berghain: sub:stance
00h00-02h00: paul spymania
02h00-03h00: egyptrixx live
03h00-04h00: james blake
04h00-05h30: scuba
05h30-06h30: addison groove live
06h30-ende: goth trad
panorama bar: rush hour
cool chris
rick wilhite
san proper
tom trago
12 euro
review
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gegen 0h30, schlange stand bereits bis zu einem drittel des weges. nach einer halben stunde wartezeit drinnen. immer wieder amüsant, dass es sich noch nicht rumgesprochen zu haben scheint, sich besser nicht in größeren gruppen vor der tür zu positionieren. stattdessen versuchten sich fünf holländer vor mir im debattieren („you really want to miss 60 euros?“). auf den tanzflächen beider etagen war’s noch sehr übersichtlich.
acts:
cool chris: house und disco alter schule. stecke leider nicht tief genug in der materie, um das genauer benennen zu können, aber intuitiv das richtige für zeit und ort.
paul spymania: spielte instrumentalen hiphop à la flying lotus oder hermutt lobby. toll ausgewählt und präsentiert, das alles. hat damit meinen eindruck von ihm als versatilem dj mit echt gutem geschmack einmal mehr bestätigt und somit das beste argument geliefert, weshalb eine halbe stunde, mit der er als co-organisator der reihe sonst unten abgespeist worden ist, beileibe nicht reicht. demnächst also hoffentlich wieder länger.
egyptrixx: ohne vorkenntnisse gehört, da kann man sich überraschen lassen. hat ja schließlich bei d-bridge damals auch zu außergewöhnlichen ergebnissen geführt. aber entweder war meine wahrnehmung gestört oder ich bin mit den jahren zu kritisch geworden. großartige unterschiede zu dem, was in der panorama bar noch vor drei, vier jahren an minimaler kost geboten wurde, habe ich jedenfalls nicht rausgehört. hätte mir – diplomatisch ausgedrückt – bessere besetzungen vorstellen können, aber er hatte sein equipment im griff, wirkte alles sehr souverän. das als pluspunkt.
tom trago: bot mit house ohne kitschige note eine schöne alternative, hatte nur mit dem dilemma zu kämpfen, dass manche erstmal unten im berghain verweilten und nicht nach oben fanden, wohingegen die schlange schon bis zu den taxen stand. egal, so blieb genügend platz, ohne jemandem auf die füße zu treten.
james blake: ein spiritual als intro, ausgespielt. mala macht’s gerne ähnlich, dagegen lässt sich nichts sagen. spielt sympathischerweise mit vinyl und cds, als dritten track sein in bälde erscheinendes „limit to your love“, welches einen selbst für sub:stance-verhältnisse mörderisch tiefen basslauf mit sich bringt. also ausschau halten, soll als vorab-single zum album anfang november erscheinen. arbeitete sich in der nächsten halben stunde ohne wobble-ausflüge schön fordernd vor, um dann zur halbzeit nach einer grime-nummer quasi nochmal von vorne anzufangen. habe den harten schnitt nicht so recht verstanden, würde ihm den als einziges ankreiden. fand das set sonst sehr stimmig, technisch gibt’s auch wenig auszusetzen, außerdem ist er noch jung, da kann er im club-betrieb noch erfahrungen sammeln – da wird’s ihm als produzenten-talent nicht anders ergehen als manchem vor ihm.
rick wilhite: vocal-house mit exzessivem filter-einsatz. habe ich nicht länger als drei minuten mitbekommen (wollen).
scuba: gewohnte mischung aus dem typischen hotflush-sound, wenig bis kein techno, etwas halfstep, dankenswerterweise hat er die „roll with the punches“ von peverelist gespielt. solide eben.
addison groove: mit ableton und 808, trennt sein headhunter-alias deutlich von den geradlinigeren addison-tracks. keine ahnung, ob das seine live-act-premiere war, aber in dem fall hat man davon nichts gemerkt. zu hören gab es allerdings keine dutzenden „footcrab“-klone (den track selbst relativ zum schluss), sondern von chicago infizierte techno- und electro-tracks. wirkte so, als ob er sich an alten trax-sachen orientiert und den sound von damals an heutige produktions-standards angleicht. fand ich jedenfalls sehr gelungen.
goth trad: wer auf klassischen dubstep mit klarer kick und snare à la dmz gewartet hatte, wurde bei ihm bestens bedient. viel eigenes material, dazu bislang (noch) unveröffentlichte tracks von coki und mala, noch ein wenig distance dazu – herrlich, das. erwies sich als richtiger schachzug, um die leute nicht wie sonst um 7 uhr auf den heimweg zu schicken. stattdessen war die tanzfläche um 8 noch halbvoll.
paul spymania: übernahm die letzte stunde bis 9 uhr und spielte querbeet all das, was er gerne schon mal laut hören wollte. anfang mit drum&bass, später die vor jahren schon mal gehörte kombination aus max romeo und the prodigy und gegen ende noch nexus 21. toller abschluss.
fazit:
eine mal wieder sehr kurzweilige angelegenheit. musikalische ausreißer glichen sich immer auf dem jeweils anderen floor aus, wobei das nur bei egyptrixx wirklich vonnöten war. sonst war ich ab 3 uhr eigentlich gar nicht mehr oben zu sehen, aber das ist bei der sub:stance auch nicht neu, dass der abend erst spät in schwung kommt.
gewinner des abends sind paul spymania für die vielseitigkeit, goth trad für das, was mich im dubstep-bereich aktuell am meisten überzeugt und addison groove für seine oldschool-attitüde mit frischer brise.
insofern ließ auch diese ausgabe keine wünsche offen, bis zum nächsten mal im januar.

