da wir berliner uns mit dem karneval bekanntermaßen etwas schwertun (bzw. ich dem ganzen treiben so gut wie gar nichts abgewinnen kann), feiern wir den beginn der fünften jahreszeit (bzw. nach derzeitigem meteorologischem stand den quasi direkten wintereinbruch) eben anders.
eigentlicher anlass ist die von den herren bronsert/szary kurierte zusammenstellung auf ihrem monkeytown-label. heißt so wie die party und ist ganz schnieke geworden. gibt eine dazugehörige tour, dies ist die auftaktveranstaltung.
modeselektion
ablauf
krsn
siriusmo
sbtrkt
modeselektor live
ramadanman
krsn
ab 22 (!) uhr
18 euro (es gibt auch einen vorverkauf bei koka36, aber dennoch muss erlaubt sein, wehmütig auf die zeiten zurückzublicken, in denen man die damals-bpitch-rampensäue für die gute hälfte des preises sehen konnte.)
review
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ankunft:
im schönsten herbstregen um 21h45 vor der tür, wo bereits 20 leute warteten. gesprächsthema nummer eins: kommt man überhaupt ohne ticket rein? geöffnet wurde pünktlich, zuerst diejenigen vorne mit ticket, kurz darauf der rest. ich musste also etwas geduld bewahren, aber schließlich war ich um 22h15 im trockenen.
acts:
krsn: ambient / electronica und burial auf zimmerlautstärke. hat die tracks nacheinander abgespielt, ging für mich auch in ordnung so. habe mir bei der auswahl dennoch eine lautere anlage gewünscht.
siriusmo: die veröffentlichungen sind mit den funk- und disco-anleihen schon nicht mein fall, womit ich keinesfalls sagen möchte, dass es schlechte musik wäre. eigentlich hat er sein markenzeichen gefunden, und die leute stiegen auch zusehends darauf ein. nur werde ich damit nicht warm.
sbtrkt: mit ableton und apc40, für mich erster höhepunkt des abends. eher 2step-artige beats mit einigen melodien. macht’s wie redshape und tritt mit maske auf.
modeselektor: es gab ja zeiten, in denen ich mich in die mitte der vollgepackten tanzfläche gestellt hätte, aber die zeiten sind vorbei. stattdessen sehne ich mich lieber nach einer freien ecke, in der ich niemandem auf den fuß treten kann oder keinen zigaretten ausweichen muss. im set der herren bronsert/szary tatsächlich ein paar neue tracks, hatte alles eine gehörige portion konzert-charakter. gut, entertaining-qualitäten hatten sie immer, ich würde mir nur mittlerweile wünschen, dass sie sich ein anonymes alias für die nerd-frickeleien zulegen, für die ich sie schätzen gelernt habe. aber gut, entweder hat der mainstream sich ein stück auf sie zubewegt oder sie sich ihm ein wenig angenähert – wird wahrscheinlich eine mischung aus beidem sein. fakt ist: sofern man den anspruch ablegt, wilde electronica-experimente mit gabba-ausflügen zu hören kriegen zu wollen, und stattdessen einfach nur gut unterhalten werden möchte, lässt sich bei ihnen immer noch eine menge spaß haben. musikalischen geschmack beweisen sie bei ihren dj-sets oder eben mit der compilation nach wie vor.
ramadanman: von gernot in den höchsten tönen lobend angekündigt, was die herde dennoch nicht vom gehen abhielt. übrig blieb eine zu zwei dritteln gefüllte tanzfläche (wohingegen mir während des modeselektor-sets jemand erzählte, dass an der tür einlassstop herrschte, es wurden nur noch leute mit ticket hereingelassen), die ein phänomenal gutes set des hessle-jungspundes mitbekam und das auch entsprechend zu schätzen wusste. machte alles richtig, fing mit sachtem 4/4-takt an und arbeitete sich beim tempo langsam und stetig hoch. bis kurz nach 4 uhr ein echtes vergnügen, dazu die beine zu bewegen.
fazit:
ramadanman als bringer des abends, sbtrkt und modeselektor teilen sich bei mir den zweiten platz. bei den visuals der pfadfinderei hätte ich die lösung mit den flachbild-fernsehern wie zur de:bug-party letztes jahr (beim umfeld-act) besser gefunden – der beamer hat zu wenigstens einem drittel die vorne hängende box angestrahlt. dafür war der affe auf dem zugang zur raucherbar schön platziert. vom publikum her schon etwas mittiger, demnach gestylter als sonst, aber dabei fiel keiner verhaltenstechnisch negativ auf. dennoch ist mir der normale wochenend-wahnsinn lieber.