der fahrplanwechsel der bvg zum 10. dezember 2006

da sag nochmal einer, dass beschwerden nichts bringen, obwohl ich seinerzeit im mai mit sicherheit nicht der einzige gewesen bin, dem die vernachlässigung des friedrichshainer südkiezes etwas quer im magen lag.

ich zitiere einfach die bvg selbst, weil ich den inhalt eh höchstens paraphrasieren (herrliches wort) würde.

Das Szene-Viertel rund um den Boxhagener Platz in Friedrichshain und der Ostbahnhof rücken näher zusammen – jetzt auch nachts.

Bislang fuhr der Nachtbus N40 von U Turmstraße über S+U Hauptbahnhof, U Rosenthaler Platz, S Hackescher Markt, S+U Jannowitzbrücke und S Ostbahnhof bis U Hermannplatz. Ab 10. Dezember 2006 wird diese Linie ab S Ostbahnhof über Straße der Pariser Kommune, Rüdersdorfer Straße, Wedekindstraße und Grünberger Straße bis zum Wühlischplatz geführt. Dadurch wird der Ostbahnhof nachts besser an den Friedrichshainer Kiez rings um die Simon-Dach-Straße und die MetroLinien M10 und M13 angebunden.

Für den bisher vom N40 bedienten Streckenabschnitt zwischen S Ostbahnhof und U Hermannplatz wird die neue Nachtbuslinie N47 eingerichtet.

balsam für die fußgänger-seele, obwohl es bei den derzeitigen warteschlangen vor’m berghain schon ratsam wäre, vor 1h loszugehen. trotzdem klasse zu wissen, dass man es auch später könnte. neben dem hauptbahnhof fährt die linie außerdem an der jannowitzbrücke vorbei, was schon mal sehr günstig für künftige tresor-gänger ist.

gratuliere, bvg! sehen die neuköllner das auch so? 😉

[shouted.fm / 28.11.2006] apollo luxus

die neue sendung des dattelner dezernats für schweinkram, alias sanomat.

zutaten: jede menge promos, die man als redakteur einer großen techno-zeitschrift so zugesteckt bekommt, obendrein noch anekdoten zu dieser und jener, und fertig ist die sendung. freue mich auf ein paar humoristische einlagen.

eine site zur sendung gibt es auch schon (klick), den vom moderator höchstselbst verfassten einleitenden text hier, und shouted.fm immer noch hier.

von mir nochmal alle fakten gebündelt:

apollo luxus
dienstag, 28.11.2006
22h-24h
von und mit sanomat

rot-rote startschwierigkeiten

heute wurde klaus wowereit im abgeordnetenhaus zum bürgermeister gewählt. klingt nicht so überraschend und unterschlägt auch nicht ganz unwesentliche details.

zweiter versuch…

ausgangssituation: das abgeordnetenhaus hat 149 sitze. davon gehen 73 an die opposition, der rest verteilt sich auf die künftige regierungskoalition. soweit, so gut, an sich eine reine formsache – so werden einige gedacht haben.

es kam leicht anders. im ersten wahlgang stimmten 74 der abgeordneten für ihn, 73 dagegen, zwei enthielten sich. walter momper ließ es sich als amtierender präsident des abgeordnetenhauses dennoch nicht nehmen, die wahl für gültig zu erklären und wowereit zu fragen, ob er die wahl annehme. der protest der opposition pochte zurecht darauf, dass nicht die einfache, sondern die mehrheit der abgegebenen stimmen inkl. der enthaltungen zählen würde. die sitzung wurde für eine stunde unterbrochen, die regierungsfraktionen trafen sich zu eiligen krisensitzungen, anschließend wurde nochmal gewählt und um 16:35 uhr stand fest, dass der amtierende auch der nächste bürgermeister ist. 75 ja-stimmen, 74 nein-stimmen.
in das buhei um die denkbar schlechten voraussetzungen für die weitere regierungsarbeit und die suche nach den möglichen abweichlern (obwohl einige namen dabei quasi offen auf der hand liegen) werde ich mich nicht einreihen, da ich hier lediglich der selbst auferlegten informationspflicht nachkommen wollte. werde es mir trotzdem nicht nehmen lassen, auf die koalitionsvereinbarung für die nächste legislaturperiode hinzuweisen. da kann dann jeder in den nächsten fünf jahren abgleichen, ob überhaupt etwas von dem verwirklicht wurde, was man sich so vorgenommen hat.

die senatoren stehen dann auch fest:
regierender bürgermeister / kultur: klaus wowereit (spd)
bildung / wissenschaft / forschung: prof. dr. e. jürgen zöllner (spd)
finanzen: thilo sarrazin (spd)
gesundheit / umwelt/ verbraucherschutz: katrin lompscher (linkspartei)
inneres / sport: dr. ehrhart körting (spd)
integration / arbeit / soziales: dr. heidi knake-werner (linkspartei)
justiz: gisela von der aue (spd)
stadtentwicklung: ingeborg junge-reyer (spd)
wirtschaft / frauen / technologie: harald wolf (linkspartei)

alle spekulationen und untergangsprophezeihungen kann man beim tagesspiegel oder der morgenpost nachlesen.

update auf wordpress 2.0.5

das erste posting unter der neuen version.

dazu kam es nur, weil ich wegen einer seit gestern abend und heute ansteigenden anzahl an nicht gefiltertem spam die neue version des math-comment-spam-plugin installieren wollte, was unter 1.5 auch theoretisch klappte, nur ließ es sich darunter nicht konfigurieren. eine alternative tat sich mit captcha! auf, aber selbiges problem. beide verfügen über ein eigenständiges konfigurationsmenü, weshalb man nicht mehr in irgendwelchen php-dateien herumeditieren muss – klingt gut, der haken dabei ist, dass es nur ab den 2er-versionen funktioniert.
also ein herz gefasst, die aktuellste version gesaugt, mich dran erinnert, dass das update von 1.0.2 (damals noch bei packts.net) auf 1.5 auch nicht so dramatisch war und ein aktuelles backup der datenbank auf dem rechner gesichert. die restlichen schritte sind denkbar spektakulär: zip entpacken, dateien in der verzeichnisstruktur in das bisherige installationsverzeichnis laden, alles überschreiben lassen, das update-script laufen lassen – das war’s.
eine schrecksekunde gab es nur, als auf einmal keiner der einträge mehr zu sehen war, aber das übel saß lediglich in einem veralteten plugin, was auch ohne umwege vom server flog (würde euch sonst sagen, wie es heißt). also: unbedingt den punkt in der anleitung beachten, dass alle plugins vor dem update besser deaktiviert, und danach erst stück für stück wieder in betrieb genommen werden. die gelegenheit kann man gleich dazu nutzen, auch da etwas frischen wind reinzubringen. ist bei dem bereits erwähnten mathe-plugin auch geschehen – und es funktioniert. alleine dafür hat es sich gelohnt.

und auch sonst, weil die 2er-version nicht nur mit einem schicken neuen layout oder grafischen konfigurationsmöglichkeiten glänzt, sondern auch mit einer vorschaufunktion für die postings, die zwar bisher auch schon vorhanden war, jetzt aber in einem frame geladen wird, der auch noch das aktuelle theme berücksichtigt. links – und das wird einige freuen – lassen sich jetzt bereits innerhalb des postings ohne a-href-tags so editieren, dass sie in einem neuen fenster geöffnet werden, also gleich mal als drohung an alle: so läuft das ab heute immer. die postings davor werde ich aber nicht anpassen. auch klasse ist das upload-script gleich unter dem fenster für den entwurf, ohne dass man jetzt zwei browser-tabs bemühen muss wie bisher, und bei der auswahl der themes sind jetzt auch kleine vorschaubilder möglich (sofern das theme sowas implementiert hat). es müsste alles wie gewohnt funktionieren. den theme-switcher habe ich im very-simple ganz nach unten verbannt. weiß nicht, wieviele von euch hier mit einer der alternativen unterwegs sind, aber falls ja, passe ich das bei denen auch noch an. neue werde ich wohl erstmal nicht integrieren, weil die hier seit eh und je vorherrschende schlichtheit mich immer noch überzeugt.
gut, so offensichtlich sind die änderungen für den leser zwar nicht, wollte es euch trotzdem wissen lassen (besonders diejenigen, die heute so gegen 19:30 bis 20:00 hier vorbeigeschaut haben).

einkäufe vom 21. oktober 2006

mal den kleinsten aller stapel abarbeiten. erster besuch im audio-in, überaus lohnenswert, des weiteren noch mitbringsel von marvin und wheezer (besten dank an euch beide!).

love inc.
r.e.s.p.e.c.t. remixes
[sm:)le sm-9006-0]

entgegen aller discogs-behauptungen ist mein vinyl schwarz, soll ja eh am besten klingen.
das original hat sich die bezeichnung „klassiker“ redlichst verdient, muss hier wohl nicht weiter vorgestellt werden. hatte den track bislang einfach nur nicht. „cosmic indifference“ ist im prinzip das selbe, nur ohne fläche, mit mehr acid und vor allem schneller.
neu war mir, dass luke slater als planetary assault systems einen remix beigesteuert hat, und da groovt alles ganz locker entspannt vor sich hin, aber die intensität des originals erreicht er lange nicht. gutes tool, trotzdem. bei der air-liquide-version sehe ich nicht so schnell die chance, damit wirklich warm zu werden.

ian pooley & jaguar
two space cowboys on a bad trip
[force inc. music works fim 102]

ian pooley und alec empire – ja, das gab’s mal tatsächlich. heute eher schwer vorstellbar. die entstehungsgeschichte ist auch ganz lustig zu lesen.
der erste track mit düsteren chords und einer von einem filter bearbeiteten sequenz, die trotzdem das gesamtbild stört. der zweite track (kaufgrund) befindet sich in bester gesellschaft zu temple nyc: dezente 303, unaufdringlicher, aber trotzdem fordernder beat, prädikat „jackin'“. der letzte will wieder mit dunkler bassline gepaart mit aufhellend gemeinten sequenz-sprenkseln punkten, schafft es aber zumindest bei mir nicht. der zweite teil ist um meilen besser.

spinning atoms
sub-set
[re-load records rel 94 15]

mayday „reformation“ reprise, diesmal aber daz sound, der den accelerator-remix spielte. ein nach wie vor pulsierendes, pumpendes techno-ungetüm, dessen langgezogene chords auf der vier dem ganzen auch eine schön federnde note verpassen. die anderen beiden sind dann eher futter für die trance-fraktion, die den 303-einsatz auch nicht scheut. meinen tee trinke ich lieber aus anderen tassen.

dj hooligan
rave nation
[ultraphonic 4509-98050-0]

und weiter geht’s mit der gründlichen selbstdemontage durch rave-outings. das video lief mit schöner regelmäßigkeit nach mayday-übertragungen oder generell auf viva zu der zeit, und sowas hinterlässt bei einem 15-jährigen natürlich tiefe spuren – 12 jahre dazwischen ändern auch nichts daran, dass der mittlerweile vermeintlich gereifte jüngling beim anblick dieser platte zu einem preis von 2 euro in unmittelbare glückskauf-laune ausbricht.
gut, wenn ich halbwegs objektive maßstäbe anlege: die remixe sind allesamt überflüssiger ballast, einzig der „piano mix“ (das ist auch die version aus dem videoclip) rechtfertigt die investition und lässt bestimmt all diejenigen grinsen, welche die damalige zeit auf die ähnlich naive art und weise wie ich miterlebt haben.
außerdem ist sein blick auf der cover-rückseite doch mal mindestens 50 cent des preises wert.

technotronic
get up (before the night is over)
[bcm records bcm 12400]

nein, ich habe immer noch nicht genug vom trash. „pump up the jam“ sollte auf keiner party fehlen, dessen publikum a) aus leuten besteht, die zur selben zeit wie der dj in die grundschule gingen, b) der meinung des djs nach ein bisschen mehr humor vertragen könnten oder c) einem schnurzpiepegal ist. genau so ist es bei der hier, lustig auch, dass david morales das damals schon „veredelt“ hat. zur vervollständigung fehlt jetzt nur noch „this beat is technotronic“, mehr muss von ihrem „gesamtkunstwerk“ keinen platz im regal beanspruchen.

culture beat
anything
[dance pool dan 659956 6]

ok, ich höre gleich auf, nur die eine noch.
scheint tatsächlich vor „mr vain“ rausgekommen zu sein, habe ich aber damals definitiv erst danach wahrgenommen. unglaubliches tempo, bei dem heutige minimal-platten definitiv nicht mithalten können. deshalb nimmt man für die rap-parts besser gleich notorisch simpel arrangierte chicago- oder tool-restbestände, die dadurch endlich (wieder) einen sinn ergeben können. ein jammer, dass man bei den schülern von heute damit keinen blumentopf mehr gewinnen kann…

tobias von hofsten
swinger
[mechanisms industries m1982]

vom beat her an damaligen schwedentechno angelehnt, aber die mit echo versehenen chords machen das auf der a-seite ganz interessant. würde mich wundern, wenn babba väth das damals nicht regelmäßig unter freiem himmel gespielt hat, dafür müsste die nummer nämlich immer noch genug taugen, wenn nicht alle auf den minimal-sound fixiert wären. die b-seite schielt schon fast in richtung detroit. schnittstelle zwischen robert hood und heiko laux, würde ich sagen, und das sind ja nicht die schlechtesten referenzen.
insgesamt eine platte für techno-sets, die das publikum nicht überfordern sollen, im berghain ab 11h morgens zum beispiel.

the architect
… lost in the mood
[tuning spork spork 05]

jay haze eignet sich – trotz einigen wirklich guten eps auf contexterrior – derzeit bestens, um der belanglosen minimal-schickeria einen diss nach dem anderen zukommen zu lassen, und tatsächlich glänzt die a-seite durch melodiös erzeugte langeweile. die rückseite macht aber alles wieder wett: zunächst mit einem minimal-jacker, bei dem man es fast schon wagen könnte, eine trax dazu zu mixen oder zumindest den sommer mit heißen open-airs herbeisehnt, wo sowas als warm-up laufen könnte. im letzten track werden die melodien auch so zusammengestellt, dass sich die für haze typische melancholie einstellt. gerade nochmal glück gehabt.

sixtoo
outremont mainline runs across the sunset
[vertical form vform025]

waschechter hiphop, der einmal mehr zeigt, dass ich vertical form als label für qualitätsware viel zu häufig vernachlässige und einigen kids von heute zur anregung der gehirnzellen als zwangsmaßnahme ganz gut tun würde. wer prefuse 73 mag, hat hiermit bestimmt keine probleme.

v/a
collectio vol. 2
[x-rust xrust002]

die sitzen in turku, finnland, und werfen scheinbar hin und wieder streng limitierte platten auf den lokalen markt, von denen man hierzulande nicht mal ansatzweise was mitbekommt. die artists sind ebenfalls (zumindest hier) unbeschriebene blätter und liefern auf der a-seite schön optimistischen, melodischen techhouse ab.
die b-seite ist da ruhiger und auch reduzierter, aber scheut dennoch nicht vom einsatz prägnanter bassdrums zurück. sei damit allen panorama-bar-residents oder den bereits erwähnten freiluft-plattendrehern im sommer ans herz gelegt.

cae$ar
suck my soul
[stars-music stars-007]

wieder turku, aber zumindest marko laine kennt man von djax-up. allerdings hätte damals wohl niemand gedacht, dass der eines tages mittelprächtigen techhouse machen würde…
das original hat was. zwar mit vocals, begleitender bassline, claps – an sich all den zutaten, die man hierzulande in den letzten jahren bis zur genüge gehört hat, aber dabei echt funky. der „dark dub“ trägt seine bezeichnung, zumindest was den dub angeht, zurecht.
den brecher findet man ganz bescheiden auf der b2, was man marko laine dann eher zugetraut hätte: brachial-acid, aus einem live-set geschnitten, im vergleich zur restlichen platte völlig unerwartet, kann man ohne zögern in dunklen kellern unter massivem strobo-einsatz spielen.