die 13 soll glück bringen. in jedem fall trifft das mit dem monatlichen jour fixe in der autonomendiskothek auf mich zu, für den ich mir den terminkalender nach wie vor gerne freiräume. gratulation ist nach wie vor ehrensache und die feierlichkeiten opulent in dauer und umfang.
ablauf
mdf
15:00 kobzev 18:00 wesley 21:00 stanislav tolkachev 23:00 bertrand. 02:00 ly sas 05:00 irakli
zelt
13:00 cara carpaccio 16:00 sirs 19:00 john osborn 22:00 pause 10:00 anja zaube
lobby
22:00 modschi b2b dj detective 02:00 anna z. 05:00 wolle xdp
wellness-punk-floor
17:00 tensor 18:00 i.nez 19:00 mel 20:00 manfred tiek 21:30 stype 23:00 ryba 01:00 a:lyrisch live 02:00 corala 03:00 j.otam 04:30 dk dent 05:30 modschi 06:30 angels in bademantel
nachbetrachtung
rein: 18:45 uhr raus: 5:45 uhr
eine geburtstagsfeier mit allen schikanen und vor allem vielen gratulant*innen – jedenfalls von samstagabend bis ca. 2 uhr, ab da entspannte sich die lage. klar, für blank und staub gleichermaßen toll, hochverdient, die beste und dem anlass mehr als angemessene mischung an leuten etc. – für mein zns jedoch zuviel. eskalation ist da momentan absolut keine priorität, sondern vielmehr das gegenteil. hinzu kam noch der bei mir vor auftritten übliche tunnel während der üblichen ankunftsrunde, insofern müssen „hitradio-gewitter von sirs“ und „house-charmeoffensive von john osborn im anschluss“ als grobe koordinaten herhalten.
über den gesamten verlauf gesehen habe ich selten so viel zeit in der hütte verbracht – meinen eigenen beitrag mal ausgeklammert. wenn es beweise für die detailverliebtheit braucht, die die staub so auszeichnet – auf den nicht mal 20 quadratmetern fand mensch sie. deko sowie licht waren stetig im wandel und die hütte jederzeit eine mehr als gut funktionierende oase, sobald die zitterpartie durch den garten absolviert war. „viel zu tanzbar“ dachte (und sagte) ich hunderte male, bevor es für mich losging. manch langsamere platten von manfred tiek riefen mir dann aber doch in erinnerung, dass der floor als völlig freie spielwiese konzipiert war. zur manöverselbstkritik, welche dezidiert zur transparenz und nicht als fischen nach komplimenten gedacht ist: in meiner ersten hälfte habe ich mich bei abnehmender fülle ob angewandter sturheit (wonach ich so untanzbar wie möglich spielen wollte) so weit gegeißelt, dass meine backup-festplatte mit der gesamten sammlung bereits am zweiten cdj baumelte und einsatzbereit war. die zweite hälfte kehrte das völlig und nachhaltig um – da waren neben dem loyalen anhang auch ein paar neutrale leute darunter, die das mitgemacht haben – vielen, vielen dank dafür! ein set, das mich am ende darin bestärkt hat, dass es sich lohnt, bei einer linie zu bleiben und es eben zu den nebenwirkungen gehört, dass leute ihre zeit brauchen, um bei experimentielleren dingen einzusteigen. ein dj für hymnische momente werde ich in diesem leben nicht mehr. ich würd’s wieder tun, nächstes mal mit noch weniger kickdrums. bei der vorbereitung habe ich in bezug auf’s ineinandermischen von soundscapes und passenden tonarten abseits von beatgrids definitiv blut geleckt. die tracklist steht am ende, falls sich wer aus der leser*innenschaft eine playlist zusammenstellen möchte. ohne etwas versprechen zu wollen: evtl. baue ich das noch aus und nehme das nachträglich daheim auf.
von a:lyrisch hätte ich gerne mehr mitbekommen, aber erstmal im kreise des harten kerns im zelt sitzen und plaudern war zu dem zeitpunkt gebotener. bei corala fand ich den ebenfalls langsamen, basslastig-breakbeatigen anfang sehr vielversprechend. erhöhte sie schnell auf techhouse-kompatibles tempo, hat aber über die gesamtstrecke u.a. mit dubstep-artigen tracks schöne kontraste gesetzt. dk dent später ebenfalls mit techhouse, der in richtung 2000er-minimal blinkte – und das war für die uhrzeit auch nicht verkehrt.
auf dem mdf habe ich’s versucht, kam aber musikalisch nicht so recht hinein. schlecht war’s keineswegs, aber anna z. in der lobby definitiv interessanter. wenn auch zum großteil mit geraden kicks unterwegs, freut’s mich immer, dass sie den einen oder anderen electro- oder gar dubstep-track zur auflockerung einbaut und dabei nie den flow aus den augen verliert. wolles trance-set habe ich nur sekundenweise beim durchgehen gehört, daher wäre jegliche einschätzung absolut unfundiert.
notierte tracks
sirs
bill medley & jennifer warnes – (i’ve had) the time of my life lou rawls – you’ll never find another love like mine whitney houston – i will always love you
john osborn
the mole people – break night
manfred tiek
jürgen paape – so weit wie noch nie (in der version von der kompakt 62, nicht von der „total 3“)
anna z.
hijinx – illusions deluka – plastic funk
stype
itty minchesta – hamburg is nich schuld daran / city nord pita – 4 coil / nine inch nails – closer (unrecalled) anthony child – the chief laurent garnier – la détente: la leçon autechre – tbm2 massive attack v mad professor – weather storm (dub) & perila – ways & pita – ce3* donato dozzy, sabla – forma 1 oval – do while & perila – lish & kim hiorthøy – yellow minute & sadie powers – right after** kevin drumm – morning superpitcher – tomorrow ulla – both feelings squarepusher – my sound
*: „weather storm“ geht 20 minuten, die zwei zusätzlichen passten harmonisch sowie zeitlich super, also ließen sie sich gut reinmogeln. **: da gilt das gleiche, nur dass die oval 24 minuten lang ist.
ehe ich mit meiner übung in selbstreflexion beginne, erstmal das resümee für die anderen.
war gegen 15:30 uhr da und erstaunt, dass es für die uhrzeit noch so übersichtlich war. milde herbstliche temperaturen plus sonnenschein lockten die meisten in den garten, wo kovvalsky housig mit acid-einschlag spielte (wenn ich mich richtig erinnere – war zugegebenerweise eher mit der sorge beschäftigt, wie es später drinnen laufen würde). projekt gestalten hat den mdf fordernd und stellenweise ravig eröffnet, aber mehr als 20 leute zugleich fanden sich im zeitraum seines sets dort auch nicht ein.
auch ich machte mir zwischendurch gedanken, weil die leute im laufe meiner ersten stunde in richtung garten aufbrachen. nachvollziehbar, weil die erste halbe stunde auch durchweg breakig war. nahm das aber nach einer stunde nicht mehr persönlich, fuhr konsequent die techno-schiene (ebenso konsequent mit dem einen oder anderen gebrochenen takt dazwischen) und konnte am ende eine gut halbvolle tanzfläche an stanislav tolkachev übergeben. im garten bei irakli wurde mir um kurz nach acht dann klar, wo die leute sich die ganze zeit herumgetrieben haben. als letzte „richtige“ garten-staub für dieses jahr (die staub xs zwei wochen später für den nachwuchs mal außen vor gelassen) war es in kombination mit dem wetter auch nur zu verständlich. irakli lieferte auch eine schöne vorlage dazu – gut techhousig, treibend dazu, hielt die spannung bis zum schluss. da kann mensch fast schon von routine sprechen.
chloe lula war mir auf dem mdf zu monoton, die lobby hingegen für den rest des abends bzw. die nacht über ein stilistisch bunter gemischtwarenladen. katya milch war noch am ehesten technoid (und auch meine favoritin), killa zwischen breakbeats, house und sogar breakcore, auch technisch ein parforceritt. klar stieß das manche vor den kopf, aber wagemut bewerte ich immer höher als das spielen nach den regeln. shawescape rannte mit electro aus motor city bei mir in seinen ersten 20 minuten offene türen ein. und das, was ich von s.ra sowie motram als motivationshilfe an der kasse sitzend mitbekam, war dubbig-treibend, ohne dass ich etwas erkannt hätte.
gegangen bin ich kurz nach kassenschluss um kurz nach 6. und damit zu mir.
die ersten zwei september-wochen brachten stress und somit auch einiges an klarheit. stress, da dies bedeutete, zwei völlig verschiedene sets vorzubereiten – schließlich konnte und wollte ich die bewegungsfreiheit nicht bretternderweise verabschieden. bei der staub wollte ich abliefern, jedoch nach meinen regeln. zugleich bin ich trotz tendenz zur überorganisation nicht derjenige, der die abfolge der tracks wochen zuvor minutiös plant. also, zumindest nicht mehr. mal abgesehen von ein paar must-have-tracks überlasse ich den rest mittlerweile der intuition. heißt aber auch, dass ich nicht monate zuvor die playlists in rekordbox zusammenstelle, sondern wenige wochen vorher. da stehen die chancen höher, dass ich nach wie vor lust auf die tracks habe. die stetige sorge, den eigenen ansprüchen gerecht zu werden und idealerweise ein bis zwei leute damit abholen zu können, bleibt stetiger begleiter. das habe ich als teil des spiels akzeptiert bzw. sogar als ganz okaye richtschnur, es nicht zu locker anzugehen. um eventuellem fischen nach komplimenten vorzubeugen: ich hab mich bereits nach dem set mit einer 8 von 10 selbst evaluiert und werfe mir nur sehr wenig vor. wer es konkret haben möchte: sheds „break up 3 tk 4“ auf der zwei, statt auf der eins gestartet zu haben. war aber eh nur bei der intro-kick und fiel damit höchstwahrscheinlich nur mir auf. zum anderen hätte ich den vorletzten track besser auswählen können – „leg host“ von omen’s jot war’s, und da war auf meiner speicherkarte sicher etwas in petto, das besser mit „heliosphan“ von aphex twin harmoniert hätte. der wiederum läuft bpm-technisch so unrund, dass beim vorherigen stück ständiges angleichen notwendig ist. hab also auf die harte tour gelernt, dass der dynamische analysemodus bei rekordbox eigentlich nur informativen wert hat, wenn mensch den sync manuell übernimmt (so viel vom ursprünglichen auflegen behalte ich mir dann doch noch bei und lasse den sync-button ausgeschaltet). beim melodieintro des aphex-tracks lief omen’s jot als rhythmischer unterbau also häufig aus der spur. hausaufgabe bleibt, „heliosphan“ in ableton live so glattzuziehen, dass ich mir um schwankende bpm-zahlen keine gedanken mehr machen muss.
allerdings: weniger gedanken im voraus machen – das nehme ich angesichts des ergebnisses wie bei der bewegungsfreiheit in der woche zuvor auch von der staub mit. und was bei der staub nicht alles zusammen kam… gewissensbisse, weil meine 32 gb füllende speicherkarte vielleicht dreiviertelvoll war und ich mir natürlich einbildete, dass ich das fehlende viertel mit den tracks hätte bestücken sollen, die bei einem fehlgeschlagenen set am ende den ausschlag gegeben hätten. vier, fünf kombinationen im voraus, die ich unbedingt bringen wollte – stattdessen wurden es nur drei, darunter die zum anfang. der war wiederum auch von zweifeln begleitet, ob ich es wirklich bringen soll, „count me out“ von kendrick lamar als erstes zu spielen. also erstmal sind drei viertel auf der speicherkarte genug für wenigstens 300 tracks in aiff. und damit könnte ich wenigstens sechs stunden bestreiten, da ich in diesem leben nicht die technische finesse eines jeff mills oder dj godfather mit wenigstens 25 tracks pro stunde erreichen werde. „count me out“ ist mir als stück so wichtig, dass ich mir einfach gesagt habe, den leuten diese vier minuten eben zuzumuten. wer sich da über zuviel textlichen inhalt beschwert, verpasst eine menge in atemberaubender weise in versmaß gebrachte selbstreflexion. wenn ich also weiter oben schon über wagemut schreibe, den ich anderen hoch anrechne, warum dann nicht auch selbst? und welch eine überraschung: beschwert hat sich keine*r deswegen. zum warmwerden und auch filtern wie bereits erwähnt: breakbeats in der ersten halben stunde. aufgrund des eh noch überschaubaren füllgrades gab es da eh nicht so viel zu verlieren. aufkommende gewissensbisse wegen der sich kurzzeitig lichtenden reihen habe ich soweit reguliert, dass das gute wetter alleine schon konkurrenz genug ist und die leute beizeiten nochmal reinschauen, wenn ich schon bei techno gelandet bin. einfach mal machen und auf die intuition vertrauen – das hat sich auch dieses mal ausgezahlt. natürlich wäre ein proppevoller mdf zu der zeit toller gewesen, aber das war bei dem allgemeinen füllgrad und bei der konkurrenz schon ganz in ordnung so wie es war. im vergleich zu vor fünf, sechs jahren ist also neu, dass ich mir fehler wesentlich schneller verzeihe und ansonsten darauf zu vertrauen beginne, dass es irgendwann wieder einen anknüpfungspunkt beim publikum gibt, wenn ich irgendwo mal falsch abgebogen bin. was nicht heißt, ständig die gleichen tracks zu spielen, aber dann doch zu wissen, welche sorte techno mich aktuell am meisten mitreißt und die auswahl darauf basierend zu stricken. wäre verrat an mir selbst, für mich bestenfalls mittelmäßige tracks aneinanderzureihen. dann doch lieber etwas kantiges oder meinetwegen auch bewährtes. aller vorhandenen aufregung im vornherein zum trotz ist eine gewisse gelassenheit und ein vertrauen in meine fähigkeiten an die stelle des perfektionismus getreten. und das ist echt ein fortschritt.
soviel zum positiven. es gibt auch die stressige kehrseite: ich habe in den zwei wochen einmal mehr zu spüren bekommen, dass das mit dem auflegen (und dabei habe ich nicht mal mehr ernsthafte karriereambitionen) ein job ist, der trotz teilzeit beim broterwerb nicht mal so nebenher zu machen geht wie noch während des studiums. zumal es damals ™ mitte der 2000er-jahre noch übersichtlicher war. digitales auflegen war noch nicht so etabliert, vinyl limitierte die möglichkeiten beim kauf durch das budget und beim gig das zu bewegende gewicht. als berufstätiger ist mein budget heute etwas besser, die digitalisierung ermöglicht den kauf von mehr musik denn je zuvor. parallel dazu wachsen die technischen möglichkeiten. es gibt also vor und von allem eine überwältigende auswahl. gerade die vorbereitung auf die staub hat mir in der hinsicht grenzen aufgezeigt bzw. verdeutlicht, dass ich mich auch abseits von anlässen um meine sammlung kümmern müsste. stetige einkäufe bei bandcamp oder boomkat sowie digitalisierung von vinyl ist schön und gut. jedoch hieß das in den letzten monaten in den meisten fällen, dass dateien in einem temporären ordner verblieben sind und ich rekordbox nicht kontinuierlich mit neuzugängen gefüttert habe. die sind zunehmend weniger techno im eigentlichen sinne und mittlerweile häufiger breaks oder ambient. bei den meisten der neuerwerbungen brauche ich mehrere durchgänge, um mich daran zu erinnern, wie sie klingen. und da gebe ich mir schon mühe, nach dingen zu filtern, deren musikalische halbwertszeit mehr als zwei wochen betragen. die flut an mittelmaß ist in den jahren nach der pandemie nicht kleiner geworden – eher im gegenteil. der überfluss auf allen kanälen war bereits vor der pandemie überwältigend, und es ist seitdem nicht besser geworden. gefühlt für mich eher im gegenteil: es herrscht bei mir überforderung auf der einen sowie (trotzreaktion) wachsendes unverständnis bezüglich redundanz auf der anderen seite. als abwehrmechanismus fällt es mir zunehmend leichter, bei neueren techno-veröffentlichungen rigoros auszusortieren. da stellt sich auch mein schlechtes gewissen hinten an, das mir vorwirft, nicht aktuell genug zu sein. insbesondere wenn aktualität heißt, sets zu spielen, die von tracks mit mittelmäßiger inhaltlicher qualität geprägt und damit stereotyp sind. auf die gefahr hin, wie ein clubveteran zu klingen, der immer die gleiche platte(n) auflegt, wenngleich ich die explosion anfang/mitte der 1990er nicht mitbekam: das staub-set hat gezeigt, dass es auch heute noch sehr wohl möglich ist, mit einer auswahl an tracks zu bestehen, von denen zwei drittel vor 2010 erschienen sind. gerade die tracks aus den 1990ern bringen mehr brachialität und naivität mit als das meiste, das heute als ergebnis eines reißbrettentwurfs auf den markt geworfen wird. zugleich bin ich mir des widerspruchs bewusst, einen guten teil an tracks beim neueinkauf, aber auch beim durchforsten der sammlung nach ihrer verwertbarkeit zu welchem set an welchem ort zu welchem zeitpunkt auszuwählen und damit ähnlich reißbrettartig zu verfahren. anscheinend hat’s auch bei mir gedauert, die tatsache endgültig zu akzeptieren, dass die entwicklung im techno mittlerweile eher in nischen stattfindet, techno an sich längst aus dieser nische herausgetreten und gerade in berlin in den mainstream gesickert ist. mit allen begleiterscheinungen, die das musikgeschäft so mit sich bringt.
zum stand der szene habe ich mich passenderweise nach der dezember-staub von 2022 geäußert. und deren entwicklung sehe ich mit ausnahmen (awareness als wachsende selbstverständlichkeit in clubs, die auch in andere stile einzusickern beginnt und mir als cis-typ diverse male den spiegel vorhält) nicht in die positive richtung gehen. inflation sowie gentrifizierung haben und werden in berlin narben hinterlassen. und als ob das alleine nicht schon genug nervt, kommt noch durch eine konsumhaltung dazu, bei der social media die erwartungen an eine reproduktion des bekannten befeuert. nicht zuletzt eine generationenfrage. die generation z ist mit techno als ein stil unter vielen aufgewachsen, ohne dass das subversive, schockierende element vorhanden war, das manche in den 1990ern mitgerissen hat. codes sind wie in jeder vorangegangenen, einst bahnbrechenden musikrichtung etabliert – mensch kann sich da bedienen. musikalisch-inhaltlich herrscht auf den tanzflächen bei techno jedoch zumeist stagnation. die tatsache wird durch social-media-wirksame inszenierungen fast schon wörtlich ausgeblendet – und es fruchtet, nach wie vor. das macht vieles jedoch berechenbar (wehe, es wird am sonntagabend einer klubnacht nicht gas gegeben), booker*innen sowie clubs inszenieren partys nach von konzerten oder festivals bekannten bzw. zu erwartenden schemata, das djs in den vordergrund hebt, auch wenn das publikum die eigentliche party ist. meine resignation all dem gegenüber ist bekannt und wächst vielmehr, weil ich kein bestandteil dieser verwertungsmaschine, für social media bzw. generell zu wenig rampensau und zu sehr auf inhaltliche herausforderungen abonniert bin. ich seh das alles in absehbarer zeit nicht besser werden, wenn mensch sich den neu hinzugekommenen schweren stand vergegenwärtigt, den clubs auch hier mittlerweile haben. waren dies früher ™ horte von avantgardistischen nächten sowie experimenten, müssen diese selbst mittlerweile marketingfreundlich verpackt werden. etablierte läden können das durch normal gut laufende wochenenden gut querfinanzieren, andere müssen schauen, ob sie sich den luxus überhaupt leisten können. glücklicherweise hat die staub (um den bogen zurück zu schlagen) sich den etabliertenstatus erarbeitet, dass sowohl macher*innen als auch publikum eine gewisse offenheit mitbringen, wobei auch ausnahmen die regel bestätigen (electro auf dem mdf im januar).
für mich ist es momentan eine situation zwischen den stühlen. der szene fühlte ich mich zwar noch verbunden, ziehe aber aus konzerten momentan eher für mich nutzen. in den kanon des abfeierns von redundanz möchte ich nicht einstimmen, andererseits auch nicht unter der beschwörung des geistes der 1990er mit den dazugehörigen tracks zum abziehbild eines mittelalten weißen cis-typen werden, der die kritiklose konsumhaltung der jungen leute nicht versteht. einerseits fehlt mir musikalisch und auch clubtechnisch was neues, andererseits habe ich definitiv nicht die kreativität und energie, einen wie auch immer gearteten wandel selbst zu gestalten.
all dieser vermeintlichen negativität zum trotz: in der rolle des neutral beobachtenden außenseiters, dessen meinung bei manchen leuten zählt, fühle ich mich zunehmend wohler. erst recht viel mehr als derjenige, der im hintergrund dafür sorgt, dass manche fäden zusammenlaufen. und (konkret auf die zwei september-sets bezogen) glücklicherweise immer mehr hinter cdjs und mixer, wenn ich merke, dass ich es mit einer mehr oder weniger altbackenen, dafür authentischen auswahl doch irgendwie den ton zu treffen, der nicht unbedingt die massen, dafür aber loyale leute anzieht. und das ist ein standort, der mir an sich erstmal reicht.
notierte tracks
irakli mathew jonson – magic through music
chloe lula planetary assault systems – rip the cut (the lady machine remix)
jawohl, richtig gelesen. zehn jahre sind es bereits, und seit mehr als der hälfte darf ich hinter den kulissen mitmischen. das heißt in den letzten jahren immer mehr, agenturen hinterherzurennen bzw. nach namen zu schauen, die noch nicht so bekannt sind, damit sie noch erreichbar sind. oder auf vorhandene loyale langzeitgäste zu bauen. es heißt auch, dass sich die gründe, weshalb die bewegungsfreiheit ins leben gerufen worden ist, nicht in wohlgefallen aufgelöst haben – vielmehr im gegenteil: die eh schon unhaltbaren umstände zeigen sich verschlechtert. eine menge anlass, das engagement fortzusetzen. jedoch zeigen sich auch bei uns verlagerte prioritäten, müdigkeit sowieso. wir müssen realistischerweise feststellen, dass die organisation längst nicht mehr so einfach ist wie vor der pandemie und auch der zulauf nicht auf dem niveau ist, das uns vor fünf, sechs jahren verwöhnt hat. persönlich muss ich beim blick auf die szene feststellen, dass mir neuere namen immer seltener geläufig sind. ideen- und impulsgeber war ich seit jeher nicht, und gerade das braucht es, wenn hiesige partyreihen bestehen wollen.
ohne lange drumherum reden zu wollen: das zehnjährige der bewegungsfreiheit markiert auch das ende als alleinstehende partyreihe. wir werden jedoch nicht von der bildfläche verschwinden, sondern gemeinsam mit anderen kollektiven von uns hören bzw. sehen lassen. aber erstmal der ganz persönliche sommerausklang, tagsüber im lieblingsgarten.
garten 12:00 i.nez 15:00 andré dancekowski 18:00 karete bu 20:00 alex.do b2b hks97
beachfloor 15:00 tombola 15:30 eva 17:00 eterna_l 19:00 pete
zelt 22:00 stype
eintritt von 12:00 uhr bis 14:00 uhr: 10 euro ab 14:00 uhr: 18 euro
um es kurz zu machen: die restrealitaet hat bei den feierlichkeiten zum zwanzigjährigen im letzten jahr draufgezahlt, die lücke möchte gefüllt werden, daher gibt es neben der großen sause später in diesem jahr noch eine kleinere mit leuten aus den eigenen reihen.
klofloor 01:30 wasn & wunderwaffel 04:00 eva b2b dj eternal
zelt 22:00 sektempfang 00:30 quiz 03:00 nick adams – a sea of trees live 04:00 rr-zitate-soundmachine
hütte 00:00 jukebox mit derraab und menschen mit wünschen
nachbetrachtung
das ging nahtlos von der „born with a nervous breakdown“ im garten über, wo karete bu mit zackigem house (u.a. „groove la chord“ von aril brikha) den garten bespielte. führte meinerseits zu sorgen, ob die leute dann direkt zum ausgang gehen oder doch noch den umweg über die lobby gehen. und wenn ja, ob sie dann direkt bleiben oder gehen wollen. und wenn sie bleiben, dann wie ich sie am besten halte, zugleich aber nicht die regeln des warm-ups breche und zu sehr in die vollen gehe.
in die vollen bin ich beim soundcheck gegangen, wo ich es verpasst habe, den master am xone:96 herunterzudrehen und die technikerin mir mitteilte, es langsamer angehen zu lassen, weil die leute draußen im garten sonst denken würden, dass drinnen die party schon im gange wäre. recht hatte sie. sowas von.
ansonsten verhalten genug begonnen, endlich mal „ich bin meine maschine“ von atom tm vernünftig in ein set eingewoben, noch dazu alle drei tracks von carl craig gespielt, die ich auf der speicherkarte hatte („televised green smoke“ als zweiter track im set, später dann „problemz“ unter designer music und – klassiker – seinen remix zu „hooter“ von ultramarine). insgesamt habe ich mich zwischen abstrakt-breakig, minimal-techno, techhouse und chicago/detroit bewegt. kurzer augenblick der verplantheit meinerseits beim dritten oder vierten übergang, in dem ich vorgeblich nichts hörte und den ich wahrscheinlich mit hängen und würgen über die bühne gebracht habe. mir fiel dann noch rechtzeitig genug ein, dass ich die mute-taste für die monitore angeschaltet hatte, um kurz zu checken, wie der klang auf dem floor so ist. abgesehen von den vorab in rekordbox gesetzten loops, bei denen ich mir gewünscht hätte, dass die cdjs darin übergehen und nicht direkt deren beginn als cue-punkt nehmen, war das auch die einzige technische hürde. die leute entschieden sich übrigens, nach der „breakdown“ zur lobby zu gehen und auch zu weiten teilen dort zu bleiben. überraschend auch, dass neue besucher*innen schon ab 22:30 uhr hinzukamen, was für berliner verhältnisse ziemlich ungewöhnlich ist. kurzum: ich hatte eigentlich keine gründe, mich in der zweiten hälfte noch sonderlich zurückhalten zu müssen, die speicherkarte glücklicherweise aber auch nicht zu technoid bestückt. kurzform: lief tatsächlich ziemlich gut. wieder zu ganz weiten teilen improvisiert, was sich als modus operandi glücklicherweise immer mehr etabliert.
pili mit housigem start, zum ende mit schnelleren breakbeats, was an dj godfather oder dj assault erinnerte.
anja zaube auf dem mdf mit langsam breakigen anfang und fließendem übergang zu düsteren industrial-soundscapes, also ihrem steckenpferd. gewohnte klasse. selbiges auch bei snitch – hart, trocken, funky. würde höchstens monieren, dass er die temposchraube nicht wie bei der „hack to life“ bis 160 bpm anzog. aber trotzdem mit breakbeats, und das ist heuer auch schon etwas.
als richtig schönes gimmick: die hütte als „duckroom“ mit viel entenbildern und dem raab als besten entertainer, den mensch sich dort vorstellen kann.
gegangen bin ich kurz vor 5 uhr, hat dann auch gereicht. und so sehr das eine mit heißer nadel gestrickte party war (will heißen: kurze vorlaufzeit), die eigentlich nur der vorbote zur „richtigen“ restrealitaets-party im september hätte werden sollen (was stand jetzt am 28. oktober 2024 ins nächste jahr verschoben worden ist – die kapazitäten hätten beim besten willen nicht ausgereicht), lief das alles erstaunlich rund.
das zehnjährige jubiläum wird begangen, 24 stunden lang.
ablauf
lobby 10:00 verboten 13:00 nadine talakovics 15:00 marcel heese b2b stype 18:00 ahu b2b modschi 21:00 zesknel live 22:00 j dj 00:00 elena sizova 02:00 boyd schidt 05:00 alexis phase 07:00 mareena
mdf 13:00 alex tomb 16:00 sebastian kökow 18:00 sissys reiterstaffel 20:00 the exaltics live 21:00 caleb esc 00:00 stanislav tolkachev 02:00 bertrand b2b yacoub 04:00 madalba b2b dk dent 07:00 irakli (b2b yacoub b2b dasha rush)
zelt 14:00 ninasupsa 16:00 i.nez 18:00 paso 20:00 alienata b2b dj flush 22:00 (pause) 22:30 early_desire 02:30 eva
secret floor (hütte) 00:00 kiskelfacit 02:00 charlie dior 04:00 marc von der hocht
nachbetrachtung
bin bei meinem fazit auch eine woche danach immer noch zwiegespalten. das hat jedoch absolut nichts mit der hervorragenden gastfreundschaft und den großen mühen, die sowohl seitens der staub als auch vom about blank ins jubiläum investiert worden sind, zu tun. objektiv gesehen war das eine geburtstagsfeier mit allen schikanen – bzw. dank merch und smiley-offensive sogar mehr als das. deren leuchten an der fassade waren schon ein tolles bild, als ich gegen 2 uhr für eine kurze schlafpause ging. auch wenn mir der füllgrad ab dem späten nachmittag etwas viel wurde, war ich sehr froh, dass der zuspruch gegeben war und darüber hinaus die riesen-schlange beim gehen zu sehen. ich hoffe, die stammgäste haben die erstgäste vom nachtpublikum ordentlich davon überzeugt, dass sich ein wiederkommen lohnt.
mein ambivalentes bild hat (und der kommende absatz ist wirklich sehr offensichtliches fischen nach komplimenten) vielmehr mit der tatsache zu tun, dass die vorfreude darauf, ein nicht nur techno-dominiertes set zu spielen und dafür mindestens in richtung dj-pult fliegende blumen oder kuscheltiere (idealerweise beides) zu bekommen, sich nicht so recht erfüllt hat. electro (also der stil mit prägnanter snare auf der zwei und vier mit ungerader kickdrum und nicht „elektro“, was die jungen leute so ab mitte/ende der 2000er-jahre als synonym für „ich geh zu techno-musik feiern“ etabliert haben) sollte zur auflockerung der 4/4-kick und als kontrast zum mdf dienen. tat es auch, aber auch mit ähnlich halb geleerter tanzfläche wie bei meiner premiere im märz 2017. ich fühlte mich in der zweiten stunde also ganz schön unwohl angesichts der tatsache, den durch nadine sehr gut auf betriebstemperatur gebrachten floor abgekühlt zu haben. klar ist es toll, veranstalter*innenseitig den blankoscheck für narrenfreiheit in petto zu haben und es lässt sich darüber debattieren, ob der gerade beim jubiläum eingelöst werden muss. andererseits auch: warum nicht? überhaupt steht bei mir seit dem jubiläumswochenende vielmehr die frage im vordergrund, ob diese selbstgeißelung überhaupt sein muss, wenn nicht nur marcel als sparringspartner, sondern auch die teile des publikums freude am set hatten, die im zweiten drittel geblieben waren – zumal wir die kurve zurück zur gut gefüllten tanzfläche dank chicago, anderen geradlinigen tracks und frisch ankommenden neuen gästen in der letzten stunde bekommen haben. das alles nicht ausschließlich persönlich, sondern auch andere tatsachen in den blick zu nehmen (offenes zelt, ein fahrt aufnehmender mdf, gesteigerter publikumszustrom ab 17 uhr) und lieber auf die eigene stilsicherheit vertrauen anstatt sich vom zuspruch anderer abhängig zu machen (von dem es nie genug geben kann) – diese erkenntnis und die tatsache, dass ich in der hinsicht (weiterhin) an mir arbeiten muss, habe ich aus dem wochenende mitgenommen. und das ist mitnichten negativ zu sehen, sondern für mich persönlich ein ganz schöner schritt nach vorne. insofern sollte es bitte bei diesem fischen bleiben. die aufbauarbeit dafür, sich davon zu befreien, muss ich leisten und dabei auch lernen, gegenwind auszuhalten.
objektiv gesehen bin ich immer noch erstaunt, dass es zwischen marcel und mir vier jahre nach dem letzten b2b-set (in der else) immer noch so harmoniert, dass wir eigentlich nur mit unseren usb-sticks auftauchen mussten und vor set-beginn lediglich grobe absprachen getroffen haben. der rest war spontaneität und gegenseitiges vertrauen darin, den eigenen geschmack in den letzten jahren nicht soweit verwässert zu haben, dass es überhaupt keine schnittmengen mehr gibt. im gegenteil: die waren ziemlich groß. auch wenn wir in den ersten beiden stunden nicht den geschmack von teilen des publikums getroffen haben, kam’s zumindest uns nicht wie kraut und rüben vor. außerdem ist’s für meine begriffe immer noch besser, drinnen einen floor zu haben, auf dem nicht lediglich „techno, nur minimal anders als auf dem mdf“, sondern was stilistisch völlig anderes läuft. und soviel steht fest: das haben wir nun wirklich hingekriegt.
zwiegespalten war ich auch bei meinen zwei „schichten“. in der ersten war ich eher rastlos. vor dem set eh kaum aufnahmefähig bzw. mit bekannten am plaudern. das hat sich danach auch nicht wirklich geändert, was aber auch am allgemeinen füllgrad und dem laut krakeelenden inneren kritiker lag. insofern eher momentaufnahmen: ahu / modschi eher technoid, dark-dubbig, passte zur uhrzeit. alienata / flush: ach, chicago geht immer. „technology’s out of control“ von green velvet zum schluss. caleb esc: wie schon im ifz = weniger trippig, mehr perkussiv. mdf verdientermaßen fast bis zum anschlag gefüllt. elena sizova: schnell, auch mit breakbeats, schön brachial. die dame merke ich mir.
die zweite schicht (ab kurz vor 8 uhr) war für mich wesentlich entspannter. das nachtpublikum größtenteils wieder weg, dafür stammgäste und (noch viel schöner) staub-schlüsselfiguren auf der tanzfläche. das war diese stimmung, auf die mensch als veranstalter*in so hinarbeitet und das publikum idealerweise mit ansteckt (oder auch umgekehrt): nach allem stress im vorfeld (gerade bei jubiläen) endlich mal loslassen können, weil jetzt erstens eh alles und zweitens sogar ziemlich gut gelaufen ist – mensch sich also keinen druck mehr machen muss. (randnotiz: auch mein innerer kritiker war leiser – schlafmangel wirkt!) sowohl in der lobby als auch auf dem mdf gab es den passenden soundtrack dazu. mareena vom tempo (um die 140 bpm) sogar etwas zackiger als irakli (plus yacoub plus dasha) drüben. wie schon im berghain vor ein paar monaten: wer mit techno aus schweden ende der 1990er-jahre was anfangen konnte, wird an ihrem set helle freude gehabt haben. „evolution 1“ von eusebeia als letzter track. auf dem mdf war’s alexander kowalski & raz ohara mit „all i got to know“, zwischendrin noch „one finger“ von dj one finger erkannt.
kann mensch nicht häufig genug sagen: danke und herzen für die staub und an diejenigen, die sich auf unsere experimente zwischen 15 und 18 uhr eingelassen haben.
dies ist ein teil von nachbetrachtungen, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.
garten 10h00 messages from concrete lady 12h00 oscar. 14h00 frau b 16h00 kovvalsky 18h00 inez / alex tomb 20h00 derek plaslaiko
als gast für mich die staub auf der bank neben dem denkmal im garten. ergab sich irgendwie von selbst, dass die gesprächspartner*innen sich dort eingefunden haben.
hätte mich generell schon früher auf den weg und mir im vornherein (klassiker) weniger sorgen machen können. so war ich „erst“ kurz vor derek plaslaiko am start, der aber mit gewohnter klasse spielte. kurzausflug zu sitsope auf den mdf zu (getappten) schranzigen 150 bpm und ansonsten am besagten platz neben dem denkmal en passant mitbekommen, was drinnen so passiert. dabei geschmunzelt, dass es doch okay war, den (immer noch sehr fetten) 808-state-remix von „blue monday“ daheim gelassen zu haben, weil olin den spielte.
generali minerali startete gemächlich-breakig, war zum schluss bei footwork-tempo (also um die 160) angekommen. drum & bass hatte ich nicht eingepackt und mich vorab auf einen track mit passendem intro festgelegt, der sich dann mit seinen 128 bpm auch sowas wie eine halbe vollbremsung anfühlte, aber ganz gut die richtung vorgab („preacher man“ von green velvet). das war neben zwei, drei daheim geprobten kombinationen auch so ziemlich das einzige, was irgendwie geplant war. der rest war spielen nach bauchgefühl. und da es das erste mal seit fast zehn jahren war, dass ich mal wieder mit vinyl im club gespielt habe, musste erstmal der kopf besänftigt werden, der überall falltüren vermutet, wo am ende keine sind.
am ende passte bis auf ein, zwei übergänge ziemlich viel. gab eine doppelpremiere: erstens die stanton ds-4 als eigene systeme mitgenommen (waren zuvor immer die shure m44/7), die zwar sehr transparent klingen, aber gerade bei richtig laut gemasterten platten beim cueing nicht wirklich spurtreu sind. läuft die platte erstmal, passt das. aber wenn’s beim übergang mal schnell gehen soll, wird’s brenzlig. da sind die shure klar besser. zweitens hatte ich das erste mal das vergnügen mit den technics mk7, bei denen ich meine, dass der pitch etwas langsamer reagiert und zugleich leichtgängiger als bei den mk2 ist. als mk2-gewohnheitstier ist es auch keine sonderlich gute idee, die hand links neben dem pitch abzulegen, weil dadurch gerne mal der reset-knopf gedrückt werden kann, der das tempo auf 0 setzt.
das ist aber auch nur einmal passiert und der rest floss dank publikum in den zwei stunden ganz schön gut. angesichts hin- und rückweg mit zehn kilogramm mehr auf rücken und schultern sowie der zeitintensiven vorbereitung (meine schätze habe ich seit nunmehr fünf jahren ausgelagert), dem zustand der platten nicht unbedingt zuträglichen club-klima und der aussicht darauf, das alles jetzt wieder zurücksortieren zu dürfen, bin ich schon froh, die entscheidung pro digital getroffen zu haben – wohlwissend, dass das mit vinyl nach richtig arbeit aussieht. bleibt trotzdem bzw. gerade deswegen weiterhin eine ausnahme.
denise rabe fand ich auf dem mdf schön fordernd und dabei wesentlich feinfühliger als sitsope. caleb esc hatte ich leider aus gründen verpasst. bei alex tomb bleibt mir der sich in die synapsen schraubende „surface noise“ von herrn slater (ja ja, als planetary assault systems) im gedächtnis.
erst die compilation, dann die party zur veröffentlichung. so läuft das normalerweise und die neue normalität spielt sich seit geraumer zeit nachmittags / abends in fischaugen-optik auf weißen kacheln ab. fahrplan und angebot sind dem bild zu entnehmen. und bevor mir klagen kommen: die zeichen stehen bei mir auf drum&bass und allem, was sich drumherum so integrieren lässt. und nach dem, was sich bei instagram so lesen lässt, wird maral in eine ähnlich experimentielle kerbe schlagen.
einfach überraschen lassen. die vorfreudige nervosität steigt bei mir jedenfalls von minute zu minute. (der klick auf das line-up führt zu ihrem youtube-kanal.)
seit heute ist amtlich bzw. auch für die allgemeinheit sichtbar, was seit einem dreivierteljahr vorbereitet worden ist. da jedoch der stream, der sektgarten-termin, koordination für unsere merchandising-artikel (der*die geneigte leser*in ahnt schon, dass der zug in richtung knallharte professionalisierung zu gehen scheint) und ja: auch so etwas wie ein privatleben den takt vorgaben, wurde es mit der veröffentlichung zum weihnachtsgeschäft nichts.
12 tracks sind versammelt, von mitstreiter*innen, die bereits bei uns gespielt haben oder es unserer meinung nach tun sollten. klasse statt masse wollten wir von vornherein, stilistische vielfalt ebenfalls. für solidarische 10 euro bei bandcamp zu haben. erstmal als komplettpaket zum vorbestellen, nach veröffentlichung am 26. februar 2021 gibt es die tracks auch einzeln. wird dann aber teurer. apropos geld: sämtliche erlöse gehen wie bei der betterplace-kampagne an help4people und von dort aus an weitere initiativen sowie einzelfälle.
der klick auf’s cover führt zu bandcamp. die kompletten tracks sind auch bei soundcloud und hier eingebettet.
erst digital, nun wieder analog unter den gegebenen umständen. ich hab gerade entschieden, dass ich zu 95% vorbereitet bin. das schließt zwar spontane ideen vor morgen nachmittag nicht aus, aber für heute reicht das wirklich. ich muss schließlich auch noch daumen drücken und hoffen, dass der regen morgen gnädig ist.
das ist jedenfalls der fahrplan: 16h00 dorryz 17h30 stype 19h00 mila stern 20h30 dj eternal
eintritt: dj-euro sowie ein betrag an plus eins. wir werden in nähe des dj-pults noch eine spendendose zur finanzierung des streams aufstellen. darüber hinaus gibt es soli-pommes und auch einen arabisch-crashkurs.
wer noch nicht dort war: mit maske zum eingang, tisch aussuchen oder die tischnummer derjenigen kennen, die schon drin sind und noch plätze übrig haben. der rest ist wie in der gastronomie aktuell üblich: maske beim gang zur bar oder zur toilette aufsetzen, kann am tisch abgenommen werden. sekt gibt es nur in ganzen flaschen, kostet 18 euro.
nachbetrachtung
nachgereicht am 17. juni 2025, entsprechend kurzgehalten.
das wichtigste zuerst: in anbetracht der umstände kam dank dj-euro eine erquickliche summe in höhe von 530 euro und nochmal 145 euro an solipommes-einnahmen zusammen.
ansonsten in bruchstückhafter erinnerung zusammengesucht: aus dem dorryz-set die andrew-hand-remixe von depeche modes „never let me down“ mitgenommen. der regen kam pünktlich zur mitte meines sets. führte jedoch zu der schön-absurden situation, dass leute, die bis dahin wippend-nickend an tischen saßen, sich unterstellen mussten und am zeltrand oder gleich in der hütte tanzten. sowas prägt sich ein. ich sollte öfter four tet spielen. die cvd, die mich bei dj eternal darum bat, an die gäste weiterzugeben, nicht so ausschweifend zu tanzen. rückblickend schon bemerkenswert, was in anbetracht der umstände schon möglich, jedoch auch, wie eng dieser korridor eigentlich war.
das ist auch schon drei wochenenden her. und da bereits nachgefragt worden ist, wo das alles nachgehört werden kann, sollte ich langsam in die gänge kommen.
es gibt zwei möglichkeiten. zunächst einmal über soundcloud, wo die warning eine playlist zusammengestellt hat. donna crooner fehlt da aktuell noch, aber ihr set wird im rahmen eines podcasts veröffentlicht und dann hinzugefügt.
tracklist gibt es auch, allerdings mal als neuerung beim buy music club. einer der tracks befindet sich nicht in der liste, dafür auf dem coverbild, weil es den (bisher zumindest) nur als vinyl gibt.
lob, kritik, verrisse gerne hier oder per mail.
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