher: es gibt nach wie vor leute mit umsicht, die dennoch in der musik sind &#8211; alles wunderbar. der rest bestand aus dem leider von sonntagabenden gewohnten bild, das sich dieses mal bereits ab dem nachmittag gezeigt hat: die fraktion, die bestenfalls wippend herumsteht, aber eher besch\u00e4ftigt ist, leuten via bevorzugtem smartphone-messenger irgendwas mitteilen zu wollen (und damit offensichtlich nicht den aufdruck auf dem b\u00e4ndchen f\u00fcr dieses wochenende gelesen hatte). trupps, die sich wenigstens zu dritt relativ unentschieden durch die menge dr\u00e4ngeln. dann nat\u00fcrlich diejenigen, die auf gedeih und verderb nicht einsehen wollen, dass der platz schon sehr beengt ist und nat\u00fcrlich unbedingt den raum einnehmen m\u00f6chten (\u00fcbrigens unabh\u00e4ngig vom geschlecht), anstatt nach alternativen zu suchen.<br>klar kann ich mir die frage gefallen lassen, warum ich mir das \u00fcberhaupt antue, zumal ich damit selbst besagten raum einnehme. andererseits geschah das zu einem zeitpunkt, an dem selbiges noch ging. ich werde h\u00f6chstwahrscheinlich nie in der lage sein, publikumsbewegungen um mich herum auszublenden und damit stets antizipieren, wo jemensch als n\u00e4chstes hin m\u00f6chte. im laufe dieses sonntags war das zumindest im berghain auf der tanzfl\u00e4che der f\u00fcr mich fast permanente modus, wodurch das aufgehen in der musik (auch bekannt als &#8222;fallenlassen&#8220;) dort so gut wie nicht m\u00f6glich war. stattdessen lie\u00df mich die kombination aus reiz\u00fcberflutung und genervtheit \u00fcber den vereinzelten mangel an r\u00fccksicht nicht nur einmal mit den augen rollen. begleiterscheinung dessen ist, dass ich mich lieber am rande aufhalte &#8211; die verteidigung meines platzes m\u00f6chte ich weder im club noch privat auf meine agenda setzen.<br><br>mich hat&#8217;s best\u00e4rkt, die linie mit den donnerstagen in der s\u00e4ule oder manchen freitagen fortzusetzen &#8211; in der hoffnung, dass anno 2026 abseits vom reef-dauerkartenabo was geplant ist. zwar hatte ich mit dem 6. (bzw. 7.) dezember gelieb\u00e4ugelt, weil dj rush auch schon ewig bei mir her ist und er bei seinen letzten malen wohl richtig gut gewesen sein soll. allerdings stehen mit kittin, rene wise, kangding ray und chez damier namen auf dem programm, die stetig hohe f\u00fclle erahnen lassen. vom geburtstagswochenende rede ich erst gar nicht. stand jetzt n\u00e4hme ich von beidem abstand.<br>was leider aufzeigt: so gerne ich wie fr\u00fcher &#8482; meinen normalen schlafrhythmus beibehalten, einfach sonntagvormittag aufschlagen und bei angenehmem sound und f\u00fcllgrad gemeinsam mit anderen die zweite welle anrollen lassen w\u00fcrde, ist das mittlerweile eher vom zufall abh\u00e4ngig. einerseits freut&#8217;s mich ja, dass die popularit\u00e4t des ladens weiterhin ungebrochen ist. andererseits ist&#8217;s auch schade, dass die pausen zum durchatmen, die genauso wie der exzess zu den gr\u00fcnden f\u00fcr eben diese popularit\u00e4t z\u00e4hlen und f\u00fcr mich wie bei guten dj-sets zur dramaturgie eines gelungenen sonntags geh\u00f6ren, gef\u00fchlt weniger werden. ich will mal hoffen, dass die djs nicht der versuchung erliegen, sonntag(vor)mittag durchzubrettern, sondern sich auch mal zur\u00fccknehmen bzw. den neuaufbau nicht scheuen. hat sich bei damon wild dieses mal gezeigt, dass das sehr gut geht &#8211; beiderseitig.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">notierte tracks<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">dj red<\/h3>\n\n\n\n<p>cirkle &#8211; shamanic<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">sound metaphors djs<\/h3>\n\n\n\n<p>baccara &#8211; koochie-koo<br>proyecto uno &#8211; esta pega&#8217;o<br>karel svoboda &amp; skupina elektrovox &#8211; let raketopl\u00e1nem<br>popsikles &#8211; popcorn<br>ernest kohl &#8211; bad to be good<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">damon wild<\/h3>\n\n\n\n<p>cleric &#8211; unspoken rules<br>planetary assault systems &#8211; tap dance<br>burden &#8211; rite<br>damon wild &#8211; avion (relativ noizik remix)<br>joey beltram &#8211; b1 \/ sw37<br>mike parker &#8211; signal 303<br>nastia reigel &#8211; end up here<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">jane fitz<\/h3>\n\n\n\n<p>kangding ray &#8211; doppler shift<br>sleep d &#8211; acheron cauldron<br>jxtps &#8211; spheric<br>x-dream &#8211; no<br>holy ghost &#8211; zombie assassin<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">paquita gordon<\/h3>\n\n\n\n<p>lex boy &#8211; acid bad trip<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>im april war ich das letzte mal sonntags da. zu dieser jahreszeit ist das nicht die schlechteste freizeitbesch\u00e4ftigung, und ich kann mir endlich mal ein bild von jane fitz machen, auch wenn sich ihre spielzeit mit der von nd \u00fcberschneidet. klubnacht berghain 00:00 efdemin04:00 newa08:00 dj red12:00 damon wild16:00 jane fitz20:00 ruman live21:00 dvs101:00 sandrien&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[5,6],"tags":[29,911,181,912,910,104,913,887],"class_list":["post-7995","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-stadtleben","category-terminkalender","tag-berghain","tag-damon-wild","tag-dvs1","tag-isolee","tag-jane-fitz","tag-nd_baumecker","tag-paquita-gordon","tag-sound-metaphors"],"modified_by":"stype","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7995","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7995"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7995\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7999,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7995\/revisions\/7999"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7995"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7995"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7995"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}