{"id":8210,"date":"2026-06-12T02:52:51","date_gmt":"2026-06-12T00:52:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/?p=8210"},"modified":"2026-06-16T05:13:04","modified_gmt":"2026-06-16T03:13:04","slug":"tokyo-13-06-2026-vent-dj-maria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/2026\/06\/12\/tokyo-13-06-2026-vent-dj-maria\/","title":{"rendered":"[tokyo \/ 13.06.2026] vent: dj maria."},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">nach zehn jahren wurde es mal wieder zeit f\u00fcr einen japan-ausflug und die gelegenheit ist f\u00fcr mich g\u00fcnstiger als je zuvor. das contact gibt es zwar nicht mehr, aber daf\u00fcr diesen kapazit\u00e4tstechnisch \u00e4hnlich gro\u00dfen club, ebenfalls in shibuya. dj maria. hat durch diverse berghain-gastspiele vorschusslorbeeren. hab&#8217;s leider nie geschafft, daf\u00fcr jetzt bei ihrem heimspiel.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"http:\/\/vent-tokyo.net\/schedule\/vent_20260613\/\" data-type=\"link\" data-id=\"http:\/\/vent-tokyo.net\/schedule\/vent_20260613\/\">dj maria.<\/a><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">room 1<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">dj maria.<br>munemasa<br>koshiro<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">room 2<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">lost<br>manato<br>neon noir<br>caimann x aki igarashi<br>nita x bundo<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">start<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">23 uhr<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">nachbetrachtung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">rein: 23:20 uhr<br>raus: 04:00 uhr<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">kurzversion<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">sehr gute unpr\u00e4tenti\u00f6se adresse, um techno genie\u00dfen zu k\u00f6nnen. der club erinnert sehr an eine miniaturausgabe des open ground mit \u00e4hnlich gutem klang. alle drei djs in room 1 mit eigener note, ein publikum, das sich (ausnahmen gibt&#8217;s immer &#8211; zumeist die touristen) auf die musik einlie\u00df und bei einzelnen tracks regelrecht euphorisch war. sollte mensch auf der liste haben, wenn ausgehen zu elektronischer musik in tokyo auf der liste steht. ich w\u00fcrde wieder hin.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">langversion<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ich hatte noch rest-jetlag in den knochen, der sich in unregelm\u00e4\u00dfigem schlaf \u00e4u\u00dferte. zudem war ich erst acht stunden zuvor aus ito kommend in tokyo angekommen und ob der menge an menschen in dieser stadt \u00fcberw\u00e4ltigt. das hatte ich vor zehn jahren anders in erinnerung, allerdings bin ich seinerzeit im herbst gereist. insofern war eine dunstglocke aus m\u00fcdigkeit \u00fcber mir, was ein kaffee aus dem 7-eleven und eine cola vor ort nur leidlich kaschieren konnten.<br>auch wenn ich es mit den \u00f6ffentlichen verkehrsmitteln einfacher h\u00e4tte haben k\u00f6nnen (die station omote-sando befindet sich direkt schr\u00e4g gegen\u00fcber vom vent), wollte ich mir einen teil der samstagabend-erfahrung in shibuya geben. hie\u00df konkret: an der shibuya-station aussteigen, die kreuzung auf mich wirken lassen und mich fragen, ob die hochh\u00e4user \u00f6stlich davon vor zehn jahren schon standen. von dort aus zu fu\u00df weiter richtung vent. der trubel wurde bald weniger und die milden abendtemperaturen taten ihr \u00fcbriges, dass sich die entscheidung als goldrichtig erwies.<br><br>w\u00fcrde das schild nicht vor dem eingang des festa omotesando buildings stehen, k\u00f6nnte mensch nicht vermuten, dass sich hier ein club befindet. andererseits sind die b\u00e4sse aus dem keller schon deutlich zu h\u00f6ren.<br>im ersten hinterhof wird mensch in empfang genommen. da zeigt sich einer meiner (wenigen) kritikpunkte: mensch braucht entweder die line-app oder instagram, \u00fcber die mensch das einverst\u00e4ndnis mit den regeln des vent best\u00e4tigen muss. wer beides nicht hat oder haben m\u00f6chte, bleibt au\u00dfen vor. da w\u00e4ren datenschutzfreundliche alternativen besser. zudem ben\u00f6tigt: ein lichtbildausweis. meinen pass hatte ich nicht dabei, es reicht jedoch auch der ausweis oder f\u00fchrerschein. steht sogar so auf der website und bei residentadvisor. ergo meine schuld, dass ich das nicht auf dem schirm hatte.<br>als letzten schritt die kamera abkleben lassen und \u00fcber eine schmale treppe ab nach unten.<br><br>da muss ich mich in einer hinsicht korrigieren: das vent ist von der kapazit\u00e4t her wesentlich kleiner als das contact seinerzeit. gut die h\u00e4lfte, w\u00fcrde ich sch\u00e4tzen. room 2 liegt geradezu hinter der kasse, wo bei meiner ankunft dubstep lief, den rest des abends techhouse. der raum ist jedoch erstens ein schmaler schlauch mit bar an der linken seite, zweitens mit 50 leuten mehr als gut gef\u00fcllt und drittens der raucher*innenbereich. also alles keine gr\u00fcnde, dass ich dort l\u00e4ngere zeit zubringen wollte.<br>eine garderobe gibt es nicht, stattdessen (wie seinerzeit auch im contact) schlie\u00dff\u00e4cher f\u00fcr 300 yen. unten zwei sehr kompakte, nach geschlechtern getrennte klos, die f\u00fcr eine kapazit\u00e4t von 400 leuten unterdimensioniert w\u00e4ren, g\u00e4be es nicht die unscheinbare treppe nach oben, wo sich weitere schlie\u00dff\u00e4cher und kabinen mit eigenen waschbecken (!) und den ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten japanischen toilettensitzen befinden.<br>von den klos unten weiter geradeaus landet mensch auch schon im vorraum zur tanzfl\u00e4che. linkerseits die bar (deren getr\u00e4nkekarte sich auch nur \u00fcber instagram einsehen l\u00e4sst), rechts die sitzecke mit baum in der mitte, wo ich mich frage, wie die photosynthese dort klappen soll. zum sich-unterhalten schon gut, aber ich f\u00e4nde sitzb\u00e4nke statt hocker an den seiten besser. so ist das jetzt zwar modular, aber birgt auch das risiko, dass der zugang zum backstage versperrt wird. f\u00fcr mich eine \u00e4sthetikfrage &#8211; b\u00e4nke wirken in solchen r\u00e4umen stets besser. hocker sind f\u00fcr den tresen an der bar super, nur ist im vent daf\u00fcr kein platz.<br><br>tanzfl\u00e4che geradezu hinter dem barbereich, dort ist die aufteilung simpel: auf der linken seite sound und licht. der tontechniker war den ganzen abend im einsatz, so dass das taguchi-soundsystem seine qualit\u00e4ten (wahnsinnig gute transparenz bei gleichzeitiger w\u00e4rme im subbass-bereich) ausspielen konnte. das licht lief (zweiter kritikpunkt) eigentlich den ganzen abend \u00fcber auf autopilot bzw. bestand bis zum ende des sets von koshiro aus statisch auf die tanzfl\u00e4che rot leuchtenden spots. sollte das kein wunsch der k\u00fcnstler gewesen sein: da w\u00e4re mehr gegangen.<br>im gesamten clubbereich sind absorber an w\u00e4nden und decke verbaut, womit das vent \u00e4sthetisch sehr an das open ground erinnert. wer sich mitten ins get\u00fcmmel st\u00fcrzen m\u00f6chte: sich vom barbereich aus mittig oder rechts halten. links am front of house vorbei fand sich f\u00fcr mich stets ein weg oder relativ ungest\u00f6rter platz.<br>positiv auff\u00e4llig: das disziplinierte japanische publikum. mensch merkt, dass sie wegen der musik ausgehen &#8211; so wurden manche tracks und dj-wechsel regelrecht euphorisch begr\u00fc\u00dft. sets verkommen nicht zur beil\u00e4ufigen unterhaltung, um instagram zu checken oder nachrichten an den freund*innenkreis zu schicken bzw. sich gleich auf der tanzfl\u00e4che zu unterhalten. da kommt die lage des vent im keller auch zupass, was &#8211; analog zum open ground &#8211; zu problemen f\u00fchren kann, wenn ein track dringend per shazam identifiziert werden muss: auf der tanzfl\u00e4che ist so gut wie kein empfang, im barbereich ist das schon besser, zumal auch dort kleinere lautsprecher verbaut sind und die chancen somit besser stehen, dass shazam was findet. generell ist der mangel an gutem empfang mehr als gut zu verschmerzen &#8211; war der stimmung eh dienlicher.<br><br>ziemlich schade, aber aufgrund des angebots an lokalen talenten bei gleichzeitigem mangel an locations in der gr\u00f6\u00dfe wohl nicht zu \u00e4ndern: die k\u00fcrze der sets. bei sechseinhalb angesetzten stunden mal eben f\u00fcnf slots in room 2 zu besetzen, l\u00e4sst nur gut einst\u00fcndige sets zu.<br>das war in room 1 geringf\u00fcgig besser: munemasa \u00fcbergab bereits um 0:30 uhr an koshiro, und der wiederum um kurz nach 2:00 uhr an dj maria., bei der ich nicht wei\u00df, ob sie bis zum schluss alleine weitergemacht hat. gerade in room 1 w\u00e4re es ein leichtes, die sets zwei stunden dauern zu lassen, mit headliner*in in der mitte. voll genug w\u00e4re es um 1:00 uhr definitiv gewesen, und koshiro hat einen so guten job gemacht, dass er sich &#8211; neben dj maria. und mari sakurai &#8211; als weiterer export f\u00fcr&#8217;s berghain empfohlen hat. stilistisch industrieller gepr\u00e4gt als munemasa, der wiederum minimal-trippigen techno mit durchaus (psy-)tranceartigen anleihen spielte. dj maria. zwischen minimalerem trance und acid &#8211; womit sie auf meinem zettel bei zuk\u00fcnftigen berghain-gastspielen gelandet ist. alle drei technisch super sowie abwechslungsreich und mit jeweils eigenem stil, der trotzdem zu den anderen auf dem line-up passte &#8211; so wie es sein muss.<br>ist also fluch und segen zugleich: vielen richtig guten djs eine b\u00fchne bieten zu wollen, dabei nur 52 wochenenden j\u00e4hrlich zur verf\u00fcgung haben und gleichzeitig wirtschaftlich rentabel zu bleiben. w\u00e4re die welt ein wunschkonzert, sollten die betreiber*innen des vent eine zweite, minimal gr\u00f6\u00dfere version er\u00f6ffnen. auch mit zwei floors, aber mit dezidiertem raucher*innenbereich. diese sollte dann parallel zum vent existieren, in beiden versionen sollten bei einer dauer der party von sechs stunden zwei acts auf dem hauptfloor (gerne auch all-nighter, wie es jetzt im vent bereits hin und wieder vorkommt) und auf dem zweiten h\u00f6chstens drei slots vergeben werden. dazu: residents. abseits der headliner*innen wirkt es momentan so, dass sie zwar stilistisch passende leute dazubuchen. aber gerade da zeigt sich bei den wechselnden namen, dass viele ihre chance im vent bekommen, es aber meistens bei etwas einmaligem bleibt, ohne dass leute wenigstens einmal im quartal spielen. ist andererseits auch der stilistischen vielfalt geschuldet, mit der das vent auf hohem niveau bucht und die es (f\u00fcr mich zu recht) zu einer der besten adressen zum ausgehen zu techno und house in tokyo machen. nicht ohne grund k\u00f6nnen sie im oktober zehnj\u00e4hriges bestehen feiern. dennoch: zeigt das dilemma im clubleben generell: viele djs k\u00f6nnen und wollen erst recht, aber es gibt zu wenige orte. und gerade in japan ist es eine demographische sowie \u00f6konomische frage, wonach es nicht gesetzt ist, dass clubs mittlerer und kleiner gr\u00f6\u00dfe sich rentieren.<br><br>all die kritikpunkte und dilemmata au\u00dfen vor: war echt gut. ich hab das vent fest auf dem zettel, wenn ich wieder mal in der gegend sein sollte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">notierte tracks<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">munemasa<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">blndfld &#8211; with that<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">koshiro<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">chloe lula &#8211; cyrenaic paradox<br>rene wise &amp; ignez &#8211; anjos<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">dj maria.<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">so-fi &#8211; strange system (erster track)<br>braincell &#8211; travelling clairvoyance<br>steve murphy &#8211; eyes behind the door<br>planetary assault systems &#8211; rip the cut (luke slater remix 2)<br>so-fi &#8211; nesting<br>two sided agency &#8211; nostalgia for lost futures<br>igneous sauria &#8211; skip insect<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>nach zehn jahren wurde es mal wieder zeit f\u00fcr einen japan-ausflug und die gelegenheit ist f\u00fcr mich g\u00fcnstiger als je zuvor. das contact gibt es zwar nicht mehr, aber daf\u00fcr diesen kapazit\u00e4tstechnisch \u00e4hnlich gro\u00dfen club, ebenfalls in shibuya. dj maria. hat durch diverse berghain-gastspiele vorschusslorbeeren. hab&#8217;s leider nie geschafft, daf\u00fcr jetzt bei ihrem heimspiel. dj&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[5,6],"tags":[953,952],"class_list":["post-8210","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-stadtleben","category-terminkalender","tag-dj-maria","tag-vent"],"modified_by":"stype","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8210","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8210"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8210\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8216,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8210\/revisions\/8216"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8210"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8210"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dissonanzstudien.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8210"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}