
und prompt eine zweite institution, die 20-jähriges feiert. am ersten termin war ich bekannterweise verhindert, der hätte mich aber ehrlich gesagt auch weniger interessiert, umso schöner ist der zweite in zusammenarbeit mit den jungs von leisure system. der eintrittspreis wird definitiv höher liegen als sonst – karten kosten im vorverkauf um 18 euro.
zeitplan
berghain
23h00 warp dj
00h00 steve beckett
01h00 hudson mohawke vs rustie
03h30 plaid
04h45 clark
06h00 dj maxximus
07h30 warp djs
panorama bar
00h00 warp dj
01h00 jackson
02h30 tim exile
03h30 andrew weatherall
07h00 winston hazell (forgemasters)
09h00 nd_baumecker
review
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ankunft:
pünktlich gegen mitternacht, so gut wie keine schlange. pünktlichkeit zahlte sich auch dieses mal aus – da schien sich auch beim internationalen publikum herumgesprochen zu haben, welches jubiläum begangen wurde. zwei stunden später gab es die gewohnten samstags-ausmaße mit einer stunde wartezeit. an der tür via zettel der hinweis, dass jackson erkrankt wäre, stattdessen gab es oben n>e>d und voltek. für meine begriffe eh passender.
acts:
steve beckett: jawohl, das war der „warp dj“ für unten. habe ich auch erst im nachhinein herausgefunden (google-bildersuche sei dank). bis auf überblendungen bei ambient-stücken kein mixing, spielte stattdessen seine lieblings-tracks hintereinander ab. und das war eine wonne. „amazon“ von underground resistance, hell interface von der mask 200, „paroles“ von mike ink, „bucephalus bouncing ball“ von afx (überhaupt viel von mr james im set). fand ich großartig, das publikum auch.
n>e>d / voltek: electro mit pop-anleihen. für die beiden zwar ungewohnt, aber in der panorama bar passend. tröstete einige wahrscheinlich auch über das ausgefallene jackson-set hinweg.
hudson mohawke / rustie: zwei blutjunge männer, fuhren die funktion one von anfang an richtig aus, mich haben da jedoch am ehesten die letzten minuten mitgerissen. wahrscheinlich deshalb, weil da einige für mich bekannte dubstep-tracks vorkamen.
tim exile: bei so einem live-setup kommt ja immer irgendwas dazwischen, aber das improvisationstalent konnte auch dieses mal wieder aus der not eine tugend machen und schwächen in der verkabelung (oder was sonst auch immer nicht funktionieren wollte) offensiv für das set ausschlachten. bastelte mit sounds aus dem publikum einen track, später mit live-saxophonisten, und überhaupt im schnieken roten anzug. natürlich auch mit einigen songs aus „listening tree“ und „family galaxy“ zum finale. gute vorstellung, kam aber an das set auf der fusion nicht ran.
plaid: die erste hälfte fand ich recht dröge, hatte mich aber auch vorab nicht so intensiv mit ihnen beschäftigt. wurde zum schluss hin konkreter, aber so viel ist von ihnen bei mir nicht hängengeblieben.
clark: wahnsinnig gut. habe ihn ja sonst immer gerne wegen asynchronen übergängen gern mal kritisiert, aber bei dem set passte alles. da wurde deathmetal gesamplet, direkt darauf folgten direkt in die beine gehende tracks von „turning dragon“, dann wiederum melancholisch-melodische stücke, gegen ende hin breakcore. neben steve beckett für mich der mann des abends.
dj maxximus: nur am rande gehört, weil die schlange vor der garderobe bis zur treppe hoch ins berghain reichte. dubstep der marke shackleton und artverwandtes. hatte aber das gefühl, das beste erlebt zu haben.
fazit:
ein überaus erfolgreiches jubiläum. stellenweise hatte man seine mühe, sich den weg zwischen den floors zu bahnen. zeigt jedoch, dass einige warp als label auf die weise respekt zollen wollten, was auch angesichts deren beitrag zu den letzten 20 jahren musikgeschichte mehr als angebracht war. mag sein, dass andrew weatherall und winston hazell der geraden bassdrum zu ihrem recht verholfen haben, nur war ich nach tim exile tatsächlich nicht mehr oben. so sehr ich dubstep als stil momentan auch schätze, wäre ein kompetenter techno-dj, der auch über den tellerrand schaut (ein blick in richtung rob hall), unten sicherlich nicht verkehrt gewesen. vielleicht sehe ich das aber auch nur zu traditionalistisch.
also: clark und steve beckett haben für mich die akzente gesetzt, und tim exile ist wegen seiner qualitäten als entertainer sowieso immer eine feste konstante. alles gute, warp – und bitte wieder etwas techno wagen.