[leipzig / 08.01.2023] institut für zukunft: staub x rillendisco

bleiben wir doch direkt in leipzig. da fand das letzte zusammenspiel fast genau zur gleichen zeit vor drei jahren und danach aus gründen erstmal nicht statt.
14 bis 22 uhr, das line-up bleibt wie auch bei den berliner terminen unter verschluss.

ablauf

trakt 1
14:00 modschi
16:00 caleb esc
18:00 ryba
20:00 irakli

trakt 3
15:00 motram
17:00 qiu
19:00 breza & s.ra

(trakt 2 wurde wie die letzten beiden male nicht bespielt)

nachbetrachtung

fazit vorab: hat sich wieder mal voll gelohnt. stetige steigerungskurve der intensität bis kurz vor 22 uhr, bis es heißt, den zug um 22:16 uhr zu bekommen (der sogar überraschend pünktlich war). wer eine petition an die bahn ins rollen bringen möchte, um die abfahrtszeit von leipzig nur um zehn minuten zu verschieben bzw. weiß, an welche entscheidungsträger*innen mensch sich dafür am besten direkt wenden kann, lasse es mich bitte wissen.

tempotechnisch in der zweiten hälfte schon gefühlt flotter, aber gefühlt weit von den 145-150 bpm entfernt, wie mensch sie in hiesigen gefilden zuweilen so hört. der anfang war mit unter 130 bpm jedenfalls gut, um sich auf der tanzfläche aufzuwärmen. die party brauchte auch ein wenig länger als bei den ausgaben zuvor, um in schwung zu kommen, aber so gegen 15:30/16:00 uhr konnte mensch schon von einem gut gefüllten club sprechen. aufwärmübungen brauchten auch die monitorboxen, die erst eine stunde nach toresöffnung eingeschaltet worden sind. daher fand modschi erst in der letzten halbe stunde gut ins set.

für mich (positiv) überraschend: caleb esc spielte weniger trippig bzw. hypnotisch, sondern überaus perkussiv orientierte tracks. tatsächlich hat jede*r es vermocht, die energie des*der zuvor spielenden aufzunehmen und sie in den zwei verfügbaren stunden pro slot zu steigern, anstatt das pferd nochmal völlig von hinten aufzuzäumen und dabei trotzdem atempausen zu lassen. wenn die dramaturgie auf einen fest gesetzten schluss hinarbeiten soll, ist’s für mich überaus nachvollziehbar, gerade beim letzten set (aber auch gerne in der zweiten hälfte der party, wenn klar ist, dass es gut läuft) in den sechsten gang zu schalten.

heraus stach für mich ryba. das soll die leistungen der anderen nicht schmälern, aber um auf hohem niveau zu jammern: ryba habe ich zum ersten mal (korrektur nach nochmaligem durchgehen der hiesigen chronik) das zweite mal nach der allgemeinen wiedereröffnung im märz 2022 gehört. bei den anderen dreien weiß ich aus erfahrungswerten (auch im ifz) grob, was ich bekomme. sie war in der zweiten hälfte ihres sets (in der ersten war ich im trakt 3) jedenfalls toolig unterwegs – so wie mensch es von anfang der 2000er kennt, bevor schranz einzug hielt. richtig gutes gespür, wann die zügel auch mal locker gelassen werden sollten, aber grundsätzlich fordernd. für mich jedenfalls das richtige, um keine müdigkeit oder langeweile aufkommen zu lassen.
gilt auch für irakli, der an drei technics selten mal einen track länger alleine laufen ließ. dazu zählt bspw. „acid eiffel“ oder „horses“, aber gerade ersterer steht sowieso sehr gut für sich.

zu trakt 3: bitte ggf. korrigieren, wenn ich mich irre. aber die dunkel gestrichene decke und wände oberhalb der kacheln gab es vor drei jahren so noch nicht, oder? sicher bin ich mir bei den neuen sofas, welche die improvisierten lösungen aus restbeständen abgelöst haben.
sei es wie es sei: macht sich beides sehr gut bzw. der raum gewinnt für mich dadurch einiges hinzu, wenn es darum geht, sich vom trubel nebenan etwas abzusondern. „etwas“, weil trakt 1 so dicht dran ist, dass die tracks von dort bei leiseren drone-tracks herüberschallen. war zu der zeit, in der ich dort weilte, weniger der fall. vielmehr reduziert-dubbiges um die 125 bpm oder auch electronica bei qiu. als ich kurz nach 21 uhr durch den vorhang schaute, war auch dort zu uk-breakbeats eine kleine party im gange.

ich hab jedenfalls dort sitzend den vorsatz gefasst, auch mal zur rillendisco vorbeizuschauen. klar wäre ein fester quartalstermin mit der staub super, aber das sollen andere entscheiden. ich würd’s gerne in den wärmeren monaten mit der erkundung leipzigs und des umlands mit dem rad kombinieren.

trackauswahl (*: shazam / decksharking)


modschi:
js – reduction 2 (volte face remix)*
anfisa letyago – keep flight* (und dabei habe ich kompakt seit gut 15 jahren abgeschrieben)
luke slater – o-ton reassembled 1 (kann mensch ja schon fast als „modschi-signature-track“ bezeichnen, lief jedenfalls stets in seinen letzten sets) / o-ton reassembled 7
kareem el morr – supersonic*

caleb esc:
flug – navigator*

motram:
donato dozzy – aurora*
vril – paradiqma*
(und bei beiden tracks stelle ich mir schon die frage nach beginnender demenz. hab ich digital, kam aber nicht drauf. vielleicht auch beweis dafür, dass das haptische erlebnis mit vinyl zu einem besseren erinnerungsvermögen beiträgt.)

qiu:
hermann & kleine – transalpin*

ryba:
l.b. dub corp – i have a dream (feat. benjamin zephaniah)*
quelza – arnold*

irakli:
robert hood – alpha
voodoo child – horses
choice – acid eiffel
karapapak – dearly beloved

[leipzig / 09.12.2018] institut für zukunft: staub x rillendisco

na, das ging doch schneller als gedacht mit der rückkehr. sieht bislang nach einer art klassenfahrt aus.

ablauf (nur für trakt 1, welcher aber der staub vorbehalten war)

14h00 i.nez
16h00 irakli
18h00 anja zaube
20h00 caleb esc

nachbetrachtung

das ist schon komfortabel, wenn die bahn mitspielt und durchaus realistisch, es innerhalb von zwei stunden von der haustür bis zum ifz zu schaffen. wir hatten allerdings auch glück – auf der rückfahrt fuhr der ice, der eine stunde vor uns hätte starten sollen, nicht mal zehn minuten vor uns los. das wäre schon ärgerlich gewesen, wenn man die stunde im zug hätte sitzen müssen, obwohl man eigentlich noch hätte weitertanzen wollen bzw. können. war also instinktiv ganz richtig, den um 22:16 uhr zu nehmen.

selbst eine halbe stunde vorher (und damit kurz vor dem anberaumten ende) fiel das abschied nehmen schwer. das war nämlich eindeutig besser als die eher mittelprächtige november-ausgabe im about blank. überraschungen gab es in leipzig wenigstens in zweierlei hinsicht:
erstens hätte ich nie gedacht, dass sich so viele auf den weg machen würden. in berlin ist man das von gewohnter stelle ja fast schon etwas leid. im ifz kündigte sich aber schon kurz nach 14 uhr mit der garderobenschlange an, dass i.nez nicht lange für sich spielt. nachdem alle noch station an der bar mit soli-kuchen gemacht hatten, dauerte es auch keine stunde, bis man von einem mindestens vielversprechenden publikumsandrang sprechen konnte. später noch wurde der bereich zum eigentlichen trakt 2 geöffnet, so dass es noch die zweiten toiletten gab.
zweitens kam das house-opening von i.nez besser an als ich es vermutet hätte. keine ungeduldig herumstehenden leute, die stur techno erwarten, sondern einfach das feiern, was gerade geboten wird. bei i.nez notiert: „pow pow (fango remix)“ von rebolledo sowie „magico disco“ von margot. auch bei anja zaubes breakbeats, die mit ihrem set für mich wieder einmal den höhepunkt setzte, gingen sie mit.

der trakt 2 fand (wie vor einem monat beim kurzbesuch bei cora) wieder in der etage unter dem barbereich statt und war ein waschechter chillout-floor. jede menge sitzgelegenheiten, kein grelles, flackerndes licht, abstrakt-experimentielle klänge (notiert: blndr – untitled (cio d’or trilogy remix), auf dem mir sonst zu trippigen zodiac-sampler auf hypnus) oder dubbig-technoid. sich unterhalten ging nebenher locker.

also wieder einmal von anfang bis ende total wohlgefühlt. und da das offensichtlich allen beteiligten einen riesen-spaß gemacht hat: bitte nicht nochmal anderthalb jahre bis zur wiederholung warten.