und der zweite streich, aber ein blick auf das berghain-line-up zeigt deutlich, dass man das einfach nicht verpassen sollte.
berghain: berghain 04 mix-cd release by ben klock
00h00-04h00: marcel dettmann
04h00-06h00: robert hood live
06h00-09h00: ben klock
09h00-12h00: james ruskin
12h00-ende: dvs1
panorama bar: made 2 play nacht
00h00-03h00: oliver $
03h00-06h30: azari & III
06h30-09h00: jesse rose
09h00-ende: round table knights
garten (bei gutem wetter ab 12 uhr, sonst panorama bar)
12h00-16h00: roman lindau
16h00-20h00: martyn
eintritt: 14 euro
review
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bestes line-up für den juni, was neben den touristen auch connaisseure anzieht – da will man sich ungerne eine stunde lang die beine in den bauch stehen. also kurz nach 0h30 vor ort, und da durfte man sich bereits bei dem schlängelgitter einreihen. war nach 15 minuten wartezeit drinnen, und bei den späteren blicken aus der panorama bar erwies sich die entscheidung (mal wieder) als goldrichtig. gegen 3 uhr war die bei dem aufgebot übliche länge bis zum kleinen häuschen vorne am weg erreicht.
acts:
oliver $: wie immer solides housiges warm-up.
marcel dettmann: lieferte neben der stressersparnis beim einlass eigentlich den noch besseren grund, sich früh auf den weg zu machen. kontinuierliche steigerung über vier stunden, die letzte davon astreiner techno inklusive material von cajual und user. meistens brettert er ja nach neuerer schule und dann auch etwas langsamer, bei dem anlass aber so, dass man sich fast in den tresor versetzt fühlte. war zwar komisch, dass hin und wieder rückkopplungen von den plattenspielern kamen, die scheinbar nur auftreten, wenn ein xone:92 zwischen den technics steht (hat das vielleicht damit zu tun, dass der ausgangspegel dort höher ist als bei dem sonst eingesetzten formula-sound-mixer?), bin allerdings nach dem set noch überzeugter davon, dass er sowas öfter machen sollte.
robert hood: war als live/dj-hybrid-set angekündigt, faktisch war’s zu drei vierteln ein dj-set, eigenproduktionen von cds und vinyl. in der ersten stunde das für ihn (leider) so typische treten auf der stelle, da wurde eine schiene konsequent durchgezogen, ohne dass in der spannungskurve was nennenswertes passiert wäre. hielt mich für eine viertelstunde auf der tanzfläche. besserte sich (auch wegen des sampler-einsatzes) in der zweiten hälfte merklich, unter’m strich bleibt ein solider eindruck.
ben klock: hatte nachmittags bereits auf dem schwullesbischen stadtfest in schöneberg gespielt, wahrscheinlich auch deswegen die beschränkung auf drei stunden. gab und gibt schließlich noch genügend gelegenheiten, ihn in den kälteren monaten wieder länger zu hören. technisch wie immer bombensicher, für ihn typischer stil bei der auswahl, nicht herausragend, aber auch beileibe nicht katastrophal – eben guter klock-durchschnitt.
james ruskin: spielt mittlerweile mit traktor scratch pro. vier decks, davon zwei mit timecodes und den rest via midi-controller synchronisiert. schnelle wechsel zwischen den tracks, aber stilistisch mittlerweile auf das abonniert, was in den hardwax-beschreibungen als „big room dj tool techno“ verkauft wird. war aber der uhrzeit angemessen, da wären alte ur- oder blueprint-sachen etwas fehl am platze gewesen. die müdigkeit schlug ab 10 uhr jedoch so zu, dass ich mich bis zu dvs1 hätte quälen müssen (was sich den berichten anderer nach allerdings gelohnt hätte – naja, dann eben nächstes mal).
fazit:
der andrang war zu erwarten, und wenn man entsprechend früh aufsteht, erspart man sich einen stressigen start in den abend. abgesehen davon wurde es drinnen bei weitem nicht so unangenehm voll wie bei richie hawtin anno 2008, wo man sich beinahe nirgends mehr bewegen konnte. stattdessen verteilten sich die leute gut im gesamten club.
haushoher gewinner tatsächlich marcel dettmann, der seine platten alter tresor-tage wieder herausgesucht hatte und es hörbar genoss, wieder etwas mehr gas zu geben. erfrischenderweise wusste auch das publikum, was von dem abend zu erwarten war, daher trat auch wegen der etwas härteren töne keine massenflucht ein, eher das gegenteil.