[berlin / 27.08.2026] ohm: neighbourhood

es steht alles auf dem flyer. bei ra gibt es noch günstige tickets.

nachbetrachtung

rein: 22:45 uhr
raus: 2:45 uhr

und die kurze dauer meines aufenthaltes nimmt mein fazit bereits vorweg: ich kam beim besten willen nicht in den abend hinein. lag auch an der eigenen frustration: ich hätte den tag gerne produktiver verbracht als mich mit chatgpt im kreis zu drehen, weshalb mein anno 2019 gekaufter lg-monitor unter mac os tahoe eine vernünftige hdr-wiedergabe verweigert (er zeigt dann einen violetten stich) und adobe lightroom classic keine bearbeitung von raw-fotomaterial in hdr zulässt, obwohl das mit dem bildschirm des macbook pro immerhin geht.
wenn schon der wegfall meines arbeitsplatzes u.a. mit dem einsatz künstlicher intelligenz verargumentiert wird, war dies ein beispiel dafür, dass eine menge produktivität dafür draufgeht, eben diese künstliche intelligenz daran zu erinnern, was wenige prompts zuvor bereits getippt worden ist.
lösungsvorschläge gab es keine verwertbaren. daher: wer einen vernünftigen 27″-monitor um die 1000 euro kennt, schreibt mir das gerne in die kommentare. anforderungen: muss nicht für’s gaming geeignet sein, aber hdr vernünftig darstellen und darüber hinaus per usb-c angeschlossen werden können. ich habe aktuell einen usb-hub mit zwei usb-a-anschlüssen, die tastatur und maus versorgen und hätte das gerne weiterhin. wenn noch ein dritter usb-a-port vorhanden ist, der ein festplatten-dock mit durchsatzraten von usb 2.0 bespielen kann, wäre das perfekt.

womit ich gekonnt meine eigenen befindlichkeiten zum hauptthema gemacht habe. allerdings hatten diese unmittelbaren einfluss auf die stimmung, mit der ich richtung jannowitzbrücke gefahren bin. victor fehlte, dafür wechselten sich tasha und stenny im b2b-modus ab. meinem eindruck nach erst ab 2 uhr mit einer gemeinsamen sprache, davor passten die tracks für meine begriffe (und die lädierte grundstimmung) nicht so recht ineinander.
aufteilung jedoch anfangs klar: stenny dubbig, tasha (tech-)housig, ab 2 uhr wurde der grundtenor technoid und stenny sorgte mit „slider“ von tube jerk für meinen persönlichen (da unerwarteten) höhepunkt des abends, weil brighton und artverwandtes in den letzten jahren in clubs einfach mal unterrepräsentiert ist. auch „channel b“ von mono junk lasse ich mir zur begrüßung schmecken.

weiterhin für die party positiv: der niedrige vorverkaufspreis. ich war noch rechtzeitig genug für den super early bird (5,50 euro). hätte ich das alles verschlafen, wären bei ra 13 euro als endpreis fällig gewesen. evtl. wurde der auch an der tür aufgerufen. aus meiner sicht sehr fair, wo 20 euro auch unter der woche durchaus standard sein können.
im sinne des füllgrads ging das kalkül völlig auf: es war bereits bei meiner ankunft halbvoll und bei meinem aufbruch sehr gut gefüllt – wenn auch nicht überfüllt, wie es von der version oder dem objekt-wormhole am wochenende bekannt ist. das führte allerdings zu einer negativen begleiterscheinung, die mich mittlerweile daran hindert, mich wirklich lockermachen zu können: raucher (dieses mal bewusst nicht gegendert) auf der tanzfläche, die ihre kippe nicht innerhalb der handfläche halten und damit potentielle quelle für brandlöcher an klamotten sind. klar könnte mensch argumentieren, dann halt mal nicht das lieblingsshirt auf partys anzuziehen. andererseits (wohlwissend, dass das eine potentiell unpopuläre meinung ist) finde ich den nichtraucher*innenschutz neben den olfaktorischen sowie gesundheitlichen gründen auch aufgrund der tatsache sehr gut, dass ich mir keine gedanken machen muss, irgendwie angesengt zu werden. positiv hervorheben möchte ich jedoch die beiden herren, die mich an getrennten zeitpunkten am rande sitzend proaktiv gefragt haben, ob es okay wäre, wenn sie eine rauchen würden. das ist die umsicht, wie ich sie mir auf partys wünsche.

grundsätzlich auch weiterhin partys in so einem format. auch wenn victor verhindert war, finde ich es total super, wenn sich zwei geschmackssichere leute auf dem line-up den abend nach ihrem gusto aufteilen, sich dabei bälle zuspielen und idealerweise eine gemeinsame dramaturgie entwickeln können. auch wenn das meinem eindruck nach erst ab 2 uhr der fall war, ist der ansatz in zeiten überbordender line-ups genau der richtige: lieber weniger leute ins line-up, den eintrittspreis entsprechend schmal halten und sich stilistisch acht stunden komplett frei entfalten – so habe ich die szene kennengelernt und so nostalgisch das auch ist: es ist wichtig, auch solche abende zu haben, die zeigen, dass weniger mehr ist, und somit den szenemotor kühlen, bevor der völlig überhitzt.

insofern: gerne auch beim nächsten mal. ich sehe dann zu, mich vorher nicht mit irgendwelchen technischen finessen herumzuschlagen.

[berlin / 01.01.2025] berghain: silvester klubnacht

es gibt da diese liebgewonnene tradition, in diesem jahr sogar mit einem persönlich runden jubiläum verknüpft. am morgen des 1. januar 2005 (so gegen 9 oder 10 uhr) habe ich die räumlichkeiten zum ersten mal betreten, nachdem ich mir im november 2004 bereits mal kurz die panorama bar angeschaut hatte. es ist also mein zwanzigjähriges berghain-jubiläum.
das ganze wird begleitet von einem line-up, das eher in die zukunft weist. das ist nach dem geburtstag am vorletzten wochenende für meine begriffe das richtige und hält hoffentlich diejenigen ab, die nur wegen der größeren namen hinrennen. silvester dürfte für manche eh grund genug sein.

silvester klubnacht

berghain
01:00 gigi fm
05:00 altinbas
08:00 kaiser
11:00 jesse g
14:00 philippa pacho
17:00 stojche
20:00 elisa bee
23:00 abs8lute
02:00 nørbak
05:00 chami

panorama bar
01:00 violetta b2b lucas depta
06:00 mike starr
09:00 christian ab
12:00 jason kendig
15:00 yamour
18:00 zombies in miami
21:00 victor
00:00 marie montexier
03:00 wallace

lab.oratory
06:00 hara katsiki
10:30 shubostar
14:30 bell towers
18:30 miriamore
21:30 omer
01:30 dj subaru
05:30 chris cruse b2b luigi di venere

nachbetrachtung
(am 8. april 2025)

harte fakten:
rein: 11:30 uhr
raus: 6:00 uhr (damit eine aufenthaltsdauer von 18,5 stunden)
laut apple: 63.000 schritte, umgerechnet 50 km – dem braten traue ich auch drei monate später nicht so ganz.

tja, geil war’s. alle hoffnungen erfüllt, wobei ich die nach der persönlichen enttäuschung zum 20-jährigen jubiläum etwas niedriger angesetzt habe.

bei meiner ankunft gab’s keine schlange und auch den rest des 1. januar über wuchs die nicht nennenswert an. über die gründe ist es fast müßig zu spekulieren: manchen werden die geburtstagsfeierlichkeiten gut zwei wochen zuvor noch in den knochen gesteckt haben und / oder das nachwuchs-line-up war für den rest-jetset nicht attraktiv genug. noch dazu gab’s die parallel stattfindende abschlussparty des watergate und neujahr fiel auf mitte der woche, wodurch evtl. weniger leute statt sonst extra urlaub genommen haben.
gut gefüllt war’s zwar stets, aber nicht auf dem grad eines nervigen sonntagabends. die zwar leider nicht bespielte, aber dennoch als rückzugsraum geöffnete halle hat das glücklicherweise ziemlich entzerrt. das publikum obendrein erstens ziemlich umsichtig und zweitens deutlich schwuler als sonst.
damit hat das berghain zu den neujahrsfeierlichkeiten anno 2025 die qualitäten wieder hochkommen lassen, die den legendären ruf zementiert haben. damit auch den des wurmlochs, in dem die zeit verschwindet.

musikalisch im schlimmsten fall mittelmaß: elisa bee und abs8lute habe ich zum ersten mal gehört. beide mit funktional-trippigem techno, was phasenweise für mich in ordnung ist, als einzig roter faden im set jedoch zu wenig. ist geschmackssache und war qualitativ in seiner nische definitiv gut und traf auch den nerv des publikums. pluspunkt für elisa bee, „flashback“ von laurent garnier als abschluss zu spielen.
bell towers schwamm im lab mixtechnisch etwas, wobei das stellenweise ebm oder pop aus den 1980ern war, was sich gerne mal durch schwankende midi-clocks auszeichnet. da er mit vinyl spielte, verkomplizierte das einiges. ansonsten käue ich hier nicht nochmal das übliche über das lab wider: immer wieder super, wie sich die musikalische freizügigkeit in der stimmung spiegelt bzw. sich das gegenseitig befruchtet.
jesse g bei ihrem zweiten mal berghain so souverän, als ob sie in den letzten jahren zu neujahr nichts anderes gemacht hätte. stojche mixte quasi permanent mit vinyl beispielhaft mühelos und treibend. sollte er öfter an ort und stelle machen – bei der jahrelangen vorarbeit wäre das mehr als verdient. nørbak hat einmal mehr mut zum risiko bewiesen und sich damit als jemand empfohlen, den ich gezielt auf den zettel nehmen sollte.
yamour sowie marie montexier standen eine etage höher für musikalische diversität – erstere auch mit einem gewissen pop-appeal, indem sie den frankie-knuckles-remix von „un-break my heart“ spielte. auch victor war durchaus poppig unterwegs, kontrastierte das jedoch mit techno à la jeff mills.

notierte tracks

jesse g
isgang – ansiedad permanente
truncate – work this track
axel karakasis – clutter

bell towers
force legato – system
shannon – let the music play

yamour
green velvet – flash
guan – steel mirror
toni braxton – un-break my heart (frankie knuckles franktidrama club mix edit)

stojche
cari lekebusch – attitydsknäckaren
deano – the oldowan v2
stojche – counterpunch

elisa bee
laurent garnier – flashback (schlusstrack)

omer
psycho team – bolero (club version)

victor
jeff mills – call of the wild
phylyps – trak ii/ii

marie montexier
the house master boyz & the rude boy of house – house nation
umek – voice 1 (voices of africa)
covert23 – retrograde
housey doingz – gobstopper
underworld – dark & long (schlusstrack)

nørbak
mala – changes
dj boss – atmolam (mit dem mala-track gemixt, beides zum finale)

dj subaru
frankie goes to hollywood – relax (new york mix)
selvagem – amor