[berlin / 22.11.2025] berghain: klubnacht

im april war ich das letzte mal sonntags da. zu dieser jahreszeit ist das nicht die schlechteste freizeitbeschäftigung, und ich kann mir endlich mal ein bild von jane fitz machen, auch wenn sich ihre spielzeit mit der von nd überschneidet.

klubnacht

berghain

00:00 efdemin
04:00 newa
08:00 dj red
12:00 damon wild
16:00 jane fitz
20:00 ruman live
21:00 dvs1
01:00 sandrien

panorama bar

00:00 ryan elliott
04:30 natalie robinson
08:30 sound metaphors djs
12:30 jorkes
16:30 nd_baumecker
20:30 isolée live
21:30 paquita gordon
01:30 steffi

nachbetrachtung

rein: 10:20 uhr
raus: 0:20 uhr

für mich eine ganz schön antagonistische klubnacht. neujahr mitgezählt war das anno 2025 meinerseits erst die vierte und musikalisch ist sie weit vorne. allerdings wurde mir auch einmal mehr deutlich, warum ich mich eher zu den nischen-abenden hingezogen fühle. lieber der reihe nach, mit der musik angefangen, dann mit der kehrseite der medaille fortgesetzt.

dj red war die einzige, zu deren set ich keine wirkliche verbindung aufbauen konnte. lag aber auch am andrang, der mich allgemein ganz schön auf dem linken fuß erwischt hat. hatte irrigerweise darauf spekuliert, dass die jungen leute ™ mit damon wild nicht vertraut sind und erst zu dvs1 ankommen. somit auch angenommen, dass ihr set auf den schichtwechsel fällt, aber der fiel diesen sonntag beinahe völlig aus. stattdessen: schon bei ankunft eine schlange bis zum kiosk, das berghain immer noch mehr als ordentlich gefüllt. und das hat sie einfach genutzt, beherzt-funktional nach vorne zu spielen – völlig legitim. etwas unnahbar wirkte sie auf mich, aber gut möglich, dass das meine ausrede ist, um den sonst von mir so geschätzten, aber gefühlt ausgefallenen augenblick des entspannten ankommens zu kompensieren.
der ließ sich jedoch nach oben verlagern: die sound metaphors djs bestachen vor halbvoller panorama bar mit der mischung aus (italo-)disco und abseitigen remixen tief aus den kramkisten. sie machten somit das gleiche wie im lab zu neujahr und zum jubiläum neulich im berghain: sorgsam ausgesuchte musik super kuratieren und mit einer positiven art von sturheit nicht von ihrer linie abweichen. etwas hang zum kitsch sollte mensch mitbringen, aber das hat seine wirkung in der panorama bar mit dem sonnenschein von draußen nicht verfehlt. jorkes danach fordernder, wenn ich mal oben war.

allerdings hatte mich das berghain ab 12 uhr mehr oder minder fest im griff. damon wild positiv überraschend mit um die 130 bpm zu beginn, was nach dj red deutlich gedrosseltes tempo war. nahmen manche aus dem publikum als anlass zur pause, weil dvs1 acht, neun stunden später anstand. für mich war’s unten die nachgeholte entspannte begrüßung, darüber hinaus ein set, das sich bis zum schluss verdichtete und bis wenigstens 135 bpm beschleunigte. hier mal trippig wie auf synewave üblich, da mal minimal, da mal etwas melodischer, etwas acid auch noch. vollkommen der uhrzeit angemessen.
und auch sehr gut den boden für jane fitz vorbereitend, die für mich einfach mal das klubnacht-set des jahres gespielt hat. mir völlig unverständlich, warum ich sie bislang nicht auf dem radar hatte – vorschusslorbeeren als eine der besten selekteurinnen hat sie reichlich und das eindrucksvoll zur schau gestellt. auch wenn ich nicht die gesamte zeit getanzt und teilweise während ihres sets geplaudert habe: sie hat konsequent mit vinyl eine tolle mischung aus düsterem trance, minimal-trippigen tracks und acid gespielt und mir damit als bekennendem muffel gegenüber melodiösem techno gezeigt, wie das richtig gut geht und keinen anlass gegeben, davon irgendwas verpassen zu wollen. shazam hat häufig versagt und ich es im lauf der zeit (auch aus rücksicht auf den akku, der seit geraumer zeit „service“ bei einer maximalen ladekapazität von 73% anzeigt) seltener probiert. genuss war wichtiger. wahnsinniger trip! ich hoffe sehr, dass die verantwortlichen im booking teile des sets oder wenigstens den tosenden applaus danach gehört haben und sie das zeitnah wiederholen kann.

nd hatte also leider das nachsehen, die panorama bar in seiner letzten halben stunde jedoch gewohnt souverän im griff. fordernd genug, nicht zu forsch und – zumindest in der zeit, in der ich ihn an der bar sitzend mitbekam – etwas trockener als sonst.
isolée habe ich sträflicherweise seit playhouse nicht mehr verfolgt, sollte das aber nachholen. das war alles andere als microhousig, vielmehr durchaus richtung dub schielend, stellenweise satte basslines und auch vocodergesang. völlig primetime-tauglich. paquita gordon ließ sich mit einem dreckigen, nach chicago klingenden drum-track auch ziemlich gut an und der rest bestand aus forderndem, stellenweise melodiösem house, wenn ich mal oben war.
zum dvs1-fanclub zähle ich bekanntermaßen nicht. ergo hatte ich nicht viel erwartet, war aber positiv überrascht, weil er gegen 23:30 uhr eine strecke mit minimalerem techno hatte – nicht von der sorte der ach so trippigen und doch so ziellosen sequenzen, sondern eher federnd wie in der tradition robert hoods, nur mit satterem bass unterlegt. sonst kreide ich ihm mangelnde set-dynamik an – entweder ist das ignoranz auf meiner seite oder es hat dieses mal einfach geklickt. da er nach wie vor permanent mixt, shazam eh gerne mal krude ergebnisse zutage gefördert hatte (tomcraft – silence, beim set von damon wild) und ich zu dem zeitpunkt schon gut übersättigt war, muss die beschreibung reichen.

womit ich beim kern des antagonistischen wäre: so sehr die musik das insgesamt für mich hochgerissen hat, es mich freut, dass es musikalisch auf beiden floors sonntags diverser werden kann, das publikum auch darauf einsteigt und dessen gute seiten nach wie vor überwiegen, scheint es mittlerweile einer lotterie gleichzukommen, einen entspannteren sonntag zu erwischen. keine ahnung, ob dvs1 als faktor immer noch so zieht – de facto war der andrang tagsüber so ungebrochen, dass bei reddit abends von wartezeiten bis zu mehr als vier stunden zu lesen war. erst gegen 21 uhr hatte sich die lage vor der tür entspannt. entsprechend kurz fiel die atempause im berghain bei damon wilds erster hälfte aus, in der die tanzfläche höchstens zeitweise „nur“ dreiviertelvoll war. den größten teil der zeit über jedoch weitaus mehr. oben war’s (gewohntes bild seit geraumer zeit) entspannter.
in der letzten halben stunde von jane fitz habe ich es darauf ankommen lassen, es tanzend vor dem dj-pult zu probieren und dabei alles mitbekommen, was mich an dem club begeistert und nervt. zwar hat ihr set das insgesamt mehr als wettgemacht, jedoch überwog in der kurzen zeit eindeutig letzteres. sicher: es gibt nach wie vor leute mit umsicht, die dennoch in der musik sind – alles wunderbar. der rest bestand aus dem leider von sonntagabenden gewohnten bild, das sich dieses mal bereits ab dem nachmittag gezeigt hat: die fraktion, die bestenfalls wippend herumsteht, aber eher beschäftigt ist, leuten via bevorzugtem smartphone-messenger irgendwas mitteilen zu wollen (und damit offensichtlich nicht den aufdruck auf dem bändchen für dieses wochenende gelesen hatte). trupps, die sich wenigstens zu dritt relativ unentschieden durch die menge drängeln. dann natürlich diejenigen, die auf gedeih und verderb nicht einsehen wollen, dass der platz schon sehr beengt ist und natürlich unbedingt den raum einnehmen möchten (übrigens unabhängig vom geschlecht), anstatt nach alternativen zu suchen.
klar kann ich mir die frage gefallen lassen, warum ich mir das überhaupt antue, zumal ich damit selbst besagten raum einnehme. andererseits geschah das zu einem zeitpunkt, an dem selbiges noch ging. ich werde höchstwahrscheinlich nie in der lage sein, publikumsbewegungen um mich herum auszublenden und damit stets antizipieren, wo jemensch als nächstes hin möchte. im laufe dieses sonntags war das zumindest im berghain auf der tanzfläche der für mich fast permanente modus, wodurch das aufgehen in der musik (auch bekannt als „fallenlassen“) dort so gut wie nicht möglich war. stattdessen ließ mich die kombination aus reizüberflutung und genervtheit über den vereinzelten mangel an rücksicht nicht nur einmal mit den augen rollen. begleiterscheinung dessen ist, dass ich mich lieber am rande aufhalte – die verteidigung meines platzes möchte ich weder im club noch privat auf meine agenda setzen.

mich hat’s bestärkt, die linie mit den donnerstagen in der säule oder manchen freitagen fortzusetzen – in der hoffnung, dass anno 2026 abseits vom reef-dauerkartenabo was geplant ist. zwar hatte ich mit dem 6. (bzw. 7.) dezember geliebäugelt, weil dj rush auch schon ewig bei mir her ist und er bei seinen letzten malen wohl richtig gut gewesen sein soll. allerdings stehen mit kittin, rene wise, kangding ray und chez damier namen auf dem programm, die stetig hohe fülle erahnen lassen. vom geburtstagswochenende rede ich erst gar nicht. stand jetzt nähme ich von beidem abstand.
was leider aufzeigt: so gerne ich wie früher ™ meinen normalen schlafrhythmus beibehalten, einfach sonntagvormittag aufschlagen und bei angenehmem sound und füllgrad gemeinsam mit anderen die zweite welle anrollen lassen würde, ist das mittlerweile eher vom zufall abhängig. einerseits freut’s mich ja, dass die popularität des ladens weiterhin ungebrochen ist. andererseits ist’s auch schade, dass die pausen zum durchatmen, die genauso wie der exzess zu den gründen für eben diese popularität zählen und für mich wie bei guten dj-sets zur dramaturgie eines gelungenen sonntags gehören, gefühlt weniger werden. ich will mal hoffen, dass die djs nicht der versuchung erliegen, sonntag(vor)mittag durchzubrettern, sondern sich auch mal zurücknehmen bzw. den neuaufbau nicht scheuen. hat sich bei damon wild dieses mal gezeigt, dass das sehr gut geht – beiderseitig.

notierte tracks

dj red

cirkle – shamanic

sound metaphors djs

baccara – koochie-koo
proyecto uno – esta pega’o
karel svoboda & skupina elektrovox – let raketoplánem
popsikles – popcorn
ernest kohl – bad to be good

damon wild

cleric – unspoken rules
planetary assault systems – tap dance
burden – rite
damon wild – avion (relativ noizik remix)
joey beltram – b1 / sw37
mike parker – signal 303
nastia reigel – end up here

jane fitz

kangding ray – doppler shift
sleep d – acheron cauldron
jxtps – spheric
x-dream – no
holy ghost – zombie assassin

paquita gordon

lex boy – acid bad trip

[berlin / 14.11.2025] berghain: reef

die letzte für dieses jahr, dafür geht es im nächsten jahr direkt im april weiter. im berghain ist es mit dem 20-jährigen tectonic-jubiläum verknüpft, oben einfach ein super-booking, das zugleich eine ziemliche ansage an meine kondition ist. esposito ist hoffentlich beim nächsten mal wieder dabei.

reef

berghain

00:00 proverb
01:00 appleblim
02:30 om unit
04:30 pinch & trim
06:00 darwin

panorama bar

22:00 axle
01:00 smokey
03:00 roska
05:00 jasmín
07:00 tim reaper

nachbetrachtung

rein: 22:45 uhr
raus: 8:15 uhr

und wie soll es auch anders sein: natürlich die beste reef seit der letzten. sogar mit tendenz zum leichten überdurchschnitt.

das war zum beginn jedoch nicht unbedingt gesetzt. vor 23 uhr war das besucher*innenaufkommen noch erwartbar verhalten und die panorama bar vielleicht zu einem viertel gefüllt. axle spielte jedoch bereits ziemlich rauhe breakbeats und dubstep als ob es bereits peaktime wäre. so sehr ich die motivation nachvollziehen kann, sich in diesem rahmen zu beweisen und schon früh möglichst große teile des publikums auf die tanzfläche bewegen zu wollen: mir war das zu hochtourig. zwar steige ich bei zu wenig fordernden sets im allgemeinen aus, aber das gilt eher zur peaktime. bei warm-ups ist mehr behutsamkeit gefragt – erst recht, wenn sich abzeichnet, dass die leute nicht in scharen in den club strömen. daran hat’s mir gefehlt.

proverb hat das unten in die für mich absolut richtigen bahnen gelenkt und mit „8“ von various artists für einen der berghain-momente schlechthin gesorgt. den track wollte ich an ort und stelle ewig schon mal hören und im rahmen einer klubnacht wäre es mutig, ihn sonntags in seiner vollen länge von gut 18 minuten zu spielen. auch bei proverb waren’s „nur“ fünf, aber da sie nur eine stunde zur verfügung hatte, konnte ich’s nachvollziehen, dass sie noch ein paar tracks mehr unterbringen wollte. mit autechre hat sie eine weitere sperrangelweit offen stehende tür bei mir eingerannt und blieb auch sonst unter 120 bpm. richtig gute auswahl und dramaturgie, gerne wieder, auch zum gleichen slot, wenn sie mag. aber dann wenigstens zwei stunden.

appleblim steigerte das tempo parallel zur intensität. melodische breakbeats, wie mensch sie u.a. von martyn / 3024 kennt, stellenweise ein tectonic-best-of. hat damit hervorragend auf om unit hingearbeitet, ohne die (schon mehr als ordentlich gefüllte) tanzfläche zu überlasten. auch wenn smokey das meinem kurzen eindruck nach mit adäquat für die uhrzeit fordernden dubstep oben sehr gut machte, hatte sie gegenüber appleblim leider das nachsehen.

om unit selbst war eine ziemliche überraschung. freut mich ziemlich, weil er schon eine lebende legende ist, seine produktionen jedoch eher seltener bei mir klicken. wie so häufig: geschmacksfrage und immerhin sitzen sie komplett richtig, wenn sie mir gefallen. begann wie j:kenzo beim letzten mal mit dub und blieb in seinen zwei stunden ziemlich konsequent bei dubstep und durchaus technoiden breakbeats. auch mit langgezogenem mixing, das sich nicht von drop zu drop hangelte, sondern neues erschuf – so geschehen mit dem „people hold on“-acappella von lisa stansfield, das über zwei tracks lief. sorgte mit getappten 150 bpm für das schnellste im berghain gemessene tempo an dem abend – ergo blieb drum&bass bei dieser reef im berghain aus. ging jedoch mit der anstehenden jungle-breitseite von tim reaper, worauf jasmín bereits mit footwork und artverwandtem hingearbeitet hat, auch völlig in ordnung so.

roska vor jasmín mit viel eigenproduktionen, die ganz gut zwischen technoiderem house und (post-)dubstep vermitteln können. hat seine wirkung erwartbar nicht verfehlt, om unit habe ich dennoch den vorzug gegeben.
bei jasmíns set gab es die reef-übliche delle bei der publikumsanzahl, aber die fiel nicht so deutlich aus wie manche male zuvor – die panorama bar war wenigstens zur hälfte gefüllt. im direkten vergleich zu pinch und trim im berghain war sie mit ihrem teilweise knochentrockenen stil für mich eindeutig interessanter. nur ist davon scheinbar noch nicht so viel veröffentlicht oder shazam noch nicht ausreichend trainiert. wer mehr tracks aus ihrem set kennt, schreibt das gerne in die kommentare. sie war für mich jedenfalls die weitere überraschung.

mit trim finde ich es zwar gut, dass mcs im rahmen der reef zur geltung kommen und er hat das auch alles andere als schlecht gemacht. ein paar dezibel weniger hätten dem mic-kanal jedoch nicht geschadet. bei pinch komme ich mit der mittenlastigen soundästhetik, wie auch im letzten jahr bei mala, nicht wirklich gut klar (zur veranschaulichung: „qawwali“ oder „cave dream“ nehmen und „smoke“ mit trim aus diesem jahr gegenüberstellen). zählt aber zur künstlerischen weiterentwicklung, die ich prinzipiell begrüße, ehe leute völlig auf der stelle treten. die düstere seite, mit der er bei mir vor 17 jahren offene türen einrannte, blitzte nach wie vor auf. zudem ist der drop bei malas „militant don“, bei dem das publikum komplett mitging und der lightjockey dies obendrein noch super akzentuierte, auf jeden fall ein weiterer eintrag für meine liste an berghain-momenten anno 2025. da mich das berghain aber eh seit mitternacht bis auf die geschilderten kurzvisiten über weite strecken fest im griff hatte, war der ausflug in die panorama bar aufgrund des geringeren füllgrades für mich ein klassisches win-win.

nach dem start von darwin das typische luxusproblem: mich parallel zu jasmín entscheiden zu müssen, wo ich die zeit am besten verbringe. bei tim reaper war’s einfacher – er begann erwartbar mit jungle, was mir zu dem zeitpunkt aufgrund allgemeiner überreizung schon etwas viel war. darwin ließ die party unten mit meditativerem dubstep ausklingen, anstatt mit drum&bass ein konkurrenzprogramm zu starten. völlig richtig so, die leute blieben dennoch bis zum schluss pünktlich um 8. ich wollte es dann noch oben wenigstens ein bisschen probieren, hab dann jedoch der ordentlichen müdigkeit nachgegeben und mich mehr als zufrieden mit einer menge vorfreude auf den april heimwärts bewegt.

notierte tracks

axle

digital mystikz – molten
goth-trad – cut end vip

proverb

emperor x – intracellular
various artists – 8
boreal massif – we all have an impact
low jack – one pop
parris – yūrei
autechre – dael
boreal massif – low forties
dbridge – dead peak

appleblim

kassian – replicate
peverelist – pulse xii
beatrice m. – midnight swim
pinch – get up (feat. yolanda)
introspekt – shapeshifter
introspekt – prototype iii
2562 – enforcers
main phase & talons – as we proceed
rsd – over it
fixate – conundrum
stereotyp – jahman (feat. tikiman)
peverelist – feel something
appleblim & peverelist – circling

smokey

soa420 – no nerve

om unit

prince far i – borno (dub)
king jammy – jammys a shine
dr. alimantado – poison flour
mala – anti war dub
dj luck & mc neat – a little bit of luck
skream- trapped in a dark bubble
sobolik – heavy eyes
martyn – vancouver
siu mata & sim – u see b

roska

roska – the difference
roska – pree me (feat. なかむらみなみ)
flowdan – pump fake (roska remix)

pinch & trim

distal – not cool
capo lee & bullet tooth – keep it rolling
boylan – grid
rips – faceoff
d3u5e – leyton lorikeet
mala & magugu – militant don
noodles142 – magma
sir spyro – topper top (feat. teddy bruckshot, lady chann & killa p)

jasmín

a. fruit – incredible
simo cell – rushin‘

darwin

dbridge – digital dread
nomine – still water
alix perez – psychosis

[berlin / 30.10.2025] säule: 10-5

das konzept ist so einfach wie sympathisch: die säule als kleinerer rahmen für eine*n dj, der*die in den sieben stunden freie hand hat. in dieser woche mit zwei der besten selekteurinnen, die ich mir vorstellen kann.

10-5

darwin b2b lena willikens

nachbetrachtung

rein: 23:20 uhr
raus: 3:40 uhr

und natürlich war’s erwartungsgemäß klasse, nur um meine kondition und stimmung nach einer (arbeits)woche zum vergessen war’s nicht zum besten bestellt. aber dafür konnten die beiden protagonistinnen nichts.

keine nennenswerte schlange in meiner kurzen wartezeit draußen, und das stille publikum ließ mich beim sortieren meiner siebensachen an der garderobe vermuten, dass es drinnen eher leer ist. damit lag ich glücklicherweise daneben – es war bereits wenigstens halbvoll, von 1 bis 3 sogar zu gut drei vierteln, ab da leerte es sich wieder.

hab mit einem gut gealterten shackleton-stück auch das ende des warm-ups mitbekommen. bis 1 uhr dominierten breakbeats (darunter sogar richtiger electro), ab da schlug das pendel für zwei stunden in die andere richtung um – heißt: techno mit dem ein oder anderen breakbeat-track dazwischen. shazam hat häufig kapituliert bzw. manches mal erst im zweiten anlauf was zutage gefördert und ich damit unnötig häufig am telefon geklebt. beliebig war das jedoch zu keiner zeit und das back2back eines derjenigen, denen mensch es nicht anmerkt. ein set aus einem guss, bei dem sie sich größtenteils bei jedem track abwechselten. der sprung auf drum&bass-tempo kam pünktlich, als die wirkung des verlängerten espresso von der säulen-bar merklich abgeklungen war und ich daher gegangen bin. bis zum schluss hätte ich das wirklich nicht mehr geschafft.

wenn’s nach mir ginge, können sie das gerne zur klubnacht sonntagfrüh ab 8 uhr bis 16 uhr in der konstellation wiederholen, um die dortigen hörgewohnheiten auf den kopf zu stellen. oder im „10-5“-format alle halbe jahre. letzteres behalte ich als kandidat für den säulen-donnerstag auf dem schirm.

notierte tracks

shackleton – death is not final
èbony, jordan gardner & r-oderick – dull side first
korzi – call and no response
leila samir – ends
karenn – newt
project pitchfork – 43rd floor
underworld – and the colour red
baby t – acid science
young muscle – club apparitions

[berlin / 24.09.2025] berghain: alva noto – live audio visual

toresöffnung: 20 uhr
start: 21 uhr

ist seit wochen ausverkauft, daher bei ticketswap schauen oder einen tag später hingehen.

nachbetrachtung

musikalisch sowie produktionstechnisch ganz großes tennis. eine gelegenheit mehr, bei der das berghain für mich seine qualitäten als veranstaltungsort gezeigt hat, der mehr kann als techno am sonntag. wird dennoch mal wieder zeit für eine klubnacht.

überraschende raumaufteilung. zugang nicht über die bekannte stahltreppe, sondern durch den gang im treppenhaus. grund: die bühne für alva noto war am hinteren ende über den raum vor der brücke aufgebaut. dahinter die gesamte rückwand mit den zugemauerten fenstern abdeckend: ein array aus led-bildschirmen, das zumindest aus der ferne so wirkte, als ob es 4k-inhalte darstellen könnte. da zwischen dem array und publikum mindestens 20 meter abstand waren, reichte das für die visuals mehr als aus.
noch dazu: umgestellte funktion-one-stacks. die vom sonst hinteren ende der tanzfläche standen am üblichen ort, die vorderen jedoch zum einen links neben der treppe bzw. rechts richtung klobar. keine für mich hörbaren einbußen, gewohnt hoher standard, wurde während des sets vom dj-pult aus feinjustiert.

musikalisch im aufbau ohne beats bis amtlich-ravig fast schon sowas wie berechenbar. ich find’s immer klasse, wenn vermeintlich verkopfte produzent*innen den vermeintlich in ihnen schlummernden raver auch äußerlich durchscheinen lassen. „uni dna“ habe ich zwischendrin erkannt, mich aber sonst von der perfekten symbiose aus musik und visuals berauschen lassen. der schluss nach gut 75 minuten vermeintlich etwas abrupt, aber andererseits auch auf dem höhepunkt des tanzbaren teils und damit eine sehr gute schlussnote.

hat lust darauf gemacht, dass wieder eine raster-nacht dort stattfindet. andererseits auch tückisch, sich an so ein produktionsniveau zu gewöhnen, das echt nicht aller tage geboten werden kann. andererseits fände ich ihn auch in der „abgespeckten“ form bei einer klubnacht nicht deplatziert. ich würde es jedenfalls für ihn in kauf nehmen, extra sonntagnacht zwischen 4 und 5 hinzugehen – das publikum könnte sowas ohnehin vertragen.

[berlin / 12.09.2025] berghain: sound metaphors 10 year anniversary part 3

als ob die bisherigen feierlichkeiten nicht schon ausgesucht genug gewesen wären, gibt es mit teil 3 das überangebot mit bereits ausverkauftem konzertteil ab 19 uhr.

sound metaphors 10 year anniversary part 3

berghain

19:00 alicia carrera
20:00 demdike stare live
21:00 moritz von oswald & azu tiwaline live
22:00 actress live
23:00 channel one sound system
01:00 sound metaphors djs
03:00 mogwaa live
04:00 floating points
06:00 palms trax

panorama bar

22:00 snowcaveman
01:00 dj subaru b2b tia cousins
03:00 no service
05:00 dj koolt b2b david fogarty
07:00 helena hauff
09:00 francesco del garda

säule

01:00 courtney bailey b2b an toi
02:30 alex kassian live
03:30 higher intelligence agency live
04:30 nhật-vũ đặng

nachbetrachtung

rein: 19:30 uhr
raus: 3:30 uhr

auch wenn es „nur“ acht stunden waren: ein typischer berghain-freitag. will heißen: der club hat sich von seiner für mich besten seite gezeigt = musikalische offenheit mit einem publikum, das dabei mitgeht. die ausnahmen, die eine tanzfläche für ausgiebige dialoge nutzen, scheinen zum zeitgeist zu gehören. ich war leider aufgrund latenter unruhe und damit einhergehend ausbaufähiger schlafhygiene bereits kurz nach 8:00 uhr freitags wach und ab 2:00 uhr bereits sitzend k.o.. alex kassian wollte ich noch mitnehmen (lohnte sich), aber großkaräter wie helena hauff und floating points habe ich damit leider verpasst.
auch wenn das der schlusspunkt unter die geburtstagsfeierlichkeiten von sound metaphors war: ich hoffe sehr darauf, dass sich daraus eine regelmäßige reihe analog zur reef entwickelt. das muss beileibe nicht in solchen dimensionen wie an dem freitag stattfinden, würde jedoch eine lücke füllen, welche die leisure system hinterlassen hat. gerne auch mit mehr zeit für die einzelnen djs, wobei ich auch den gedanken nachvollziehen kann, bei so einem jubiläum mal so richtig aus allen rohren feuern zu wollen.

in der panorama bar habe ich vielleicht insgesamt zehn minuten verbracht, somit fällt sie aus der nachlese raus. wenn ich dort war, lief etwas zwischen house und techhouse, wobei dj subaru und tia cousins für mich vorne waren, da schön analog-rauh.

im berghain der musikalische parforceritt, und das meine ich im besten sinne. alicia carrera trippig mit techno, der an die italienische schule um donato dozzy und konsorten erinnerte. demdike stare starteten mit drones und setzten in ihrer stunde auf den wechsel zwischen ambient und tanzbaren tracks. die würde ich sofort kaufen, sofern die veröffentlicht werden – ich mag deren aufbau sehr, bei dem stück für stück die einzelnen elemente zusammengeführt werden.
moritz von oswald und azu tiwaline sind für mich das gewinner-duo. starteten gemütlich um die 117 bpm und arbeiteten sich dann tempotechnisch nach oben. keine neuerfindung des rades, was dubtechno und dessen derivate im kontext dessen betrifft, was aus dem vereinigten königreich via livity sound und co. in die welt getragen wird. aber der fluss im set war für mich beispielhaft, ohne dass klar war, wer jetzt genau für was verantwortlich zeichnete – außer an der stelle, wo „ruff way“ sowie die a-seite der m6 durchklangen. selbstzitate gehen bei einem oeuvre wie dem eines moritz von oswald völlig klar.
die rote linie habe ich im actress-set vergeblich gesucht. tolle ambient-soundscapes zu beginn. mir jedoch schleierhaft, wie mensch mit ableton live keinen kontext zwischen den tracks herstellen kann. zugegeben mit einer großen portion polemik: es wirkte so, als ob er eine playlist fertiger tracks spielt. die waren für sich genommen sehr gut, aber völlig zusammenhanglos in den raum gestellt.
das channel one soundsystem im anschluss einfach mal die konsequente verkörperung der dancehall-kultur: selector, der eine platte (oder auch dubplates) nacheinander abspielt, dj (in hiesigen gefilden als mc bekannt), der die pausen füllt oder auf die riddims rappt. war auch im aufbau irgendwann ähnlich vorhersehbar wie demdike stare: tune zuerst, gefolgt vom riddim. und mit max romeos „chase the devil“ in der ersten viertelstunde sogar hittig. aber: es funktionierte. durch sub:stance und reef ist bekannt, dass die anlage mit dub-frequenzen ganz gut kann, und es war mir eine ziemliche freude, wie das publikum darauf eingestiegen ist.
nemo & castro im anschluss mit dem, was sie sonst im lab zu silvester spielen – alles zwischen house, italo disco und new wave. auch das nahm das publikum dankend an.

die säule hatte ambient und electronica als arbeitsauftrag. jedenfalls setzten das alle beteiligten in der zeit meiner anwesenheit so um. alex kassian samplete boards of canada („kaini industries“), auch sein „e2-e4“-edit war teil des sets, das super zwischen kopf und hüfte vermittelte. ich wünschte nur, dass ich sein set in besserer form als auf der galerie sitzend und krampfhaft durch nicken im takt wachzubleiben versuchend erlebt hätte.

notierte tracks

alicia carrera

doctrina natura – dream 3 (celestial figures)

channel one soundsystem

danny red – zion
max romeo & the upsetters – chase the devil
johnny clarke – declaration of rights (steppas remix)

sound metaphors djs

shirley bassey – people (erstes stück im set)
fluke – philly (jamorphous)

dj subaru b2b tia cousins

daniel maloso & rebolledo – venganza y seducción
charlie – let go (david vunk remix)

[berlin / 08.08.2025] berghain: reef

endlich!

wer an diesem datum nicht kann: am 14. november ist die nächste, und zwischendrin am 28. september eine weitere ausgabe der abyss.

reef

berghain

00:00 darwin
02:00 lechuga zafiro
03:30 mjk
05:00 j:kenzo

panorama bar

22:00 esposito
01:00 carré
03:00 upsammy
05:00 rhr
07:00 main phase

nachbetrachtung

rein: 22:30 uhr
raus: 8:30 uhr

und natürlich war’s die beste reef seit der letzten. mit zwei kleinen wermutstropfen:

erstens war unten früher schluss als angedacht. j:kenzo sollte drei stunden spielen, es wurden „nur“ zweieinhalb. das lag nicht an der qualität seines sets oder der mangelnden resonanz des publikums – beides ließ für mich keine wünsche offen. mir wurde beim gang nach oben klar, dass sich die panorama bar nach dem sehr energetischen rhr-set schnell geleert hatte und die party oben zu einem schönen abschluss geführt werden sollte.
an zu wenig potential in puncto „publikumsansturm“ kann es nicht gelegen haben. wenn ich zwischen mitternacht und 3 uhr aus den fenstern der panorama bar schaute, reichte die schlange wenigstens bis zum häuschen neben dem kiosk. drinnen war der füllgrad bei upsammy mit manch gut besuchtem sonntag vergleichbar, aber sonst auf beiden floors stets so entspannt wie bei der reef üblich. nähme ich die schlange als referenz, hätte quantitativ noch wenigstens die hälfte der bereits anwesenden in den laden gepasst. die tür war jedoch sehr strikt. so reichte „naja, für’s berghain“ als antwort auf die frage „warum seid ihr heute hier?“ nicht aus. augenscheinlich wurde also nach den leuten ausgesucht, die das line-up vorher wenigstens mal angeschaut hatten. führte im umkehrschluss zu einer publikumsmischung, die der reef gerecht worden ist.

zweitens das mjk-set. aber da bin ich durchaus zu puristisch oder gar besorgt, weil ich noch die musikalische annäherung der sub:stance an die klubnacht in erinnerung habe. für reef-standards fand ich ihn zu geradlinig, im rahmen einer klubnacht hätte ich ihn sehr für seine ausbrüche aus dem 4/4-kick-dogma gelobt. hat sich damit zwar gut in das rahmenprogramm unten eingefügt, mir hat’s die entscheidung für upsammy (die im peaktime-slot auf ihre art ablieferte, also weniger electronica, stattdessen durchaus ravig) erleichtert.

sonst ist gesetzt, dass darwin und esposito als residents zu egal welchem slot (also meistens zum anfang oder den schluss) eine tolle besetzung sind. esposito zu beginn mit techno, der stark von ambient beeinflusst war, gefolgt von waschechtem hip hop sowie dubstep. alles flankiert von einem publikum, das nicht etwa ungeduldig auf der tanzfläche wartet, dass etwas tanzbares passiert, sondern sich wenigstens geduldig anhört, was als nächstes kommen mag.
seitenschritt zu den veränderungen in der panorama bar: die anlage hat seit gut zwei monaten einen vergleichbaren aufbau wie unten. drei (oder gar vier?) subwoofer hängen jetzt an der decke, dafür steht am hinteren ende bei den kabinen jetzt nur noch einer – den hohlraum füllen jetzt lichter aus. gefühlt geht an meinem stammplatz etwas bassdruck verloren, allerdings finde ich den klang insgesamt jetzt ausgewogener. vorher war der dort von ganz schön viel vibration geprägt, nun kommen die nuancen mehr zur geltung.
darwin in den ersten 20-30 minuten mit ambient bzw. dubstep, legte sich dann jedoch auf reduzierteren drum & bass bzw. halftime fest. schon eine dicke ansage zu beginn, aber: funktionierte. nahm noch dazu lechuga zafiro nicht die butter vom brot, der tempotechnisch eher um die 140 als klassischem dubstep-tempo unterwegs, aber schwer zu klassifizieren war. für mich ein interessanter hybrid aus breakbeats / electro, techno sowie eben dubstep. zählt wie verraco zu den vertretern der jungen generation aus südamerika, die gerade auf den plan treten und schemata auf links bürsten.
gleiches gilt für rhr, der nach upsammy zwar tempo herausnahm, aber die leute mit subbass und dichteren rhythmen sehr gut bei laune halten konnte. zu carré kann ich leider nicht viel sagen – war zweimal kurz oben, einmal techhousig, zum anderen breakbeatig unterwegs. hab darwin sowie lechuga den vorzug gegeben.
j:kenzo hätte schon super auf eine sub:stance gepasst, aber besser spät als nie. fing mit klassischem dub bzw. roots an, womit die brücke zu dubstep schon geschlagen ist. das war auch gut 100 minuten das hauptthema, wobei auch mit clouds veritabler techno lief. dann (beinahe schon reef-typisch) der wechsel auf drum & bass zur letzten dreiviertelstunde. passte alles sehr gut ineinander, daher hätte ich ihm schon gewünscht, dass er die drei stunden vollmachen kann. war hoffentlich nicht sein letztes gastspiel.

wie sich bei den letzten ausgaben schon abgezeichnet hat, ist der zeitraum zwischen 6 und 8 uhr heikel. die taktik der reef scheint zu sein, jemensch mit headliner-qualitäten auf den schluss zu setzen (calibre, mala, j:kenzo), um das publikum bei der stange zu halten bzw. zu motivieren, länger zu bleiben. das funktioniert dann nur mit einem floor – und da gewinnt das berghain die letzten male regelmäßig, alleine weil die anlage den massiven bass besser transportiert. selbst wenn jemand wie calibre oben auf dem line-up steht, kann darwin unten schalten und walten, wie sie möchte.
ich kann verstehen, dass es dramaturgisch gewollt ist, die reef in der panorama bar zu beginnen und auch enden zu lassen. die realität sieht für mich (und das ist überaus positiv) so aus, dass das publikum nicht dazu tendiert, die party künstlich zu verlängern, sondern beim eventuell anstehenden restpensum des wochenendes (oder mit der vorhergehenden woche in den knochen) lieber früher geht. klar liegt da der impuls nahe, einfach mehr leute in den club zu lassen, wenn schon so viele in der schlange stehen. aber das würde wiederum die qualität des publikums verwässern und im schlimmsten fall zu musikalischen kompromissen führen.
wie die reef dem begegnen könnte: entweder das berghain bis 7 uhr bespielen (mit der option bis 8 uhr) oder unten mit ambient ausklingen lassen, so dass die leute mit bewegungsdrang automatisch nach oben gehen. oder den spieß umdrehen und ab 6 uhr oben den morgen mit ruhigeren stilen ausklingen lassen und im gegenzug das berghain bis 10 uhr offen lassen.

mag sich überdramatisch lesen, ist es aber gar nicht. müßig, darüber zu spekulieren, wie viele der abgewiesenen leute tatsächlich wegen der reef dort waren bzw. super reingepasst hätten. drinnen hatte ich in jedem fall den eindruck, dass höchstens wenige zaungäste und vielmehr die stilistisch offene fraktion vor ort war. und das war im vergleich zur klubnacht ein weiteres mal auf ganzer linie erfrischend und hat den status der reef als stammtermin in meinem kalender einmal mehr zementiert.

notierte tracks

die speisen sich fast völlig aus shazam, zum teil aber auch aus diesem reddit-thread, wo ich mir bei upsammy und j:kenzo die rosinen herausgepickt habe.

esposito

barker – paradise engineering
zenker brothers – let loose
ivy lab – vanity fair
roots manuva – next type of motion
dbridge, kabuki, cooly g & kid drama – my love
alix perez – melodrama
kercha – a strange story
crowley & schim – wervel
mystic state – city limits (feat. jack spencer)
11th hour – headrush
mystic state – understand
instra:mental – when i dip
darkai & ears – gems (distance souljah remix)

darwin

carrier – the fan dance (feat. gavsborg)
itti – side street
skeptical & dbridge – poor & poverty
chimpo, dub phisix & skeptical – buzzin
alix perez – elephant dreams
the untouchables – grassroots
j:kenzo – skatta (v.i.p.)
alix perez – understand

upsammy

aerae – nefanda
r-010 – metal foam racing motorbike
deviant electronics – loud and clear
fff – vegan librarian

rhr

croix – baila todo

j:kenzo

scientist – no armys
milton henry – this world
j:kenzo – ricochet
mungos hi-fi (feat. charlie p) – rules of the dance (kahn remix)
von d – show me (feat. phe phe)
j:kenzo – hoodwinked
j:kenzo – like a hawk (feat. flowdan)
addison groove – this is it
clouds – sharp like a razor
skeptical – cold fold
digital & spirit – phantom force (fracture remix)
j:kenzo – sykura

main phase

leod – untitled 09

[berlin / 03.07.2025] berghain: finest berghain – 30 years of hush

dvs1 tourt gerade anlässlich des 30-jährigen bestehens von hush, das als partyreihe wesentlich mehr vorlauf als das dazugehörige label hat. ich muss gestehen: in erster linie gehe ich wegen traxx als von ihm eingeladenen gast hin. es ist gut zehn jahre her, dass ich ihn auf dem nachtdigital gehört habe, und gut 20 jahre an einem sonntag an ort und stelle. wird also mal wieder zeit.

nachbetrachtung mit ablauf und notierten tracks

ich mach’s mir leicht und bringe alles auf einmal unter.

rein: 23:00 uhr
raus: 6:00 uhr

fühlte sich wie eine klubnacht vor 2010 an. keine nennenswerte schlange die gesamte zeit über (reichte am weitesten bis kurz hinter die gitter), drinnen gut dreiviertelvoll, die säule blieb als rückzugsraum geschlossen. wäre auch nicht nötig gewesen – mensch fand stets einen platz auf der tanzfläche und durchschlängeln geriet auch nicht zur akrobatik.
kann in der form gerne wieder stattfinden. vielleicht nicht in jedem monat und auch nicht mit dvs1 als kurator, aber quartalsweise mit einem resident, der*die sich einen gast einlädt, mit dem die zehn stunden frei aufgeteilt werden können. das bricht das durch die klubnächte etablierte format auf und schafft auch musikalische freiräume. war für mich jedenfalls einer der entspanntesten und (dank traxx) zugleich lehrreichsten berghain-besuche in diesem jahr.

22:00 traxx

kein set, sondern statement und lektion zugleich. mein faible für rauhe chicago-sachen ist bekannt, wurde auch bedient, aber auch „klassischer“ house, ebm, ein hauch electro kamen zu ihren ehren, womit er gut 40 jahre musikgeschichte beispielhaft mit vinyl ineinanderverwoben hat. mit seiner vielfalt bot er einen kompletten kontrast zu dvs1, was wiederum einige abgeschreckt hat. für mich herrlicher moment, als er nirvana zum schluss spielte und der vordere teil der tanzfläche das hart feierte, während die hintere hälfte ungläubig herumstand. alleine dafür gebührt dvs1 großer dank, ihn eingeladen zu haben.
wenn es nach mir geht: gerne mal wieder auf einen sonntag buchen – die klubnacht kann polarisierende sets mit ständigem mut zum risiko gut gebrauchen. auch bzw. gerade weil sich die erwartungen bzw. rituale in den letzten 20 jahren verfestigt haben.

tracknotizen

marshall jefferson – ride the rhythm
die krupps & nitzer ebb – join the rhythm of machines
konstruktivists – konstruktivists
the maniacs – luv eternal
drew sky – temper tantrum
daf – die lüge
nitzer ebb – shame (derrick may remix)
lcd soundsystem – throw
nirvana – raunchola / moby dick (live) (zum schluss)

03:00 dvs1

meine haltung zu ihm ist – ähnlich der zu ben klock – ziemlich unpopulär: beide sind technisch brilliant, hilft aber wenig, wenn mir inhaltlich über stunden zu wenig abwechslung geboten wird. hab’s drei stunden mit ihm probiert und den eindruck, dass er erst nach zwei stunden warmgelaufen war. dem fanclub gefiel’s offensichtlich und jedem*r sei der spaß an hypnotisch-tooligem techno gegönnt, wenn das alles gekonnt gelayert wird. das set hat mich jedoch darin bestätigt, dass ich nicht extra wegen ihm sonntags hingehen würde.

tracknotizen

audio resistance – hydrogen
gunjack – native circuit

[berlin / 05.06.2025] säule: reclaim your city

der komplette sonntagswahnsinn wird im juni wohl an mir vorbeigehen, dafür sind zwei donnerstage interessant. der hier aus offensichtlichen gründen.

reclaim your city

22:00 jin synth
00:30 pete
02:30 magna pia

nachbetrachtung

rein: 22:45 uhr
raus: 2:45 uhr

jin synth mit techno inklusive industrial-note. pete einfach mal wieder über jeden zweifel erhaben, da viele von ihm unter der ryc-flagge wahrscheinlich techno erwarteten – sie bekamen jedoch dubstep, mit vinyl präsentiert. da waren vielleicht ein bis zwei tracks dabei, die zu techno hätten überleiten können, aber er blieb konsequent. magna pia dann melodiös-hypnotischer, aber da war ich zu kurz.

besuchertechnisch dachte ich erst, dass das schwierig werden könnte, aber gut gefüllt war’s zum ende von jin synth. bei pete blieben dann diejenigen übrig, die das zu schätzen wussten. dreiviertelvoll, würde ich sagen.

randnotiz, jedoch ohne gewähr, da ich jetzt schon länger nicht mehr sonntags da war: es gibt im treppenhaus zum berghain mehr sitzgelegenheiten, wovon auch die galerie in der säule profitiert. dort stehen jetzt ein paar mehr bänke direkt vorne rechts an der treppe, die von der toilette abgeht.

notierte tracks

jin synth

female – regis edit (vom „sampler single two“ auf sandwell district seinerzeit)
tripeo – hive mind

pete

goth-trad – cut end (erster track)
the others – fun house
plan b – she said (16bit remix)
skream – tek-a-pill
skream – movin‘ snares (direkt danach)
sleeper – systema
kryptic minds – six degrees
starkey – starting gates
luke envoy – gamma
kryptic minds – the fifth
kryptic minds – 768
loefah – twisup vip
mala – bury da bwoy (direkt danach)
mala – stand against war (schlusstrack)

[berlin / 30.04.2025] lab.oratory: revolting

der tanz in den mai in der zu seltenen anlässen für alle geschlechter und vorlieben geöffneten spielstätte.

revolting

ablauf

23:00 nd_baumecker
01:00 valley dolly
04:00 romain fx
07:00 jorkes b2b paris böhm

nachbetrachtung

rein: 00:00 uhr
raus: 08:00 uhr

eine revolting nach gewohntem standard. also die üblich eklektische musikalische mischung und ab 1 uhr für mich zu voller tanzfläche. dabei gab’s stets die möglichkeit, in den abseitigen gängen durchzukommen. es half dabei sehr, dass erneut die schlackehalle (also ein teil der unteren etage der halle) geöffnet hatte.
neu: kartenzahlung geht im lab jetzt auch an den bars.

der gastgeber (nd) für mich mit nasenlänge voraus, aber alles auf schön hohem niveau. die fülle ist aus vergangenen ausgaben bekannt, somit waren die erwartungen klar und ich konnte mich damit arrangieren. mich freut’s vielmehr, dass die reihe nach wie vor ungebrochenen zuspruch bekommt.

notierte tracks

nd_baumecker

wallace – cravings (feat. love letters)
dina summer, kalipo & local suicide – who am i (club version)
django django – don’t touch that dial (feat. yuuko sings) (make a dance remix)
grand soleil – boulé
demarkus lewis – body tonic
dj sneak – i can tell you what you want (dam swindle remix)

valley dolly

skrillex, boys noize, ty dolla $ign – midnight hour (dub mix)
mac-kee – kicking up
winx – how’s the music
blaze – lovelee dae (franck roger extended remix)
brodanse – miss your love

romain fx

romain fx – spacer woman (vocal version feat. kaona)
frankie goes to hollywood – welcome to the pleasuredome
mr. ho – bail-e (real mix)

jorkes b2b paris

snap! – the power (sergey kutsuev remix)