nachdem die wochenenden im dezember und januar stets im zeichen der lohnerwerbstätigkeit standen, ist es wieder mal an der zeit, sich an einem von den residents geprägten abend wie diesem von deren qualitäten zu überzeugen.
berghain
00h00-04h00: pete
04h00-05h00: eqd live
05h00-06h00: mmm live
06h00-09h00: rolando
09h00-13h00: peter van hoesen
13h00-21h00: ben klock
21h00-02h00: don williams
panorama bar
00h00-04h30: soundstream
04h30-05h30: the oliverwho factory live
05h30-09h00: tama sumo
09h00-12h00: carsten jost
12h00-15h00: lawrence
15h00-18h00: rndm
21h00-00h00: margaret dygas
00h00-ende: dirt crew
eintritt
12 euro
review
zeigen
pete ließ dubstep beiseite, stattdessen eher electro, klar über 130 bpm und somit fordernd genug, dass die leute ohne umweg über die (panorama) bar auf die berghain-tanzfläche zusteuerten und dort zum großteil verblieben. soundstream wirkte eine etage höher vor wenigen leuten relativ unmotiviert – so jedenfalls mein eindruck. kann damit zu tun haben, dass er es gerne ähnlich wie sein hardwax-kollege unten gehabt hätte, weil die arbeit vor tanzwilligem publikum definitiv leichter von der hand geht. gegen 3 uhr sah das auch schon wesentlich besser aus.
eqd alias shed alias wax hat mich äußerst positiv überrascht. über die jahre verteilt habe ich ihn ein paar male live gehört und es ist offenkundig, dass er mit der zeit dazugelernt hat. beschränkte sich weder auf die tracks seines eqd-alias, noch darauf, 1:1-versionen seiner fertigen stücke hintereinander zu spielen. stattdessen arrangierte er deren teile neu, so dass man nur fragmente aus „the traveller“ erkannte. ableton live optimal genutzt, würde ich sagen.
bei mmm habe ich eine pause gemacht, hat aber nicht an ihnen gelegen, sondern eher an der tatsache, dass ich kurz nach oben bei the oliverwho factory vorbeigeschaut (volles haus, publikum forderte zugabe) und mich anschließend an der bar im berghain verquatscht habe. etwas sitzen tat nach gut fünf stunden auf den beinen ganz gut. ravesignale passen eh in den laden, das haben mmm auch gut bedient.
rolando – die nächste überraschung des abends. klar, ich habe bereits unvergessliche techno-sets des herrn miterlebt, jedoch fiel mir letztes jahr ein podcast von ihm in die hände, auf dem er eine auswahl an zu mir nicht wirklich kompatiblen house-tracks bot. entsprechend niedrig waren meine erwartungen, umso größer mein drang zur tanzfläche, da der mann mit wenigstens 136 bpm konstant bretterte. das mixing erledigte er quasi en passant, stets zwei tracks parallel laufen lassend. meistens cd, hin und wieder vinyl, und – bemerkenswert für gast-djs – die anlage nicht übersteuernd. dazu hin und wieder raum zum durchatmen, ich war am ende des sets jedenfalls froh, ihm die chance eingeräumt zu haben – und ich werde es bei einem der nächsten male definitiv wieder tun.
peter van hoesen spielte mit ableton live, nicht zu überfrachtet, aber er nahm nach seinem amerikanischen vorgänger spürbar etwas druck raus, was jedoch aufgrund der uhrzeit und der zu erwartenden dauer der party schon klar ging.
kurz nach meiner rückkehr meinte ben klock, „go“ von moby spielen zu müssen, womit das schlechte gewissen, den sonntag abend schon wieder feiernd zu verbringen, im nu beseitigt war. gegen ende des sets folgte noch „der klang der familie“, zwischendurch war es mir über weite strecken jedoch zu trocken. das gehört bei ihm allerdings dazu, insofern wusste ich, auf was ich mich einlasse. dank stetig kollektiv vom publikum ausgehender guter laune konnte ich auch dazu eine gute zeit haben.
don williams war der joker zum schluss, der zwischen detroit und chicago pendelte (mit klarem schwerpunkt auf motor city) und mit mal mehr und mal weniger härte sehr geschmackssicher agierte. ich hab mich dabei sehr darüber gefreut, dass er „let me be me“ von the other people place kurz vor schluss spielte – die bekommt man einfach viel zu selten zu hören. dramaturgie und technik passten auch wesentlich besser als beim letzten mal, als ich ihn solo an ort und stelle erlebt habe (was auch schon wieder anderthalb jahre her ist).
froh war ich auf dem heimweg jedenfalls aus zweierlei gründen: erstens, dass meine 15 wochen andauernde zwangsläufige berghain-abstinenz von so einer bilderbuch-klubnacht beendet wurde, die definitiv dazu taugte, um neulinge, skeptiker und stammgäste zugleich überzeugen zu können. damit einhergehend zweitens, dass mein typ am montag erst zur spätschicht gefragt war.