r.i.p. paul johnson

kann mir echt schöneres vorstellen als zwei einträge in der gleichen kategorie am gleichen tag, aber es ist dann auch leider so wie es ist.
mit ihm bin ich vertrauter als mit k-hands diskographie. seine veröffentlichungen auf relief und dance mania haben massiv dazu beigetragen, den trockenen, gleichzeitig satten chicago-sound stets als eckpfeiler in sets mitzudenken. „give me ecstasy“ hat mich anno 2001 in einem set von si begg im alten tresor lebensumstandsbedingt völlig umgehauen. dank ben klock und co. hat der track in den letzten jahren wieder an popularität gewonnen, so dass die dazugehörige dance mania-katalognummer wieder unter die leute kam. gleiches gilt für „feel my mf bass“. „the music in me“ wird auch in drei jahrzehnten noch flummiartig umherspringen und sich dabei mit dj sneak verbrüdern lassen.
dj pj steht für mich damit als jemand, der house für den bauch gedacht hat und sich seine positive energie zumindest nach außen hin nicht hat nehmen lassen.

er kam vor ein paar wochen mit covid-19 ins krankenhaus und ist nun mit gerade mal 50 jahren verstorben.

r.i.p.

r.i.p. kelli hand

die berichte dieses mittwochmorgens werden über soziale medien bestätigt: die „first lady of detroit“ (so ihr offiziell vom stadtrat der motor city verliehene titel) ist verstorben. mein erster berührungspunkt mit ihr war „think about it“ unter ihrem etat solide-alias. ist auf der x-mix 5 von dj hell enthalten, die in meiner musikalischen entwicklung einen der größten fußabdrücke hinterlassen hat.
gleiches gilt für ihre beiträge zu house und techno gleichermaßen. auch wenn ich bei weitem nicht alle acacia-veröffentlichungen haben muss (obwohl ich mich neulich erst freute, dass diese nach und nach bei bandcamp landeten), war das zu beginn der 1990er-jahre essentielle grundlagenarbeit, gekrönt durch „global warning“ auf warp, wo bereits damals niemensch von ungefähr landete.

die todesursache ist noch unklar, aber irgendwie auch irrelevant. mit gerade mal mitte 50 so oder so viel zu früh und natürlich eine riesige lücke hinterlassend.

r.i.p.

[berlin / 28.07.2021] berghain: hangout

frisch auf wordpress 5.8 und gleich noch das theme aktualisiert, womit die links erstmal wieder grün sind. das ändere ich später, wenn mehr zeit ist. jetzt geht’s erstmal dank gutem feierabendwetter rüber.

hangout
19h00 jakojako live
21h00 barker live

eintritt
10 euro

hygieneregeln
negativer schnelltest oder impf/genesungsnachweis sowie ausweis. einchecken vor ort per qr-code.

r.i.p. peter rehberg

ich muss mehrere dinge gestehen: erstens ist dies rückdatiert und eigentlich am tage geschrieben, an dem kelli hand verstorben ist (4. august 2021). zweitens wusste ich über editions mego nur grob, dass es ein österreichisches label ist, aber nicht, wer genau dahinterstand.
ich war jedoch stets über die frequenz an veröffentlichungen erstaunt, gerade weil es meistens alben waren. davon traf beileibe nicht alles meinen geschmack, aber wenn, dann eben richtig. so zählt „peel“ von kmru zu meinen favoriten von 2020, anthony child hat mit den beiden teilen seiner buchla-experimente auf maui sein mit für mich bestes ambient-material dort veröffentlicht und mika vainio gehörte sowieso dahin.

es spricht für die kuration, dass ich mir die neuveröffentlichungen stets zumindest mal angehört habe. häufiger dachte ich mir dabei, dass das zur vision des labels passt, aber eben nicht zu meinen hörgewohnheiten. aber das ist dann eben auch meine sache. es ist nur traurig, dass mit peter rehberg mit gerade mal 53 jahren jemand wegfällt, der elektronischer musik ohne fokus auf tanzfläche oder gar verwertbarkeit ein forum gegeben hat.

r.i.p.

[berlin / 01.08.2021] about blank: bewegungsfreiheit x sektgarten

fest steht es seit dem frühjahr, dass wir einen tag gestalten dürfen. und nach einigem hin und her haben wir ein programm zusammenbekommen, auf das wir schon ein wenig stolz sind.
es geht wie immer um den guten zweck. alle einnahmen vom eintritt gehen dieses mal an das projekt 009, das geflüchtete auf der balkanroute unterstützt sowie die solizimmer-initiative.
specials gibt es auch: vegane snacks von der soli-küfa, das projekt 009 wird seife und sonar berlin einen infostand zu safer use anbieten.

ablauf
10h00 stype
13h00 lily haz
15h00 vertical 67 live
16h00 nd_baumecker
18h00 meggy
20h00 alex.do
22h00 dorryz

eintritt
12 euro (ab 11 uhr, vorher auf spendenbasis)

[berlin / 14.07.2021] berghain: hangout

der garten hat seit dem wochenende geöffnet (mit entsprechender schlange, bei der ich das radfahren am samstag mit sehr gutem gewissen vorziehen konnte) und bietet mit „hangout“ mittwochs eine reihe, die mit live-musik die tradition des elektroakustischen salons aufnimmt.

hangout
oren ambarchi / phillip sollmann / konrad sprenger

start
19 uhr

eintritt
10 euro

nachbetrachtung
auch wenn auf der website 19 uhr als beginn steht: zu dem zeitpunkt geht erst die tür auf. es empfiehlt sich dennoch, 20 bis 30 minuten vorher dort zu sein, damit mensch beim schlangestehen nicht allzu weit hinten landet und evtl. mit den gästen der „studio berlin“-ausstellung verwechselt wird. mag aber auch sein, dass die premiere die neugierde angefacht hatte.
los mit der musik ging es jedenfalls um 19h30. an der tür bzw. davor noch per qr-code (oder direkteingabe der url) einloggen, am besten aus-/ impf-/genesungs-/testnachweis parat haben, tasche prüfen lassen, ab zum counter. bei entsprechender vorbereitung dauert das alles nicht mal eine minute.
musikalisch waren die drei wie ihrerzeit in der säule über jeden zweifel erhaben: krautrock kuschelte mit drone und alle drei gehen meditativ in ihrer improvisation als einheit auf. dabei zu erwarten, dass es jederzeit mit den harmonien passt, wäre zu viel erwartet und wurde gekonnt zügig wieder in die richtigen bahnen geleitet. vom klangbild her war es auch ohne gehörschutz abseits der tanzfläche sehr gut auszuhalten und balanciert. der applaus nach zweieinhalb stunden ohnehin zurecht hochverdient und langanhaltend.

das juli-restprogramm ist so verlockend, dass ich diese möglichkeit der after-work-party in den kommenden zwei wochen bei passendem wetter wieder wahrnehmen werde. sogar fast noch verlockender als so manches wochenend-angebot, was aber auch an meinen sich weiterentwickelten vorlieben bei sinkender bereitschaft zum schlangestehen am wochenende liegt. „hangout“ schlägt damit für mich zwei fliegen mit einer klappe: es ist interessanter und dabei noch entspannter bzw. einfach mit weniger aufwand drumherum verbunden – zumindest für mich als besucher. in der produktion ist das ohne zweifel anders.

[berlin / 04.07.2021] about blank: warning x sektgarten

zweiter teil, erstes mal sektgarten für mich in diesem jahr. und im gegensatz zum letzten dürfen auch die hüften auf der neu gestalteten tanzfläche unter freiem himmel geschwungen werden. im garten geht es bis 22 uhr, ausklang im zelt bis mitternacht.

ablauf
10h00 philipp otterbach
12h30 lux
15h00 vivian koch
17h00 phaser boys
20h00 dj fart in the club
22h00 mars leder

eintritt
12 euro

hygieneregeln
die üblichen: negatives schnelltestergebnis oder impf-/genesungsnachweis. maske muss überall getragen werden, außer beim sitzen am tisch.

[berlin / 03.07.2021] gart.n: staub & dial present „major signals“

irakli hat im april sein erstes album auf dial veröffentlicht. da konnten veröffentlichungs-parties noch nicht so recht stattfinden, also wird das jetzt im gart.n nachgeholt. tickets gab es nur im vorverkauf über residentadvisor und es gelten die üblichen hygieneregeln.
nichtsdestoweniger: das erste wochenende seit langem, das zwei meiner herzenspartyreihen bietet.

ablauf
14h00 hang aoki / lawrence
16h00 soela
18h00 carsten jost
20h00 irakli

nachbetrachtung
diese neue normalität, nach der mensch sich mit apps einloggen muss, hat auch ihr gutes. so lässt sich nachvollziehen, wann genau die pforte überschritten worden ist. in meinem fall um 16:59 uhr, geblieben bis zum schluss.
war auch gleich ein anderes bild als bei der bewegungsfreiheit zwei wochen zuvor, also fünf mal so viele besucher*innen (fast 300). gut gefüllte tanzfläche, soela spielte dubbigen house, passte zu wetter, ort und stimmung.
wie bei der staub so üblich, plauderte ich mich erstmal warm, bzw. versuchte mich, wieder an die gegenwart von menschen zu gewöhnen. erstaunlicherweise fühlte sich das aber wie bei guten freundschaften an, bei denen nur der pause-knopf gedrückt worden ist. und spätestens ab der zweiten hälfte von carsten jost blieb auch mir nichts anderes als tanzen übrig. wie immer ein sehr toller aufbau von house über chicago hin zu techno („radium“ von acid jesus als letzter track – die geht auch nach 25 jahren immer noch und immer wieder), so dass irakli zum schluss schön technoid (und zuweilen hittig – bspw. dem „bad kingdom“-remix von marcel dettmann) abräumen konnte.

eine staub mit gewohntem spannungsbogen in fast gewohntem ambiente. kapazitätstechnisch war der gart.n damit ausgelastet, was sich an der wellenförmig auftretenden schlange an der bar ablesen lassen konnte. aber die atmosphäre war definitiv vergleichbar mit dem, was mensch aus der autonomendiskothek am ostkreuz kennt. apropos: dafür den 14. august vormerken.

trackauswahl
carsten jost
böhm – lost city*
dj skull – don’t stop the beat
acid jesus – radium

irakli
physical therapy – leipzig swing
moderat – bad kingdom (marcel dettmann remix)
choice – acid eiffel (rausschmeißer)

*: identifiziert dank shazam