[berlin / 27.08.2026] ohm: neighbourhood

es steht alles auf dem flyer. bei ra gibt es noch günstige tickets.

nachbetrachtung

rein: 22:45 uhr
raus: 2:45 uhr

und die kurze dauer meines aufenthaltes nimmt mein fazit bereits vorweg: ich kam beim besten willen nicht in den abend hinein. lag auch an der eigenen frustration: ich hätte den tag gerne produktiver verbracht als mich mit chatgpt im kreis zu drehen, weshalb mein anno 2019 gekaufter lg-monitor unter mac os tahoe eine vernünftige hdr-wiedergabe verweigert (er zeigt dann einen violetten stich) und adobe lightroom classic keine bearbeitung von raw-fotomaterial in hdr zulässt, obwohl das mit dem bildschirm des macbook pro immerhin geht.
wenn schon der wegfall meines arbeitsplatzes u.a. mit dem einsatz künstlicher intelligenz verargumentiert wird, war dies ein beispiel dafür, dass eine menge produktivität dafür draufgeht, eben diese künstliche intelligenz daran zu erinnern, was wenige prompts zuvor bereits getippt worden ist.
lösungsvorschläge gab es keine verwertbaren. daher: wer einen vernünftigen 27″-monitor um die 1000 euro kennt, schreibt mir das gerne in die kommentare. anforderungen: muss nicht für’s gaming geeignet sein, aber hdr vernünftig darstellen und darüber hinaus per usb-c angeschlossen werden können. teil des aktuellen monitors ist ein usb-hub mit zwei usb-a-anschlüssen, die tastatur und maus versorgen und das hätte ich gerne weiterhin. wenn noch ein dritter usb-a-port vorhanden ist, der ein festplatten-dock mit durchsatzraten von usb 2.0 bespielen kann, wäre das perfekt.

womit ich gekonnt meine eigenen befindlichkeiten zum hauptthema gemacht habe. allerdings hatten diese unmittelbaren einfluss auf die stimmung, mit der ich richtung jannowitzbrücke gefahren bin. victor fehlte, dafür wechselten sich tasha und stenny im b2b-modus ab. meinem eindruck nach erst ab 2 uhr mit einer gemeinsamen sprache, davor passten die tracks für meine begriffe (und die lädierte grundstimmung) nicht so recht ineinander.
aufteilung jedoch anfangs klar: stenny dubbig, tasha (tech-)housig, ab 2 uhr wurde der grundtenor technoid und stenny sorgte mit „slider“ von tube jerk für meinen persönlichen (da unerwarteten) höhepunkt des abends, weil brighton und artverwandtes in den letzten jahren in clubs einfach mal unterrepräsentiert ist. auch „channel b“ von mono junk lasse ich mir zur begrüßung schmecken, mit „dark corridor“ von scan 7 gab es die steilvorlage für meinen persönlichen schlusspunkt.

weiterhin für die party positiv: der niedrige vorverkaufspreis. ich war noch rechtzeitig genug für den super early bird (5,50 euro). hätte ich das alles verschlafen, wären bei ra 13 euro als endpreis fällig gewesen. evtl. wurde der auch an der tür aufgerufen. aus meiner sicht sehr fair, wo 20 euro auch unter der woche durchaus standard sein können.
im sinne des füllgrads ging das kalkül völlig auf: es war bereits bei meiner ankunft halbvoll und bei meinem aufbruch sehr gut gefüllt – wenn auch nicht überfüllt, wie es von der version oder dem objekt-wormhole am wochenende bekannt ist. das führte allerdings zu einer negativen begleiterscheinung, wegen der ich mich mittlerweile nicht wirklich lockermachen kann: raucher (dieses mal bewusst nicht gegendert) auf der tanzfläche, die ihre kippe nicht innerhalb der handfläche halten und damit potentielle quelle für brandlöcher an klamotten sind. klar könnte mensch argumentieren, dann halt mal nicht das lieblingsshirt auf partys anzuziehen. andererseits (wohlwissend, dass das eine potentiell unpopuläre meinung ist) finde ich den nichtraucher*innenschutz neben den olfaktorischen sowie gesundheitlichen gründen auch aufgrund der tatsache sehr gut, dass ich mir keine gedanken machen muss, irgendwie angesengt zu werden. positiv hervorheben möchte ich jedoch die beiden herren, die mich an getrennten zeitpunkten am rande sitzend proaktiv gefragt haben, ob es okay wäre, wenn sie eine rauchen würden. das ist die umsicht, wie ich sie mir auf partys wünsche.

grundsätzlich auch weiterhin partys in so einem format. auch wenn victor verhindert war, finde ich es total super, wenn sich zwei geschmackssichere leute auf dem line-up den abend nach ihrem gusto aufteilen, sich dabei bälle zuspielen und idealerweise eine gemeinsame dramaturgie entwickeln können. auch wenn das meinem eindruck nach erst ab 2 uhr der fall war, ist der ansatz in zeiten überbordender line-ups genau der richtige: lieber weniger leute ins line-up, den eintrittspreis entsprechend schmal halten und sich stilistisch acht stunden komplett frei entfalten – so habe ich die szene kennengelernt und so nostalgisch das auch ist: es ist wichtig, auch solche abende zu haben, die zeigen, dass weniger mehr ist – und somit den szenemotor kühlen, bevor der völlig überhitzt.

insofern: gerne auch beim nächsten mal. ich sehe dann zu, mich vorher nicht mit irgendwelchen technischen finessen herumzuschlagen.

notierte tracks

mono junk – channel b
substance & vainqueur – reverberate
unknown artist – materie prima (nanel 002)
p.a. presents – resolute (gerd dub mix)
4th measure men – 4 you (mk remix)
dj assassin – face in the crowd (chris simmonds remix)
shawn rudiman – it’s gotta swing
eqd – eqd#003b
splice – magnetic
scan 7 – dark corridor

[berlin / 26.04.2025] ohm: objekt’s miraculous kaleidoscopic psychedelic technicolor wormhole from the club to infinity

es ist mal wieder soweit und ich um keinen hinkenden vergleich verlegen: objekts ohm-residency ist für dieses wochenende die sandwichscheibe, die vom noch ofenwarmen brot aus der about-blank-bäckerei umrahmt wird. das wird wahrscheinlich ähnlich voll wie auf dem mdf zur gleichen zeit, aber die drei protagonist*innen verheißen eine menge wissenszuwachs abseits ausgetretener pfade. da fällt’s mir leicht, die prioritäten zwischendurch zu verschieben.

nachbetrachtung

fazit vorab: nach jetzt drei überzeugenden ausgaben nehme ich die „wormhole“ in den kanon meiner stammtermine auf. bisher war’s jedenfalls stets so, dass die verheißungen des line-ups auch vor ort eingelöst werden.

dieses mal kam noch der wohlfühlfaktor während der hauptstoßzeiten hinzu. ich war bereits um 0:15 uhr vor der tür und die schlange mit 30-40 meter bereits länger als die vom tresor zur gleichen zeit. was verhieß, dass es ohm-typisch ab 2 uhr zu voll werden könne.
eine halbe stunde später war ich drin und es ab 1:30/2:00 uhr auch gut gefüllt, mit typischem durchgangsverkehr am hinteren ende der tanzfläche und in beschlag genommenen sitzgelegenheiten neben der bar. aber meinem eindruck nach wurde im vergleich zu den letzten ausgaben bereits früher der einlassstopp verhängt, so dass ca. 50 leute weniger im laden waren. und das macht im ohm einen ziemlichen unterschied. zu den meisten zeiten konnte ich mich am hinteren ende weitestgehend ungestört bewegen.
es haperte lediglich an meiner kondition – auch wenn ich genügend puffer zum schlafen nach dem about blank hatte, kamen dann doch vielleicht fünf, sechs stunden zusammen. bin daher mit etwas wehmütigem herzen gegen 6:30 uhr gegangen, da objekt in den fast anderthalb stunden den für mich richtigen nerv zwischen techno, breakbeats und dubstep traf und dabei auch gerne mal akzente in richtung härte setzte. jedoch war die aussicht auf einen sonntag im lieblingsgarten bei sonne und netten weggefährt*innen zu verlockend und im nachhinein auch das richtige pferd, auf das ich gesetzt habe.

insgesamt fand ich in den gut fünfeinhalb stunden meiner anwesenheit msjy am mutigsten, weil sie quer durch stile und tempi ritt, dabei aber konsequent den roten faden behielt. gegen 2 uhr verlor sie mich mit dub mal kurz, weil das die sorte war, die mir etwas zu viel spannung aus dem bis dahin ganz schön treibenden set rausnahm. aber vielfalt sowie risiko gibt bei mir immer pluspunkte und noch dazu war eine viertelstunde später davon nichts mehr zu merken. sie zählt für mich damit zu denjenigen, die bewusst brüche einbauen können und die leute damit auf lange sicht nicht verprellen.
mit dubstep, footwork (oder in welche schublade mensch einsortiert, was sie um die 160 bpm gespielt hat), drum & bass, dub und breakbeats mit mut zu großen tempiwechseln hat sie jedenfalls all das auf’s tableau gebracht, was mich schon bei ihrem reef-set überzeugt hat.

pariah blieb tempotechnisch im techno-kompatiblen korridor um die 135 bpm (nicht getappt, eher gefühlt-geraten), aber stilistisch vielfältig. hat gezeigt, dass experimentierfreudigkeit durchaus auch mit geraden kickdrums geht und samba-elemente einzug in eben solche sets halten können.

notierte tracks (mit ablauf des abends durch nennung der jeweiligen startzeiten in klammern)

msjy (00:00)
dual monitor – step pattern
joey – spooky emote
st. amp – cave
flvxx – murdah (feat. a-tweed)
the untouchables – ragga ting
dj jm – squash
muadeep – words of a preacher

pariah (02:30)
cari lekebusch – erratic movements pt. 2
krusher – me to do (motion unit remix)
surgeon – waiting for me pt. 3
felix da housecat – kickdrum
the chemical brothers – electronic battle weapon 1
ben klock – wolf
storm on earth – signal

objekt (05:00)
benny ill / kode9 / the culprit – fat larry’s skank
rroxymore – nightbite
planetary assault systems – function 4
disco vumbi – jo-ducuroma
cluekid – spider monkey
oliver ho – awakening the sentient part 2

[berlin / 14.02.2025] ohm: sneaker social club

die sneaker social club hatte ich für einen besuch schon länger mal auf dem zettel. da kommt es ziemlich recht, dass carrier mit einem live-set gastiert. meine prio liegt also bei ihm, ein wenig auch bei lcy, über allem steht, was meine kondition am ende dazu sagen wird.

sneaker social club
00:00 low end activist b2b appleblim
02:00 carrier live
03:00 lcy
04:30 nothus

nachbetrachtung

rein: 1:30 uhr
raus: 3:30 uhr

somit einer meiner kürzesten clubbesuche, aber mit einem sich hartnäckig haltenden husten ist ausgehen wirklich nicht so toll. hab mich meistens eher abseits gehalten, auch wenn es einen tick leerer war als bei lena und objekt. ohm-typisch auf der tanzfläche jedoch mit durchgangsverkehr, wonach mir an dem abend noch weniger war als sonst.

ich hab in der halben stunde vor carrier nur appleblim am pult gesehen. 2-steppig mit garage-anleihen bis hin zu dubsteppigem bzw. gleich dub. liest sich für die kurze dauer wie kraut und rüben, ergab im set-kontext aber sinn.
carrier dann sehr zurückgenommen, in den ersten fünf minuten ohne wirkliche kickdrum, entfaltete sich sehr subtil. liegt sehr an mir bzw. meinem selbstbedauern ob der rebellierenden atemwege, dass außer „coastal“ nicht mehr hängengeblieben ist.
lcy dann mit sehr rauhen breakbeats, wobei shazam mich im stich gelassen hat. aber in jedem fall eine dame, die ich auf dem zettel behalte.

notierte tracks

appleblim
shut up and dance – epileptic (martyn’s no strobe mix)
skream – glamma
peverelist – pulse 1

[berlin / 30.11.2024] ohm: objekt’s miraculous kaleidoscopic technicolor wormhole from the club to infinity

damit dürfte er den ersten platz für den längsten hier bislang erfassten partytitel einheimsen. es ist deren zweite ausgabe in diesem jahr. konzept ist, dass er sich gäste einlädt oder den abend gleich komplett alleine bestreitet. dieses mal mit lena willikens, was auf dem papier nach einem wettstreit um die außergewöhnlichste auswahl aussieht. beinahe schon zuviel der vorfreude.

objekt’s miraculous kaleidoscopic technicolor wormhole from the club to infinity
lena willikens
objekt

ab 23:59 uhr
15 euro

nachbetrachtung

mein hang zum meckern ist ja allgemein bekannt, also lebe ich das weiterhin aus. jedoch nicht, ohne das fazit voranzustellen: müsste ich’s quantifizieren, kommt die party mühelos auf eine sehr stabile 8 von 10, die sogar an der 9 kratzt. damit locker in der bestenliste für 2024.

die einzigen kritikpunkte sind die bereits bekannten, wenn mensch sich für einen besuch im ohm entscheidet: wenn es voll wird, gibt es eigentlich nur zwei möglichkeiten: an der bar sitzen, von dort aus das geschehen beobachten und sonst zuhören, oder sich in nähe des dj-pults stellen. letzteres bedeutet kalten luftzug (es ist mal wieder die beste jahreszeit zum ausgehen – nicht) oder auch durchgangsverkehr von eingang und bar zur tanzfläche.

konkret: ab 2:30 uhr war’s mir auf der tanzfläche zu eng. die wand am eingang zu den toiletten war bestenfalls okaye notlösung, aber auch da schieben sich eher die leute vorbei. an der raumarchitektur lässt sich in der hinsicht nichts ändern, zudem wusste ich, worauf ich mich einlasse.
die bank neben der bar mit wechselnden sitzorten war also zu größeren teilen der aufenthaltsort meiner wahl. das war zwar etwas fernab vom akustischen sweet spot (dafür ist das besagte hintere ende der tanzfläche ziemlich gut) und das holz der bänke schneidet irgendwann gut in die blutzufuhr zu den unterschenkeln. aber: dort ist mensch wenigstens weitestgehend ungestört. meine hoffnung darauf, dass es ab 5:00 uhr etwas leerer wird, hat sich nicht erfüllt. dann kam auch noch meine kondition dazwischen, die durchgemachte nächte nicht mehr so wirklich kennt.
um 7:30 uhr bin ich daher heimwärts. und selbst da war die tanzfläche noch wenigstens dreiviertelvoll, was an sich genügend über die qualität der party aussagen dürfte.

bemerkenswert war’s in zweierlei hinsicht:

erstens, wie viele leute sich ohne große werbung gezielt auf den weg machen. es gibt gewollt keinen eintrag bei residentadvisor, damit auch keinen ticketvorverkauf – ich bekomme lediglich über instagram und den zur reihe gehörenden telegram-kanal davon mit, x verwende ich aus prinzip nicht mehr.
trotzdem war die schlange kurz nach mitternacht bereits länger als die vom tresor direkt nebenan. und ich hatte nicht den eindruck, dass die leute „einfach nur mal gucken“ wollten oder den eingang mit dem des tresor verwechselt haben. dafür war die fülle auf der tanzfläche spätestens ab 2 uhr zu aussagekräftig. wären die leute von der musik irritiert gewesen, hätte sich das spätestens ab 2/3 uhr deutlich ausgedünnt.
stattdessen ging die durch das line-up gesetzte saat vollkommen auf – die geduld des ohm-publikums (bzw. dessen neugierde an anderen sounds) ist immer wieder erfrischend und der bedarf an guter kuration mit understatement offenbar vorhanden. klar kann ich dann im völligen eigeninteresse sagen, dass objekt sich doch einfach eine doppelt so große location suchen soll. aber warum? das ohm als dezidiertes experimentierfeld mit richtig guter anlage ist doch der richtige raum dafür – erst recht, wenn ungewiss ist, wie das angenommen wird. wären nur 50 leute dort gewesen, wäre das für die stimmung auch ok.

zweitens, dass die durch die einladung lenas als partnerin bei mir ausgelöste hoffnung, musikalisch höchstes niveau serviert zu bekommen, nicht nur eingelöst, sondern auch übertroffen worden ist. heißt nicht, dass ich mit allem konform gehe, was sie gespielt haben (psytrance wird in diesem leben nicht mein fall, war aber nur eine kurze phase). aber endlich mal einen abend zu erleben, an dem lediglich das line-up feststeht und offen gelassen wird, wer wann zu hören sein wird, ist in zeiten der fixierung auf timetables mit entsprechenden schlangen vor und anschließend innerhalb von clubs einfach befreiend.
mal abgesehen davon war es ein back-to-back im klassischen sinne. klar kam es mal vor, dass eine*r von beiden mal zwei, drei tracks am stück spielte. aber erstens habe ich so genau nicht hingeschaut und wichtiger: es fiel nicht auf, wer wann mit was dran war. stattdessen war’s ein am xone:92 ausgehandelter konsens, der eine gemeinsame dramaturgie ergab. in der ersten stunde lief bspw. ambient bzw. musik zum zuhören, sowas wie kickdrums waren eine seltenheit. von ca. 1:00 uhr bis 2:30 uhr blieben sie konsequent unter 110 bpm. ab dort allerdings ein sprung auf (gefühlte, nicht getappte) 130 bpm, was als ausgangspunkt diente, die temposchraube immer weiter anzuziehen. dabei blieben sie bei der auswahl stets zwischen den stühlen: wenn techno, dann abseits etablierter klassiker (meistens jedenfalls – „digeridoo“ sollten diejenigen kennen, die sich etwas tiefergehend mit elektronischer tanzmusik der letzten 40 jahre beschäftigen). wenn electro, dann eher rauh. ein ständiges schreiten abseits ausgetretener pfade, ohne dabei die tanzbarkeit aus dem blick zu verlieren und dennoch experimentiell genug zu bleiben, dass vergnügen und entdeckungsneugier zugleich zum zuge kamen.
es war ja schon vorher klar, dass beide ein enzyklopädisches musikwissen bei gleichzeitiger verweigerung gegenüber stilgrenzen mitbringen. für mich war’s eine lektion darin, wie das in set-form gegossen werden kann und vor allem, dass ich das wissen in dieser breite nicht werde erreichen können. dafür müsste ich das vollzeit machen. klar, koketterie – ist aber für mich in ordnung so. es reicht mir völlig, die qualitäten der beiden als solche zu erkennen und dem im ansatz nachzueifern.

der abend verdient jedenfalls das prädikat „besonders wertvoll“. das ist nach der märz-ausgabe mit objekt solo bereits das zweite mal und damit ausgangspunkt für die hoffnung, dass exzellent kuratierte reihen wie diese als gelegenheit zur nachhilfe möglichst lange fortbestehen und ich das neben der reef zu einem weiteren dauerkartenabonnement machen kann.

notierte tracks

anton friigaard – cemille
download – attalal (remix)
aphex twin – isopropanol (heruntergepitcht auf 100 bpm)
chants & dave schoepke – ritmo puro
die form – damaged corpse
mordant music – hummdrumm
abadir & nahash – marchadair
nasty j – la boucle
ivan iacobucci & stella fiore – waiting for my love
transparent sound – punk motherfucker
solid groove – show me su’mn
kode9 – swarm
prettybwoy – overflow
endmodell – die taktung der maschinen (teil 1)
georg-i – strobe fodder
braille – cloud monger (bodhi remix)
kinzua – purest state confusion
aphex twin – digeridoo
shxcxchcxsh – do 1
yogg – keep the sheep
bell curve – just a lil bit of sweat
oyubi, fetus – earnin it
yas reven – little breake
gaister – conscious concentration

[berlin / 16.11.2023] ohm: system revival

von anfang bis ende toll ausgesucht. vor mitternacht 13 10, danach 15 euro.

ablauf
22:00 diamin
00:00 charlton b2b pete
03:00 xdb

nachbetrachtung

eine runde sache, auch wenn ich mit arbeitstag und vorherigem entertainment im admiralspalast (siegfried & joy) etwas reizübersättigt ankam und daher schon um 4 uhr gegangen bin.

füllgrad hat die gesamte zeit über gut gepasst. etwas männerüberschuss, darunter auch leider die sorte, die sich den raum auf der tanzfläche nehmen bzw. in einem fall alles angraben, was nicht bei drei in nähe der peer-group ist.

ansonsten stand techno in verschiedenen variationen auf dem menü. diamin hat sich einmal mehr (letztes jahr im sommer bei der staub im ://-garten gehört und schon dort einen sehr guten eindruck gehabt) als dj gezeigt, die mensch auf dem zettel haben sollte. schön trockener, nicht zu fordernder, aber auch nicht zu zahnloser techno – warm-up nach maß.

charlton und pete gingen nach einer viertelstunde schon sehr in die vollen und merkten recht schnell, dass das pulver nicht gleich verschossen werden sollte. wirkte nach einer halben stunde wie aus einem guss, wobei die anteile von pete schon klar durchkamen. zeigt, dass ich ihn mittlerweile häufig genug gehört habe – in den notierten tracks steht daher ziemlich vieles, was mensch hier bereits gelesen hat. charlton hat das mit experimentiellerem gut ergänzt.

xdb machte dann an der schnittstelle zwischen techno und house weiter. denke, er wird das souverän beendet haben. fand es schön, dass nach dem b2b nicht die große aufbruchsstimmung herrschte, was sonst ganz gerne demotivierend für diejenigen wirken kann, die auf diesem slot gesetzt sind.

auch hier: sieht stark nach dauerkartenabo aus.

trackauswahl

diamin
dj hell – eat my house

charlton / pete
vlaysin – hit me beat me
dj boss – atmolam
joey beltram – instant (direkt darauf)
joey beltram – flash cube
surgeon – atol (direkt darauf)
british murder boys – rule by law
x-102 – dione
jeff mills – dna
timeblind – i was no mind
regis – model friendship
whitehouse – cut hands has the solution
thomas bangalter – what to do
dopplereffekt – rocket scientist
aphex twin – isopropanol
basic channel – phylyps trak
regis – speak to me
curve – falling free (aphex twin remix)

xdb
jammin‘ unit – remote car babe
jeff mills – sugar is sweeter

[berlin / 06.04.2023] ohm: system revival

da hat die ausgabe vom februar gleich den richtigen eindruck hinterlassen: einfach bei dem line-up für die nächste schauen und sehen, dass mit pinch jemand spielt, bei dem ich mich schon fragte, wann er das letzte mal in berlin zu hören war.

eintritt
vor mitternacht: 13 euro
ab mitternacht: 15 euro

nachbetrachtung

stellte sich tatsächlich als eine der partys heraus, die mir den glauben daran zurückgegeben hat, dass diversität nicht verpuffen muss bzw. das publikum vergrault (und mich in der entscheidung bestärkt hat, abgesehen von der april-staub nicht zwingend auf dezidierte techno-line-ups zu setzen).

war’s mir bei der letzten system revival im februar mit skee mask und stranger noch zu viel publikum auf kleiner fläche, hätte ich dieses mal mit ca. 50 leuten mehr keine probleme gehabt. aber so blieb’s konstant gut zur hälfte gefüllt, ergo ausreichend platz auf der tanzfläche und auch sonst keine verrenkungen notwendig, um den standort oder sitzplatz zu wechseln.

zur musik:

ireen amnes mit electro-schwerpunkt, dabei tracks mit geraden kicks bevorzugend. zu früher zeit schon ganz schön flott unterwegs, etwas hastiges mixing. nur „rocket scientist“ von dopplereffekt erkannt.

sorcery richtig gut. synkopierter techno („stepping“ wäre das hardwax-attribut), der zu (post-)dubstep, grime und breakbeats generell anschlussfähig war. hausaufgabe für mich: seine veröffentlichungen anhören.

der anfang von katatonic silentio wirkte zunächst wie ein völliger neustart der party, so dass mensch sich unter normalen umständen schon gefragt hätte, ob das nicht besser ins warm-up passt. shazam kapitulierte am stück (ich habe im ohm aber auch nur richtung ein/ausgang empfang und das platzangebot wollte ich nicht dafür nutzen, ständig durch die leute zu wuseln), aber grob gesagt war ambient die richtung, in die es die ersten zehn minuten ging, wobei stets etwas wie ein takt bzw. sanfte kickdrum erkennbar war.
was unter besagten „normalen umständen“ zu einer leeren tanzfläche und ansturm an der bar geführt hätte, trat jedoch nur teilweise ein: stattdessen hörten sich die leute das zu einem großteil geduldig an und gingen auch mit, sobald es tanzbar(er) wurde. für gewollte ruhepausen im set galt das gleiche. jedenfalls war das für mich der zeitpunkt, an dem ich mir dachte, dass sich wenigstens die leute eingefunden haben, die wirklich lust auf den abend hatten. sprich: ein wunschpublikum, das zu vielen seiten hin offen ist und ein set, das vielfalt, storytelling und dennoch tanzflächentauglichkeit in sich vereint. als vorbereitung auf pinch zum schluss hin etwas dubstep – kurzum: katatonic silentio behalte ich nicht nur als produzentin auf dem zettel.

apropos pinch: ist und bleibt einfach einer der besten. auch wenn ich in den ersten 20-30 minuten dachte, dass das ein techno-set wird, konnte mensch sich sicher sein, dass er zuweilen ravige dubstep-sachen (in der art der tracks von mumdance und ihm zusammen auf tectonic) mit geradlinigem mischt oder gleich grime à la riko dan nimmt. in der zweiten hälfte eher umgedreht (also schwerpunkt auf breaks mit ein bisschen techno dazwischen). trackauswahl folgt gleich und ich hoffe, auch einige bookings (hallo an die reef).

war ja erst meine zweite system revival, insofern möchte ich mich lieber verhalten äußern. aber den bookings der vergangenen ausgaben nach zu urteilen behalte ich ein auge drauf. beim diesmaligen füllgrad könnte sich die reihe als ziemlich guter ausklang meiner arbeitswoche mit musikalischem erkenntniszuwachs etablieren.

tracks (bis auf katatonic silentio alle aus shazam)

katatonic silentio:
luke slater – all exhale (the fc kahuna remix)

pinch:
nothingnice, hayz & riko dan – hawkeye
swimful – nailz
tibasko – the limit
atrice – chamber of mazarbul
eqd – eqd#010 (a)
icicle – shout me
riko dan, liondub, trigon & dave gee – war ting
boylan – grid
nikki nair – plug

[berlin / 23.02.2023] ohm: system revival

eine weitere nachbetrachtung, die ich in der restrealitaet verfasst habe und nun hier leicht abgewandelt herüberkopiere. das datum des postings datiere ich auf den jeweiligen clubbesuch zurück.

flyer zur system revival im ohm am 23. februar 2023

nachbetrachtung

die zusammenfassung vor dem längeren text: ich seh den besuch ambivalent.

war von mitternacht bis zum schluss (6:45 uhr) dort. hatte damit noch ganz gutes timing, was die schlange anging (30 minuten wartezeit). drinnen war’s schon voll genug, dass die ränder der tanzfläche am ehesten auszuhalten waren, wobei auch das im ohm am durchgang zur garderobe / den toiletten eher ans durchlotsen des durchgangsverkehrs erinnert.
hab aufgrund des damit bei mir einhergehenden nervpotentials weite teile einfach nur in der ecke an der bar gesessen und sporadisch geplaudert. ein wenig besser wurde es so ab 5 uhr, aber auch da innerliches oder gar äußerliches augenrollen meinerseits wegen diverser leute mit mangelnder bis keiner kenntnis der tanzflächenetikette. also kein vortasten vom rand der tanzfläche, sondern den sich vor mir wahrgenommenen viertelquadratmeter für sich nutzen und ihn soweit für sich freiräumen, dass außer mein zurückweichen wenig optionen bleiben (verdrängung gibt’s also nicht nur auf den hiesigen wohnungsmarkt). von gruppenrudeltänzen fange ich erst lieber nicht an.

weiß zwar nicht, wie es bei der system revival sonst um die besucher*innenzahlen bestellt ist (die vergangenen line-ups waren jedenfalls klasse), aber mich hat der zuspruch schon gefreut. von diversen atonal-ausgaben oder der version war mir bekannt, dass es schnell voll werden kann, insofern habe ich das von vornherein eingepreist. 50 leute weniger hätten aus meiner besucherperspektive einen sehr positiven unterschied gemacht, andererseits muss sich so ein abend auch rechnen.

all dieser nörgelei zum trotz: die gesamtstimmung empfand ich als positiv und auch offen. jedenfalls goutierte die tanzfläche den bassdrop bei den breakbeatigen tracks deutlich.
und damit bin ich endlich mal beim musikalischen bzw. dem hauptgrund für meine ambivalenz: vier cdjs, ein xone:92 und zwei djs, die ein trackfeuerwerk zünden, das wie aus einem guss wirkt. toolige tracks gerne als unterbau, um bestehende im mix noch etwas fetter wirken zu lassen. charakteristische tracks ließen sie auch gerne mal für sich sprechen, ohne sie im hauruck-system durch das set zu peitschen. nur: das set hätte genauso gut eine tür weiter an einem wochenendtag im globus laufen können. in der zeit, als ich da war, steigerte sich das (gefühlte, nicht getappte) tempo von 130 bis 140 bpm, experimente blieben leider die ausnahme bzw. auf die letzte stunde beschränkt und auch da eher im gediegenen rahmen (grime, trap). damit haben beide für meine begriffe eine große chance zum völligen stilistischen freidrehen auf der strecke gelassen. wenn das publikum bei von gebrochenen beats begleiteten sub-basslines schon jubelt und das ohm als spielwiese mit wesentlich weniger erwartungsdruck als größere clubs auch mit die besten akustischen gegebenheiten dafür bietet, verstehe ich nicht so ganz, wieso beide diese steilvorlage nicht als einladung genommen haben, darauf aufzubauen. stranger war bis dato zugegeben bei mir ein unbeschriebenes blatt, aber bei skee mask ist die kompromisslose musikalische vielfalt eigentlich gegeben.

gut, viele shazam-versuche waren fehlversuche, weil ich hinten rechts am durchgang kaum empfang hatte. das klappt zwischen dj-pult und bar besser. allerdings fand ich’s erstaunlich, das meiste von alleine zuordnen zu können, weil’s zum guten 1990er/2000er-techno-kanon gehört. darunter auch offensichtliche hits.
kann mensch im dienst für die party alles machen. aber das wirklich abseitige, bei dem ich am liebsten am cdj-display geklebt und alles mitgeschrieben hätte, blitzte leider nur ziemlich kurz auf. es steht dafür wiederum auf der plus-seite: ein richtig gutes techno-set mit stilistischen ausflügen.

summa summarum: die gut acht (bzw. für mich gut sechseinhalb) stunden hätten mehr hergegeben, wenn beide in kauf genommen hätten, zwei, drei dutzend leute zu vergraulen. entweder hätten sich in der schlange vor’m club wahrscheinlich dankbare abnehmer*innen gefunden oder zumindest ich aufgrund nicht so penetranter fülle länger die tanzfläche bevölkert.

trackauswahl (*: shazam)

jonzon – cardiological stomp
cj bolland – sugar is sweeter (armand van helden remix)
joey beltram – energy flash
sole tech – bass the countdown
aril brikha – groove la chord
wicked wipe – rok da house (ian pooley remix)
unspecified enemies – multi ordinal tracking unit (direkt danach)
paul johnson – i’m a freak (and your girl is too)
fuse vs. lfo – loop
the sun god – maum
faces drums – faces drums 2
erik & fiedel – grundig
joey beltram – arena
alias – warriors*
jeff mills – casa
dj funk – black energy*
dizzee rascal – stand up tall
chris liebing – next try ep (chris mccormack remix)*
frost – chimera (techno classic mix)*
dj deeon – da dik suk*
bam bam – where’s your child
dj assault – techno freak
drexciya – black sea
l.a.m. – toxic tv
jeff mills – tango
erik – re-tics (direkt danach)
circuit breaker – overkill
robert armani – grind
funk d‘ void – diabla (samuel l. session’s juice mix)
3 phase feat. dr. motte – der klang der familie
sir spyro – check*
chief keef – faneto*
k1 n15 – free em*
cj bolland – camargue (direkt danach)

[berlin / 13.01.2018] ohm: version

auch so eine reihe, zu der ich es noch nie geschafft habe, und dubstep bzw. dessen nachkommen sind im intimeren rahmen für mich die wahl für den samstag.

eintritt
10 euro

ablauf
00h00 hops
02h00 orson
03h30 peverelist
06h00 skratch
08h00 orson

nachbetrachtung
zwei kritikpunkte gibt es:
das licht. im ohm ist aber immer das problem, dass zu wenig damit gemacht wird. evtl. ist das auch so gewollt und auch nicht weiter tragisch, wenn die stimmung gut ist. würde den punkt auf dem i allerdings noch dicker machen.
der füllgrad. es ist ja toll, dass so ein line-up leute anzieht, aber der grundriss des ladens bringt leider einen stetigen publikumsverkehr über die tanzfläche zu den klos mit sich. tanzen ging zu peverelist damit nur eingeschränkt.

das ist aber auch alles. bin um 8 uhr mit dem eindruck gegangen, dass die version mehr als angemessen dabei hilft, die lücke der sub:stance zu füllen. der kleinere rahmen im ohm lässt auch größere freiheiten zu, was sich insbesondere bei peverelist zeigte. bei ihm hatte ich darauf gehofft, dass er auch drum&bass spielen würde, und das tat er nach einer stunde auch, nachdem er das tempo über ein paar tracks merklich angezogen hatte.
trackauswahl:
zeigen

hops hatte bereits mit anderen tracks im livity-gewand sehr gut für orson vorgewärmt (von shazam gemerkt: cousin – 4got), orson selbst mit einem sehr bodenständigen bass-set, u.a. „changes“ von mala (geht immer) oder „turbo mitzi“ von pinch & mumdance.

skratch mit einem set, das den alten geist von dubstep beschwor. war dabei zwar ziemlich mala-lastig, aber da kann ich mir nun wirklich ungeeignetere kandidaten vorstellen.
trackauswahl:
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danach übernahm orson wieder, aber für mich war an dem abend alles wesentliche gesagt und der entschluss mit dem wiederkommen eh gefasst. im märz setze ich zwar aus (viel zu gutes konkurrenzangebot an bekannter stelle am 9. märz), aber das wird mich nicht davon abhalten, stets ein auge auf deren line-ups zu werfen.