meine zweite anlaufstation für den abend, die letzte sub:stance für dieses jahr und laut facebook-eintrag auch die abkehr vom gewohnten drei-monats-rhythmus im berghain. das ist kein anzeichen von resignation (würde mich bei der schlange vom juli auch schwer wundern), sondern vielmehr eine vorsichtsmaßnahme, weil sich die reihe zu einem exportschlager entwickelt. weltweit gesehen kommt der geneigte jetsetter also häufiger in den genuss der bassmassage, die nicht so reisefreudigen berliner bekommen im märz und oktober sowohl im berghain als auch in der panorama bar die rundum-versorgung.
trotzdem schade, allerdings bieten wax treatment, diverse nächte im horst und nicht zuletzt die leisure system ganz gute alternativen.


berghain: sub:stance
00h00-00h30: paul spymania
00h30-01h30: skratch b2b robotic
01h30-03h00: adrian sherwood
03h00-04h00: kuedo
04h00-05h00: martyn* live
05h00-06h30: untold
06h30-ende: scuba
panorama bar: get perlonized**
portable live
thomas melchior
sammy dee
zip
eintritt
12 euro
*: er wird auch nochmal am sonntagabend in der panorama bar spielen, dann aber als dj.
**: bevor nachfragen kommen – bei perlon hat es nie einen zeitplan gegeben. mit portable kann man gegen 3 oder 4 uhr rechnen, alles andere obliegt der spontaneität.
review
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war zweimal dort – einmal gegen 1h30, wo die schlange bis zur hälfte des weges reichte und nochmal gegen 5h30. da fing’s bei den gittern an.
acts:
adrian sherwood: die parallelen zu mark ernestus beim letzten mal sind natürlich unverkennbar. eine lebende legende, die wegen ihrer musikalischen verdienste und wahrscheinlich auch aus gründen der verneigung gebucht wird. war ein dj-set, wie man es sich von dub-soundsystems so vorstellen würde, garniert mit effekten von einem midi-drumpad. stilistisch (und damit im unterschied zu herrn ernestus) absolut nicht festgelegt: reggae und dub natürlich zu beginn, was über die funktion one stellenweise erstaunlich fett klang, aber auch drum&bass und dubstep hat er mühelos integriert. wie bei herrn ernestus: kein mixing, aber das fiel alles andere als unangenehm auf. ich fand’s großartig, punkt.
zip: bespielte gegen 2 uhr schon eine sehr üppig gefüllte panorama bar. überraschte mich mit einem track vom „pony slaystation“-album, den die pa so druckvoll transportierte, dass ich ihn gar nicht erkannte. fand ihn in den minuten danach aber zu trocken, so dass ich wieder nach unten bin.
kuedo: nur den anfang mitbekommen. hat seinen r&b/funk-beeinflussten sound in den letzten monaten weiter ausgearbeitet (hört man auch am neuen album), und entweder hat man den draht dazu oder eben nicht. ich tu mich damit noch schwer, aber die alternative gab’s ja im suicide.
untold: eigentlich sehr straight, da hätte ich etwas mehr courage wie auf früheren hessle- oder hemlock-veröffentlichungen gewünscht. während des sets schlug aber auch ein kumuliertes schlafdefizit zu, so dass ich weite teile nur im halbschlaf auf einer couch in nähe der klobar mitbekommen habe.
scuba: wandelte – soweit ich das beim dösen wahrnehmen konnte – auf techno-pfaden. hat meiner meinung nach mit seiner letzten hotflush-ep auch eine merkwürdige richtung eingeschlagen, das ist für mich irgendwie zu kalkuliert. er ist technisch so brillant, dass er fehlgeschlagene experimente im nu ausgleichen könnte, aber gerade dann finde ich seine sets auch spannend.
skratch vs robotic: übernahmen nochmal kurz nach 8 uhr das ruder und spielten klassischen halfstep, aber da das mit meiner kondition an dem morgen nichts mehr werden wollte, brach ich lieber auf. schade eigentlich, davon hätte ich gerne mehr mitbekommen.
fazit:
alleine wegen adrian sherwood hat es sich gelohnt, in weiten teilen der morgenstunden blieb die sub:stance unter ihren musikalischen möglichkeiten. es mag an meinem durchhänger gelegen haben, aber im direkten vergleich geht die killekill electrix als klarer gewinner hervor.