[berlin / 17.04.2026] berghain: reef – 10 years

und der nächste stammtermin, von dem aber jetzt schon die endlichkeit klar ist. nach zehn jahren hat darwin entschieden, sich mit der abyss lieber der soundsystem-kultur zu widmen. was einerseits ein weinendes auge bei mir bedeutet, das den vibe der reef gerne noch mindestens genauso lange genossen hätte. andererseits finde ich es sehr konsequent, dieses jubiläum als schlusspunkt zu nehmen, während sich die reihe noch auf dem höhenflug befindet. behält mensch so in guter erinnerung und ist eventuell ausgangspunkt für die jüngeren, daran anzuknüpfen. ich kann mir zudem durchaus vorstellen, dass die organisation von drei partys (plus wenigstens zwei, was die abyss angeht) pro jahr neben dj-gigs, labelarbeit und vielleicht etwas leben abseits von dem ganzen clubtrubel auf dauer an die substanz gegangen wäre.

damit endgültig zum lachenden auge: die feierlichkeiten bzw. der countdown starten mit einem angebot aus dem bilderbuch.

reef

berghain

23:30 marylou
02:00 skee mask
04:00 carrier
06:00 esposito

panorama bar

22:00 calibre
01:00 darwin
03:00 siete catorce
05:00 rp boo
07:00 dangermami

fazit

natürlich die beste reef seit der letzten. mit dem wermutstropfen, dass es zwischendurch (1:30 uhr bis 4:30 uhr) so voll wie an einem waschechten sonntagabend war. die schlangensituation hätte besser gehandhabt werden müssen.
musikalisch nichts zu meckern. hierbei ist das berghain für mich klarer gewinner mit wenigstens sehr guten bis hervorragenden sets. skee mask hat dort einfach mal abgerissen, alle anderen landen im foto-finish auf platz zwei, jede*r auf seine*ihre art und weise super.

nachbetrachtung

rein: 22:45 uhr
raus: 9:15 uhr

hauptkritikpunkt

der umgang mit der schlangensituation sowie füllgrad.

mag sein, dass dieser andrang eine ausnahme anlässlich des zehnjährigen reef-jubiläums und dem nahenden ende der reihe war. mit zwei weiteren ausgaben vor augen mache ich mir keine illusionen, dass es dabei entspannt zugehen wird. bei der zwischen 1:30 uhr und 4:30 herrschenden fülle, die mit sonntagabenden inklusive begleiterscheinungen vergleichbar war, ist eines der hauptqualitätsmerkmale der reihe etwas in schieflage geraten. hierbei bin ich mir nicht sicher, ob das veranstalter*innenseitig so beabsichtigt war. relativierend und in erster linie auf das berghain bezogen, weil ich da wieder mal zu 90% meine zeit verbracht habe: waren die zwei, drei stunden unangenehmen füllgrads überstanden, wurde mensch mit dem gewohnt schönen standard belohnt.

meine kritik am umgang mit der schlangensituation richtet sich in erster linie ans berghain: die reef war seit gut einer woche ausverkauft, insofern bestand klarheit über die anzahl an verkauften tickets. zudem war schon länger bekannt, dass calibre als einer der headliner zu beginn gesetzt ist, ergo war ein frühes besucher*innenaufkommen zu erwarten.
es wurde mit zwei schlangen gearbeitet. von deren aufteilung wusste mensch aber auch nur, sobald mensch vom wriezener karree aus ankam, weil das entsprechende schild nur auf höhe der gitter stand. diejenigen, die sich vom park aus näherten (zwar nicht der großteil, aber auch nicht wenige) rieten erstmal drauflos, welche schlange wozu gehörte oder nahmen an, dass die übliche prozedur greift: die schlange zum kiosk für abendkasse / tickets, die schlange zum garten / park für gästeliste.
der ansatz war dieses mal jedoch umgekehrt zu sonst: die schlange richtung kiosk war ticketinhaber*innen vorbehalten, rechts von der tür am club entlang richtung park eine schlange für abendkasse und gästeliste zugleich. manche vom park aus kommenden (und somit unwissenden über die aufteilung) stellten sich mit tickets einfach in die kombischlange für abendkasse und gästeliste.
nach öffnung der tore wurden zunächst die tickets abgearbeitet und leute mit gästelistenplatz wohl unruhig. also bildete sich parallel zur abendkassen- noch die gästelistenschlange. alle jetzt drei schlangen wurden reihum proportional abgearbeitet. hat den vorgang nicht unbedingt beschleunigt, so dass ticketinhaber*innen, die sich gegen 23 uhr bei der dafür vorgesehenen schlange auf höhe des kiosk angestellt haben, eine stunde wartezeit einplanen durften. auf reddit las ich sogar von mehr.
mit den im laufe von mehr als 20 jahren bei clubgeburtstagen, labelnächten, snax und nicht zuletzt silvester gesammelten erfahrungen bin ich erstaunt darüber, dass dem nicht systematischer begegnet worden ist bzw. wird. manch klubnacht-sonntag der letzten jahre hatte einen ähnlichen andrang und die saison läuft nach dem winter jetzt wieder an. es wäre also höchste zeit für eine nachhaltige lösung, welche freitags ticketinhaber*innen und sonntags die leute beim wiedereinlass nicht benachteiligt. wohlwissend, dass die finanzielle situation für keinen club momentan die rosigste ist und es daher auf der hand liegt, dass leute bevorzugt werden, die frisch ankommend den vollen eintritt zahlen: es nagt gewaltig an der positiven erfahrung, sobald mensch sich drinnen nur herumzuschieben beginnt. an mir ist zwar absolut kein betriebswirt verloren gegangen, aber evtl. wäre es ein gangbarer weg, den eintrittspreis wieder auf 25 euro zu reduzieren und dafür den für den wiedereintritt auf 10 euro zu erhöhen. dafür aber auch sonntags klare priorität auf die schlange beim wiedereinlass zu legen. wenn leute schon auf ihre innere uhr achten anstatt sie mit hilfsmittelchen zu umgehen, sollte das belohnt werden.

der versuch eines konstruktiven vorschlags, inklusive utopie-bonustrack: wenn sich bei den vorzeichen im ticketverkauf so ein andrang abzeichnet und nur der haupteingang zur verfügung steht, kann gerne mit dem ist-zustand der drei schlangen gearbeitet werden – nur verfeinert. also weiterhin: hauptschlange richtung kiosk für tickets, am berghain entlang richtung park die für die abendkasse, davor eine für die gästeliste (mit entsprechenden schlängelnd aufgestellten gittern, idealerweise stehen da zumeist die wenigsten). schilder an mehreren punkten aufstellen: vorne am kiosk und nochmal entlang des weges sowie an der rechten ecke des clubs auf höhe der skulptur. macht das ganze für alle etwas transparenter und organisierter.
dazu bei ähnlichem andrang erstmal ausschließlich die ticket- sowie gästelistenschlange abarbeiten. letzteres lief trotz spontan entstandener separater gästelistenschlange gut, weil eine person von der tür abgestellt war, welche die namen abhakte. und so darwinistisch und damit unfair es auch ist: die abendkassenschlange erst dann drankommen lassen, wenn alle anderen schlangen (oder zumindest eine der beiden anderen) abgearbeitet worden sind. die staute sich bereits bis zum park, als ich fast drin war.
die utopie-variante, womit ich aber beim allseits präsenten personalmangel und den damit verbundenen kosten als begrenzendem faktor lande: den eingang links vom haupteingang (mittlerweile die option für die donnerstage in der säule) hinzunehmen. zunächst ausschließlich für die gästeliste, nachrangig als entlastungseingang für ticketinhaber*innen, sofern niemensch an der listenschlange steht. benötigt jedoch zwei zusätzliche leute für den bodycheck, die sich wiederum mit denen am haupteingang abwechseln können, sobald der große ansturm vorbei ist und der linke eingang geschlossen werden kann.
noch eine alternative, bekannt aus den niederlanden: tickets für zeitfensterbasierten einlass verkaufen, dann aber auch sicherstellen, dass das pünktlich genug abgearbeitet werden kann.

bei allen bekannten negativen begleiterscheinungen (wenig platz auf der tanzfläche bei skee mask, inklusive sich über weiß-der-geier-was unterhaltende leute im umkreis des hinteren rechten boxenturms, damit die mir bekannte reizüberflutung, genervtheit auf teile der menschheit etc.) gab es allerdings auch positives:
erstens gönne ich der reef diesen ansturm – zeigt es doch, dass der bedarf für partys mit schwerpunkt auf bass music gegeben ist (was nachfolgende veranstalter*innen hoffentlich motiviert). die zaungäste hätte es nicht gebraucht, allerdings waren die ab 4:30 uhr weg.
zweitens: die vorherig für einen freitag bzw. die reef überproportionale fülle führte dazu, dass der von manchen ausgaben im letzten und vorletzten jahr bekannte abwärtsknick bei der besucher*innenanzahl wesentlich milder ausfiel. für mich herrschte danach der für mich ideale füllgrad und die großartige stimmung tat ihr übriges.
heißt: rp boo konnte nach 6:00 uhr oben eine immer noch gut dreiviertelvolle tanzfläche bestens unterhalten und esposito unten um kurz nach 9:00 uhr feierabend machen. selbst da war das berghain noch halbvoll und ich bereits ansatzweise sentimental, weil standesgemäß zum ende nochmal mit das beste des abends läuft und mir an dem morgen klar wurde, dass das im rahmen der reef nicht mehr sonderlich häufig gehen wird (sprich: sie beginnt schon jetzt, mir zu fehlen).

musikalisches

aufgrund des (erwartbaren) ansturms hielt calibre sich oben bereits um 23 uhr nicht mit ambient auf, wobei ich neugierig auf die tracks seines neuen albums gewesen wäre. sein set war zu dem zeitpunkt richtiggehend housig und er eine halbe stunde später bereits bei breakbeats angelangt.

kurz nach 23:30 uhr mein blick vom hinteren ende der tanzfläche der panorama bar richtung gang zum berghain. feststellen, dass leute von dort nicht zurückkommen. um die ecke schauen, gewissheit haben, dass bereits eine halbe stunde früher geöffnet worden ist. also ab nach unten und aus gründen musikalischen hochgenusses erst vier stunden später kurz zu siete catorce hochschauen (womit ich leider darwin verpasst habe).

marylou hat für mich gefühlt calibre etwas die butter vom brot genommen, indem sie die hoffnung auf ambient und einen gemächlichen start in den abend eingelöst hat. sie hatte bei mir bereits bei der abyss im mahalla letzten september einen sehr guten eindruck hinterlassen und den nochmal gefestigt. da fand vieles abseits bekannter stilistischer pfade statt – mit einer menge drones zu beginn, auch dubstep über weite strecken, techno der langsameren sorte, wie er auch anno 2010 sonntags gepasst hätte. bewusst provozierte brüche für tempiwechsel, in der letzten stunde nicht immer technisch sicher. aber das ist bei der auswahl zu verschmerzen. inhaltlich durchgängig anspruchsvoll, tolle besetzung für den slot.
skee mask betrieb stilistische anarchie und hat damit so gespielt, wie er mich seinerzeit im sturm erobert hat. in der ersten halben stunde schon mal garage, dubstep, techno und grime durchkonjugiert, dabei keine sekunde den flow aus den augen verloren. auch er mit gewollten brüchen durch abstraktion, die er aber umgehend mit brachialität kombinierte, was die tanzfläche im handumdrehen wieder in schwung brachte. ja, beinhaltete auch techno, aber das als eine option unter vielen. da ich mich gerne wiederhole: schlicht und ergreifend einer der besten, die mensch sich aktuell zu gemüte führen kann.
carrier zweigeteilt: erste hälfte im technoiden tempo, dabei stets mit anderthalb beinen in der abstraktion, genügend raum für nachhall (und damit perfekt für die raumakustik), noch mehr für bass, dabei dennoch minimal. ich dachte zunächst, dass das nach dem feuern aus allen rohren bei skee mask einen ganz schönen dämpfer beim publikum verursachen würde. aber dabei blieben halt diejenigen geduldig, die das reef-publikum so auszeichnen. in meinem überschwang (bin großer fan seiner produktionen) würde ich sowas zu gerne sonntags für vier stunden hören – alleine weil dieser hybrid aus techno, electronica, bass und minimalismus sich für mich nie abnutzt und im dschungel an austauschbaren big-room-tracks zeigt, wie techno heuer wieder frisch klingen kann. kurz nach 5:00 uhr dann „ufo“ von photek, womit die drum&bass-phase des abends eingeläutet war, was (wie zu erwarten) seine wirkung nicht verfehlt hat.

meine abstecher zur panorama bar fielen entsprechend kurz aus. zu siete catorce kann ich daher leider nichts fundiertes sagen. wenn es kuduro war, hat es mir in dem kurzen abschnitt besser gefallen als dj marfox beim strom festival neulich.
rp boo mit dem, was mich an footwork mitreißt (dick komprimierte 808-bassdrums und repetitive, zum teil gegen das taktmaß gebürstete raps), aber auch nervt (tracks mit viel melodien und vocals). war aber eine große freude, das publikum dabei abgehen zu sehen. dangermami hat im anschluss gleich mal in dem tempo um die 160 bpm weitergemacht und konnte die leute damit auch halten. nur war ich nach 9:00 uhr dafür einfach nicht mehr fit genug.

womit ich esposito nicht unter den tisch fallen lassen möchte. dabei kann ich vorherigen nachlesen aber nichts substantielles hinzufügen: er braucht seine fähigkeiten als reef-resident nicht weiter unter beweis stellen – mensch weiß einfach, dass es gut wird. bis auf den schluss konsequent mit drum&bass, stellenweise härter als bei ihm üblich, aber das stand ihm erstens gut und hat zweitens auch einfach mal bestens funktioniert.

notierte tracks

calibre

calibre – run tun

marylou

the mount fuji doomjazz corporation – space
mai mai mai – grief (feat. maya al khaldi)
king vision ultra – please leave (nu surveillance state gentrifier tears)
trois-quarts taxi system – rat’s coat
the oo-ray – floe
moor mother – the myth hold weight
sentient – swsl
new.com – nanno
sentient – downcast (feat. nightlife)
caïn و muchi – maqlab
winsome – tab
low end activist – hope trilogy (feat. lloyd fears)
draamakuu – pitti
shackleton – the past awakening
deadbeat – brick stick blick blade (anger ii)
feral – totem
em + stav – signal glint
tmsv – dimensional
simo cell & abdullah miniawy – the dala effect
gyrofield – bolete
devon rexi & john t. gast – mashrub
le motel – raving crew
t5umut5umu – fireball
atsushi izumi & fatwires – ga
dbridge – digital dread
daboor – fi ta5 (nakano blu edit)
delta – potion delight
goth-trad – babylon fall (feat. max romeo)
substrada – shade’s form
hojo – dojo
re:ni – playplax
moor mother – south sea (feat. sistazz of the nitty gritty) (zum schluss)

skee mask

regina leather – comunicazione uno
terror danjah – green street
rian treanor & cara tolmie – out of
mystry – impulse
darqwan – disaster
skee mask – slow music
dizzee rascal – i luv you
mala – explorer
logos – zoned in
michael fakesch – rand va
schulverweis – hollywood
sophie – unisil
drexciya – digital tsunami
we – magnesium flares

carrier

seph – ráfagas
yogg – don’t you
photek – ufo
yogg – it’s always seven
emily jeanne – count me out (d.k. remix)
marco shuttle – sumud
boymerang – lazarus

rp boo

dj clent – back seat hoe
dj slugo – godzilla

esposito

future prophecies – fire
loxy & resound – tyranny
q project – champion sound (bad company remix)
mako – a break from ritual
roni size / reprazent – brown paper bag
goldie – hyena 1
everything but the girl – single (photek remix)
massive attack & mos def – i against i
my favorite robot – barricade (photek remix) (abschlusstrack)

dangermami

false persona – cradled
toma kami – immature cheddar

[berlin / 11.04.2026] about blank: staub

der monatliche stammtermin ruft, wobei es für den garten zwar bereits sonnig, jedoch noch nicht warm genug ist.

ablauf

garten

12:00 derraab
14:30 ryba
17:00 pascal hetzel

zelt

19:30 toxido mask

mdf

15:00 michael rosmann
18:00 projekt gestalten
20:00 eluzid

nachbetrachtung

rein: 13:00 uhr
raus: 23:30 uhr

erneut die bestätigung des ungeschriebenen gesetzes, dass die april-staub die eigentliche garteneröffnung vor dem blank-geburtstag ist. zugegebenermaßen hielt ich die bespielung des gartens angesichts der bestenfalls vorfrühlingshaften temperaturen für eine waghalsige idee (vulgo „schnapsidee“), wurde aber eines besseren belehrt. spätestens dann, als ich von schlangen draußen hörte und es am frühen abend gerade draußen so voll war, dass mensch es fast für die geburtstagsfeierlichkeiten in zwei wochen hätte halten können.

es war also erneut echt gut besucht, mir am abend etwas zu viel, aber das hat mit reizüberflutung zu tun. in jedem fall vielversprechend für die sommersaison. die richtig warmen monate werde ich staub- und sogar berlin-technisch in diesem jahr verpassen, kann mir aber für die zukunft mal notieren, dass das frühe erscheinen eine ziemlich gute idee ist.

sets durchgängig gut bis sehr gut. derraab mit dubbigem techhouse zum einstieg, später melodisch. nicht mein beuteschema, aber schön betanzbar, dem slot völlig angemessen. dubbig ging es auch bei ryba weiter, wobei sie die kurve zu chordigem techno nahm. ein guter anknüpfungspunkt für pascal hetzel, der zwischen techno und house mit blick nach detroit sowie chicago spielte. auch wenn es bei den kalten temperaturen eine gute entscheidung war, toxido mask im zelt spielen zu lassen: von ihr habe ich kaum etwas mitbekommen. dafür war es abends auf dem mdf zu gut.

michael rosmann dort mit dem schnörkellosen, minimaleren techno, wie er gerade wieder in mode zu kommen scheint, bei komplett unaufgeregtem tempo. das brachte projekt gestalten hinein, mit mehr perkussiveren anteilen. eluzid ist für mich die gewinnerin, da sie stilistisch über dubtechno bis jazzigeren tracks und etwas bass music zum schluss und breakbeats zwischendrin (für mich immer ein pluspunkt!) einen echt guten faden im set hatte.

in kombination mit dem menschlichen: eine staub nach gewohnt hohem guten standard. liest sich vielleicht langweilig-routiniert, ist aber beileibe nicht so gemeint, sondern vielmehr im gegenteil, da nicht selbstverständlich.

notierte tracks

derraab

janeret – scape
foglight – sun algorithm
arkady antsyrev – loud ’n proud

ryba

synthek & audio louis – on the edge
oscar mulero – signal trace
moderat – bad kingdom (marcel dettmann remix)

michael rosmann

avant.ocs & red rooms – pulsar

projekt gestalten

seigg – locked
seigg – evolutionary pressure

pascal hetzel

dajusch – it’s the e
floorplan – never grow old (re-plant) (direkt danach)
los hermanos – quetzal

eluzid

yan cook – balance
claudio prc – torque
ottagone – ottagone 011
kink & raredub – time to change (special request vip)

[berlin / 28.03.2026] haus der visionäre: kontext x closer

nach wie vor bin ich neugierig auf neue locations, damit ich mal abseits der beiden friedrichshainer koordinaten wandle. dabei ist das haus der visionäre schon etwas länger auf meinem schirm, kontext als reihe mit sehr schön kuratierten line-ups ebenfalls. also hab ich mir anfang februar einfach mal das early-bird-ticket geholt, ohne dass einer der namen bekanntgegeben worden war. von dem angebot sagen mir ehrlicherweise auch zwei drittel nichts, aber die mir bekannten haben den vertrauensvorschuss schon mal gerechtfertigt. mal schauen, wie sich das vor ort darstellt. eine dezidierte bühne nur für live-acts und ein start am früheren abend ist schon mal genau nach meinem gusto.

kontext x closer

main stage

20:00 tobias. presents „semblance of nature“ live
20:50 mug live
21:40 torus live
22:30 defled live a/v
23:20 space afrika live a/v

sonnenraum

00:00 daura
04:00 marco shuttle
07:00 karine & shakolin
10:00 timur basha & yone-ko

halle

00:00 triš
01:30 dj python
04:00 eleftheria & significant other
06:00 alex savage

nachbetrachtung

rein: 19:30 uhr (noch winterzeit)
raus: 05:00 uhr (schon sommerzeit)

zusammenfassung

musikalisch gibt’s aus meiner sicht wenig bis gar nichts zu meckern – und wenn, dann war’s stilistisch einfach nicht meine baustelle. das publikum eher jung und aufgrund nicht abgeklebter kameras zum teil selbstdarstellerisch. allerdings: interessiert und geduldig, gerade was den konzertteil angeht. über mangelnde partystimmung konnte ich mich im sonnenraum nicht beschweren. die location wirkt auf mich unfertig, aber kapazitätstechnisch für solche gelegenheiten geeignet.

ausführlicher

ich hatte erst irrtümlich angenommen, dass das haus der visionäre in nähe des arena clubs in dem gebäude direkt an der spree liegt. stattdessen ist es am anderen ende des gebäudes, in dem sich vorne der festsaal kreuzberg befindet. hätte ich sogar vorher wissen können – schließlich steht die adresse allerorten.

ortsbegehung

vielleicht bin ich mit zu großen erwartungen in die location gegangen, aber vieles wirkte improvisiert. mag auch sein, dass das bei etablierten großveranstaltungen (giegling) anders aussieht. es ist jedenfalls ein großer raum, der mit abgehängtem molton flexibel gestaltet werden kann. lediglich der sonnenraum ist durch eine mauer abgetrennt.
für den start des abends war wenigstens die hälfte der räumlichkeiten verborgen und gefühlt jede*r zweite schaute neugierig hinter die vorhänge, was sich wohl dahinter verbergen könnte. 360-grad-bühne auf der main stage, mobile bar an der rechten seite, paletten zum darauf sitzen an der wand geradezu. auf eben einer dieser paletten befand sich mein platz, den ich auch für vier stunden nicht verlassen habe. den vibrationen nach zu urteilen waren die subwoofer direkt darunter – instinktiv also den richtigen ort ausgesucht.

nach space afrika als letztem act auf der main stage den rest erkunden. die halle lag direkt daneben und war eigentlich ein langgezogener schlauch mit dj-pult an der breiten seite, empore gegenüber, kabelkanal als stolperfalle in der mitte. etwas mehr wucht hätte bei der anlage nicht geschadet. aber letzteres kann auch dem lärmschutz geschuldet sein – das haus der visionäre liegt nicht allzu weit von wohnhäusern entfernt.
den sonnenraum musste mensch ein wenig suchen. zwar gibt es einen zugang vom raum direkt hinter dem eingang linkerseits, in dem sich zwei toilettencontainer befinden (derer gibt’s noch mehrere auf dem hof – war bei der durchaus regenhaltigen witterung in der nacht nicht sonderlich angenehm, sollte in den frühlings-/sommermonaten jedoch aushaltbar sein), aber auch hier trennte molton nach öffnung aller floors den bereich zur main stage ab. die machte nach dem abbau der technik einen etwas verwaisten eindruck, bis auf das posing einer jungen dame auf dem pult, wo sich wenige stunden zuvor noch die hardware befand. gab instagramwürdige fotomotive, womit einer meiner hauptkritikpunkte benannt wäre: keine abgeklebten kameras, stattdessen scheinen kompaktkameras wieder ein ding zu sein. außerdem waren veranstalterseitig leute mit profi-ausrüstung unterwegs, um die live-acts abzufilmen. mir haben die musikalischen inhalte alleine gereicht und der wert von clubs / partys mit fotoverbot wurde einmal mehr deutlich.
der vorraum zum sonnenraum war fast nochmal so groß wie der floor an sich und als bereich zum plaudern bzw. zusammenkommen sehr gut. aber die herumstehenden kleintische bzw. sitzgelegenheiten wären im notfall gute stolperfallen gewesen. und so sehr die idee der mittelinsel zum herumsitzen auch ist: sie führt insbesondere an der bar und der mauer richtung eingang zum sonnenraum zu einem nadelöhr. breitere gänge fände ich hier besser. oder mensch hätte die bühne der main stage locker zu einem platz zum abhängen umbauen können. oder das molton nach oben rollen, so dass der raum geöffnet worden wäre.
temperaturen waren ein weiteres problem, aber einen großen raum wie die main stage / halle bekommt mensch auch schwer beheizt. das wurde mit zunehmendem füllgrad besser. im sonnenraum war es von anfang an temperaturtechnisch gemütlich.

womit ich (typischerweise nach all dem meckern) beim sonnenraum als positivem punkt gelandet bin: da macht sich bemerkbar, dass er regelmäßiger bespielt wird. auch dort am hinteren ende eine bar, auch kleine emporen an der eingangsseite sowie links und rechts neben dem subwoofer. das dj-pult erstens ebenerdig (pluspunkt!) und zweitens an der breiteren seite. vor der bassbox richtig satter sound, wobei der druck sich direkt links oder rechts davon verständlicherweise verliert. weiter drinstehend wiederum ausgewogen. finde ich gut, weil sich jede*r dadurch entsprechend individueller präferenzen positionieren kann. licht ist spärlich und die fenster mit vorhängen versehen. wäre neugierig darauf, wie das bei tagespartys aussieht – bzw. fände es schade, wenn das tageslicht dort ausgesperrt würde. kapazität ist mit 300 leuten auf oberkante, bringt aber den vorteil, dass der raum auch mit 100 leuten nicht leer wirkt. für kleinere partys mit ausgesuchtem line-up ergo ideal.

ich behalte das haus der visionäre dennoch mal auf dem radar. bei allseits gestiegenen kosten finde ich’s nachvollziehbar, dass räumlichkeiten nicht von anfang an perfekt sind. ich fände verschiebbare wände mit integrierten sitzgelegenheiten (wie im expo im club raum bspw.) als dauerhaftere lösung zur raumtrennung bzw. flexiblen raumgestaltung besser als molton, aber das kommt evtl. mit der zeit. den sonnenraum finde ich auf anhieb sympathisch.

musik

da gibt’s für mich kein „schlecht“, nur „nicht mein fall“. es freut mich sehr, dass das konzept total aufgegangen ist, nach dem sie mit konzerten bzw. live-acts für berliner verhältnisse früh in den abend gestartet sind. auf diese weise war’s um mitternacht schon ordentlich gefüllt, womit die djs auf beiden floors keine probleme hatten, erst noch eine stimmung erzeugen zu müssen.

aber der reihe nach. meine wunschreihenfolge für die main stage wäre (mit dem für mich besten act am schluss) jedenfalls: mug (einerseits zwischen industriellem sounddesign à la roly porter, andererseits emo-induziertem indie-rock mit reichlich reverb) > space afrika (viele gesprochene botschaften über soundscapes und hörbaren aussetzern bei den soundkarten) > torus (dj-set mit eigenmaterial, zumeist ambient, metallica bei „nothing else matters“ zitierend und fatboy slim bei „right here, right now“ samplend) > defled (brachte die ästhetik hinein, wie mensch sie u.a. von huerco s. oder special guest dj kennt – entsprechend also sehr gut) > tobias. (der zwar weiß, wie ein eröffnungs-slot bestens bestritten werden kann, mit seinem sounddesign und minimalem rhythmusfundament dennoch alle offenen türen bei mir einrannte. sollten die tracks daraus ein album formen, wäre der kauf meinerseits sicher.)

da die halle als floor für mich nicht attraktiv genug war, verblieb ich in etappen von fünf bis zehn minuten dort. zwar schade, da das von triš‘ downbeat-beginn über dj python bis zum stilistisch zwischen dubstep, breakbeats und electro mäandernden set von eleftheria & significant other durchgängig hohes niveau war.
das gab es jedoch auch im sonnenraum, mit daura als entdeckung, weil sie es geschafft hat, mich mit einem techno-set zu begeistern. keine jagd nach tempo oder ein aneinanderreihen von perkussiven tools. stattdessen die schnittmenge an minimalen tracks mit querschießenden sounds, mit dem einen oder anderen breakbeat-track dazwischen, das ganze konsequent um die 130 bpm und mit vinyl. das war richtig gut und als warm-up für marco shuttle perfekt, von dem ich jedoch nur teile seiner ersten stunde mitbekam. meine kondition hätte definitiv nicht bis zum schluss gereicht. aber er ließ den tracks wie seine vorgängerin genügend raum zur entfaltung, so dass sich die dynamik über einen längeren zeitraum erschloss. den sog dafür hatte das set jedenfalls.

notierte tracks

daura

summe – objectness
eight miles high – in this place

dj python

fedrico franchi – cream
tomas andersson – washing up

marco shuttle

agent orange – warm love
schatrax – dizzy
attila jahanvash – friday’s child

eleftheria & significant other

peverelist – roll with the punches
dj assault – you can’t see me

[berlin / 14.03.2026] about blank: staub

zweiter samstag im monat – da ist klar, was das heißt. für mich dieses mal zwischenstation zwischen zwei besuchen am wriezener karree. werde eher früh da sein und auch früher gehen.

ablauf

lobby

15:00 nadine talakovics
18:00 caleb esc
21:00 x tin

zelt

12:00 moe
14:30 farhan
17:00 rapha.
19:30 kovvalsky

nachbetrachtung

da wird „laberstaub, daher weniger ausführlich“ zu meinem neuen evergreen. hab es in den ersten zwei stunden meiner anwesenheit (grob ab ca. 15:30 uhr) nicht weiter als zu der sitzfläche am lobby-eingang geschafft. stellt eine völlig neue dimension des ankommens und einen neuen rekord sowieso dar.

ansonsten flashback um zwölf jahre zurück, als ich die staub kennenlernte, die damals ausschließlich auf der lobby stattfand. das lichtpult links hinter der bar fiel mir bereits bei den winter holidays auf. sollte das permanent sein: ist aus zweierlei gründen eine gute idee. erstens, weil das licht dadurch mal nicht auf autopilot läuft und damit schön die musik akzentuiert. zweitens (völlig uneigennützig) entsteht dadurch eine nische zwischen licht- und dj-pult. war schon vorher eine gute ecke, um etwas ungestörter zu tanzen. das klappt jetzt noch besser, weil das lichtpult den publikumsverkehr dort minimiert.

im zelt war ich insgesamt vielleicht zwei minuten, also bleibt das aus der musikalischen bewertung raus. füllgrad- sowie stimmungstechnisch hat’s mich gefreut, dass beide floors richtig gut funktioniert haben.
nadine auf der lobby meine klare favoritin – dubbig, später melodisch, immer treibend, super auf den punkt. hab nichts shazamt oder erkannt, daher bleibt’s bei der kurz-nüchternen beschreibung. caleb nahm verständlicherweise etwas tempo heraus, aber auch bei ihm musste mensch sich wieder einmal um geschmacks- sowie technische sicherheit keine sorgen machen.

mich hat’s als üblicherweise erklärten lobby-skeptiker überzeugt, von daher schön, dass die entscheidung so getroffen worden ist. gerne wieder, insbesondere in den helleren monaten. wegen der berghain-kantine im anschluss blieb’s für mich bei „nur“ vier stunden. war jedoch auch eine gute entscheidung.

notierte tracks

caleb esc

function – disaffected
cirkle – machina
decka – under influence
o/v/r – interior

[berlin / 13.03.2026] berghain: sound metaphors

ein halbes jahr ist es her, dass sie ihr zehnjähriges an einem freitag auf drei komplett gefüllten floors mit einer hervorragenden kuration gefeiert haben und ich gehofft habe, dass daraus etwas regelmäßigeres entsteht. und jetzt das.

sound metaphors

berghain

19:30 diamin
21:00 dopplereffekt live
22:00 the sabres of paradise live
23:00 bill kouligas
01:00 dj stingray 313
03:00 skee mask
05:00 vlada b2b konduku

panorama bar

22:00 dennis bovell
00:00 adrian sherwood live
01:00 sound metaphors djs
03:00 chaos in the cbd
05:00 tornado wallace b2b yibing
07:00 jonathan kusuma

nachbetrachtung

rein: 19:45 uhr
raus: 5:30 uhr

fazit vorab:

anwärter auf die jahresbestenliste. ich bin samstagfrüh zwar erschöpft, aber völlig zufrieden raus. klar besteht immer die gefahr, dass auf dem papier gut aussehende line-ups die hoffnungen nicht erfüllen, aber die sorge war völlig unbegründet. in nuancen gibt’s zwar immer was zu kritisieren, aber ich fand’s musikalisch wenigstens sehr gut bis hervorragend. und darüber hinaus schön zu sehen, dass eine derartig exzellente kuration so gut angenommen wird.

ausführlicher:

diamin hätte die aufgabe des warm-ups für dopplereffekt nicht besser meistern können. das war zwischen ambient, abstraktem, dubstep, ein wenig technoidem alles völlig schlüssig und zum ankommen perfekt. kann / sollte sie gerne sonntags zum gleichen slot wiederholen, wenn’s nach mir geht.

bei dopplereffekt kann ich verstehen, warum sich daran die geister scheiden. hab sie jetzt zum dritten mal gesehen, und beim ersten mal ging’s mir genauso.
ich fand’s nach ihren ersten 10-15 ambient-minuten überraschend funktional. der abrupte halt auf freier strecke mit der handbremse (im klartext: einen sehr tanzbaren electro-track einfach stoppen, um das ganze wieder mit einer zaghaften fläche neu aufzubauen, das passierte mehrere male) bringt viele im clubkontext raus, wenn sie sets mit einem flow erwarten. mich fasziniert eher das zwischenmenschliche zwischen michaela no-than bertel und gerald donald. was oberflächlich den eindruck von ihr in der statistinnenrolle macht, ist für ihn wahrscheinlich elementar, um das durchstehen zu können. da kann die musik so steril oder das set so wirr sein wie es will – am ende freut’s mich, dass die beiden es durchgezogen haben.

diejenigen, die auf den flow warteten, bekamen ihn bei the sabres of paradise. sie standen lange auf meinem hausaufgabenzettel, so dass ich mir „haunted dancehall“ erst im laufe der letzten woche mal angehört habe. schwer, dem ganzen eine stilschublade zu geben. „leftfield“ passt führ ihre erste downbeat-geprägte hälfte wohl am besten. die fand ich auch besser, gerade weil die zweite sehr technoid-melodisch und damit so ausfiel, wie acts halt denken, dass sie im berghain spielen müssten. war jedoch toll anzusehen, wieviel spaß die beiden hatten. find’s daher auch legitim, funktional zu spielen und damit einfach mal abzuräumen.

bill kouligas hat’s mir nicht leicht gemacht, einen abstecher zu dennis bovell zu machen. schnittmenge aus breakbeats, electro, etwas technoideren sounds, stets mit einem auge richtung experimentierwillen. und das, ohne die tanzfläche dabei aus den augen zu verlieren.
oben zwar auch eine volle tanzfläche, aber mit wippendem oder interessiert lauschendem publikum. dennis bovell mit dub, reggae oder auch latin music und damit das, was mensch sich unter kenner*innen im plattenladen vorspielt. nur halt im club.

bei adrian sherwood hatte ich ein wenig sorge um die fenster der panorama bar – so sehr hat das vibriert. dub zwischen digital und roots in bestform – richtig, richtig gut.

an dj stingray hatte ich ehrlicherweise keine erwartungen, da er in den letzten jahren durchaus sets gespielt hat, bei denen er sich dem trend des härteren techno andiente. erneut hat sich gezeigt: richtiger ansatz (also der, ohne erwartungen ranzugehen). den haudrauf-techno gab es zwar, aber höchstens zu einem viertel und dann meistens mit exzellentem timing auf einen electro-track folgend. das hat richtig spaß gemacht.

skee mask hat danach (auch wieder: verständlich) etwas druck aus dem kessel genommen. mir neu, dass er größtenteils mit vinyl und dabei technisch so versiert wie eh und je spielt. ein „nur“ von techno und house mit ausflügen richtung ebm oder der bereits erwähnten raster-noton geprägtes set. das „nur“, weil’s im vergleich zu seinen stilistischen parforceritten vor acht, neun jahren an ort und stelle gemäßigter war, aber erstens: der kürze der zwei stunden angemessen. und zweitens mit blick auf die tracklist definitiv abwechslungsreicher als so mancher sonntag. mit der mischung würde er dort mittags / nachmittags super passen. wenn jemensch weiß, welche funk/jazz-nummer er so 30-40 minuten vor schluss gespielt hat, gerne melden.

notierte tracks*

diamin

david toop – boneless
biosphere – startoucher
monolake – alaska (substance remix 1)

bill kouligas

korzi – footslog (hedchef heat exhaustion mix)
kluentah – give up the gods

dennis bovell

winston sinclair – come on little girl
spahni’s dub dancers – skalude in minor c

dj stingray 313

drexciya – cascading celestial giants
client_03 & james shinra – decommission me
martyn bootyspoon – buss down
lurayana – tidal wave (manao remix)
cvnsumed – ethical autodafé
sanchez – amalgama
k-65 – catch me down
privacy – go
k-65 – matador
lockjaw – i am
mr. dé – shake it baby
detroit in effect – work it
clatterbox – storm drain

skee mask

robert armani – circus bells (armando’s mix) (erster track)
jeff mills – the resolution (direkt danach)
navario sauro – lancia delta integrale 16 v
afx – pwsteal.ldpinch.d
e-dancer – pump the move
the neon judgement – the fashion party
mu – paris hilton
surgeon – floorshow pt. 2-4 (direkt danach)
dj rush – loco
traktor – master traktor (direkt danach)
afx – a f x 2 (direkt danach)
x-101 – sonic destroyer (direkt danach)
hallucinator – goldcoast
dave clarke – zeno xero
container – radiator
aoki takamasa – rn2-09 pt1 + pt2
dj deeon – groove mode
der zyklus – elektronisches zeitecho (letzter track)

*: mit sehr tatkräftiger unterstützung aus der restrealitaet.

[berlin / 26.02.2026] säule: reverse

ist auch schon drei jahre her, als ich sie als dj im ohm gesehen habe. bereits zuvor hat katatonic silentio als produzentin nachhaltigen eindruck bei mir hinterlassen. umso schöner, dass sie bei der gelegenheit live spielt.

reverse

22:00 pooja b
23:30 katatonic silentio live
00:30 ireen amnes
02:30 chloe lula

nachbetrachtung

rein: 23:10 uhr
raus: 02:00 uhr

war damit einer meiner kürzesten besuche dort, was aber nicht wertend gemeint sein soll. nach vorne raus hätte ich nur gerne mehr von pooja b anstelle ihrer letzten 20 minuten mitbekommen. die deuteten zwischen acid und basslinelastigem techno abwechslungsreichtum an. dann behalte ich sie der einfachheit halber einfach auf dem zettel.

was ich nicht auf eben selbigem hatte: es gibt keine separate schlange für inhaber*innen eines tickets. das ist seit ein paar monaten bei den donnerstagen möglich und wird scheinbar auch rege genutzt. jedoch stellt mensch sich ganz normal an die schlange an, lediglich diejenigen mit listenplatz können vorbei. erwähne ich deshalb, weil besagte schlange bis hinter das ende der gitter reichte, was der wartezeit einer halben stunde entsprach. ich hatte darauf spekuliert, mit dem ticket direkt über los gehen zu können – offensichtlich ging das daneben.
freut mich jedoch, dass das so angenommen wird. drinnen war’s zu der zeit schon mehr als halbvoll und es blieb auch in meiner kurzen anwesenheit angenehm. im schnitt zur klubnacht ein jüngeres publikum, aber auch das ist bekannt.

katatonic silentio ist den vorschusslorbeeren auch als live-act gerecht geworden. nach einem ambient-intro war das waschechter dubtechno, mit der 4/4-kick als kompromiss, den sie eingegangen ist. ich fremdelte zwar erst etwas mit der frühen uhrzeit, zu der sie angesetzt war – im nachhinein war das im dienste der dramaturgie des abends völlig richtig.

ireen amnes im anschluss mit dem tooltechno, wie er seit gut zwei jahren in mode ist. das war solide unterhaltung, aber hat mich nicht aus meiner müdigkeit reißen können.

notierte tracks

pooja b

tensic – no luck

ireen amnes

ocirala – the day i didn’t graduate from uni

[berlin / 14.02.2026] about blank: staub 13

die 13 soll glück bringen. in jedem fall trifft das mit dem monatlichen jour fixe in der autonomendiskothek auf mich zu, für den ich mir den terminkalender nach wie vor gerne freiräume. gratulation ist nach wie vor ehrensache und die feierlichkeiten opulent in dauer und umfang.

ablauf

mdf

15:00 kobzev
18:00 wesley
21:00 stanislav tolkachev
23:00 bertrand.
02:00 ly sas
05:00 irakli

zelt

13:00 cara carpaccio
16:00 sirs
19:00 john osborn
22:00 pause
10:00 anja zaube

lobby

22:00 modschi b2b dj detective
02:00 anna z.
05:00 wolle xdp

wellness-punk-floor

17:00 tensor
18:00 i.nez
19:00 mel
20:00 manfred tiek
21:30 stype
23:00 ryba
01:00 a:lyrisch live
02:00 corala
03:00 j.otam
04:30 dk dent
05:30 modschi
06:30 angels in bademantel

nachbetrachtung

rein: 18:45 uhr
raus: 5:45 uhr

eine geburtstagsfeier mit allen schikanen und vor allem vielen gratulant*innen – jedenfalls von samstagabend bis ca. 2 uhr, ab da entspannte sich die lage. klar, für blank und staub gleichermaßen toll, hochverdient, die beste und dem anlass mehr als angemessene mischung an leuten etc. – für mein zns jedoch zuviel. eskalation ist da momentan absolut keine priorität, sondern vielmehr das gegenteil. hinzu kam noch der bei mir vor auftritten übliche tunnel während der üblichen ankunftsrunde, insofern müssen „hitradio-gewitter von sirs“ und „house-charmeoffensive von john osborn im anschluss“ als grobe koordinaten herhalten.

über den gesamten verlauf gesehen habe ich selten so viel zeit in der hütte verbracht – meinen eigenen beitrag mal ausgeklammert. wenn es beweise für die detailverliebtheit braucht, die die staub so auszeichnet – auf den nicht mal 20 quadratmetern fand mensch sie. deko sowie licht waren stetig im wandel und die hütte jederzeit eine mehr als gut funktionierende oase, sobald die zitterpartie durch den garten absolviert war.
„viel zu tanzbar“ dachte (und sagte) ich hunderte male, bevor es für mich losging. manch langsamere platten von manfred tiek riefen mir dann aber doch in erinnerung, dass der floor als völlig freie spielwiese konzipiert war.
zur manöverselbstkritik, welche dezidiert zur transparenz und nicht als fischen nach komplimenten gedacht ist: in meiner ersten hälfte habe ich mich bei abnehmender fülle ob angewandter sturheit (wonach ich so untanzbar wie möglich spielen wollte) so weit gegeißelt, dass meine backup-festplatte mit der gesamten sammlung bereits am zweiten cdj baumelte und einsatzbereit war. die zweite hälfte kehrte das völlig und nachhaltig um – da waren neben dem loyalen anhang auch ein paar neutrale leute darunter, die das mitgemacht haben – vielen, vielen dank dafür! ein set, das mich am ende darin bestärkt hat, dass es sich lohnt, bei einer linie zu bleiben und es eben zu den nebenwirkungen gehört, dass leute ihre zeit brauchen, um bei experimentielleren dingen einzusteigen. ein dj für hymnische momente werde ich in diesem leben nicht mehr.
ich würd’s wieder tun, nächstes mal mit noch weniger kickdrums. bei der vorbereitung habe ich in bezug auf’s ineinandermischen von soundscapes und passenden tonarten abseits von beatgrids definitiv blut geleckt.
die tracklist steht am ende, falls sich wer aus der leser*innenschaft eine playlist zusammenstellen möchte. ohne etwas versprechen zu wollen: evtl. baue ich das noch aus und nehme das nachträglich daheim auf.

von a:lyrisch hätte ich gerne mehr mitbekommen, aber erstmal im kreise des harten kerns im zelt sitzen und plaudern war zu dem zeitpunkt gebotener. bei corala fand ich den ebenfalls langsamen, basslastig-breakbeatigen anfang sehr vielversprechend. erhöhte sie schnell auf techhouse-kompatibles tempo, hat aber über die gesamtstrecke u.a. mit dubstep-artigen tracks schöne kontraste gesetzt. dk dent später ebenfalls mit techhouse, der in richtung 2000er-minimal blinkte – und das war für die uhrzeit auch nicht verkehrt.

auf dem mdf habe ich’s versucht, kam aber musikalisch nicht so recht hinein. schlecht war’s keineswegs, aber anna z. in der lobby definitiv interessanter. wenn auch zum großteil mit geraden kicks unterwegs, freut’s mich immer, dass sie den einen oder anderen electro- oder gar dubstep-track zur auflockerung einbaut und dabei nie den flow aus den augen verliert. wolles trance-set habe ich nur sekundenweise beim durchgehen gehört, daher wäre jegliche einschätzung absolut unfundiert.

notierte tracks

sirs

bill medley & jennifer warnes – (i’ve had) the time of my life
lou rawls – you’ll never find another love like mine
whitney houston – i will always love you

john osborn

the mole people – break night

manfred tiek

jürgen paape – so weit wie noch nie (in der version von der kompakt 62, nicht von der „total 3“)

anna z.

hijinx – illusions
deluka – plastic funk

stype

itty minchesta – hamburg is nich schuld daran / city nord
pita – 4
coil / nine inch nails – closer (unrecalled)
anthony child – the chief
laurent garnier – la détente: la leçon
autechre – tbm2
massive attack v mad professor – weather storm (dub) & perila – ways & pita – ce3*
donato dozzy, sabla – forma 1
oval – do while & perila – lish & kim hiorthøy – yellow minute & sadie powers – right after**
kevin drumm – morning
superpitcher – tomorrow
ulla – both feelings
squarepusher – my sound

*: „weather storm“ geht 20 minuten, die zwei zusätzlichen passten harmonisch sowie zeitlich super, also ließen sie sich gut reinmogeln.
**: da gilt das gleiche, nur dass die oval 24 minuten lang ist.

[berlin / 11.02.2026] bi nuu: ho99o9 / n8noface

das ist relativ spontan. bis gestern sagten ho99o9 mir gar nichts, n8noface sind nach wie vor ein völlig unbeschriebenes blatt. jedoch machten mich die ho99o9-videos mit einer neuen art von crossover neugierig darauf, wie sie das live transportieren.

start ist ab 20:00 uhr, einlass beginnt eine stunde vorher.

nachbetrachtung

das mache ich stichpunktartig:

n8noface besteht aus einem mitglied, fühlte mich an electroclash erinnert, nur im hardcore-techno-tempo. leider nicht mein fall, hat im vorprogramm jedoch gepasst.

ho99o9 wiederum wirken für mich im live-kontext rauher und direkter als bei ihren veröffentlichungen. stilistisch genau mein sweet spot zwischen hardcore-metal und elektronik, wovon vieles kompatibel zu dubstep ist. ihre neuen sachen blinken richtung pop der zum zeitgeist passenden überproduzierten art, die älteren sind dagegen schnörkelloser.
sie hatten das jedenfalls von vorne bis hinten im griff. gezielt würde ich mir kein ticket für sie kaufen, im rahmen eines festivals (oder auf einladung) aber definitiv nochmal anschauen.