[berlin / 20.04.2024] berghain: klubnacht

auch hier wird’s mal wieder mehr als der einmal monatliche besuch. mehr dazu in etwas weniger als einer woche, erstmal das hier. angedacht ist wie üblich der vormittag und dann mal gucken.

berghain
00:00 efdemin
04:00 terence fixmer live
05:00 don williams
09:00 mary yuzovskaya
13:00 kwartz
17:00 gigi fm
21:00 rødhåd
01:00 aurora halal

panorama bar
00:00 yamour
04:00 luzie
08:00 violetta
12:00 frits wentink
16:00 nd_baumecker
20:00 mr tophat
00:00 mystery affair

säule
19:00 mathew jonson live

[berlin / 13.04.2024] about blank: staub

ablauf

garten
10:00 caroline kopka
12:30 aber dj
15:00 comba
18:00 moussa
20:00 tina 303

mdf
14:00 dj mondfinsternis
17:00 kimmy msto
20:00 ryba

nachbetrachtung

hab mich ab 14 uhr bis zum schluss menschlich, musikalisch und auch sportlich (in der reihenfolge – hatte nach jahren mein comeback an der tischtennisplatte) bestens unterhalten gefühlt. außerdem: mich stellvertretend für die staub sowie das :// über den großen andrang zum inoffiziellen gartenauftakt gefreut. ging zwar mit meiner (üblichen) sorge einher, dass die gäste aus dem garten allesamt für die letzte stunde auf den mdf strömen wollen, aber die war letztendlich (auch wiederum üblich) unbegründet.
musik im garten bis einschließlich comba für füllgrad, witterung, stimmung perfekt. moussa mit dem reverb-techno, wie er im berghain vor zehn bis 15 jahren lief. auch wenn er dynamik im set hatte, fehlte mir etwas das treibende im vergleich zu vorher. aber dafür dankeschön für gut gealterten tribal-techno à la jeff mills.
da vitamin d durch tageslicht nie eine schlechte idee ist, fand ich den weg zum mdf erst zum schluss von kimmy msto. und da ryba dort wie immer eine bank war, habe ich von tina 303 nur ausschnitte mit house in vielen facetten (chicago sowie french plus rausschmeißer-hit zum schluss) mitbekommen.

tracks
(bei ryba ausschließlich shazam, rest aus dem langzeitgedächtnis)

comba
sven väth – harlequin: the beauty and the beast
infiniti – game one

moussa
jeff mills – call of the wild

tina 303
laid back – white horse (besagter rausschmeißer)

ryba
blawan – my guide to dancing on carpet
quelza – krant
exium – dark voids
oscar mulero – aroma de falso amor
the scan – stripped
abstract division – open your soul (Ø [phase] extended dub remix)
kashpitzky – the run to atonal

[berlin / 09.03.2024] about blank: staub

und dann ist da noch der monatliche stammtermin.

ablauf

mdf
10:00 irakli
12:00 templeton
15:00 paula koski
18:00 melatronix
21:00 oliver deutschmann

zelt
15:00 manfred tiek
17:00 dix
19:00 a:tok

nachbetrachtung

kann ich kurzfassen: brauchte erstmal eine stunde, um überhaupt auf einer der tanzflächen anzukommen. sonst vorne an der treppe im garten herumstehend automatisch so vielen bekannten (und auch neuen) gesichtern begegnet, dass ich mich dort erstmal festgequatscht habe. setzte sich auch später drinnen im zelt fort, so dass ich bspw. nur die letzte gute halbe stunde von oliver deutschmann mitbekam. die war jedoch genauso gut wie bei seinem letzten mdf-gastspiel.

sonst absolut nichts zu meckern. dix bekam mich mit tracks aus meiner techno-sozialisation, melatronix auch gut und gerne mit alter schule und a:tok trippig-minimal, dabei aber immer noch fordernd genug, dass es nicht wie ausplätschern wirkte. noch dazu ein füllgrad, der die öffnung der lobby durchaus gerechtfertigt hätte, aber so war das alles völlig in ordnung.

tracks

dix
shiver – subsonic soundscape
steve stoll – model t

melatronix
dj funk – run (uk extended mix)
reload – peschi (direkt danach, aber noch mit einem anderen loop unterlegt)

a:tok
green velvet – land of the lost (schlusstrack)

oliver deutschmann
planetary assault systems – surface noise

[wuppertal / 23.02.2024] open ground: clubnight

wuppertal war bislang überhaupt nicht auf meiner club-landkarte. dort hat ende 2023 unweit des hauptbahnhofes das open ground unter regie eines ehemals beim hardwax involvierten mitarbeiters eröffnet, was auch das bisherige booking gut erklärt.
nach dem, was mensch so hört, wurde eine menge mühe in die optimierung der akustik gesteckt. es liegt also nahe, sich das bei den protagonisten zu gemüte zu führen.

clubnight
don williams
stojche
deniro

start
23 uhr

eintritt
bis 0 uhr 15 euro
ab 0 uhr 20 euro

nachbetrachtung

die zentrale lage ist wirklich nicht übertrieben. wäre ich als ortsunkundiger auf dem hinweg nicht etwas umständlich gelaufen (über die obere ebene des bahnhofs anstatt nach unten durch die bahnhofshalle), wären es tatsächlich nur zwei minuten bis zum club. so war’s doppelt so lang. auf dem rückweg hatte ich es dann begriffen, ist für zukünftige besuche also gemerkt.

damit sei ein teil des fazits schon mal vorweggenommen: sobald zeit und booking stimmen, schaue ich da wieder vorbei. es gibt jedoch eine menge „aber“. allem voran wird das open ground einen sehr langen atem brauchen. mensch merkt bereits beim gang zur treppe hinab zum eingang, dass einiges in den ausbau investiert worden ist, was sich drinnen erst recht bestätigt. als ottonormalberlinraver erwartet mensch bei einem ehemaligen tiefbunker unverputzte betonwände, freiliegende rohre und im besten falle robuste sitzgelegenheiten, die nicht aus wohnungsauflösungen zusammengesucht worden sind.
stattdessen wird über einen bloßen techno-club hinausgedacht. spiegelt sich im booking erst ansatzweise wider, aber das interieur vermittelt ganz klar, dass es eine kulturstätte mit entsprechendem prestige sein soll. gedämpftes orangenes licht allerorten, holzbänke mit sitzkissen im großzügigen foyer, das am ende von einer zu 360 grad offenen bar flankiert wird. daran schließt sich der lange gang zum freifeld an – von nischen gesäumt, die auch großzügig genug sind, um sich dort mit mehreren leuten niederzulassen. noch einmal links abbiegen, rechterseits die zweiten toiletten (wohlgemerkt: mit automatikspülung!) und am ende des ganges die tanzfläche finden.

die raumaufteilung beim freifeld ist potentiell unglücklich. direkt gegenüber des eingangs befindet sich die bar. dazwischen die tanzfläche, links eine bühne für zukünftige konzerte, die im clubbetrieb jedoch ziemlich verwaist ist und von zwei funktion one stacks gesäumt ist. zwar kann mensch sich dort hinsetzen, aber da dieser bereich zumindest an dem abend spärlich beleuchtet war, wurde mir nicht klar, was sie bei clubnächten für einen zweck erfüllen soll. rechts das großzügige dj-pult mit lj am ganz rechten ende – ideale arbeitsbedingungen. da sowohl der zugang zur tanzfläche als auch zur bar relativ breit sind, ist jedoch die gleiche gefahr wie in der lobby des about blank als durchgangsstation zur toilette gegeben. es gibt noch eine kleinere bar direkt vor dem eingang zum freifeld, aber die war an dem abend nicht besetzt.
bereits weithin gelobt, kann ich auch bestätigen: der klang. dem wird im open ground alles untergeordnet, also auch die raumarchitektur. im gesamten club (ausnahme: die toiletten) sind absorber an den wänden verbaut. führt dazu, dass mensch sich im foyer bei gedämpfter musik vom freifeld sehr gut unterhalten kann. auch auf den gängen geht das super. auf dem freifeld an sich ist der klang (mit 15-db-filtern) sehr räumlich und transparent. verbaut sind neue evo-komponenten von funktion one, vierpunktbeschallung, die subs stehen auf der vom dj gegenüberliegenden seite vor der bühne. mensch kann sich seinen sweet spot suchen, wo es mal mehr, mal weniger bass sein soll, aber das räumliche bleibt. ohne gehörschutz (getestet bei deniro, kurz bevor ich gegen 6:45 uhr ging) wäre mir es jedoch zu schrill gewesen.
das licht besteht aus ein paar scannern und sonst aus einem led-lichthimmel, womit die grellen strobo-effekte als bestandteil der techno-dna wegfallen. nicht weiter schlimm, kann ggf. nachgerüstet werden.

sehr positiv hervorzuheben ist das personal. fängt schon (und das ist nicht selbstverständlich) bei der tür an, die einen gleich mit einem „schönen abend“ begrüßt und hineinbittet. die garderobe ist kostenlos und interessanterweise vor der kasse positioniert, an der mensch den eintritt zahlt. ist auch der einzige ort, an dem bargeld eine rolle spielt. an bars wird kontaktlos gezahlt – entweder mit clubkarte, die mensch direkt am eingang kaufen und aufladen kann oder gleich per nfc auf dem smartphone. auch awareness wird nicht nur auf der website ernstgenommen, sondern aufdringliche herren freundlich, aber bestimmt hinausgebeten (so geschehen bei einem exemplar dieser gattung, das frauen von hinten antanzte und dabei auch beide arme um sie legte). beim publikum überwogen männer, von anfang 20 bis ende 50 alles dabei, wenn auch nicht gleichmäßig verteilt. füllgrad war bei ca. 300 leuten, was für einen freitag okay ist, aber auch die notwendigkeit für den besagten langen atem verdeutlicht. hatte ich kurz nach dem wechsel auf deniro (gegen 5 uhr) noch die sorge, ob die party bis 6 uhr überhaupt noch tragfähig ist, blieb ein harter kern auf der tanzfläche, so dass es noch stabil bis 7 uhr weitergehen konnte.

anteil daran wird das techno-geprägte booking getragen haben. alle drei passten nicht nur auf dem papier gut zueinander. war irgendwie schon vorher klar, hat sich vor ort nur bestätigt. don williams zum anfang dubbig, später fordernder. damit auf stojche hinarbeitend, der sehr sicher mit vinyl mixte und dabei tempo machte. fan von deniro werde ich auf absehbare zeit nicht, aber nach der ersten basic channel bekam er mich für einige minuten dennoch.

damit ist die stärke des clubs benannt, die hoffentlich nicht zu dessen fluch wird: das programm ist so fein ausgesucht, dass das open ground zu einer der ersten adressen gehören würde, bei denen ich das programm für den nächsten monat checke – wenn der club denn in berlin wäre. und selbst hier wäre klar, dass die hardwax-prägung durchkommt, was auch in hiesigen breitengraden durchaus was für liebhaber*innen ist – gerade bei bass-music.
stark polemisierend könnte ich sagen, dass exil-berliner mit dem open ground in einer westdeutschen mittelgroßen stadt zeigen wollen, wie eine clubhochkultur mit booking nach ihrem geschmack bei glasklar austariertem sound in einem durch und durch designten laden aussehen soll. und damit bin ich genau bei dem punkt, an dem ich den betreiber*innen den langen atem wünsche: wo in diesen tagen musik und sets auf social-media-momente optimiert wird, ist es sehr couragiert, einen club zu eröffnen, der sich bewusst dagegen stellt und djs mit hohem qualitätsanspruch bucht. und dabei auch über techno hinausgeht, indem drum & bass, dubstep und uk-breakbeats die tür geöffnet wird. das ist alles wirklich sehr gut gemeint, birgt aber die gefahr, dass das im ruhrgebiet untergeht. im idealfall könnten sich die leute aus dem einzugsgebiet auch sagen, dass sie dafür nicht mehr nach berlin fahren müssen – die würden jedenfalls gute voraussetzungen vorfinden, um die musik genießen zu können.

„gut“, weil: atmosphärisch fehlt dem open ground für mich der anziehungsfaktor. es wirkt für mich eine spur zu glatt bzw. mit den absorbern, die den betoncharme verdecken, sehr auf den sound dressiert. das hätte bei 500+ gästen an dem abend wohl anders ausgesehen, weshalb ich darauf hoffe, dass die lobeshymnen auf sound, booking und personal in den nächsten monaten soweit die runde gemacht haben werden, dass sich sowas wie ein stammpublikum herauskristallisiert. dafür hilfreich wären residents aus dem ruhrgebiet, wo sich die fixierung auf die ballungsräume der letzten jahre zeigt, wonach djs aus frankfurt oder köln durchaus bekannt sind, aber bei dortmund oder essen überlege ich vergeblich.
ich bin vorsichtig optimistisch, dass es auch in dem einzugsgebiet leute gibt, die den ansprüchen genügen. bislang sehe ich als regelmäßige vertreter*innen im line-up jedoch eher die aus dem hardwax-umfeld bekannten gesichter, die aus berlin herüberfahren. und wenn bass-music hier schon entsprechend eingebettet werden muss, damit es funktioniert, wird sie im ruhrgebiet erst recht einen schweren stand haben. es wäre daher gut, ein stabiles techno-booking zu fahren, dabei residents aufzubauen und einen samstag im monat dann leute von der insel einzufliegen. ich wäre sehr gespannt darauf, wie die anlage das transportiert.
außerdem: wenn neben ohrenstöpseln auch kondome kostenlos an der garderobe zu bekommen sind, müssten auch in richtung sexpositivität schritte unternommen werden, damit pärchen abseits der nischen im gang zum hauptfloor gelegenheiten bekommen. da ließe sich mit verschiebbaren wänden auf der bühne des freifelds was machen.
zudem, und wahrscheinlich einfacher gesagt als getan: macht die vorausplanung bitte einfacher. termine werden zuweilen erst ein paar wochen im voraus bekannt gegeben, wohingegen mensch bei den bekannten clubs der republik bereits anfang des vormonats weiß, wie der nächste aussieht. stand 13. märz 2024 weiß mensch nur, wie es bis zum 20. april 2024 aussieht. darunter ist bspw. mit dem 29. märz ein ambient-listening angesetzt, was ein weiteres zeichen dafür ist, dass musikalisch weiter als nur pure unterhaltung gedacht wird. aber wenn leute aus berlin, hamburg oder köln gelockt werden wollen, müssen die idealerweise zeitnah nach veröffentlichung der line-ups ihrer lokalen lieblingsclubs (oder kurz danach) wissen, auf was sie sich im kommenden monat im open ground freuen können.

notierte tracks (*: shazam)

don williams
vladislav delay – recovery idea (the mike huckaby synth remix)
g-man – sparticus
surgeon – balance
aphrohead – in the dark we live (dave clarke’s 313 mix)
four lovers – #2 (a1)

stojche
dj deeon – extac (909 rzi session)
ignacio – chios*

deniro
cyrus – enforcement

[berlin / 17.02.2024] berghain: klubnacht

für mich das einzig attraktive datum im februar. der märz wartet dafür gleich mit zwei richtig guten donnerstagen in der säule auf. aber dazu mehr zu gegebener zeit.

klubnacht

berghain
00:00 answer code request
04:30 yonti
08:30 antenes
12:30 anika kunst
16:30 pär grindvik
20:30 james ruskin
00:30 olivia mendez

panorama bar
00:00 partok
04:00 dj minx
08:00 etapp kyle
12:00 nd_baumecker
16:00 chloé
20:00 marcel dettmann
00:00 luigi di venere

säule
19:00 rival consoles live

eintritt
26 euro

nachbetrachtung

rein: 11 uhr, raus: 1 uhr.

fazit zuerst: ein weiterer tag / abend, an dem die panorama bar für mich haushoch überlegen war. müsste ich eine hitliste aufmachen: nd, marcel dettmann, rival consoles, anika kunst.

zugegeben: das berghain-lineup war nicht wirklich ausschlaggebend für meinen besuch. vielmehr wollte ich nd nach längerer zeit mal wieder hören und nachdem marcel dettmann nachrückte, wurden die prioritäten fast schon im voraus für mich gesetzt. dann gab’s noch die vorschusslorbeeren für rival consoles.

es ist jetzt nicht so, dass ich es nicht mit dem berghain versucht hätte. der füllgrad war bis in den nachmittag hinein dort ziemlich erträglich und dieses datum, das für mich ehrlicherweise der kompromiss für den februar war, hatte auch für andere einen netten nebeneffekt: die einzig nennenswerte schlange vor dem club entwickelte sich gegen 18 uhr und reichte zu dem zeitpunkt vielleicht zur hälfte des weges. ansonsten stabil innerhalb der gitter oder weniger. ist jedoch nur auf die zeit meines besuches bezogen – nachts zur eröffnung sieht das wohl immer noch anders aus.
am meisten hat mich im techno-bollwerk noch anika kunst überzeugt, die konsequent mit vinyl spielte und ein weiteres beispiel für die wiederentdeckung des tribal-technos lieferte. durchaus schnell (über 140 bpm), aber astreines mixing, in dem sie gut mit den tracks arbeitete. würde mich nicht wundern, wenn sie bald wieder an ort und stelle zu hören ist – verdient hätte sie es.
antenes spielte gegen ende ihres sets breakiges, was immer noch schafft, manche tanzende abzuschrecken. inhaltlich finde ich sowas ja klasse, aber wenn die lautstärkeschwankungen als künstlerisches element so gewollt waren, ging der effekt für mich nach hinten los. während ein bis zwei tracks fragte ich mich schon, ob die anlage auf halber kraft fährt und von einem takt auf den nächsten geht es mit gefühlten 20 db mehr weiter. da ist noch luft nach oben.
pär grindvik ähnlich perkussiv und schnell wie anika kunst, jedoch nichts weltbewegendes. muss ich leider auch über james ruskin sagen, den ich das letzte mal solo (also außerhalb von o/v/r oder the fear ratio) irgendwann mal 2010 an ort und stelle mitbekommen habe. zuvor im alten als auch im neuen tresor. hatte seine momente, in denen er mich kriegen konnte (reiner zufall, dass das zum großen teil tracks aus den 1990er-jahren waren), aber zwischenzeitlich war das die big-room-schiene, die auch len faki (mittlerweile besser) bedienen kann. schade, kann er besser.
olivia mendez ließ sich vielversprechend trippig (auch mit vinyl) an, aber die zehn minuten waren zu wenig, so dass ein urteil meinerseits anmaßend wäre.

zu rival consoles: besonders bewandert bin ich mit dessen diskographie nicht und für mein beuteschema ist mir das meiste auch ein bis zwei gänge zu episch. im festival-kontext jedoch überaus passend und auch in der säule zu dem zeitpunkt und in dem intimeren rahmen. die wirklich ausladenden chords ließ er weg, stattdessen viel zeit zur entfaltung des sets (sechs, sieben minuten, bis überhaupt mal die erste kickdrum kam), gut 70 minuten, hatte mit den kunstpausen darin durchaus konzertcharakter. aber eben auch steigerungen, was das tempo angeht. rückblickend war in jedem fall „vibrations on a string“ dabei. den vergleich mit mathew jonson am gleichen ort will ich nicht ziehen – der hinkt vorne und hinten. war als kontrast zum geschehen auf beiden anderen tanzflächen jedenfalls sehr willkommen und alles andere als ein rohrkrepierer.

bleibt nur noch die panorama bar, in der etapp kyle bei ganz schön zackigem tempo sein set beendete und nd das ganze um die 120 bpm von neuem aufbaute. seine ganzen vier stunden blieb er über jeden zweifel erhaben, letztlich schaute ich nur mal kurz unten vorbei, wenn mal ein für mich nicht so tauglicher track lief. aber ein großer teil der shazams geht auf sein konto.
chloé fand ich danach relativ uninspiriert. in der zeit, in der ich von der galerie auf die decks schaute, bestanden nicht unwesentliche teile ihres sets daraus, techhousige tracks über weite teile zu loopen, effekte vom pioneer-mixer drüberzulegen, dann nochmal an andere stellen im track zurückspringen, diese wieder loopen. ich mag ihr unrecht tun, weil das nur ein viertelstündiger ausschnitt war. aber für mich war auch ihr set bestandteil der einzigen musikalischen durststrecke zwischen 16:30 und 19:00 uhr, als auf beiden floors für mich nur wenig ging. gerade im berghain stellte sich da bereits die sonntagsübliche fülle ein. und da das podest vor dem darkroom wieder existiert, wird’s auch schwieriger, dort einen vernünftigen platz zu bekommen.
marcel dettmann machte das gewohnt souverän, zwischen house, acid, electro und auch techno vermittelnd. der saunderson-remix von „blackwater“ scheint sich als abschlusstrack zu seiner wiedererkennungsmarke entwickelt zu haben – im september beendete er bereits im berghain sein set damit, auch in de school zwei monate später.
luigi di venere blieb erstaunlicherweise erstmal in fast dem gleichen tempo (um die gefühlte 130 bpm), aber wesentlich housiger. bemerkenswert war, dass ein wahrnehmbarer teil der leute sich ab mitternacht an den kommenden arbeitstag erinnerte und es dann oben deutlich leerer war.

notierte tracks (*: shazam)

antenes
tymotica – galaxies of dust*

etapp kyle
duke – so in love with you (full intention remix)*
robert hood – the greatest dancer
kerri chandler – you are in my system (faster horses sport mix)*

nd_baumecker
crooked man – preset*
strip steve – zig zag*
wallace – papertrip*
marvin dash – friday night with burt reynolds*
basic bastard – rise (new york mix)*
earth boys – in the sun (eden burns remix)*
hot lizard – 165… drop*
dan morgan – brothers and sisters (deep mix_ 1993)*
barker & baumecker – strung (eli escobar’s breezy mix)*
demi riquísimo – rocking you internally (club mix)*
g.u. – beyond*
of norway – love*
banana moon – full service*
fever ray – shiver (logic1000 remix)*
all about she – higher (free) (grant nelson remix)*
man power – acid god (feat. amy douglas)*

anika kunst
alexander johansson & mattias fridell – koner*
deniro – pelé 3* (schlusstrack)

chloé
two mamarrachos – let’s find another after*

marcel dettmann
gesloten cirkel – chasing away the night
the bucketheads – the bomb! (den anfang lediglich angetäuscht)
ricardo villalobos – logohitz
andré michelle – a2
knarz – tanzmaschine
octave one – blackwater (e-dancer vocal dub)

james ruskin
planetary assault systems – surface noise
james ruskin – work (steve rachmad remix)
mark broom – 909 workout*
dave clarke – thunder
underground resistance – the seawolf
dave clarke – the storm (instrumental) (schlusstrack)

luigi di venere
lee marrow – da da da (dance to the house)*