Feb 282015
 

bei spiegel online wird gerade abgehandelt, dass es wohl kaum jemand anderen gibt, der auf diese eine, große rolle fixiert wird. für mich nicht weiter verwunderlich: da hatte jemand beim casting in den 1960ern einfach ein gutes gespür, wer für diesen klaren, nüchternen, analytischen charakter gut geeignet sein könnte – und das über jahrzehnte hinweg. war wahrscheinlich auch nicht so klar, welche kreise star trek ziehen wird. für leute mit hang zu detailverliebtheit wird es ein genuss gewesen sein, wie er fein nuancierte anflüge von menschlichkeit zeigen konnte (in der hinsicht ist immer noch der vierte teil der star trek-kinoreihe, in dem sie einen ausflug zum planeten erde machen, gold wert).

mit 83 an den folgen einer langjährigen lungenerkrankung gestorben. daher mal nicht „r.i.p.“, sondern das nun allerorten zitierte:

llap

 Posted by on 28.02.2015 at 00:07
Jan 062012
 

eine kategorie, die seit dem „baader meinhof komplex“ nicht aktualisiert wurde und nun ihre wiederbelebung erfährt. dies aus zweierlei gründen, daher auch auf zwei hauptschauplätze verteilt.
die kritik am film fällt eher kurz aus, die am verhalten cinestars umso länger.

der gott des gemetzels

inhalt
schnell erzählt. die ehepaare longstreet und cowan treffen sich zum gespräch, weil der filius der cowans (zachary) dem sprössling der longstreets (ethan) in einem streit mit einem stock zwei schneidezähne ausgeschlagen hat. beide elternpaare beratschlagen die konsequenzen sowie ursachen des konfliktes und scheitern grandios an dem versuch, auf möglichst zivilisierte weise eine lösung herbeizuführen.

umsetzung
mal ganz davon abgesehen, dass ich aufgrund der vermeintlichen sexuellen entgleisungen polanskis aus der vergangenheit schon überlegt habe, ob er die monetäre unterstützung durch den eintritt verdient, bleibt nach dem film nur noch der eindruck zurück, dass der mann schlicht und ergreifend nach wie vor ein verdammt guter regisseur ist.
nein, er obliegt nicht der versuchung, die theatervorlage mit bombast aufzupeppen, und nein, er hat beim casting auch auf nicht authentische charaktere verzichtet. jodie foster habe ich das letzte mal im (ziemlich guten) panic room wahrgenommen und mich schon richtig auf ein wiedersehen gefreut. bei kate winslet habe ich zugegebenermaßen einiges in der zwischenzeit verpasst. john c. reilly zählt zu denjenigen, die man in mainstream-produktionen irgendwann mal gesehen hat, ohne dass er weiter aufgefallen wäre. und christoph waltz hat durch beihilfe tarantinos wohl mehr als einen fuß in hollywoods tür.
da der fokus also weniger auf effekthascherei und aufwändigen kulissen liegt, sind die schauspieler gefragt. und da hat mich kein einziger enttäuscht. die vier gestalten die 80 minuten und die dynamik des konfliktes sowie der sich ständig wandelnden zwischenmenschlichen zerwürfnisse so dermaßen kurzweilig und unterhaltsam, dass ich den film ganz klar für einen spontanen kinobesuch oder zu einer pflichtausleihe aus der videothek empfehlen muss. alleine christoph waltz sticht in seiner rolle als berufszyniker heraus.

nun also zu cinestar. da ich noch einen gutschein meiner eltern von ostern 2011 übrig hatte, von dem sich einer im übrigen noch anfang november zu „melancholia“ einlösen ließ, fiel die wahl erneut auf das kino in der kulturbrauerei.
als ich gestern abend dort nun den zweiten der gutscheine einlösen wollte, erklärte mir ein irgendwie genervter herr an der kasse, dass dessen gültigkeit abgelaufen sei. hierzu sei bemerkt, dass es sich zwar um die „hollywood“-aktion cinestars vom vergangenen frühjahr handelte, jedoch wird auf dem gutschein nicht kommuniziert, wie lange dessen gültigkeit bemessen ist. das ist jedenfalls die tatsache, die einen an der kasse primär stutzig werden lässt. wenn man nur kurz im netz recherchiert, kommt man schnell zu dem ergebnis, dass eine gültigkeitsdauer unterhalb eines jahres ohnehin unzulässig ist und ein gutschein ohne angabe von fristen wenigstens drei jahre eingelöst werden kann.
also habe ich das kontaktformular auf der cinestar-website bemüht. das bietet immerhin die möglichkeit zum upload von jpg- und pdf-dateien bis zu 2 mb. ich habe auch einen relativ sachlichen text dazu verfasst, der aber für das nachrichtenfeld auf der cinestar-seite zu lang ist und kann nur darüber spekulieren, ob man seitens des unternehmens damit rechnet, dass ein entnervter kunde seine anfrage nach drei gescheiterten versuchen doch lieber nicht stellt. ihnen sollte man aber vielleicht erklären, dass derjenige sich den nächsten besuch in einem ihrer kinos dann lieber zwei mal überlegt.
daher als tipp für diejenigen in einer vergleichbaren situation: verfasst euer anschreiben lieber in libreoffice oder mit word, macht ein pdf daraus und fügt das mit einem scan des gutscheines zusammen. so war ich immer noch bei 189 kb.

anbei das anschreiben (aufgrund der förmlichkeit mit groß- und kleinschreibung) und die gescannte vorderseite des gutscheins, die selbstverständlich im anhang der mail an cinestar enthalten ist.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ostern im vergangenen Jahr bekam ich zwei Exemplare des im Anhang mitgeschickten Gutscheines von meinen Eltern als Geschenk überreicht.

Aufgrund des nicht meinem Gusto entsprechenden Filmangebotes kam ich erst im November (genauer: am 5. November 2011 zu „Melancholia“ um 22:40 Uhr) dazu, den ersten dieser Gutscheine einzulösen.

Meine weitere Freizeitplanung ließ einen erneuten Besuch Ihres Kinos leider erst am gestrigen Abend, den 5. Januar 2012 zu. Die Entscheidung fiel zugunsten „Der Gott des Gemetzels“ von Roman Polanski aus, dessen Eintrittspreis ich an der Kasse gerne mit dem Gutscheinexemplar aus dem Anhang begleichen wollte.

Der Herr an der Kasse teilte mir daraufhin mit, dass dessen Gültigkeit abgelaufen sei, da es sich um eine befristete Aktion handelte. Ein Versuch, den Gutschein zu scannen, brachte ebenfalls keinen Erfolg. Meinen Eltern und mir war diese Tatsache nicht bewusst, ansonsten hätte ich versucht, diesen Gutschein zeitnah an eine Person auszuhändigen, damit diese in den Genuss Ihres Angebotes kommen kann.

Ich möchte diese Gelegenheit lediglich nutzen, um mich zu erkundigen, bis wann eine reelle Chance bestanden hätte, diesen Gutschein gegen die Dienstleistung „Abspielen eines Kinofilms nach Wahl des Kunden“ einzulösen. Wie Sie auf der gescannten Version erkennen können, ist lediglich das Kauf-, jedoch weder auf Vorder- und Rückseite ein Ablaufdatum vermerkt (oder meine Sehkraft reicht nicht dafür aus, diese ausfindig zu machen – für diesen Fall bitte ich vorab um Entschuldigung). Ich brauche Sie sicherlich nicht darauf hinzuweisen, dass Gutscheine ohne Angabe von Ablauffristen eine Gültigkeit von drei Jahren besitzen und kürzere Fristen als einem Jahr unzulässig sind.

Trotz allem Verständnis für die Notwendigkeit, sich durch solcherlei Aktionen im harten Wettbewerb mit der Konkurrenz kurzfristig mit Kapital zu versorgen, ist diese Art von Geschäftsgebaren gegenüber dem Kunden meiner Meinung nach höchst unseriös. Bislang habe ich Ihre Gutscheine gerne verschenkt sowie Ihre Kinos aufgrund der guten Erreichbarkeit gerne besucht. Aufgrund der Erfahrung des gestrigen Abends ziehe ich jedoch den Besuch anderer, kleinerer Lichtspielhäuser in Betracht.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Greger

 Posted by on 06.01.2012 at 13:34
Okt 092008
 

ein update in einer völlig unerwarteten kategorie, aber das thema „raf“ ist seit jahrzehnten interessant und heikel zugleich. die zweiteilige dokumentation von stefan aust, die letztes jahr in der ard zum 30-jährigen „jubiläum“ des deutschen herbstes lief, brachte das thema zurück in mein bewusstsein, wobei ich eine gewisse faszination aufgrund diverser ungeklärter tatsachen nicht leugnen will. daher war es nur konsequent, das buch zu lesen, auf dem die dokumentation und jetzt auch der spielfilm basieren. der film war damals schon angekündigt. natürlich klar, dass ein kinobesuch daher zur pflicht wurde.
soviel zur vorrede.

der baader-meinhof-komplex

inhalt

zu (achtung, wortwitz) komplex, um ihn hier in ganzer breite darlegen zu können. dafür sind die geschehnisse zu umfangreich.

der film startet im juni 1967 beim familienurlaub des ehepaares röhl/meinhof auf sylt. zu dem zeitpunkt machte sich ulrike meinhof als journalistin bei „konkret“ einen namen. der besuch des schahs in berlin mitsamt protesten, die in der erschießung von benno ohnesorg gipfelten, führt zur radikalisierung der studenten, nicht nur in der brd. attentat auf rudi dutschke, anschließend paralysierte studentenbewegung, zeichen müssen gesetzt werden. das übernimmt das duo baader/ensslin, die mit der brandstiftung in einem kaufhaus die perversion des kapitalismus anprangern, während in vietnam ganze dörfer ausradiert werden.
es folgen verhaftung und prozess mit revision, die aber abgelehnt wird. flucht quer durch europa (paris, rom), unterschlupf bei ulrike meinhof, die sich mittlerweile von ihrem mann getrennt hat und mit peter homann in berlin lebt. baader wird bei einer verkehrskontrolle erwischt, kommt in haft. die befreiungsaktion gilt als geburtsstunde der raf.

der rest im absoluten zeitraffer: ausbildung in jordanien, banküberfälle, um wohnungen, autos, waffen, herstellung von bomben finanzieren zu können. anschläge auf us-militärstützpunkte mit toten und verletzten, ein anschlag auf das verlagshaus von axel springer in hamburg. fahndungsplakate werden gedruckt, nach und nach gehen der polizei mehr raf-mitglieder ins netz – bis auf die führungsriege, die nach der erschießung von petra schelm noch radikaler agiert. baader, meins und raspe werden in frankfurt gestellt, ulrike meinhof in hannover, gudrun ensslin in einer hamburger boutique. meinhof kommt in mehrmonatige isolationshaft und meins im zuge eines hungerstreiks zum tode. zusammenlegung der treibenden kräfte in stammheim, die zweite generation startet eine blutige geiselnahme in der deutschen botschaft in stockholm. es folgt der stammheim-prozess, der die hilflosigkeit des staates offenbart, isolation von ulrike meinhof innerhalb der gruppe, was in ihrem selbstmord gipfelt. brigitte mohnhaupt wird in ihrer zeit in stammheim zur führungsperson aufgebaut, organisiert zusammen mit der zweiten generation der raf die freilassung der in stammheim inhaftierten. landshut-entführung, von der gsg-9 beendet, plan demzufolge missglückt, selbstmorde von baader, ensslin und raspe, nur irmgard möller überlebt.
ende des filmes: die zweite generation sitzt in bagdad und erfährt von den selbstmorden, allgemeines entsetzen, dass der staat mit den hinrichtungen ernst gemacht hätte. brigitte mohnhaupt, die auch den schmuggel der waffen nach stammheim organisierte, kontert damit, dass sie über ihr schicksal bis zum schluss selbst bestimmt hätten. der letzte satz des filmes ist zugleich der schlüsselsatz, der auf dem spiegel-titel kolportiert worden ist: „hört auf, sie so zu sehen, wie sie nie waren.“


umsetzung

vorlage und beratung durch stefan aust, bernd eichinger als produzent, uli edel als regisseur, hochkarätige besetzung. da kann eigentlich nicht viel schiefgehen.

gleich vorweggenommen: es geht nicht komplett daneben. die zeit habe ich bewusst nicht miterlebt, kann also nicht ermessen, wie bspw. die komplette kontrolle des straßenverkehrs der brd an einem tag oder die rasterfahndung das gesellschaftliche klima beeinflusst haben. auch die polizeiliche brutalität, die holger meins nach seiner verhaftung erfahren hat, kam meines wissens nach nicht im buch vor. ohne gewähr, kann ich auch vergessen haben.

zunächst zur besetzung, und damit auch zur stärke des films. moritz bleibtreu ist andreas baader nicht nur äußerlich ähnlich, auch die macho-attitüde, die er im realen leben gehegt und gepflegt zu haben scheint, verkörpert er sehr gut. martina gedeck hat die rolle der ulrike meinhof quasi verinnerlicht, johanna wokalek gibt als gudrun ensslin ebenfalls ein gutes bild ab. bruno ganz als bka-chef horst herold in gewohnter klasse, nadja uhl als eiskalte brigitte mohnhaupt ebenfalls gut besetzt, aber den richter prinzing in stammheim hatte ich eher schlanker und schleyer etwas gefasster in erinnerung.

den zuschauer erwartet ein 120-minütiger parforceritt durch zehn jahre hoch spannender zeitgeschichte. langweilig wird es keine einzige sekunde, nur muss man sich dazu gut vorbereiten. jemand, der mit wenig hintergrundwissen in den film geht, wird schwierigkeiten haben, nach einer stunde dem film zu folgen. ich hatte es bspw. nicht mehr präsent, dass peter homann gemeinsam mit ulrike meinhof in berlin wohnte, und überlegte daher, wen jan josef liefers eigentlich darstellt. das dämmerte mir erst bei dem eklat im jordanischen terroristen-camp, wo er von der raf als verräter gebrandmarkt wurde und daher erschossen werden sollte.

auch schön und gut, dass man die trennung ulrike meinhofs von röhl anreißt, weil damit immerhin der grund für ihren umzug nach berlin geklärt ist. die radikalen positionen von gudrun ensslin traten bereits gegenüber ihren eltern zutage, aber von ihrer umsiedelung nach berlin sieht man nichts. andreas baader taucht quasi aus dem nichts auf, wäre also noch ganz nett gewesen, innerhalb von drei bis vier minuten zu zeigen, wie die beiden zusammengefunden haben. nicht um der romantik willen, sondern um zu verdeutlichen, dass die initiative der gewalttätigen aktionen eher von den beiden ausging und ulrike meinhof das theoretische fundament lieferte (wobei das tatsächlich betont wird).

spätestens nach der rückkehr aus jordanien wird’s für den zuschauer, der das buch vorher nicht gelesen hat, heikel. ständig sind die verschiedenen mitglieder auf der flucht und tauchen in verschiedenen städten unter. man kriegt mit, wie baader, meins und raspe gestellt werden, wenn man aber nicht weiß, dass das ganze in frankfurt / main stattfand, fragt man sich, wo der rest ist. ulrike meinhof wird in hannover gestellt, der umstand, dass ihre identität aber erst nach einem röntgenbild festgestellt werden konnte (operativer eingriff wegen eines blutschwammes im gehirn anno 1962), bleibt – ebenso wie die nennung der stadt – außen vor.

in stammheim kommt das psychodrama zwischen ulrike meinhof und dem rest der gruppe gut zur geltung, auch wie die gruppe quasi unbehelligt weiter operieren konnte, ist gut ersichtlich. wenn aber schon geständnisse vorliegen, dass man in stammheim gespräche zwischen anwälten und mandanten abgehört hat, hätte man wenigstens das verwerten können. man erfährt auch vom kommunikationssystem, das die gefangenen sich untereinander aufgebaut hatten, aber auch das ist auf einmal wie selbstverständlich vorhanden, ohne dass darauf eingegangen wird, dass bspw. raspe sich literatur über fernmeldetechnik bestellt hat. die ganzen theorien, ob man im zuge der sog. „sondermaßnahme“, also die vermeintliche abhöraktion des kontaktes der gefangenen untereinander, auch die verabredung zum selbstmord mitverfolgt hat, hätten gar nicht mal berücksichtigt werden müssen.

der entführung von schleyer und der „landshut“ inkl. den begleitumständen wird vielleicht eine viertelstunde eingeräumt. schon gut zu wissen, was im bka damals vor sich ging, das kanzleramt unter helmut schmidt stand allerdings ebenfalls unter einem immensen druck. schmidt kommt selbst lediglich im zuge einer fernsehansprache zu wort, aber welche szenarien diskutiert worden sind, bzw. welch eine angespannte atmosphäre in bonn herrschte, ist absolut nicht ersichtlich.

damit ist hoffentlich klar, was die schwachstelle des filmes ist: es ist einfach zu viel material, was in zweieinhalb stunden nicht untergebracht werden kann. die generation junger kinogänger (nebenbei bemerkt hat der film eine fsk-12-freigabe – angesichts der diversen kopfschüsse und dem massaker bei der schleyer-entführung ist das schon recht großzügig) wird an der „wir machen’s einfach“-attitüde baaders mit allen konsequenzen ihren spaß haben. revolution, waffen, sex, nicht zuviel theorie, viele explosionen, viele schusswechsel – das alles sorgt für ein kurzweiliges kinoerlebnis, in dem manch wichtige aspekte unter den tisch fallen können. am ende weiß der unvorbereitete zuschauer vor lauter schauplätzen nicht mehr, wo ihm der kopf steht und sieht die ereignisse des deutschen herbstes eher an sich vorbeiziehen. der vorbereitete kriegt einen eindruck von der brutalität, mit der auf beiden seiten vorgegangen wurde, ist aber die ganze zeit am abgleich der geschehnisse, die aust in seinem buch darlegt. manches wird im zeitraffer erledigt und kommt dafür zu kurz, manches wird aber auch überbetont. dennoch besteht die gefahr, den film als action-spektakel mit terroristischer hintergrundhandlung wahrzunehmen. ob er bei der jungen generation das interesse am buch zu wecken vermag, kann man nur hoffen. darin wird auch eine menge stoff behandelt, aber der film lässt sich durch die vorkenntnisse wesentlich besser strukturieren.

für das nächste jahr ist eine verlängerte tv-version angekündigt. ich will stark hoffen, dass sich dort die zeit für mehr tiefgang an der einen oder anderen stelle findet. die schauspielerischen leistungen geben allemal viel her, so dass man mit einer verlängerung auf (minimum) drei stunden spieldauer gut beraten wäre. bis dahin ist man mit der zweiteiligen aust-doku vom letzten jahr (meinetwegen auch als vorbereitung, wenn man keine 600 seiten lesen möchte) besser bedient.

 Posted by on 09.10.2008 at 16:15
Aug 102006
 

wieder heißen wir eine neue kategorie willkommen, und solchen filmen überlässt man gerne den auftakt.

war der eröffnungsfilm des diesjährigen fantasy filmfestes (fff) – die feiern übrigens 20-jähriges, meinen glückwunsch – und dort widmet man sich u.a. den mal mehr, mal weniger aufwändig produzierten schockern (oder solchen, die es gerne wären). noch dazu werden die filme in der originalfassung gezeigt, was meinen vorlieben sehr entgegenkommt. aber genug der vorrede.

severance*

inhalt
ist schnell erzählt.
eine gruppe von fünf angestellten eines rüstungsunternehmens namens „palisade defence“ reist mitsamt ihrem teamleiter zu einem motivationswochenende nach rumänien. da hätten wir zum einen die beiden damen: die blonde maggie und die brünette jill, die ihre vorfreude auf die tage mit den vier herren kaum verbergen können. diese wiederum bestehen aus dem als leiter hoffnungslos überforderten richard, der seine fehlende autorität immer wieder verzweifelt unter beweis zu stellen versucht, seinem sekretär billy, der im gegensatz zu seinem chef stets den überblick bewahrt, dem hoffnungslos zynischen, seinem boss immer wieder in den rücken fallenden harris, dem notorischen ja-sager gordon, und zu guter letzt steve, der bereits auf der hinfahrt den rauchmelder auf der bordtoilette des busses durch’s kiffen auslöst.
nach einem zerwürfnis mit dem fahrer ist die meute auf sich allein gestellt und schlägt sich mitsamt gepäck zu einer bruchbude im wald durch, die sie als ihr vermeintliches quartier identifizieren. dummerweise waren dort einst kriegshungrige söldner untergebracht, bei denen „palisade defense“ ein – sagen wir mal – „ausbaufähiges“ image besitzt und die nach wie vor die wälder unsicher machen. unnötig zu erwähnen, dass die anwesenheit der motivationstruppe ihnen gerade gelegen kommt.

umsetzung
das ganze klingt nach allseits bekannten und oft genug durchgekauten schemata, und an sich hatte ich das slasher-genre vor zehn jahren schon hinter mir gelassen. allerdings machte die englische herkunft des films und die damit verbundene aussicht auf britischen humor neugierig, und enttäuscht wurde (wohl nicht nur) ich keineswegs. der film lässt eigentlich kein klischee aus, spielt aber auch gekonnt mit ihnen – inkl. ein paar schreckmomenten, aber die sind nach den beileibe nicht auf slapstick, sondern auf trockenen humor getrimmten lachnummern schnell verdaut. trotz einfachster mittel macht der film einen alles andere als billigen eindruck, das blut fließt in maßen (aber keine sorge, immer noch genügend), und es wird lieber auf die details beim morden als auf übertriebene effekthascherei wert gelegt. das gleiche gilt beim obligatorischen überlebenskampf.
insgesamt sehr kurzweilige unterhaltung, und dank des immer wohldosierten humors auch eine angelegenheit, bei der man gute gesellschaft in unmittelbarer nähe haben sollte. aber das ist bei filmen dieses genres eh ratsam.

lief beim fff als weltpremiere, kommt am 25. august in die englischen kinos, wird hoffentlich (wieder) den weg hierher schaffen – und bitte auch wieder als originalfassung.

severance-website

*: analog zu den discogs-links bei den tonträgern gibt es imdb-links bei filmen.

 Posted by on 10.08.2006 at 02:06