{"id":8085,"date":"2026-02-05T13:52:42","date_gmt":"2026-02-05T12:52:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=8085"},"modified":"2026-02-11T17:07:06","modified_gmt":"2026-02-11T16:07:06","slug":"berlin-07-02-2026-philharmonie-berlin-strom-festival-fuer-elektronische-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2026\/02\/05\/berlin-07-02-2026-philharmonie-berlin-strom-festival-fuer-elektronische-musik\/","title":{"rendered":"[berlin \/ 07.02.2026] philharmonie berlin: strom &#8211; festival f\u00fcr elektronische musik"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">findet nach drei jahren endlich mal wieder statt. auch wieder freitag und samstag, wobei das samstagsangebot so weit herausstach, dass er als einziger besuchstag reicht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2026\/02\/strom20260207-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8086\" srcset=\"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2026\/02\/strom20260207-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2026\/02\/strom20260207-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2026\/02\/strom20260207-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2026\/02\/strom20260207-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-content\/data\/2026\/02\/strom20260207-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">20:00 &#8211; 21:00 polygonia (live) <em>foyer<\/em><br>21:15 &#8211; 22:00 azu tiwaline &amp; cinna peyghamy (live) <em>saal<\/em><br>22:00 &#8211; 23:45 dj marfox <em>foyer<\/em><br>00:00 &#8211; 01:00 alva noto (live a\/v) <em>saal<\/em><br>01:00 &#8211; 03:00 ben klock &amp; fadi mohem <em>foyer<\/em><br><br>installation: nevin alada\u011f &#8211; jamming<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">nachbetrachtung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">war von anfang bis ende da, und auch wenn sich das ein wenig harsch liest, war es die musikalisch f\u00fcr mich bislang schw\u00e4chste der drei ausgaben. allerdings jammern auf hohem niveau und meinen erwartungen geschuldet. es \u00fcberwiegt bei weitem das wohlige gef\u00fchl, dass sich experimentierfreude und hochkultur einmal mehr in einem der besten rahmen beidseitig entfalten konnten. nat\u00fcrlich bleibt das festival f\u00fcr k\u00fcnftige ausgaben auf meiner liste an terminen, nach denen ich ausschau halte.<br><br>allem voran wurde an einer der f\u00fcr mich relevantesten stellschrauben gedreht: vierpunktbeschallung im foyer. nicht durch funktion one, stattdessen l acoustics. keine zwei massiven boxent\u00fcrme, sondern vorne mittelgro\u00dfe, hinten kleinere. das hat erstens v\u00f6llig ausgereicht, um klimaanlage sowie lampen vibrieren zu lassen und zweitens dabei v\u00f6llig klar zu bleiben. gleiches gilt f\u00fcr den saal: auch l acoustics in mittlerer ausstattung &#8211; alles bis ins detail h\u00f6rbar. wenn ich einen wunsch frei h\u00e4tte: die leinwand f\u00fcr die visuals m\u00fcsste nicht so gro\u00df sein, dass das publikum dahinter verschwindet. da die visuals sich am samstag eh sehr in grenzen hielten (bei azu tiwaline und ceyna peghamy gab es keine, bei alva noto l\u00e4ngst nicht in dem umfang wie im berghain), w\u00e4ren auch zwei mittelgro\u00dfe led-arrays an den seiten der acts v\u00f6llig ausreichend. alternativ: mehrere hochkant gestellte so wie im foyer, nur mit gr\u00f6\u00dferen l\u00fccken dazwischen. auf die weise w\u00e4re bspw. die nerd-fraktion ziemlich erfreut, den protagonist*innen w\u00e4hrend der sets auf die finger bzw. die bildschirme schauen zu k\u00f6nnen.<br><br>all das sind jedoch keine kritischen details, die mich vom erscheinen abhalten w\u00fcrden. der produktionsstandard war seit jeher verdammt hoch und wird im kleinen verfeinert. gleiches galt f\u00fcr die kuration, die f\u00fcr den samstag auf dem papier f\u00fcr mich interessanter als der freitag aussah (bis ich samstag so nebenher erfuhr, dass pete f\u00fcr ehua eingesprungen war, was mich jedoch mit als einziges &#8211; evtl. neben murcof &#8211; interessiert h\u00e4tte).<br>am ende haben mich azu tiwaline und ceyna peghamy so richtig \u00fcberzeugt. field recordings und ihre meditativ-zur\u00fcckgenommene rhythmusstruktur, die ceyna mit live-percussion und modular-patch erg\u00e4nzt hat. wie ich am tag danach bei radio eins in &#8222;elektricity&#8220; erfuhr, ist ihr album quasi fertig. ansonsten h\u00e4tte ich sehr darum gebeten, dass sie das in eine ver\u00f6ffentlichung gie\u00dfen. beide auf teppichen sitzend, minimale beleuchtung, nichts von der musik ablenkendes, auf den punkt sitzendes timing &#8211; richtig gut.<br>polygonia hatte im foyer schon einen guten einstieg gegeben und \u00fcber weite strecken improvisiert. das erkl\u00e4rt den f\u00fcr mich etwas ziellos wirkenden ambient-mittelteil, nachdem sie anfangs mit langsamen, zur\u00fcckgenommenen breakbeats schon eine richtung vorgegeben hatte, die auf eine langsame steigerung schlie\u00dfen lie\u00df. das hat sie jedoch gezielt durchbrochen, bis zum ende die kurve zu dem material bekommen, das einerseits tanzbar, andererseits anspruchsvoll war und \u00fcber weite strecken teile ihrer stimme enthielt. alles andere als schlecht also, f\u00fcr mich jedoch nicht der gro\u00dfe wurf. der muss es am anfang des abends allerdings auch nicht sein &#8211; ihr einfallsreichtum sowie sounddesign ist bereits jetzt alleinstellungsmerkmal und sie bei k\u00fcnftigen ausgaben hoffentlich wieder dabei.<br><br>dj marfox bzw. kuduro wird einfach nicht mein fall. auch wenn es aus perspektive des mit techno sozialisierten einen komischen beigeschmack hat: mir war der rhythmus in seinem set zu statisch \/ repetitiv. hielt das foyer zwar gut auf betriebstemperatur, aber &#8222;jamming&#8220; als installation fand ich in dem zeitraum weitaus besser. drei parallel in endlosschleife laufende separate videos von diversen berliner orten (mauerpark, gleisdreieck, volkspark friedrichshain), in denen entweder die schwerkraft (mit der trommel) oder die luft (glockenspiele, auf dem dach eines autos montierte klarinette) die instrumentierung \u00fcbernahm. eine weitere tolle idee, was sich mit field recordings erreichen l\u00e4sst.<br><br>alva noto steht synonym f\u00fcr meine eingangs erw\u00e4hnten erwartungen. mit dem set aus dem berghain sowie dem von labelkollegen ryoji ikeda bei der strom-erstausgabe vor sechs jahren im hinterkopf hatte ich mich schon darauf gefreut, die philharmonie zeitgleich vor bass vibrieren und die spitzen t\u00f6ne bis in die hinterste ecke reflektierend zu h\u00f6ren. stattdessen habe ich mich dabei ertappt, den vor set-ende gehenden leuten insgeheim recht zu geben, als sich nach einer halben stunde abzeichnete, dass kickdrums in seinem set h\u00f6chstens zaghaft und in einem langsamen tempo eingesetzt werden.<br>kurzum: es war ein ambient-set, ich darauf nicht eingestellt und w\u00e4hrenddessen sowie danach entsprechend entt\u00e4uscht. mit ein paar tagen abstand w\u00fcrde ich die erwartungen gerne v\u00f6llig tilgen und das set nochmal von anfang an h\u00f6ren. objektiv hat er selbst mit seinen drones f\u00fcr vibrationen gesorgt und die hocht\u00f6ne hatten aufgrund der abwesenheit von rhythmus im wahrsten sinne raum zur entfaltung. w\u00e4hrenddessen dachte ich, dass er vor dem raum bzw. dem rahmen zu ehrf\u00fcrchtig ist, im nachgang tue ich ihm damit unrecht. nach diversen ver\u00f6ffentlichungen ist bekannt, dass ambient f\u00fcr ihn nun wirklich kein unbekanntes terrain ist, ergo sollte es nicht \u00fcberraschen, dass er es zu einer gelegenheit wie dieser auslebt. positiv gewendet: alles andere als eine wiederholung des berghain-sets. im vergleich dazu haben azu und ceyma dennoch bessere br\u00fccken zwischen unterhaltung und experimentierfreude gebaut.<br><br>von ben und fadi habe ich nichts erwartet und ein grundsolides techno-set bekommen, das am ende mit ein paar chicago-sprenkseln endete und zwischendrin sch\u00f6ne dubtechno-anteile hatte. wie mit marcel dettmann gewinnt ben klock f\u00fcr mich sehr dazu, wenn er einen sparringspartner zur seite hat. mir war&#8217;s ein fest, das foyer dazu bis zum schluss so gut in schwung zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">notierte tracks<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">ben klock &amp; fadi mohem<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">benales &#8211; scoria<br>robert hood &#8211; untitled 1 (mark broom edit)<br>scion &#8211; emerge 1<br>dj plant texture &#8211; ripetitivo (stretch mix)<br>ben klock &amp; fadi mohem &#8211; ultimately (amotik remix)<br>parris mitchell &#8211; follow me ghetto (feat. dj funk)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>findet nach drei jahren endlich mal wieder statt. auch wieder freitag und samstag, wobei das samstagsangebot so weit herausstach, dass er als einziger besuchstag reicht. 20:00 &#8211; 21:00 polygonia (live) foyer21:15 &#8211; 22:00 azu tiwaline &amp; cinna peyghamy (live) saal22:00 &#8211; 23:45 dj marfox foyer00:00 &#8211; 01:00 alva noto (live a\/v) saal01:00 &#8211; 03:00 ben&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[5,6],"tags":[265,794,930,629,534,926,537],"class_list":["post-8085","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-stadtleben","category-terminkalender","tag-alva-noto","tag-azu-tiwaline","tag-cinna-peyghamy","tag-fadi-mohem","tag-philharmonie-berlin","tag-polygonia","tag-strom"],"modified_by":"stype","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8085","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8085"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8085\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8097,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8085\/revisions\/8097"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8085"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8085"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8085"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}